Deutsche Politiker und Medien dämonisieren Israel

Deutscher Außenminister trifft sich mit von Deutschland finanzierten NGOs, die den jüdischen Staat verleumden

Joseph Puder, FrontPage Magazine, 17. Juli 2017

Im April diesen Jahres machte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel seinen Antrittsbesuch in Israel, der zu einer ausgewachsenen politischen Krise zwischen Israel und Deutschland führte. Außenminister Gabriel bestand darauf sich mit von Deutschland finanzierten Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu treffen, die Israel dämonisieren. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sagte als Resultat der diplomatischen Beleidigung ein geplantes Treffen mit Gabriel ab.

Es war ziemlich dreist von Seiten des deutschen Außenministers auf seinem Jungfernbesuch im jüdischen Staat, sich mit antiisraelischen NGOs zu treffen, statt sich auf Fragen der bilateralen Beziehungen zu konzentrieren. Gabriels Entscheidung sich mit diesen NGOs zu treffen, während die palästinensische Autonomiebehörde die palästinensische Jugend zum Mord an Israelis mit Messern, Schusswaffen und Autos aufstachelt, war besonders widerlich. Es ist besonders nervtötend, wenn Millionen Syrer in der Falle eines brutalen Bürgerkriegs sitzen, während der syrische Diktator Bashar Assad und seine Helfer Iran, Hisbollah und Russland hunderttausende Syrer ermorden. Irans unterdrückerisches Regime finanziert Terrorismus und schürt regionale Instabilität. Hisbollah und Hamas herrschen im Libanon und dem Gazastreifen mit Terror und Einschüchterung und die Türkei inhaftiert politische Gegner und Journalisten.

Auch Israel ist eine Demokratie; seine Politik und Maßnahmen zum Schutz seines Volks sollte von Deutschland als der Täternation, die mehr als Drittel des Weltjudentums ermordete, eindeutig verstanden werden. Stattdessen haben deutsche Politiker sich das Recht angemaßt Israel, dem Staat des jüdischen Volks, in Sachen Menschenrechte zu predigen. Im Februar diesen Jahres sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel das jährliche bilaterale deutsch-israelische Kabinettstreffen aber, um ihrer Wut darüber Ausdruck zu verleihen, dass Israel sich entschied bestimmte Siedlungen zu legalisieren.

Nazideutschland ermordete sechs Millionen Juden und eine Mehrheit der deutschen Juden. Angela Merkels Deutschland hat inzwischen mehr als eine Million muslimischer Immigranten importiert, von denen die meisten antisemitische Vorurteile hegen, die sie von ihren Familien, Regierungen, Moscheen und Schulsystemen übernahmen. Diese Immigranten wollen Deutschland und Europa zum Teil des islamischen Geltungsbereichs machen. Viele dieser politischen und Wirtschaftsmigranten haben den antisemitischen Virus und Sympathien für Jihadismus, wenn nicht unverblümte terroristische Neigungen. Der Einfluss von rund 6 Millionen Muslimen in Deutschland trägt zu dem bei, was Professor Manfred Gerstenfeld so beschreibt: „Dutzende Millionen im gegenwärtigen Deutschland dämonisieren Israel.“

Die Nazi-Propagandamedien charakterisierten die Juden als minderwertige Rasse. Im heutigen Deutschland dämonisieren die Medien vergleichbar den jüdischen Staat, indem sie Israelis in ihrem angeblichen Umgang mit palästinensischen Arabern als Nazis darstellen. Es scheint so, als ob das Moratorium über deutsche Schuld und Schande wegen seiner Rolle beim Verüben des Holocaust zu Ende ist. Deutsche Politiker und Medien haben aggressive und abstoßende antiisraelische Haltungen als Strategie übernommen, um ihre Schuld wegen des größten Verbrechens der unvergessenen Geschichte mindern. Sie tun das, indem sie pervertierte moralische Äquivalenz anlegen.

Die moralische Äquivalenz, die deutsche Politiker und Medien oft verwenden, setzt deutsche Nazimörder unschuldiger jüdischer Zivilisten, einschließlich 1,5 Millionen jüdischer Kinder, in ganz Europa mit palästinensisch-arabischen „Opfern“ gleich, die ihren mörderischen Judenhass von Nazideutschlands antisemitischer Propaganda aufsaugten und deren Held Haddsch Amin al-Husseini war, der Mufti von Jerusalem, Hitlers Freund und Verbündeter. Es ist besonders empörend, wenn solche moralische Äquivalenz von Deutschen kommt. Darüber hinaus war Yassir Arafat, der Führer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und berühmter Terrorist, von Hitlers Lieblings-Nazikommandeur, dem in Österreich geborenen SS-Oberstrumbannführer (Major) der Waffen-SS Otto Skorzeny ausgebildet. Skorzeny war auch der Erfinder der „Wehrwolf-Kriegsführung“, umherstreifender Banden Guerillakämpfer, die sporadisch verschiedene Ziele angreifen und dann wieder im Untergrund verschwinden. Er war der Großvater der heutigen palästinensisch-arabischen, Al-Qaida- und ISIS-Terrorzellen und –Taktiken.

Seit seiner Gründung 1948 und selbst schon in Jahrzehnten davor, hatte Israel mörderischen palästinensisch-arabischen Terrorismus zu ertragen. Derzeit hat Israel, um seine Bevölkerung vor Selbstmordbombern und anderen Formen des Terrors zu schützen, einen Schutzzaun gebaut und Checkpoints eingerichtet, um zu verhindern, dass palästinensisch-arabische Terroristen in der Westbank (Judäa und Samaria) nach Israel hineinkommen. Deutsche Antisemiten jdoch erkennen jüdisch-israelische Selbstverteidigungsrechte nicht an. Für sie sollten Juden immer so sein, wie sie es in den Holocaustjahren waren: wehrlose Schaft, die sich bereitwillig schlachten lassen. Deutsche Antisemiten ignorieren in Gestalt von Antizionisten eindeutig den palästinensisch-arabischen, antisemitischen Hass, der von der PA, ihren Medien, ihrem Bildungssystem und ihren Moscheen genährt wird. Sei übersehen die die Aufstachelung zum Töten von Juden und sehen die palästinensisch-arabischen Terroristen nur als Opfer – ein Opfer des eigenen Versuchs einen Juden zu töten.

In einer Meinungsumfrage der Bertelsmann-Stiftung von 2007 wurden Deutsche gefragt, ob sie der Aussage zustimmen: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern tut, ist im Prinzip dasselbe, was die Nazis während des Dritten Reichs machten.“ 30% der Befragten stimmten zu. Als die Frage 2013 noch einmal gestellt wurde, war die Zahl der Deutschen, die der Aussage zustimmen, auf 41% stark angestiegen – eine Zahl, die weit höher liegt als in früheren Umfragen.

2013 verwendete die meistgelesene deutsche Tageszeitung, die Süddeutsche Zeitung, eine Karikatur, in der Moloch dargestellt war, der kanaanitische Götze, der mi Kinderofpern assoziiert ist, um eine Rezension des Buchs des linken jüdisch-amerikanischen Kommentators Peter Beinart zu illustrieren. Die Bildbeschreibung unter der Karikatur lautete: „Deutschland serviert inzwischen seit Jahrzehnten, Israel wurden Waffen gegeben, zum Teil kostenlos, Israels Feinde finden, es ist ein gefräßiger Moloch“, eine Anspielung, dass Israel deutsche Waffen nutzt, um palästinensisch-arabische Kinder zu töten.

Nach Angaben von Professor Gerstenfeld führte die Universität Bielefeld 2004 in Deutschland eine Umfrage durch, bei der die Probanden gefragt wurde, ob sie mit der Aussage übereinstimmen, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser führe. Achtundsechzig Prozent der Befragten stimmten zu. Norbert Blüm, ehemaliger christlich-demokratischer (die Partei von Angela Merkel) Bundesminister verknüpfte 2009 in einer Rede die Verfolgung der Juden durch die Nazis mit an Palästinensern verübten Gräueltaten.

Professor Gerald Steinberg, Gründer und Direktor von NGO Monitor, schrieb im April 2014: „NGOs, politischen Stiftungen und Kirchengruppen übergebenes (deutsches) Steuerzahlergeld spielt bei der De-Legitimierung (Israels) eine zentrale Rolle. Europäisches Geld allgemein und deutsche Gelder im Besonderen bezahlen den Treibstoff und die Munition der politischen Kriegsführungsstrategie, die im berüchtigten NGO-Forum der Durban-Konferenz von 2001 übernommen wurden, deren Teilnehmer „die vollständige internationale Isolierung Israels als Apartheidstaat“ zum Ziel erklärten. In vielen Teilen Europas, einschließlich Deutschlands, insbesondere an Universitäten, in Kirchen und Gewerkschaften ist diese heimtückische Form der Kriegsführung mit der Dämonisierung Israels erfolgreich gewesen.

Steinber fügte hinzu: „Eines der ungeheuerlichsten Beispiele ist die deutsche Unterstützung und Zusammenarbeit mit einer als Zochrot bekannten, berüchtigten ‚Einstaaten‘-NGO (heißt: kein Israel); deren Auftrag lautet das ‚öffentliche Bewusstsein für die palästinensische Nakba zu sensibilisieren‘ und das sogenannte ‚Rückkehrrecht‘ der Palästinenser zu unterstützen (beides Formeln für die demografische Vernichtung Israels). Zochrot wiederholt moderne Ritualmordlügen in der Form von Vorwürfen von ‚ethnischer Säuberung‘ und „Zwangs“-Vertreibung sowie Enteignung von Palästinensern.“

Der neuste Skandal kam durch Stefan Krawielicki, dem deutschen Botschafter bei der UNESCO am 4. Juli 2017 in Krakau (Polen). Einmal mehr übte ein deutscher Diplomat moralische Gleichstellung vom Mord an 6 Millionen Juden und palästinensischen „Opfern“ des eigenen Terrorkriegs gegen Israel. Krawielicki erhob sich, um die palästinensischen „Oper“ zu ehren, als seien den von den Nazis nur ein paar Kilometer vom Konferenzsaal entfernten ermordeten Juden gleichzustellen.

Die selbstgereichte Haltung der deutschen Regierung und Medien kann wird die ewige Schuld Deutschlands und der Deutschen gegenüber dem jüdischen Volk und dem jüdischen Staat nicht tilgen.

