Darwinismus, Judentum und der Zusammenprall von Naturwissenschaften und Religion

Melanie Phillips, 6. September 2019 (Jewish News Syndicate)

David Gelernter, Professor für Computerwissenschaften an der Yale University, hat seine bisherige Überzeugung von der Darwinschen Evolution aufgegeben.

Er schrieb, er sei betrübt „eine brillante und wunderschöne wissenschaftliche Theorie“ aufzugeben, sagte aber, er sei zu dem Schluss gekommen, dass sie das große Ganze nicht erklären könne – nicht das Feintuning bestehender Arten, sondern die Entstehung von neuen.

Ob dieses Argument stichhaltig ist oder nicht, soll ein anderes Mal diskutiert werden. Der Punkt hier ist, dass das von niemandem gesagt werden darf, der nicht bereit ist beruflichen und sozialen Selbstmord zu begehen.

Der Darwinismus, sagte Gelernter, habe die wissenschaftliche Argumentation hinter sich gelassen. Obwohl seine Kollegen in Yale höflich und kollegial mit ihm umgingen, hätten Leute ihr Leben in die eigene Hand genommen, um die darwinistische Evolution infrage zu stellen.

„Sie werden dich vernichten, wenn du sie anzweifelst“, sagte er. Es gab nichts, was in die Nähe von freier Meinungsäußerung kommt, wenn es um dieses Thema geht. „Das ist eine Art bittere, fundamentale, wütende, empörte, gewalttätige Reaktion, die einer wissenschaftlichen oder intellektuellen Diskussion nicht einmal ähnelt.“

Gelernters Schlüsse zum Darwinismus sind hauptsächlich aus seiner Analyse der statistischen Wahrscheinlichkeit der Evolution neuer Arten hergeleitet. Jedoch wird jeder, der den Darwinismus bezweifelt, sofort als „anti-wissenschaftlich“ etikettiert und beschuldigt ein religiöser Fanatiker zu sein.

Tatsächlich gehörte zur Gegenreaktion auf Gelernters Abfall die Feststellung, dass er religiöser Jude ist. Offenbar kann der einzige Grund, dass er zu seiner „leugnerischen“ Schlussfolgerung kam – heißt es auf einer pro-evolutionistischen Internetseite – sein, dass er die Wissenschaften durch eine „alttestamentliche Brille“ betrachtet.

In Wirklichkeit hat eine Überzeugung, die nicht angetastet werden darf, die Charakteristika eines religiösen Glaubens. Das ist der Grund, dass Gelernter den Darwinismus als Religion bezeichnet.

Es gibt jede Menge anderer unsagbarer Dinge in unserer von der Gedankenpolizei kontrollierten Gesellschaft. Menschgemachte Klimaerwärmung wird zum Beispiel als jenseits von Infragestellung betrachtet, weil von den Wissenschaften gesagt wird, dass das „entschieden“ ist. Das ist faktisch antiwissenschaftliches Dogma, denn in den Wissenschaften ist nichts jemals „entschieden“, das immer offen dafür ist neu hinterfragt zu werden.

Wie kommt dann unser wissenschaftliches Zeitalter dazu antiwissenschaftliche Ideen zu propagieren, die religiöser Doktrin gleichkommen und diese als Wissenschaft bezeichnet?

Unser Zeitalter hat sich angeblich der Förderung individueller Freiheit, Toleranz und dem Ende von Vorurteilen verschrieben. Warum werden dann so viele Ansichten zum Schweigen gebracht? Warum ist Diskussion so weithin durch hasserfülltes Beleidigen ersetzt worden? Und wie kommt es, dass dies von einer Welle des Antisemitismus begleitet worden ist, oft bei genau denselben Subskribenten der liberalen, antirassistischen „Woke“-Agenda[1]?

Es könnte hier eine Verbindung geben, die allgemein übersehen wird. Und die involviert die Juden.

Im Kern all dieses moralischen und intellektuellen Durcheinanders liegt ein Angriff auf die Kernprinzipien der westlichen Zivilisation auf der Grundlage, dass diese von Haus aus ausschließend, von Vorurteil befallen und unterdrückerisch seien.

Der Grund dafür lautet, sie sei in biblischen Werten verwurzelt, die für grausam, verdunkelnd und schädlich für die Vernunft, die Aufklärung und die Großzügigkeit des Geistes gehalten werden.

Im Gegensatz dazu wird von der säkularen Agenda geglaubt, sie stehe für alles Gute, das man mit der Moderne verbindet: Freundlichkeit, Rationalität und Fortschritt.

Der Westen sagt sich selbst, dass die Moderne einer Ablehnung der Religion in der Aufklärung des 18. Jahrhunderts entsprang.

Fakt ist, wie ein neues Buch aufzeigt, dass das Christentum im Kern des zeitgenössischen westlichen Denkens verbleibt, selbst bei denen, die es verachten. „Dominion“, geschrieben vom britischen Historiker Tom Holland, ist eine meisterhafte Analyse der Art, wie christliche Werte den Westen geformt haben und das immer noch an den unwahrscheinlichsten Stellen tun.

Sein Buch ist nicht nur ein faszinierender Bericht der außergewöhnlichen Reichweite und Beharrlichkeit des Christentums, das sich über Generationen und Gesellschaften hinweg entwickelt und angepasst hat. Er argumentiert zudem, dass christliche Werte, die manchmal zu Sklaverei, Imperium und Krieg geführt haben, trotzdem im Kern dessen liegen, was den Westen zivilisiert und gut macht.

Das hat Leute aufgeschreckt, für die es unumstößlich ist, dass nur der Säkularismus Gutes produziert, während Religion nur Schlechts schafft. Aber Holland stellt heraus, dass sogar Angriffe säkularer Liberaler auf christliches Denken von den christlichen Werten der Toleranz und Fairness motiviert sind.

Natürlich gibt auch einen Elefanten in diesem besonderen Raum. Denn obwohl diese westlichen Kernprinzipien vom Christentum eingeführt und verbreitet wurden, liegt ihre Herkunft in der hebräischen Bibel.

Holland schenkt den jüdischen Grundlagen des Christentums gebührende Beachtung, ebenso der furchtbaren Art, wie das Christentum sich in der Vergangenheit gegenüber den Juden verhalten hat.

Was aber so viele übersehen: Die moralischen Prinzipien, die vermeintlich vom Christentum erfunden wurden – z.B. Mitgefühl, Fairness, für die Armen sorgen oder andere an die erste Stelle setzen – sind der Welt allesamt von der hebräischen Bibel vorgestellt worden.

Es ist der mosaische Kodex des Judentums, der dem Westen sein Gewissen und die Wurzeln seiner Zivilisation gab, indem er dem selbstsüchtigen Appetit der Menschen Ketten anlegte. Und es fällt auf: Jede zeitgenössische Ideologie, die darauf abzielt den Westen zu untergraben oder umzuformen, gründet auf Gegnerschaft zu jüdischen religiösen Überzeugungen, jüdischem Moralkodex oder dem jüdischen Heimatland in Israel.

Tiefgrünes Umweltbewusstsein zum Beispiel will die Menschen von ihrem Sockel aus der Genesis stoßen, dass er die Krone der Schöpfung ist; die Wahl sexueller Lebensstile negiert die moralischen Codizes des Judentums; wissenschaftlicher Materialismus verwirft den Glauben an den göttlichen Schöpfer der Welt; der Antizionismus bestreitet das Recht der Juden auf ihr eigenes Heimatland; und linkem Universalismus ist es angeboren das Judentum anzugehen, das mit einem sturen und einzigartigen Überzeugungssatz immer einer jeden Universalisierungsideologie im Weg stand.

Ein großer Teil des säkularen Ansturms geht auf die zentrale Idee der Aufklärung einer Welt zurück, die auf Vernunft gründet, von denen besonders französische Denker der Aufklärung meinten, sie stünde in Gegnerschaft zu Religion.

Aber das westliche Konzept der Vernunft kommt in Wirklichkeit aus der hebräischen Bibel. Vorstellungen wie ein geordnetes und rationales Universum, das gemäß einem linearen Konzepts strukturiert ist, waren revolutionäre Konzepte, die im ersten Buch Mose eingeführt wurden.

