Güte in der Tragödie

HonestReporting, 5. April 2020

In liebevollem Gedenken an Tamar Levi-Peretz

In diesen dunkelsten aller Zeiten wärmt es das Herz zu sehen, wie Menschen zusammenkommen, um die Bedürftigen zu unterstützen. Als eine israelische Frau am Coronavirus starb, war die Tragödie schlimmer als die meisten  sonst – die Zwilling hatten bereits ihren Vater verloren und waren jezt im Alter von 4 Jahren Waisen geworden.

Ohne Eltern, die auf sie Acht geben sahen die Mädchen einer schwierigen Zukunft entgegen. Aber innerhalb weniger Stunden nach dem Tod der Mutter meldeten sich buchstäblich tausende Israelis um einen Beitrag zu leisten, der sicherstellt, dass die Kinder einen robusten Start ins Leben haben.

Eine Erinnerung daran, dass selbst in den dunkelsten Zeiten der Geist der Menschlichkeit obsiegen kann und wird.

Video: Coronavirus kann kreative israelische Hochzeiten nicht stoppen

United With Israel, 16. März 2020

Die Israelis erfinden erstaunliche Möglichkeiten zu heiraten und dabei das Verbot öffentlicher Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen in geschlossenen Räumen einzuhalten.

Würden Sie in der Obst/Gemüseabteilung eines Ganzs im Supermarkt heiraten?

Würden Sie den Knoten binden, während Ihre Gäste über die Balkone einer Religionsschule verteilt sind?

Es gibt einige kreative Möglichkeiten, auf die Israelis es geschafft haben ihre Hochzeiten in Zeiten der Coronavirus-Verbote öffentlicher Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen zu feiern.

Die Freude bei diesen Hochzeiten ist offensichtlich. Schauen Sie sich das an!

Das Gaza, das uns nicht gezeigt wird…

Imshin, twitter, 6. März 2020

Mervat und Marita gehen im Supermarkt Metro Market in Gaza Stadt einkaufen.

Brunch Tipp

Imshin auf twitter, 21. November 2019

Imshin hat in der Nähe von Kfar Saba einen tollen Ort für Frühstück oder Mittagessen (oder Brunch) gefunden. Von außen ist es nur ein staubiges, unauffälliges Moschaw-Lagerhaus, aber innen… (https://t.co/icROHcGSTb?amp=1)

Almog’s Gallery in Neve Yamin. Es gibt eine Krimskrams-Gallerie, die an Omas Schlafzimmer erinnert (zumindest an meine), eine Boutique mit Kleidung für echte Frauen (nicht so ausgezehrte Strichmädchen) und ein wirlich köstliches Milchprodukte-Buffet. Nichts ist billig, aber alles ist bezaubernd.

Tanz unter Beschuss – Der Lebensrhythmus auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze

David E. Kaplan, Lay of the Land, 23. Oktober 2019

Eine geplante Tanzaufführung an der Grenze zum Gazastreifen erinnert mich an den Golfkrieg von 1991, als der Irak Scud-Raketen auf Israel regnen ließ und Maestro Zubin Mehta aus New York zurückeilte, um Konzerte zu dirigieren. „Ich hatte viele Verpflichtungen in New York, die mich davon hätten abhalten sollen zu kommen, aber ich konnte mir nicht vorstellen nicht hier zu sein“, sagte er damals, als er Dirigent der New Yorker Philharmoniker war. Er dirigierte ausverkaufte Konzerte, wobei er seine Gasmaske genauso eng bei sich hielt wie seinen Taktstock, „vorsichtshalber!“

„Können Sie sich vorstellen“, sagte er mir in einem Exklusiv-Interview anlässlich seines 80. Geburtstags 2016 in Tel Aviv, „dass Scuds aus dem Himmel fielen, möglicherweise mit Chemikalien, dies aber die Israels nicht davon abhielt klassische Musik zu hören?“

Das sandte eine machtvolle und rührende Botschaft nicht an Typen wie Saddam Hussein – Zeitverschwendung – sondern an die Menschen in Israel, die trotz der schrecklichen Lage ihren Mut und Liebe zur Kultur behaupteten.

