Gideon Levy von Ha’aretz verbreitet sein antiisraelisches Gift im Ausland

CAMERA, 17. April 2015

Die israelische Tageszeitung Ha’aretz hat in Israel eine minimale Kundschaft. Nach Angaben einer kürzlich erfolgten Studie von Target Group Index (TGI) betrug die Leserschaft von Ha’aretz lediglich 5,8% des Nachrichtenmarkts. Und selbst dieser Minimalanteil ist höher als er noch letzten Sommer während der IDF-Operation Fels in der Brandung zur Beendigung des Hamas-Raketenfeuers war. Damals lagen die Zahlen noch niedriger, weil einer großen Zahl Abonnementskündigungen, die durch ein Op-Ed des Kolumnisten Gideon Levy ausgelöst waren, in dem er israelische Piloten dafür verurteilte, dass sie ihre militärischen Befehle ausführten. Die meisten Israelis erkannten Ha’aretz als das, was sie ist: eine ideologische Zeitung mit einer linksextremen Redaktionspolitik, die mehr an Interessenvertretung interessiert zu sein scheint als an objektiver Sammlung von Nachrichten.

Gideon Levy sitzt in der Redaktionsleitung und schreibt für die Zeitung eine wöchentliche Kolumne, „Twilight Zone“, sowie politische Leitartikel. Er ist in Israel als erbitterter antiisraelischer Ideologe und Aktivist bekannt, der vor kurzem verhaftet wurde, weil er IDF-Soldaten bespuckte und verfluchte, der oft Ereignisse erfindet, um seine radikale Agenda zu unterstützen. Seine Fan-Gemeinde besteht in erster Linie aus weiteren Israelhassern und Aktivisten, während Mainstream-Israelis und -Journalisten ihn als unredlichen Propagandisten ablehnen (s. z.B. „Colleague Takes Gideon Levy to Task“ und “Former Editor Marmari Speaks Out On ‘Apartheid’ Poll Scandal” sowie auch hier).

Von dem Mainstream-Medien seines eigenen Landes diskreditiert, hat Levy Interesse daran gefunden seine Giftigkeit und die Werbung für Boykotte gegen den jüdischen Staat ins Ausland zu verlegen, wo er uneingeweihtes Publikum mit unehrlichen Verleumdungen gegen Israel beeinflussen kann (s. z.B. „Haaretz’s Levy FUels Anti-Israel Distortions – In Croatia“). Er verkauft sich als heldenhaften Erzähler der Wahrheit, der „es zu seinem Auftrag gemacht“ hat, wie kürzlich ein kanadischer Interviewer ihn beschrieb, „Zeugnis vom palästinensischen Leben in den besetzten Gebieten ablegt“. Levy gibt die Verachtung seiner Landsleute für ihn zu, aber er schreibt sie nicht seinen verleumderischen Schriften Erfindungen zu. Stattdessen versucht er für sich ein Image als Whistleblower zu pflegen, der sich den Hass seiner Landsleute zuzieht, weil er angeblich die hässliche Wahrheit über sie enthüllt. Ihm wird bei dieser Aufgabe von antizionistischen und antisemitischen Organisationen geholfen und Beihilfe geleistet, dazu von Auslandsjournalisten, die nur allzu bereit sind von Israel das Schlimmste zu glauben und diesem verlogenen Ideologen eine Plattform zu bieten, von der aus er Propaganda gegen sein Land auswürgen kann.

Levy beendete gerade eine einwöchige, durch acht Städte führende Redetour quer durch Kanada, die von Canadians for Justice and Peace in the Middle East (CJMPME) gesponsert wurde – einer antiisraelischen BDS-Gruppe (Boykott, De-Investition und Sanktionen). Zu den Mitsponsoren der einzelnen Veranstaltungen gehörten antiisraelische Gruppen wie die Arab Students Association, Solidarity for Palestinian Human Rights, die Palestinian Student Association und Justice for Palestinians. Die erwähnten Gruppen sind Levys offensichtliche Verbündete und Unterstützer, die eine gemeinsame Sache haben: Israel zu diffamieren. Störender waren aber die Fakultäten an den Universitäten, die einige der lokalen Vorträge Levys mitsponserten. Dazu gehörte das Department of Near and Middle Eastern Civilizations an der University of Toronto, das Department of Political Science der University of Alberta und das Department of Writing der University of Victoria.

Levy wurde zudem in kanadischen Radiosendungen interviewt, darunter die Mike Eckford Show auf Radio CKNW in Vancouver, die am 27. März ausgestrahlt wurde, und Michel Enrights überregional ausgestrahlte Sonntagsausgabe auf CBC, dem landesweiten kanadischen Sendernetz, am 29. März. Dort verbreitete Levy weiteres antiisraelisches Gift. Seine Stimme kochte vor scheinheiliger Wut, als Levy Israel als einziges für den palästinensisch-israelischen Konflikt verantwortlich machte, palästinensischen Terrorismus rechtfertigte und zu Boykotte und Bestrafung Israels durch Mächte des Auslands drängte.

Während der Lokalradio-Moderator Mike Eckford unterwürfig Levy antiisraelische Tiraden ehrfürchtig akzeptierte, stellte Radiomoderator Enright Levy mehrere herausfordernde Fragen, die Levy geschickt umging; er schaffte es das Thema zurück zur Dämonisierung Israels zu bringen. Eckford führte Levy mit einem langen, kriecherischen Zitat aus dem angeblichen Interview des radikal antiisraelischen Journalisten Johann Hari mit Levy ein, das im Independent (London) erschien. (Wie sich herausstellte, hatte Hari vorgegeben Levy persönlich interviewt zu haben, obwohl der lediglich Teile, die ihm gefielen, aus verschiedenen Levy-Kolumnen zusammengeschnitten hatte.) Während des gesamten Interviews kroch Eckford Levy hinten rein, behandelte ihn als Helden, schmeichelte ihm, stellte ihm kriecherische Fragen und ebnete Levy den Weg Israel, seine Presse, sein Volk und seine Führungskräfte zu verunglimpfen. CBCs Michael Enright forderte Levy dagegen zu palästinensischem Terrorismus und Hetze, die BDS-Bewegung gegen Israel und Antisemitismus heraus. Levy hielt jedoch an seiner Linie fest und nutzte das landesweite Programm, um sein antiisraelisches Gift zu verbreiten.

Unten folgen einige Zitate aus den beiden Radio-Interviews, die Krampen von Levy Redetouren im Ausland verkörpern.

