Der Bundestag, BDS und Auslands-Israelis in Berlin

Ruthie Blum, Israel HaYom, 16.12.2020

Bei einer Pressekonferenz in Berlin am Donnerstag [letzter Woche – heplev] legten die Direktoren von 32 akademischen und kulturellen Institutionen – einige nahmen vor Ort teil, andere über Zoom – einen offenen Protestbrief gegen den Bundestagsbeschluss vom Mai 2019 vor, mit dem BDS als antisemitische eingestuft wurde.

Der Beschluss basierte auf der „Arbeitsdefinition für Antisemitismus“, die von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA – International Holocaust Remembrance Alliance) formuliert und 2017 von der deutschen Regierung übernommen wurde. Die IHRA-Definition beinhaltet einen Satz, der erklärt, dass Manifestationen des Phänomens „den jüdischen Staat Israel, der als jüdisches Kollektiv wahrgenommen wird, zum Ziel zu machen gehören können“.

Deutschland ist nur eines von vielen Ländern, die die IHRA-Definition unterzeichnet. Albanien, Argentinien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Kanada, Zypern, die Tschechische Republik, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Israel, Italien, der Kosovo, Litauen, Luxemburg, Moldawien, die Niederlande, Nordmazedonien, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, das Vereinte Königreich, die Vereinigten Staaten und Uruguay haben sie ebenfalls begrüßt. Selbst der Weltweite Imam-Rat, eine internationale NGO mit muslimischen religiösen Führern aus allen islamischen Denominationen und Denkschulen, machte das vor kurzem.

Daher ist es kein Wunder, dass die Erklärung der Unterzeichner der Initiative „Weltoffenheit“ – letzte Woche von dem erhabenen Gremium der selbsternannten Verteidiger der Freiheit in Deutschland veröffentlicht – sicherstellten darauf zu bestehen, dass sie nur von den höchsten Idealen motiviert sind. Sie gingen so weit zu versichern, dass sie „den BDS-Boykott Israels ablehnen“, aber „die Logik von Gegenboykott, ausgelöst vom parlamentarischen Anti-BDS-Beschluss für gefährlich halten“.

„Als Repräsentantinnen und Repräsentanten öffentlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen verbindet uns der staatliche Auftrag, Kunst und Kultur, historische Forschung und demokratische Bildung zu fördern und der Allgemeinheit zugänglich zu machen“, begann ihre Erklärung. „Dafür sind wir auf eine Öffentlichkeit angewiesen, die auf der normativen Basis der grundgesetzlichen Ordnung streitbare und kontroverse Debatten ermöglicht.“

Ihr Manifest fährt fort: „Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei auch marginalisierten und ausgeblendeten Stimmen, die für kulturelle Vielfalt und kritische Perspektiven stehen.“

Nach Angaben der Unterschreiber, darunter die Leiter des Goethe-Instituts, des Humboldt-Forums, des Wissenschaftskollegs Berlin und der Kulturstiftung des Bundes, stehe „der gemeinsame Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und jede Form von gewaltbereitem religiösem Fundamentalismus im Zentrum unserer Initiative“.

Unter Anspielung auf den Holocaust sagten sie, dass heute „eine spezifische Herausforderung für uns heute darin besteht, die Besonderheiten der deutschen Vergangenheit unseren Kooperationspartner:innen in der ganzen Welt verantwortungsvoll zu vermitteln, um eine gemeinsame Gegenwart und Zukunft zu entwerfen. Eine Vergangenheit, die einerseits geprägt ist durch den beispiellosen Völkermord an den europäischen Juden und Jüdinnen und andererseits durch eine späte und relativ zögerliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte. Dazu bedarf es eines aktiven Engagements für die Vielfalt jüdischer Positionen und der Öffnung für andere, aus der nichteuropäischen Welt vorgetragene gesellschaftliche Visionen.“

Eine jüdische, nicht europäische Gruppe, die all dem oben Geschriebenen – natürlich mit Ausnahme ihrer angeblichen Gegnerschaft zu BDS – zustimmt, ist eine Truppe in Berlin lebender Auslandsisraelis, die von einem Projekt namens Schule für das Verlernen des Zionismus eintaucht. In der Erklärung ihres Auftrags geben sie an: „Die Schule für das Verlernen des Zionismus entstand in Berlin (als Ort zwischen Tel Aviv und Ramallah) durch eine Gruppe jüdischer Israelis, die Teil einer Bewegung für Gleichberechtigung in Palästina/Israel ist und den Abbau von System anstrebt, die Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung anstreben.“

Das von der „Künstlerin und Aktivistin“ Yehudit Yinhar mit gegründete Projekt begann informell 2019 mit regelmäßigen Treffen gleichgesinnter Linker auf Hebräisch. Wegen seiner zunehmenden Popularität wurde daraus ein ernsteres Programm, das in einer Reihe Online-Veranstaltungen im Herbst diesen Jahres gipfelten.

In einem Interview mit der Internetseite The Left Berlin am 19. Oktober erklärte Yinhar: „Die Schule für das Verlernen des Zionismus wurde von einer Gruppe jüdischer Israelis – Künstler und Wissenschaftler – gegründet , die daran interessiert waren über das hegemoniale Narrativ  nachzudenken, in dem wir aufgezogen wurden. Das ist ein Raum, in dem wir über das Persönliche und das Politische in unserer Geschichte nachdenken, ebenso über Machtorte, die oft für die, die Teil davon sind, unsichtbar sind.“

Ihre Behauptung, dass sie und ihre Mitprodukte der Crème der la Crème der israelischen Gesellschaft mit einem „hegemonialen Narrativ“ aufgezogen wurden, ist lächerlich. Ihre nächste Behauptung – dass ein „Raum“ benötigt werde, „in dem Wissen, das in der Regel nicht Teil der Konversation ist, in der wir aufgezogen wurden, vorgelegt und diskutiert werden und neue Wissensverbindungen hergestellt werden könnten“- war ausgesprochen lachhaft.