Diese Ideen waren grundlegend für die Entwicklung der westlichen Wissenschaften. Frühe Wissenschaftler glaubten, dass Naturgesetze notwendigerweise einen Gesetzgeber voraussetzen. So sagte Galileo Galilei: „Die Gesetze der Natur sind von der Hand Gottes in der Sprache der Mathematik geschrieben.“

Die Gegnerschaft von Religion und Wissenschaften, die säkulare Liberale als fundamental annehmen, ist dem Judentum sogar fremd. Da so viel aus der hebräischen Bibel im Verlauf der Jahrhunderte als Allegorie oder Metapher interpretiert worden ist, hat das Judentum Wissenschaften nicht als Bedrohung betrachtet.

Der jüdische Weise Maimonides im 12. Jahrhundert war das große Beispiel der Überzeugung, dass Wissenschaften und Religion einander ergänzen. Er schrieb, dass der Konflikt zwischen Wissenschaft und Bibel entweder einem Mangel an wissenschaftlichem Wissen oder einem fehlerhaften Verständnis der Bibel entstammt.

Ohne die hebräische Bibel hätte es keine westliche Rationalität oder Prinzipien wie Gerechtigkeit und Mitgefühl gegeben. Aber der Säkularismus behauptet, dass die Regel der Vernunft, getrennt von biblischer Religion, Schlechtes wie Vorurteil oder Krieg aus der Welt und dem menschlichen Herzen verbannen werde.

Unmöglicher Utopismus wie dieser führt unweigerlich zu Unterdrückung. Das erwies sich beim apokalyptischen Christentum des Mittelalters so, bei der französischen Revolution, dem Kommunismus und dem Faschismus; und so erweist es sich heute beim kulturellen Totalitarismus der Linken.

Wie alle Utopisten glaubt die Linke, ihre Ideen seien unangreifbar, weil sie angeblich für die Tugend selbst stehen. Alle, die gegen sie sind, liegen daher nicht nur falsch, sondern sind auch böse. Also müssen Häretiker wie Gelernter ausgemerzt werden, weil keiner Herausforderung des Säkularismus jemals Pardon gegeben werden darf.

Was säkulare Liberale nicht begreifen: Angriffe auf die jüdischen Konzepte im Kern des christlichen Westens sind nicht nur einfach eine Zurückweisung ihrer angeblichen Ideale der Toleranz und Rationalität, sondern sägen den Ast ab, auf dem sie selbst sitzen.

[1] „woke“ = wach, politisch bewusst (insbes. bzgl. linker Themen, diesen sehr positiv gegenüber eingestellt)

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Israelisch-deutsche Beziehungen: Kein Raum für Ambivalenz

Es scheint so, dass viele Deutsche es vorziehen radikal antiisraelische Schritte als nicht antisemitisch, sondern als „Kritik an der israelischen Regierungspolitik“ zu betrachten. Die scheidenden Regierung konfrontierte Berlin in der Sache und Israel darf nicht dazu schweigen, dass das so weiter geht.

Eldad Beck, Israel HaYom, 7. August 2019

Die wichtige Entscheidung des deutschen Parlaments vor ein paar Wochen die Bewegung für Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen als antisemitisch zu kennzeichnen, hat paradoxerweise die scheinheilige Vorgehensweise offenbart, die von gar nicht so wenigen deutschen Instanzen bezüglich Israels und den Juden vertreten wird.

Es stimmt, die Entscheidung des Bundestags deutet scheinbar das Gegenteil an, da sie einen historischen Präzedenzfall setzte, indem sie die BDS als antisemitisch erkannte und die öffentlichen Instanzen aufforderte sie nicht zu finanzieren oder mit ihr zu kooperieren.

Das mag wie eine tiefe Verpflichtung für den Kampf gegen Antisemitismus erscheinen, aber was unmittelbar nach dem Beschluss geschah, offenbart eine problematische Realität: eine gut organisierte öffentliche, politische und Mediendruck-Kampagne, die darauf abzielte die Entscheidung des Bundestages als Verletzung der freien Meinungsäußerung darzustellen und Abgeordnete zu drängen sie zu kippen oder zumindest wegzusehen, wenn sie nicht aufrecht erhalten wird.

Viele in der deutschen Elite – der akademischen wie der kulturellen – sind zusammengekommen, um die Entscheidung zu bekämpfen, aber die prominentesten Stimmen hier sind die von Juden und Israelis: Akademiker, Künstler und sogar ehemalige Diplomaten.

Der dadurch zugefügte schaden ist klar. Immerhin: wenn Israelis und Juden selbst behaupten, dass die BDS-Bewegung neu „eine legitime Form der Kritik an der israelischen Besatzungspolitik“ ist, warum sollten ausgerechnet von allen Nationen die Deutschen die BDS-Bewegung als antisemitisch verurteilen?

Das führt natürlich zu einer etwas antisemitischen Darstellung von Juden, die Israel unterstützen, da sie von manchen in den deutschen Medien als zwielichtige Charaktere dargestellt werden, die zweifelhafte Methoden einsetzen, um deutschen gewählten Repräsentanten pro-israelische Politik zu diktieren. Schlimmer noch: Sie nötigten diese gewählten Vertreter unnötigerweise einen Sonderbeauftragten zu wählen, der Antisemitismus bekämpft. Warum unnötigerweise? Weil Deutschland eindeutig frei von Antisemitismus ist.

So haben verschiedene deutsche Offizielle keine Probleme damit antiisraelische Einträge in sozialen Medien zu „liken“ oder Jesus mit palästinensischen Flüchtlingen gleichzusetzen und warum deutsche Botschafter  kein Problem darin sehen sich auf die Seite von Organisationen zu stellen, die Israel nicht anerkennen oder den jüdischen Staat mit Nordkorea auf eine Stufe zu stellen.

Und warum auch nicht? Das ist kein Antisemitismus – es ist schlicht „Kritik an der israelischen Regierungspolitik“.

Letzte Woche erklärte der deutsche Bischof Hans-Jürgen Abromeit, dass Deutschland wegen des Holocaust unter „Überidentifikation“ mit Israel leidet.

Der Bischof betet ein eingegrabenes Konzept nach, gemäß dem Israel und Juden eine Last sind, von der Deutschland sich schlicht nicht befreien kann; eine dauerhafte Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit, die es den Deutschen nicht erlaubt die „problematischeren“ Episoden ihrer Geschichte hinter sich zu lassen.

Abromeit glaubt, dass Schuld, religiöse Gefühle und politische Haltungen miteinander zu vermischen zu Lasten der Palästinenser geh t und Deutschland daher aufhören muss Israel so absolut zu unterstützen.

Aber Deutschland unterstützt Israel nicht absolut. Im Gegenteil, es ist eine Brutstätte antiisraelischer Aktivitäten.

Israel schweigt schon zu lagen zu diesem Thema, aber die scheidende Regierung konfrontierte Berlin. Im Treffen von Premierminister Benjamin Netanyahu mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Jerusalem im Oktober legte er ihr eine detaillierte Liste deutscher Hilfe für antiisraelische Organisationen und Aktivitäten vor.

Das bedeutet nicht, dass Israel seine soliden Beziehungen zu Deutschland aufgeben sollte, sondern diese Beziehungen müssen frei von Zweideutigkeiten sein.

Kulturelles Appeasement in Deutschland

Die Feuilleton-Seiten des Landes betrachten nicht Islamisten, sondern deren Kritiker als die wahren „Hassprediger“

Benjamin Weinthal, Wall Street Journal, 8. Februar 2010

Berlin – Gerade, als man glaubte, die mörderischen Lektionen des politischen Islam – von den zahlreichen Terroranschlägen über „Ehrenmorde“ bis zu Hasspredigern – seien den Medien Deutschlands beigebracht worden, erlitten Schwaden an Journalisten und Akademikern einen kollektiven Rückfall ins Appeasement.

Kommentatoren von der konservativen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) bis zur linksliberalen Süddeutsche Zeitung (SZ) und der liberalen Wochenzeitung DIE ZEIT identifizierten gerade nicht den radikalen Islam, sondern dessen Kritiker als das wahre Problem. Sie sind „unsere heiligen Krieger“ (Claudius Seidl in der FAZ), „unsere Hassprediger“ (Thomas Steinfeld in der SZ), die „aufgeklärten Fundamentalismus“ repräsentieren (Thomas Assheuer in DIE ZEIT).

