Die dümmste Schlagzeile des Monats

gefunden bei DEIN e.V.

Begleitend dazu gab es folgende E-Mail:

Deutschlandradio
Herrn Stefan Raue

Die arabischen Staaten haben vor den USA kapituliert

Deutschlandradio Headline vom 15.09.2020

Hallo Herr Raue – und unter uns: Was um Himmels Willen hat sich Jasper Barenberg bei dieser Überschrift gedacht? Oder war er von allen guten journalistischen Geistern verlassen?

Zwei von 13 sind nicht „die arabischen Staaten.“ Und seit wann ist der lange ersehnte Friede eine Kapitulation vor wem auch immer?

Kapitulation bedeutet Niederlage nach einem Krieg. Gab es einen zwischen „den arabischen Staaten“ und den USA? Und was haben Lüders Meinung nach die arabischen Staaten durch den Vertrag verloren?

Lüders Aussagen sind ein Outing an kaum gezähmter Feindschaft zu Israel. Das reicht eher nicht aus, um sich als Nahost-Experte zu positionieren, wohl aber für eine Selbstdesavouierung.

Wie auch immer: den Preis für die Dümmste Headline haben Sie sich redlich verdient. Im Namen des Demokratie und Information e.V. übergebe ich Ihnen das Zertifikat im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Leo Sucharewicz

Auf der Seite von DEIN e.V. gibt es außerdem noch folgende Information:

Gratulationen zum Preis sind zu richten an den Intendanten Stefan Raue hoererservice@deutschlandradio.de

Wer wissen will, wie plump das Interview durch Einseitigkeit, Konstruktionund Auslassungen manipuliert, hier geht’s zum Beitrag.

 

 

 

Keine Ahnung von nichts, dafür aber davon ganz viel – und jede Menge Hass

Die Basler Zeitung berichtet (online) über einen Industriepfarrer (was ist das, predigt er Maschinenparks?) namens Martin Duerr, der kaum verhohlen zum Mord an Präsident Trump aufgerufen hat. Geschehen auf Facebook in seinen sogenannten „Nachtgedanken“.

Jetzt ist das nicht leicht nachzuprüfen, da des Pfarrers Konto nicht öffentlich ist, sondern man mit ihm „befreundet“ sein muss, um seine Inhalte zu sehen. Fragt sich, seit wann das so ist. Ich vermute mal ganz böse: Seit der den Mordaufruf eingestellt hat und deshalb Gegenwind bekommt. Der dürfte ziemlich happig und wenig erbaulich aussehen; im Netz hält sich oft mancher ungerne mit Höflichkeiten auf. Aber das ist noch mehr Spekulation.

Keine Spekulation ist, was der Herr Pfarrer da von sich gegeben hat, auch wenn seine Anhänger und weitere Trumphasser sofort von „aus dem Zusammenhang gerissen“ tönen. Wenn ich dieses Argument höre, kriege ich Plack. Es ist der Standardvorwurf bei allem, was kritisch zum Islam gesagt wird, wenn Hass auf „Rechte“/„Populisten“ oder sonstige unbotmäßig denkende/agierende Menschen geschürt werden soll und jemand sich kritisch damit auseinandersetzt. Und es ist natürlich auch bei Hetze gegen Trump der Fall, wenn jemand entlarvt, wie verbrecherisch diese ist.

Von daher – geschenkt, „aus dem Zusammenhang gerissen“ kann ignoriert werden. Fassen wir zusammen:

Der Herr Pfarrer schreibt: „Wie kann es sein, dass sie einen pathologischen Lügner und Narzissten wählten und ihn weiterhin anbeten, als wäre er Gott? Wann ist der Moment gekommen, einen faschistischen Diktator umzubringen? Was braucht es noch außer den 10’000 und vermutlich bald 100’000 Menschen, die jetzt sterben, alleine wegen seinem perversen Wunsch, an der Macht zu bleiben, und seiner unendlichen Gier?“

Das offenbart die ganze hasserfüllte Ahnungslosigkeit dieses angeblichen Gottesmannes. Glaubwürdiger wäre es, hätte er auch von Obama gesagt, dass dieser ein pathologischer Lügner und Narzisst ist, denn auf den trifft das zu 100% zu. Zu Trump kann man das sicher auch angeben, aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger zeigt Trump auch Empathie und hilft z.B. mit Schecks persönlich – etwas, das Obama nie gemacht hat. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger (und vielen weiteren Präsidenten der Demokraten) hat sein Vermögen im Amt nicht zugenommen, sondern sich sehr deutlich verringert; er wollte auf sein Präsidentengehalt verzichten, was nicht gestattet wurde – seitdem spendet er es. Damit ist der Vorwurf „unendlicher Gier“ vom Tisch, aber das wird jemand wie Pfarrer Duerr niemals eingestehen.

Die BaZ nimmt auch die Behauptung auseinander, die amerikanischen Corona-Toten seien (allein) durch Trump zu verantworten.

Desweiteren scheut Trump nicht davor zurück Trump mit Hitler auf eine Stufe zu stellen und ihn als Diktator zu bezeichnen. Dagegen nimmt sich sein Satz, Trump habe mit Wahlbetrug und Russlands Hilfe 2016 die Wahl gewonnen schon harmlos aus. Beides zeigt aber, dass der „Gottesmann“ sich für Fakten nicht interessiert, sondern einzig seinem Hass frönt und keine Ahnung von Demokratie und Diktatur hat. Weder sind die Wahl-Vorwürfe auch nur ansatzwese bewiesen, noch ist Trump ein Diktator. Außer natürlich, es macht einen zum Hitler, dass große Menschenmengen sich zu Wahlkampfauftritten drängen. Was natürlich nur für „Rechte“ und „Populisten“ gilt, aber niemals für Linke. Hätte Bernie Sanders große Menschenmengen angezogen und jemand hätte ihn dafür zum (potenziellen) Diktator erklärt, wäre der Herr Pfarrer wohl vor Empörung im Dreieck gesprungen. Wir kennen das: Was sie bei sich selbst richtig und positiv finden, ist bei anderen Sünde hoch drei.