Es handelt sich um eine junge Frau, die dazu erzogen wurde unabhängig zu denken, alles zu studieren, was ihr Herz begehrt und in Verfolgung ihrer Träume um den Globus zu ziehen, was der Grund ist, dass sie als Kunststudentin an der Weißensee-Kunsthochschule in Berlin (KHHB) landete.

Das hat sie jedoch nicht daran gehindert ein völlig falsches Bild des jüdischen Staates zu  zeichnen, aus dem sie kommt. Im Gegenteil, ihr Privileg scheint ihr die Lizenz zu geben die verzerrte Darstellung Israels durch andere zu fördern und zu nähren.

Ein kurzer Blick auf drei der Sprecher, die von der Schule für das Verlernen des Zionismus eingeladen wurden, um ihr antiisraelisches Gift zu spucken, reicht aus, um die erschreckende Beschaffenheit des Unterfangens zu begreifen. Nehmen Sie z.B. Ilan Pappé: Der israelische Professor an der University of Exeter in Großbritannien hielt am 8. Oktober eine Zoom-Ansprache mit dem Titel „Zionismus als Siedler-Kolonialismus“.

Dann ist da Ran Greenstein, Dozent an der Universität Witwatersrand in Südafrika. Der Autor von „Zionism and Its Discontents: A Century of Radical Dissent in Israel/Palestine“[1], sprach am 14. Oktober über „Zionismus herausfordern – alternative Wege in Israel/Palästina“.

Und Shir Hever, ein Wirtschaftswissenschaftler am Palestinian-Israeli Alternative Information Center – Autor von „Political Economy of Israel’s Occupation: Repression Beyond Exploitation“[2] – hielt am 15. Oktober eine geschmeidige Schmährede mit dem Titel „Marxist and revolutionary perspecitves of the economy oft he occupation – and their limits“.[3]

Diese fast satirischen Gestalten als „selbsthassende Juden“ zu bezeichnen wäre ungenau. Sie hassen Israel, nicht sich selbst oder gleichgesinnte linksextreme Mitglieder ihres Stammes. Dasselbe gilt für „Künstler“ wie Yinhar und hinterlistige Ihresgleichen.

Das wahre Bild, das sie und die Hüter der deutschen Kultur, die den Anti-BDS-Beschluss des Bundestags beklagen, gerne tarnen würden, ist eines, das Geld involviert. Tatsächlich ist es nicht ihre Freiheit sich auszudrücken, die in Gefahr ist, sondern ihre Finanzierung.

Als die KHHB, das vom Steuerzahler finanzierte Kunstinstitut, an dem Yinhar studiert, vom Inhalt der Vortragsreihe der Schule für das Verlernen des Zionismus Wind bekam, zog sie sofort ihre Euros ab. Letztes Jahr wandte der Bundestag dieselben Antisemitismus-Standards auf das Dutzend „kultureller und Forschungsinstitutionen an … die einen Auftrag des Staates haben Kunst und Kultur, historische Forschung und demokratische Bildung zu fördern“.

Angesichts des aktuellen Aufschreis aus diesen Institutionen ist klar, dass deutsche Gesetzgeber ihren Beschluss durchziehen, wenigstens weit genug, um die Programme der intellektuellen Schwätzer klamm zu halten. Und zwar zurecht.

[1] Zionismus und seine Unbehagen: Ein Jahrhundert radikaler Meinungsverschiedenheiten in Israel/Palästina

[2] Die Politische Wirtschaft der israelischen Besatzung: Unterdrückung über Ausbeutung hinaus

[3] Marxistische und revolutionäre Perspektiven auf die Wirtschaft der Besatzung – und ihre Grenzen

Nicht wirklich frei

Europäische Demokratien schicken Dutzende Millionen Euros, um die israelische Gesellschaft und Politik zu manipulieren

Gerald M. Steinberg, Jerusalem Post, 13. April 2010

Zweiundsechzig Jahre nach der Wiedergeburt der Souveränität, die 2000 Jahren Exil und Machtlosigkeit folgte, kämpft der jüdische Staat immer noch um wahre Unabhängigkeit. Über die völkermörderischen Drohungen der iranischen Führung und ihrer Stellvertreter hinaus geben europäische Demokratien Dutzende Millionen Euros, Pfund und Kronen aus, um die israelische Gesellschaft und Politik zu manipulieren. Dieses weitgehend versteckte europäische Geld, mit dem so genannte „zivilgesellschaftliche“ Organisationen wie B’Tselem, Yesh Din, Ir Amim, das Public Committee Against Torture, Peace Now und Dutzende weitere finanziert werden, untergräbt die jüdische Souveränität und das Recht unsere Zukunft selbst zu bestimmen.

Mit diesen ihnen zur Verfügung stehenden großen Geldsummen haben diese selbst ernannten Führer dieser vom Ausland finanzierten Nichtregierungs-Organisationen (angemessen als GONGOs bekannt) oft größeren Einfluss als gewählte Volksvertreter. Sie bestimmen oft die politische Agenda, werben in der Knesset und der UNO für ihre Ziele und dominieren die mediale Diskussion über Israel.

Zum Beispiel leistet B’Tselem hinter der Fassade der Zivilgesellschaft und unter Nutzung europäischer Steuergelder sowie Spenden aus dem New Israel Fund von seinen Büros in London und Washington intensive Lobbyarbeit in Unterstützung der Blutschuld-Verleumdungen des Goldstone-Berichts. Parallel wirbt die selbst ernannte Coalition for Women for Peace für Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen, um israelischen Firmen zu schaden. Und eine Hand voll Einzelpersonen von Breaking the Silence (BTS) erhielt eine Einladung durch ganz Europa zu reisen (alle Kosten wurden übernommen), um Journalisten, „Intellektuellen“ und linken Politikern zu erzählen, dass Israel – und nicht die Hamas oder die Hisbollah – der wahre „Kriegsverbrecher“ ist. BTS-Filme wurden auch als Teil der Aktivitäten zur Israel Apartheid Week im letzten Monat an allen möglichen Universitäten gezeigt.

