Brunch Tipp

Imshin auf twitter, 21. November 2019

Imshin hat in der Nähe von Kfar Saba einen tollen Ort für Frühstück oder Mittagessen (oder Brunch) gefunden. Von außen ist es nur ein staubiges, unauffälliges Moschaw-Lagerhaus, aber innen… (https://t.co/icROHcGSTb?amp=1)

Almog’s Gallery in Neve Yamin. Es gibt eine Krimskrams-Gallerie, die an Omas Schlafzimmer erinnert (zumindest an meine), eine Boutique mit Kleidung für echte Frauen (nicht so ausgezehrte Strichmädchen) und ein wirlich köstliches Milchprodukte-Buffet. Nichts ist billig, aber alles ist bezaubernd.

Tanz unter Beschuss – Der Lebensrhythmus auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze

David E. Kaplan, Lay of the Land, 23. Oktober 2019

Eine geplante Tanzaufführung an der Grenze zum Gazastreifen erinnert mich an den Golfkrieg von 1991, als der Irak Scud-Raketen auf Israel regnen ließ und Maestro Zubin Mehta aus New York zurückeilte, um Konzerte zu dirigieren. „Ich hatte viele Verpflichtungen in New York, die mich davon hätten abhalten sollen zu kommen, aber ich konnte mir nicht vorstellen nicht hier zu sein“, sagte er damals, als er Dirigent der New Yorker Philharmoniker war. Er dirigierte ausverkaufte Konzerte, wobei er seine Gasmaske genauso eng bei sich hielt wie seinen Taktstock, „vorsichtshalber!“

„Können Sie sich vorstellen“, sagte er mir in einem Exklusiv-Interview anlässlich seines 80. Geburtstags 2016 in Tel Aviv, „dass Scuds aus dem Himmel fielen, möglicherweise mit Chemikalien, dies aber die Israels nicht davon abhielt klassische Musik zu hören?“

Das sandte eine machtvolle und rührende Botschaft nicht an Typen wie Saddam Hussein – Zeitverschwendung – sondern an die Menschen in Israel, die trotz der schrecklichen Lage ihren Mut und Liebe zur Kultur behaupteten.

In „Liebe ist so stark wie der Tod“ nutzt die Tanzgruppe auch Marschmusik, die ans Militär erinnert, um Nationalstolz, die Bedeutung des Dienstes in der Armee und wie sie menschliche Sehnsucht nach persönliche Distanz auszudrücken. (Foto: Gal Dor)

Vorspulen in die Gegenwart: Dieses Charakteristikum wird von Liat Drors Tanzgruppe aus Sderot erneut zum Ausdruck gebracht, die an der Gaza-Grenze eine Aufführung gibt, um „unserer Menschlichkeit“ angesichts des Lebens unter ständigem Beschuss darzubieten. „Es ist meine Verantwortung eine Vorstellung aufzuführen, selbst unter Raketenfeuer“, sagt eine stolze und kecke Liat, künstlerische Leiterin der Sderot Adama Dance Company.

Wie also sieht das Alltagsleben „unter Beschuss“ aus?

Die leitenden Sozialarbeitsbetreuerin an der Ben Guion-Universität im Negev (BGU) Yehudit Spanglet ist eine Spezialistin für Traumaverarbeitung, die das Connections and Links Trauma Center gründete, eine mobile Einheit, die sie regelmäßig nach Sderot bringt – eine Stadt unter Beschuss.

