Ein Bild statt tausend Worte

gefunden auf Facebook:

Gefallenengedenken-im-Flieger

Dieses Foto wurde in einem Flugzeug auf dem Weg nach Spanien aufgenommen.

Um 20 Uhr heulten in Israel die Sirenen. Die jüdischen Passagiere standen auf. Ohne die Sirene gehört zu haben, ohne dass irgendjemand es plante. Jemand flüsterte: „Leute, es ist jetzt 20 Uhr.“ Und alle schweigen und standen in Gedenken an die Gefallenen der IDF auf.

DAS IST ISRAEL!

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„Kritiker“

gefunden bei Israellycool, wo sich Deebo die „Jewish Voice for Peace“ vorgenommen hat, die so gerne damit demonstrieren, dass Kritik an Israel nicht antisemitisch ist:

Kritiker

Die Tochter, mal wieder

Gibt es eklige Juden?

Was für eine Frage. Wenn man einen Menschen als eklig bezeichnen mag, dann gibt es natürlich auch eklige Juden. So wie es eklige Nichtjuden gibt, eklige Männer wie eklige Frauen usw. Genauso wie es nette Juden/Nichtjuden/Menschen/Männer/Frauen gibt oder schöne, sympathische oder sonstwas.

Für mich gehört diese Frau zu den ekligen Menschen. Da sie wohl Jüdin ist, ist sie für mich eine eklige Jüdin. Den Gründen dafür hat sie gerade erst wieder einen weiteren hinzugefügt. Und zwar so:

Das sieht so aus: Seit Jahren kann der eklige Hetzer Walter Herrmann in Köln vor dem Dom seine mit antisemitischen Parolen, Karikaturen, Sprüchen und Lügen gespickte „Klagemauer“ aufbauen. Praktisch ungehindert von der Stadt Köln, vor Klagen und Anzeigen geschützt durch die Kölner Staatsanwaltschaft. Lediglich bei ordnungspolitischen Dingen gab es hin und wieder einen erhobenen Zeigefinger, neulich sogar ein Gerichtsurteil. Da wurde ihm untersagt die Ekelbilder von ermordeten Kindern für Kinder leicht zugänglich auszustellen. Ansonsten – inhaltliche Fehlanzeige.

Ein weiterer Punkt waren die „Füße“, die er für seine Stellwände verwendet(e). Die brachte er erst hier, dann dort unter, um sie nicht immer mitschleppen zu müssen, was dann zu skurrilen Aussagen und Dementis verschiedener Institutionen wie dem WDR und der Stadtverwaltung führte. Keiner wollte ihm die Unterbringung genehmigt haben, keiner wollte sie vor der eigenen Tür vorfinden. Das Hickhack war „herrlich“. Mal ganz abgesehen davon, dass nicht so ganz geklärt werden konnte, wem die Dinger denn wirklich gehörten, da sie eventuell sogar von einer Baustelle „geholt“ worden waren.

Jetzt hatte die Stadt Köln tatsächlich wieder einen Grund einzuschreiten: Herrmann hatte zwei Füße an einen Laternenmast vor dem Dom gekettet, wenn er seinen Müll abbaute. Das geht nicht, eine solche Lagerung ist eine „unerlaubte Sondernutzung“ und das Amt für Straßen und Verkehrstechnik ließ die Teile entfernen, wozu die Kette mit einem Bolzenschneider durchtrennt werden musste. Sie wurden auf einem Transporter weggebracht. Walter Herrmann hatte weniger Möglichkeiten seine Hasswände aufzubauen und legte die Hetze einfach auf den Boden.

Und nun der Auftritt von Evelyn Hecht, die sich (seit wann eigentlich?) Evelyn Hecht-Galinski nennt, wobei sie jedem, der es nicht weiß, sofort dazu vermittelt, dass sie die Tochter des ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski ist. Mit dem Namen ihres Vaters geht sie hausieren, um eine Chance zu haben mit ihren üblen Äußerungen Publikum zu gewinnen.

Sie nimmt die Entfernung der Füße zum Anlass der Stadt Köln Raub von jüdischem Eigentum vorzuhalten: „Stadt Köln beschlagnahmt Eigentum einer deutschen Jüdin“, titelt sie auf ihrer persönlichen Internetseite, auf der auch so hervorragende Freunde von Freiheit und Demokratie (sprich: der Mullahkratie in Teheran) wie Yavuz Özoguz als Gastschreiberlinge auftreten dürfen. Auf der Unterseite seien die Füße klar mit ihrem Namen versehen (sieht man aber nicht), es handele sich um ihr persönliches Eigentum, das sie Herrmann zur Verfügung gestellt habe.

Da haben wir wieder das Spiel mit den deutschen Befindlichkeiten: „Eigentum einer Jüdin beschlagnahmt“, das darf nicht sein, das ist Nazi! Sie, die nie ein Problem hat Israel vorzuwerfen mit dem Holocaust Deutschland und Europa zu erpressen, arbeitet selbst genau mit diesem Mittel, wenn es darum geht einen antisemitische Hetze verbreitenden Menschen zu unterstützen und eine Ordnungsmaßnahme zu „kritisieren“, die diese Hetze erschwert.

Was kümmert es Frau Hecht, dass es völlig unerheblich ist, wem die Dinger gehören, wenn sie dort und auf diese Weise nicht gelagert werden dürfen? Was kümmert es Frau Hecht, dass Herr Herrmann weitgehend tun und lassen kann, was er will, ohne dass ihm in die Parade gefahren wird? Scheißegal, wenn dieser Typ irgendein Problem bekommt, springt sie in die Bresche und brüllt „NAZI!“ Da hängt sie wieder die Jüdin raus, damit Judenhass betrieben werden kann.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Hecht! Ich wünsche Ihnen, dass die Stadt Köln auf den Trichter kommt und Sie, das Sie so lauthals die Rückgabe der Füße an Sie fordern, auch für die Kosten in die Pflicht nimmt, die die Entfernung und Lagerung verursacht hat. Dann hat die scheinheilige, eklige Heuchlerin wieder Grund „NAZI!“ zu brüllen.

Ein einfacher Test, um zu sehen, ob „Progressive“ wirklich „pro-Israel“ sind

Elder of Ziyon, 10 März 2015

EoZ_pro-israel-or-not
Wenn du behauptest „pro Israel“ zu sein,
Israel aber in 1.000 Tweets nicht ein einziges Mal
gegen seine Kritiker verteidigt hast,
DANN BIST DU NICHT PRO-ISRAEL.

Das sollte selbstverständlich sein.

Wenn man ein erfolgreicher Twitterer ist, aber einfach nicht die Zeit finden kannst eine einzige Verteidigung des Staates zu twittern, den man gegen seine vielen Kritiker zu lieben behauptet, dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn man nicht einen einzigen Tweet schreiben kann, in dem man auf die Absurdität der Israelhasser hinweist, dass sie Israel als „Apartheidstaat“ bezeichnen, dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn man nicht einen einzigen Tweet zu Israels Schönheit, Kultur, Geschichte oder Leistungen zusammenbringt -ö dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn du also nicht pro-Israel bist und jeder einzelne deiner mit Israel in Verbindung stehenden Tweets kritisch ist, was bist du dann?

(PS: Die beiden Herrschaften sind Mitglieder von J-Street und vom New Israel Fund.)

Die Hexenprozesse der B’Tselem

Noah Pollak, CommentaryMagazine.com, Mai 2011

Als die Vereinten Nationen im September 2009 den so genannte Goldstone-Bericht veröffentlichten, waren Israelis und ihre Unterstützer weltweit über die ungehobelten Worten kurz vor dem Ende erstaunt: „Es gibt Beweise, die auf schwere Verletzungen des internationalen Menschenrechts und des humanitären Rechts hindeutet, die von Israel während des Gaza-Konflikts verübt wurden und dass Israel Handlungen beging, die Kriegsverbrechen und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit bedeuten.“ Der Bericht erklärte, dass praktisch alles, was Israel während der Operation Gegossenes Blei – Israels Versuch Ende 2008/Anfang 2009 den Raketenkrieg der Hamas gegen israelische Zivilisten zu stoppen – getan hatte, ein Verbrechen gewesen war. Kein einziger schriftlicher Angriff auf den jüdischen Staat ist so vernichtend, so auffällig oder so einflussreich gewesen. Doch der südafrikanische Jurist Richard Goldstone und sein Team hatten nur einige wenige Monate, um einen Bericht zusammenzustellen, der fast 600 Seiten lang ist und Hunderte detaillierter Vorwürfe zur Kriegsführung der israelischen Verteidigungskräfte erhebt; Goldstone selbst machte nur einen einzigen, viertägigen Besuch im Gazastreifen. Wo stellen sie die Strick der Beweise sicher, an dem sie Israel aufhängen wollten?

Der Bericht wurde zum großen Teil aus Material zusammengestellt, das von dem geliefert wurde, was oft als Israels „Menschenrechtsgemeinde“ genannt wird. Dieser vage Euphemismus bezeichnet eine Clique von Gruppen und Einzelpersonen, die sich im Verlauf des letzten Jahrzehnts in eine höchst politische Bewegung Dutzender Nichtregierungsorganisationen entwickelt hat, die innerhalb von Israel operieren und dessen Regierung, Militär, Gesetze und Menschen erbarmungsloser Kontrolle und Vorwürfen unterziehen. Und der Goldstone-Bericht hat sich, wie zuerst von NGO Monitor aufgezeigt wurde, am stärksten auf die größte und prominenteste dieser NGOs verlassen: der als B’Tselem bekannten Gruppe. B’Tselem wird in dem Bericht in mehr Fußnoten (insgesamt 56) als Quelle zitiert als jede andere. Tatsächlich hat B’Tselem, wie die Geschäftsführende Direktorin Jessica Montell sagte, „der von Richter Goldstone geführten UNO-Faktenfindungsmission umfangreich Hilfe zur Verfügung gestellt – sie zu Treffen mit Opfern im Gazastreifen begleitet, all unserer Dokumentationen und Korrespondenz zur Verfügung gestellt und die Mission in Jordanien getroffen“.