In dieser Form europäischen Neokolonialismus pushen diese Gruppen die von ihren Mäzenen erkorene Politik, während mit Themen, die für die Israelis eine zentrale Rolle spielen, kurzer Prozess gemacht wird. Das Ergebnis: Nur wenige Berichte von „Menschenrechts“-Gruppen handeln von Gilad Shalit, Frauen als Opfern arabischer Ehrenmorde oder anderen Fragen, die in der europäischen Agenda fehlen.

Diese Gelder erlauben den GONGOs nicht nur die Wahrnehmung Israels im Ausland, sondern auch den israelischen Diskurs zu manipulieren. Beim Obersten Gerichtshof werden viele der Fälle, die mit den Kernfragen von Krieg und Frieden, Menschenrechten und Sicherheit verbunden sind, gerade von den GONGOs vorgebracht, die den Großteil ihrer Gelder von europäischen Regierungen erhalten. Mit diesen riesigen Ressourcen bestellen diese Organisationen Anwälte an und betreiben massive Medien-Kampagnen. Auf diese Weise erfreuen sich Gruppen wie B’Tselem und die Association for Civil Rights in Israel im Rechtssystem der unfairen Vorteile von „Wiederholungsklägern“.

Eine Reihe israelischer Regierungs-Anwälte erhielten von diesen eng ideologisierten Gruppen während ihrer Ausbildung Stipendien. Und einige einflussreiche Journalisten sind ebenfalls eng mit den vom NIF und europäischen Regierungen finanzierten NGOs verbandelt. Es würde nicht überraschen, den Einfluss dieser NGOs bei der ideologischen Bildung von Anat Kamm festzustellen; sie behauptete IDF-„Kriegsverbrechen“ aufzudecken, als sie geheime Militärdokumente kopierte und an einen Journalisten weitergab.

Doch trotz der Macht, die diese Gruppen ausüben, wissen weder die Israelis noch die Europäer, wer die Entscheidungen trifft, wie dieses Geld verteilt wird, um die palästinensische Sichtweise zu fördern, Israelis als Kriegsverbrecher zu dämonisieren und die öffentliche Diskussion zu manipulieren. Ungenannte Beamte in Brüssel, London, Stockholm, Oslo, den Haag, Madrid, Barcelona, Paris und andernorts in Europa kontrollieren relativ große Summen ohne öffentliche Rechenschaftsberichte. Jedes Jahr verkündet die Europäische Union hohe Beihilfen unter dem Banner der „Partnerschaften für den Frieden“, dem „Europäischen Instrument für Demokratie und Menschenrechte“ und anderen Programmen, aber die entscheidenden Details werden oft vor der Öffentlichkeit verborgen. In den einzelnen Staaten werden Programme und Haushalte, die zur Hilfe für Menschenrechte geschaffen wurden, an radikale NGOs umgeleitet, die dieselben antiisraelischen Agenden fördern.

Die Standarderklärung lautet, diese europäischen Gelder spiegelten die Unterstützung für Frieden und gegen „Besatzung“. Die USA, insbesondere unter Barack Obama, hat ähnliche Ziele, versucht aber nicht sie aufzuzwingen, indem sie die israelische Gesellschaft und Politik unterhalb der Tischplatte manipuliert oder indem sie israelische Gruppen nutzt, um für Goldstone zu werben. Mit der Ablehnung, jegliche signifikanten Aspekte ihres Entscheidungsfindungsprozesses offen zu legen, verletzt die EU übrigens ihre eigenen Transparenz-Regeln.

Er erste Schritt, um Israels verloren gegangene Unabhängigkeit wiederzugewinnen, besteht darin, der Öffentlichkeit diese Information zu geben. Um das zu erreichen, hat eine Gruppe Knesset-Abgeordneter aus einer Reihe von Parteien einen Gesetzesentwurf eingebracht, der finanzielle Transparenz verlangt – insbesondere bezüglich Geldern, die von Regierungen des Auslands stammen.

Doch Geheimhaltung bedeutet auch Macht; und die NGO-Vertreter am Empfängerende haben eine Desinformations-Kampagne auf die Beine gestellt, die genau diese Transparenz verhindern soll. Der Gesetzesentwurf wird hysterisch als „größte Einzelbedrohung für die israelische Gesellschaft seit ihrem Beginn“ dargestellt. Die NGOs fürchten, wenn sie ihren politischen Aktivitäten die Finanzierung durch Auslandsregierungen hervorheben, könnte sie da in den Augen der israelischen Gesellschaft diskreditieren.

Genau diese öffentliche Debatte ist für Unabhängigkeit und Souveränität zentral und steht in scharfem Gegensatz zu Entscheidungen, die von anonymen europäischen Beamten getroffen werden, die heimlich Gelder aus Steuereinnahmen austeilen. NGO-Vertreter behaupten auch, das vorgeschlagene Gesetz sei unnötig und unter den bestehenden Regularien bestünde bereits Transparenz. Wenn das der Fall wäre, würden sie nicht große Werbeflächen schalten und Ströme an panischen E-Mails verschicken.

Nach 62 Jahren Unabhängigkeit gibt es immer noch viel Raum für Verbesserungen. Einige Aspekte werden viele Jahre brauchen, aber andere, wie die Beendigung der übertriebenen und heimlichen Einflussnahme auf israelische Kernentscheidungen durch Auslands-Regierungen, sind zu Greifen nahe.

Auch Juden können Antisemiten sein!