„Ohne Frage gibt es in Sderot und Südisrael hunderte Menschen, die in einem Zustand ständigen Traumas leben. Nicht nur infolge der dort fallenden Raketen, sondern auch wegen des Knallen des Verteidigungssystems Eiserne Kuppel, das glücklicherweise die meisten einfliegenden Raketen abfängt. Die Explosionen, die im Himmel ertönen, können in den Ohren eines Menschen lange nach dem Angriff nachhallen. Viele Traumaopfer leben in Angst, selbst während ausgedehnten Waffenstillstandsperioden. Jedes Mal, wenn die Sirenen heulen und die Menschen in Deckung rennen müssen, wird der Trauma-Schaden früherer Angriffe verstärkt.“

Leben auf Messers Schneide. Eine aus dem Gazastreifen geschossene Rakete trifft eine Fabrik im Gewerbegebiet der südisraelischen Stadt Sderot und löst ihren Brand aus. Das Feuer führte zu weiteren Explosionen innerhalb der Fabrik. (Foto: Edit Israel/Flashgo)

Sie führt einen Besuch in Sderot an, als die Stadt beschossen wurde und draußen auf einer Straße „stand eine Frau, paralysiert, starrte in den Himmel. Ihr Hals war vor Angst starr, wenn die Alarmsirenen erklangen. Bevor sie einen Bunker erreichen konnte, explodierten die Raketen der Eisernen Kuppel, wie über ihrem Kopf. Ihr Ehemann wollte sie nicht ins Krankenhaus in Aschkelon bringen, daher brachten wir sie langsam nach Hause, ihr Kopf starrte immer noch hoch in den Himmel. Als sie wieder Zuhause war, nachdem wir eine halbe Stunde mit ihr geredet hatten, lockerten sich ihre Halsmuskeln und ihr Körper entspannte sich schließlich.“

Von Sderot nach Paris. Liat Dror und Nir Ben Gal sind die Gründer und Leiter des ADAMA Dance Center aus Sderot und die kreativen Choreographen und Manager  der ADAMA Dance Company. Sie begannen zusammen im Kibbuz-Workshop Zeitgenössisches Tanzensemble zu tanzen. Ihr erstes eigenes Stück „Zweiraumwohnung“ gewann den ersten Platz bei des internationalen Choreographie-Wettbewerbs „Biennale“ in Paris. Sie beschreiben ihren Choreographiestil als einzigartige israelische Kombination aus Bewegung, Theater und zeitgenössischem Tanz.

Im Kreuzfeuer gefangen

Dieser Lage unerbittlicher Gefahr für nahe der Gaza-Grenze lebenden Israelis trotzend wird eine Tanztruppe der Adama Dance Company aus Sderot einen Auftritt bieten, um zu betonen, wie es ist im Kreuzfeuer gefangen zu sein – nicht nur wegen der Raketen aus der Luft, sondern aus „Pflicht, Menschlichkeit und der Bedeutung des Selbst“.

Liat und ihr Partner Nir Ben Gal sagen, ihre neue Aufführung mit dem Titel „Liebe ist so stark wie der Tod“ wird vermitteln, was es bedeutet unter Raketenfeuer zu tanzen und unter den donnernden Klängen der Luftschutzsirenen und dem hämmernden Klängen der Raketen Kunst zu schaffen.

„Leben nahe des Gazastreifens“, sagt Liat, „präsentiert uns schwierige Fragen zum Wert der Kunst, wenn sie nicht in einem Museum ausgestellt ist oder in einem klimatisierten Theater in Sicherheit gewürdigt wird.“

Scharfes Sderot. Die Adama Dance Company startet unter der Leitung von Liat Dror und Nir Ben Gal „All‘arrabbiata – ein stilles Herz in einer lärmenden Welt“. All’arrabbiata bedeutet auf Italienisch „wütende Salsa“. Liat sagt: „Heiß und scharfe Tomaten mit würziger Zwiebelsoße… Die Schärfe dominiert nicht den Gesamtgeschmack, sondern sorgt nur dafür, dass sie zu fühlen ist.“

Die neueste Arbeit der Tanzgruppe balanciert auf der Lage aus Nationalstolz und der Notwendigkeit persönlich sein Volk zu verteidigen – daher die Einbindung von Marschmusik in die Partitur – aber auch dem menschlichen Bedürfnis nach persönlicher Distanz.

„Dieses Treffen zwischen den beiden ist in meinem Alltagsleben im Studio sehr real“, offenbart Liat.  Es begann mit ihren Erfahrungen im Dienst in der IDF (Israelische Verteidigungskräfte) „und setzte sich mit der sehr schwierigen Erfahrung Eltern von Soldaten zu sein fort“.