Antisemitismus ohne Antisemiten

Eldad Beck, Israel HaYom, 29. Juni 2017

Alle paar Jahre bricht in Deutschland wegen eines antisemitischen Vorfalls ein Skandal aus. Alle paar Jahre werden Artikel geschrieben, Fernsehsendungen werden von erregten Diskussionen beherrscht und es geht hoch her. Und dann – nichts. Zumindest bis zum nächsten antisemitischen Skandal. Wie dem, der vor kurzem ausbrach, als deutsche öffentlich-rechtliche sende es ablehnten eine Dokumentation über antiisraelisch-antisemitische Gesinnungen in Europa und dem Nahen Osten auszustrahlen.

Deutschland sollte sich diese unglaublich Erfindung patentieren lassen: Antisemitismus ohne Antisemiten. Ein unabhängiges Experten-Komitee, das dem Bundestag gerade einen Bericht zu Antisemitismus in Deutschland vorlegte, stellte fest, das zwar zunehmend weniger Deutsche klassische antisemitische Überzeugungen hegt, aber immer mehr Juden das Gefühl haben, dass der Antisemitismus in ihrer unmittelbaren Umgebung im Verlauf der letzten fünf Jahre stetig zugenommen hat und sie Angst haben, dass er in den nächsten fünf Jahren noch weiter zunehmen wird.

Wie kann man dieses Paradox erklären? Sehr einfach: Das Problem besteht heute nicht in klassischem Antisemitismus – der Art, die Juden für die Ermordung Jesu und das Schlachten christlicher Kinder, um deren Blut zum Backen von Matzen verantwortlich macht. Das Problem heute lautet, dass der moderne Antisemitismus Israel – den jüdischen Staat – für die Ermordung unschuldiger Palästinenser und das absichtliche Schlachten palästinensischer Kinder verantwortlich macht. Es stellt sich zwar heraus, dass die meisten Deutschen nichts gegen jüdischen Nachbarn haben (im Gegensatz zu muslimischen und rumänischen Nachbarn), aber 40% von ihnen Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den Juden gleichsetzen.

Diese Art von Logik hat zur Folge, dass ein deutsches Gericht entschied, Molotowcocktails auf eine deutsche Synagoge zu werfen sei eine akzeptable Ausdrucksform von Protest. Das ist nicht Antisemitismus, sondern eine legitime Kritik an Israels Politik! In Deutschland wird das einfach als „Israelkritik“ bezeichnet – keine Kritik irgendeiner bestimmten Politik welcher Regierung auch immer, die gerade ab der Macht ist, sondern an Israel allgemein. In der Praxis wäre es sehr einfach von hier aus zur völligen Ablehnung der Existenz Israels zu kommen oder mit anderen Worten zum Antizionismus oder der Ablehnung des Rechts der Juden auf Selbstbestimmung und einen Staat bzw. Antisemitismus.

Deutschland unternimmt mit Hilfe von Autoritäten in der israelischen und jüdischen Linken alles in seiner Macht Stehende, um zu behaupten Israelkritik solle nicht als Variante von Antisemitismus gesehen werden, sondern nur als eine weitere legitime Form der Kritik. Gibt es dieselbe Art von legitimer Kritik oder ähnliche Dimensionen gegenüber irgendeinem anderen Staat des Nahen Ostens, ganz zu schweigen von der palästinensischen Autonomiebehörde? Nein. Israel erhält diesbezüglich eine Sonderbehandlung.

Wenn Deutschland jemals aufhört seinen Antisemitismus zu leugnen und endlich zugibt, dass Antisemitismus in Gestalt von starken antiisraelischen Gesinnungen immer noch wohlauf ist, könnte das Problem anfangen gelöst zu werden. Aber Deutschland zieht es vor das Problem zu ignorieren. Die deutsche Besessenheit damit den eigenen Antisemitismus auf den Staat Israel zu projizieren, hat die Beziehung Deutschlands zu Israel in eine neurotische verwandelt, die positive Entwicklung verhindert.

Darüber hinaus stellt diese Besessenheit für Deutschland selbst eine Bedrohung dar. Der Grund, dass Muslime sich heute frei fühlen zügellose antisemitische Gewalt zur Schau zu stellen, liegt nicht nur in ihrer Erziehung, sondern auch in der Tatsache, dass sei ausleben, was viele Deutsche insgeheim glauben. Diese Gewalt wird sich letztlich zwangsläufig auch gegen die Deutschen richten, denn die radikalen Islamisten unterscheiden nicht zwischen Juden und Christen.

Was heißt „Beendet die Besatzung“?

Moshe Dann, Jerusalem Post, 21. Juni 2017

Auch wenn es ein populäres Mantra ist, begreifen nur wenige, was es bedeutet

Zeina Ashrawi von den Gesellschaft der Studenten für Gerechtigkeit in Palästina an der George Mason University nimmt an einer antiisraelischen Kundgebung in Washington DC teil (Foto: Jim Watson / AFP)

Während der letzten Jahrzehnte hat die palästinensische Propagandamaschine mit Hilfe antiisraelischer Elemente in der internationalen Gemeinschaft eine der mächtigsten und effektivsten emotionalen wie psychologischen Waffen zum Sieg über Israel geschaffen: „Beendet die Besatzung“.

Auch wenn das ein populäres Mantra ist, begreifen nur wenige, was es bedeutet.

Es könnte das bedeuten, was Israel im Sechstagekrieg 1967 eroberte oder was Israel während des Unabhängigkeitskriegs (1948/49) gewann oder alles „vom Fluss bis zum Meer“.

Zuerst konzentrierte sich die arabisch-palästinensische Propaganda auf Israels Anwesenheit in Judäa und Samaria (der „Westbank“) als „Verletzung des Völkerrechts“, insbesondere die Vierte Genfer Konvention, wie sie vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz  interpretiert wird. Als antiisraelische NGO mit Sitz in Genf war das IKRK die Erste, die Israel der „Besatzung“ palästinensischen Territoriums beschuldigte, womit ein umstrittenes Gebiet willkürlich einer Seite zuerkannt wurde. Weil das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auch – einzigartig – eine offizielle UNO-Organisation ist, werden seine Entscheidungen als maßgeblich betrachtet.

Nachdem Israel mit Yassir Arafat (für die PLO) die Oslo-Vereinbarungen unterschrieb, sich aus den Areas A und B zurückzog und der palästinensischen Autonomiebehörde zusammen mit der internationalen Gemeinschaft hat seine institutionelle Struktur zu entwickeln, kehrte der Fokus zurück auf Israels legale und historisch Ansprüche auf Area C, in der alle „Siedlungen“ liegen. Experten und Gelehrten debattierten das Thema, doch keine Seite war in der Lage die andere zu überzeugen.

Die Debatte um Territorium war wichtig, hatte aber begrenzte Auswirkungen, denn während palästinensischer Terrorismus und Aufstachelung unvermindert weitergingen und nach zwei weiteren Abzügen – 2000 aus dem Südlibanon (was die Hisbollah mächtig machte) und 2005 aus dem Gazastreifen (was die Hamas mächtig machte) – reagierte Israel zögerlich auf die Preisgabe weiteren Territoriums. Das Mantra „Land für Frieden“ hatte niemanden außer den Harcore-Ideologen mehr überzeugt. Selbst Israelis, die die „Zweistaatenlösung“ unterstützten waren nicht bereit weitere Zugeständnisse zu machen.

Etwa während des letzten Jahres wurde ein neues Argument hervorgehoben, oft unterstützt von israelischen Juden und progressiven Juden in Nordamerika, die pro-Israel sind: Bei „der Besatzung“ geht es nicht nur um Territorium, sondern auch um „das palästinensische Volk“.

Diese Verschiebung auf ein humanitäres Argument überzeugt, denn es wird als moralische Frage dargestellt: Israel hat nicht das Recht ein anderes Volk oder einen anderen Staat zu beherrschen – die Palästinenser.

Das stellt die Israelis (d.h. die Juden) als Verfolger und die Palästinenser als ihre Opfer hin.

Daher bleibt, selbst wenn die Frager der Rechtmäßigkeit der Siedlungen eingeräumt wird, die behauptete Verletzung der Menschenrechte – die moralische Frage – das Problem. Beispielsweise klagen Kritiker, einzuschränken, wo palästinensische Araber leben können, greift in deren Alltagsleben ein und dringt in ihre Städte und Dörfer ein, verletzt ihre Bürger- und Menschenrechte, stellt „Besatzung“ dar. Diese Besatzung zu beenden ist allerdings kompliziert, denn (1) stellen palästinensische Terroristen eine ständige Bedrohung dar, (2) sind radikale Islamisten involviert und (3) würde der Abzug aus der Area C und die Gründung eines Palästinenserstaats Terrorismus fördern.

Mit anderen Worten: „Die Besatzung zu beenden“ ist als humanitäres und moralisches Thema nicht zu schaffen, ohne territoriale Zugeständnisse zu machen und israelische Sicherheitskontrolle zu beseitigen. Die Verbindung ist ausschlaggebend: Das humanitäre Argument wird genutzt, um palästinensische Forderungen nach Territorium und einem eigenen Staat zu rechtfertigen und zum Durchbruch zu verhelfen. Israels rationale und realistische Weigerung den Palästinensern zu gestatten einen unabhängigen Staat zu bilden, wird daher in eine moralisches Argument über das Recht auf Selbstbestimmung verwickelt.

Das Versagen die dynamische Beziehung zwischen dem humanitären Argument und palästinensischen Forderungen nach Territorium und Eigenstaatlichkeit zu verstehen hat Israels Versuche seine Ansprüche und die Siedlungen in Judäa und Samaria zu rechtfertigen gelähmt.

Daher sitzt Israel in der Falle: Solange es sich weigert den Palästinensern einen Staat zuzugestehen, Area C behält und seine Terrorbekämpfungsaktivitäten in palästinensischen Städten aufrechterhält, wird es der „Besatzung“ und „Verfolgung“ der Palästinenser beschuldigt werden. Obendrein wird „die Besatzung“ dazu genutzt Terrorismus und „Widerstand“ zu rechtfertigen. Das Dilemma hat umfassende Auswirkungen.

„Beendet die Besatzung“ suggeriert eine unmittelbare, direkte Abgrenzung von Gut und Böse – und das ist der Punkt, wo der Spruch am effektivsten ist. Ohne Rücksicht auf die Einzelheiten schafft das Mantra einen psychologischen Determinismus, der eine „entweder-oder“-Entscheidung erzwingt.

Wird die Prämisse, dass Besatzung Übel ist, erst einmal akzeptiert, ist die Schlussfolgerung unvermeidlich.