Gilad Atzmon, das Musterbeispiel eines jüdischen Antisemiten, ist nicht allein

Manfred Gerstenfeld und Leah Hagelberg, Israel National News, 28. November 2016

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In einem weltweiten Antisemitismus-Wettbewerb für Juden würde Großbritannien vermutlich von Gilad Atzmon vertreten. Die von diesem Musiker, einem Israeli, der sagt er habe seinen Reisepass zerrissen,[1] veröffentlichten Verunglimpfungen sind derart heftig, dass selbst die palästinensische Internetseite Electronic Intifada sich von seinem Antisemitismus distanziert hat.[2]

Die Analyse seiner Äußerungen kann damit als Musterbeispiel für ähnliche Bewertungen trügerischer Verleumdungen durch jüdische Antisemiten dienen.

Die Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA)[3] ist ein angemessenes Mittel die Veröffentlichungen dieses Serienverleumders Israels und der Juden zu analysieren. Die Definition benötigte die Zustimmung ihrer 31 Mitgliedsstaaten – darunter Großbritannien.

Die IHRA-Definition besagt, dass es antisemitisch ist „die Juden als Volk oder Israel als Staat der Erfindung oder Übertreibung des Holocaust“ zu beschuldigen. Die Definition schließt ein, dass es antisemitisch ist „Gleichsetzungen zeitgenössischer israelischer Politik mit der der Nazis vorzunehmen“. Atzmon verhöhnt den Holocaust und seine Überlebenden in einem Artikel mit dem Titel „After all, I am a proper Zionist Jew…I am a Holocaust Survivor“[4], in dem er schreibt: „Ja, ich bin ein Überlebender, denn ich habe es geschafft all die gruseligen Berichte vom Holocaust zu überleben.“[5]

Er fügt hinzu: „Ich bin zudem völlig gegen Holocaustleugnung. Ich hasse die, die den Völkermord bestreiten, der im Namen des Holocaust stattfindet. Palästina ist ein Beispiel dafür…“[6]

Atzmon reitet seine Attacken auch oft gegen sogenannte jüdische „Progressive“. Dazu gehört die jüdische antizionistische Linke.[7][8] Er greift zum Beispiel den Amerikaner Max Blumenthal an,[9] der wiederholt Israel mit den Nazis gleichsetzte.[10] In einem Artikel mit dem Titel „Goyim Must Obey“[11] beschuldigt Atzmon die jüdischen Antizionisten, sie würden Goyim und sogar Palästinensern sagen, was ihnen zu tun erlaubt ist und wem sie zuhören dürfen oder nicht“[12] – genauso wie das eigentlich die Welt kontrollierende erwählte Volk es macht.

Er fügt an: „Vielleicht muss Goyim aller Altersstufen und Reihen gesagt werden, was sie tun ‚müssen‘: das ist einfach Teil davon auserwählt zu sein – (Ich bin nicht mehr auserwählt, also kann ich das nicht sagen)“.[13] Das stellt sicher, dass niemand Atzmons Antisemitismus „in der Annahme, dass Antizionismus kein Antisemitismus ist“ mit legitimer Kritik verwechseln kann.

Atzmons Ansichten sind klassischer Antisemitismus in Übereinstimmung mit den Protokollen der Weisen von Zion, die er als wahr und richtig verteidigt.[14]

Atzmon greift sogar Juden an, die sich komplett von Judentum und den Zionismus distanzieren.[15] Einer davon ist Shlomo Sand – ein israelischer Historiker und selbsternannter ehemaliger Jude, der The Invention of the Jewish People[16] schrieb. Eine andere ist Avigail Abarbanel – eine ehemalige Israelin, die heute als pro-palästinensische Aktivistin und Autorin für die antiisraelische Internetseite Mondoweiss tätig ist; daneben ist sie Psychotherapeutin in Australien. Laut Atzmon sind sie immer noch von „koscherem Binärdenken“ infiziert und weiterhin dem jüdischen Stammessystem verbunden sowie vom Holocaust besessen.

Er behauptet auch, dass Abarbanel es ablehnt ausreichend selbstbeobachtend zu sein, um „in den Spiegel zu sehen und zu identifizieren, was an den Juden dran ist, das so viele Anfeindungen zu so vielen unterschiedlichen Zeiten und an so vielen unterschiedlichen Orten hervorruft… etwas, das Bernard Lazare, ein früher Zionist, sehr wohl machte…“[17] Lazare, der vor mehr als hundert Jahren starb, gab in seiner Analyse des Antisemitismus viele selbsthassende Kommentare ab.[18]

Die IHRA-Definition besagt: „Unwahre, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotypische Beschuldigungen gegen Juden als solche oder die Macht der Juden als Kollektiv zu erheben – so z.B. besonders, wenn auch nicht ausschließlich den Mythos einer jüdischen Weltverschwörung oder dass Juden die Medien, Wirtschaft, Regierung oder soziale Institutionen kontrollieren – ist ein Beispiel für Antisemitismus.“

Äußerungen Atzmons fallen in diese Kategorie der IHRA-Definition, wenn er fragt: „Warum haben die Juden, ein Volk, das von seiner eigenen Vergangenheit besessen ist, so viel Angst vor anderen Völkern, zum Beispiel ‚weißen‘ Menschen, die bezüglich ihrer eigenen Vergangenheit wehmütig sind?“[19] Er beantwortet seine eigene Frage so: „Der progressive Jude versteht, dass die Arbeiterklasse sehnsüchtig auf eine Gesellschaft blickt, wie sie war, bevor Jerusalem dominierte; das heißt auf eine Zeit, bevor die amerikanische Politik von Typen wie Saban, Soros, Goldman Sachs und anderen globalen Kapitalisten kontrolliert wurde, die von Produktion, Herstellung und Landwirtschaft abgeschirmt waren.“[20]

Jüdische Verschwörung und jüdische Macht sind eine Klammer der verlogenen Verleumdungen Atzmons. Er schreibt: „Jüdische Macht ist die Macht Kritik an jüdischer Macht zum Schweigen zu bringen“, und erklärt weiter: „Für Leute, die in den USA, Großbritannien und Frankreich leben, ist jüdische Macht das Medium über das unsere Politik stattfindet.“[21]

In einem Artikel über George Soros, einen extrem antizionistischen amerikanischer Kritiker Israels, den er ständig als „den jüdischen Milliardär“ und „den jüdischen Oligarchen“ bezeichnet, schreibt Atzmon: „Soros‘ E-Mail wirft ein Licht darauf, wer im Westen tatsächlich den Ton angibt.[22] Eindeutig sind es nicht unsere sogenannten ‚demokratisch gewählten‘ Politiker. Stattdessen ist es „ein kleiner Kader an Oligarchen, Leute wie Soros und Goldman Sachs.“[23] Das ethnische Erbe dieser „Oligarchen“ ist unausgesprochen Teil davon.