Gegen einen jüdischen Staat

„Mein Traum ist ein einziger Staat, ein demokratischer Staat mit gleichen Rechten für alle, mit gleichen Gesetzen für jeden, gleichberechtigte Menschen. Es klingt im Moment wie ein Traum, aber ich sehe keine andere realistische Alternative…. Ich mache mir weniger Sorgen um eine jüdische Mehrheit, weil ich an einem gerechten Ort leben will und ich glauben, dass er Charakter Israels durch das Regime geformt werden wird, nicht von seiner ethnischen Mehrheit. Er kann einfach ein binationaler Staat sein und ein sehr ungerechter jüdischer Staat…“ (CKNW)

Beschuldigung aller israelischer Führungspolitiker

„Israelische Premierminister behaupteten einer nach dem anderen, dass sie das Ziel hatten die Besatzung zu beenden, behaupteten, sie hätten das Ziel einen unabhängigen Palästinenserstaat zu ermöglichen und unternahmen gleichzeitig alles Mögliche, um diese Möglichkeiten zu verhindern…“ (CKNW)

Unterstellung israelischer Presse-Einseitigkeit

„Die Berichterstattung ist sehr, sehr einseitig, entmenschlicht die Palästinenser systematisch und sehr, sehr eingeschränkt, das Minimum des Minimums…“ (CKNW)

Rechtfertigung der Hamas-Raketenangriffe auf Zivilisten innerhalb Israels Grüner Linie

„Man sollte fragen, warum sie ihre Raketen schießen. Man sollte fragen, welche andere Möglichkeit man den in Gaza lebenden Palästinensern lässt, die im größten Gefängnis der Erde leben. Wir wollen offen sein. Wann immer sie aufhören Raketen zu schießen, vergessen die Welt und Israel sie. Sehen Sie sich das jetzt an, sie sind wieder vergessen…“ (CBC)

Verurteilung der Militäroperation Israels zum Stopp des Hamas-Raketenfeuers nach Israel

„… Hunderte wurden für nichts getötet und Hunderte Frauen und Kinder wurden für nichts getötet…“ (CKNW)

„… Hunderte palästinensischer Frauen und Kinder wurden für nichts getötet…“ (CBC)

Rechtfertigung palästinensischen Terrorismus im Allgemeinen

„Die Palästinenser besitzen keine Armee. Und ihre einziger Weg für ihre Freiheit zu kämpfen, für ihre Rechte, geht über das, was wir Terrororganisationen nennen. Leider. Welche andere Wahl haben wir ihnen gelassen?“ (CBC)

„… Wenn man das Problem lösen will, muss man sich fragen, was einen jungen Palästinenser, der nicht dazu geboren wurde zu töten, dazu bringt sein Leben zu opfern und diese furchtbaren Gräueltaten und Verbrechen gegen Zivilisten in Tel Aviv, in Jerusalem und überall zu begehen. Wenn man nicht fragt warum, wird man das niemals lösen. Und man muss fragen, warum. Und man muss zu dem Schluss kommen, dass man ihn in die Ecke drängt, in der er nichts mehr zu verlieren hat…“ (CBC)

Ausblendung palästinensischer Hassrede und Indoktrination Jugendlicher gegen Israel, um Israel zu beschuldigen

„Glauben Sie mir, mach so vielen Jahren der Berichterstattung zu den besetzten Gebieten und den Palästinensern: Da gibt es eine Mehrheit der Palästinenser, die mit Israel in Frieden leben wollen, einschließlich der jungen Menschen, wenn man einfach nur die Realität ändert. Sie hat sich in den letzten Jahren zu Schlimmeren verändert, denn diese jungen Menschen, sie brauchen nicht viel, um Israel zu hassen. Wissen Sie, es reicht ihnen mitten in der Nacht aufzuwachen und israelische Soldaten zu sehen, die ihre Eltern vor ihren Augen erniedrigen. Es reicht ihnen aus ihren Schulen zu gehen und israelische Soldaten zu sehen, die von Zeit zu Zeit einige von ihnen schlagen, auf jemanden schießen.“ (CBC)

Werbung für Wirtschaftsboykott gegen Israel

„Boykott war in Südafrika sehr effektiv, sehr effektiv… Das Regime in der Westbank und das Regime im Gazastreifen sind ein Apartheidregime. Was ist es, wenn nicht Apartheid, wenn ein Volk nichts besitzt, keine Ressourcen und keine Rechte. Und ich frage: Warum war es legitim, das mit Südafrika zu tun und warum ist es nicht legitim, das mit Israel zu tun? Glauben Sie wirklich, die Veränderung wird von alleine kommen? Ich wünschte, wir würden das nicht brauchen. Für mich als Israeli ist es sehr problematisch Boykott zu fordern, denn ich selbst boykottiere Israel nicht. Ich lebe dort. Aber ich kann Ihnen sagen, dass man Israel schütteln muss, weil Israel jemanden braucht, um es vor sich selbst zu retten.“ (CBC)

Verunglimpfung der Unterstützung der USA für Israel: Drängt die USA Israel zu bestrafen

„… Israel ist eine regionale Supermacht in der Region mit der totalen, automatischen, blinden Unterstützung der USA wie kein anderer Staat in der Welt…“ (CBC)

„Viele Male, wenn jemand die Beziehungen zwischen den USA und Israel beobachtet, kann man sich fragen, wer genau von den beiden die Supermacht ist und wer wen in die Tasche steckt. Es ist nicht sehr klar und für mich ist es ein Rätsel und ich habe nie das Geheimnis der einseitigen Beziehungen verstanden, in der Israel alles bekommt und nichts gibt und niemals amerikanischen Ersuchen zuhört und das internationale Recht ignoriert und auch viele Male amerikanischen Ratschlag. Aber Herr Netanyahu ging jedenfalls ein paar Schritte weiter als jeder andere israelische Premierminister. Ich denke, er überschritt einige rote Linien, die kein westlicher Führungspolitiker jemals zu überschreiten gewagt hätte; er mischte sich sehr brutal gegen Obama und das Weiße Haus in Washington in die amerikanische Innenpolitik ein. Und jetzt ist es an der Zeit, dass Herr Obama Rache nimmt und es scheint so, dass er das tut. Das einzige Problem damit ist: Wo war er in den letzten sechs Jahren? Ich meine, warum erst jetzt? Und wie viel kann er in seinen letzten zwei Jahren im Amt [gegen Netanyahu] unternehmen? Das ist immer noch eine offene Frage.“ (CKNW)

„Kanada ist in seinem Verhalten, das muss ich leider sagen, alles andere als ein echter, aufrichtiger Freund Israels; dass es die Besatzung unterstützt, seine Verbrechen unterstützt, die Siedlungen unterstützt, ist alles andere als Freundschaft mit Israel. Und ich denke, es ist nicht irrtümlicherweise so, dass es so viele Ähnlichkeiten zwischen dem kanadischen Premierminister Stephen Harper und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu gibt. Ich denke, sie teilen viele gleiche Werte, beide verbreiten Angst auf eine systematische Weise, um an der Macht zu überleben. Und ich denke, im Endeffekt sollte jeder sich selbst fragen, ob diese automatische und blinde Unterstützung Freundschaft ist. Würden Sie einen echten Freund automatisch und blind unterstützen? Wäre das Freundschaft? Oder würden Sie ihn kritisieren, wenn Sie das Gefühl hätten, es wäre nötig? Heute ist diese Art von Unterstützung, die Verbrechen der Besatzung unterstützt, die ignoriert, was Israel anderen antut, keine Freundschaft.“ (CBC)

Dass Levy ein bornierter Radikaler ist, der dieselben antiisraelischen Falschmeldungen wieder und wieder hinrotzt, überrascht objektive Nachrichtenkonsumenten nicht, die den palästinensisch-israelischen Konflikt verfolgen. Auslands-Publikum jedoch ist sich der extremen Einseitigkeit Levys und der Ha’aretz nicht bewusst. Levy selbst formulierte es so, als er seine Erfahrung beschrieb, in Kanada endlich Beachtung zu finden:

„Es ist wie ein Wunder. Ich bin hier wiedergeboren, denn ich bin so viel Sympathie und wohlwollende Fragen nicht gewohnt… Ich bin wirklich, wirklich bewegt und überrascht angesichts des Willkommens…“ (Radio CKNW, Mike Eckford Show, 27. März 2015)

Indem er seine schadenden Botschaft auf diese Sorte naiven Zielpublikums umleitet, schürt Levy Israel-Feindlichkeit und wirbt für Boykott und den jüdischen Staat schädigende Politik.