Dieses unanständige zweierlei Maß zeigt die BaZ auch anhand der Corona-Maßnahmen des US-Präsidenten auf: Seine Einflug-Verbote, zunächst aus China, dann auch aus der EU – als erste Maßnahme wurden von links und aus Europa heftigst kritisiert, inzwischen heißt es, er habe nichts unternommen, erst viel zu spät. Wie üblich: Der Missliebige kann tun oder lassen, was er will, es ist Grund für „Kritik“. Und Kritik ist in diesem Fall Hetze und Verleumdung. Sachliche Auseinandersetzung ist nicht opportun. Da könnte man ja argumentativ unterliegen.

Dass die Corona-Opferzahlen aus den USA manipulativ eingesetzt werden, ist auch klar, verwundern tut es natürlich nicht. So manchem dürfte bereits aufgefallen sein, dass immer nur die Zahl der Opfer angeführt wird, aber kaum einmal die Verhältnismäßigkeit? 10.000 Corona-Tote auf die Gesamtbevölkerung der USA gerechnet ist schon eine andere Nummer als auf die Gesamtbevölkerungszahl der Schweiz oder auch Deutschlands. Aber erst damit ergibt sich ein Vergleich. Wenn schon nur die Anzahlen genannt werden, dann müssten die der USA mit der für die gesamte EU verglichen werden, weil deren Bevölkerungszahl der der USA in etwa entspricht – aber in dem Moment, wo das gemacht wird, schneidet die EU auf einmal mehr als deutlich schlechter ab. Also wird das von den Sand-in-die-Augen-Streuern tunlichst vermieden.

Von den föderalen Strukturen und Verantwortlichkeiten in den USA hat der Herr Pfarrer – wie die sonstigen Amerika-Basher – übrigens auch keine Ahnung. So sehr hervorgehoben wurde, dass Trump neulich so bescheuert tönte, er als Präsident habe über Lockerungen der Einschränkungen zu entscheiden: Das ist vor allem Aufgabe der Gouverneure/Regierungen der Bundesstaaten und teilweise darunter angeordneter Institutionen. Dass einige Gouverneure der Demokraten eng mit der Regierung in Washington zusammenarbeiten und diese loben, kommt hier nicht an bzw. wird unter den Teppich gekehrt. Dass die schlimmsten Corona-Herde in von Demokraten regierten Bundesstaaten liegen, spielt auch keine Rolle, wenn man alles Trump in die Schuhe schiebt. Die sind dessen Opfer. Dass Trump einige Lügen des Gouverneurs von New York mit Fakten entkräftete – wer weiß das schon, das interessiert nicht, das kennen wir schon von der widerlegten Russland-Wahlbetrugs-Kampagne. Dass die hanebüchendsten Einschränkungsmaßnahmen ohne jeden Bezug zur Realität von Gouverneuren der Demokraten kommen, weiß auch niemand (s. u.a. Kalifornien oder Michigan). Mich würde interessieren, ob der Herr Pfarrer davon überhaupt etwas mitbekommen hat. Ich gehe jede Wette ein: Hat er nicht, will er nicht, interessiert ihn nicht.

Stattdessen will er „Tyrannenmord“ sehen. Sehr christlich. Oh, er führt Bonhoeffer an, der „Tyrannenmord“ im Fall Hitler offenbar befürwortete. Herr Pfarrer Duerr zeigt aber deutlich, dass er keinen regulären Begriff eines Tyrannen hat (s. zur Definition auch hier). Was ist Trump für ein unfähiger Tyrann, wenn drei Jahre nach seiner Wahl die Opposition immer noch unbeschadet agiert und sogar in dieser Zeit bei den „midterm elections“ die Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus gewinnen konnte? Allein die Tatsache, dass die Demokraten seit 2018 mit Nancy Pelosi wieder die Parlamentspräsidentin stellen widerlegt die Lüge des „Diktators Trump“, geschweige denn des „Hitlers Trump“. Eine Presse, die fast komplett auf der Seite der Trump-Hasser steht und sich für keine Verdrehung, Verzerrung und Lüge zu schade ist, um Trump übel dastehen zu lassen, spricht auch Bände. In einer Diktatur wäre das nicht ansatzweise möglich. Da wäre es höchstens umgekehrt: Alles hofiert den Präsidenten und es gibt vielleicht das eine Feigenblatt, das ihm nicht offiziell huldigt. Die Lage in den USA ist genau anders herum.

Dass dieser Pfarrer ziemlich unverhohlen die Ermordung des gewählten Präsidenten der USA fordert, spricht Bände über sein Christsein. Bonhoeffer hat lange mit sich gerungen, um die Ermordung Hitlers für zulässig zu befinden. Hat Duerr einen solchen Prozess durchlaufen? Er hat mit Sicherheit nicht ansatzweise so lange gebraucht wie Bonhoeffer, um sich zu entschließen das zu unterstützen. Zudem kommt er aufgrund objektiv falscher und verlogener Argumente zu seinem Entschluss. Das spricht gegen ihn. Das spricht dafür, dass er keine wirklich Ahnung von dem Glauben hat, den er durch seinen Beruf angeblich vertritt. Dieser Mann ist so wenig ein Vorbild, das sich persönlich ihm absprechen mag Christ zu sein. Er ist politisch verblendet und von Hass erfüllt.