Das ist der Grund, dass Mantras so mächtig sind: Sie erfordern kein Denken und verhindern sogar kritisches Denken.

So funktioniert auch Werbung: Man hört/sieht „Coke“ und sein Symbol und man denkt „süß, angenehm, zufriedenstellend“; man denkt nicht darüber nach, ob es gut für einen ist oder nicht. Genauso bedeutet „Beendet die Besatzung“, dass Israel schlecht ist und die Palästinenser die Opfer sind.

Es ist eine Form der Gehirnwäsche, die – wie eine Sucht, die Wahrnehmung verändert und Rechtfertigungen propagiert: Keine Sorge, es wird alles gut; wir werden glücklicher, mehr geschätzt, geliebt werden; wir können die Folgen kontrollieren.

Mantras wie „Siedlungen verhindern Frieden“ und „Israel ist ein kolonialistischer Apartheidstaat“ mag manche Empathie empfinden und ein Gefühl von Ungerechtigkeit geben; ob das stimmt oder nicht, ist irrelevant.

Schließlich fordert „Beendet die Besatzung“, dass Israel greifbare Aktiva (z.B. Territorium) für nicht greifbare Vereinbarungen (wie diplomatische Anerkennung) aufgibt, die leicht zu widerrufen sind.

Die einzige Möglichkeit gegen Gehirnwasche und Süchte zu bekämpfen, besteht in Selbstbewusstsein, kritischem Denken und einer realistischen Bewertung der Lage.

Das wichtigste Gegenargument lautet, dass die obersten Prioritäten eines Staates darin bestehen seine Bevölkerung zu schützen, seine Gesellschaft erhalten und seine Grenzen zu verteidigen. Das ist der Grund, weshalb alle Staaten über Armeen, Polizei und Gefängnisse verfügen.

Da die Palästinenser und Araber danach streben Israel zu vernichten, ist Israel moralische wie praktisch dazu verpflichtet sich zu verteidigen. Kapitulation vor dem Terrorismus ist keine Option.

Zweitens würde ein palästinensischer Staat westlich des Jordan kein demokratisches, friedliches System werden oder das Problem der Millionen „Palästinenser“ lösen, die im Libanon, Syrien, Jordanien und anderen Ländern, einschließlich Israels, leben. Die Gefahr, dass er ein gescheiterter Staat wäre, der – wie Somali – von Banden und Milizen geführt wird, ist real.

Schließlich: Die arabischen Palästinenser sind keine Gefangenen.

Die meisten haben jordanische Pässe.

Sie können reisen und sie können Land und Grundeigentum besitzen; sie können es verkaufen. Viele haben das getan und sind erfolgreich.

Solange der Terrorismus existiert wird es „Besatzung“, Checkpoints, polizeiliches Eingreifen und lange Schlangen an Flughäfen geben. „Beendet die Besatzung“ beginn mit der Beendigung der Hetze und des Hasses, mit der Beendigung des Terrorismus.

„Beendet die Besatzung“ ist nicht nur auf Israel anwendbar. Dazu gehört die Beendigung der Dikatur im Iran, der die gesamte Welt bedroht. Die Besatzung zu beenden gilt für die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen, der Hisbollah im Libanon, Assads und des ISIS‘ in Syrien und der Taliban in Afghanistan.

„Beendet die Besatzung“ ist kein Aufruf die Rechte der Palästinenser zu schützen, sondern die Existenz Israels zu beenden. Es ist kein Appell an die Menschlichkeit, sondern ein Lobgesang auf Chaos und Völkermord.

„Beendet die Besatzung“ sollte als das begriffen werden, was es ist: Eine Morddrohung.

Die Politisierung der geistigen Gesundheit und die Ausbildung palästinensischer Kinder

Irwin J. Mansdorf, Jersalem Viewpoints Nr. 522, JCPA, 21. September 2004

  • Akademische und professionelle Berichte, die israelische Politik und israelisches Handeln mit dem Zerfall der geistigen Gesundheit und Ausbildung der palästinensischen Kinder in Verbindung bringen, sind durch fragwürdige wissenschaftliche Methoden und einen Verlass auf Verdrehungen, Auslassungen und Fehlinterpretationen charakterisiert.
  • Konsequenzen für die geistige Gesundheit werden ohne Bezugnahme auf Terroraktivitäten und Aufhetzung zur Gewalt in palästinensischen Medien, Schulen und Universitäten diskutiert.
  • Die Forscher erkennen allgemein nicht an, dass die Palästinensische Autonomiebehörde seit 1994 die volle Kontrolle über das Bildungssystem hat.
  • Es wird wenig Bezug auf das Versagen der PA genommen, einen Lehrplan zu schaffen, der Frieden und Toleranz betont. Er bewirbt Botschaften, die die Juden und Israel dämonisieren, und toleriert offene Aufrufe zur Gewalt durch verschiedene Fraktionen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft
  • Behauptungen, Israels Sicherheitswall habe „Auswirkungen“ auf palästinensische Kinder, werden trotz des Fehlens klinischer Daten gemacht, die die Barriere mit irgendwelchen dokumentierten negativen Effekten verbinden.
  • Das palästinensische System zu reformieren, damit zu Frieden erzogen und eine versöhnliche Haltung gefördert wird, wäre im gemeinsamen Interesse aller Parteien der Region.

Einseitigkeit verkleidet als Forschung: Palästinenser, Akademiker und Harvard

Ein Bericht mit dem Titel „Die Auswirkungen der israelischen Besatzung auf die Erziehung vom 28.9.2000 – 6.5.2004“1, durchgeführt vom palästinensischen Erziehungsministerium und veröffentlicht von der palästinensischen Nichtregierungs-Organisation Miftah2, stellt eine Reihe weit gehend in die Irre führender und/oder unsubstantiierter Behauptungen auf, die sich auf die israelische Verantwortung für den Zustand des palästinensischen Bildungssystems beziehen.

Es wird Anklage wegen „israelischer, aggressiver Politik“ als einziger Ursache für diese Auswirkungen seit dem 28. September 2000 erhoben, in der „menschliche, physische und psychologische Folgen für die palästinensische Gesellschaft“ zitiert werden.

Ein weiterer, angeblich professionellerer und von Gleichen in Augenschein genommener Bericht, der von einer Gruppe kanadischer und palästinensischer Forscher veröffentlicht wurde, behauptet, dass „Bedrängung durch israelische Siedlungen“ für die Probleme der geistigen Gesundheit palästinensischer Kinder verantwortlich sind.3

Ein partnerschaftliches Projekt zwischen der Harvard Medical School und des Gaza Community Mental Health Center konzentriert sich auf die Auswirkungen der Gewalt auf die geistige Gesundheit und Funktion palästinensischer Kinder. In einer Zusammenfassung der vorgeschlagenen gemeinsamen Arbeit zwischen den beiden Institutionen4 wird Dr. Eyal El-Sarraj als „hoch respektierter Gemeinde-Psychiater“ beschrieben. Der Bericht fährt fort die Auswirkungen von „politischer“ und „militärischer“ Gewalt anzuführen, denen Kinder in Gaza ausgesetzt worden sind.

Was all diesen Berichten gemein ist, ist der Versuch klinische Befunde bezüglich der geistigen Gesundheit, Bildung und dem allgemeinen Wohlsein palästinensischer Kinder zu politisieren. Was diesen Berichten ebenfalls gemein ist, ist der Gebrauch von Halbwahrheiten, Auslassungen und Verdrehungen, um ein einseitiges und schiefes Bild der behaupteten israelischen Missbräuche angesichts dessen zu zeichnen, was oft als legitimer palästinensischer Widerstand und allgemeiner guter Wille dargestellt wird.

Nehmen wir z.B. den Fall von Dr. El-Sarraj, der – trotz der Behauptung Harvards – aufheizende, fanatische und hetzerische Bemerkungen über Juden und Israelis gemacht hat. In einem Interview in „Tikkun“ verlangte er wiederholt eine formale israelische Entschuldigung für Verhalten gegenüber Palästinensern, wobei er schroff jeglichen Vorschlag zurückwies, dass die Palästinenser sich revanchieren müssten. Er sagte auch: „Ich habe mich selbst gefragt: ‚Sind sie von Natur aus böse, diese Juden? Oder sind sie dumm, geistig unternormal geboren? Warum tun sie das?’ Es ist unglaublich. Und ich fand nach langem, langem Nachdenken darüber heraus, dass sie nicht böse geboren sind. Und sie sind nicht dumm. Sie sind psycho-pathologisch gestört.“5 Das kommt von einem Mann, den Harvard als Vertreter einer „friedlichen Lösung des lange existierenden Konflikts“ beschreibt, der ein Zentrum leitet, das Harvard für Zusammenarbeit Wert hält und finanziell fördert.

Die PA ist seit 1994 für die Bildung palästinensischer Kinder verantwortlich

Obwohl die israelische Verwaltung des palästinensischen Bildungssystem von 1967 bis 1994 lief, als die Palästinensische Autonomiebehörde die Verantwortung übernahm, wählte der erwähnte palästinensische Bericht den 28. September 2000 als Startdatum für die Auswertung der Auswirkungen. Die Folgerung ist, dass Ariel Scharons Besuch auf dem Tempelberg an diesem Tag zum Ausbruch der palästinensischen Gewalt führte. In Wirklichkeit gingen Scharons Besuch mindestens zwei weitere, unprovozierte gewalttätige Vorfälle durch Palästinenser voraus.6 Die Zuschreibung des Scharon-Besuchs als Auslöser der Gewalt wird selbst durch palästinensische Offizielle wie Imad Falouji gekontert, der sagte, dass die Gewalt „seit der Rückkehr des Vorsitzenden Arafat aus Camp David geplant wurde, als er den damaligen US-Präsidenten vor den Kopf stieß und die amerikanischen Angebote ablehnte.“7

So, wie die Beweise zeigen, dass der Ausbruch der palästinensischen Gewalt beabsichtigt und geplant war, so zeigen die Beweise auch, dass palästinensischer Amtsmissbrauch statt israelischer Politik hauptverantwortlich für die Leiden der palästinensischen Kinder und den Zustand des palästinensischen Bildungssystems ist.