Ein einfacher Test, um zu sehen, ob „Progressive“ wirklich „pro-Israel“ sind

Elder of Ziyon, 10 März 2015

EoZ_pro-israel-or-not
Wenn du behauptest „pro Israel“ zu sein,
Israel aber in 1.000 Tweets nicht ein einziges Mal
gegen seine Kritiker verteidigt hast,
DANN BIST DU NICHT PRO-ISRAEL.

Das sollte selbstverständlich sein.

Wenn man ein erfolgreicher Twitterer ist, aber einfach nicht die Zeit finden kannst eine einzige Verteidigung des Staates zu twittern, den man gegen seine vielen Kritiker zu lieben behauptet, dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn man nicht einen einzigen Tweet schreiben kann, in dem man auf die Absurdität der Israelhasser hinweist, dass sie Israel als „Apartheidstaat“ bezeichnen, dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn man nicht einen einzigen Tweet zu Israels Schönheit, Kultur, Geschichte oder Leistungen zusammenbringt -ö dann kann man nicht behaupten „pro-Israel“ zu sein.

Wenn du also nicht pro-Israel bist und jeder einzelne deiner mit Israel in Verbindung stehenden Tweets kritisch ist, was bist du dann?

(PS: Die beiden Herrschaften sind Mitglieder von J-Street und vom New Israel Fund.)

Palästinenser: Wir hassen euch, selbst wenn ihr uns unterstützt

Khaled Abu Toameh, Gatestone Institute, 3.Oktober 2014

Zwei Vorfälle, die sich in den letzten Tagen an Universitäten in der Westbank ereigneten, dienen als Erinnerung, dass einige Palästinenser kein Problem damit haben Menschen anzugreifen oder zu bedrohen, die sie unterstützen und versuchen ihnen zu helfen. Es ist nicht das erste Mal, dass Palästinenser denen gegenüber undankbar sind, die sich große Mühe geben ihnen eine helfende Hand zu reichen.

Natürlich gibt es keine Logik dafür gegen diejenigen zu schießen, die hart daran arbeiten dir und deinem Volk zu helfen. Aber wer hat gesagt, dass Palästinenser – oder sonst irgendjemand – immer den eigenen Interessen entsprechend und auf rationale Weise handeln?

In den letzten zwei Jahrzehnten sind die Palästinenser – wie die meisten Araber – einer groß angelegten Kampagne der Hetze gegen Israel und die USA ausgesetzt gewesen. Diese Kampagne wird über die Medien, besonders arabische und islamische Fernsehsender, das Internet, Moscheen und die Rhetorik der Führer und Politiker geführt. Als Ergebnis der ständigen Hetze sind einige Palästinenser und Araber nicht länger in der Lage zwischen denen, die sie unterstützen und denen, die gegen sie stehen zu unterscheiden.

Wenn dir erzählt wird, dass alle Israelis böse sind, dann siehst du keinen Unterschied zwischen einem linken und einem rechten Israeli. Du wirst ab einem sehr frühen Stadium in deinem Leben gelehrt, dass Juden „Besatzer“ sind, die das Land Palästina seinen rechtmäßigen Besitzern „stahlen“. Du wirst auch gelehrt, dass alle Juden (einschließlich unschuldiger Zivilisten) legitime Ziele sind, weil sie entweder in der Armee dienen oder sich mit der zionistischen Bewegung identifizieren.

Wegen der Indoktrination betrachtet eine wachsende Zahl von Menschen in den arabischen und islamischen Ländern alle Israelis als „Siedler“. Palästinensersprecher, die verschiedene Gruppen repräsentieren (darunter Hamas und Fatah), verweisen oft auf israelische Städte (in Kern-Israel) als „Siedlungen“. Während der letzten Konfrontation zwischen Hamas und Fatah berichteten palästinensische Medienorgane regelmäßig, dass Raketen auf die „Siedlung“ Aschkelon oder Aschdod oder Ramat Gan geschossen wurden.

Zurück zu den Vorfällen an den Universitäten, die weitere Beweise der zunehmenden Radikalisierung unter den Palästinensern liefern. In Nablus, der größten palästinensischen Stadt, randalierten Studenten in Protest gegen den Besuch von offiziellen Konsulatsvertretern der USA an ihrer Universität. Nach Angaben palästinensischer Quellen waren die Amerikaner zur An-Najah-Universität gekommen, um die fortgesetzten Bemühungen zur Unterstützung von Bildungs- und Kultur-Aktivitäten an der Universität zu unterstützen.

Dutzende Studenten skandierten anti-amerikanische Parolen, umzingelten eines der US-Fahrzeuge und versuchten es daran zu hindern auf das Uni-Gelände zu fahren. Augenzeugen sagte, die Campus-Security verwendete übertriebene Gewalt, um die Protestierenden zu zerstreuen. Ein Student, Mohammed Abu Awwad, wurde später mit einem gebrochenen Arm ins Krankenhaus aufgenommen.

Der an der palästinensischen Universität ausgebrochene Zusammenstoß hat viele Studenten und Menschenrechtsvertretern erbost. „Die Verwaltung der Universität hat nicht das Recht einen zivilisierten und demokratischen Protest aufzulösen und Teilnehmer zu verprügeln“, sagte Mohamed Dweikat, ein politischer Aktivist aus Nablus.

Hazem Abu Hilal, ein Menschenrechtsaktivist, sagte, das Problem sei nicht der Angriff auf den Protest, sondern dass die Universität den Protest auf dem Campus verbot. „Universitäten sollten als Podium für freie Meinungsäußerung dienen“, sagte er.

Doch bei diesem Vorfall geht es genauso wenig um freie Meinungsäußerung, wie es um Extremismus und Hass auf die USA geht. Die Protestierenden wollten die US-Vertreter nicht auf ihrem Campus, weil, wie sie argumentierten, „die USA Israel unterstützen“. Sie protestierten auch gegen das, was sie „US-Rückendeckung für Israel“ während der Operation „Fels in der Brandung“ nannten.

Diesen Studenten wurde gesagt, die USA sind ein Feind, weil sie Israel finanziell und militärisch unterstützen. Es spielt keine Rolle, ob die US-Vertreter nach Nablus kamen, um den Palästinensern zu helfen. Sie wurden angegriffen, weil sie ein Land repräsentieren, das von vielen Arabern und Muslimen als Feind betrachtet wird, weil es Israels Existenzrecht unterstützt.

Der zweite Vorfall spiegelt ebenfalls Intoleranz und zu einem gewissen Grad Feindseligkeit gegenüber Israelis, die seit langer Zeit die Palästinenser unterstützt haben. Er involviert – und das hat sogar einige Palästinenser schockiert – eine israelische Ha’aretz-Journalistin, die aus einer Konferenz an der Bir Zeit-Universität bei Ramallah geworfen wurde. Dass die Journalistin, Amira Hass, seit Jahrzehnten zugunsten der Palästinenser geschrieben hat, hinterließ keinen Eindruck bei ihren palästinensischen Freunden, die forderten, dass sie den Campus auf der Stelle verließ.