Atzmons Artikel „For Goy Hatred on Speed Subscribe to the Forward”[24] ist voll von diesen Verschwörungstheorien, einschließlich der, dass “Wilhelm Reich, Marcuse und die Kulturmarxisten ihre sexualisierte Interpretation des ‚Sozialismus‘ nutzten, um den Westen zu schwächen und die Einheit der Arbeitsbewegung irreparabel zu vernichten“. In demselben Artikel macht Atzmon zudem den Bolschewismus, Kulturmarxismus, zionistische Konservative und den Zionismus für „jüdische Ideologien und politische Methoden“ verantwortlich, die zu einem „Jahrhundert der weltweiten Katastrophen“ geführt haben.[25]

In der IHRA-Definition heißt es: „Juden als Volk zu beschuldigen, für die realen oder eingebildeten Verbrechen verantwortlich zu sein, die eine einzelne jüdische Person beging oder sogar für Taten, die von Nichtjuden begangen werden, ist antisemitisch.“ Atzmon schreibt: „Wenn wir schon von Entschuldigungen reden, dann muss das Board of Deputies[26] sich immer noch für Lord Janner entschuldigen, der angeblich britische Waisen vergewaltigt hat, als er ihr Präsident war und daher mehr oder weniger die britischen Juden repräsentierte.“[27]

Ein weiteres Beispiel für Antisemitismus laut der IHRA-Definition ist die Beschuldigung jüdischer Bürger, sie seien Israel loyaler ergeben als ihrer eigenen Nation. Atzmon schreibt: „Die sogenannten ‚Antisemiten‘ – diejenigen, die Juden hassen, weil sie Juden sind – sprachen von Juden als Chamäleons. Sie konnten einfach die fehlende Integrität im Herzen der jüdischen Politik nicht verstehen. Sie konnten nicht begreifen, wie Juden so schnell die Verbündeten wechseln können.“[28]

Dieser Artikel trägt die Überschrift „Is Bibi a Lizard?“[29], was sich eindeutig auf die übliche Verschwörungstheorie von Reptilien-Hybriden bezieht, die die Welt kontrollieren, wie sie von David Icke vorgebracht wird.[30] Atzmons Artikel bezieht sich auf diesen britischen Fußballer und Sport-Ansager, der sich in einen Autor, öffentlichen Redner und Verschwörungstheoretiker verwandelte.[31]

Warum sollte Atzmon, der hauptsächlich auf seiner Internetseite veröffentlicht, Aufmerksamkeit gewidmet werden? Es gibt dafür mehrere Gründe. Einer ist, dass in einem teilweise antisemitischen Klima selbst eine Randfigur bei der Förderung der Aufstachelung gegen Juden und Israel helfen kann. Im Vereinten Königreich stimmen laut einer Studie der Universität Bielefeld von 2011 42% der Erwachsenenbevölkerung der irren Aussage zu, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führt.[32]

Atzmon hat in der britischen Linken einigen Einfluss gewonnen, darunter bei der Sozialistischen Arbeitspartei und Indymedia.[33] Einer seiner Artikel ist von der extrem antiisraelischen Baroness Tonge[34] verbreitet worden. Artikel über Atzmon sind im The Atlantic[35] und im Guardian[36] erschienen. Sein Buch The Wandering Who[37] ist vom antizionistischen John Mearsheimer, R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor für Politikwissenschaften an der University of Chicago und mit Stephen Walt aus Harvard Co-Autor von Die Israel-Lobby begrüßt worden.[38]

Oft ist das unsinnige Argument zu hören, dass Juden keine Antisemiten sein können. Darüber hinaus hat Atzmon aus irgendeinem Grund eine Aura der Legitimität, weil er Jude und Ex-Israeli ist, der einst in der IDF diente und heute diese heute kritisiert. Der Fall Atzmon, eines großen jüdisch-antisemitischen Hetzers, ist nicht der einzige. Einer unter vielen anderen ist der schon erwähnte Max Blumenthal. Er ist der Sohn von Sidney Blumenthal, einem engen Berater Hillary Clintons, von dem man weiß, dass er Artikel seines den Holocaust umkehrenden Sohnes an die geschlagene Präsidentschaftskandidatin weitergab.[39]

In den Niederlanden verstarb 2014 der führende jüdische, antisemitische Hetzer Hajo Meyer. Er ging sogar nach Deutschland, um an einer Schule in Gütersloh – die von einer Holocaust-Gedenkstiftung eine Beihilfe erhielt – zu sprechen; den Schülern dort sagte er, dass Israel ein Nazistaat ist.[40] Atzmon scheint ihn noch nicht entdeckt zu haben.