„Ich konnte nie so radikal sein wie er“ (wie Bonhoeffer), lässt der Amtsträger wissen. Stimmt; Bonhoeffer war durch und durch Jünger Jesu. Davon ist Duerr meilenweit entfernt. Aber er meinte das anders, wähnt sich auf der Seite Bonhoeffers. Auf der Seite des Guten. Wie alle Radikalinskis, die die Welt mit Hass voran bringen wollen. Dass dieser Pfarrer ausgerechnet Bohnhoeffer als Kronzeugen für seine Überzeugung anführt, Trump müsse gewaltsam beseitigt werden, ist der blanke Hohn.

 

Update:

Am 20. April berichtet die BaZ, dass der Pfarrer sich entschuldigte:

Nun entschuldigt sich Martin Dürr auf Facebook: «Wer mich kennt, weiss: Nichts liegt mir ferner als zum Mord an einem Menschen aufzurufen. Er tut mir leid, dass dies so verstanden worden ist.» Es sei ein Fehler gewesen, eine so komplexe Frage in so verkürzter Form wiederzugeben. Als Sofortmassnahme habe er sich nun ein Schreibverbot auferlegt: «Ich habe vieles dazugelernt. Und muss noch vieles lernen», so der Industriepfarrer.

Ich bin mal böse: Solche Entschuldigungen kennen wir zuhauf. Falsch verstanden worden, schlecht formuliert, verkürzt geschrieben. Dass er faktische Fehler machte, dass er Dinge falsch darstellte, dass er Gehässiges schrieb – das sieht er anscheinend nicht, zumindest gesteht er es nicht ein. Bis auf eines (s.u.).

Der Blick schreibt, der Pfarrer sei zu Kreuze gekrochen und zitiert ihn ausführlicher:

«In meinem Text habe ich – offensichtlich sehr unbedacht – über zivilen Ungehorsam geschrieben. Es ging mir in meinem Text nie darum, zum Mord an einem Menschen aufzurufen. Dass dies so verstanden wurde, bedauere ich sehr», sagt er zu BLICK.
Der Vergleich mit dem Naziregime sei zudem völlig verfehlt. Dürr: «Dafür möchte ich mich zutiefst entschuldigen. Diesen Facebook-Post würde ich so ganz sicher nicht mehr schreiben.»

Der Vergleich mit dem Nazi-Regime – darauf beruhte doch seine gesamte Argumentation. Wie sonst hätte er Bonhoeffer da mit reinargumentieren können? Was hat diese faktenfreie Trump-Hetze mit zivilem Ungehorsam zu tun?

Blick weiter:

Während des Texts relativierte Dürr jedoch seine Aussagen: «Natürlich zögere ich, zum Tyrannenmord aufzurufen», schreibt er. Klar hingegen scheint für ihn: «In den USA kann nur ein Umsturz eine noch viel grössere Katastrophe verhindern.»

Wieso Umsturz? Im Repräsentantenhaus haben die Anti-Trumper die Mehrheit. Die Gouverneure agieren nicht nach dem Dirigentenstab aus dem Weißen Haus, in der amerikanischen Föderation sind die Bundesstaaten weit autonomer als die Kantone in der Schweiz (oder die Bundesländer in Deutschland). Da gibt es große Unterschiede im Umgang mit der Corona-Krise. Außerdem wird im November in den USA der Präsident gewählt. Da bedarf es keines Umsturzes. Außer die Amerikaner erdreisten sich Trump erneut zu wählen. Aber dann wäre mit einem Umsturz dort die Demokratie beseitigt, nicht durch Trump gefährdet. Manchmal fragt man sich wirklich, was in Köpfen gewisser Leute vorgeht oder was die genommen haben. Unwissen über politische Verhältnisse und von Hass gefertigte Scheuklappen sind keine Mittel, die zur Analyse taugen.

Palästinenser hassen Obama genauso, wie sie Trump hassen

Elder of Ziyon, 6. März 2020

Jedes Jahr befragt Gallup die Welt zu ihren Einstellungen zur amerikanischen Führung.

2013 waren 80% der Palästinenser mit der beruflichen Leistung der Administration Obama nicht einverstanden. Das war damals die höchste Missbilligungsrate der Welt.

Die Dinge änderten sich während seines letzten Jahres im Amt nicht viel, als die Missbilligungsrate für die US-Führung bei den Palästinensern bei 79% lag.

2007, unter Bush, betrug die Missbilligungsrate 83%.

Und heute? In der Umfrage von 2019 (für 2018) betrug die Missbilligungsrate der Palästinenser für die Administration 81%.

Die palästinensische Einstellung zu den USA veränderte sich unter der propalästinensischsten Administration kaum verglichen mit der vorigen und der folgenden Administration.

Bei vielen gibt es eine selbstsame Denkweise, wäre der Westen nur netter zu denen, die uns hassen, dann werden sie uns nicht mehr so hassen. Diese Leute glauben, dass guter Wille erwidert wird. Aber so funktioniert das nicht; das hat mit dem Iran nicht geklappt und es hat nicht mit den Palästinensern geklappt.

Wenn Menschen sagen, das sie dich hassen, macht ihren Forderungen nachzugeben dich nicht beliebter.