Die typischen Ziele dieser Giftigkeit sind Necla Kelek, eine deutschtürkische Soziologin und Autorin, Henryk M. Broder, ein in Polen geborener Jude und SPIEGEL-Kolumnistin Seyran Ates, eine deutschtürkische Anwältin und Autorin, die Morddrohungen erhalten hat, für die ihre anwaltliche Tätigkeit gegen Ehrenmorde und Zwangsehen bei Muslimen der Grund sind. Die Troika Kelek-Broder-Ates setzt eine lebhafte und streitfreudige Haltung ein, um die deutsche Gesellschaft aus ihrer Selbstzufriedenheit gegenüber der islamistischen Bedrohung wachzurütteln. In ihren Texten zeigen die drei „heiligen Krieger“ wenig Geduld für politische Korrektheit und die Forderung, dass Europas Muslime die Ansichten der liberalen Gesellschaft zu Gleichberechtigung der Geschlechter, freier Meinungsäußerung und Religionsfreiheit akzeptieren. Statt Kulturrelativismus glauben die drei, dass die westliche Kultur universale Rechte und Werte verkörpert, die Menschen aus der muslimischen Welt nicht vorenthalten werden dürfen.

Für die Hüter der deutschen Feuilletonseiten ist das zu viel Vertrauen in die (westliche) Kultur. Herr Steinfeld von der SZ ging so weit den jüngsten Mordversuch am dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard durch einen 28-jährigen Somali mit Verbindungen zur islamistischen Al-Schabab-Miliz als weitere fingierte Ausrede auf den Islam einzuprügeln beiseite zu schieben: „Alles, was nötig ist, damit das passiert, ein fehlgeschlagener Angriff z.B. wie der von Anfang letzten Monats und die Diskussion beginnt wieder von Neuem, mit denselben Argumenten – nein, was hier angeboten wird, sind keine Argumente, sondern Parolen.“ Es ist so, als würde die islamische Ideologie des somalischen Radikalen, die seinen Plan zur Ermordung von Westergaards anregte, nicht existieren.

Der Angriff auf die drei islamkritischen Autoren war von Medien zu erwarten, die sich auch darin überbieten, die Bedrohung durch den Iran herunterzuspielen, während auf Israel eingedroschen wird. Nehmen wir Katajun Amirpur, eine deutsch-iranische Islam-Akademikerin, die regelmäßig in der SZ schreibt. 2008 schrieb sie einen weithin gelesenen Aufsatz in der SZ, mit dem sie die Standardübersetzung von Mahmud Ahmadinedschads Äußerung, „Israel muss von der Landkarte gewischt werden“ zurückwies. Frau Amipur argumentierte unfassbarerweise, der iranische Präsident meine lediglich: „Das Besatzungsregime muss Geschichte werden.“ Eine der kaum vorhandenen Stimmen des Widerspruchs, der Frau Amirpurs Verfälschung und ihrem Versuch zu bestreiten, dass die Islamische Republik Israel mit einem weiteren Holocaust droht, war Henryk M. Broder.

Im Januar versuchte die SZ eine weitere akademische Krücke, um den radikalen Islam vor Kritik abzuschirmen. In einem Artikel mit dem Titel „Antisemiten und Feinde des Islam – Hetze mit Parallelen“ behauptet Wolfgang Benz, der umstrittene Direktor des Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, gespenstische Parallelen zwischen Islamophobie und Antisemitismus. Statt den zunehmenden Antisemitismus bei Islamisten zu beleuchten zieht Benz hysterische Vergleiche zwischen legitimer Kritik am radikalen Islam und der Art von Judenhass, der zu Völkermord geführt hat. Dass der Leiter von Deutschlands einzigem vom Bund finanzierten Antisemitismus-Forschungsinstituts damit den Holocaust verharmlost, wurde besonders verdächtig, nachdem Ende Januar aufgedeckt wurde, dass Benz wiederholt seinen verstorbenen Doktorvater Karl Bosl ehrte, der ein entschiedener Nazi und energischer Ideologe der Bewegung Hitlers war.

Benz hat übrigens eine Geschichte der Positiv-Erklärung der Gewalt des politischen Islam gegen den Westen. Ein paar Tage nachdem 19 islamische Terroristen die Twin Towers einstürzen ließen, sagte Benz die Gebäude „sind Symbole des Stolzes und des Reichtums und der Arroganz … Und das provoziert die drastischen und dramatischen Reaktionen und der kriegerischen Reaktionen.“

Wo „Islamophobie“ mit Antisemitismus gleichgesetzt wird, ist es nur ein kleiner Schritt Israelis mit Nazis gleichzusetzen. Zum Beispiel verteidigte 2008 Patrick Bahners, ein Redakteur des Feuilletons der FAZ, Kritiker Israels, die die Sicherheitsbarriere an der Westbank mit dem Warschauer Ghetto verglich. Nach Maßgabe der Europäischen Union sind solche Vergleiche Erscheinungsformen des modernen Antisemitismus. Herr Bahners konterte, dass „dieser Vergleich nicht durch Redeverbote oder Beleidigungen beseitigt werden können“, was zeigt, dass er nicht begreift, worum es geht. Die  Frage ist nicht, warum seine Aussagen zensiert werden sollten, sondern ob sie Antisemiten sind. Das Problem ist, dass solche Ansichten nicht nur von Deutschlands Kulturelite vertreten werden. Eine Umfrage der Universität Bielefeld von 2004 zeigt, das 51% der Deutschen glauben, Israels Umgang mit den Palästinensern „unterscheidet sich nicht grundsätzlich von dem, was die Nazis mit den Juden machten“.

Herr Bahners Kollege bei der FAZ, Lorenz Jäger, verfolgt ein traditionelleres antisemitisches Thema: Er macht sich Sorgen wegen jüdischer Macht. Die Tatsache, dass es ein paar Zeitungen und Blogger gibt, die Solidarität mit dem jüdischen Staat zeigen, ist für ihn Beweis für ein einflussreiches Netzwerk pro-israelischer Gruppen, das unangemessenen Einfluss ausübt. In Herrn Jägers verschwörerischer Weltsicht „ist es kein Geheimnis mehr“, dass zwei französisch-jüdische Philosophen, André Glucksmann und Bernard Henri-Lévy, „den Interessen der Vereinigten Staaten und Israels“ dienen. Herr Jäger kritisiert die beiden Philosophen auch dafür, dass sie die westliche Opposition zu russischen Menschenrechtsverletzungen und Unterstützung für Georgien während des Kriegs mit Russland von 2008.

All das hilft die heftigen Attacken auf die Islamkritiker zu erklären. Universale Werte sind durch eine bodenlose Grube kultureller Relativität ersetzt worden, wo die Verfechter einer robusten liberalen Demokratie mit Hardcore-Jihadisten gleichgesetzt werden. Die entscheidende Verschiebung hin zu einer Verteidigung antiwestlicher Regime wie Russland und Iran in den deutschen Feuilletons ist kein harmloser Fetisch mehr, sondern eine vorherrschende Ansicht.

[Anmerkung: Das war 2010! Seitdem ist das nur noch schlimmer geworden.]

Wenn ein Außerirdischer einen Blick auf Israels Existenzrecht wirft

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Ein auf die Erde geschickter Außerirdischer, der seinen Vorgesetzten über die Eigenschaften der Menschheit berichten soll, bekommt Probleme. Diese Aufgabe ist viel zu komplex. Nach einiger Zeit stolpert er über eine kleine Sache, die ihm einige Einsicht verschafft. Er entdeckt in den großen Medien eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Erwähnungen eines Staates namens Israel.

Der Außerirdische stellt fest, dass Israel ein kleiner Staat mit nur einem Tausendstel der Weltbevölkerung ist. Er begegnet vielen Äußerungen nicht israelischer Quellen, dass Israel das Recht hat zu existieren. Betrachtet er den ziemlich kruden Freedom House-Index, dann kann er keine Erklärung dafür finden. Israel steht nicht an der Spitze der freiesten Länder, weit entfernt vom Ende, irgendwo im oberen Bereich.