Die Journalistin wurde der Universität nicht wegen ihrer Text verwiesen – die für die Palästinenser extrem unterstützend sind – sondern weil sie Israeli und Jüdin ist. Das Verbot der Universität gilt nicht für israelische Araber.

Die pro-palästinensische und antizionistische Journalistin Amira Hass wurde aus der Universität Bir Zeit bei Ramallah geworfen, nur weil sie eine israelische Jüdin ist. (Bildquelle: Bir Zeit-Universität, Wikimedia Commons)

Die pro-palästinensische und antizionistische Journalistin Amira Hass wurde aus der Universität Bir Zeit bei Ramallah geworfen, nur weil sie eine israelische Jüdin ist. (Bildquelle: Bir Zeit-Universität, Wikimedia Commons)

Sie wurde hinausgeworfen, weil ihre Anwesenheit auf dem Campus gegen die Regularien der „Antinormalisierungs“-Bewegung in der Westbank verstößt, die alle Arten von Kontakt zwischen Palästinensern und Israelis verbietet, selbst wenn es ein Fußballspiel zwischen Kindern ist.

Früher in diesem Jahr wurde Avi Issacharoff, ein anderer israelischer Journalist, beinahe von Palästinensern gelyncht, als er von einem Zusammenstoß zwischen Steinewerfern und israelischen Soldaten bei Ramallah berichtete. Auch er wurde nicht wegen dessen angegriffen, was er schreibt, sondern weil er israelischer Jude ist.

Die beiden Vorfälle beweisen einmal mehr, dass Frieden unmöglich ist, wenn die Palästinenser nicht die Aufhetzung ihres Volks gegen Israel und die Juden stoppen. Ironischerweise unterstützt die Palästinensische Autonomiebehörde, die täglich mit Israel in Kontakt ist, öffentlich antiisraelische Boykott-Kampagnen.

Wenn diejenigen, die die Palästinenser unterstützen, sich nicht länger sicher fühlen können, wenn sie palästinensische Universitäten und Städte besuchen, dann müssen die Palästinenser begreifen, dass Hetze sie dazu bringt ihre engsten Freunde und Verbündeten zu verlieren.

Noch einmal zur Debatte über die progressiven Juden, die Israel missbrauchen

Manfred Gerstenfeld interviewt Alvin Rosenfeld (direkt vom Autor)

2006 veröffentlichte das American Jewish Committee meinen Aufsatz „Progressives jüdisches Denken und der neue Antisemitismus. In den Jahren zuvor war in Europa und andernorts einenbeträchtlicher Anstieg des Antisemitismus im Gang. Es gab physische Gewalt gegen Juden und jüdische Einrichtungen. Intellektuell und ideologisch gehörte eine zunehmend weit verbreitete und aggressive Art des Antizionismus dazu.

Ich wollte die Leser auf das aufmerksam machen, was die Feindseligkeit auslöst. Ich hatte das Gefühl einer besonderen Verpflichtung beschreiben und erklären zu müssen, wie gewisse jüdische Denker, insbesondere die sogenannte „progressive“ Linke, zu einem toxischen Meinungsklima beitrugen, das fälschlich den Zionismus in einen beleidigenden Begriff umformte und Israel zu einem angeblich „korrupten und bösen Staat“ machte. Es wurde als „rassistisches“ und „Apartheid“-Land beschrieben, schuldig der „ethnischen Säuberung“ und sogar des Völkermords. Delegitimierung und letztlich die Auslöschung Israels waren Ziele, die unsere Feinde verfolgten; aber es war entmutigend zu sehen, wie selbst Juden diese Schmähung schürten. Noch grotesker war, dass das im Namen irgendeines höheren „Judentum“, „Jüdischseins“ oder „progressiver“ Moral und politischer Werte getan wurde.

Alvin Rosenfeld
Prof. Alvin H. Rolsenfeld

Professor Alvin H. Rosenfeld ist Inhaber des Irving M. Glazer-Lehrstuhls für jüdische Studien an der Indiana University und Direktor des Instituts für das Studium zeitgenössischen Antisemitismus der Universität. Er hat breit zu den Themen Holocaust, jüdische Literatur und Antisemitismus geschrieben.

Zuerst löste mein Aufsatz viele, zumeist private Reaktionen aus, die mich überwiegend unterstützten. Ein auffälliger Artikel der New York Times mit dem Titel „Aufsatz verbindet linke Juden mit Antisemitismus“ aus dem Januar 2007 trat allerdings eine emotionale und oft bittere Debatte los, die rund zwei Jahre andauerte. Andere Zeitungen und Journalisten zogen nach, ebenso Talkshows im Radio, Interviews, Internetartikel, Blogs und Online-Chaträume. Mein Aufsatz wurde auch auf Deutsch veröffentlicht und es wurde in einigen europäischen Ländern sowie in Israel darüber geschrieben.

Die Story der New York Times führte an, dass mein Aufsatz zu einer Zeit erschien, in der innerhalb der amerikanischen jüdischen Gemeinschaft große Sorge wegen der Verurteilungen Israels durch Personen mit hohem Bekanntheitsgrad wie Präsident Jimmy Carter und die Professoren Stephen Walt und John Mearsheimer herrschte. Die Story behauptete, ich sei ausgezogen, um gegen prominente „linke Juden“ – darunter den Dramatiker Tony Kushner, den Historiker Tony Judt und die Dichterin Adrienne Rich – zu Felde zu ziehen und damit „einen bereits aufgeheizten Disput darüber, wo legitime Kritik an Israel und seinen Verteidigern endet und wo antisemitische Äußerungen beginnen“ zu verschärfen. Eins meiner Ziele, wurde behauptet, sei es diese Diskussion abzubrechen, indem ich Kritik an Israel abwürge. Dasselbe Ziel wurde meinem Verleger unterstellt, dem American Jewish Committee, das fälschlich als „konservative“ Organisation beschrieben wurde.

Es gab eine überraschend große Zahl an Reaktionen. Viele waren irrational und streitsüchtig. Ich wurde beschuldigt einen Angriff auf „linke“ Juden zu reiten und sie als „Antisemiten“ sowie „selbsthassende Juden“ zu denunzieren. Das Wort „links“ erschien jedoch nirgendwo in meinem Aufsatz, außerdem nannte ich niemanden einen Antisemiten oder einen selbsthassenden Juden. Ich wurde auch dafür angeprangert „die Taktiken der McCarthy-Ära wiederzubeleben“, in dem Versuch angeblich die Debatte über Israel zum Verstummen zu bringen, doch nirgendwo in meinen Seiten konnte jemand Belege für solche repressive Schritte finden. So schrieb Bret Stephens im Wall Street Journal zu meiner Verteidigung: „Wie kann sich einer Diskussion anzuschließen zu einem Versuch werden sie zu unterdrücken?“

Ohne das zu wollen hatte ich eindeutig einen Nerv getroffen. Als die Diskussion weiter tobte, wurde klar, dass jüdische Haltungen zu Israel höchst polarisiert waren, sowohl emotional als auch politisch. Durch Zitieren und Analyse der Worte der Gegner Israels war ich in der Lage zu demonstrieren, dass viel von dem, was als „Kritik an Israel“ durchgeht, überhaupt keine Kritik im normalen Sinn ist, sondern eine eigene neue, politisch-rhetorische Gattung. Diese hat ihre eigene, merkwürdige Logik, die durch Vokabular, narrative Gepflogenheiten und vorhersagbare Ergebnisse identifizierbar ist. Anders als die meisten Formen politischer oder kultureller Kritik war sie ein Mittel, um aggressive Gefühle zum Ausdruck zu bringen, die anklagend und abwertend waren und einen Diskurs der Dämonisierung zu füttern, der nur Schaden verursachen konnte.