Iranische Regierungszeitung druckt Karikatur von deutschem Außenminister als „Zionistischem Nazi“

Zeitung des Obersten Führers sagte: „Deutschland ist Sklave Israels“

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 12. Juni 2019

Die Titelseite der Tageszeitung der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) zeigte am Dienstag eine antideutsche und antisemitische Karikatur des deutschen Außenministers Heiko Maas, der den Hitlergruß gibt und Brillen in der Form von Davidsternen trug.

Der in den USA lebende Iran-Experte Amir Toumaj schrieb auf seinem Twitter-Feed: „Titelseite der IRGC-Tageszeitung Jawan zeigt eine Karikatur des deutschen Außenministers Heiko Maas und schreibt ‚Die faschistischen Erwartungen des Botschafters Europas‘. Zeigt ihn mit Hitlergruß und mit einer Nazi-Armbinde, Brille in Form von Davidstern und einer USA-Flagge als Krawatte.“

Stefan Frank, ein deutscher Journalist, der ausführlich über Antiamerikanismus und Antisemitismus geschrieben hat, sagte auf Twitter: „Jahre lang ist unsere Regierung – und besonders Außenminister Heiko Maas – um das iranische Regime herumgeschwänzelt. Sehen Sie sich das Bild an, das wir als Reaktion bekommen (entnommen der heutigen Ausgabe von ‚Jawan‘, einer Zeitung der Islamischen Revolutionsgarden).“

Der prominente iranische Journalist Amir Taheri schrieb: „Wird Heiko Maas nach dem desaströsen Besuch in Teheran den Fehler bei der Einschätzung der Islamischen Republik zugeben? Die heutige Kayhan, die Khameneis Ansichten wiedergibt, sagte: ‚Eine große Zahl an Sitzen im deutschen Parlament ist von nicht deutschen Zionisten besetzt.‘ Sie fügt hinzu: ‚Deutschland ist der Sklave Israels!‘“

Kayhan ist das Sprachrohr-Zeitung des Obersten Führers des Iran, Ali Khamenei.

Die Vereinigten Staaten ordneten die IRGC im April als Terrororganisation des Auslands ein. US-Präsident Donald Trump sagte damals: „Dieser beispiellose Schritt, vom Außenministerium unternommen, erkannte die Realität, dass der Iran nicht nur ein staatlicher Terror-Sponsor ist, wobei die IRGC aktiv an der Finanzierung beteiligt ist und Terrorismus als Mittel der Staatskunst propagiert.“ Die IRGC sind das Hauptmittel der iranischen Regierung in der Leitung und Umsetzung seiner globalen Terrorkampagne.

Er fügte hinzu: „Diese Kennzeichnung wird das erste Mal sein, dass die Vereinigten Staaten jemals einen Teil einer anderen Regierung als ausländische Terrororganisation bezeichneten. Es unterstreicht die Tatsache, dass das Handeln des Iran sich fundamental von dem anderer Regierungen unterscheidet. Dieses Handeln wird unseren maximalen Druck auf das iranische Regime an Umfang und Ausmaß ausweiten. Es macht die Risiken von Geschäften mit den IRGC und ihnen Unterstützung zukommen zu lassen kristallklar. Wer Geschäfte mit den IRGC macht, wird Terrorismus finanzieren.“

Maas und das deutsche Außenministerium haben auf die Karikatur der IRGC nicht reagiert. Maas widersprach am Montag auf einer Pressekonferenz in Teheran mit dem iranischen Außenminister Mohammed Javad Zarif nicht, als Zarif die USA warnte, „sie können nicht sicher sein“, während der Iran die atomare Anreicherung steigert und die Islamische Republik Iran weiterhin Schwule hinrichtet.

Nachdem ein deutscher BILD-Reporter Zarif zur Hinrichtung von Schwulen fragte, sagte Zarif: „Unsere Gesellschaft hat moralische Prinzipien und wir leben gemäß diesen Prinzipien. Das sind moralische Prinzipien bezüglich des Verhaltens von Menschen im Allgemeinen. Und das ist der Grund, dass das Gesetz geachtet wird und man sich an die Gesetze hält.“ Irans Rechtssystem schreibt tödliche Homophobie vor. Nach Angaben eines britischen Wikileaks-Dokuments aus 2008, das von der Jerusalem Post prüfte, sind vom iranischen Regime seit der Islamischen Revolution 1979 zwischen 4.000 bis 6.000 Schwule und Lesben hingerichtet worden.

Maas‘ Außenministerium nahm im Februar an Feiern zur Islamischen Revolution in der Botschaft Teherans teil. Mass sagte, er sei „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen. Der Iran ist der führende internationale Staatssponsor von Holocaust-Leugnung, Antisemitismus und Terrorismus. Kanzlerin Angela Merkels Regierung hat es abgelehnt  sich den US-Sanktionen gegen das Regime des Iran anzuschließen und bleibt Teil des Atom-Deals mit dem Iran. Merkel beauftragte den deutschen Bankier Per Fischer Instex zu beaufsichtigen, einen Finanzmechanismus mit Sitz in Paris, der die US-Sanktionen gegen Teheran umgehen soll. Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center sagte gegenüber der Post: „Warum diese Verzweiflung der Deutschen die Serienlügner-Möchtegerntyrannen in Teheran zu retten? Es ist an der Zeit friedliche Sanktionen zu verwenden, um Tyrannen die Stirn zu bieten und für das Volk des Iran einzustehen.“

Deutschland ist weit von seiner Vergangenheit weg, aber seine Iran-Politik bleibt schäbig

Deutschlands Vergangenheit hätte es ihm zur Pflicht machen müssen die moralische Führung bei Werben für Regime-Change zu übernehmen, wenn es um den Umgang mit einem totalitären Regime wie dem Iran geht.