Nach intensiven Befragungen beginnt der Außerirdische zu verstehen, warum er so große Schwierigkeiten hat die Eigenschaften der Menschheit auf der Erde zu beschreiben. In der Geschichte hat es viele verschiedene Zeitalter gegeben. Das aktuelle Zeitalter wird Postmoderne genannt. Sie ist von der Fragmentierung der Ideen und Haltungen gekennzeichnet. Diese Erkenntnis führt ihn zu der Folgerung, dass sein großer Auftrag unmöglich ist. Dennoch kann er einige Probleme finden, die unverhältnismäßige Aufmerksamkeit erhalten. Dadurch, dass er diese studiert, wird er in der Lage sein wenigstens mit ein paar Antworten auf seinen Planten zurückzukehren.

Ein solcher Fall ist Israel. Der Außerirdische schreibt in seinem Bericht: „Israels Existenzrecht wird derart regelmäßig erwähnt, weil es so viele von denen gibt, die behaupten es habe kein Reicht zu existieren. Die schlimmsten Äußerungen kommen aus dem Iran. Dessen Führer erklären oft, dass ihr Land vor hat Israel zu vernichten.

Der Bericht des Außerirdischen fährt fort: „Die Menschheit ist auf viele Arten geteilt. Eine solche Teilung betrifft religiöse Zugehörigkeit. Die meisten Menschen glauben an ein übernatürliches Wesen, das sie Gott nennen und dienen ihm auf verschiedene Weisen. Dieses Wesen sollte nicht mit einem Außerirdischen verwechselt werden. Die Behauptungen, dass Israel nicht existieren sollte, kommen zumeist aus Teilen von, aber nicht von allen Gläubigen einer großen Religion namens Islam. Dessen Anhänger werden Muslime genannt. Es gibt jedoch auch viele andere.“ Auf diese Weise hat er ein wichtiges Charakteristikum der Menschheit identifiziert: „Hass.“

Der Außerirdische erklärt in seinem Bericht auch, dass die Welt in Menschen aufgeteilt ist, die viele der Ressourcen der Welt besitzen und andere, die Zugang zu weit weniger davon haben. Die mit Kontrolle über die meisten Ressourcen sind Westler. Sie nutzen ihre Intelligenz um neue Ideen und neue Technologien zu entwickeln. Es gibt auch ein paar Länder mit vielen Ressourcen, die im Boden ihres Landes zu finden sind. Öl ist besonders wichtig. Einige arabische Länder besitzen einen unverhältnismäßig hohen Anteil davon.

Es gibt andere Teile im Bericht des Außerirdischen, die für Israel wichtig sind. Er schreibt: „Israel ist der einzige jüdische Staat. Es gibt mehr als 50 muslimische Staaten. Letztere stehen in der Regel unten auf dem Freedom House-Index, hauptsächlich deshalb, weil sie nicht frei sind. Viele von ihnen hassen Israel.“ Das führt ihn zu dem Schluss, dass auch „Neid“ ein weit verbreitetes Charakteristikum der Menschheit ist.

Der Außerirdische fragt sich dann, warum Israel, demokratisch wie die Staaten des Westens, nicht von mehr dieser Staaten unterstützt wird, insbesondere von den europäischen. Er schreibt: „Warum sagen sie, dass Israel das Recht auf Existenz hat, statt zu sagen: ‚Der Iran, der glaubt, dass Israel kein Recht hat zu existieren, hat deswegen kein Existenzrecht.‘“

Dann fügt der Außerirdische an, dass das mächtigste Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, sogar einen Präsidenten hatte, der eine Vereinbarung mit dem Iran initiierte, dass dieser, sollte er eine Reihe von Jahren keinen bestimmten Waffentyp entwickeln, vor Angriffen der westlichen Länder sicher sein würde. Diese Vereinbarung ließ dem Iran die Freiheit eine andere gefährliche Waffe zu entwickeln: Langstreckenraketen. Diese Vereinbarung machte es zudem möglich, dass der Iran Terror in Nachbarländern fördert, ohne dass er fürchten müsste vom Westen angegriffen zu werden. Der Außerirdische schließt, dass dieser Präsident ein indirekter Unterstützer von Terrorismus war.

In seinem Bericht schreibt der Außerirdische weiter, dass viele der westlichen Staaten sich bei den Iranern einschmeicheln. Als der Iran Vereinbarungen brach, sahen diese Staaten darüber hinweg. Er schreibt eine weitere Eigenschaft der Menschheit nieder: „Die reicheren Teile der Menschheit sind Feiglinge.“

Es dauert nicht lange, bis der Außerirdische begreift, dass es ein Gremium gibt, in dem alle Staaten der Welt Mitglied sind. Diese Organisation behauptet erhabene Ziele zu haben. Dennoch kommen dort alle Schlüsselcharakteristika, die er entdeckte, zum Ausdruck: Hass, Neid und Feigheit. Einmal mehr stolpert er über Israel, denn mehr als drei Viertel der Verurteilungen der Vollversammlung der Vereinten Nationen richteten sich gegen Israel.

Der Außerirdische stellt fest, dass die UNO eine Vielzahl angegliederter Gremien hat. Der größte Schwindler heißt UNO-Menschenrechtsrat (UNHRC). Er hat das Ziel für das zu werben, was man „Menschenrechte“ nennt. Doch der UNHRC schaut über Verletzungen vieler der schlimmsten Rechtsbrecher hinweg. Er konzentrierte sich zumeist auf seine Verurteilungen Israels. Er schreibt ein weiteres Charakteristikum der Menschheit nieder: „verlogene Moral“.

Der Außerirdische ist damit beauftragt worden einen ausgewogenen Bericht über menschliche Charakteristika zu schreiben. Am Schluss hat er viel zu viel Text über ein kleines Land, Israel. Das spiegelt die unverhältnismäßige Aufmerksamkeit der Weltmedien für Israel. Er erfuhr auch viel durch seine Analyse dieses Landes und kommt zu dem Schluss: „Die Menschheit ist außerordentlich unausgewogen.“

Entlarvung betrügerischer Menschenrechtsorganisationen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Israel scheint zunehmend Schwierigkeiten zu haben die asymmetrische Kriegsführung der Hamas zu bekämpfen. Regelmäßig werden von palästinensischen Kindern Ballons aus dem Gazastreifen losgeschickt, um in Israel Brände auszulösen. Manchmal tragen die Ballons sogar Sprengstoff. Die Hamas nutzt Krankenhäuser und Krankenwagen für militärische Zwecke.[1] Diese sind für Israel schwer anzugreifen, ohne dass die Menschenrechtsgesetze verletzt werden. Während verschiedener israelischer Feldzüge nutzte die Hamas menschliche Schutzschilde für ihre Terroraktivitäten.[2]

Dadurch, dass es die internationalen Menschenrechtsgesetze einhält, kämpft Israel mit einer Hand auf dem Rücken gegen palästinensische Terrororganisationen mit Völkermordabsichten. Das kann nur so lange vertretbar bleiben, wie es die Terroristen vernichtend besiegt. Geschützt vom internationalen Menschenrechtsgesetz kann die Hamas die Techniken der asymmetrischen Kriegsführung weiter verbessern. Der von der Hamas angerichtete Schaden übertraf schon vor Langem das, was viele Israelis als „vertretbar“ ansehen.

Im Verlauf der Jahre hat eine falsche Aura der Menschlichkeit und des Anstands alle Menschenrechtsorganisationen umgeben. Es wäre für Israel ein erster Schritt zur Änderung der Politik bei der Durchführung der asymmetrischen Kriegsführung, wenn eine tiefgehende Analyse der Menschenrechtsgemeinschaft durchgeführt würde. Dazu würde eine detaillierte Aufdeckung derer in den Gefilden der Menschenrechte gehören, die – in verschiedenem Grad – vom Bösen geprägt sind.

Eine detaillierte Studie sollte Menschenrechts-Gremien auf einer Skala von aufrichtig bis bösartig einordnen.