Bis zur Übernahme des Systems durch die Palästinensische Autonomiebehörde 1994 hatte sich der Zugang zu Bildungsmöglichkeiten für palästinensische Kinder deutlich verbessert, nachdem Israel die Verantwortung 1967 von Ägypten und Jordanien übernahm. Ein Bericht von 1994 besagt: „Die Zahl der Bildungseinrichtungen wie auch die Schülerzahlen ist deutlich gestiegen. 1967/68 betrug die Zahl der Schulen in der Westbank knapp über 800. Derzeit existieren mehr als 1.300 Schulen. Im Gazastreifen ist die Zahl der Schulen von 166 im Jahre 1967 auf heute rund 340 gestiegen. Insbesondere im Bereich oberhalb der Mittleren Reife auf der Ebene der örtlichen Oberstufenschulen und Universitäten ist die Ausdehnung der Bildungsdienste bemerkenswert.“8

Die gewalttätigen Ergebnisse der palästinensischen Übernahme des Bildungssystems

Hinter einem Großteil der Erfahrung palästinensischer Kinder liegt eine Psychologie der Gewalt. Dies israelischer Politik zuzuschreiben führt allerdings in die Irre.

Viele Berichte tendieren dazu Behauptungen israelischer Aggression, Belagerungen, Vorstöße und militärischer Besatzung hervorzuheben, die Schüler und Lehrer betroffen haben sollen. Der Bericht des palästinensischen Bildungsministeriums und andere zitieren angebliche Leiden und Erniedrigungen der Studenten an „militärischen Kontrollstellen zwischen Städten und Dörfern“, unterlassen es aber, den Zusammenhang der Kontrollstellen und der dokumentierten Vorfälle anzuführen, bei denen palästinensische Terrororganisationen Schüler benutzen, um Terroranschläge auszuführen.

Nach Daten der IDF wurden seit Beginn der Gewalt im Jahr 2000 29 Selbstmord-Anschläge von Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren ausgeführt. Seit Mai 2001 wurden 22 Schieß-Angriffe und Anschläge mit Sprengstoff von Jugendlichen im Alter unter 18 Jahren verübt. Seit Anfang 2001 waren mehr als 40 Jugendliche im Alter unter 18 Jahren in versuchte Selbstmord-Bombenanschläge verwickelt, die vereitelt wurden (3 davon im Jahr 2004).9

Eine Reihe dieser versuchten oder durchgeführten Anschläge waren viel beachtete Fälle, die von den internationalen Medien berichtet wurden. Ein Fall betraf den 12-jährigen Abdullah Kran, der offenbar unwissentlich von Tanzim-Terroristen benutzt wurde, um eine Bombe durch den Kontrollposten Hawara zu bringen.10 Weniger als zwei Wochen später wurde der 16-jährige Hussein Abdo an demselben Kontrollpunkt gestoppt. In einem in der ganzen Welt ausgestrahlten Filmbericht konnte man diesen Jungen sehen, wie er eine Selbstmord-Bombe entfernte, die ihm angelegt worden war.11 In einer darauf folgenden Untersuchung wurde Nasser Awartani, ein weiterer 16-Jähriger, verhaftet, der andere Teenager rekrutierte, nachdem er selbst – wie berichtet wird – durch Mitschüler seiner zehnten Klasse angeworben worden war.12

Eine palästinensische Menschenrechtsgruppe berichtete dies als die Verhaftung „palästinensischer Schulkinder“.13 Um die deplazierte Empörung der PA weiter zu verdeutlichen, berichteten sie die Verhaftung wie folgt: „Israelische Militärs brachen mit Unterstützung von gepanzerten Militärfahrzeugen in das Flüchtlingslager Balata ein, begannen Such- und Sturm-Operationen, verhafteten dann die Einwohner Thaer Qandil (15), Nasser El-Awartani (15) und Hani Khalil (21).“14

Als zwei weitere Oberstufen-Schüler als verantwortlich für einen Terroranschlag in Aschdod verantwortlich festgestellt wurden, bei dem es elf Tote gab, sagten Nachrichtenberichte, dass ihre Väter „stolz auf ihre Söhne“ waren.15 Israelische Nachrichtensendungen nach dem Anschlag zeigten den Leiter der Schule an der Stelle, wo die Terrorjugend sich versammelt hatte, um einen Gedenkkranz auf dem Stuhl zu niederzulegen, wo einer der Täter gesessen hatte.

Dadurch, dass psychologische Schäden bei palästinensischen Schulkindern behauptet werden, schreiben einige Forschungen diese Erkrankungen ausschließlich israelischem Handeln zu, ohne die aktive Aufhetzung zu und Glorifizierung von Gewalt anzusprechen, die eine Atmosphäre der Bewunderung und Verstärkung bei der palästinensischen Jugend festigt, die an den Gewalttaten teilnimmt.

Dokumentarberichte haben detailliert aufgezeigt, wie palästinensische Kinder systematisch in der Schule und Zuhause indoktriniert werden – durch die offiziellen Medien, dadurch, dass sie als menschliche Schutzschilde dienen, durch Terroristen, Ablenkungsmanöver und die Teilnahme an gewalttätigen Demonstrationen.16 Andere Berichte beschreiben Fälle, in denen sie als Ergebnis von palästinensischem Feuer verletzt oder getötet wruden.17

Professionelle Forschung, einschließlich der hier zitierten Studien, die Israel anklagen, unterlassen oft anzuführen, dass palästinensische Kinder routinemäßig Botschaften ausgesetzt sind, die für „Märtyrertum“ werben. Menschenrechts-Anwalt Justus Weiner beschreib eine solche Fernseh-Sendung:

Fernseh-Sendungen schließen regelmäßig ein, was in vielen westlichen Ländern „Hass-Reden“ genannt würde. Am 2. Juli 1998, in teilweiser Aufhebung ihrer selbst eingegangenen Verpflichtungen die Hetze unter den Interims-Friedensvereinbarungen zu bekämpfen, strahlte die palästinensische Kinder-Fernsehsendung „Der Kinder-Klub“ – von der Grundstruktur her ähnlich der Sesamstraße – eine Folge aus, in der Jungen mit hoch gereckten Waffen skandierten: „Wir stehen mit unseren Gewehren bereit; Revolution bis zum Sieg; Revolution bis zum Sieg.“ In der gleichen Sendung verkündete ein 8 Jahre alter Junge den Zuschauern (einer Gruppe Kinder): „Ich komme hierher um zu sagen, dass wir sie ins stille Meer werfen werden. Besatzer, euer Untergang ist nahe, denn wir werden unsere Rechnung begleichen. Wir werden unsere Forderungen mit Steinen und Patronen durchsetzen.“ Ebenfalls in der Sendung „Kinder-Klub“ erklärte am 8. Februar 1998 ein Mädchen, das nicht älter als 10 Jahre sein konnte, dass sie eine „Selbstmord-Kriegerin in Jerusalem werden“ wolle.18

Die PA unterließ die Einführung eines mit Frieden übereinstimmenden Lehrplans

Ein großer Teil des Hintergrundes für das Phänomen der Gewalt palästinensischer Jugendlicher muss der Autonomiebehörde angelastet werden, die es unterließ einen Lehrplan einzuführen, der Frieden lehrt, wo möglich war. Das Center for Monitoring the Impact of Peace, eine gemeinnützige amerikanische Gruppe, hat in verschiedenen Studien den Gebrauch beleidigender Sprache, die Leugnung der Legitimität Israels, ein Fehlen des Werbens für Frieden und Diskussionen von Krieg, Jihad und Märtyrertum dokumentiert, die in palästinensischen Schulbüchern des gesamten Bildungssystems üblich sind.19

Terroraktivitäten in palästinensischen Bildungseinrichtungen

Bei der Darstellung der Zahlen zu Verlusten an Menschenleben schließt das palästinensisch Erziehungsministerium eine Kategorie ein, die „Märtyrer“ gesondert ausweist, einen Begriff, die die palästinensische Gesellschaft routinemäßig auf diejenigen anwendet, die Terroranschläge gegen Israel verüben. In einer ausführlichen Analyse mit dem Titel „Märtyrertum und Selbstmord-Kultur in palästinensischen Universitäten“ liefert das Intelligence and Terrorism Information Center am Center for Special Studies einen detaillierten Bericht über die Rekrutierung und den Gebrauch von Studenten für Terroranschläge.20

Der Bericht des Zentrums beschreibt in der Übersicht zahlreicher Beispiele terroristischer Aktivitäten, die von einer Reihe palästinensischer Bildungsinstitutionen unterstützt werden, einen Vorfall an der An-Najah-Universität in Nablus: „Ein Beispiel für das Ausmaß der Hetze, der die Studenten in der Universität ausgesetzt sind, ist eine Ausstellung, die nach einem Selbstmord-Anschlag auf die Sbarro-Pizzeria in Jerusalem eröffnet wurde. Diese Ausstellung der Hamas zeigt ein Modell des Restaurants nach dem Anschlag. In dem Modell waren Puppen und Körperteile von Toten verstreut, um die Opfer darzustellen. Die Ausstellung wurde von einem Mitglied des Studentenrats organisiert, der sich mit der Hamas indentifiziert. Während die Ausstellung statt fand, wurden Poster mit Darstellungen der Terror-Anschläge vom 11. September auf das World Trade Center in New York an den Wänden der Universität aufgehängt.“21

Der Bericht der PA beschreibt ebenfalls den Schaden an der Infrastruktur, der durch die „israelische Besatzung“ verursacht sei. Der Bericht behauptet, dass „in 498 Schulen wegen Ausgangssperren, Belagerungen und Abriegelung von Stadtvierteln der Betrieb gestört und sie geschlossen werden mussten“. Eine Tabelle der Störungen in Schulen vom April 2004 zeigt allerdings, dass die Gesamtzahl der Tage mit Störungen im Durchschnitt nur 0,7% betrug – eine unbedeutende Zahl.

Bei den Daten zu Schäden and Schulgebäuden unterlässt es der Bericht, jeglichen Schaden durch palästinensisches Feuer aufzuführen. Diese Auslassung, jegliche von Palästinensern verursachten Schaden zuzugeben, lässt aus einer logischen Perspektive nicht nur Glaubwürdigkeit vermissen, sondern widerspricht Medienberichten, die in der Tat Fälle von palästinensischem Feuer dokumentieren, das auf nahe gelegene Schulen gerichtet war oder dort einschlug.22

Palästinensische Schulen sind auch als Deckung für Terroristen benutzt worden, die israelische Positionen angriffen. „Es hat verschiedene Fälle von Eindringen bewaffneter Palästinenser in UNRWA-Einrichtungen im Gazastreifen gegeben, wo in von der UNRWA betriebene Schulen oder Wohnungsprojekte, von wo aus Bewaffnete auf die israelischen Militärs in der Gegend schossen.“23 David Raab zitiert Andreas Reinicke, den deutschen Verbindungsmann zur Autonomiebehörde, der warnte, dass die Benutzung einer Schule in Bei Jala durch „bewaffente Palästinenser“ für deren Aktivitäten unweigerlich dazu führen würde, dass die Schule zum „Schlachtfeld“ werde.24

Jerome Marcus, eine ehemaliger Anwalt im US-Außenministerium, hat Bombenfabriken beschrieben, „die Israel in der gesamten Westbank fand und die sich in Schulen und anderen zivilen Stellen befanden“.25

Bei der Beschreibung israelischer Aktionen, bei denen „Festplatten und Disketten mit großen Mengen an Daten gestohlen“ wurden, unterlässt es der Bericht der PA einmal mehr eine Erklärung die Existenz von Material in den Schulen zu liefern, das mit Hass, Gewalt und Terror in Verbindung stand.