Yigal Carmon, JNS.org, 12. Juni 2018

Wenn man von irgendeinem Land der Welt erwarten kann extrem vorsichtig dabei zu sein sich jemandem anzuschließen, der Israels Vernichtung fordert, dann wäre es Deutschland, ungeachtet jeglicher mildernden Umstände – wirtschaftlich, politisch oder sonst wie. Die Bundesrepublik hätte sich von jeglicher substanziellen Verbindung zur Islamischen Republik Iran distanzieren sollen, deren mörderisches Regime damit droht Israel auszulöschen.

Deutschland war das erste Land, das dem moralisch relativierenden Barack Obama hätte sagen sollen, dass totalitäre Regime, wie Deutschlands Nazi-Regime, völlig inakzeptabel sind und dass ihnen jegliche Legitimität verweigert werden sollte, insbesondere wenn es um einen Atomdeal mit ihnen geht. Deutschlands Vergangenheit hätte es ihm zur Pflicht machen müssen offen die moralische Führung dabei zu übernehmen Regime-Change zu propagieren, wenn es um den Umgang mit einem totalitären Regime wie dem Iran geht.

Die Realität ist tragischerweise genau das Gegenteil. Nachdem es aus der Asche aufstieg und eine stabile, humanistische Demokratie wurde, unterstützt Deutschland mörderische, totalitäre Regime. Deutschland, das anderen Ländern Menschenrechte predigt – zum Beispiel Saudi-Arabien wegen dessen Handeln im Jemen, zurecht – hat seine Augen vor den berüchtigten Menschenrechtsverletzungen im Iran verschlossen, genauso davor, wie der Iran seine eigenen Bürger terrorisiert und ermordet. Der Iran ist natürlich, zusammen mit Russland, ein wichtiger Partner bei der größten humanitären Katastrophe des 21. Jahrhunderts: dem Abschlachten und der Vertreibung von Millionen Syriern durch das Regime Assad.

Die Stornierung der von Obama untergeschobenen Iran-Politik durch die Regierung Trump bot Deutschland eine goldene Gelegenheit seine bekundeten Werte wiederzugewinnen. Aber das Gegenteil geschah: Deutschland legitimiert den Iran, verteidigt ihn sogar.

Was motiviert Deutschland einen solche beschämende und unmoralische Politik zu wählen?

Eine mögliche Motivation ist antiamerikanische Stimmung, die nicht mit Donald Trump begann und die Jahrzehnte zurückreicht. Trump verschärfte diese Stimmung natürlich, als er von „America First“ sprach, forderte, dass Deutschland und andere europäische Staaten ihren Anteil an die NATO bezahlen und damit drohte Zölle auf Stahl- und Aluminiumexporte in die USA zu erheben. (Deutschland hat tatsächlich einen schnell wachsenden Handelsüberschuss mit den USA in Höhe von $65 Milliarden – das dritthöchste nach China und Japan – aber die Deutschen haben trotzdem das Gefühl, die Zölle seien ein feindlicher Akt gegen sie).

Ein weiterer Katalysator könnte das Verhalten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sein, der mit Mitteln um die Führung der EU kämpft, die manchmal eher eine Konfrontationspolitik gegenüber den USA sind. Macron betrachtet den Iran als eine Gelegenheit nach Jahren wohlverdienter deutscher Hegemonie in Europa die deutsche Führungsrolle in Brüssel zu auszuhöhlen.

Eine weitere Erklärung, mit der die Deutschen (und die Franzosen) in der Welt hausieren gehen, um ihr Appeasement des Iran zu rechtfertigen, besteht in dem Wunsch Krieg zu vermeiden. Wir hörten diese Erklärung bis zum Erbrechen in den 1930-er Jahren. Dem Iran fehlt das militärische Potenzial von Nazideutschland und er kann keinen Krieg gegen eine moralische westliche Koalition auf die Beine stellen. Das ist aus der iranischen Reaktion auf die neue amerikanische Strategie gegen den Iran ersichtlich, die von Pompeo verkündet wurde; die Iraner krallen sich an der Vereinbarung und an Europa als Verteidigung gegen die USA und ihre regionalen Verbündeten fest. Es wäre höchst unglücklich, wenn Deutschland zu der Politik zurückkehren würde, die ihre früherer Außenminister Joschka Fischer vertrat und sich entschiede als menschlicher Schutzschild des Iran zu dienen.[1]

Unabhängig von Deutschlands Motiven[2] ist diese der Moment, in dem es nationale Führung und Verantwortung demonstrieren kann, die über die unbedeutenden Überlegungen des Wunderknaben Macron und seiner plötzlichen Gereiztheit gegenüber Trump steht und eine Politik auf seinen moralischen Werten aufbaut. Wenn es sich als der Gelegenheit gewachsen zeigt, könnte Deutschland das Thema Iran von anderen isolieren und als wahrer globaler Leuchtturm moralischer Politik dienen. Es gibt andere Wege sein erwähnten Probleme mit den USA zu lösen und sogar in Wirtschaftsfragen eine durchsetzungsfähige Haltung gegenüber Donald Trump einzunehmen.

Leider sind sich Deutschlands Große Koalition und die Oppositionsparteien in der Verteidigung des Iran und gegen die USA einig. Das zeigt, wie tief Deutschlands moralische Finsternis und seine ideologischen Scheuklappen reichen. Das demokratische und humanistische Deutschland, das Land, das so viele verzweifelte syrische Flüchtlinge willkommen hieß, ist weit von seiner dunklen Vergangenheit entfernt; aber seine Iran-Politik ist schäbig. Bezüglich der Islamischen Republik Iran gibt es kein neues Deutschland.