Mein Aufsatz war der Versuch solche Rhetorik als das zu entlarven, was sie tatsächlich ist: ein wirkungsvoller Zug rhetorischer Feindseligkeit, der sich leidenschaftlich – sogar obsessiv – auf den jüdischen Staat und seine Unterstützer konzentriert. Man ist daran gewöhnt dies von offen erklärten Feinden des jüdischen Staates zu hören, dem aber in den Schriften von Mitjuden zu begegnen, verblüfft und beunruhigt.

Jeder, der die heutige Szene in Amerika genau betrachtet, weiß, dass die Kulturkriege weiter wüten. Um zu sehen, wie kontrovers sie werden können, sollte man sich unsere Politik, unsere Medien und unsere Universitäten ansehen. Diese innerjüdische Debatte zeigt, dass Brüche in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft real sind und bitter werden können. Sie überschreiten stark vereinfachend Vorstellungen einer Rechts-Links-Kluft und sind, wenn auch oft unbewusst, aufs Engste mit der Politik der amerikanisch-jüdischen Identität verbunden. Um es zusammenzufassen: Jüdische Haltungen gegenüber Israel sind höchst polarisiert, sowohl emotional wie auch politisch.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzender des Jerusalem Center of Public Affairs.

Jüdische Flüchtlinge und der Irrtum des Daniel Haboucha

Philippe Assouline, Times of Israel, Oct. 8, 2012

Vor kurzem hatte ich das Pech hier in der Times of Israel Daniel Habouchas Tirade gegen Israels neue Kampagne zur Sensibilisierung für jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern zu lesen. Habouchas Text tut Israels Entscheidung, die Aufmerksamkeit auf die Notlage der 800.000 bis 900.000 nach der Gründung Israels 1948 aus den arabischen Ländern vertriebenen Juden zu lenken, als Übung in Zynismus ab. Für Haboucha ist der Zionismus für das Schicksal dieser Juden verantwortlich zu machen. Der Zionismus ist nach Habouchas Meinung ebenfalls für das Leid der Palästinenser verantwortlich, d.h. „das fortgesetzte, kollektive Trauma einer gesamten Nation, die  ihres Heimatlandes beraubt wurde“.

Habouchas These ist unhaltbar und sein Artikel ist eine schändliche Billigung der zynischen Benutzung der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachkommen durch die arabischen Staaten.

Eine Billigung von Zynismus als Politik

Haboucha informiert uns zu Beginn, dass seine Familie „gezwungen war Ägypten Anfang der 1960-er Jahre zu verlassen, wobei sie … einen großen Teil ihres Besitzes zurückließ. Ihre traumatische Entwurzelung nach Jahrhunderten Leben im Nahen Osten ist ein ungeheures Beispiel der systematischen religiösen Verfolgung und eines, das fraglos Entschädigung wert ist.“ Und doch verwendet Haboucha den Rest seiner langatmigen Tirade praktisch dazu gegen jedes praktikable Mittel zu argumentieren, mit dem man diese Entschädigung erreichen könnte. Warum? Weil, wie er es darstellt, „zwischen [seinem] ‚Leid‘ [als kanadischer Staatsbürger] heute und dem Leid eines Palästinensers, der in einem Flüchtlingslager aufwuchs, zu vergleichen nicht nur absurd ist, sondern auch für Israel nicht gut sein wird.“

In der Tat kann und sollte das „Leid“ Habouchas mit dem von Palästinensern in Lagern in arabischen Ländern verglichen werden; und das sollte Israel nutzen, indem es den grausamen Zynismus seiner Feinde offenlegt.

Die derzeit in Lagern in arabischen Staaten lebenden Palästinenser sind keine Flüchtlinge. Sie sind – nach mehr als drei Generationen – Nachkommen von Flüchtlingen, so wie Haboucha. Anders als Haboucha sind sie allerdings auf alle Zeiten auf den Flüchtlingsstatus eingeschränkt, nicht durch Israel, sondern durch die Weigerung arabischer Führer sie in die Länder zu integrieren auf deren Territorium sie sich aufhalten. Die Palästinenser, auf die Haboucha verweist, wurden von ihren eigenen Brüdern jeder Chance beraubt ein besseres Leben zu führen; man lässt sie in arabischen Ländern unter echter Apartheid leiden. Im Gegensatz zu jeder andren Flüchtlingsgruppe auf der Erde haben sie ihren Flüchtlingsstatus von Generation zu Generation weitergegeben, womit ihre Kinder den pyrrischen Nutzen der Abhängigkeit von der UNO und ewigen Groll erbten. Wenn ihr Leid beklagenswert ist, dann einzig deshalb, weil die arabische Welt und die UNO arrangiert haben, dass es so ist. Habouchas Weigerung das Leid der Palästinenser in Lagern zu recherchieren belohnt die arabischen Staaten, indem sie vor ihrer direkten Verantwortung für dieses Leid abgeschirmt werden.

Das Bett, das sie machten

Haboucha versucht dann seine Leser über eine angebliche israelische Verantwortung bei der Schaffung des palästinensischen Flüchtlingsproblems zu informieren. Uns wird gesagt, Yitzhak Rabin habe „persönlich die Vertreibung von fast 70.000 palästinensischen Zivilisten aus Lydda und Ramle während einer Woche Kämpfe im Juni 1948 beaufsichtigt“. Haboucha behauptet auch: „Mit dem Ziehen einer direkten Parallele zwischen den Juden, die von arabischen Regierungen gewaltsam enteignet wurden, und den Palästinensern scheint die israelische Regierung endlich ihre Rolle bei der Schaffung der palästinensischen Flüchtlingskrise zuzugeben, mit all den sich daraus ergebenden politischen und diplomatischen Konsequenzen.“

Haboucha arbeitet sich langsam in eine der PLO anstehenden Schilderung (sein Artikel wurde in der Tat auf Mailinglisten der PLO-Abteilung für Kultur und Information mit dem Betreff „lesenswert“verbreitet). Was er in Wahrheit zu sagen versucht: Israel trägt die Verantwortung für den Krieg von 1948, da es dieser Krieg ist, der das Flüchtlingsproblem schuf. Vielleicht begreift er auch einfach nicht, dass im Krieg „shit happens“. Menschen sterben. Andere werden heimatlos. Kriege sind hässlich und man sollte sie nur als allerletztes Mittel nutzen. Und das ist der Grund, warum schon in der Unabhängigkeitserklärung Israel Frieden einklagte und die palästinensischen Araber aufforderte nicht wegzugehen, sondern als Bürger und Gleichberechtigte innerhalb des jüdischen Staates zu bleiben:

Wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufruf, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.

Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.

Als Folge dieser Einladung zählt Israel heute mehr als eine Million arabischer Bürger, darunter Richter, Minister, Abgeordnete, Diplomaten und Offiziere im Militär. Das ist kaum das Kennzeichen eines Landes, das darauf erpicht ist die Araber zu vertreiben.