Mit einem solch umfassenden Beitrag zum Goldstone-Bericht hat B’Tselem die Aufgabe geleistet, der sie sich wahrhaft selbst verschrieben hat: nicht der Verteidigung der Menschenrechte in der Westbank und dem Gazastreifen, sondern der Delegitimierung Israels und seiner Existenz als jüdischem Staat.

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B’Tselem – „Das israelische Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Gebieten“ – wurde 1989 gegründet; die Organisation bezeichnet die Gründer als „eine Gruppe prominenter Akademiker, Anwälte, Journalisten und Knessetmitglieder“, deren politische Haltung im politischen Spektrum überwältigend links außen angesiedelt waren. Sie sollte „für die israelische Öffentlichkeit  und politischen Entscheidungsträger die menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten dokumentieren und sie darüber informieren“ und konzentrierte sich in den 1990-er Jahren weitgehend auf diesen internen Auftrag. Doch mit dem Beginn des palästinensischen Terrorkriegs im Jahr 2000 und Israels zunehmend härteren Antworten darauf während der folgenden vier Jahre verschob sich die Mission B’Tselems vom Versuch der Information und der Einflussnahme auf die Debatte in Israel dazu, dass sie die Hauptquelle für solche Journalisten, Offizielle und Aktivisten wurde, die in Israels Selbstverteidigung die volle Blüte eines neuen Zeitalters israelischer Unterdrückung und Kriminalität sahen.

B’Tselem beschäftigt Israelis und zweifellos ist – besonders international – der Hauptgrund für ihre Attraktivität die Wahrnehmung, dass es eine israelische Gruppe ist, die israelische Verbrechen offen legt, um eine gerechtere israelische Gesellschaft zu schaffen. Doch fast ihr gesamtes Budget wird von europäischen Regierungen und amerikanischen Stiftungen (wie dem New Israel Fund und der Ford Foundation) gestellt.

Mit diesem Geld werden 41 Mitarbeiter bezahlt, die hauptsächlich in zwei Abteilungen arbeiten: Daten und Kommunikation. Die meisten der 19 Mitglieder der Abteilung Daten sind Palästinenser, die in der Westbank und dem Gazastreifen leben und einen ständigen Strom an Geschichten und Zeugenaussagen an den Sitz der Gruppe in Jerusalem schicken, wo ein paar wenige Rechercheure die Informationen zusammenstellen; die zehnköpfige Abteilung Kommunikation packt das Ganze und verteilt es an Journalisten, andere NGOs, Politiker und Aktivisten. B’Tselem stellt zu bestimmten Themen eigene Kampagnen auf die Beine, so zur angeblichen Illegalität israelischer Gemeinden jenseits der Waffenstillstandslinien von 1949 und der angeblich illegalen Checkpoints in der Westbank, die zum Abfangen von Selbstmordbombern errichtet wurden. „B’Tselem stellt“, nach Angaben ihres eigenen Materials, „die Zuverlässigkeit der von ihr veröffentlichten Informationen sicher, indem sie ihre eigene Arbeit im Feld und Recherche durchführt; die Ergebnisse davon werden sorgfältig durch Gegenprobe mit relevanten Dokumenten, offiziellen Regierungsquellen und Informationen aus anderen Quellen überprüft“. Diese Berichte haben B’Tselem zur bekanntesten und erfolgreichsten israelischen NGO gemacht. Sie ist auch eine der ambitioniertesten. Zu einer Liste von „Fürsprache-Anstrengungen“ aus dem Jahresendbericht 2009 gehören zum Beispiel:

eine einen Monat dauernde, stark in die Öffentlichkeit getragene Kampagne, die B’Tselems Jahrestag zum 20-jährigen Bestehen die Aufmerksamkeit auf die Dringlichkeit der Menschenrechtslage in den besetzten Gebieten lenkte; vier Internet-Kampagnen zur Operation Gegossenes Blei, Gewalt durch die Sicherheitskräfte, die Belagerung des Gazastreifens und zur Straße 443, die von Palästinensern nicht benutzt werden darf; vier lange Publikationen, darunter Guidelines for Israel’s Investigation of Operation Cast Lead (Richtlinien für Israels Untersuchung der Operation Gegossenes Blei) und Without Trial: Administrative Detention of Palestinias by Isarel (Ohne Verfahren: Administrativhaft für Palästinenser durch Israel); 22 optische Artikel und Filme, die online zur Verfügung gestellt wurden; und 80 Studienfahrten sowie 176 Briefings für Politiker, Journalisten, Diplomaten und internationale Organisationen.

Heute verhält sich B’Tselem so, als sei ihr wirklicher Zweck nicht der Versuch die Israelis davon zu überzeugen ihre Politik von innen heraus zu verändern, sonder eher die Hilfe für internationale Anstrengungen Israel unter Druck zu setzen die Art von Politik zu übernehmen, die die Israelis in Wahlen wiederholt ablehnten. Hierzu eröffnete B’Tselem ein Büro in Washington, von dem sie nach Angaben einer Presseerklärung „erwartet, dass es eine zentrale Klarstellungsstelle für Informationen zu Menschenrechtsverhältnissen in der Westbank, Ostjerusalem und dem Gazastreifen für Mitglieder [sic] des Kongresses, des Außenministeriums und anderer politischer Entscheidungsträger wird“. Oder wie Anat Biletzky 2007 einer kleinen Zuhörerschaft an einer Universität sagte, nachdem sie gerade als Vorstandsvorsitzende der Gruppe zurückgetreten war: „B’Tselem eröffnet jetzt ein Büro in Washington DC, weil wir glauben, dass es hier zwei Hauptziele gibt. Das eine sind politische Entscheidungsträger Amerikas. Das andere ist die jüdische Gemeinde. Und diese beiden stehen in einem Zusammenhang wie wir im Buch von Walt und Mearsheimer gesehen haben.“

All diese Arbeit hat sich mit Sicherheit gelohnt. Biletzky sagte einem Interviewer 2004: „B’Tselem wird von allen Seiten vertraut. Natürlich von den Europäern. Wenn die amerikanische Botschaft Informationen haben will, kommen sie zu uns. Wenn Tom Friedman* Informationen haben will, kommt er zu uns.“ Das US-Außenministerium kann der Liste derer hinzugefügt werden, die B‘Tselem nicht nur vertrauen, sondern sich unkritisch auf die Gruppe verlassen. Der jährliche „Menschenrechtsbericht“ des Außenministeriums reproduziert die Behauptungen und Statistiken von B’Tselem, ziemlich offensichtlich ohne externe Überprüfung, derart, dass Teile des Berichts sich einfach wie eine Jahresend-Zusammenfassung von B’Tselem-Berichten lesen. Der gerade für 2010 veröffentlichte Bericht beinhaltet zum Beispiel 26 Bezugnahmen auf B’Tselem und pflichtet deren irreführenden Opferzahlen für Gaza bei. Die Berichte der Gruppe sind auch ein regelmäßiger Teil der Medienberichte zu Israel. Zum Beispiel zitierte Lawrence Wrights langatmiger Bericht von 2009 im New Yorker vom Leben im Gazastreifen komplett und ohne Skepsis B’Tselems abwegige Opferstatistiken zur Operation Gegossenes Blei: „B’Tselem hat siebenhundertdreiundsiebzig Fälle dokumentiert, bei denen israelische Streitkräfte Zivilisten töteten, die nicht an den Feindseligkeiten beteiligt waren.“

Was für einen intelligenten und weltgewandten Journalisten wie Wright hätte offensichtlich sein müssen, ist die augenfällige Spannung in B’Tselem zwischen dem Wunsch der Gruppe als unparteiischer Wächter der Menschenrechte wahrgenommen werden zu wollen und ihrem offen erklärten Verlangen gegen praktisch jede von Israel vorgenommene Sicherheitsmaßnahme einen Fall aufzubauen, ebenso gegen die zivile wie militärische israelische Präsenz in der Westbank und Ostjerusalem. Die Unvereinbarkeit dieser beiden Ziele ist auf  B’Tselems Internetseite offenkundig, wo sie sich als penibel unpolitische Organisation beschreibt, die „in politischen Fragen keine Meinung äußert, außer um die Folgen für die Menschenrechte zu kommentieren“ – und gleichzeitig ebenfalls erklärt, dass sie „erfolgreich sowohl auf der politischen wie öffentlichen Ebene gearbeitet hat, um Israels nationale Diskussion zur Politik bezüglich der besetzten Gebiete zu formen“ und dass sie „in erster Linie dafür arbeitet die israelische Politik in den besetzten Gebieten zu veändern“. Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Ist B’Tselem eine Menschenrechtsorganisation oder eine politische Gruppierung?

Fakt ist: B’Tselem versucht bewusst beides zu bekommen, indem sie Menschenrechtsvokabular benutzt, um eine radikale und tatsächlich antizionistische politische Agenda zu verbergen, der weit weniger Sympathie entgegen gebracht werden würde, würde sie ehrlich geäußert. Das ist keine unintelligente Strategie. Blietzky ihrerseits ist stolz auf die innovative Vorgehensweise ihrer Organisation.