(Yigal Carmon ist der Präsident von MEMRI)

[1] S. Mohamed ElBaradei: The Age of Deception: Nuclear Diplomacy in Treacherous Times. London (Bloomsbury Press), S. 131.

[2] Man muss Deutschland zugute halten, dass es wichtig ist zu betonen, dass entgegen weit verbreitetem Glauben seine unmoralische Politik gegenüber dem Iran nicht auf wirtschaftlichen Überlegungen gründet, sondern auf seiner politischen Feindseligkeit gegenüber Trump. Deutschlands Handel mit dem Iran ist unbedeutend.

Dear Germany: Hast du irgendetwas gelernt?

Dennis Prager, 2. April 2003

Wie viele Amerikaner und fast alle Juden wuchs ich mit einer großen Wut auf eure Land auf. Aber als junger Mann begann ich meine Ansichten zu den Deutschen zu überdenken. Gegen die Wünsche fast aller, die ich kannte – von denen die meisten nicht einmal ein deutsches Produkt kaufen würden – entschied ich mich nach Deutschland zu reisen. Mein Besuch 1968, im Alter von 20 Jahren, war der erste von mindestens einem Dutzend Reisen in euer Land.

Fakt ist: Ich wurde zu jemandem, der euch verteidigte.

Ich argumentierte, dass es falsch ist irgendeinen Deutschen, der während des Krieges jünger al s13 Jahre alt war, moralisch für die furchtbaren Verbrechen eures Landes verantwortlich zu machen. Ich wählte das Alter von 13 Jahren, weil das im Judentum das Alter der moralischen Schuldfähigkeit ist. Ich argumentierte 1968, dass jeder Deutsche, der damals unter 40 Jahre als war, als unbescholten gelten müsse und wir sollten nicht bei jedem Deutschen über 40 das Schlimmste annehmen.

Ich argumentierte, weil Volkswagen und Mercedes dem arabischen Boykott trotzten und Geschäfte mit Israel machten, sollten Juden deutsche Produkte nicht boykottieren.

Ich argumentierte, dass ihr im Kalten Krieg Gegenüber dem Sowjet-Kommunismus treue Verbündete ward.

Ich argumentierte, was am wichtigsten überhaupt war, dass Deutsche sich ihrer Nazivergangenheit schämten und große moralische Lektionen daraus gelernt hatten.

Das letzte Argument, erkenne ich jetzt, war eher Hoffnung als Fakt. Es gibt keine Frage, dass die überwiegende Mehrheit der Deutschen sich des Nationalsozialismus und des Holocaust schämen. Heute bin ich mir aber genauso sicher wie traurig, dass ihr nichts über Gut und Böse daraus gelernt habe und das ihr heute moralisch genauso verwirrt seid wie ihr es ward, als ihr Hitler unterstützt habt. Nicht weil ihr böse seid, sondern weil ihr nicht in der Lage seid das Böse zu erkennen.

Das ist atemberaubend. Anders als die Japaner, die ihre Gräuel gegenüber den Chinesen und Koreanern ignoriert haben, habt ihr euch eurem Bösen gestellt. Ihr habt die nächsten Generationen der Deutschen über den Nationalsozialismus und den Holocaust gelehrt.

Daher ist es unfassbar, dass all die Bildung zum Bösen eine Generation hervorgebracht hat, die davor zurückschreckt das Böse zu beurteilen, geschweige denn sich ihm entgegenzustellen. Es übersteigt das Vorstellungsvermögen, dass eine Nation, die nur dadurch vom Nationalsozialismus befreit wurde, dass Armeen Krieg führten, den Pazifismus umklammern würde, dass eine Nation, die erlebte, zu welchem Übel das Appeasement führt, dieses jetzt übernimmt.

Ich war sicher, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten aufstehen und sagen würden: „Liebe deutsche Mitbürger, wir erkennen einen Hitler, wenn wir ihn sehen und Saddam Hussein ist einer.“ Aber kein Deutscher stand auf, um das zu sagen. Stattdessen setzte einer eurer Führungspolitiker den amerikanischen Präsidenten mit Hitler gleich.

Ich war sicher, dass einige deutsche Führungspersönlichkeiten aufstehen und sagen würden: „Liebe deutsche Mitbürger, wir erkennen völkermörderischen Antisemitismus, wenn wir ihn sehen und wir sehen ihn in der arabischen Welt.“ Aber auch hier stand keine deutsche Führungspersönlichkeit auf und sagte das.

Wenige von uns erwarteten irgendetwas von den Franzosen. Von den Jakobinern und der Guillotine über das Dreyfus-Verfahren und das Vichy-Regime zu de Gaulles Rückzug aus der antikommunistischen NATO hat Frankreich mit wenigen Ausnahmen kaum etwas getan, das moralisch ist und nichts, das mutig ist. Die Geringschätzung, die viele Amerikaner lange für Frankreich empfunden haben, ist lediglich verstärkt worden.

Aber ich glaube, dass ich im Namen vieler Amerikaner spreche, wenn ich sage, dass wir mehr von euch erwarten. Wegen dem, was wir nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges für euch gemacht haben. Weil ihr, gerade ihr, wisst, das Amerikaner anständige Leute sind. Und besonders, wegen eurer Erfahrung mit dem Bösen. Wie konntet ihr einen Hitler hervorbringen und nur eine Generation später einen weiteren nicht erkennen? Wie konntet ihr aus erster Hand über Folterkammern und Kinderschreie Bescheid wissen und nicht schmerzhaft wollen, dass das in einem anderen Land beendet wird? Wie könnt ihr auch auf die Seite eines amoralischen Frankreich gegen euren Freund Amerika stellen?