An der Spitze der Liste derer, die als bösartig zu klassifizieren sind, sollte der UNO-Menschenrechtsrat (UNHRC) stehen. Viele seiner Mitglieder sind Diktaturen.[3] Hillel Neuer, Exekutivdirektor von UN Watch, hat das zusammengefasst: „Der UNO-Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf hat einen festen Tagesordnungspunkt gegen Israel. Israel ist das einzige Land, das bei jedem Treffen gesondert ins Visier genommen wird. Nicht einmal große Menschenrechtsverletzer wie China, Kuba, Pakistan, Saudi-Arabien, der Sudan, Syrien oder Simbabwe werden einer solchen Behandlung unterzogen.“[4]

Die israelische Regierung, israelischen Medien und Freunde Israels sollten anfangen dieses UNO-Gremium als den Menschenrechtsverzerrer zu bezeichnen. Wird das konsequent gemacht, wird dieser Ausdruck langsam Gemeingut werden.

Die Verirrungen bezüglich der Kritik an Israel durch eine der größeren Menschenrechtsorganisationen, Human Rights Watch (HRW), sind weit verbreitet. Selbst ihr Gründer, der verstorbene Robert L. Bernstein, schrieb in der Washington Post: „Am meisten schockiert, dass Menschenrechtsgruppen die ahnungslosen Komplizen der Vereinten Nationen geworden sind, weil fast jede Mainstream-Menschenrechtsgruppe Hassrede und Aufstachelung zum Völkermord ignoriert hat, nicht nur die gegen Israel, sondern gegen alle Juden.“[5] Bernstein wurde genauer: „Human Rights Watch, das von mir vor 33 Jahren gegründet wurde, greift weiter viele der Verteidigungsmaßnahmen Israels im Krieg an, sagt aber nichts zu Hassrede und Aufstachelung zum Völkermord.“[6]

NGO Monitor, das die Beschimpfungen Israels und der Juden durch Menschenrechtsorganisationen beobachtet, hat ebenfalls Beispiele für Antisemitismus seitens einer wichtigen Menschenrechtsorganisation angeführt: Amnesty International.[7]

Die UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus 2001 in Durban (Südafrika) war ein internationales Beispiel einer von der UNO geförderten Zusammenkunft des Israelhasses. Edwin Black hat ausführlich Texte über die Finanzierung von antiisraelischen Hassgruppen durch die Ford-Stiftung veröffentlicht. Er berichtete, dass diese dem Palestinian Committee for the Protection of Human Rights and the Environment (LAW) mehr als $1 Million zahlte; LAW war ein Schlüssel-Organisator der antisemitischen Hass-Kampagne in Durban. Black vermerkt, dass die niederländische Wohlfahrtsorganisation Cordaid und das Großherzogtum Luxemburg weitere wichtige Geldgeber von LAW waren.[8] Diese NGO wurde beschuldigt Spender zu betrügen und stellte einige Jahre später offenbar ihre Aktivitäten ein.[9]

Was für Menschenrechts-NGOs gilt, trifft auch auf die Verzerrung des internationalen Menschenrechts durch internationale Gerichte und Anwälte zu. Der Anwalt für internationales Recht Meir Rosenne, ein ehemaliger israelischer Botschafter in den USA und Frankreich, sagte: „Es gibt zwei Arten von internationalem Recht. Eine wird auf Israel angewandt, die andere auf alle anderen Staaten. Das gerät ins Blickfeld, wenn man sich ansieht, wie internationalen Institutionen mit Israel umgehen…“

Als typisches Beispiel erwähnte Rosenne die gutachterliche Stellungnahme des Internationalen Gerichtshofs zum israelischen Sicherheitszaun. „In seiner Beurteilung entschied das Gericht in Den Haag, dass das inhärente Recht auf Selbstverteidigung nur durchgesetzt wird, wenn man mit einem Staat konfrontiert wird. Würde das stimmen, dann bedeutete dies, dass, was immer die Vereinigten Staaten gegen Al-Qaida unternehmen, illegal ist. Es kann nicht als Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta der UNO angesehen werden, weil Al-Qaida kein Staat ist.“[10]

Ein extremes Beispiel für die Kombination eines bösartigen Menschenrechtsgremiums und der Verzerrung des internationalen Rechts durch internationale Anwälte war die Goldstone-Kommission. Der UNRHC gab dieser Kommission ein einseitiges Mandat Handeln Israels zu untersuchen, aber nicht das der Hamas-Terroristen. Indem sie diesen Auftrag akzeptierten, standen Goldstone und die Mitglieder seiner Kommission für alles, wofür internationale Anwälte nicht stehen sollten. Seine spätere, sehr partielle Korrektur der Schlussfolgerungen der Kommission änderte daran nichts.

Der ehemalige kanadische Justizminister Irwin Cotler nannte Goldstones Arbit „durch und durch verdorben.“ Harvards Jura-Professor Alan Dershowitz überschrieb seinen 50-seitigen Aufsatz: „Der Fall gegen den Goldstone-Bericht. Eine Studie für bewiesene Einseitigkeit.“[11]

Angesichts des falschen gutartigen Images der Welt der Menschenrechtsorganisationen und des internationalen Menschenrechts ist es für Israel unangenehm bei der Offenlegung des weit verbreiteten Missbrauchs auf diesem Gebiet führend zu sein. Da Israel aber an vorderster Front ihrer vielen einseitigen Attacken steht, hat es, weil es für das Land eine strategische Notwendigkeit werden könnte, keine andere Wahl also das zu tun.

[1] https://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Pages/Hamas-uses-hospitals-and-ambulances-for-military-terrorist-purposes.aspx

[2] www.jewishvirtuallibrary.org/hamas-human-shields-prevention-act

[3] www.un.org/press/en/2018/ga12077.doc.htm

[4] www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/14063?fbclid=IwAR24AuCgM1gjJpoHe1huurSh4XakWjACTI6YrhhuC3kQlylbO4HbCHobHUU

[5] Robert L. Bernstein: Why do human rights groups ignore Palestinians’ war of words? In: The Washington Post, 27., September 2011.

[6] ebenda

[7] http://www.ngo-monitor.org/amnesty-international-singling-out-jews-in-2019/

[8] Edwin Black: Funding Hate, Part IV: Audit of Palestinian Group Suggests Lax Funding Controls.  JTA, 16. Oktober 2003.

[9] www.haaretz.com/1.4759423

[10] Meir Rosenne, persönliche Kommunikation, zitiert in: Manfred Gerstenfeld: European Politics: Double Standards toward Israel. Jewish Political Studies Review 17, S. 3-4 (Herbst 2005).

[11] Alan Dershowtiz: The Case against the Goldstone Report:  A Study in Evidentiary Bias. In: Gerald M. Steinberg/Anne Herzberg (Hg.): The Goldstone Report, “Reconsidered”: A Critical Analysis. Jerusalem (NGO Monitor/Jerusalem Center for Public Affairs) 2011, S. 99-152.

Sollte Israel Deutschland vertrauen?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Deutsche Führungskräfte und Politiker, die Israel besuchen geben regelmäßig an Israel gerichtete Äußerungen ab, dass eine Zweistaatenlösung die Weise ist, den palästinensisch-israelischen Konflikt zu beenden. Ein Wiederholungstäter unter vielen ist der ehemalige sozialistische Parteichef und Außenminister Sigmar Gabriel, ein extremer antiisraelische Hetzer.[1] Die nicht so explizit darunter liegende Botschaft dieser deutschen Äußerungen lautet: Der Völkermord an den Juden während der Generation unserer Großväter ist ein furchtbarer Teil unserer Vergangenheit. Das zeitgenössische Deutschland ist eine Demokratie, die ihre notwendigen Lektionen aus der Geschichte gelernt hat. Wir sind eine mächtige Nation auf der Weltkarte. Wir sind damit berechtigt euch zu sagen, wie ihr euch gegenüber den Palästinensern zu verhalten habt.

Schon als ich ein kleines Kind war, hatte eine demokratisch gewählte deutsche Regierung mir gegenüber eine Politik. In der ersten Hälfte der 1940-er Jahre, während der deutschen Besatzung der Niederlande, befand ich mich in einem Versteck. Hätten die Besatzer mich gefunden, hätten sie zwei Optionen gehabt. Sie hätten mich entweder nach Sobibor geschickt, um vergast zu werden, oder nach Birkenau, wo mich dasselbe Schicksal erwartete. Danach wäre meine Leiche zusammen mit denen von vielen anderen Juden verbrannt worden und ich hätte kein eigenes Grab gehabt. Die deutschen Regierungen der Nachkriegszeit erkannten zurecht, dass sie die legalen Nachfolger der demokratisch gewählten Nazi-Regierung waren.