In „Liebe ist so stark wie der Tod“ nutzt die Tanzgruppe auch Marschmusik, die ans Militär erinnert, um Nationalstolz, die Bedeutung des Dienstes in der Armee und wie sie menschliche Sehnsucht nach persönliche Distanz auszudrücken. (Foto: Gal Dor)

Vorspulen in die Gegenwart: Dieses Charakteristikum wird von Liat Drors Tanzgruppe aus Sderot erneut zum Ausdruck gebracht, die an der Gaza-Grenze eine Aufführung gibt, um „unserer Menschlichkeit“ angesichts des Lebens unter ständigem Beschuss darzubieten. „Es ist meine Verantwortung eine Vorstellung aufzuführen, selbst unter Raketenfeuer“, sagt eine stolze und kecke Liat, künstlerische Leiterin der Sderot Adama Dance Company.

Wie also sieht das Alltagsleben „unter Beschuss“ aus?

Die leitenden Sozialarbeitsbetreuerin an der Ben Guion-Universität im Negev (BGU) Yehudit Spanglet ist eine Spezialistin für Traumaverarbeitung, die das Connections and Links Trauma Center gründete, eine mobile Einheit, die sie regelmäßig nach Sderot bringt – eine Stadt unter Beschuss.

„Ohne Frage gibt es in Sderot und Südisrael hunderte Menschen, die in einem Zustand ständigen Traumas leben. Nicht nur infolge der dort fallenden Raketen, sondern auch wegen des Knallen des Verteidigungssystems Eiserne Kuppel, das glücklicherweise die meisten einfliegenden Raketen abfängt. Die Explosionen, die im Himmel ertönen, können in den Ohren eines Menschen lange nach dem Angriff nachhallen. Viele Traumaopfer leben in Angst, selbst während ausgedehnten Waffenstillstandsperioden. Jedes Mal, wenn die Sirenen heulen und die Menschen in Deckung rennen müssen, wird der Trauma-Schaden früherer Angriffe verstärkt.“

Leben auf Messers Schneide. Eine aus dem Gazastreifen geschossene Rakete trifft eine Fabrik im Gewerbegebiet der südisraelischen Stadt Sderot und löst ihren Brand aus. Das Feuer führte zu weiteren Explosionen innerhalb der Fabrik. (Foto: Edit Israel/Flashgo)

Sie führt einen Besuch in Sderot an, als die Stadt beschossen wurde und draußen auf einer Straße „stand eine Frau, paralysiert, starrte in den Himmel. Ihr Hals war vor Angst starr, wenn die Alarmsirenen erklangen. Bevor sie einen Bunker erreichen konnte, explodierten die Raketen der Eisernen Kuppel, wie über ihrem Kopf. Ihr Ehemann wollte sie nicht ins Krankenhaus in Aschkelon bringen, daher brachten wir sie langsam nach Hause, ihr Kopf starrte immer noch hoch in den Himmel. Als sie wieder Zuhause war, nachdem wir eine halbe Stunde mit ihr geredet hatten, lockerten sich ihre Halsmuskeln und ihr Körper entspannte sich schließlich.“

Von Sderot nach Paris. Liat Dror und Nir Ben Gal sind die Gründer und Leiter des ADAMA Dance Center aus Sderot und die kreativen Choreographen und Manager  der ADAMA Dance Company. Sie begannen zusammen im Kibbuz-Workshop Zeitgenössisches Tanzensemble zu tanzen. Ihr erstes eigenes Stück „Zweiraumwohnung“ gewann den ersten Platz bei des internationalen Choreographie-Wettbewerbs „Biennale“ in Paris. Sie beschreiben ihren Choreographiestil als einzigartige israelische Kombination aus Bewegung, Theater und zeitgenössischem Tanz.