Im April 2003 veröffentlichten wir einen Bericht namens „Landraub“, der der umfassendste Bericht ist, der jemals über die Siedlungen verfasst wurde. Er zeigte, dass das gesamte Siedlungsprojekt nach dem internationalen Recht und der Genfer Konvention eine Verletzung der Menschenrechte ist… Das ist erstaunlich, denn ich glaube, dass es konzeptionell sehr kreativ ist von den Siedlungen als Verletzung von Menschenrechten zu denken.

Kreativ ist das sicher, besonders wenn die Behauptung auch auf einer falschen Voraussetzung basiert, nämlich das jeder Quadratmeter der Westbank souveränes palästinensisches Territorium ist und daher jede israelische Präsenz dort illegale Besatzung bedeutet. Dieses Argument ist zur Standardbehauptung derer geworden, die die Vertreibung der Juden aus der Westbank und Ostjerusalem fordern. Die sie sind niemals „palästinensisches Gebiet“ entsprechend dem Verständnis von Souveränität und internationalem Recht gewesen. 500 Jahre lang wuder die Westbank vom ottomanischen Reich regiert, dann vom britischen Mandat und dann 18 Jahre vom Königreich Transjordanien. 1988 gab Jordanien formell jeglichen Anspruch auf das Territorium auf. Die Westbank ist umstrittenes Gebiet, da sowohl Juden als auch Araber Ansprüche darauf angemeldet haben; und der Friedensprozess soll ein Forum sein, über das diese Ansprüche verhandelt und gelöst werden.1 Doch „Landraub“ meidet all diese Schwierigkeiten über eine Tautologie: Weil die jüdischen Gemeinden in der Westbank ipso facto ein Menschenrechtsverbrechen sind. „B’Tselem verlangt, dass die israelische regierung handelt, um alle Siedlungen zu verlassen.“

Die Tatsache, dass Israelis irgendwo in der Westbank oder im Gazastreifen wohnen, ist für B’Tselem die Ursünde, der Urquell, aus dem alle anderen Verbrechen hervorgehen. Dennoch argumentiert B’Tselem sogar noch darüber hinaus, dass von Israel unternommene Anstrengungen zur Verteidigung seiner Bürger gegen die Angriffe der in der Westbank und dem Gazastreifen agierenden Palästinenser in Wirklichkeit Handlungen sind, die das internationale Recht untergraben sollen.

In einem Bericht zum Gazastreifen aus dem Jahr 2007 erklärte B’Tselem zum Beispiel, wegen der Beschränkungen an Grenzübergängen zur Verhinderung von Terroranschlägen „hat Israel den Gazastreifen in das größte Gefängnis der Welt verwandelt“. (Ägypten, das seine Grenze zum Gazastreifen ebenfalls abriegelte, wurde komplett freigesprochen: „Israel kontrolliert alle Straßen in den Gazastreifen und aus ihm heraus“, machte B’Tselem unglaublicheweise geltend. „Niemand kann ihn ohne die Erlaubnis der Armee betreten oder verlassen.“) Der Gaza-Bericht war bepflastert mit Sensation heischenden Fotografien und Hervorhebungen, die die Schrecken des Lebens dort belegen sollen und an denen allesamt, darauf besteht die Gruppe, Israels Schuld ist. Und das trozt der Tatsache, dass Israel 2005 dem Gazastreifen abgezogen ist, sich nicht einmischte, als die palästinensischen Wahlen dort der Terrorgruppe Hamas 2006 die Oberhand gab und sich heraushielt, als die Hamas im Gazastreifen einen Coup gegen die PA inszenierte und 2007 die Führung im Strip übernahm. B’Tselem agierte, als sei all das bedeutungslos. „Ob man es Besatzung nennt oder nicht“, heißt es in dem Bericht, Israel müsse weiter „die Rechte und Bedürfnisse der Menschen dort gewährleisten“. Elementare Logik sollte diktieren, dass die Hamas, nicht Israel, für die Gewährleistung der Rechte und Bedürfnisse der Menschen dort verantwortlich ist und das die Hamas, indem sie Israel tagtäglich angriff, die Verantwortung für die im Gazastreifen durch den Kriegszustand geschaffenen Probleme trug, auf dem sie bestand und den sie beibehielt.

Nicht so nach Ansicht von B’Tselem. Die Gruppe spricht die Hamas von jeglicher Verantwortung für die Zustände im Gazastreifen frei, erwähnte niemals deren Ziel der Vernichtung Israels, machte Israel komplett für die Grenzrestriktionen verantwortlich, die lediglich den Angriffen der Hamas folgten (und von denen viele gegen die Grenzübergänge gerichtet waren) und lieferte sogar der Terrorgruppe einen Anreiz den Raketenkrieg fortzusetzen. In diesem Krieg, den die Hamas bewusst aus zivilen Gebieten des Gazastreifens heraus führt, werden palästinensische Zivilisten gelegentlich durch Israels Gegenfeuer getötet. Doch statt die Hamas dafür zu verurteilen, dass die Zivilisten als Kanonenfutter verwendet, legt B’Tselem nahe, ihr Tod sei das Ergebnis einer israelischen Strategie: „Auf Zivilisten zu schießen ist absolut verboten, selbst wenn der Zweck darin besteht andere Zivilisten zu schützen.“ Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, der Bericht B’Tselems zum Gazastreifen, trotz flüchtigen Aufrufs an die Hamas mit dem Raketenbeschuss aufzuhören, in seiner Substanz eine lange Rechtfertigung sowohl für den Missbrauch der Gazaner durch die Hamas als auch ihren Krieg gegen Israel ist.

Selbst wenn Israel in Übereinstimmung mit den Wünschen B’Tselems zu handeln scheint, erklärt die Organisation, der Staat sei im Unrecht. Als Israel 2004 darüber debattierte, ob ein vollständiger Abzug seiner Zivilisten und seines Militärs aus dem Gazastreifen stattfinden soll, schrieb Montell: „Wir müssen jede Ebene der Abkoppelung applaudieren.“ Der von ihrer Organisation drei Jahre später, nach der Abkoppelung veröffentlichte Bericht trug auf jeder Seite einen Stempel des Slogans: „Israel kann sich nicht von seiner Verantwortung abkoppeln.“

Ebenfalls 2007 veröffentlichte die Gruppe einen 118 Seiten langen Bericht mit dem Titel „Zum Erliegen gekommen“. Dieser erklärte jeden israelischen Checkpoint und eingeschränkte Straßennutzung in der Westbank zu einer vielfältigen Verletzung des internationalen Rechts. Is mag schwer zu begreifen sein, wie ein Checkpoint, der dazu errichtet wurde die Menschenrechte von Israelis zu schützen, selbst eine Menschenrechtsverletzung darstellen soll, aber das ist genau das, was B’Tselem entdeckte. Die Gruppe bot zwei Hauptargumente an: Das erste hatte mit der Balance zwischen israelischer Sicherheit und palästinensischen Unannehmlichkeiten zu tun.

Der Staat muss beweisen, dass es eine rationale Verbindung zwischen dem Eingriffe gegen die Bewegungsfreiheit und der Erreichung der Zielvorgabe der Sicherheit gibt, die erreicht werden soll; dass es nicht möglich ist die Sicherheitsvorgabe durch ein weniger schädigendes Mittel zu erreichen; und dass es eine angemessene Beziehung zwischen dem denen zugefügten Schaden, deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, und dem Ziel der Sicherheit gibt, die als Ergebnis des Übergriffs erreicht werden soll.

Israel sei bezüglich jeden Aspekts dieses Tests durchgefallen, befand B’Tselem. Der Test war allerdings sowieso nur Augenwischerei für das eigentliche Argument der Gruppe – demselben, das in „Landraub“ angeführt wird: Israleis haben kein recht wo auch immer in der Westbank zu leben. Und nicht nur das; Israel hat daher kein Recht diese Israelis zu beschützen. B’Tselem drückt das raffinierter so aus:

Diese Überlegung [israelische Zivilisten vor Angriffen zu schützen] existiert nicht in einem Vakuum. Sie ist abgeleitet von breit gefassten, ungeeigneten Überlegungen, ohne die die Notwendigkeit die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Palästinenser niemals aufgekommen wäre. Die wichtigsten ungeeigneten Überlegungen beziehen sich auf Israels Wunsch die Siedlungen zu perpetuieren… Die Gründung von Siedlungen in der Westbank, die eine lange etablierte Politik der israelischen Regierung sind, laufen internationalem humanitären Recht zuwider.

B’Tselem endete mit diesen Worten: „Die Schlussfolgerung ist daher, dass diese Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, deren vorrangige Rechtfertigung angeblich der „Schutz des Lebens“ der Israelis in der Westbank ist, illegal sind.“

Aber würden Organisationen, die sich um die Rechte von Zivilisten sorgen, nicht sicherlich anerkennen, dass Israel die Pflicht hat seine Bürger in – sagen wir – Tel Aviv vor palästinensischen Selbstmordbombern zu schützen, die in der Westbank zu ihrer Reies aufbrechen? Nein. Wenn B’Tselem über diese Fragen nachdenkt, dann wendet es das Verhältnismäßigkeitsprinzip des internationalen Rechts, das ursprünglich entwickelt wurde, um ein akzeptables Level an in miltärischen Angriffen im Krieg eingesetzten Feuerkraft zu bestimmen, auf die Einschränkungen in der Westbank an. Auch hier entschied B’Tselem, dass Israel schuldig sei:

Selbst wenn die Einschränkungen für die Gruppe ein gewisses maß an Effektivität bei der Erreichung des Ziels der Sicherheit haben, ist kaum ein vernünftiges Verhaltnis zwischen dem erhöhten Nutzen, den die Armee zu schaffen behauptet, und dem unzumutbaren Schaden, den sie der örtlichen Bevölkerung zufügt, zu finden.