[1] http://ericwalberg.com/index.php?option=com_content&view=article&id=635:renouncing-jewishness-shlomo-sand-and-gilad-atzmon&catid=41:culture-and-religion&Itemid=94

[2] https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/palestinian-writers-activists-disavow-racism-anti-semitism-gilad-atzmon

[3] https://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[4] Immerhin bin ich ein anstängier zionstischer Jude … ich bin ein Holocaust-Überlebender

[5] http://www.rense.com/general88/afterall.htm

[6] ebenda

[7] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/30/jewish-bigotry-on-speed-just-check-out-rabbi-jonathan-sacks

[8] http://www.gilad.co.uk/writings/2014/11/26/the-pathology-of-max-blumenthal

[9] http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TOP-TEN-2013.PDF

[10] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/27/goyim-must-obey

[11] Nichtjuden müssen gehorchen

[12] ebenda

[13] http://www.thejc.com/comment-and-debate/columnists/149209/life-termite-colony

[14] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/10/12/can-jews-ever-leave-their-cult

[15] ebenda

[16] Die Erfindung des jüdischen Volkes

[27] Robert S. Wistrich: A Lethal Obsession: Anti-Semitism from Antiquity to the Global Jihad. New York (Random House) 2010, S. 16-17.

[18] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/28/utopia-nostalgia-and-the-jew

[19] ebenda

[20] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/7/30/jewish-power-in-decline

[21] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/18/george-schwartz-soros-the-oligarch-who-owns-the-left

[22] ebenda

[23] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/8/24/for-goy-hatred-on-speed-please-subscribe-to-the-forward

[24] Für auf Nichtjuden gerichteten Hass auf Speed abonnieren Sie den Forward

[25] ebenda

[26] der Vorstand der jüdischen Dachorganisation Großbritanniens

[27] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard http://www.theatlantic.com/national/archive/2013/10/how-spot-reptilians-runing-us-government/354496/

[28] http://www.gilad.co.uk/writings/2016/9/12/is-bibi-a-lizard

[29] Ist Bibi eine Eidechse?

[30] library.fes.de/pdf-files/do/07908-20110311.pdf.

[31] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[32] http://jewishnews.timesofisrael.com/baroness-tonge-shares-article-about-jewish-power/

[33] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19290

[34] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[35] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[36] http://www.theguardian.com/commentisfree/2011/sep/25/gilad-atzmon-antisemitism-the-left

[37] Der wandernde Wer

[38] http://www.theatlantic.com/national/archive/2011/09/john-mearsheimer-endorses-a-hitler-apologist-and-holocaust-revisionist/245518/

[39] http://www.jpost.com/Opinion/No-Holds-Barred-Hillarys-Clintons-troubling-relationship-with-Israel-hating-adviser-441158

[40] http://www.jpost.com/Jewish-World/Jewish-Features/Germans-use-anti-Israel-Jews-to-soothe-Holocaust-guilt

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (20.-26. November 2016)

Sonntag, 20.11.2016:

Auf einer Parade in der Altstadt von Jerusalem wurde am Freitag Hamas-Flaggen gezeigt. Die Polizei konnte zwei Personen festnehmen.

Die Polizei von Jerusalem gab die Festnahme zweier arabischer Jugendlicher aus Jerusalem bekannt; die beiden hatten auf Facebook zu Gewalttaten aufgerufen. In dem Zusammenhang wurde auch ein 32-jähriger Araber festgenommen.

Montag, 21.11.2016:

Die Untersuchungshaft eines PA-Journalisten, dem Mitgliedschaft in der PFLP vorgeworfen wird, wurde erneut verlängert. Er wurde am 23. April festgenommen.

Heckmeck:
– Frankreich wird den geplanten „Friedensgipfel“ verschieben, vielleicht sogar absagen. Grund ist die US-Präsidentenwahl und die Signale, die aus den USA kommen.

Dienstag, 22.11.2016:

PA-TV lehrt Kinder: Israel und die USA ermordeten Arafat, „weil er bis zum letzten Atemzug die Kinder seines Volks verteidigte, im Krieg wie im Frieden, diplomatisch und mit dem Gewehr.“

Mittwoch, 23.11.2016:

Ein Kleriker der Al-Aqsa-Moschee sagt die Muslime sollten sich in Pakistan Atomwaffen besorgen und damit Israel vernichten.

Angesichts mehrerer, teilweise recht großer Brände, bei denen sogar Feuerbekämpfungsflugzeuge aus dem Ausland aushalfen, wird die Polizeipräsenz im öffentlichen Raum verstärkt, um Brandstiftungen zu verhindern.

Donnerstag, 24.11.2016:

In Israel gibt es eine ganze Menge, teilweise sehr heftiger und großer Flächenbrände. Einige Staaten haben schon ihre Flugzeuge zur Feuerbekämpfung nach Israel geschickt. In Haifa wurden ganze Stadtviertel evakuiert, auch einige jüdische Orte in Judäa und Samaria sowie Um el-Fahm im Norden Israels wurden geräumt. Mindestens die Hälfte der Brände scheinen durch Brandstiftung entstanden zu sein. Palästinenser und weitere Araber feiern in sozialen Medien die Brände mit dem Hashtag „Israelisburning“ (Israel brennt). U.a. wird auch behauptet, dass sei göttliche Vergeltung dafür, dass ein Gesetz beschlossen werden soll, mit dem die Lautstärke von muslimischen Gebetsrufen über Lautsprecher heruntergefahren würde.

WAFA (die regelmäßig lügende PA-Nachrichtenagentur) behauptet „israelische Siedler“ aus Yitzhar bei Nablus/Schechem hätten Brände gelegt und die Brände gefeiert.

Die Polizei nahm 2 Araber fest, die unter Verdacht stehen Anfang des Monats israelische Autofahrer an der Altstadt angegriffen zu haben.

Heckmeck:
– Die PA stellt wieder Vorbedingungen: Gespräche gibt es nur, wenn Netanyahu allen „Siedlungsbau“ einstellt und die französische Friedensinitiative annimmt.