Deutschlands Bevölkerung ist weit davon entfernt die furchtbare Geschichte der Generation seiner Großväter voll verarbeitet zu haben. Das bedeutet, dass seine Obrigkeit Abstand von politischen Empfehlungen nehmen sollte, die mich betreffen. Der Hauptgrund dafür ist gerade erwähnt worden. Es gibt aber verschiedene weitere. Tatsächlich haben viele Deutsche heute radikal andere Einstellungen als die Mehrheit der Generation ihrer Großväter. Es gibt ebenfalls eine kleine Zahl, die sich mit der Politik des Nazi-Regimes identifiziert.

Weit wichtiger ist aber eine andere, riesige Gruppe. Bei ihnen sind dämonische Sichtweisen über die Juden der deutschen Großvater-Generation in eine ähnliche Wahrnehmung Israels mutiert. Im Zeitraum von 2004 bis 2014 wurden sieben repräsentative Umfragen zu diesem Thema durchgeführt. Deutsche wurden gefragt, ob sie Äußerungen zustimmen wie: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Oder: „Israel handelt gegenüber den Palästinensern wie die Nazis sich gegenüber den Juden verhielten.“ Eine von der Bertelsmann-Stiftung 2013 durchgeführte Umfrage stellte fest, dass bei der deutschen Bevölkerung 41% Zustimmung zur zweiten Äußerung gab. 2007 lag die Zahl bei 30%.[2] Die Zahl von 2013 übersetzt sich in mehr als 25 Millionen deutsche Erwachsene, die glauben, dass Israel sich wie die Nazis verhält, wenn es um den Umgang mit den Palästinensern geht.

In der heutigen westlichen Weltsicht stellt sich wie Nazis zu verhalten als das absolut Böse dar. Das Gleiche gilt für Völkermord-Absichten. Die weit verbreitete Übereinstimmung bei Deutschen zu diesen Äußerungen über Israel offenbart zudem, dass große Teile der Bevölkerung das Wesen der kriminellen Geschichte ihres Landes nicht verstehen. Darüber hinaus illustriert es, wie große Teile der deutschen Meinung bildenden Medien und Journalisten auf wichtige Weise moralisch korrumpiert sind. Sie haben die Atmosphäre für diese Überzeugungen geschaffen.

Diesmal sind es jedoch nicht Nazi-Zeitungen wie Der Stürmer von Julius Streicher oder der Völkische Beobachter der NSDAP, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Heutzutage kommt ein Großteil der Hetze aus einer Reihe progressiver deutscher Medien. Vor dem obigen Hintergrund spielt es keine Rolle, ob Dämonisierung von rechten oder progressiven Perversen verursacht ist.

Es gibt weitere Gründe, warum deutsche Politik Israel nicht sagen sollte, wie es seine Konflikte zu lösen hat. Das demokratische Deutschland ist nicht in der Lag gewesen Antisemitismus abzustellen. Kanzlerin Angela Merkel erzählt ihnen, wie beschämt sie darüber ist.[3] Eine normale Reaktion darauf ist: Löst eure Probleme, so dass ihr euch für euer Land nicht schämen müsst.

Noch schlimmer ist, dass Kanzlerin Merkel in einer Gesellschaft, in der der Antisemitismus nicht ausgemerzt werden kann, mehr als eine Million Immigranten begrüßte. Viele davon kommen aus den antisemitischsten Ländern der Welt. Letztlich musste selbst Merkel eingestehen, dass über den einheimischen Antisemitismus in Deutschland hinaus importierter Antisemitismus von muslimischen Zuwanderern der Mischung des Judenhasses des Landes hinzugefügt worden ist.[4]

Es gibt weitere Gründe dafür, dass die Deutschen zu dem schweigen sollten, was Israel tun sollte. Kein anderes Land ist besser ausgerüstet, um zu erkennen, dass in der palästinensischen Gesellschaft große Teile der Bevölkerung Ansichten haben, die Mutationen dessen sind, was die vielen Kriminellen in der deutschen Großvater-Generation und ihre Führer glaubten. Bei den einzigen palästinensischen Parlamentswahlen – denen von 2006 – erhielt die völkermörderische Hamas-Bewegung die absolute Mehrheit. Trotzdem erlaubt die deutsche Regierung einer weiteren völkermörderischen Bewegung, der Hisbollah, im eigenen Land zu agieren. Das wird von allen Parteien außer der populistischen AfD unterstützt.

Aus Deutschland kam in Teilen des vorigen Jahrhunderts eine Menge tödlichen Hasses, was für jedes Jahrhundert während mehr als einem Jahrtausend reicht. Die Deutschen sind damit also bestens ausgerüstet, um ähnlichen Hass zu erkennen, der aus vielen palästinensischen Quellen kommt. Das gilt auch für den Iran, dem gegenüber Deutschland viel zu freundlich ist. Das gilt auch für viele andere Teile der muslimischen Welt und schließt zudem einige Muslime in der Europäischen Union und andernorts in der Welt ein.

Da die Deutschen mich, den Versteckten, nicht fanden, bekam ich mein Leben als Bonus. Ich habe mich bemüht Lektionen für das Leben aus diesen glücklichen Umständen in einer sehr unglücklichen Umgebung zu lernen. Diese Lektion beinhaltet, dass man Entwicklungen in Deutschland verfolgt. Dazu gehört seine Teilnahme an antiisraelischen Abstimmungen in den Vereinten Nationen. Danny Danon, Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, hat aufgezeigt, dass Israel 0,1% der Weltbevölkerung repräsentiert, aber 78% der Verurteilungen durch die UNO erhält.[5] Eine weitere Lektion beinhaltet die Beobachtung tiefgehender Heuchelei großer Teile des zeitgenössischen Deutschlands und seiner Regierung.

[1] www.spiegel.de/politik/deutschland/gabriel-vergleicht-israels-palaestinenser-politik-mit-apartheid-regime-a-821601.html

[2] www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_LW_Germany_and_Israel_today_2015.pdf, pages 35-36

[3] www.dw.com/en/germanys-merkel-warns-of-increased-anti-semitism-on-holocaust-remembrance-day/a-42336022

[4] www.reuters.com/article/us-germany-holocaust/germanys-merkel-calls-for-zero-tolerance-of-anti-semitism-hate-idUSKCN1PK0EG

[5] www.jpost.com/Israel-News/Danon-Ilhan-Omar-Jeremy-Corbyn-need-to-be-removed-from-office-592732

Die UNO hat ein Apartheid-System gegen das jüdische Volk aufgebaut

Daniel Swindell, The Times of Israel (blogs), 14. März 2019

Die Vereinten Nationen wurden auf zwei Prinzipien gegründet: 1) Alle Nationen müssen gleich behandelt und nach denselben Standards beurteilt werden und 2) kein UNO-Mitgliedsstaat darf einem anderen aktuellen Mitglied den Krieg erklären. Die UNO-Charta besagt: „Die Organisation gründet auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit all ihrer Mitglieder.“ Und: „Alle Mitglieder werden es in ihren internationalen Beziehungen unterlassen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines jeden anderen Staates zu bedrohen und Gewalt gegen ihn zu auszuüben.“ Was den jüdischen Staat angeht  hat die UNO leider bei beiden Aufträgen versagt.

Das Wort „Apartheid“ wurde erstmalig in Südafrika angewendet, als dort Gesetzte zur Trennung der weiß-europäischen Bevölkerung von der schwarzafrikanischen eingeführt wurden. Apartheid kann also auf jedes Trennungssystem angewandt werden, das eine Gruppe aufgrund der Ethnie bevorzugt. Die UNO hat praktisch ein Apartheid-System geschaffen, indem sie diese zwei fundamentalen Prinzipien in Bezug auf Israel ununterbrochen verletzt. Die UNO hat ein System geschaffen, das arabische Gewalt belohnt und das jüdische Volk dafür bestraft, dass es sich verteidigt.