Und so sind selbst die funktionierenden Sicherheitsmaßnahmen immer noch „unzumutbar“ und daher eine Verletzung des internationalen Rechts. Was wäre für B’Tselem eine „zumutbare“ Sicherheitsmaßahme? Gepanzerte Transporte für Juden.“Im Verlauf der Jahre zogen die Behörden es vor die Alternativen zu ignorieren, die angemessenen Schutz für die Siedler beiten würde, so geschützte, kugelsichere Fahrzeuge, die von Siedlern genutzt werden oder dass sie geschützte, kugelsichere öffentliche Transportmittel benutzen.“

B’Tselem behauptete ebenfalls, dass Checkspoints und Straßensperren „kollektive Bestrafung“ darstellen. Das war ein erstaunlicher Vorwurf, denn der Begriff war von den Verfassern der Genfer Konventionen als Antwort auf die Nazi-Gepflogenheit entwickelt worden, als Strafe für die Vergehen Einzelner ganze Dürfer abzuschlachten. B‘Tselem war führend dabe dieses Verbot in eines zu verwandeln, das jegliche israelische Sicherheitsmaßnahme, die irgendeinen Palästinenser nicht trifft, der nicht persönlich in Angriffe auf Israelis verwickelt ist, auszuschließen. Montell zum Beispiel ist so weit gegangen sogar Flüge der israelischen Luftwaffe über den Gazastreifen zum Verbrechen zu erklären; sie schrieb 2006,

dass die klare Absicht der Praxis ist die Palästinensische Autonomie und die bewaffneten Palästinenserorganisationen unter Druck zu setzen, indem der gesamten Zivilbevölkerung Schaden zugefügt wird. Das ist eine Form der kollektiven Bestrafung, die eklatant illegal ist.

Alles in allem ist B’Tselem ein Erfinder von manipulativen traditioneller Definitionen des internationalen Rechts gewesen, egal wie zusammengebraut und unglaubwürdig sie waren, um anzugreifen, welches Tun Israels auch immer B’Tselem verurteilen will. Die Gruppe gibt in ihren Berichten zu, dass Israel ein Recht hat seine Bürger zu schützen. Doch es ist ein Recht, das B’Tselem nur theoretisch bestätigt, niemals praktisch.

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Eine weitere der wichtigen Aktivitäten besteht in der Zusammenstellung statistischer Berichte, von denen es hofft, dass sie mit empirischer Glaubwürdigkeit Israels Missbräuche demonstrieren. Nach der Operation Gegossenes Blei machte B’Tselem zum Beispiel Schlagzeilen mit einem Bericht, in dem behauptet wurde eine Mehrheit der während des Kriegs getöteten Palästinenser seien Zivilisten; damit griffen sie die Richtigkeit der Zahlen der IDF an und untergruben die Wahrnehmung, dass die IDF im Gazastreifen vorsichtig gekämpft hatte.

Während des Krieges, berichtete B’Tselem, wurden 1.387 Palästinenser getötet, von denen 773 „nicht an den Feindseligkeiten teilnahmen“ und nur 330, die Kombattanten waren. Diese seltsame Formulierung, die in den Medien einfach auf „Zivilisten“ gekürzt wurde, war in der Tat etwas spitzfindig und dazu verwandt worden, um B’Tselems ergebnisorientiertes Herangehen an Statistiken zu kaschieren. Im Gegensatz dazu ergaben die von der IDF selbst durchgeführten Untersuchungen 1.166 palästinensische Tote, von denen 709 Terroristen und 295 Zivilisten waren – eine lobenswerte Rate angesichts dessen, dass ein Großteil des Krieges infolge der Planung der Hamas in zivilen Gebieten geführt wurde.

B’Tselem kam zu einer solch hohen Zahl an „zivilen“ Toten, indem man eine Definition von „Kombattant“ übernahm, die Terroristen in Zivilisten verwandelte. Die Gruppe zählte nur diejenigen „die eine kontinuierliche Kampffunktion erfüllten“ als legitime Ziele. Dazu gehören Vollzeit-Mitglieder des „bewaffneten Arms“ der Hamas und praktisch niemand sonst – keine Hamas-Polizisten und keine politischen und spirituellen Führer, Finanziers, Propagandisten, Rekruteure, Waffenschmuggler oder Unterstützungspersonal der Hamas. Wenn man dieser Definition folgt, dann wäre es den USA verboten irgendein Mitglied der al-Qaida zu töten.

B’Tselem behauptete auch, dass 320 zivile Minderjährige getötet wurden. Doch die von der Gruppe selbst gegebenen Statistiken zur Rate zum Geschlecht dieser Minderjährigen legt nahe, dass viele der älteren Minderjährigen in Wirklichkeit Kombattanten waren. Zwei israelische Forscher, die B’Tselems Daten untersuchten, dokumentierten, dass die Rate für männlich-weiblich in der Gruppe der bis zu 11-jährigen fast 1:1 war. Mit Zunahme des Lebensalters ging die Geschlechterzugehörigkeit aber auseinander, bis zu dem Punkt wo die Rate der männlichen und weiblichen Opfer für die 17- und 18-jährigen bei mehr als 6:1 lag. Hätte Israel willkürlich Zivilisten angegriffen, wie hätte es möglich sein können, dass eine solch überwältigende Zahl davon männlich gewesen sind?

Vor kurzem wurden die Statistiken von B’Tselem von einer nicht erwarteten Stelle verworfen – dem „Innenminister“ der Hamas. Im November 2010 sagte er der Londoner Zeitung Al-Hayat, dass während des Krieges zwischen 600 und z700 Militante der Hamas getötet worden waren – doppelt so viele, wie B’Tselem behauptete und fast genau die Zahl, die ein Jahr früher von der IDF berichtet wurde.

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In ihrem Bericht für 2009 verkündete B’Tselem, dass „in den vergangenen zwei Jahrzehnten B’Tselem als der Goldstandard der Menschenrechtsforschung in Erscheinung trag; es diente als extrem verlässliche Quelle für Informationen in einem streitsüchtigen und polarisierten Klima“. Doch einige der am stärksten polarisierenden Personen in Israel sind Mitglieder von B’Tselem. Um zu verstehen, warum B’Tselem so handelt, wie es das tut, muss man ihre Mitglieder begreifen. Eine Organisation ist immerhin wenig mehr als eine Sammlung der Menschen, die sie führen und die ihr Personal sind.

Kurz nach ihrer selbst ausgerufenen Genauigkeit und Moderatheit entdeckte ein israelischer Kolumnist, dass die Direktorin für Datenkoordination der Gruppe – eine der wichtigsten Positionen in der Organisation – eine Reihe seltsamer Einträge in ihrem persönlichen Blog vorgenommen hatte. „Israel begeht die schlimmsten Gräueltaten der Menschheit“, schrieb Lizi Sagie. „Israel beweist seine Ergebenheit zu Naziwerten… Israel nutzt den Holocaust aus, um international Vorteil erlangen.“ Israel, vermerkte sie, „baut keine Gaskammern und Ausrottungslager, aber gäbe es solche, wie viele Menschen würden sich tatsächlich dagegen wehren und nicht nur innerlich?“ Und sie warnt: „Im Namen des Staates des Judentums haben wir Land gestohlen, gemordet, andere verhungern lassen… haben Ghettos [für] alle Arten von ‚Anderen‘ geschaffen und Faschisten erlaubt ihre Köpfe zu erheben.“

Sagie verließ B’tselem, nachdem diese Äußerungen offengelegt wurden. Aber sie sind nur die extremste Version einer Ansicht, die B’Tselems Führern selbst haben. Man denke an die Fälle Jessica Montell (der derzeitigen Geschäftsführerin), Anat Biletsky (die seit 1995 im Vorstand von B’Tselem und von 2001 bis 2006 dessen Vorsitzende war) und Oren Yiftachel (dem derzeitigen Mit-Vorstandsvorsitzenden).

Montell wurde in Berkeley (Kalifornien) geboren, erwarb einen Abschluss in Frauenstudien an Oberlin und dann einen Masters-Grad in internationalen Beziehungen an der Columbia University. Sie wanderte 1995 nach Israel ein, um für B’Tselem zu arbeiten und wurde 2001 deren geschäftsführende Direktorin. In einem Interview behauptete Montell 2003: „In einigen Fällen ist die Situation in der Westbank schlimmer als die Apartheid in Südafrika.“

Im selben Jahr erschien Montell in einer „Runder Tisch“-Diskussionsrunde im American Colony Hotel, dem in Ostjerusalem liegenden Lieblingstreff internationaler Journalisten, UN-Vertretern und NGOs. Dort gab sie die Meinung kund, dass die Ermordung hunderter israelischer Zivilisten in Selbstmord-Bombenanschlägen vor allem wegen Israels Versuchen mehr Gemetzel zu verhindern problematisch war. „Diese derzeitige Intifada“, argumentierte sie, „hat die israelischen Menschenrechtsverletzungen enorm verschlimmert. Die derzeitige Realität beeinträchtigt die palästinensischen Menschenrechte überall und praktisch alle Palästinenser, gewiss, was die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit angeht. Es ist die heimtückischste Form der Menschenrechtsverletzungen.“ Israel ist, fuhr sie fort, einer „Sicherheitshysterie“ erlegen, die einen „Mangel an jeglicher Art von Anerkennung von Humanität und Rechten der Palästinenser“ schuf.

