Die UNO zum Status von Jerusalem

First One Through, 2. Juni 2021

UNO-Generalsekretär António Guterres sprach am 20. Mai 2021 vor der Vollversammlung, als die jüngste Schlacht zwischen Hamas und Israel zu Ende ging. Er sprach mehrfach vom Status Jerusalems:

  • „Ich bin auch tief besorgt von der Fortsetzung der gewalttätigen Zusammenstöße zwischen den israelischen Sicherheitskräften und den Palästinensern überall in der besetzten Westbank einschließlich Ostjerusalems, wo mehrere palästinensische Familien von Zwangsräumung bedroht sind.
  • „Ich dränge Israel die Abrisse und Zwangsräumungen in den besetzten Palästinensergebieten einschließlich Ostjerusalems in Übereinstimmung mit seinen Verpflichtungen unter dem humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten einzustellen. Alle Siedlungsaktivitäten, einschließlich Zwangsräumungen und Abrissen, sind gemäß dem Völkerrecht illegal.“
  • Jerusalem ist eine heilige Stadt für drei Weltreligionen. Ich unterstreiche, dass der Status quo an den heiligen Stätten aufrecht erhalten und respektiert werden muss.“
  • „Wir müssen auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen hinarbeiten, die den Status Jerusalems und andere Endstatusfragen angehen, die Besatzung beenden und die Verwirklichung einer Zweistaatenlösung auf Grundlage der Linien von 1967, UNO-Resolutionen, Völkerrecht und einvernehmlichen Vereinbarungen gestatten, mit Jerusalem als Hauptstadt sowohl Israels als auch Palästinas.“

Beachten Sie, wie der UNO-Generalsekretär zwischen „Ostjerusalem“ und „Jerusalem“ wechselt. Er verwies auf die Stadt als tatsächlichen Ort, wenn das in Verbindung mit der „besetzten Westbank“ steht, räumt aber ansonsten ein, dass es ich um eine Gesamtstadt handelt.

Wenn es um Ostjerusalem ging, erklärte er, dass Araber Rechte haben dort zu leben, während Juden diese nicht haben. Aus jedem Haus, in dem ein Jude lebt, wurde eine „Siedlung“ gemacht, selbst wenn es ein Gebäude ist, das ihm gehört und wo seine Vorfahren lebten.

In Bezug auf den „Status quo an den heiligen Stätten“, zu dem derzeit ein Verbot jüdischen Gebets an ihrem heiligsten Ort, dem jüdischen Tempelberg, gehört, will Guterres, dass dieses Verbot in Kraft bleibt. Er scheint auch zu wollen, dass die arabischen Hausbesetzer in Ostjerusalems Viertel Scheik Jarrah, die es ablehnen den jüdischen Eigentümern Miete zu zahlen, dort verbleiben können sollen. Hingegen scheint er sehen zu wollen, dass alle in „Ostjerusalem“ lebenden Juden aus der Stadt vertrieben werden, weil für sie dort zu leben „gemäß dem Völkerrecht illegal“ sein soll.

Das Viertel Scheik Jarrah, wie es von der propalästinensischen Gruppe Peace Now dargestellt wird. Häuser, in denen Juden leben, werden als „Siedlungen“ betrachtet, während andre Häuser keine besondere Markierungen erhalten.

Guterres rief auch die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den Parteien auf, fordert gleichzeitig aber auch den Ausgang, den die Palästinenser am liebsten dabei haben wollen: dass die Verhandlungsposition mit den „Linien von 1967“ beginnen und dass Jerusalem die „Hauptstadt sowohl von Israel als auch Palästina“ sein wird – Positionen, die von Israel nicht befürwortet werden.

Die verschiedenen Positionen zeigen Widersprüchlichkeiten in der Anwendung, es sei denn, man strebt nach Ergebnissen, die von den Arabern bevorzugt werden.

Wenn die UNO Angelegenheiten des „Status quo“ wie das Verbot jüdischen Gebets auf dem Tempelberg und den Schutz des Aufenthalts palästinensischer Hausbesetzter begünstigt, dann erkennt sie implizit alle bereits in Ostjerusalem lebenden Juden an und sollte sie nicht länger als „Siedler“ bezeichnen. Wenn die UNO Koexistenz von Juden und Arabern anstrebt, sollte sie vollständige Gleichberechtigung für Juden auf dem Tempelberg und freies Zusammenleben von Arabern und Juden in ganz Jerusalem unterstützen. Wenn die UNO schließlich möchte, dass die beiden Seiten einen Frieden aushandeln, sollte sie den Parteien erlauben das zu tun, ohne den Ausgang einer bestimmten Frage vorwegzunehmen.

Aber die UNO unterstützt nicht wirklich den Status quo, Koexistenz oder einen zwischen Israelis und Palästinensern ausgehandelten Frieden. Die UNO befürwortet einzig die Palästinenser, die von ihr adoptierten Mündel, was es der Organisation unmöglich macht eine konstruktive Rolle zwischen den Parteien zu spielen. Das unterstreicht auch wie wichtig es ist, dass die USA offen weiter hinter Israel stehen.

Bildunterschriften, die tausend Worte wert sind

Die Kunst israelfeindliche, verdrehte Fotobeschreibungen zu schreiben ist ein weiterer Schritt auf dem glitschigen Abhang, den nicht objektive Journalisten und ihre antiisraelischen Redakteure gewählt haben, um abzurutschen. Op-ed.