Sie sagt, die Show geht die Fragen des echten Lebens an, „Liebe dem Krieg vorzuziehen, mit einer komplexen Realität umzugehen und andere zu akzeptieren – sei es ein Ehepartner, ein Nachbar oder jemand mit anderen politischen Meinungen“.

Sie behauptet, das Leben in Sderot hebe diese Fragen immer heraus und „hält mich in ständiger Wachsamkeit“.

Während Tanzlehrer irgendwo sonst in der Welt sich wegen Fragen sorgen könnten, dass Schüler persönliche Probleme haben oder krank sind, hat Dror Angst:

„Werden wir in der Lage sein zu proben? Werden wir diese Probe bis zu Ende machen können oder werden die Raketensirenen ertönen? Immerhin liegt es in meiner Verantwortung selbst unter Raketenbeschuss eine Show zusammenzustellen.“

Sie sagt, die Tanztruppe verwendet Aufnahmen von „Livemusik aus Auftritten der Vergangenheit“, darunter „Lachen des Publikums, das Knacken von Stühlen und die Klänge des Atmens von Anwesenden“. Für Liat „ist das eine Form der Korrespondenz, sowohl mit unserer Vergangenheit als auch mit seiner Bedeutung für das, was sich gerade jetzt in Israel, Sderot oder jedem Ort abspielt, wo die Lücken größer sind als die Chancen auf Frieden“.

Good Vibes. Zubin Mehta dirigiert 1977 ein Konzert der Eröffnungsfeier des „Guten Zauns“ an der israelisch-libanesischen Grenze. (Foto: David Rubinger)

Musik für unsere Ohren

Als Israel 1982 im Südlibanon im Krieg war, brachte Zubin Mehta Israels Philharmonie-Orchester  ein paar Kilometer über die Grenze in ein libanesisches Tabakfeld. „Wir bauten eine Bühne unter einem Zelt auf und spielten für eine Gruppe örtlicher Libanesen.“ Nach dem Konzert, sagte Mehta, „eilten die Konzertbesucher auf die Bühne, um die Musiker zu umarmen“.

Jahre später sagte der Maestro nachdenklich: „Ich würde es so sehr lieben diesen Anblick heute noch einmal zu sehen: Araber und Juden, die einander umarmen. Ich bin jemand, der positiv denkt. Ich weiß, dieser Tag wird kommen.“

Junge Araberinnen genießen ihre Arbeit in israelischen Einkaufszentren und schätzen ihre Unabhängigkeit

Elder of Ziyon, 17. Oktober 2019

Die israelisch-arabische Zeitung Panet hat einen Artikel dazu, dass viele arabische junge Frauen in Israel Jobs in Einkaufszentren bekommen und was sie darüber denken.

Die meisten interviewten Frauen in der neuen Mall in Hadera sind mit ihren Jobs sehr glücklich. Nur eine erwähnte etwas von Diskriminierung durch Kunden, die eine jüdische Verkäuferin oder Verkäufer haben wollten, der Rest genoss die Freiheit eine Arbeit zu haben, was ihnen hilft unabhängigere junge Frauen zu werden.

Rian Bayadseh (oben) aus Baqa Al-Gharbiya sagte: „Ich nahm an der Eröffnungsfeier der neuen Mall in Hadera teil. Ich legte meinen Lebenslauf bei mehreren Arbeitgebern vor und wurde bei meinem jetzigen Arbeitsplatz eingeladen. Ich möchte mich der Welt öffnen, mich auf mich selbst verlassen und finanziell unabhängig werden. Ja, es gibt Schwierigkeiten und Herausforderungen in meiner Arbeit wie schwierige Arbeitszeiten, Belastungen und mit diesen Situationen umzugehen, die mich für zukünftig Erfahrungen qualifizieren. Es ist für arabische Frauen sehr wichtig finanziell unabhängig zu werden, das stärkt ihr Selbstvertrauen und gibt ihren Einfluss auf die Gesellschaft.