Sie dehnte ihre Attacke auf fast die gesamte israelische Bevölkerung aus und führte weiter aus, was ein Standardthema für diejenigen geworden ist, die B’Tselems Sicht auf den Konflikt teilen: Israelis gehen derart in Rassismus und irrationaler Angst auf, dass sie bereit sich praktisch grenzenlosen Missbrauch der Palästinenser zu betreiben, um sich selbst zu schützen.

Ein Diskussionsteilnehmer: Die allgemeine Öffentlichkeit ist bereit die meisten oder alle Menschenrechte der Palästinenser im Tausch für ein paar eingebildete Sicherheitsversprechen einzutauschen.

Montell: Ich stimme zu. Unsere große Herausforderung besteht darin, angesichts dieser Sicherheitshysterie eine Menschenrechts-Botschaft zu formulieren, dass man mit der Botschaft vortritt, dass nicht alles im Namen der Sicherheit gerechtfertigt ist, dass die ganze Idee von Sicherheit überprüft werden muss – was wir damit meinen, was gerechtfertigt ist, was letztlich für unsere Sicherheit sorgen wird – all diese Fragen, die in der israelischen Gesellschaft unter den Teppich gekehrt werden.

Montell schloss mit einem Gedanken, der – wenn er von Nichtjuden geäußert wird – allgemein als antisemitisch angesehen wird: „Es ist das Erbe der jüdischen Geschichte, dass unsere eigenen Sicherheitsbedenken so manipuliert werden, dass sie als eine Art Blankoscheck für jegliche israelische Regierungspolitik agiert.“

Der faszinierendste Teil der Diskussion entwickelte sich allerdings, als Montell vom Moderator dazu ermutigt wurde über „Menschenrechtsmissbrauch innerhalb der palästinensischen Gesellschaft“ nachzudenken. Sie bekam eine Gelegenheit ihre Beschuldigungen gegen Israel abzugleichen, aber Montell antwortete stattdessen:

Es hat einen allgemeinen Kollaps der Rechtsstaatlichkeit innerhalb der palästinensischen Gesellschaft gegeben. Die Polizeiwachen und Gefängnisse gibt es praktisch nicht weiter und die Polizeikräfte haben keine Bewegungsfreiheit mehr in den Gebieten. Während Teilen dieser Intifada wurde von Israel automatisch auf die palästinensische Polizei oder alles, was eine Uniform trug, geschossen. Offensichtlich wird das dramatische Auswirkungen auf die Gesellschaft als Ganzes haben.

Für Montell ist also selbst Missbrauch von Palästinensern durch andere Palästinenser Israels Schuld.

2008 schrieb Montell einen Artikel für Tikkun, in dem sie ihr Unbehagen mit dem israelischen Unabhängigkeitstag erkundete. „Ich ziehe es vor von mir als einer Weltbürgerin zu denken“, schrieb sie, „und da ich in den USA geboren und aufgewachsen bin, bevor ich vor 15 Jahren nach Israel zog, ‚kenne‘ ich beide und bin voller Kritik für sie. Patriotismus ist für Skeptiker wie mich keine einfache Sache.“ In der Tat.

Dann gibt es den Fall der Anat Biletzky, einer Philosophie-Professorin an der Universität Tel Aviv. Sie erzählte einer Zeitung aus Brooklyn 2004 zur Geschichte ihrer Involvierung in antizionistischen Aktivismus, der B’Tselem lange voraus geht: „Die kommunistische Partei war nicht zionistisch; sie war jüdisch und arabisch. Das war ihr Hauptstandbein, das mir sehr wichtig war. Ich arbeitete während Wahlen für diese partien.“ Biletzky – die Vorstandsvorsitzende von B’Tselem und deren prominentestes öffentliches Gesicht in der Zeit war, zu der der palästinensische Selbstmordbomben-Krieg, die Abkoppelung vom Gazastreifen, der Libanonkrieg und der Beginn des Raketenkriegs der Hamas gehören – formte B’Tselem in die aggressive aktivistische Streitmacht, die es heute ist. Die Geschichte ihres Aktivismus, während sie die Vorsitzende von B’Tselem war, stellt erstaunliche Seriengegnerschaft gegen den jüdischen Staat zur Schau.

2002, nach zwei Jahren palästinensischer Selbstmord-Bombenanschläge, die hunderte Israelis tot zurückließen, drang die IDF in die Westbank ein, um – unter anderem – die Menschenrechte der israelischen Zivilisten, nicht verstümmelt und ermordet zu werden, zu schützen. Biletzky reagierte mit der Organisation einer Petition durch Akademiker, „um unsere Wertschätzung und Unterstützung für diejenigen unserer Studenten und Lehrenden zum Ausdruck zu bringen, die es ablehnen als Reservesoldaten in den besetzten Gebieten zu dienen“ und „Studenten zu helfen, die akademische, administrative oder wirtschaftliche Probleme als Ergebnis ihrer Weigerung zu dienen bekommen“.

Später im Jahr 2002, während die USA überlegten in den Irak einzumarschieren, unterschrieb Biletzky eine bizarre Petition, in der es hieß: „Wir sind zutiefst besorgt von Hinweisen, dass der ‚Nebel des Krieges‘ [im Irak] von der israelischen Regierung ausgenutzt werden wird weitere Verbrechen gegen das palästinensische Volk zu begehen, bis hin zu vollwertiger ethnischer Säuberung.“ Sie endete mit dem Aufruf an die „internationale Gemeinschaft“, „konkrete Maßnahmen“ zur Verhinderung israelischer „Verbrechen gegen die Menschheit“ zu unternehmen.

Biletzkys Aktivismus 2004 ihren Gipfelpunkt, als sie half etwas zu schreiben, das als das „Olga-Dokument“ bekannt ist – ein weit schweifendes Traktat, das nach dem Ort in Israel benannt ist, in dem es geschrieben wurde. Israel, heißt es in dem Brief, ist eine „Todesfalle“ und „das größte Ghetto in der gesamten Geschichte der Juden“; „militärische Operationen und Kriege ist [sic] die Leben unterstützende Droge der Juden Israels“; und dass Israel „entschlossen zu sein scheint das palästinensische Volk zu Staub zu pulverisieren“, indem es es „dem Albtraum der Apartheid, der Last der Erniedrigung und den von Israel unaufhörlich eingesetzten Dämonen der Zerstörung Tag und Nacht, seit 37 Jahren“ unterwirft. Aus „rassistischer Arroganz“, macht das Dokument geltend, stellen die Israelis des gesamten politischen Spektrums „die Palästinenser als Untermenschen“ dar.

Das Olga-Dokument fährt fort: „Wir sind in der Kritik des Zionismus vereint, der auf der Weigerung fußt die einheimischen Menschen dieses Landes anzuerkennen und ihnen ihre Rechte nimmt, auf Enteignung ihres Landes und auf Übernahme der Trennung als fundamentalem Prinzip der Lebensart.“ Neben der Übernahme der selbstverständlichen rassistischen Behauptung, dass nur die Araber im Land Israel „einheimisch“ sind, forderte Biletzky auch die Aufhebung aller Gesetze und das Ende aller Gepflogenheiten, die Israel zu einem jüdischen Staat machen. Das, sagte sie, würde zusammen mit der Schaffung einer arabischen Mehrheit in Israel durch das palästinensische „Rückkehrrecht“ am Ende die Juden vom moralischen Flecks entlasten, der Israel ist.

Biletzky hat auch zugegeben, dass sie seit Ende der 1960-er Jahre auf das Ende Israels als jüdischem Staat hin gearbeitet hat. Sie erklärte: „Israel ist [heute] wie die Nazis oder Deutschland 1934“ und dass das Leben für die Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen „etwas ist, das ich nicht zögere als Konzentrationslager zu bezeichnen“.

Biletzky ist nicht nur eine Terrorismus-Apologetin. Manchmal hat sie Terroristen moralische Unterstützung gegeben, wie im Fall von Azmi Bishara. Der war Knessetabgeordneter für die Balad-Partei, einer antizionistischen Splittergruppe. 2006 floh Bishara aus Israel, nachdem wegen Spionage und Hochverrat gegen ihn ermittelt wurde. Als das Berichtsverbot für den Fall im Mai 2007 aufgehoben wurde, wurde aufgedeckt, dass Bishara im Zweiten Libanonkrieg als bezahlter Informant der Hisbollah agierte; er half offensichtlich der Gruppe Ziele in Israel für Raketenangriffe auszusuchen. Es wurde ebenfalls entdeckt, dass er arabischen Wohlfahrtsorganisationen mehrere Millionen Schekel gestohlen hatte. Biletzky reagierte auf diese vernichtenden Offenbarungen mit der Veröffentlichung einer Solidaritätserklärung in der israelischen Zeitung Ha’aretz, die so aussah: „Azmi Bishara – wir sind Geschwister.“

Durch die gesamte Geschichte ihrer Verteidigung von Gewalt und Terrorismus gegen Israels Juden wie auch ihres Eintretens für die Abschaffung des jüdischen Staates ist Biletzky immer als Menschenrechtsaktivistin bezeichnet worden. Aus Gründen, über die nachzudenken verstörend sein könnte, haben die Journalisten, die begierig  über die die Beschuldigungen ihrer Organisation gegen Israel berichten, niemals Überlegungen zu ihrer Einseitigkeit angestellt, wenn sie die Wahrhaftigkeit der Vorwürfe von B’Tselem bewerteten. Am vielsagendsten ist vielleicht, dass die Mitglieder von B’Tselem – ihr Vorstand, ihre Beschäftigten oder ihre Armee an Unterstützern – zu keinem Zeitpunkt gegen die Extremisten in ihren eignen Reihen protestierten.