Die Araber hätten außerdem neben Israel den ersten Staat „Palästina“ der Geschichte gründen können. Sie hätten ein Gegenangebot abgeben können. Sie hätten das junge Israel mit arabischen Einwanderern überschwemmen können. Stattdessen begannen die Palästinenser mit den mtik ihnen verbündeten arabischen Armeen einen völkermörderischen Aggressionskrieg gegen die Juden. „Es wird ein Vernichtungskrieg sein. Es wird ein in der Geschichte bedeutendes Massaker sein, über das man so sprechen wird wie über die Massaker der Mongolen oder die Kreuzzüge“, erklärte Azzam Pascha, der Generalsekretär der Arabischen Liga, zum Krieg von 1948.

Und so waren, während in Europa die Krematorien noch rauchten, die Juden – einschließlich vieler Flüchtlinge aus dem Holocaust, dem Völkermord, von dem sie wussten, dass sie von der Palästinenserführung unterstützt wurde – gezwungen, gegen die örtlichen arabischen Milizen und fünf Armeen um ihre pure Existenz zu kämpfen. Alleine. Es stimmt, einige Palästinenser wurden in dem folgenden Wirrwar aus ihren Häusern gedrängt, Häusern, die oft als Basis für Angriffe auf zivile Hilfskonvois aus Tel Aviv nach Jerusalem genutzt wurden. Was Haboucha nicht erwähnt: Tausend jüdischer Einwohner wurden von den vorrückenden arabischen Armeen ebenfalls vertrieben, zum Beispiel aus dem Jüdischen Viertel Jerusalems und aus den Dörfern des Gush-Etzion-Blocks südlich von Jerusalem; beide Bereiche wurden komplett zerstört.

Haboucha erwähnt keines dieser entscheidenden Details, was einen groben rechtlichen Missbrauch ergibt. Er unterscheidet nicht zwischen der Massenvertreibung und Enteignung von fast einer Million Juden in arabischen Ländern nur aufgrund ihrer Religion einerseits und der Verschiebung von 650.000 Arabern infolge ihres eigenen, völkermörderischen Aggressionskriegs gegen Überlebende eines Völkermords. In seiner Schilderung tragen die Araber keine Verantwortung, obwohl sie den Krieg begannen, der das Flüchtlingsproblem verursachte und obwohl diese Flüchtlinge seit Generationen gefangen gehalten werden. Die Verantwortung muss Rabin – selbst Flüchtling aus Jerusalem, der sein Volk gegen die jordanische Aggression verteidigte – auferlegt werden. Ich frage mich, ob Haboucha seine Kinder diese moralische Ausflucht lehren wird.

Egal, die Verantwortung für das palästinensische Flüchtlingsproblem liegt zweifellos bei den arabischen Führern, die einen Krieg nur aus einem einzigen Grund initiierten – chauvinistischem Aberwitz; einen Krieg, der Israelis wie Palästinensern gleichermaßen nichts als Leid brachte.

Das Verbrechen der jüdischen Selbstbestimmung

Wie der Artikel verdeutlicht, grollt Habouchas der jüdischen Selbstbestimmung an sich:

Israels Gründer wussten lange vor 1948, dass die Gründung eines jüdischen Staates im Herzen der arabischen Welt eine Katastrophe bedeuten würde… Der Zionismus verwandelte die Juden in den arabischen Ländern von Mitgliedern einer tief verwurzelten religiösen Minderheit in „Staatsbürger eines Feindlandes“. Als er auf die drohenden Gefahren aufmerksam gemacht wurde, dem sich die Juden des Irak in den 1940-er wegen der steigenden Feindseligkeit gegenüber dem Zionismus Jahren ausgesetzt sahen, fühlte David Ben-Gurion die Verantwortung für den Schaden, von dem er vermutete, dass er ihnen widerfahren würde; er bezeichnete diese arabischen Juden als potenzielle „Opfer“ der zionistischen Bewegung.

Mit diesem Abschnitt wird eine ganze Reihe von Denkfehlern verkauft. Erstens: Lange vor 1948 war Habouchas „arabische Welt“ faktisch türkisch. Und dazu gehörten Regionen, die heute nur kraft des Kolonialismus „arabisch“ sind. Habouchas „arabische Welt“ besteht in Wirklichkeit also aus Maroniten, Assyrern, Kopten, Kurden, Berbern, Kabylen. Und Juden. Diese indigenen Bevölkerungen würden zusammenschrecken, wenn man ihnen sagte, ihr Land sei arabisch; dass er diesen Begriff benutzt, ist eine Legitimierung der fortgeführten Unterdrückung indigener Völker durch arabische Staaten.

Gleichermaßen ist Habouchas Gebrauch des modischen, aber widersinnigen Begriffs „arabische Juden“ stark ideologisch. Haboucha sollte wissen, dass Juden weit vor den arabischen Invasionen in Nordafrika und dem Nahen Osten lebten. Genetische Untersuchungen haben vor kurzem gezeigt, dass es im Verlauf der Jahrhunderte wenig bis keine Mischung mit den arabischen Besatzern gab. Es gab außerdem kulturelle Unterschiede. Den Begriff „arabische Juden“ in dieser Weise zu gebrauchen soll nahe legen, dass der Zionismus die Juden denaturierte und sie von Arabern in die „Feinde“ der Araber verwandelte. Indem er einen idyllischen vorzionistischen Nahen Osten vortäuscht, stellt er seinen Artikel in eine Reihe mit revisionistischen PLO-Pamphleten. Und er verweigert den Juden ein Volk zu sein, was er andererseits für die Palästinenser voraussetzt.

Wie aufs Stichwort beginnt Haboucha dann die Gewalt, die viele Juden so in Angst versetzte, dass sie in den 1950-er Jahren die arabischen Länder verließen, den Juden selbst zuzuschreiben:

Gleichermaßen nahm die jüdische Emigration aus dem Irak 1951 nach dem Bombenanschlag auf eine Synagoge zu; für diese Tat wurden damals (von Vertretern des britischen Konsulats und vielen irakischen Juden) zionistische Agenten verantwortlich gemacht. Meines Wissens gibt es keine schlüssigen Beweise für diese Behauptung, doch ihr gab das kürzlich abgegebene Eingeständnis eines ehemaligen Mitglieds des irakischen zionistischen Untergrunds Glaubwürdigkeit, dass Mitglieder seiner Gruppe solche Taktiken anwandten.

Das ist nicht viel anders als die Juden für den Holocaust verantwortlich zu machen. Vielleicht sollte man Herrn Haboucha an das Massaker von Farhoud erinnern; oder an all die anderen Massaker an Juden, die vor 1948 schon im Nahen Osten stattfanden. Jedenfalls ist es lächerlich, sollte ein Anwalt seinen Fall auf weniger als eine Hand voll Anekdoten aufbauen – von denen einige, wie er selbst zugibt, völlig ohne Beweise sind – um für, gegen und über die Zeugenaussagen Hunderttausender enteigneter Juden aus arabischen Staaten und ihrer offiziellen Vertreter zu sprechen.

Doch Habouchas Argument, dass die jüdischen Flüchtlinge Opfer des Zionismus (und nicht der arabischen Staaten, die sie zu Flüchtlingen machten) sind, wird noch fadenscheiniger, als der Artikel weiter geht. Er erklärt:

Ihre Not wurde verschlimmert, als die arabischen Juden, die sich in Israel niederließen, schwerer systematischer Diskriminierung unterworfen wurden, man sie wirtschaftlich entrechtete und als kulturell minderwertig behandelte. Dieses Phänomen ist in Israel immer noch so etwas wie eine offene Wunde und wird in einem neu entstehenden Bereich der Literatur ausführlich dokumentiert.