Sarah Masarweh aus Kafr Qara sagte Panet: „Die Motive dafür zu arbeiten sind eher gesellschaftlicher, aber auch materieller Natur. Der Bedarf sich der Welt und Wissen auszusetzen, besonders der jüdischen Gesellschaft, die Stärkung meiner Persönlichkeit und die Stärkung meines Hebräisch. Ich sehe mich als Araberin an meinem Arbeitsplatz Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüber. Das an sich ist sehr schwierig, so wie es schwierig ist Hebräisch zu sprechen. Ich habe auch eine schwierige Zeit mit Kunden gehabt, die eine jüdische Verkäuferin Arabern vorziehen“, sagte Masarweh. Aber das ist nicht so schlimm. Ich glaube an die persönliche Freiheit der Kunden sich ihren Verkäufer auszusuchen.“

Mamdou Weedd, ein junger Araber, sagte: „Ich kam über die sozialen Netzwerke an meine Arbeit, wo cih als Verkäufer anfing und jetzt bin ich Manager bei Rosy. Das ist eine gute Erfahrung, in der ich für mein Leben gelernt habe, neue und schwierige Dinge lernte und mein Hebräisch stärkte.“

Einer der Interviewten, ein Mann namens Momen Medlej, gab zu, dass Arbeit den junge Frauen hilft selbstständiger zu werden, was er nicht mag. „Meiner Meinung nach ist das keine Errungenscahft oder positive Entwicklung, weil das Mädel oder die Frau selbstständig geworden ist und Männern nicht die Gelegenheit gibt ihren Pflichten (als Mann) nachzukommen.“

Eine Geschichte aus Israel

David Lange, Israellycool, 15. August 2019

Nach einer Trauerwoche wollte ich dies eines der ersten Dinge sein lassen, die ich hier nach meiner Auszeit einstelle.

Die einzige Geschichte aus Israel, die Sie meiner Meinung nach hören müssen:

„Bist du Christ oder Jude?“, fragte mein Uber-Fahrer Abed aus heiterem Himmel. Ich sagte ihm, dass ich amerikanischer Christ bin – aber auf dem Weg einen jüdischen Freund in Jerusalem zu besuchen. „Ich habe mein ganzes Leben in Jerusalem verbracht“, sagte er mir. „Ich bin Muslim. Ich habe eine Ehefrau und drei Kinder. Jerusalem ist mein Leben.“

Ich fragte ihn, wie es ist eine Familie in einer so bedeutenden Stadt aufzuziehen.

„Ich würde meine Kinder nirgendwo sonst aufziehen“, sagte er. „Haben Sie die Westbank gesehen? Niemand arbeitet. Gaza? Nein. Andere muslimische Länder – wären für meine Kinder nicht gut. Nein. Israel ist das Beste, was man haben kann. Dies ist der beste Ort der Welt.“

Ich sagte ihm, viele Westler wären überrascht zu hören, dass ein praktizierender Muslim so von Israel spricht.

„Die Medien lügen zu Israel“, sagte er ohne zu zögern. „Dies ist ein wunderschöner Ort. Ich habe ein Zuhause. Meine Familie ist sicher. Meine Religion ist frei. Demokratie. Meine Kinder haben ein gutes Leben – und meine Kinder sind alles, wofür ich lebe.“

In diesem Moment schmolzen tausend Jahre religiöser Spannungen weg – und es war einfach ein glücklicher Ehemann und Vater, der mein Uber entlang der abgenutzten Jerusalemer Altstadtmauern fuhr.

„Christen, Muslime, Juden – wir alle können Israel lieben“, sagte er. Ich stieg aus dem Auto und dankte ihm für die beste Uber-Fahrt meines Lebens. „Gott segne Sie“, sagte Abed.

Glauben Sie den kaputten Medien nicht.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen auf dieser Erde sind einfach anständige Männer und Frauen, die ihre Familien lieben und sicher sein wollen.

Das ist die einzige Geschichte aus Israel, die Sie meiner Meinung nach hören müssen – eine sehr israelische Geschichte aus dem Verheißenen Land.