Sie Lage ist heute nicht besser. 2006 trat Biletzky als Vorstandsvorsitzende zurück und wurde durch zwei Personen ersetzt: Gilad Barnea, einen Anwalt, der politische Stellungnahmen meidet, und Oren Yiftachel, einen Professor für „politische Geographie“ an der Ben Gurion-Universität. Yiftachel ist einer von Israels unverblümtesten Antizionisten und nennt sein Land „ein ethnokratisches Regime“ und ein „Judaisierungsprojekt[, das] die weit verbreitete Enteignung palästinensischer Araber verursachte.

Seine Unterschrift tauchte mit der Biletzkys auf vielen der extremsten antiisraelischen Petitionen des letzten Jahrzehnts auf, so bei einem von ihnen unterzeichneten Brief aus dem Jahr 2001, der palästinensischen Terrorismus befürwortete und eine „Friedenstruppe“ forderte, die Israel davon abhält sich zu verteidigen: „Wir betrachten die palästinensische Gewalt als eine als Ganzes legitime Revolte gegen koloniale Besatzung“, hieß es in der Erklärung. „Wir fordern ein sofortiges internationales Eingreifen, um das Töten und Verwunden menschlicher Wesen zu beenden, die ihr elementares Recht auf die Behauptung politischer Freiheit ausüben.“

Yiftachel unterschrieb auch das Olga-Dokument von 2004 und einen Petition mit Datum vom 5. Januar 2009, mitten während der Operation Gegossenes Blei, die den UNO-Sicherheitsrat und die EU aufforderte eine „massive Intervention“ zu unternehmen, um „israelische Gräueltaten“ zu stoppen. Nach dem Krieg veröffentlichte er einen Artikel mit dem Titel „Der Staat der Kerkermeister“, in dem er argumentierte, der Raketenkrieg der Hamas gegen israelische Zivilisten sollte „als ein Gefängnisaufstand angesehen werden, der derzeit mit Terror durch den israelischen Staat unterdrückt wird“.

Solcher Ausdruck rasender Verachtung für Israel steht in scharfem Gegensatz zu B’Tselems eher erfolgreichem Versuch sich als eine Quelle der demokratischen Stärke Israels zu identifizieren. So sagte Jessica Montell einmal einem amerikanischen Publikum, ihre Gruppe sei „der beste Beweis für das Pulsieren der israelischen Demokratie“; und als B’Tselems Sprecherin schrieb sie in der Jerusalem Post: „Israel muss eine starke, pulsierende Demokratie bleiben.“ Dass viele in B’Tselem diese Demokratie als rassistisch, kriegstreiberisch und illegitim ansehen, ist eine Ironie, die den Verteidigern der Gruppe offensichtlich abgeht. Israel ist tatsächlich eine so offene Gesellschaft, dass seine führende „Menschenrechts“-Organisation während des vergangenen Jahrzehnts von zwei Personen geführt wurde, die den Terrorismus gegen den Staat offen unterstützen.

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B’Tselem ist nur ein Spieler von mehreren, wenn auch ein führender, in einer politischen Bewegung, die sich im Verlauf des letzten Jahrzehnts entwickelt hat und anstrebt die Legitimität des jüdischen Staates in Frage zu stellen. Ihr schließen sich Dutzende weiterer Gruppen in Israel und im Ausland an, die unter dem Vorwand der Förderung der Menschenrechte und einer Zivilgesellschaft agieren. Die Verbreitung dieser NGOs erscheint von außen eine unabhängige und organische Reaktion auf die Verschlimmerung der wirklichen Probleme Israels zu sein, ist in der Tat aber eine Gruppe enger Verbündeter. Sie haben gemeinsame Ziele, gemeinsame Geldgeber (in erster Linie europäische Regierungen und den New Israel Fund in den Vereinigten Staaten), koordinieren ihre Arbeit genau, verteidigen einander gegen Kritik und kollaborieren ihre Kampagnen, um bestimmte Vorwürfe zu befördern.

Die Taktiken des von ihnen geführten ideologischen Krieges sind unverkennbar. Die Gruppen beschuldigen Israel unerbittlich Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen und Brüche des internationalen Rechts zu begehen. Sie treten für die palästinensische Sache ein, ebenso für das palästinensische Narrativ des Opfertums und der israelischen Unterdrückung. Sie liefern die stark massierten „Fakten“ und Behauptungen, die den journalistischen, diplomatischen und politischen Aktivismus gegen Israel beseelen, so den Goldstone-Bericht. Sie vertreten „Lawfare“ gegen israelische Offizielle – das ist deren juristische Verfolgung wegen Kriegsverbrechen vor europäischen Gerichten. Und sie argumentieren entweder offen oder implizit, dass der Zionismus – die Existenz eines jüdischen Staates – undemokratisch, unterdrückerisch und rassistisch ist.

Dieser Delegitimierungskrieg ist so gefährlich, weil er genau auf das Herz der westlichen Unterstützung für Israel zielt – den Glauben in Europa und besonders in Amerika, dass Israel nicht nur ein legitimer Nationalstaat ist, sondern auch ein Beispiel für westlich-liberale Werte, das die Unterstützung durch die freie Welt und deren Schutz angesichts ständiger Angriffe verdient. Die Genialität der NGO-Bewegung liegt in ihrem Werben dafür, dass Israelis den Fall gegen Israel vertreten. Wer könnte Westler besser überzeugen, dass sie mit ihrer Bewunderung Israels falsch liegen, als Juden, die Sorge um Israels moralisches Ansehen heucheln?

Die Geschichte dieser israelischen Juden, die ihre Karriere damit gemacht haben, dass sie Israels Existenzrecht angreifen, Juden wie Biletzky und Yiftachel, illustriert den Zerfall der einst mächtigen israelischen Friedensbewegung. Ursprünglich strebte die Bewegung Legitimität und Bedeutung in der israelischen Politik an und erhielt diese auch eine Zeit lang – und weil sie Teil des politischen Prozesses war, wurde sie von der Notwendigkeit von Unterstützung durch die Wähler und populäre Legitimität in Grenzen gehalten. Doch der Zusammenbruch der Oslo-Vereinbarungen im Jahr 2000 und der folgende palästinensische Terrorkrieg brachten der Friedensbewegung eine existenzielle Krise: Mit wem genau sollten die Israelis Frieden machen? Die Abzüge aus dem Libanon im Jahr 2000 und dem Gazastreifen fünf Jahre später, ebenso, dass sich in den verlassenen Territorien vom Iran gestützte Terrorgruppen eingruben, desillusionierten die Israelis weiter und stellten die zentrale These der Friedensbewegung in Frage: Wenn Israel die richtigen Zugeständnisse macht, wird Frieden folgen. Und so ist im Verlauf der letzten 15 Jahre die Friedensbewegung aus einer Position mit Einfluss auf die israelische Politik auf die heutige der Irrelevanz abgefallen, ein Anachronismus, der nicht länger realistische Antworten auf Israels Probleme hat.

Was von der Friedensbewegung bleibt, ist ein weiß glühender Kern an Aktivisten, die es ablehnen ihr Scheitern zuzugeben und auch nicht würdevoll von der politischen Bühne abtreten konnten. Sie haben eine innovative Formel zum Wiederaufbau ihrer politischen Bedeutung entdeckt, die völlig außerhalb der demokratischen politischen Arena lag: die eigene Wiederherstellung als NGOs und die Verheimlichung ihrer politischen Agenda in der unpolitischen Sprache der Menschenrechte und des internationalen Rechts. In dieser Verkleidung besteht für die Friedensbewegung nicht länger irgendeine Notwendigkeit Wahlen zuu gewinnen oder eine ernste Plattform für Regierungstätigkeit anzubieten. Stattdessen positionieren sich die NGOs als offenen Oppositionskraft, die gegen den Mainstream der israelischen Gesellschaft arbeitet, die als primitiv, provinziell, rassistisch und befallen von „Sicherheitshysterie“ betrachtet wird. Diese „Menschenrechts“-Gemeinschaft hat sich damit nicht nur gegen jeden Konsens israelischer Sicherheitsmaßnahmen gestellt – Operation Schutzschild während der Intifada, den Sicherheitszaun zum Aufhalten von Selbstmordbombern, die gezielten Tötungen von Führern der Terrorgruppen, den Libanonkrieg und den Gazakrieg – sondern sie als Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen gebrandmarkt, für die Israel bestraft werden sollte.

Unter diesen Umständen, unter denen es keinen Sinn macht an der Wahlurne Erfolg zu haben, richtet sich linker israelische Aktivismus jetzt international aus, in der Hoffnung, dass ein Narrativ israelischer Kriminalität zu schüren, genügend Sanktionen und Verurteilung aus Europa, den Vereinten Nationen und Amerika einzufordern, um Israel zu zwingen den Forderungen dieser ansonsten machtlosen Radikalen stattzugeben.