Palästinensische Schulen haben als Zentren für die Verewigung und Glorifizierung von Terroristen und Terroraktivitäten gegen Israel gedient. Ein weiterer Bericht des Intelligence and Terrorism Information Center am Center for Special Studies dokumentiert, wie Schulen der Palästinensischen Autonomie als Zentren der Hetze zu gewalttätigem Terror dienen.26 Die Befunde zeigen detailliert auf, wie Fotografien von Terroristen zusammen mit Lesematerial von Terror-Organisationen im gesamten palästinensischen Schulsystem ausgestellt und verteilt werden. Fotografien von Schulen in Kalkilja, Nablus, Ramallah und anderen Orten zeigen auf, wie diese Bilder an herausgehobenen Stellen mit Texten aufgehängt werden, die sie als „Märtyrer“ und „Helden“ beschreiben. Ein solches Beispiel ist ein Foto von Saleh Sawi, der für den Tod von 22 Israelis bei einem Selbstmordanschlag 1994 verantwortlich war und der als „Held der Aktion Dizengoff“ gepriesen wurde.27

Obwohl sie oft als Opfer der Gewalt beschrieben werden, sind palästinensische Kinder oft die Täter. In der kanadisch-palästinensischen Studie werden nicht weiter belegte „Einzelberichte“ und „persönliche Beobachtungen“ mit einem Zitat des bekannten antiamerikanischen und antiisraelischen politischen Aktivisten Noam Chomsky werden zur Unterstützung der Darstellung angeführt, dass die Anwesenheit von und die „Bedrängung“ durch jüdische Siedlungen für den schlechten mentalen Gesundheitszustand der palästinensischen Kinder der Studie verantwortlich sind. Es wird erklärt, dass palästinensische Kinder diese jüdischen Gemeinden fürchten; man unterlässt es aber, auch nur einen einzigen dokumentierten Fall anzuführen, in dem jüdische Einwohner dieser nahe Bethlehem gelegenen Dörfer an Gewalt gegen irgendein Kind beteiligt waren. Die Autoren vermerken eine „bedeutende militärische Präsenz“ und eine Erweiterung der „Infrastruktur“, während sie die dokumentierte Geschichte und Erfahrung hunderter von Israelis ignorieren, die auf einer stark befahrenen Straße der Gegend regelmäßig von Kindern aus palästinensischen Schulen mit Steinen beworfen wurden. Ein UPI-Bericht merkt an: „Ein hoher Zaun, der einmal die israelischen Autofahrer vor arabischen Steinwürfen schützte, ist nicht mehr da. Die Israelis haben weiter westlich eine neue Straße gebaut.“28

Obwohl akademische Forschungsberichte es im Allgemeinen versäumen anzusprechen, wie palästinensische Kinder palästinensisch organisierter und geplanter Gewalt ausgesetzt sind, wurde das Phänomen in der Presse in jüngerer Zeit darüber berichtet. In einem Bericht von Sky News besuchte Korrespondentin Emma Hurd ein Kinderlager in Gaza, wo „die einzige dort gelehrte Lektion die war, wie man Israelis tötet.“29 Mit Kindern, die teilweise erst 10 Jahre alt sind, beschrieb Hurd, wie das Lager sie für „Kriegsführung“ vorbereitete, wozu das Ausführen von Anschlägen, die Benutzung von Sturmgewehren und die simulierte Tötung von Israelis gehörten.

Die Folgen der palästinensischen Indoktrination von Kindern wird selbst in Familien gespürt, in denen die Eltern die friedliche Koexistenz mit Israelis unterstützen. James Bennet beschreibt einen palästinensischen Vater, der von Frieden und einer Zweistaaten-Lösung sprach, dessen Kinder aber auf die Frage, ob sie israelische Freunde im selben Alter oder mit Israelis im selben Alter Umgang hätten, als Antwort sagten: „Ich will sie nur abstechen“ oder: „Das ist unmöglich.“30

Die Finanzierung der Gewalt

Einige Berichte über palästinensische Kinder und das Bildungssystem sprechen von den bedeutenden finanziellen Verlusten, die durch die Beschädigung von Gebäuden, Möbeln und Ausrüstung verursacht wurde. In einem Bericht über Weltbank-Gelder für palästinensische Universitäten jedoch, berichtet Itamar Marcus von Palestinian Media Watch die Praxis der palästinensischen Universitäten als Zentren für die Glorifizierung von Terror zu dienen und sagt: „Die Weltbank wird die universitären Infrastrukturen aufbauen, die von studentischen Terror-Organisationen benutzt werden wird, um das Rückgrat des Selbstmord-Terrors der kommenden Jahre zu formen.“31

Mitglieder des US-Kongresses, die den Missbrauch internationaler Gelder durch die Autonomiebehörde erkannten, riefen nach US-Intervention um sicherzustellen, dass die UNESCO und die Weltbank aufhören die Veröffentlichung von Schulbüchern zu finanzieren, die gegen Frieden arbeiten und die Hetze zu Terror und Gewalt fördern, die Marcus und andere dokumentiert haben.32 Der Abgeordnete Eric Cantor (Republikaner aus Virginia) sprach insbesondere von der Verwicklung der UNRWA in die Unterstützung von Schulen, die Antifriedens-Botschaften unter den Palästinensern bewerben und verlangte, dass die USA die Finanzierung von UNRWA-Aktivitäten dieser Art beenden.33

Arnold Roth beschrieb im Wall Street Journal Europe detailliert, wie die EU und andere Geldquellen praktisch zur Unterrichtung palästinensischer Schulkinder über Botschaften der Gewalt, des Jihad und des Terrors beigetragen haben.34

In An-Najah, Al-Azhar (Gazastreifen) und anderen palästinensischen Universitäten ermutigen Studenten öffentlich zu Terror-Aktivitäten. Verschiedene Terroristen, darunter zwei Frauen, die Anschläge in Tel Aviv planten,35 kamen von An-Najah. Die Studentenzellen von Hamas und Islamischem Jihad an dieser Universität sponserten Aktivitäten, zu denen öffentliche Demonstrationen zur Unterstützung von Osama bin Laden gehörten.36 Die Hebron University ist aktiv in Terroraktivitäten verwickelt gewesen, wobei ein Chemie-Kurs Studenten darin unterrichtete, wie man Sprengstoff herstellt, der später in Terror-Anschlägen benutzt wurde.37 An der Al-Quds-Universität wurde ein Nachruf veröffentlicht der ein Selbstmord-Bomberin pries.38 Die Bir Zeit-Universität eröffnete das akademische Jahr 2003/2004 mit einer Gedenkzeremonie für zwei Studenten, die Selbstmord-Anschläge in Jerusalem ausführten.39

In einem Bericht über UNRWA-Schulen in der Palästinensischen Autonomie wurde ausführlich dokumentiert, wie Material gebraucht wird, das Gewalt gegen Israelis glorifiziert, wodurch Schulen praktisch in „Brutkasten für Hetze und Hass gegen Israel“ umgewandelt werden.40

Falsche Darstellung der Fakten zum Sicherheitswall

Ein gerne immer wieder wiederholtes Thema in vielen Berichten ist die Beschreibung von Israels Sicherheitswall als „Apartheid-Mauer“. Der Bericht des Bildungsministerium der PA erklärte, die „Höhe der Mauer beträgt 8 Meter und seine Lang [sic] ist 360 Kilometer oder mehr“. In Wirklichkeit ist nur ein geringer Teil der Barriere tatsächlich eine „Mauer“ (zumeist an bestimmten Autobahnen, um Autofahrer vor Heckenschützen zu schützen, oder in Gebieten, wo die Topographie den Bau eines Zaunes verhindert) – diese Abschnitte betragen weniger als fünf Prozent der geplanten Gesamtlänge der Barriere.41

Trotz der Behauptungen, dass palästinensische Schüler „von ihren Rechten [sic] beraubt sind“, unterlässt es der PA-Bericht anzumerken, dass es dort, wo die Barriere tatsächlich Schüler von Schulen trennt, Tore gibt, die ungehinderten Zugang zu und aus den Schulen erlauben. Diese Politik der „offenen Tore“ stellt sicher, dass Zivilisten, die nicht in Terror verwickelt sind, über den Wall hinweg kommen, um sich um ihre Felder zu kümmern oder zur Schule zu gehen. Trotz der israelischen Absicht, die Härten zu minimieren, haben als sich unschuldige Zivilisten getarnte Terroristen zynisch versucht diese Politik auszunutzen und versucht diese „offenen Tore“ zu nutzen, um Terroranschläge in Israel zu auszuüben.42

Der PA-Bericht präsentiert eine Tabelle mit 2.898 Schülern und Lehrern, die von dem Sicherheitswall „betroffen“ sind, ohne jegliche Beschreibung oder Dokumentierung von schädlicher Auswirkungen auf die Bildung zu liefern, die durch den Wall entstehen. Tatsächlich liefert der Bericht überhaupt keine Hintergrundinformation oder Zusammenhang zum Bau des Sicherheitswalls, insbesondere die Notwendigkeit das Eindringen von Terroristen nach Israel zu verhindern.43

Schlussfolgerung

Berichte über den Stand der mentalen Gesundheit palästinensischer Kinder und die Natur des palästinensischen Bildungssystems geben vor Daten zu präsentieren, die Israel als verantwortlich für einen beklagenswerten Zustand angeben. In Wirklichkeit liegt die Verantwortung für den derzeitigen Zustand bei der Autonomiebehörde und palästinensischen Terror-Organisationen, die beide eine Kultur der Gewalt, des Hasses, der Hetze und des Terrors betrieben und Kinder und Schüler als Fußvolk benutzen.