Ich ermutige Sie alle Israel zu besuchen und selbst die Wahrheit anzusehen.

Quelle: Benny Arthur Johnson

Von zwei Fotos

Es war Wahltag in Israel und das bedeutete, wir hatten einen Tag frei. Keine Schule, keine Arbeit, also sammelten mein Mann und dich, nachdem wir gewählt hatten, die Kinder ein, stiegen in einen Zug und fuhren nach Tel Aviv, um das Eretz Israel-Museum zu besuchen.

Gina Jacobson, Lay of the Land, 6 August 2019

Wir gingen umher, betrachteten die verschiedenen Ausstellungen und dann stießen wir auf David Rubinger-Ausstellung „Ich fing die Wahrheit ein; 1947-1997“. Weil er Fotografie-Nerd ist, war mein Mann fasziniert und verbrachte etwas mehr Zeit in der Ausstellung als die Kinder und ich. Also machten wir uns auf nach draußen und setzten uns auf eine Bank, um auf ihn zu warten.

David Rubinger (1924-2017)

Der Fotograf David Rubinger, der 1997 den Israelpreis für „Communication“ erhielt und letztes Jahr verstarb, war einer aus einer kleinen, ausgewählten Gruppe an Fotografen, deren Arbeit in die lokale wie die internationale Erinnerung drängt. Seine Karriere begann am Ende der Periode des  angeworbenen „zionistischen Fotografie“, die die örtliche Fotografen-Szene bis zur Gründung des Staates Israel 1948 beherrschte. Sein Kultbild der drei Soldaten an der Westmauer ist ein ins kollektive Bewusstsein der Juden rund um die Welt eingebranntes Bild. Es ist ein Symbol der Hoffnung und der gemeinsamen Verbindungen. Seine Fotos haben einige der wichtigsten und ergreifendsten Momente in der israelischen Geschichten festgehalten.

Rubinger machte seine Fotos mit analogen Spiegelreflex-Kameras; mit anderen Worten: Er sah das Bild nie in dem Augenblick, als es aufgenommen wurde und seine Ausstellung ist eine Reise in seine Erinnerungen.

Als der Ehemann fertig war, verließ er die Ausstellung; und als er uns zusammensitzen sah, hielt er an um ein Foto von uns zu machen.

David Rubingers Kultfoto der Fallschirmjäger an der Westmauer während der Befreiung Jerusalems im Sechstage-Krieg, Juni 1967.

Als er das Foto machte, kam die Ordnerin der Ausstellung angerannt: „Nein, nein, nein, Sie können dort kein Foto machen!“, rief sie (auf Hebräisch). Mein Mann, der schon Erfahrung damit hatte angeschrien zu werden, weil er fotografierte, wo es nicht erlaubt war, begann nach einem Schild zu suchen, das fotografieren verbietet. „Nein“, saget sie wieder“, Sie können dort kein Foto machen, die Mauer da, diese Mauer ist alt und hässlich!“

Dann deutete sie auf die andere Seite des Vorplatzes. „Da müssen Sie das Foto machen!“ Sie zeigte auf eine schattige Stelle mit einem farbenfrohen Blumenbeet.

„Hier. Hier ist eine schöne Mauer mit Jerusalem-Stein und Sehen Sie dies wunderschönen Blumen. Dort müssen Sie ein Foto machen!“

Und so ließen wir uns leicht amüsiert von ihr dirigieren, setzten uns vor die schöne Mauer und die schönen Blumen.

„Nein“, rief sie wieder. „Abba (Papa) muss auch auf das Foto!“, nahm meinem Mann die Kamera aus der Hand und dirigierte ihn, wie er sich zu uns setzen sollte.

Sie legte sogar ihre Uniformjacke auf die Steine, damit die Kinder sich darauf setzen konnten, während sie uns herumkommandierte, damit die schönen Blumen zu sehen waren.