Die von ihnen unterstützte Politik sollte nicht weniger als die Vernichtung des Zionismus ausmachen. Und sie haben offenbar keine Bedenken seine Vernichtung von Außen anzustreben, da sie zu ihrer Enttäuschung und Wut erfahren mussten, dass Israel eine zu starke Nation ist, als dass es erlauben würde sich von innen vernichten zu lassen.

* Tom Friedman ist ein prominenter Reporter der New York Times – aber ein Falschdarsteller vor dem Herrn!

Progressive Juden, Bewohner des Gazastreifens und der öffentlich-rechtliche Rundfunk

Das jüngste Terrorhelfer-Schiffchen ist aufgebracht, nach Aschdod gefahren und entladen worden. Die „Hilfslieferung“ bestand aus drei Rucksäcken mit Spielzeug – und hätten problemlos in den Kofferraum eines Autos gepasst.

Von einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender konnte man im Vorfeld erfahren, dass es sich bei den Terrorschiffern diesmal um „progressive Juden“ handelte. Angesichts der Ladung heißt „progressiv“ demnach – Verarsche. „Dringend benötigte Hilfsgüter“ – da waren ja selbst die bisherigen Terrorschiffer ehrlicher; oder näher dran als diese Truppe von Alibijuden.

Was könnte „progressiv“ sonst geheißen haben? Allgemein übersetzt man das mit „fortschrittlich“. Da sind sie wohl losgelaufen und haben etwas hinter sich gelassen – und zwar so ziemlich alles, wofür Judentum positiv stehen kann. Sie treten dafür ein, dass Terroristen freie Hand bekommen. Sie treten dafür ein, dass Juden von Arabern umgebracht werden sollen. Hervorragend!

Nun stammte das „progressiv“ ja nicht von den Alibijuden auf dem Terrorschiffchen. Ob sie sich selbst auch als progressiv definieren, kann man berechtigterweise vermuten, aber mehr nicht. Die Etikettierung stammt von deutscher Qualitätsjournaille. Dort ist fortschrittlich alles, was Israel schadet; was Terroristen hilft ihr „Handwerk“ auszuüben. Judenmord ist progressiv. Überraschen kann das nicht.

Überrascht war ich allerdings heute, als der WDR2 in seinen Nachrichten am Morgen in den Meldungen zum aufgebrachten „Hilfs“-Schiff ständig betonte, dass sie in den Gazastreifen unterwegs waren, „der hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Mich würde interessieren, was uns die Redaktion damit sagen wollte. Ein versteckter Hinweis auf Gilad Shalit? Wohl kaum. Was genau ist „hauptsächlich“? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen im Gazastreifen leben, damit der WDR das „hauptsächlich“ fallen lässt? Wie viele „Nicht-Palästinenser“ müssen noch raus, damit der WDR „von Palästinensern bewohnt“ meldet? Ist das eine neue „progressive“ Formulierung?

Ich habe dem WDR geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den Nachrichten von heute Morgen (29.09.2010) wurde mehrfach erwähnt, das Schiff sei auf dem Weg in den Gazastreifen gewesen, der „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt ist“.

Könnten Sie mir bitte erklären, wie das verstanden werden soll? Wann wäre der Gazastreifen nicht mehr „hauptsächlich von Palästinensern bewohnt“? Wie viele Nicht-Palästinenser müssten den Gazastreifen verlassen, damit Sie „hautpsächlich“ streichen? Oder wie viele Nicht-Palästinenser müssten noch zuziehen, damit „hauptsächlich“ nicht mehr zutrifft?

Mit freundlichem Gruß

Mal sehen, ob was zurückkommt.

Update: Der WDR lässt antworten.

Kollaborateure im Krieg gegen die Juden: Tony Judt

Vorbemerkung: Es ist schon eine Weile her, aber ich hatte begonnen eine Reihe „Juden für die Vernichtung Israels“ zu einzustellen. Der Titel von Stephen Plaut gefällt mir besser.

Steven Plaut, Zionist Conspiracy, 9. September 2009

Tony Judt ist ein jüdisch-britischer Professor für Geschichte, der jetzt an der New York University lehrt. Er wurde im selben Jahr geboren wie Israel. Er hat sich in den letzten Jahren der Legung des Fundaments des Todes Israels gewidmet. Obwohl er seine Argumente in ausgeklügelten, postmodernen Diskurs hüllt, hat er als intellektueller Kollaborateur mit den Islamisten agiert, die die Israelis und die Juden allgemein vom Angesicht der Landkarte wischen wollen. Weil er wegen der Auswirkungen seiner konstanten und zunehmend radikalen Angriffe gegen Israel angegangen wurde, hat Judt dazu geführt sich so sehr als Opfer zu sehen, dass Christopher Hitchens sagt, er leide unter „Verfolgungswahn“. Leon Wieseltier von The New Republic geht in der Beschreibung von Judts grandiosem Sinn für sich selbst und der intellektuellen Gewalt seiner Schriften einen Schritt weiter, indem er ihn „den Schahid [Märtyrer wie in: Selbstmord-Bomber] vom Washington Square“ nennt.

Tony Judts Eltern waren jüdische Flüchtlinge vor der antisemitischen Verfolgung in Osteuropa. Aufgewachsen in London, lebte er in den 1960-er Jahren kurz in einem Kibbutz in Israel. An einem Punkt seiner Karriere mochte er Israel, vielleicht weil Frankreich es mochte und wie die USA zwiespältig waren. Später, als die USA Israel mochten und Frankreich es verabscheute, nahm Judt seine eigenen Kehrtwende vor.

Anders als die meisten linken Bash-Israel-Akademiker, deren Leistungsabgabe aus vorhersagbar eintönigen Angriffen auf „das zionistische Gebilde“ besteht, hat Judt tatsächlich einige bemerkenswerte akademische Arbeiten abgeliefert. Er betrachtet sich als Experte für französische Geschichte und hat zu diesem Thema breit gefächert mit allgemeinem Beifall veröffentlicht, obwohl einige französische Denker seine Referenzen angezweifelt haben. Aber in den letzten Jahren hat er eine Verwandlung weg vom intellektuellen Historiker hin zu einer obsessiven Beschäftigung mit den Nahost-Konflikt durchgemacht. Als Groupie des verstorbenen Professors für englische Literatur und Terror an der Columbia University, Edward Said, schrieb Judt die Einleitung einer neuen Sammlung von Said-Aufsätzen. Der folgende längere Abschnitt fasst den Ton und die Sichtweise seiner Herangehensweise an Israel und dessen Streben nach Überleben zusammen:

„Heute präsentiert Israel ein gespenstisches Bild: ein Ort, an dem feixende 18-Jährige mit M-16-Gewehren hilflose alte Männer verhöhnen (‚Sicherheitsmaßnahmen‘); wo Bulldozer regelmäßig ganze Apartmentblocks platt machen (‚Terroristen aufstöbern‘); wo Hubschrauber Raketen in Wohnstraßen schießen (‚gezielte Tötungen‘); wo subventionierte Siedler in von Gras umrandeten Swimmingpools toben, sich nicht der arabischen Kinder bewusst, die ein paar Meter weiter in den schlimmste Slums des Planeten verfaulen und verrotten…“

Judt hat absolut keine wissenschaftliche Forschung zum Nahost-Konflikt betrieben. Seine Schriften bestehen in erster Linie in der Ausgabe von Fatwen gegen Israel, wegen angeblich durchgeführter „ethnischer Säuberungen“ der Palästinenser 1948. Er kann sich auch keine Probleme in der Welt vorstellen, die nicht durch die Aufgabe Israels durch die Vereinigten Staaten gelöst werden könnten. Nicht, dass er besonders starke Zuneigung für Amerika hätte, das er beschuldigt, es habe (bitte ringen Sie nach Luft) seine Liberalen und Linken unterdrückt.

Judt war einer derjenigen, die zur Unterstützung von Norman Finkelstein demonstrierten, als der verrückte pseudo-akademische Feind Israels und der Juden von der DePaul-Universität wegen des Fehlens jeglicher ernsthafter wissenschaftlicher Arbeit verabschiedet wurde. Wie andere Finkelstein-Apologeten bestand Judt darauf, dass Finkelstein ein Märtyrer sei, der von so gut wie unsichtbaren, aber trotzdem durch die allmächtige Juden-Israel-Lobby zum Opfer gemacht wurde. In einer superben Denkschrift über Judt und sein Problem mit Israel, argumentiert Benjamin Balint, dass Judts Hass auf Israel, so beladen mit postmodernem Posieren, oft an den traditionellen Antisemitismus erinnert und ihm ähnelt. Judts Bestehen darauf, dass der jüdische Staat ein „Anachronismus“ ist, robbt sich an eine säkulare Version christlicher Ersetzungstheologie heran. Wo einst Christen wollten, dass Juden das Judentum als veraltet anerkennen, will Judt von ihnen die Anerkennung, dass der jüdische Staat veraltet ist („eine Kuriosität unter den modernen Nationen“). Wo das Christentum den jüdischen Glauben als von der theologischen Geschichte widerlegt betrachtete, erachtet Judt den jüdischen Staat als von der politischen Geschichte aufgehoben. Wo einst Christen die Juden als halsstarrig den unerbittlichen Fortschritt der Religion hin zur messianischen Erfüllung beschuldigten, klagt Judt Israel an, es verweigere es, sich dem unaufhaltsamen Fortschritt der Geschichte hin zu aufgeklärtem Universalismus zu fügen.