Wenn jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern in Israel weiter litten, ist das um so mehr ein Grund Entschädigung durch die anzustreben, die sie vertrieben und das Leid verursachten. Und wenn der Zionismus für die vorgeworfene Diskriminierung der nicht perfekten Integration der sephardischen Flüchtlinge in Israel verantwortlich ist, dann sind es gleichermaßen die Araber – und nicht Israel – die für das fortgesetzte Leid der palästinensischen Flüchtlinge und deren Nachkommen in ihrer Mitte zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Ich füge das an, weil Haboucha, um seinen Standpunkt darzustellen, dass sephardische Juden in Israel diskriminiert wurden, (Lied-) Texte eines marokkanisch-israelischen Eherings zitiert. Das allein sollte ausreichen, um seinen Artikel zu diskreditieren. Doch leider gibt es noch mehr.

Opfer oder Landsleute?

Nachdem er uns gerade erzählte, dass sephardische Juden in Israel als Bürger zweiter Klasse behandelt wurden und daher Opfer des  Zionismus waren, macht Haboucha eine Kehrwende und informiert uns: Nein, der Zionismus behandelte die jüdischen in Wirklichkeit als Landsleute, weshalb sie keine Flüchtlinge sind:

Mizrahim, die sich in Israel niederließen, wurden damals von der Regierung – sowohl auf der rechtlichen als auch der rhetorischen Ebene – nicht als Flüchtlinge behandelt, die aus ihren Heimatländern vertrieben wurden, sondern als Landsleute, die nach Jahren im Exil in ihr Heimatland zurückkehrten. Ayalons Initiative veranlasste das palästinensisch-israelische Parlamentsmitglied Ahmed Tibi zu der schlagfertigen Frage: „Wie viele Heimatländer haben [die Juden] denn?“

Übergehen wir mal die Tatsache, dass er sich entscheidet zur Frage doppelter Loyalitäten Ahmed Tibi zu zitieren – einen gewählten Abgeordneten in Israels Parlament, der es akzeptabel fand als Berater des Erzterroristen Yassir Arafat zu dienen. Kehren wir die Tatsache unter den Teppich, dass Menschen heute oft zwei oder sogar drei Heimatländer haben. Habouchas wichtigste Behauptung ist hier, dass, weil die vertriebenen Juden nach Israel statt in ein anderes Land immigrierten, sie keine Flüchtlinge sind. Das ist absurd.

Ein Flüchtling ist jemand, der gezwungen wurde sein oder ihr Land zu verlassen, um Krieg, Verfolgung oder einer Naturkatastrophe zu entfliehen. Diese Definition verändert sich nicht, wenn die Fliehenden an einem guten Ort landen und es schaffen sich ein besseres Leben aufzubauen.

Für Haboucha aber sind der Flüchtlingsstatus und das gebotene begleitende Mitleid denjenigen nicht zu gewähren, die aus ihren Häusern gezwungen wurden, sondern denen, die von ihrer Wahlheimat missbraucht worden sind. Juden sind für Haboucha keine Flüchtlinge, weil sie sich entschieden nach ihrer Vertreibung nach Israel zu gehen und inzwischen Teil des Gewebes dieses Staates sind. Die Palästinenser und ihre Nachkommen jedoch sind Flüchtlinge, weil sie immer noch misshandelt und von ihren Wahlheimat-Ländern ausgegrenzt werden. Das ist so, als würde man sagen, diejenigen, die Anfang des Krieges aus Nazideutschland flohen, waren aufgrund der Tatsache keine Flüchtlinge, weil sie auf amerikanischem Boden ankamen, wo sie Erfolg hatten.

Das heißt das Konzept des Flüchtlings auf den Kopf zu stellen.

Der einzige legale und moralisch ins Auge springende Punkt ist der, dass bis zu 900.000 Juden durch Verfolgung zum Gehen gezwungen wurden, nicht aufgrund eigener Wünsche und nicht mit ihrem Besitz. Wohin zu gehen sie sich entschlossen, nachdem sie vertrieben wurden und ob das am Zionismus ausgerichtet war oder nicht, hat keine Folgen für die Festlegung, ob sie für ihr Trauma und ihre Verluste Entschädigung verdienen. Wenn Israel Flüchtlinge infolge seiner Gründungsideologie Einwanderer als Landsleute willkommen hieß und behandelte, dann ändert das in keiner Weise die Tatsache, dass diese Menschen tatsächlich Flüchtlinge waren. Tatsächlich widerspricht sich Haboucha schon im nächsten Absatz einmal mehr, indem er schlicht geltend macht: „Die meisten arabischen Juden, die ihre Heimatländer verließen, verließen diese nicht freiwillig“.

Die guten werden Letzter

Indem er Israels Anteil nehmendes Willkommen der jüdischen Flüchtlinge gegen Israel verwendet, unternimmt Haboucha nichts anderes als die arabischen Staaten für ihre fortgesetzte Misshandlung der Palästinenser zu belohnen. In der verdrehten Denkweise dieses bien pensant bleibt keine gute Tat ungestraft:

Ob sie nun in erster Linie Opfer des Zionismus waren, wie Ben Gurion schrieb, oder der arabischen Regierungen, wie Ayalon jetzt argumentiert, ist jedoch ein weitgehend überflüssiges Argument, wenn man bedenkt, dass keiner dieser Juden heute ein Flüchtling ist. Sie sind seit Jahrzehnten in ihrer Wahlheimat niedergelassen und blicken zum größten Teil nicht zurück.

Hätten die Araber diejenigen Palästinenser ebenfalls integriert, die der Wahnsinn ihrer Führer heimatlos machte, könnten auch sie heute ein gutes Leben haben; auch sie wären seit Jahrzehnten niedergelassen und würden nicht zurückblicken. Doch sie wurden nicht integriert. Sie werden wütend und in Lagern gefangen gehalten, weil ihre Rage die Aufmerksamkeit von denjenigen ablenkt, die rechtmäßig ihr Ziel sein müssten.

Das „kollektive Trauma“ der Palästinenser dauert nicht wegen irgendeiner Sünde israelischer Existenz an, wie Haboucha es fast ausbuchstabiert; auch nicht wegen einer selbst verschuldeten „Nakba“. Es besteht und dauert an, weil die Palästinenser darauf bestehen einen Staat zu gründen und gleichzeigt jedes einzelne Angebot, das ihnen das zu tun erlaubt, zurückweisen, ohne – wie Haboucha es formuliert – ein veritables „fortgesetztes, kollektives Trauma zu verursachen, dass eine ganze Nation ihres Heimatlandes beraubt wird“ – soll heißen: ohne Israel zu vernichten. Angesichts dessen ist Habouchas Text nichts weiter als eine Billigung des zynischen Missbrauchs der Palästinenser und ihrer Nachkommen als Bauernopfer durch die arabischen Staaten. Er ignoriert nicht nur die Schuld der Araber bei der Vertreibung von fast einer Millionen Unschuldiger aus arabischen Staaten wegen des Verbrechens dem Judentum anzugehören; er befreit sie auch von jeder Schuld an der Verursachung des palästinensischen Flüchtlingsproblems, indem sie sich 1948 für Krieg und gegen die Teilung entschieden und dafür, dass sie die Palästinenser seitdem aus politischen Gründen leiden lassen.