Nach ein paar Fehlversuchen mit der Kamera und meinem 11-jährigen, der aufstand, um ihr zu zeigen, wo sie drücken musste, schoss sie ein schönes Familienfoto von uns und der schönen Mauer aus Jerusalemstein und den schönen Blumen.

Wir dankten ihr und sie erzählte uns, dass sie dies Blumen selbst gepflanzt hatte worauf sie sehr stolz war. Wir sprachen auch darüber, woher sie kam. „Oh, Sie sind gar keine Touristen, warum haben Sie Aliyah gemacht? Wie lange sind Sie schon hier? Wir kommen Sie klar?“

Sie erzählte uns, das sie ebenfalls immigrierte, aus Usbekistan und dass sie vor vielen Jahren nach Israel kam. Dann nahm sie unsere Karte und zeigte uns die besten Ausstellungen für die Kinder und wünschte uns alles Gute, bevor sie zurück in die Fotografie-Ausstellung ging.

Es mag kein Kultfoto gewesen sein, dass israelische Geschichte einfing, aber es war ein Bild, das Israels Gegenwart aufzeichnete. Dies ist ein Land, dessen vielfältige Bevölkerung diejenigen spiegelt, die seit der Geburt des Staates hier gewesen sind und die sich aus einer Vielzahl von Gründen entschieden haben nach Hause zu kommen. Die einfachen Freuden einer Familie einzufangen, die nach einer demokratischen Wahl einen Ausflug macht, spricht vom Optimismus, der Israel auf den Punkt bringt. Es schafft zudem eine bleibende Erinnerung all dessen, was das Land erduldet hat und seine nicht vorhersagbare, aber hoffentlich großartige Zukunft.

Wir hatten einen wundervollen Tag, gingen wählen, erkundeten die Geschichte unseres Landes und hatten allgemeine Entspannung, aber der beste Teil des Tages war für mich ein Foto mit meiner Familie vor ein paar wunderschönen Blumen!

18 neue Diversitäts-Fotos aus Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 24. Juli 2019

Eine eintätige Hitzewelle reichte in Jerusalem in Israel.

Im Sommer ist abendliche Abkühlung durch Brisen bei Sonnenuntergang die Regel.

Ich liebe es, wenn Besucher aus Tel Aviv und dem Ausland ausrufen: „Oh, hier ist es so viel kühler!“

Einer meiner Lieblingsanblicke sind Gruppen junger Menschen auf ihren Reisen nach Israel.

Ich hoffe, sie spazieren durch die Mamilla-Fußgängerzone und sehen die Unterschiedlichkeit der Menschen

und die Kunstwerke, die dort regelmäßig ausgetauscht werden, um neue Werke zu zeigen.

Am Ende der Mamailla-Fußgängerzone, nahe dem Jaffa-Tor, gab es eine Sportveranstaltung.

Diesmal konnte ich das Hebräische lesen, über das ich in der Vergangenheit stolperte – סקווש – die jährlichen israelischen Squash-Meisterschaften fanden in der Nähe des Jaffa-Tors statt.

Ich war auf dem Weg zum Davidturm-Museum; dort gab es eine Sonderveranstaltung namens OVERALL.
Diese erstmalige Mode-Veranstaltung war weit mehr als eine Modenschau.

Einer der vielen Teilnehmer erklärte, wie israelische Hightech das Färben von Garn verändert und durch einen digitalen Prozess viel Wasser und Zeit spart.

Der Davidturm ist immer eines meiner Lieblingsmotive.

Für OVERALL gab es im gesamten Komplex 20 Stellen mit Sonderausstellungen.

Diese Schuhe wurden mit einem 3D-Druckprozess gefertigt und direkt neben 4.000 Jahre alten Steinen ausgestellt.

Jerusalem, wo das Antike und die Zukunft auf neue Weisen zusammenkommen.

Kopftücher waren ein Teil der Veranstaltung. Diese beiden einen neuen Look bewundernden jungen Frauen  standen direkt neben einem Speiseeis-Stand. Das Schild am Baum sagte: Nur ab 18 Jahren. Nach dem zweiten Löffel alkoholhaltigen Eises, das richtig gut war, musste ich mich erstmal setzen.