Im November 2002 diskutierte Dr. Neil Kieffe von der Bethlehem University einige der Probleme, die das palästinensische Bildungssystem plagen: „Palästinensische Ausbilder haben mit Hilfe von Ausbildern aus anderen Ländern zu entscheiden, welche Resultate sie genau vom System erhalten wollen und dann einen neuen Bildungsgang zu schaffen, der diese liefert. Die Ziele können nicht nur die Beherrschung einer gewissen Menge an Wissen sein. Das schafft Technokraten. Wir brauchen eine Ausbildung, die aus den Schülern die besten Fähigkeiten hervor holt. Die Palästinenser sind sehr kompetente Menschen, aber sie müssen lernen, dass sie kreativ sein können, dass sie Führungspersönlichkeiten sein können, dass Zusammenarbeit mehr schaffen kann als sie es als Einzelne können. Mit einer solchen Ausbildung besteht die Möglichkeit eines neuen Palästina in diesem neuen Jahrtausend.“44

Kieffes Gefühle würden starke Unterstützung bei all denen finden, die ein Aufmöbeln eines Systems unterstützen, das Schüler zum Krieg erzog statt sie auf den Frieden vorzubereiten.

* * *

Anmerkungen:

  1. http://www.miftah.org/Doc/Reports/2004/EducationAssessment60504.pdf
  2. Für eine vollständige Diskussion und Analyse von Miftah s. Simon Lassman: The Anti-Israel Agenda of MTA. NGO Monitor, 27. Januar 2003; http://www.ngo-monitor.org/editions/v1n02/v1n02-1.htm
  3. T.L. Zakrison, A. Shahen, M. Mortaja, P.A. Hamel: The Prevalence of Psychological Morbidity in West Bank Palestinian Children. Can J Psychiatry 49 (2004), S. 60-63.
  4. http://www.hms.harvard.edu/chase/projects/gaza/gazagrant.html
  5. http://www.tikkun.org/magazine/index.cfm/action/tikkun/issue/tik0311/article/031113b.html
  6. http://www.palestinefacts.org/pf_1991to_now_alaqsa_start.php
  7. Palestinian Authority Admits: Warfare Was Planned. Associated Press, 4. März 2001; http://members.tripod.com/arabterrorism/admission.html
  8. M. Heiberg, G. Ovensen: Palestinian Society in Gaza, West Bank and Arab Jerusalem: A Survey of Living Conditions. Fafo Report 151 (1993, 1994); http://almashriq.hiof.no/general/300/320/327/fafo/reports/FAFO151/index.html
  9. http://www1.idf.il/DOVER/site/mainpage.asp?clr=1&sl=EN&id=7&docid=26544
  10. http://www.maarivintl.com/index.cfm?fuseaction=printArticle&articleID=4671
  11. http://www.cbsnews.com/stories/2004/03/25/world/main608756.shtml
  12. http://www.nytimes.com/2004/05/30/international/middleeast/30teen.html
  13. http://66.102.9.104/search?q=cache:4-7YKLDdxN4J:www.pchrgaza.org/files/W_report/English/2004/01-04-2004.htm+Nasser+Awartani&hl=en
  14. http://www.pnic.gov.ps/arabic/quds/eng/news/2004/2004_3/e_update_25.asp
  15. http://www.cbsnews.com/stories/2004/03/15/world/main606213.shtml
  16. http://www.pmw.org.il/
  17. http://www.jcpa.org/brief/brief2-8.htm
  18. http://www.jcpa.org/jl/vp441.htm
  19. http://www.edume.org/reports/report1.htm
  20. http://www.intelligence.org.il/eng/bu/sib_mb/university.htm
  21. ebenda
  22. http://www.wqad.com/Global/story.asp?S=1851505
  23. http://www.intelligence.org.il/eng/bu/dec/htm/dec_03.htm
  24. Siehe http://www.jcpa.org/jl/vp490.htm, n. 31
  25. Jerome Marcus: Jenin’s [Palestinian] War Criminals“. Wall Street Journal, 30. April 2002.
  26. http://www.intelligence.org.il/eng/sib/4_04/y_apc.htm
  27. ebenda
  28. Visitors Get a Feel of Life in the West Bank. UPI, 4. April 2004.
  29. http://www.skynews.co.uk/skynews/article/0,,30200-13154917,00.html
  30. James Bennet: In Chaos, Palestinians Struggle for a Way Out. New York Times, 15. July 2004.
  31. http://www.pmw.org.il/new/Latest%20bulletin.html#worldbank
  32. Fouad Moughrabi: The Politics of Palestinian Textbooks. Journal of Palestine Studies XXXI, Nr. 1 (August 2001), S. 5-19.
  33. http://www.newsmax.com/archives/articles/2002/6/11/74417.shtml
  34. http://www.kerenmalki.org/WSJ_Blood_Money_Education.htm
  35. http://www1.idf.il/DOVER/site/mainpage.asp?sl=EN&id=7&docid=33756.EN
  36. http://edition.cnn.com/2001/WORLD/meast/10/09/ret.mideast.universities/
  37. http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Communiques/2003/Closure%20of%20the%20Polytechnic%20University%20and%20the%20Isla
  38. http://www.intelligence.org.il/eng/bu/sib_m/m_g.htm
  39. http://www.themedialine.org/news/news_detail.asp?NewsID=4028
  40. http://www.eufunding.org/Textbooks/UNRWA_Kalandia.html
  41. http://securityfence.mfa.gov.il/mfm/Data/48152.doc
  42. http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/478092.html
  43. http://www.securityfence.mod.gov.il/Pages/ENG/purpose.htm
  44. http://www.solidarite-birzeit.org/documents/NKieffe.php

 

 

Der Steiger Award (2017)

Der „Steiger Award“ ist eine Erfindung des Medienunternehmers Sascha Hellen, der die Preisträger selbst auswählt. Die Kriterien für diese Auswahl sind nicht bekannt. Die Vergabe des Preises soll der „kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Förderung der Rhein-Ruhr-Region dienen“ (Zitat aus der Selbstdarstellung). Was die Preisträger mit dieser Förderung zu tun haben, erschließt sich allerdings häufig auch nicht (z.B. beim Astronauten Buzz Aldrin für sein Lebenswerk.)

Vergeben seit 2005 haben ihn illustre Persönlichkeiten in den Bereichen Charity, Toleranz, Musik, Medien, Umwelt, Film, Kunst, Sport, Europa, Nachwuchs, Entertainment, Lebenswerk, Ruhrgebiet, Musik International, politischer Mut sowie „Sonderpreise“ erhalten, wobei nur Film und Musik jedes Jahr bedacht wurden.

Schlagzeilen machte der Steiger Award erstmals so richtig im Jahr 2012, als Recep Tayyip Erdoğan den Preis für 50 Jahre deutsch-türkische Freundschaft bekommen sollte. Sch… drauf, dass damals schon sehr deutlich war, um was für einen Menschen es ich bei dem damaligen Premierminister der Türkei handelte. Es hagelte Kritik, vor allem durch Menschen, die den Minderheiten in der Türkei angehören. Erdoğan kam nicht zur Preisverleihung, weil er wegen eines Hubschrauberunglücks mit 14 toten Türken in Afghanistan absagte. In der Liste der Preisträger wird er in der Kategorie „Europa“ geführt.

Was hat Erdoğan je FÜR Europa getan? Er hetzt und wütet und hat seitdem jedes Jahr immer mehr bewiesen, dass diese Preisverleihung nun wirklich Schwachsinn war. Aber das ist 5 Jahre her.

Heute wird in Dortmund wieder einem Mann der Sonderpreis verliehen. Dem „Präsidenten“ der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, der auf der Seite des Steiger Award als „palästinensischer Präsident“ aufgeführt wird und „mit einem Sonderpreis Hoffnung auf Frieden“ geehrt werden wird.

Das ist spannend. Bei anderen Preisträgern – z.B. Dirk Roßmann (Unternehmer und Philantrop), Dr. Barbara Hendricks (Bundesumweltminiserin), Otto Waalkes – werden Gründe angeführt, etwas, das diese Personen geleistet haben. Bei Abbas sind keine Leistungen zu finden, nur ein paar biografische Daten (gut, eine Dissertation an einer Moskauer Universität könnte man als Leistung betrachten). Aber was soll man Leistungen anführen, wenn „Hoffnung auf Frieden“ prämiert wird? Dafür muss man nichts geleistet haben, das könnte ja noch kommen. Und wenn’s nicht klapp – tja, dann sind die Juden schuld, nicht der Friedensbengel selbst, auf den man so hofft.

Was gibt es eigentlich, das Abbas geleistet hat, was die „Hoffnung auf Frieden“ begründen könnte? Dass Abbas als Fatah-Finanzchef das Geld für den Anschlag von München 1972 besorgte/zur Verfügung stellte? Dass er in seiner in Moskau gefertigten Doktorarbeit den Holocaust zwar nicht leugnete, aber bis ins Geht-nicht-mehr relativierte? Dass er seit Jahren jegliche Gespräche mit Israel verweigert? Dass er in seinem Herrschaftsbereich Terroristen hochleben, als vergötterte Vorbilder verehren lässt? Dass er den Kindern beibringen lässt, dass Judenmord ein hohes Gut ist, „Märtyrertum“ heilig und erstrebenswert?

Oh, er redet immer wieder ganz toll von Frieden und Gerechtigkeit. Aber selbst dabei offenbart er, wie er wirklich tickt. Im Europaparlament outete er sich letztes Jahr erneut als der Antisemit, der er ist (Rabbiner befehlen die Vergiftung palästinensischer Brunnen) – und ein gewisser Martin Schulz jubelte auf Twitter von einer „inspirierenden Ansprache“, die Abgeordneten gaben stehende Ovationen.

Vor ein paar Tagen erst ließ Abbas wissen, dass die „israelische Besatzung“ die Ursache aller Katastrophen der Welt sei.

Allein diese beiden Begebenheiten hätten Herrn Hellen darauf aufmerksam machen müssen, was für ein Typ diese Friedenshoffnung ist und ihm die Preisverleihung aufkündigen müssen. Aber was verlangen wir da schon? Dass die Realität wahrgenommen wird? Dass mal, wenn man schon ignoriert, was er auf Englisch sagt, nachgehakt wird, was der Mann auf Arabisch seinen Leuten gegenüber öffentlich von sich gibt und von seinen Speichelleckern geben lässt?