Es gibt, so scheint es, nur eine Antwort: Aus dem Nationalsozialismus habt ihr nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Böse bekämpft werden muss, habt ihr gelernt, dass zu kämpfen böse ist.

„Es ist Amerikas Fehler!“

Die „Frachtkult“-Mentalität

John Derbyshire, National Review Online, 14. Juni 2002 (heute nur noch hier)

Wenn man etwas öffentlich über den Nahen Osten schreibt, bekommt man eine Menge Leserpost. Nach einer Weile fängt man an Trends in diesen Antworten festzustellen – Trends, die sehr suggestiv darüber sind, wie Menschen denken und welche Gefühle sie bei großen Dingen haben.

Wenn ich selbst über den Nahen Osten schreibe, mache ich normalerweise irgendwo mittendrin eine Pause um herauszustellen, warum Araber als Einzelne generell nicht besser oder schlechter sind als einzelne Engländer, Amerikaner oder Ungarn, die arabische Gesellschaft aber nie einen Hang zu rationaler Politik hat und keine Anzeichen zeigt, ihn jemals zu haben. Daher ist jedes einzelne arabische Land entweder eine finstere Theokratie oder eine säkulare „Volksrepublik“ unter der Knute eines zynischen Gangsters.

Es gibt eine Antwort, die ich von arabischen Lesern in diesem Zusammenhang relativ oft bekomme. Sie liest sich mehr oder weniger so: „Was erwarten Sie? Natürlich ist die arabische Welt politisch rückständig. Ihr Amerikaner habt diese Regime eingesetzt! Ihr erhaltet sie! Das Volk von Saudi Arabien usw. würde diese fürchterlichen, despotischen Herrscher liebend gerne los werden, aber ihr Amerikaner lasst das nicht zu! Wenn die Saudis versuchen sollten, ihre Monarchie zu stürzen und eine Regierung des Volkes einzusetzen, würden die USA alles unternehmen, das zu unterbinden! Das ist alles Amerikas Fehler!“

Als erstes muss über diese Argumentation gesagt werden, dass eine Reihe intelligent klingender Araber (und Pakistanis und passende andere) das glauben – ich bekomme jede Woche ein halbes Dutzend E-mails diesen Inhalts. Das Zweite, das gesagt werden muss, ist, dass dies als These in den Politikwissenschaften nicht mehr einen Hundepups wert ist.

Es ist tatsächlich so, dass Demokratie in der arabischen Welt wahrscheinlich nicht im Interesse der USA ist. Es gibt gute Gründe zu glauben, dass jede arabische Demokratie rasch in Faschismus degenerieren würde und dass die arabischen Herrscher, obwohl sicher widerlich, im Ganzen den USA und unseren Interessen weniger feindselig gegenüber stehen als die arabischen Menschen insgesamt – natürlich weniger als die politisch organisierte Opposition in Ägypten, Saudi Arabien, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, vielleicht sogar im Irak. In Palästina natürlich auch. Die derzeitige Unbeliebtheit Yassir Arafats in seinem Volk z.B. scheint aus der Ansicht zu stammen, dass er nicht antisemitisch und antiamerikanisch genug ist, um sie zufrieden zu stellen.

Nichtsdestotrotz ist es wahr, dass ein entschiedener Versuch des Volkes eines jeden Nahost-Staates sein pro-amerikanisches Regime zu stürzen mit Sicherheit Erfolg haben würde. Sagt Ihnen der Begriff „Schah des Iran“ etwas? Wenn eine Nation den Zeitpunkt der Revolution erreicht, gibt es sehr wenig, das eine Macht von außen tun kann, um den Verlauf der Dinge zu ändern, wenn es nicht in der Art Stalins im Europa der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geschieht oder der Römer im Palästina des ersten Jahrhunderts: mit absoluter Rücksichtslosigkeit. Sei es nun positiv oder negativ: so sind die USA nicht. Das kann von außen Stehenden nicht aufgezwungen oder gemanagt werden, wenn es nicht besondere Umstände sind wie die im Nachkriegs-Japan. Wenn das Volk von Syrien oder Pakistan entschieden eine verfassungsbestimmte Regierung haben wollten, dann könnten die USA oder irgendjemand anderes nichts dagegen ausrichten. Genauso beim Gegenteil: Wenn sie nicht entschieden dafür sind, dann kann sie ihnen niemand geben. Und wir schon gar nicht.

Warum scheinen dann so viele Menschen zu glauben, dass „alles der Fehler Amerikas“ ist? Ich denke, da laufen mehrere Dinge ab.

Eines ist, dass wir eine Vater-Nation sind: groß, stark, reich und dominant. Viele in der Welt stehen in einer ähnlichen Beziehung zu den USA wie ein schwieriger Teenager zu seinem Vater. Es sind nicht nur unsere Größe, unser Reichtum oder unsere Stärke, die sie verrückt machen; es ist bereits unsere pure Existenz, die sie kaum ertragen können, das Wissen, wie sehr sie von uns abhängen. Ich bin ein selbstbestimmtes Wesen! Ich habe einen eigenen Willen! Ich kann die Zukunft sehen – ich bin TEIL DER Zukunft – und du wagst es, mir im Weg zu stehen?!?! Im Fall der arabischen Welt wird diese Haltung wahrscheinlich durch das oft beobachtete Phänomen des verwöhnten arabischen, männlichen Heranwachsenden vervielfacht, der von seinen weiblichen Verwandten abgöttisch geliebt wird, auf dem die Hoffnungen der Familie liegen.