Gutes Timing: Jerusalems Bürgermeister Mosche Lion war einer der Redner des Eröffnungsprogramms.

Als die Sonne unterging, kamen mehr Menschen und Kostüme tauchten auf.

Draußen gingen die Lichter an, als es dunkel wurde und drinnen begannen Programmveranstaltungen.

In einer Ausstellungshalle zeigten arabische Frauen zeigten und teilten ihre Fertigkeiten im Sticken.

Und oben im Innovations-Labor diskutierten jüdische Frauen auf einem Podium ihre Erfolge auf Instagram und in den sozialen Medien.

Menschen stiegen auf die Höhen der uralten Festung , um beim Schuhe machen, Weben,  Modell stehen und vielem anderen zuzusehen.

Vom 15. Bis 19. Juli gab es im Herod’s Pub im Burggraben des Davidturms Essen, Getränke und Musik.
Vom 12. bis 24. August wird in der Nähe die jährliche Internationale Handwerksmesse stattfinden.

Während der Vollmond oben hell schien, wurde das Schild für das Jerusalemer Film-Festival an der Cinematheque gezeigt.

Aber nur in dieser Woche wehten die internationalen Flaggen für dieses jährliche Sommerfilmfest.

Das Hansen-Haus hatte vom 16. -19. Juli ein Popup-Festival.

Als ich nach Hause kam, waren am Jerusalem Theater weniger Autos geparkt.

Es gib weniger Musikveranstaltungen als in den drei Wochen Trauerzeit vor Beginn des Fastentags Tischa B’Av.

Aber keine Sorge, wir sind in Jerusalem, da muss es ein Fest geben.

Dieses Schild kündigte die „Tage der Propheten“ im Beit Avi Chai vom 24. – 26. Juli an.

Israel gehört zu den Top Ten der innovativsten Länder.

Es gibt immer etwas Neues und Farbenfrohes auf den Straßen Jerusalems.

Nitai Sterns Spielplatz

Yaakov Lozowick, 7. Mai 2019

Als ich Schüler war, waren gefallene Soldaten eine besondere Art von Erwachsenen. Gewöhnliche Erwachsene gingen zur Arbeit und hatten Meetings, was immer das war; oder sie fuhren Busse, arbeiteten in Läden oder lehrten in Schulen. Gefallene Soldaten waren etwas anderes. Sie hatten in einer anderen Art von Welt gelebt, kleideten sich anders, verhielten sich anders und machten aufregende, abenteuerliche und ziemlich mysteriöse Sachen wie in den Filmen. Sie waren nicht mehr am Leben, aber anders als uralte Großeltern, die sehr alt waren, waren Soldaten heldenhaft gewesen, größer als das Leben, aber überhaupt nicht alt. Die Erwachsenen redeten über sie immer mit traurigem Ton. Sie redeten sogar so über die Familien der gefallenen Soldaten, wie: „Herrn Rotschilds Sohn wurde im Krieg getötet, darum weint er jedes Jar, wenn er bei der Ne’ila, am Ende von Yom Kippura die Leitung hat.“

Als ich mich dem Schulabschluss näherte, waren gefallene Soldaten Leute, die wir persönlich gekannt hatten. Jacob und Sariel, an Yom Kippur auf dem Golan getötet; oder Mosche, auf dem Sinai getötet. Yisrael hinterließ sogar einen jüngeren Bruder, der in der Schule zwei Jahre über mir war. Das ist das Ausmaß, in de sie kaum älter waren als wir. Doch auch sie hatten diese Aura des Soldaten, des Kriegers und des Helden.

1982 waren es unsere Freunde, die starben. Schlomo hatte bei unserer Hochzeit getanzt, drei Wochen, bevor er getötet wurde. Und Avi ging mit mir zur Schule. Ram war der Bruder von jemandem, der manchmal mit uns herumhing. Die Welt der Armee war nicht länger mysteriös und offen gesagt war sie weder aufregend oder noch abenteuerlich. Wir wissen aus Jahren eigener Erfahrung, dass sie zumeist schmierig und schweißig, mit Zwischenspielen intensiver Strapazen unter langen Langeweile-Perioden. Gab es Heroismus? Ja. Manchmal. Aber viel mehr Banalität und gelegentliche Dummheit.