Es passt. Gebt dem Schreibtischtäter, Hetzer, Antisemiten und Friedensverweigerer den Friedenshoffnungspreis. Ihr offenbart euch als die Vollidioten, die ihr seid. Die Ignoranten, die die Welt verbessern wollen und sie in die Katastrophe führen. Die Hetzer, die anderen Hetze vorwerfen und tatsächliche Hetzer und Verleumder hofieren.

Mahmud Abbas ist das Gegenteil dessen, für das er heute ausgezeichnet wird: Er ist die Garantie dafür, dass es keinen Frieden geben wird. Herzlichen Glückwunsch!

Die niederländischen Parlamentswahlen, Israel und die Juden

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Geert Wilders‘ populistische Freiheitspartei (PVV) spielt bei den bevorstehenden niederländischen Parlamentswahlen am 15. März eine zentrale Rolle. Dafür gibt es mehrere Gründe. Deutschlands offene Grenzen, das Brexit-Referendum und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten haben dem Populismus eine Menge Aufmerksamkeit gebracht und ihn mancherorts stimuliert. Wilders‘ Verurteilung durch ein niederländisches Gericht[1], nachdem er zusammen mit seinen Anhängern rief, er wolle weniger Marokkaner, könnte der PVV weitere Wähler gebracht haben. In verschiedenen, allerdings unzuverlässigen Meinungsumfragen liegt die PVV bereits seit vielen Monaten beständig an der Spitze. Sie könnte eventuell die Zahl ihrer Parlamentssitze auf 30 der insgesamt 150 verdoppeln.

Das Wahlprogramm der Partei macht eine Koalition mit anderen Parteien schwierig bis unmöglich. Die niederländischen Parteien veröffentlichen in der Regel ein detailliertes Wahlprogramm, das sie dem Zentralen Planungsbüro vorlegen, damit dieses berechnet, ob das vorgeschlagene Handeln sich in geeignete Haushaltsentwürfe umsetzen lassen.[2] Wilders betrachtet diese Vorgehensweise als Unsinn. Er hat angekündigt, dass das PVV-Wahlprogramm nicht mehr als eine einzige Seite lang sein würde, die bereits veröffentlicht wurde.[3]

2016 setzte ein Mitglied des Senats aus der Liberalen Partei VVD – ohne signifikante Untermauerung – die PVV auf eine Stufe mit der niederländischen Nazikollaborationspartei NSB und verglich Wilders mit Hitler.[4] Wilders seinerseits sagt, dass der Islam möglicherweise gefährlicher ist als der Nationalsozialismus.[5]

Wilders‘ neueste Position lautet, dass der Koran „toleriert“ werden sollte. Er sagt, dieser sei voller Gewalt. Früher hatte Wilders angeregt das heilige Buch des Islam zu verbieten, da es mehr antisemitischen Hass beinhalte als Hitlers Mein Kampf. Der Vergleich mit Mein Kampf ist in der Vergangenheit bereits von dem verstorbenen PVV-Europaparlamentarier Hans Jansen, einem Arabisten, geäußert worden.[6]

Wilders bleibt dabei, er sei für die Schließung aller Moscheen und islamischen Schulen. Er merkte an: „Die Welt wäre schockiert, wenn es in den Niederlanden Nazi-Tempel gäbe. Der Islam gehört nicht in unser Land.“[7] Darüber hinaus will die PVV, dass die Niederlande die Europäische Union verlässt, für die das Land einen Nettobeitrag von mehreren Milliarden Euro leistet.[8]

Gemäß der PVV sollte die Militärpolizei die niederländischen Grenzen bewachen und Drohnen sollten über dem Land fliegen.[9] Andere Punkte des Programms der PVV sind: null Akzeptanz von Asylsuchenden, Abschaffung aller Entwicklungshilfe sowie die Beendigung der finanziellen Unterstützung für Griechenland.[10]

Die Niederlande sind ein traditionelles „Polderland“. Seine wichtigsten Städte liegen auf trockengelegtem Land unterhalb des Meeresspiegels. Das hat zu einer nationalen „Poldermentalität“ geführt, in der der historische Feind das Meer ist. Sobald ein Damm bricht, müssen alle Bürger zusammenarbeiten, um das Wasser draußen zu halten. Weigern sich einige, könnten alle ertrinken. Diese Poldermentalität findet ihren Weg in viele Sprichwörter. Eines lautet: „Wir müssen alle durch eine Tür.“ Das bedeutet unter anderem, dass man achtgeben muss niemanden zu stark zu beleidigen. Das schuf viele Nachkriegsjahrzehnte lang eine relativ milde Diskussionsatmosphäre.

All das hat sich durch die Immigration von einer Million Menschen aus muslimischen Ländern geändert, die hauptsächlich aus der Türkei und Marokko kommen. Sie und ihre Nachkommen stellen sechs Prozent der Bevölkerung und viele haben eine völlig andere Mentalität als die Niederländer. Eine Studie des sozial-kulturellen Planungsbüros stellte fest, dass vierzig Prozent derer, die zu den türkischen und marokkanischen Gemeinschaften gehören, nicht das Gefühl haben in den Niederlanden Zuhause zu sein. Viele Jugendliche sehen im Islam eine Alternative zur niederländischen Identität.[11]

Wegen des starken Zustroms an Muslimen hat eine gewisse Islamisierung stattgefunden. Was genau Islamisierung bedeutet, ist jedoch nie richtig definiert worden. Das Entstehen der PVV ist eine Reaktion auf weitgehend fehlgeschlagenen „Multikulturalismus“. Die Partei erklärt, dass sie die Niederlande „entislamisieren“ will.[12] Dennoch wäre es falsch die PVV als rechte Partei zu bezeichnen, da sie in sozialen Fragen eher links steht.

Die Hürde ins Parlament zu kommen ist sehr niedrig. Man braucht nur etwa 0,7% der Stimmen, um dort einen Sitz zu gewinnen. Derzeit bilden die Liberalen unter Premierminister Mark Rutte und die Arbeitspartei gemeinsam das Kabinett. Beide werden voraussichtlich schwere Verluste hinnehmen müssen. Die Arbeitspartei könnte durchaus mehr als zwei Drittel ihrer 38 Sitze verlieren. Da keine der Parteien eine Koalition mit der PVV eingehen will, könnte ein Vielparteien-Koalitionskabinett wie in Israel entstehen. Es würde vermutlich beträchtliche innere Wiedersprüche haben.

Die linken Parteien – die Sozialisten (SP), die Grüne Linke, die Partei für die Tiere und die Arbeitspartei, sowie die linksliberale D66 – sind allesamt antiisraelisch und unterstützen sogar Sanktionen, wenn Israel in Friedensverhandlungen mit den Palästinensern die von ihnen gesetzten Kriterien nicht erfüllt. Diese Leute schauen einfachheitshalber weg, wenn die größte palästinensische Partei, die Hamas, für den Völkermord an Juden wirbt. Ihr Antiisraelismus wird zudem von dem Wunsch angespornt muslimische Wähler zu gewinnen, ohne „mit irgendetwas Substanziellem dafür zu zahlen“.

Die hauptsächlichen antiisraelischen Hetzer im Parlament sind zwei ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Äußere Angelegenheiten: Sjoerd Sjoerdsma von der D66 und Michiel Servaes von der Arbeitspartei,[13] der regelmäßig anführt, dass seine Mutter Jüdin ist. Bei den Wahlen wird eine kleine antiisraelische Partei, die hauptsächlich aus Türken und Marokkanern besteht, wahrscheinlich einen oder zwei Sitze gewinnen.

Die Immigration aus muslimischen Ländern ist sowohl für Israel als auch die Juden enorm negativ gewesen. Ein Grund dafür ist ihre Massivität. Ein weiterer die fehlende Selektivität. Eine weltweite Studie der Anti-Defamation League stellte fest, dass 80 Prozent der Marokkaner[14] und 69 Prozent der Türken[15] wichtige klassisch antisemitische Vorurteile hegen. Antisemitische Vorfälle kommen in unverhältnismäßigem Anteil aus der muslimischen Gemeinschaft, ebenso die extremsten, darunter ein Plan – der zum Glück verhindert wurde – eine Bombe an einer Synagoge in Amsterdam zu legen.[16]

Es gab weitere indirekte Folgen der muslimischen Immigration, darunter dass eine Kombination aus Defiziten beim muslimischen rituellen Schlachten, zusammen mit antiislamischen Empfindungen zu einer starken Bewegung „gegen rituelles Schlachten ohne Betäubung“ geführt haben, zu der auch die PVV gehört. In dieser Frage ist die Partei – die pro-israel ist – der jüdischen Gemeinschaft diametral entgegengesetzt, die von einem Gesetz gegen rituelles Schlachten ebenfalls betroffen wäre. Aus Sicht muslimischer Bräuche steht auch die männliche Beschneidung von Zeit zu Zeit in der öffentlichen Kritik, was undenkbar wäre, wenn sie nur von der kleinen jüdischen Gemeinschaft praktiziert würde.

Zu guter Letzt haben einige der Kandidaten für das Parlament jüdische Vorfahren. Einer von ihnen ist der neue Parteichef der Arbeitspartei, der stellvertretender Premierminister Lodewijk Asscher, der väterlicherseits aus einer bekannten jüdischen Familie stammt. Er hat Äußerungen wie diese gemacht: „Ich will nicht in einem Land leben, in dem nur mit gewaffneten Wachen vor der Tür an die Kristallnacht erinnert werden kann.“[17] Und: „[Antisemitische] Beleidigungen machen mich jüdischer“.[18] Dennoch kann Asscher die antiisraelische Politik und Hetze seiner Partei nicht ändern, auch wenn er das wollte. Der einzige Kandidat, der sich mit der jüdischen Gemeinschaft identifiziert und darin aktiv ist, ist Gidi Markuszower, derzeit Mitglied des Senats. Er steht auf der Liste der PVV auf Platz 4 und wird daher mit Sicherheit ins Parlament einziehen.