Judt gibt vor, dass er Israel hasst, weil es auf Nationalismus gegründet wurde und weil Nationalismus sowohl gefährlich als auch anachronistisch ist. Doch jeder andere Staat auf dem Planeten ist ebenfalls auf Nationalismus gegründet, aber er glaubt, dass nur Israel die Vernichtung verdient. Es gibt ein Wort für zweierlei Maß, das darin resultiert die Juden auszusondern und dieses Wort ist „Antisemitismus“. Einer von Judts berüchtigten Wutanfällen gegen Israel erschien am 23. Oktober 2003 in der New York Review of Books. Dort bestand er im Grunde genommen darauf, dass Israel und zwar Israel allein für alle fortgesetzten Spannungen im Nahen Osten und für das Scheitern einer Friedenslösung verantwortlich ist. Der gesamte Artikel ist eine Aufforderung zur Zerstückelung Israels und seiner Ersetzung durch einen einzelnen Staat mit arabischer Mehrheit oder was andere Antisemiten heutzutage die „Ein-Staaten-Lösung“ nennen, obwohl es genauer sein könnte, das wegen dem, was bald auf seine Gründung folgend würde, „die Ruanda-Lösung“ zu nennen. Der Artikel, den David Frum „völkermörderischen Liberalismus“ nannte [„liberal“ heißt im US-Sprachgebrauch meist „links“], löste mehr als eintausend Briefe aus, von denen die meisten Judt angriffen. Ein Ergebnis dieses Textes war, dass The New Republic, in deren Vorstand er bis dahin saß, ihn rauswarf und aus dem Magazin ausschloss.

In demselben Artikel lehnte er Israel auch als Land der Faschisten ab. „Wenn man Israels stellvertretenden Premierminister Ehud Olmert hört, wie er stolz darauf besteht, dass sein Land nicht die Option nicht ausschließt, den gewählten Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde zu ermorden, dann ist klar, dass das Etikett besser als je zuvor passt. Politischer Mord ist das, was Faschisten tun.“ Judt entschuldigt dort auch Selbstmord-Massenmorde an Juden, denn „die Palästinenser haben keine anderen Waffen“. Er vergleicht Israels Sicherheitszaun, der dazu geschaffen ist die palästinensischen Selbstmord-Bomber von jüdischen Schulbussen und Einkaufszentren fern zu halten, mit der Berliner Mauer und stellt dann die Gründungslegitimation Israels in Frage: „Schon die Vorstellung eines jüdischen Staates – eines Staates, in dem Juden und die jüdische Religion exklusive Privilegien haben, von denen nicht jüdische Bürger auf ewig ausgeschlossen sind – stammt aus einer anderen Zeit und einem anderen Ort. Kurz gesagt: Israel ist ein Anachronismus.“ Seine antiisraelische Besessenheit verhindert, dass ihm auffällt, dass es 22 arabische Staaten gibt, in denen Araber und die muslimische Religion genau dieselben exklusiven Privilegien haben, die er so verwerflich findet, wenn Israelis sie genießen.

Dann wiederholt er die lahme Erfindung, wie die angeblich so mächtige Israel-Lobby Kritik an Israel verhindert. „Sie hat ebenfalls die innenpolitische Debatte der Amerikaner zersetzt. Statt in Sachen Nahost geradeaus zu denken, verleumden amerikanische Politiker und Experten unsere europäischen Verbündeten, wenn die anderer Meinung sind, sprechen schlagfertig und unverantwortlich vom Wiederaufleben des Antisemitismus, wenn Israel kritisiert wird und rüffeln tadelsüchtig jede öffentliche Person, die versucht aus dem Konsens auszubrechen.“ Das ist ein Thema, zu dem er in der New York Review of Books am 14. Juli 2005 zurückkehrte, als er schrieb: „Israel und seine Lobbyisten haben einen exzessiven und katastrophalen Einfluss auf die Politik der Supermacht der Welt.“

Am 3. Januar 2005 in The Nation bestand Judt darauf, dass Israels Böses die Ursache der Angriffe auf die schuldlosen Juden außerhalb Israels ist: „Es ist die Politik der israelischen Regierungen, besonders denen der letzten zwei Jahrzehnte, die weit verbreitete antijüdische Gefühle in Europa und andernorts provoziert haben… Sie können kaum überrascht sein, wenn ihr eigenes Verhalten einen Gegenschlag gegen Juden provoziert.“ Er besteht außerdem darauf, dass alle Probleme Europas mit muslimischen Einwanderern ihre Ursache in Israels Fehlverhalten zu finden sind. Sol Stern schrieb über den antiisraelischen Tunnelblick, der Judts Schriften charakterisiert diesen Kommentar: „Judts Freifahrtschein für den Islam ist die andere Seite der Münze seiner neuesten Besessenheit mit den Sünden Israels und des Zionismus, Gebieten, die das Persönliche für Judt so sehr politisch machen.“

Judt impliziert, dass seine extremen Ansichten ihm einige ungemütliche Momente in der Fakultät eingebracht haben und dass es selbst in der jetzigen Universität, wo es zum radikalen Chic gehört Israel zu verunglimpfen, Grenzen gibt. Aber weil das Persönliche politisch ist, verpflichtet er sich, der Logik seines obsessiven Verlangens der Vernichtung Israels bis zu ihrem logischen Extrem zu folgen: „Jeder Palästinenser muss klar begreifen, dass der unabhängige palästinensische Staat, mit Jerusalem als Hauptstadt, nicht das Ende des Prozesses ist, sondern nur eine Phase auf dem Weg zu einem demokratischen Staat“, wie es der Fatah-Ideologe und PA-Direktor für politische Indoktrination, Othman Abu Gharbiya, im November 1999 erklärte. „Dem wird eine dritte Phase folgen, nämlich die vollständige Verschmelzung Palästinasa mit der arabischen und islamischen kulturellen, nationalen, historischen und geographischen Umwelt. Das ist die Lösung mit dem permanenten Status.“ Um dieses Omelette zu produzieren, ist das Zerschlagen von Eiern nötig. Paul Berman schrieb im Forward: „Judt kommentiert am Ende, Terror gegen Zivilisten sei die Waffe der Wahl für die Schwachen. Vermutlich meint er damit, dass die palästinensischen Bomber [politisch] schwach sind und keine Alternative haben, um ihre nationalen Rechte einzufordern, obwohl er nicht erklärt, warum die ‚Schwachen‘ sich der Waffe ihrer Wahl genau in dem Moment zuwandten, als der ehemalige israelische Premierminister Ehud Barak ihnen anbot den palästinensischen Staat im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zu gründen.“

Zu denen, die Judt für seine nackte Einseitigkeit gegen Israel und die Juden angegriffen haben, gehörte die New Republic. Dort schrieb am 27. Oktober 2003 Leon Wieseltier und spottet über Judt und seinen bitteren Unmut über die Art, in der sein Jüdisch sein ihn zum Mitschuldigen an dem macht, was er als unmoralische Taten betrachtet: „Stellen Sie sich wiederum seine missliche Lage vor. Er sieht sich ‚implizit identifiziert‘ mit Israels Handeln in, sagen wir, Jenin. Aber er noch nicht einmal in der Nähe Jenins. Er tötete niemanden. In der Tat steht er in heftiger Opposition zu den Tötungen und zur Politik der Regierung Sharon in den Gebieten allgemein. Alles, was er dann tun muss, ist das zu sagen und dann seiner Wut über die Andeutung Ausdruck zu verleihen, dass er in irgendeiner Weise für das verantwortlich sei, was auch er beklagt. Die Ansicht, dass alle Juden für das verantwortlich sind, was irgendein Jude tut, dass jede Tat, die ein Jude begeht, eine jüdische Tat ist, ist keine zionistische Ansicht. Es ist eine antisemitische Ansicht.“

Aber Judt hat sich um seine Widersprüche keine Sorgen gemacht. Seit 2006 hat er einen großen Teil seiner Zeit damit zugebracht das antiisraelische Buch von John Mearsheimer und Stephen Walt mit dem Titel „Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird“ zu vermarkten und damit hausieren zu gehen. Die darin enthaltene Dämonisierung eines jüdischen Intriganten, der die US-Außenpolitik kontrolliert und die freie Meinungsäußerung abwürgt, hat einen Schwall an Kritik erbracht, der Judts Gefühl aktiviert, dass sein heldenhafter Widerstand gegen Israel ihn zu einem Opfer der zionistischen „Zensur“ und Unterdrückung gemacht hat. Die Grundlage dafür ist, dass das polnische Konsulat in New York 2006 plante ihn für eine Rede einzuladen; als es aber erfuhr, wie feindselig Judt den Juden und Israel gegenüber war, „teilweise als Ergebnis einiger von Akademikern und anderen unterzeichneter Petitionen“, wurde die Einladung gestrichen.

Was könnte aberwitziger sein als ein Professor mit Lehrstuhl an der New York University, der seine Position dort als Sonntagsredenpult zur Verbreitung seiner politischen Ansichten nutzt, der am besten durch sein „völkermörderisches Links sein“ bekannt ist, der herumheult, diese Juden unterdrückten die Demokratie und freie Meinungsäußerung in Amerika? Nur eis dazu: Dass Professoren ihre privilegierte Position zur Verbreitung von Ansichten nutzen, die solchen Gruppen Hilfe, Behaglichkeit und intellektuelle Legitimität geben, deren Lösung für den Nahost-Konflikt darin besteht, dass Israel und die Juden tot sind.

(Weitere Texte über Alibi-Juden gibt es bisher zu Ilan Pappé, Richard Falk und Uri Avnery)