Während das Leben länger wird, verändert sich die Perspektive auf die gefallenen Soldaten immer weiter. Noam zum Beispiel war einer meiner Schüler. Nicht außergewöhnlich in der Schule, war er offenbar ziemlich außergewöhnlich als Nachrichtenoffizier. Aviad, 2001 getötet, war der Sohn eines Freundes. Etwa zur gleichen Zeit fand ich mich oft bei Busfahrten mit Reuven, wenn wir nach Hause fuhren. Unsere jüngsten Söhne, Achikam und Nital, gingen zusammen zur Schule und übernachteten jeweils beim anderen; sie unterhielten sich noch Stunden nach der Schlafengehenszeit. Mein ältester Sohn, Meir, ging auf seinen Militärdienst zu und Reuven hatte bereits einen Sohn im Militär. Wir hatten lange Gespräche über die Armee unserer Tage und die Armee dieser Zeit, die Eltern, die wir gedankenlos Zuhause ließen und darüber, dass wir Armeeeltern wurden. Ich vertraute Reuven an, dass der Gedanke, dass mein Sohn eingezogen wur de, weit angsteinjagender war als der Gedanke an meine eigene Mobilisierung es je gewesen war. Die Jüngeren denken nicht, sind ignorant.

Meir erlebte die Gefechte der Zweiten Intifada. 2009 ging Achikam jedoch mit seiner Panzereinhiet in den Gazastreifen. Sie wurden ein paar angespannte Tage am Zaun zusammengezogen. Dann rief er eines Tages an, um Bescheid zu geben, dass sie ihre Telefone abstellten. Es war meien Aufgabe so weiterzumachen, als wäre das Leben irgendwie so wie immer. Ein paar Tage später – es war der uralte Trauertag des 10. Tevet – rief jemand an, um mitzuteilen, dass Nitai getötet worden war. Später an diesem Nachmittag hörte ich Reuvens von Schmerz geplagten Worte am Grab seines Sohnes und an diesem Abend postete ich sie auf meinem Blog:

Gegen Ende der Feier stand Nitais Vater Reuven auf, um zu sprechen. Was sagt ein Vater am Grab seines Sohnes? Was kann er sagen?

Er las Psalmen. Die über Krieger und die über Trauer. Seine Stimme war stark verzweifelt und klar. Dann sagte er: „Ich werde jetzt singen und ihr könnt mit mir singen.“
תהה השעה הזאת
שעת רחמים
ועת רצון
מלפניך

Das Schlussgebet des Yom Kippur-Gottesdienstes:
Möge diese Stunde
Eine Stunde der Gnade sein
und en Augenblick des guten Willens
von Deiner Seite.

Das war vor mehr als zehn Jahren. Vor zwei Tagen hüteten wir Achikams Sohn und gingen auf einen Spielplatz in der Nähe seines Hauses. Es dort eine Vorrichtung, die wie ein Piratenschiff aussehen soll, mit Seilen und Leitern und Rutschen. Er mag die größere Rutsche. An einem Punkt warf ich einen Blick auf eine große Steinplatte am Rand des Spielplatzes:

In Erinnerung an Nital Stern
einem Jugendlichen mit strahlenden Lächeln und ansteckendem Lachen
ein Friedensstifter, der den Frieden liebte
fleißig, wissbegierig, kenntnisreich
Krieger und Kommandeur
wahrer Freund, teurer Bruder und geliebter Sohn
Fiel in der Schlacht im Gazastreifen während der Operation Gegossenes Blei
und er war 21

Mein Enkel gluckste fröhlich, als er die Rutsche auf dem Spielplatz hinunterrutschte, der nach einem Freund seines Vaters benannt wurde, den er höchstens als mythenhafte Person kennen wird.