[1] http://www.nu.nl/geert-wilders/4362579/geen-straf-wilders-in-zaak-minder-marokkanen-wel-schuldig-verklaard.html

[2] fd.nl/economie-politiek/1187905/cpb-doorrekening-partijen-laten-het-geld-weer-rollen

[3] http://www.geertwilders.nl/index.php/94-english/2007-preliminary-election-program-pvv-2017-2021

[4] http://www.elsevier.nl/nederland/achtergrond/2016/09/pvv-is-gevaarlijker-dan-nsb-wilders-heerst-als-fuhrer-354181

[5] http://www.telegraaf.nl/binnenland/27604304/___Islam_erger_dan_Nazisme___.html

[6] http://www.rd.nl/vandaag/binnenland/arabist-jansen-koran-sadistisch-over-ongelovigen-1.247251

[7] http://www.telegraaf.nl/binnenland/27604304/___Islam_erger_dan_Nazisme___.html

[8] http://www.elsevier.nl/economie/achtergrond/2016/08/nederland-tussen-landen-die-in-2015-meeste-betaalden-aan-eu-337637/

[9] http://www.nrc.nl/nieuws/2017/02/12/wilders-nuanceert-koranverbod-a1545637

[10] http://www.volkskrant.nl/politiek/wilders-klop-niet-bij-ons-aan-voor-steun-aan-griekenland~a2433908/

[11] http://www.elsevier.nl/nederland/achtergrond/2017/02/voor-allochtonen-is-islam-alternatief-voor-identificatie-met-nederland-452086/

[12] http://www.geertwilders.nl/index.php/94-english/2007-preliminary-election-program-pvv-2017-2021

[13] http://www.niw.nl/ik-ben-niet-naief787/

[14] http://global100.adl.org/#country/morocco/2014

[15] http://global100.adl.org/#country/turkey/2014

[16] http://www.joods.nl/2016/11/synagoge-amsterdam-doelwit-jihadisten/

[17] http://www.parool.nl/amsterdam/lodewijk-asscher-er-was-en-er-is-antisemitisme-in-ons-land~a3786388/

[18] http://www.niw.nl/interview-lodewijk-asscher-227/

Rest in Pieces

(Ein Gedanke zu Tisha B’Av)

Daniel Gordis, Jerusalem Post, 16. Juli 2010

Vorbei ist die Zeit, als die Welt verstand – und wenn auch nur für einen Moment – dass wir, nicht weniger als jeder andere, einen Ort verdienen, an dem wir sein dürfen.

Khaled ist seit einem Jahrzehnt unser Mann für alle Fälle, wenn etwas kaputt geht. Als er neulich da war, traf ich ihn in unserem Wohnzimmer an, als er eine Pause von seiner Arbeit machte. Er sah sich eine Reihe Fotografien an der Wand an; eine davon hieß „Rest in Pieces“.

„Was ist das?“, fragte er.

„Das ist ein jüdischer Friedhof in Argentinien“, sagte ich ihm. „Sehen Sie die hebräischen Buchstaben auf den Grabsteinen?“

„Aber warum sind die Grabsteine zerbrochen?“

„Leute haben sie zerschlagen“, erklärte ich.

„Aber warum macht jemand das?“

„Weil sie Juden hassen, vermute ich“, sagte ich ihm.

„Warum?“ Und einen Augenblick später: „Aber diese Juden sind tot. Sie hassen auch tote Juden?“ Jetzt war das ganze surreal geworden. Fragte mich da ein israelischer Araber wirklich, warum irgendjemand Juden hassen könnte? Khaled machte keine Scherze. Er schien völlig perplex und studierte weiter die Fotografie.

Ich wusste wirklich nicht, wo ich anfangen sollte. Ich erzählte ihm, dass an einigen Orten in Europa die Menschen immer noch jüdische Friedhöfe zerstören. Er war erstaunt. Einen Moment lang überlegte ich, ob ich ihm erzählen sollte, was die Jordanier 1948 bis 1967 mit den jüdischen Friedhöfen gemacht hatten; aus welchem Grund auch immer entschied ich mich, es nicht zu tun. Vielleicht wollte ich auch einfach nur einige Augenblicke lang den hoffnungsvollen Moment genießen, in dem ein Araber nicht verstehen konnte, warum jemand die Juden hasst. Es war die Art Augenblick, der einem etwas Hoffnung gibt, wenn auch nur für ein schwaches Aufflackern.

Aber ein solches Aufflackern verlöscht wieder, besonders in dieser Region. A paar Tage später waren meine Frau und ich in Tel Aviv; es gab ein herausragendes Programm zum Thema „Das Rückkehrrecht**: gerecht oder diskriminierend?“, das das von Prof. Ruth Gavison gegründete Metzilah-Zentrum sponserte; Ruth Gavison ist eine der angesehendsten Juristinnen des Landes und eine sehr tiefgründige zionistische Denkerin. Der erste Redner des Abends war Dr. Raif Zreik von der Universität Tel Aviv, den ich nie zuvor gehört hatte.

Zreik, das war auf der Stelle offensichtlich, ist ein Intellektueller, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Ausgebildet an der Hebräischen Universität, Columbia und Harvard ist er außergewöhnlich redegewandt, spricht ein wohlklingendes Hebräisch und übt keine Zurückhaltung. Er verschwendete auch keine Zeit.

Zreik begann mit der Erklärung, warum er weiß, er könne unsere Meinung nicht ändern. Der Unterschied zwischen einem Intellektuellen und einem Ideologen, sagte er, besteht darin, dass der Intellektuelle sich selbst überraschen kann. Intellektuelle sind offen und rational genug, um gelegentlich festzustellen, dass sie Positionen übernehmen, die sich von dem unterscheiden, was sie ursprünglich dachten. Ein Ideologe kann das niemals tun, sagte er.

Wir Einwanderer jedoch, behauptete Zreik, haben „nicht den Luxus Intellektuelle zu sein… Ihr seid alle engstirnige Intellektuelle, nicht weil ihr nicht klug seid, sondern weil eure Körper euch nicht ehrlich sein lassen. Wärt ihr das, müsstet ihr vielleicht zugeben, dass ihr kein Recht habt hier zu sein.“

Von da aus ging Zreik zu etwas über, das er die Makro-Sicht der zionistischen Geschichte nannte. Die Palästinenser waren in Palästina, sagte er, und die Juden in Europa. Die Juden in Europa gerieten in gewaltige Schwierigkeiten, doch dann gab es eine falsche Kombination aus dem Ort des Problems (Europa) und dem Ort der Lösung (Palästina).

Alles Folgende, darauf bestand er, ist das Ergebnis dieser ursprünglichen falschen Kombination.

Erstaunlich war, was Zreik alles nicht erwähnte: dass auch die Juden eine Verbindung zu diesem Ort haben und von dort ins Exil getrieben wurden; dass vor der Gründung Israels die Juden nirgendwo hin konnten; dass die Welt das begriff und letztlich – mit der Balfour-Erklärung, der Peel-Kommission und dem Teilungsplan – kollektiv entschied, dass die Juden einen Staat haben sollten und dass dieser hier sein sollte; dass es ironischerweise der Erfolg des Zionismus war, der den palästinensischen Nationalismus auslöste. Nein, nichts davon passt in seine Theorie, also blieb es unerwähnt. Zreik, so brillant er auch eindeutig ist, war zu genau dem Ideologen geworden, den er gerade definiert hatte.

Letztlich war Zreik eine intellektuelle Variante von Helen Thomas.*** „Sag ihnen, sie sollten verdammt noch mal aus Palästina verschwinden“ – Thomas’ Worte, aber auch Zreiks Haltung. Und da die Welt sich fast überall einmal wieder gegen die Juden wendet, ist die Aussage „macht verdammt noch mal, dass ihr aus Palästina raus kommt“ das Gleiche wie zu sagen: „Rest in Pieces.“ Zreik mag das nicht beabsichtigt haben, aber seine Theorie muss unweigerlich dahin führen.

WIE BEKOMMEN wir mehr Khaleds, fragte ich mich. Anständige Leute, die verständlicherweise mit ihrem Schicksal als israelische Araber nicht immer glücklich sind, aber Leute, die einfach gemeinsam mit uns leben und nicht die Uhr an einen Ort zurückdrehen wollen, an den sie niemals gehen kann.

Ich stellte fest, dass ich Khaleds Verwirrung angesichts des Hasses vermisste. Natürlich benutzen die meisten Leute nicht das Wort „Hass“. Sie nutzen Formulierungen wie, dass Palästina nur den Palästinensern gehört oder davon, dass das Rückkehr-Gesetz unmoralisch ist. Oder von der Nichttolerierbarkeit des Embargos. Aber letzten Endes reduzieren sich ihre Positionen auf diese: Ihr – anders als alle anderen – braucht keine Heimat und verdient sie nicht. Geht. Und Rest in Pieces.

Was uns zu dieser Woche bringt. Es gibt Juden, die sich fragen, ob der 9. Av immer noch Sinn macht. Schließlich schlachtet uns niemand. Israel geht es hervorragend. Und Jerusalem ist wieder aufgebaut. Warum all die Trauer? Für mich sprechen Momente wie ein Abend mit Dr. Zreik, so sprachgewandt und brillant er auch ist, dafür, dass wir diese Trauerzeit halten. Es geht nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft, darum, was immer noch passieren kann und was bereits angefangen haben könnte. „Der HERR entbot gegen Jakob seine Nachbarn als seine Feinde“, heißt es In Klagelieder 1,17. „Jerusalem wurde unter ihnen zum Abscheu.“

Von den Khaleds dieser Welt gibt es zu wenige und sie sind zu weit verstreut. Heute sind wir größtenteils von einer Welt umgeben, die unser einmal mehr müde geworden ist. Sie ist ihrer Schuld müde und ist des Staates müde, den sie wieder geschaffen hatte, als dieses Gefühl der Verantwortung sich auf seinem Höhepunkt befand. Vorbei ist die Zeit, als die Welt begriff, wenn auch nur für einen Augenblick, dass wir nicht weniger als alle anderen einen Ort verdienen, an dem wir sein können. Wir hatten das, eine kurze Zeit lang, aber das ist vorbei.

Was, wie ich annehme, der Grund dafür ist, dass wir die Lesung der Klagelieder immer noch nicht mit dem letzten Vers beenden, sondern mit der Wiederholung des vorletzten Satzes: „Bring uns zurück, HERR, zu dir… Erneuere unsere Tage, dass sie werden wie früher!“

(Foto: Zion Ozeri, http://www.zionozeri.com)

* Rest in Peace (Ruhe in Frieden) ist eine typische Grabinschrift und Segenswunsch für Verstorbene im englischsprachigen Raum; mancher wird die Abkürzung R.I.P,. schon gesehen haben. Der Titel ist ein Wortspiel darauf und bedeutet: Ruhe in Stücken.
** Gemeint ist das Recht jedes Juden der Welt nach Israel einzuwandern.
*** Helen Thomas ist die altgediente amerikanische Journalistin, die einem Rabbiner ins Mikrophon sagte, die Juden sollten gefälligst raus aus Palästina und dahin zurück, woher sie gekommen sind und deshalb ihren Platz im Presseraum des Weißen Hauses verlor.