Im Kreuzfeuer gefangen

Dieser Lage unerbittlicher Gefahr für nahe der Gaza-Grenze lebenden Israelis trotzend wird eine Tanztruppe der Adama Dance Company aus Sderot einen Auftritt bieten, um zu betonen, wie es ist im Kreuzfeuer gefangen zu sein – nicht nur wegen der Raketen aus der Luft, sondern aus „Pflicht, Menschlichkeit und der Bedeutung des Selbst“.

Liat und ihr Partner Nir Ben Gal sagen, ihre neue Aufführung mit dem Titel „Liebe ist so stark wie der Tod“ wird vermitteln, was es bedeutet unter Raketenfeuer zu tanzen und unter den donnernden Klängen der Luftschutzsirenen und dem hämmernden Klängen der Raketen Kunst zu schaffen.

„Leben nahe des Gazastreifens“, sagt Liat, „präsentiert uns schwierige Fragen zum Wert der Kunst, wenn sie nicht in einem Museum ausgestellt ist oder in einem klimatisierten Theater in Sicherheit gewürdigt wird.“

Scharfes Sderot. Die Adama Dance Company startet unter der Leitung von Liat Dror und Nir Ben Gal „All‘arrabbiata – ein stilles Herz in einer lärmenden Welt“. All’arrabbiata bedeutet auf Italienisch „wütende Salsa“. Liat sagt: „Heiß und scharfe Tomaten mit würziger Zwiebelsoße… Die Schärfe dominiert nicht den Gesamtgeschmack, sondern sorgt nur dafür, dass sie zu fühlen ist.“

Die neueste Arbeit der Tanzgruppe balanciert auf der Lage aus Nationalstolz und der Notwendigkeit persönlich sein Volk zu verteidigen – daher die Einbindung von Marschmusik in die Partitur – aber auch dem menschlichen Bedürfnis nach persönlicher Distanz.

„Dieses Treffen zwischen den beiden ist in meinem Alltagsleben im Studio sehr real“, offenbart Liat.  Es begann mit ihren Erfahrungen im Dienst in der IDF (Israelische Verteidigungskräfte) „und setzte sich mit der sehr schwierigen Erfahrung Eltern von Soldaten zu sein fort“.

Sie sagt, die Show geht die Fragen des echten Lebens an, „Liebe dem Krieg vorzuziehen, mit einer komplexen Realität umzugehen und andere zu akzeptieren – sei es ein Ehepartner, ein Nachbar oder jemand mit anderen politischen Meinungen“.

Sie behauptet, das Leben in Sderot hebe diese Fragen immer heraus und „hält mich in ständiger Wachsamkeit“.

Während Tanzlehrer irgendwo sonst in der Welt sich wegen Fragen sorgen könnten, dass Schüler persönliche Probleme haben oder krank sind, hat Dror Angst:

„Werden wir in der Lage sein zu proben? Werden wir diese Probe bis zu Ende machen können oder werden die Raketensirenen ertönen? Immerhin liegt es in meiner Verantwortung selbst unter Raketenbeschuss eine Show zusammenzustellen.“

Sie sagt, die Tanztruppe verwendet Aufnahmen von „Livemusik aus Auftritten der Vergangenheit“, darunter „Lachen des Publikums, das Knacken von Stühlen und die Klänge des Atmens von Anwesenden“. Für Liat „ist das eine Form der Korrespondenz, sowohl mit unserer Vergangenheit als auch mit seiner Bedeutung für das, was sich gerade jetzt in Israel, Sderot oder jedem Ort abspielt, wo die Lücken größer sind als die Chancen auf Frieden“.