Anmerkungen zu den Bränden:
Barry Shaw: Fernsehsender im Ausland berichten, die in Israel tobenden Brände wurden vom Wetter verursacht.
Bitte sagt ihnen, dass Jordanien, der Libanon und Ägypten dasselbe Wetter haben und dort keine Brände an verschiedenen Stellen gleichzeitig ausbrechen.
Bedeutender ist: Diese Brände brachen nicht in von palästinensischen Arabern besetzten Gebieten aus. Diese Brände wurden nicht von der Natur oder durch Nachlässigkeit verursacht.
Paula R. Stern: 60.000 – inzwischen mehr als 75.000 Menschen wurden wegen MEHR ALS 300 Fällen von Brandstiftung aus ihren Heimen in Israel evakuiert… TERRORISMUS gegen das Land und das Volk Israel.
Haifa und die Universität wurden geschlossen. Feuer brennen hier seit drei Tagen … Dutzende Häuser und Wohnungen sind zerstört worden.
Zwei Tankstellen sind in Reichweite von Feuern.
Bisher sind mehr als 50% dieser Feuer sind BESTÄTIGTE Brandstiftung … Terror – in den letzten drei Tagen mehr als DREIHUNDERT Terroranschläge in Israel.

Die PA hat nach Aussage von Benjamin Netanyahu Hilfe bei der Bekämpfung der Brände angeboten. YNet berichtet, dass 4 Feuerwehrwagen der PA in Haifa helfen.

Freitag, 25.11.2016:

Die jüdische Fünfte Kolonne: Der Mitgründer von Peace Now, Prof. Avraham Goldblum, postete auf seiner Facebook-Seite, dass Premierminister Netanyahu hinter den Brandstiftungen steckt, weil er von eigenen Skandalen ablenken wolle.

Samstag, 26.11.2016:

Heute waren 29 Löschflugzeuge in Israel aktiv; sie kommen auch aus mehreren anderen Ländern, weil Israel gar nicht so viele Flugzeuge hat. 39 Personen wurden bisher wegen Verdacht auf Brandstiftung festgenommen.

Nissans Quotes and Notes Corner: Zwei und Zwei zusammenrechnen

Nissan Ratzlav-Katz, 14. September 2008

Für diese Ausgabe der Ecke für Zitate und Anmerkungen gehe ich nicht allzu weit in die Geschichte zurück.

Am Samstag berichtete Tzvi Ben Gedalyahu von IsraelNationalNews.com: „Ein arabischer Terrorist stach im Shalhevet-Viertel in Yitzhar in Samaria am Sabbath auf einen neun Jahre alten Jungen ein, brannte ein leeres Haus ab und legte Feuer an einem zweiten Gebäude.“

Die üblichen Verdächtigen aus den arabischen Parteien, der Meretz und von Peace Now kreischten von „gewalttätigen Siedlern“, nachdem Einwohner von Yitzhar einen kleinen, organisierten Tumult in dem arabischen Dorf organisierten, aus dem der Angreifer angeblich kam oder wohin er flüchtete: Asira al-Kabaliya. Umgeworfene Autos, abgefeuerte Schüsse, Sachen, die in Brand gesetzt wurden. So etwas.

Einen Tag früher wurde von Hana Levi Julian berichtet: „Gewalttätige Krawalle brachen im von der PA kontrollierten Dorf Na’alin am Freitag aus, wobei zwei Grenzpolizisten leicht verwundet im Gewühl zurückblieben. Linke israelische Aktivisten, Ausländer und PA-Araber sorgen dort fast täglich für Tumulte…“

Gehen wir noch ein paar Tage in der letzten Woche zurück, den langen Weg bis Mittwoch. IsraelNationalNews.com berichtete: „Rund 100 Araber aus dem Dorf Asira al-Kabaliya bei Yitzhar in Samaria randalierten am Mittwoch gewalttätig nahe Yitzhars Viertels Shalhevet. Sie warfen Steine, fluchten und setzten Felder in Brand. Das Feuer breitete sich in die Gemeinde aus und wurde erst vor einem Haus mit einer Mutter und drei Kindern gelöscht.“

Was sagten die Typen von Meretz und Peace Now am Mittwoch über DIESE Randale in der Gegend von Yitzhar? Und am Freitag über DIE Randale in Na’alin?

Genau.

 

Nissans Notes and Quotes Corner: Peace Now und Hetze

Nissan Ratzlav-Katz, 31. August 2008

Unsere Hana Levi Julian berichtete letzte Woche: “Peace Now-Kopf zieht wegen Sabbat-Botschaft von Rabbi in den Krieg“. Es scheint so, dass Peace-Now-Generalsekretär Yariv Oppenheimer plant dem Generalstaatsanwalt eine Petition vorzulegen, in der verlangt wird, dass gegen Rabbi Yisrael Rosen Klage wegen „Hezte und Aufruf zu Mord“ erhoben wird. Der Rabbi bezeichnete Mitglieder von Peace Now als „Informanten“, die in einem auf der Torah gründenden Rechtssystem durchaus der Todesstrafe unterworfen werden könnten.

Abgesehen von der Frage der freien Meinungsäußerung, dem Recht Meinungen zu theoretischen Rechtsfragen anzubieten und dem Gesetz des Staates Israel, das für „Handlungen, die dazu vorgesehen sind Territorium aus der Staatsgewalt des Staates Israel zu entfernen“ die Totdesstrafe verlangt – abgesehen von all dem, gibt es noch Folgendes:

Der bekannte Schriftsteller Amoz Oz, einer der Gründer von Peace Now, schrieb: „Die Siedlungsbewegung ist „eine messianische Junta, isoliert und grausam, ein Haufen bewaffneter Gangster, Kriminelle gegen die Menschlichkeit, Sadisten, Pogromisten und Mörder, die aus einer dunklen Ecke des Judentums kamen… aus den Kellern der Bestialität und Verunglimpfung… um eine durstige und geistesgestörte Anbetung blutiger Herrschaft zu verursachen.“ (8. Juni 1989, Yediot Aharonot, auf Grundlage der Rede von Oz am Vorabend vor einer Menge von Peace Now-Demonstranten in Tel Aviv)

Prof. Zeev Sternhal forderte Panzer, um die jüdische Stadt Ofra zu zermalmen – als Teil eines Bürgerkriegs, der von Kräften der Antisiedlerbewegung begonnen würde (Maariv, 1988).