Eine andere Sache, so denke ich, ist die, dass ein reichlich großer Teil der arabischen Welt in einer Art Frachtkult-Mentalität gefangen ist. Frachtkulte kamen während des Zweiten Weltkriegs in den melanesischen Inseln des Südpazifik auf. Die Völker dieser Orte sahen, wie die Amerikaner und Briten kamen und Landestreifen für Flugzeuge bauten. Als dann die Landestreifen gebaut waren, begannen mit Fracht beladene Flugzeuge zu kommen. Die Melanesier schlossen daraus, was angesichts ihres Kenntnisstands nicht unvernünftig war, dass, wenn sie Landebahnen bauten, Flugzeuge auch zu ihnen kommen und gleichermaßen Fracht bringen würden. Also hackten sie behelfsmäßige Landebahnen aus dem Dschungel und bauten Modelle von Kontrolltürmen aus Gras und Schlamm. Dann setzten sie sich hin und warteten darauf, dass die Frachtflugzeuge kämen.

Einen Geschmack des Frachtkults bekommt man in einer Reihe von Dritte-Welt-Ländern. Amerika hat Wolkenkratzer. Amerika ist reich und stark. Lasst uns Wolkenkratzer bauen – dann werden wir auch reich und stark! Der Gedanke, dass der Reichtum und die Stärke in Gewohnheiten, Vereinbarungen, Gesetzen, Freiheiten, Traditionen und Gedankenmustern, Verhalten und Verbindungen ihre Wurzeln haben und dass die Wolkenkratzer ein zufälliges Nebenprodukt sind, wird nicht besonders gut verstanden.

Die kommunistische Welt war dem auch sehr ähnlich – und ist es noch, wo sie überlebt. In Pjöngjang gibt es haufenweise breite Boulevards und bombastische Gebäude. Nur gibt es keinen Verkehr, der die Boulevards nutzen könnte und die Menschen, die die Gebäude bevölkern, wenn sie sich die Mühe geben zur Arbeit zu erscheinen, sind zerlumpt und hungern. Als aber die Boulevards geplant und die Gebäude gebaut wurden, glaubten die Menschen wahrscheinlich, dass der Reichtum und die nationale Stärke – die Fracht! – unvermeidlich folgen würden.

Südlich der Sahara war der Frachtkult in den 1960-er und 1970-er Jahren sehr akut, nachdem die Kolonialmächte abzogen. Jede neue Nation schaffte sich eine Airline, ein Universitätssystem, eine Reihe von Superautobahnen, ein prestigeträchtiges Industrieprojekt, eine Verfassung. Seht ihr, wir sind genauso wie ein europäisches Land! Genau wie Amerika! Jetzt muss die Fracht kommen! Nur: kam sie nicht. Die Prestige-Projekte sind vom Busch geschluckt worden, Gras wächst in den Rissen der Autobahnen, die Verfassung wurde von Präsident auf Lebenszeit Klepto Bandido auf den Müll geworfen und eine Rebellenarmee schlägt ihre Zelte in der Universitätsbibliothek auf, wobei sie die Bücher als Brennstoff zum Kochen benutzt.

Als ich in den frühen 1980-er Jahren in China lebte, bestaunte ich all die sinnlose Schauspielerei, die dort ablief. Sie hatten ein „Parlament“, das niemals über irgendetwas debattierte, „Zeitungen“ ohne Nachrichten, „Gerichtsverhandlungen“, wo nichts verhandelt wurde, weil das Urteil im Vorfeld beschlossen wurde. „Warum das alles?“, fragte ich mich. Ich begann eine Ahnung davon zu bekommen, was die Antwort darauf war: Weil Amerika diese Dinge hatte. Seht, wie reich, wie erfolgreich sie sind! Deshalb müssen wir diese Dinge auch haben. Dann werden wir reich und erfolgreich sein, wie Amerika! (Als Bertrand Russel über seinen Besuch in Russland 1920 berichtete, sagte er, dass das Ziel Lenins und seiner Bolschewiken war: „Russland so zu industrialisieren und amerikanisch zu machen wie möglich.“)

In meiner pessimistischen Stimmung glaube ich, dass verfassungsgemäßes Regieren eine Art glücklicher Zufall ist, über den Völker von Zeit zu Zeit auf gut Glück stolpern, vielleicht einmal in einem Jahrtausend. Die Engländer lösten das irgendwie in der Frühmoderne und trugen es in ihre Kolonien, die das verbesserten. Die römische Republik unternahm eine Zeit lang einen recht guten Versuch darin, bis gerade die Erfolge ihres Systems ihren Herrschaftsbereich zu groß machten, als dass das System ihn noch in den Griff bekam. Ähnlich die antiken Griechen. Ein paar verstreute andere Orte – Westeuropa, Japan, Indien, Taiwan – sehen aus, als ob sie die richtige Vorstellung haben. Ich würde nicht sagen, dass ihr Zugriff darauf immer sehr fest ist, aber wenigstens ein paar Jahrzehnte werden ihre Parlamente debattieren, ihre Richter richten, ihre Zeitungen Nachrichten bringen. Aber der größte Teil der Welt, einschließlich der gesamten arabischen Welt, ist in politischer Dunkelheit versunken, die der natürliche Zustand der Menschheit ist. Die Völker dort wissen, dass ihnen etwas fehlt, aber sie können nicht heraus finden, was zum Teufel das ist. Wir bauen Landebahnen und die Kontrolltürme und die Hangars – schaut! Warum kommt die Fracht nicht?

Das muss Amerikas Fehler sein.