Good Vibes. Zubin Mehta dirigiert 1977 ein Konzert der Eröffnungsfeier des „Guten Zauns“ an der israelisch-libanesischen Grenze. (Foto: David Rubinger)

Musik für unsere Ohren

Als Israel 1982 im Südlibanon im Krieg war, brachte Zubin Mehta Israels Philharmonie-Orchester  ein paar Kilometer über die Grenze in ein libanesisches Tabakfeld. „Wir bauten eine Bühne unter einem Zelt auf und spielten für eine Gruppe örtlicher Libanesen.“ Nach dem Konzert, sagte Mehta, „eilten die Konzertbesucher auf die Bühne, um die Musiker zu umarmen“.

Jahre später sagte der Maestro nachdenklich: „Ich würde es so sehr lieben diesen Anblick heute noch einmal zu sehen: Araber und Juden, die einander umarmen. Ich bin jemand, der positiv denkt. Ich weiß, dieser Tag wird kommen.“

Junge Araberinnen genießen ihre Arbeit in israelischen Einkaufszentren und schätzen ihre Unabhängigkeit

Elder of Ziyon, 17. Oktober 2019

Die israelisch-arabische Zeitung Panet hat einen Artikel dazu, dass viele arabische junge Frauen in Israel Jobs in Einkaufszentren bekommen und was sie darüber denken.

Die meisten interviewten Frauen in der neuen Mall in Hadera sind mit ihren Jobs sehr glücklich. Nur eine erwähnte etwas von Diskriminierung durch Kunden, die eine jüdische Verkäuferin oder Verkäufer haben wollten, der Rest genoss die Freiheit eine Arbeit zu haben, was ihnen hilft unabhängigere junge Frauen zu werden.

Rian Bayadseh (oben) aus Baqa Al-Gharbiya sagte: „Ich nahm an der Eröffnungsfeier der neuen Mall in Hadera teil. Ich legte meinen Lebenslauf bei mehreren Arbeitgebern vor und wurde bei meinem jetzigen Arbeitsplatz eingeladen. Ich möchte mich der Welt öffnen, mich auf mich selbst verlassen und finanziell unabhängig werden. Ja, es gibt Schwierigkeiten und Herausforderungen in meiner Arbeit wie schwierige Arbeitszeiten, Belastungen und mit diesen Situationen umzugehen, die mich für zukünftig Erfahrungen qualifizieren. Es ist für arabische Frauen sehr wichtig finanziell unabhängig zu werden, das stärkt ihr Selbstvertrauen und gibt ihren Einfluss auf die Gesellschaft.

Sarah Masarweh aus Kafr Qara sagte Panet: „Die Motive dafür zu arbeiten sind eher gesellschaftlicher, aber auch materieller Natur. Der Bedarf sich der Welt und Wissen auszusetzen, besonders der jüdischen Gesellschaft, die Stärkung meiner Persönlichkeit und die Stärkung meines Hebräisch. Ich sehe mich als Araberin an meinem Arbeitsplatz Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüber. Das an sich ist sehr schwierig, so wie es schwierig ist Hebräisch zu sprechen. Ich habe auch eine schwierige Zeit mit Kunden gehabt, die eine jüdische Verkäuferin Arabern vorziehen“, sagte Masarweh. Aber das ist nicht so schlimm. Ich glaube an die persönliche Freiheit der Kunden sich ihren Verkäufer auszusuchen.“

Mamdou Weedd, ein junger Araber, sagte: „Ich kam über die sozialen Netzwerke an meine Arbeit, wo cih als Verkäufer anfing und jetzt bin ich Manager bei Rosy. Das ist eine gute Erfahrung, in der ich für mein Leben gelernt habe, neue und schwierige Dinge lernte und mein Hebräisch stärkte.“

Einer der Interviewten, ein Mann namens Momen Medlej, gab zu, dass Arbeit den junge Frauen hilft selbstständiger zu werden, was er nicht mag. „Meiner Meinung nach ist das keine Errungenscahft oder positive Entwicklung, weil das Mädel oder die Frau selbstständig geworden ist und Männern nicht die Gelegenheit gibt ihren Pflichten (als Mann) nachzukommen.“