Auch ich bin ein Nachkomme von Juden, die gezwungen waren nach Jahrtausenden ein arabisches Land zu verlassen, mit nur dem Besitz, der in den Hohlräumen hölzerner Kleiderbügel herausgeschmuggelt werden konnte. Für mich spricht Daniel Haboucha nicht.

Hier folgt ein Text, der ausdrücklich als Ergänzung zu Assoulines Artikel geschrieben wurde.

Spinner unter sich

Einmal mehr wird in einer ganzen Reihe von Staaten eine „Israel-Apartheid-Woche“ veranstaltet. Mit diesen „Feiern“ wollen die Veranstalter die Idee zementieren und den Leuten einbläuen, dass Israel Apartheid gegenüber den Palästinensern betreibe.

Das Dollste ist eigentlich, dass es dafür immer genug israelische Akademiker, Künstler, Schriftsteller, Denker usw. gibt, die meinen, sie müssten den Wahn unterstützen. In London sind dieses Jahr auch wieder einige Typen dieser Sorte am Werk. Bezeichnend ist, wo sie politisch stehen und was sie für Ansichten verbreiten:

Einer davon ist Yaitzhak Laor, Dichter, Bühnenautor und Journalist für New Left Review, der z. B. „Europäischer Rassismus und sein Spiegelbild: israelische Apartheid“ thematisiert. In einem Artikel vom letzten August meinte er die IDF als Terroristen bezeichnen zu müssen. 2002 schrieb er für den Palestinian Monitor über die Unbarmherzigkeit der IDF, die man vor dem Hintergrund der zweifachen Niederlage im Libanon (1985, 2000) sehen müsse – sie sei dort nach Jahren eines von ihr betriebenen schmutzigen Krieges von dort vertrieben worden, habe den Südlibanon verbrannt und zerstört von Artillerie und einer Luftwaffe hinterlassen, gegen die keine Terrorgruppe habe kämpfen können. Und doch hätten 300 Partisanen – „sollte ich sie wirklich Terroristen nennen?“ – die Armee zweimal vertrieben, wofür die Generäle, die den gegenwärtigen Krieg (gegen die Palästinenser) führten, diese jetzt bezahlen ließen.

Ein weiterer Geistesgroßer ist Filmemacher Eyal Sivan, der in Paris lebt und in Sderot am Sapir College lehrte. Er redet gerne über die „Bildung von zweierlei Maß durch kulturelle Repräsentation: Zionismus, die israelischen Medien und die Rationalisierung rassistischen Bewusstseins“. Von Alain Finkielkraut wurde Sivan als „jüdischer Antisemit“ bezeichnet; in einem Radiointerview beschrieb Finkielkraut ihn als „einen der Akteure des heutigen, besonders harten und Furcht erregenden jüdischen Antisemitismus“ und wies ihn heftig wegen der im Film Route 181 hergestellten Verbindung von Israels Umgang mit den Palästinensern und dem Holocaust zurecht. Sivan verklagte Finkielstein wegen Verleumdung, das Gericht wies die Klage aber ab.

Oder Amnon Raz-Krakotzkin, Dozent für jüdische Geschichte an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Beer Sheva, der von „De-Arabisierung des Landes und De-Arabisierung der Juden“ redet. Er ist für eine Ein-Staaten-Lösung und sagte vor zwei Jahren in Berlin: „Wir brauchen eine neue Vision, eine Vision der Koexistenz, die das Konzept der Trennung ersetzen muss. Wir müssen gegen den Apartheid-Zustand kämpfen, der Stück für Stück eingeführt wurde. Eine binationale Vision kann auf verschiedene Weise und in verschiedenen Schritten in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Aber das ist die einzige Option für beide Völker.“ Daneben schwadroniert er gerne über „kritische Analyse der zionistischen Wahrnehmung von Geschichte und der messianisch-theologischen und kolonial-orientalistischen Dimension, die dem zionistischen Mythos inne wohnt. Er will zeigen, „wie das zionistische historische Bewusstsein sich auf Unterdrückung und die Ausradierung der Geschichte“ gründet – der Geschichte des Landes und besonders der Nakba [Katastrophe, Bezeichnung der Araber für das Geschehen von 1948, die Gründung des Staates Israel], dem Transfer von Hunderttausenden Palästinenser 1948, aber auch den verschiedenen Geschichten der Juden.

Diese Geistesgroßen haben viel gemein. In erster Linie ignorieren sie völlig, was von der arabischen Seite in Sachen Israel kommt – die versuchten Vernichtungskriege von 1948, 1967, 1973 beispielsweise und die beharrliche Weigerung die jüdische Präsenz zwischen Jordan und Mittelmeer in irgendeiner Weise anzuerkennen genauso wie die Pogrome, die ab 1921 schon gegen Juden in „Palästina“ verübt wurden. Der Faktor Araber/Palästinenser kommt bei ihnen nur in der Opferrolle, höchstens als Reagierende, nie als aktiv vorgehende Komponente vor. Und während es die Juden bösartiges Handeln gepachtet haben, ist auf arabischer Seite ausschließlich „Verzweiflung“ Motiv.

Daneben werden weitere Fakten schlicht ignoriert, die die Apartheids-Vergleiche ad absudrum führen. Jeder arabisch-muslimische Knesset-Abgeordente ist der lebende Gegenbeweis, so sehr diese selbst auch das Apartheids-„Argument“ anführen mögen. Jeder Druse oder Beduine in der israelischen Armee straft die Apartheids-Behauptung Lügen. Jeder muslimische Diplomat, jeder äthiopische Jude und jeder arabische Israeli im öffentlichen Dienst zeigen auf, wie unsinnig die Behauptung ist.

Das ist aber für die Apartheids-Verkünder noch nie ein Grund gewesen ihren Blödsinn zu überdenken. Eher im Gegenteil. Dazu kommt aber im Falle solcher „Israel-Apartheid-Wochen“ ein weiterer Gesichtspunkt, den die jüdischen Antisemiten nicht bedenken wollen oder bewusst in Kauf nehmen. Und der betrifft nicht die Juden in Israel, sondern die in der Diaspora. So sagt Jon Benjamin, Mitglied des Board of Deputies of British Jews:

Eindeutig gibt es israelischen Akademiker und Aktivisten, die einen wertvollen Beitrag zur politischen Debatte in Israel leisten, aber den Fehler machen, ihre Argumente in Foren zu exportieren, wo ihre Kommentare unbeabsichtigte Folgen haben können… Es gibt weitere, die entweder rücksichtslos sind oder denen es gleichgültig ist, welche Folgen ihre Ansichten außerhalb von Israel haben. Denen, die sich um die Zukunft aller Israelis welchen Glaubens auch immer Sorgen machen, möchte ich einfach sagen: Passt auf, wie euer Reden benutzt werden kann – es sind wir, die Scherben einsammeln müssen, nachdem ihr wieder weg seid.“

Einige denken nicht drüber nach. Andere haben das Ziel diese Scherben zu verursachen und zu hinterlassen. Die oben beschriebenen Herrschaften gehören wohl zur zweiten Kategorie. Sie bedienen alles, was Antiisrael-Hetzer, Antisemiten, Terrorhelfer und -rechtfertiger und geistige wie politische Brandstifter brauchen.