Wir können schlecht Peace Now für Sternhals Schwachsinn verantwortlich machen, aber ein weitere Peace Now-Veteran, der Künstler Yigal Tumarkin, sagte zu Sternhals Vorschlag: „Mein wahrer Beitrag wäre mir eine Maschinenpistole zu greifen, statt einen Füller und Bleistift, und sie zu töten.“ (Hadashot, 28. September 1988)

Ich nehme mal an, mit “sie” meint Tumarkin nicht Sternhal und seine Helfer.

Dann gibt es da noch die prominente Peace Now-Aktivistin und Knessetmitglied für die Meretz-Partei, Naomi Chazan. Auf einem Trefen der Humanist Judaism Federation im Jahr 1992 sagte sie: „Nur wenn wir Erfolg damit haben diese furchtbar schlimme Sache loszuwerden, die Übernahme unseres Lebens durch die schwarzen Teufel, können wir alles Gute im Staat aufziehen.“

Ich nehme mal an, dass sie mit „schwarze Teufel“ nicht die schwarz gekleideten Richter des Obersten Gerichtshofs meinte.

Und bis Ariel Sharon ein Auftragnehmer für einen Teil der Politik von Peace Now wurde, nannte man ihn wegen seiner Rolle als Verteidigungsminister in der Leitung des „Frieden für Galiläa“-Kriegs im Libanon 1982 einen Mörder.

Es möge mir fern liegen über Beschimpfungen zu jammern (anders als unsere Freunde bei MEND), aber vielleicht ist die neueste Drohung von Peace Now mit einer Klage einer der Fälle, wo der Topf den Tiegel „schwarzer Teufel“ nennt.

 

Nissans Notes and Quotes Corner: Die Brunnen vergiften

Nissan Ratzlav-Katz, 4. Juli 2008

Hier ist wieder etwas aus der Grabbelkiste der Geschichte und wie sich das auf die derzeitigen Ereignisse auswirkt:

Im Januar 2003 berichtete WAM, die Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate, dass das in den Emiraten beheimatete Zayed Centre for Coordination and Follow-Up ein Buch mit dem Titel „Israel’s Water Security“ (Israels Wasser-Sicherheit) veröffentlichte; dieses „beschäftigte sich mit dem Konflikt, der aus den israelischen Plänen und expansionistischen Entwürfen aufkam“. Das Buch versucht „die Auswirkungen dieser Pläne auf die Sicherheit der Araber zu analysieren“, berichtete WAM.

Nach dem Vermerk, dass die Wassersicherheits-Politik Israels lediglich eine Tarnung für „expansionistische Pläne“ sei, stellt die Nachrichtenagentur der Vereinigten Arabischen Emirate die Schlussfolgerung des Zayed Centre vor: „Israel leidet keine Wasserknappheit wie andere Länder in seiner Nachbarschaft. Es hofft lediglich das Problem zu eskalieren, um daraus Nutzen zu ziehen und seine Hegemonie und Kontrolle über die natürlichen Ressourcen, einschließlich des Wassers, in der Region zu rechtfertigen.“ Die einzige Antwort, schließt WAM in dieser Frage, ist „ein kollektives arabisches Handeln, um diesen Plänen entgegenzutreten.“

Was hat das mit 2008 zu tun? Ich frage mich, ob B’Tselem sich an diesem „kollektiven arabischen Handeln“ bewusst beteiligt oder nur zufällig. B’Tselem behauptete: „Der chronische Wassermangel ist zu einem großen Teil das Ergebnis der diskriminierenden Politik Israels bei der Verteilung der gemeinsamen Wasser-Ressourcen in der Westbank und den Grenzen, den Möglichkeiten der palästinensischen Autonomiebehörde zum Bohren von neuen Brunnen auferlegt.“

Es gab einmal die Verleumdung, dass die Juden die Brunnen vergifteten; heute besteht sie darin, dass die Juden die Brunnen verhindern.

Sagte ich „Verleumdung“?

Auf Israel National News wurde berichtet:

„Mekorot, die nationale Wasserversorgungsgesellschaft, stritt Vorwürfe der Gruppe B’Tselem ab, dass Israel eine diskriminierende Wasserpolitik gegenüber arabischen Dörfern in Judäa und Samaria betreibe. Die Firma berichtete, dass sie diesen Gegenden mehr Wasser zur Verfügung stellt als nach den Oslo-Vereinbarungen verlangt.

Mekorot sagte, es liefere 500 Millionen Kubikmeter pro Jahr in arabisch kontrollierte Gebiete von Judäa und Samaria, was 30 Prozent mehr ist als nach den derzeitigen Vereinbarungen verlangt ist. Das bedeutet, dass Israel 80 Prozent des von diesen arabisch kontrollierten Bereichen benötigten Wassers liefert. Die Nationale Wasserbehörde antwortete, dass Knappheiten in diesen Gegenden von der schlechten durch die PA gebauten Infrastruktur und örtlichen Wasserdieben herrührt.“

Und das während der Woche von Parshat Chukat, die die Rolle des Wassers für die Juden während ihres Zugs durch die Wüste Sinai betont.


Einige Informationen mehr zur Wasser-Lage in den Paläestinensergebieten findet sich auch (größtenteils auf Englisch; aber bitte in die Kommentare sehen) bei der Bloggerin Beer7: Hatte ich schon erwaehnt, dass wir ein Jahr der Duerre erleben?
In den Kommentaren wird auch auf einen sehr ausführlichen Beitrag zum Thema in einem weiteren Blog verwiesen, den man sich in Ruhe durchlesen sollte.