Acht Beispiele werden genügen, um zu demonstrieren, dass die UNO zwei Sätze an Standards geschaffen hat, wie sie mit Arabern und mit Juden umgeht: 1) Den Krieg von 1948, 2) den Krieg von 1967, 3) die Resolution „Zionismus ist Rassismus“, 4) die lockere Art, wie muslimische Länder drohen Israel auszulöschen, 5) die Anerkennung Palästinas als Beobachter und Nichtmitgliedstaat, während sowohl die Charta der PLO wie auch die Hamas Israel den Krieg erklären, 6) die Schaffung von ewigen Palästinenserflüchtlingen, 7) die einzigartige Verurteilung israelischer „Siedlungen“ und 8) die Tatsache, dass Israel von der UNO öfter verurteilt worden ist als alle anderen Staaten zusammen.

Erstes Beispiel für Apartheid: Das UNO-Apartheidsystem gegen die Juden begann mit dem Krieg von 1948. Am 14. Mai 1948 erklärte Israel seine Unabhängigkeit. Augenblicklich griffen der Libanon, Syrien, der Irak, Ägypten und Saudi-Arabien den entstehenden Staat an. Am 11. Mai 1949 wurde der Staat Israel in die UNO aufgenommen. Die UNO schuf den Präzedenzfall, dass die arabischen Staaten nicht dafür bestraft wurden die Juden angegriffen zu haben. Professor Ruth Wisse erklärt: „Wäre die UNO ihrer Charta gerecht geworden, hätte es den Krieg führenden die Mitgliedschaft entzogen oder sie wegen Verstoßes gegen ihre Bestimmungen auf Bewährung gesetzt. Aber hier gibt es eine Logik für die Aggression gegen Juden: Das Sekretariat und die unterstützenden Staaten wollen den Zusammenhalt der UNO nicht riskieren, um eines ihrer kleinsten Mitglieder vor Widersachern zu schützen, die riesige Vorteile in den Bereichen Demografie, Markt, Ressourcen und Politik auf ihrer Seite hatten. Der arabische Krieg gegen Israel wurde als beschränkte Sache ignoriert, was die liberalen Ideen der Vereinten Nationen gefahrlos als nur gegen die Juden gerichtet erschienen ließ.

Zweites Beispiel für Apartheid: Dasselbe zweierlei Maß setzte sich beim Krieg von 1967 fort, als Israel Ägypten, Jordanien und Syrien besiegte. Nach dem Krieg trat der „Gipfel der Arabischen Liga“ in Khartoum im Sudan zusammen und gab die „Resolution von Khartoum“ aus, die zur Fortsetzung des Kriegs gegen Israel aufrief. Die Gruppe der arabischen Staaten erließ auch das, was als die „Drei Nein“ bekannt wurde – „Nein zu Frieden mit Israel, Nein zur Anerkennung Israels, Nein zu Verhandlungen mit Israel“. Diese Erklärung der Fortsetzung des Krieges gegen ein existierendes UNO-Mitglied hätte zu ihrem sofortigen Ausschluss aus der UNO führen müssen, aber einmal mehr unternahm die UNO nichts.

Drittes Beispiel für Apartheid: 1975 halfen die arabischen Staaten der UNO-Vollversammlung die schändliche Resolution zu verabschieden, die verkündete: „Zionismus ist Rassismus“. Obwohl die Resolution 1991 widerrufen wurde, löschte sie den gegen das jüdische Volk gerichteten einzigartigen Hass nicht aus. Der Zionismus ist die Bewegung für die Selbstbestimmung des jüdischen Volks. Indem der Zionismus als Rassismus verurteilt wurde, erklärte die UNO praktisch, dass einzig das jüdische Volk kein Recht auf Selbstbestimmung hat. Diese Demütigung ist fast ohne Beispiel bei einer anderen Nation in der Geschichte der UNO. Die Resolution erklärte grundsätzlich, das jüdische Volk solle aus der Familie der Nationen ausgestoßen werden; das erinnerte an Jahrhunderte Massenvertreibung der Juden.

Viertes Beispiel für Apartheid: Eine weitere für reservierte Israel Demütigung ist die nonchalante Art, wie Aufrufe von Muslimen zur Auslöschung Israels akzeptiert werden. Die UNO-Charta besagt ausdrücklich: „Alle Mitglieder unterlassen es in ihren internationalen Beziehungen mit Gewalt zu drohen“, aber für Länder wie den Iran ist es Alltag, dass sie erklären, sie würden eine Atombombe auf Israel werfen. Wenn Israel deswegen Sorge zum Ausdruck bringt, heißt es, es sei überempfindlich.

Fünftes Bespiel für Apartheid: Palästina als Nichtmitglied mit Beobachterstatus zuzuerkennen während sowohl die Charta der PA wie auch die der Hamas Israel den Krieg erklären. 1964 wurde die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO) gegründet. Der PLO wurde von den muslimischen Staaten enorm geholfen. „Die Organisation der Islamischen Kooperation“ (OIC) besteht aus 57 Mitgliedstaaten. Die PLO ist wie der erstgeborene Sohn der OIC. Die OIC half der PLO „Beobachterstatus“ bei der UNO zu bekommen. Die OIC half das „Komitee zur Ausübung der unveräußerlichen Rechte des palästinensischen Volks“ zu gründen. Die OIC half Palästina von der „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization” (UNESCO) als Vollmitglied aufgenommen zu werden. 2012 legte die die OIC mit ihrer gesamten Arbeit die Grundlage dafür, dass Palästina Beobachterstatus bei der UNO als Nichtmitglied erhielt.

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist ein Ableger der PLO, die aller Gewalt abschwören sollte. Doch die PLO-Charta fordert immer noch die Auslöschung Israels mit den Mitteln des „bewaffneten Kampfes“. Trotz einiger Äußerungen Yassir Arafats der Gewalt abzuschwören, was zu leeren Lippenbekenntnissen wurde, hat die PA die Charta nie verworfen. Gleichermaßen ist die Hamas ein Akronym für die „Islamische Widerstandsbewegung“. Die Hamas-Charta von 2017 bestätigt den Aufruf zur Vernichtung Israels. All das bedeutet, dass sowohl die PA als auch die Hamas eine Charta haben, die Israel den Krieg erklären. Aber das sind nicht nur Worte, die ihre jeweilige Charta enthält – beide Gruppen begehen auch Kriegsakte, weitgehend gegen unschuldige Zivilisten.

Die PA zahlt hunderte Millionen Dollar an Gehältern an Palästinenser, die auf Juden einstechen. Derweil feuert die Hamas ständig Raketen nach Israel und zettelt gewalttätige Krawalle an der Grenze an. All das bedeutet, dass die UNO den Palästinensern einen Beobachterstatus für Nichtmitgliedstaaten gewährte, während diese Krieg gegen ein bestehendes UNO-Mitglied führen. Das ist ein klarer Fall von zwei verschiedenen Standards: Die UNO stellte ein Prinzip auf, dass ein neuer Beobachterstaat zugelassen werden kann, noch während er aktiv Krieg gegen ein bestehendes Mitglied führt – solange es sich dabei um Israel handelt.

Sechstes Beispiel für Apartheid: Die Schaffung der ewigen palästinensischen Flüchtlinge. Es gibt in der UNO nur zwei Organisationen, die sich mit Flüchtlingen beschäftigen. Die erste ist der „United Nations High Commissioner for Refugees“ (UNHCR), der sich um alle Flüchtlinge der Welt kümmert. Die zweite ist eine Organisation, die einzig für die arabischen Flüchtlinge aus dem Krieg von 1948 geschaffen wurde; sie heißt „United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees“ (UNRWA). Die Internetseite der UNRWA erklärt: „Die Organisation begann ihre Arbeit 1950. Sie reagierte auf die Bedürfnisse von rund 750.000 Palästina-Flüchtlingen.“ Nach Angaben des von der UNO erstellten Standardkriteriums wird der Flüchtlingsstatus nicht von Eltern an Kinder weitergegeben. Die einzige Ausnahme ist eine für die Palästinenser geschaffene Definition, die es den Nachkommen der arabischen Flüchtlinge des Krieges von 1948 erlaubt den Flüchtlingsstatus ihrer Eltern und Großeltern und Urgroßeltern zu erben. Das ist der Grund, warum die Zahl der palästinensischen „Flüchtlinge“ in die Millionen steigt. Die UNRWA-Internetseite erklärt: „Heute sind rund 5 Millionen Palästinenser berechtigt die Dienste der UNRWA in Anspruch zu nehmen.“

Es hilft den Palästinensern eindeutig nicht, dass sie zu ewigen Flüchtlingen zu machen; stattdessen war das zweite Kriterium dafür als Flüchtling zu werden geschaffen überlegt worden, um Israel zu schaden. Wenn die Palästinenser als ewige Flüchtlinge aus Israel definiert werden, dann können die arabischen Staaten Israel auf ewig unter Druck setzen all ihren Nachkommen die Staatsbürgerschaft zu geben. Wenn Israel unter Druck gesetzt wird Millionen Palästinensern die Staatsbürgerschaft zu geben, dann würde das aus Israel einen Palästinenserstaat machen. Über die UNRWA hat die UNO eine Multimillionen-Dollar-Institution vor Ort geschaffen, die aus den Palästinensern eine lebende Waffe gegen Israel zu machen.

Siebtes Beispiel für Apartheid: Die einzigartige Verurteilung israelischer „Siedlungen“. 1967 gewann Israel in einem Verteidigungskrieg die Kontrolle über die Westbank. Seit damals sind israelische Staatsbürger in den Bereich gezogen und wurden oft als „Siedler“ bezeichnet. Der Umzug der Siedler in die Westbank ist von der UNO aus zwei Gründen brutal verurteilt worden. Erstens weil viele behaupten, die in die Westbank ziehenden jüdischen Israelis  würden die Erschaffung eines Palästinenserstaates verhindern. Zweitens sei das angebliche Verbrechen eine Verletzung von Artikel 49(6) der Vierten Genfer Konvention. Angeblich verletzt Israel ein Verbot, das untersagt eigene Bürger in ein besetztes Gebiet zu verbringen. Die Genfer Konvention erklärt: „Die Besatzungsmacht darf keine Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Territorium deportieren oder überführen.“

Eugene Kontorovich ist Jura-Professor an der George Mason University. Er erstellte eine Vergleichsstudie des „Umgangs der internationalen Gemeinschaft mit Siedlern in allen von den Genfer Konventionen bestimmten Situationen, um die breite Sicht von 49(6) zu testen, wie sie im israelischen Kontext gegen die Staatspraxis bezüglich des Rests der Welt befördert wird“. Die Vergleichsstudie stellte folgende drei Punkte fest: 1) Der Umzug von Bürgern in ein besetztes Territorium liegt in allen Fällen vor; 2) die UNO hat diese Praxis nicht als Verletzung der Genfer Konvention kritisiert; 3) die einzige Ausnahme ist Israel, das ohne Unterlass verurteilt wird.

Kontorovich schreibt: „Artikel 49(6), der verbietet, was umgangssprachlich als Siedlungen in besetztem Gebiet bekannt ist, wird allgegenwärtig in Bezug auf die israelische Präsenz in der Westbank und auf den Golanhöhen angeführt. Dennoch bleiben das Ausmaß und die Bedeutung der zugrundeliegenden Regel der Genfer Konvention ein Rätsel. Kein nationales oder internationales Kriminalgericht hat die Regel jemals angewandt.“ Und die Studie „stellt fest, dass die Zunahme der Siedler-Bevölkerung ein allgegenwärtiger Teil langfristiger Besatzungen ist“. Aber „kein internationaler Akteur oder Gremium hat irgendeine dieser Aktivitäten – die an einer großen Bandbreite von Orten, geopolitischen Kontexten und Zeiten auftraten – als Verletzung von Artikel 49(6) beschrieben“. Die einzige Ausnahme ist Israel. Die Studie „hat gezeigt, dass außerhalb des Kontextes von Israel Artikel 49(6) von der internationalen Gemeinschaft als Reaktion auf Siedlungsunternehmungen in besetzten Gebieten nicht ins Feld geführt wurde“.

Israel wird nicht nur als einziges herausgegriffen, es wird brutal verurteilt. „Juristische Diskussionen des Artikels 49(6) werden dagegen fast ausnahmslos auf Israel konzentriert, ihre potenzielle Anwendbarkeit an anderen Orten wird nicht untersucht. Zum Beispiel listet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in seiner einflussreichen Studie zum gebräuchlichen humanitären Völkerrecht (2016, VI – VII) 107 Fälle nationaler und UNO-Praxis der Anwendung oder Interpretation des Verbots auf und alle bis auf zwei beziehen sich auf Israel.“ Zusammengefasst stellte die Studie fest, dass die UNO die Praxis des Umzugs von Bürgern in ein besetztes Gebiet nicht verurteilt, außer es handelt sich um Israel. Außerdem verhindert der Umzug von jüdischen Israelis in die Westbank die Gründung eines Palästinenserstaates nicht. Es gibt keinen Grund, dass die PA jüdischen Menschen die Staatsangehörigkeit in einem zukünftigen Palästinenserstaat nicht anbieten kann. Indirekt ist die einzigartige Verurteilung des Umzugs jüdischer Menschen in die Westbank ein Mittel, um die Gründung eines judenreinen Palästinenserstaats zu unterstützen.

Achtes Beispiel für Apartheid: Die UNO hat Israel öfter verurteilt als alle anderen Länder zusammengenommen. Nach Angaben von UN Watch „hat die UNO-Vollversammlung von 2012 bis 2015 97 Resolutionen verabschiedet, mit denen Länder kritisiert wurden; 83 dieser 97 haben sich gegen Israel gerichtet (86%).“ Israel hat in etwa die Größe des US-Bundesstaates New Jersey [oder des deutschen Bundeslandes Hessen – heplev]. Ist es möglich zu glauben, dass Israel mehr Akte des Bösen begangen hat als alle anderen Staaten zusammen? Nein, natürlich nicht. Die Wahrheit lautet, dass die Organisation der Islamischen Kooperation aus 57 muslimischen Mitgliedstaaten besteht, die unerbittlich Resolutionen gegen Israel verabschieden.

Diese endlosen Attacken auf Israel dienen zwei politischen Zwecken. Erstens helfen sie die muslimischen Staaten zusammenzuschweißen. 1920 brach das Osmanische Reich zusammen und in der Folge wurde eine ganze Reihe arabischer Staaten geschaffen.1945 wurde die Arabische Liga gegründet. Die Wahrheit lautet, dass die arabischen Staaten nicht so eng miteinander verbündet sind, wie sie vorgeben. Es hat viele Konflikte zwischen mächtigen Familien und Kriege um Territorium gegeben. 1945, noch vor der Gründung Israels, organisierten die arabischen Staaten einen Boykott gegen die jüdischen Siedlungen im Gebiet des Mandats Palästina, um zu verhindern, dass sie einen jüdischen Staat schufen. In der Proklamation hieß es: „Produkte palästinensischer Juden werden als in arabischen Ländern unerwünscht betrachtet.“ Die arabischen Staaten brauchten etwas, das ihnen half sich zusammenzubinden, also machten sie aus Israel ihren Erzfeind und das Symbol allen Übels im Nahen Osten.

Zweitens haben die arabischen Staaten parktisch keine demokratischen Freiheiten. Durch die Bildung von Komitees zum Angriff auf Israel sind die arabischen Staaten in der Lage die Aufmerksamkeit von ihren eigenen Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Entsprechend ist die exorbitante Zahl an Israel verurteilenden Resolutionen nicht darin zu finden, dass Israel tatsächlich so viele Verbrechen begeht, sondern der arabische Hass auf die Juden bindet sie zusammen und hilft die Aufmerksamkeit von ihren eigenen Verbrechen abzulenken.

Diese acht Beispiele reichen eindeutig aus, um zu demonstrieren, dass die UNO ein Apartheidsystem geschaffen hat, um das jüdische Volk zu entmenschlichen. Die UNO hat den arabischen Staaten und den Palästinensern die Erlaubnis gegeben das jüdische Volk anzugreifen, ohne dass das Folgen hat. Die Lösung besteht darin die Apartheid-Struktur wieder abzuschaffen, die bereits geschaffen wurde. Länder mit Moral müssen den institutionellen Rassismus angehen, der sich in der UNO entwickelte. Bis diese Veränderungen gemacht werden, bleibt die UNO schuldig ein Apartheidsystem gegen das jüdische Volk aufgebaut zu haben.