Stephen M. Flatow, Israel National News, 28. Juni 2021

Massenmedien (iStock)

Wenn ein Bild tausend Worte wert ist, was sind die Worte unter dem Bild wert?

Eine Menge – für die, die die internationale öffentliche Meinung gegen Israel kehren wollen.

Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete vor kurzem das dramatische Foto eines – nach Angaben der Bildunterschrift – „Palästinensers, der während eines antiisraelischen Protests gegen die grenzüberschreitende Gewalt zwischen palästinensischen Militanten in Gaza und dem israelischen Militär direkt an der Barrikade mit Reifen einen Sprung macht.“

Wow. Wie viele Fakten kann man in einer einzigen Bildunterschrift entstellen?

Fangen wir mit der Formulierung „ein Palästinenser“ an. Der junge Mann im Foto ist nicht einfach „ein Palästinenser“. Zuerst einmal trägt er die Art Kopfbedeckung, die bei palästinensischen Teenagern beliebt sind, die hoffen, dass die israelische Polizei es nicht schafft sie zu identifizieren und zu verhaften. Das ist keine Covid-Maske. Gesetzestreue Bürger wickeln nicht ihr gesamtes Gesicht in Stoff. Natürlich soll es die Tatsache, dass er durch die Luft springt, offensichtlich machen, dass er kein unschuldiger Zivilist ist, der nur spazieren geht.

Und was ist mit all dem schwarzen Rauch, der hinter ihm wabert? Offensichtlich handelt es sich um die Szene aus einem Krawall. Die Bildunterschrift bezeichnet das eine „Barrikade aus Reifen“. Sie sind nicht nur eine „Barrikade“. Sie brennen – weshalb es dort so viel Rauch gibt. Palästinensisch-arabische Mobs rollen brennende Reifen in Richtung vorbeifahrender israelischer Autos. Sie verbrennen Reifenstapel mitten auf der Straße, um israelische Verkehrsteilnehmer zu zwingen langsamer zu werden, damit sie sie mit Steinen und Brandsätzen überfallen können.

Sie sollten als „palästinensische Terroristen” bezeichnet werden. Oder zumindest als „palästinensisch Randalierer“. Aber gewiss nicht nur als „Palästinenser“.

Warum randalierten sie an diesem Tag? Nach Angaben des Verfassers der Bildunterschrift bei Reuters war es ein „Protest gegen grenzübergreifende Gewalt“ im Gazastreifen. Mit anderen Worten: Die Randalierer mit den brennenden Reifen waren eigentlich Friedensaktivisten. Sie  protestierten gewalttätig gegen Gewalt!

Die Redakteure bei Reuters betrachten die Hamas und den Islamischen Jihad offensichtlich nicht als Terroristen, obwohl sie auf der offiziellen Liste der Terrororganisationen der USA und anderer Regierungen weltweit stehen. Und obwohl sie Raketen auf Kindergärten schießen und Busse in die Luft jagen – einschließlich dem, in dem meine Tochter Alisa (sel. A.) 1995 fuhr. Nein, sie sind einfach „Militante“. Niemals „Terroristen“.

Und schließlich gibt es da die haarsträubende Charakterisierung der Gaza-Kriege: „grenzübergreifende Gewalt zwischen palästinensischen Militanten im Gazastreifen und dem israelischen Militär“. Wollt ihr uns auf den Arm nehmen? Die Hamas schießt Raketen; Israel schießt zurück. Das ist „grenzübergreifende Gewalt“? In der Version von 1941 bombardieren die Japaner Pearl Harbor, Amerika schießt zurück und die Bildunterschrift von Reuters berichtet von „Marine-Zusammenstößen zwischen japanischen Militanten und dem amerikanischen Militär“.

Letzte Woche kam eine noch schlimmere Bildunterschrift aus dem Nahen Osten, dankt des Fotodienstes „Flash90“ mit Sitz in Jerusalem. Sie lautete: „Palästinensische Gottesdienstbesucher sammeln Steine, um sie auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee zu werfen.“

Sind Sie jemals in einer Synagoge gewesen – oder einer Kirche oder einer Moschee oder einem Hindu-Tempel – wo die Gemeindemitglieder den Gottesdienst besuchten, indem sie versuchten ihre Nachbarn zu Tode zu steinigen? Ich nicht.

Ein Zyniker könnte sagen: Ja, wer immer diese Bildunterschrift verfasste, hat es genau richtig verstanden, denn diese gewalttätigen palästinensischen Araber haben den Versuch Juden zu töten zu einer Religion gemacht – sie „beten“ mit Steinen, Messern, Schusswaffen und Bomben.

Aber das würden den Verfasser der Bildunterschrift viel zu leicht davonkommen lassen – und dafür sorgen, dass er eine wichtige Lektion verpasst.

Das Foto von Flash90 zeigte fünf junge Männer, von denen zwei klassische Gesichtsmaskierungen von Randalierern trugen. Während die Bildunterschrift behauptet, sie würden „Steine sammeln“, waren zwei von ihnen eindeutig im Begriff die Steine zu werfen und wir können annehmen, dass die anderen Gleiches taten.

Jeder mit nur minimalen Kenntnissen der israelischen Geschichte – oder einem Mindestmaß an gesundem Menschenverstand – weiß, dass ein Stein, wenn er auf einen Menschen oder die Windschutzscheibe eines Autos geschleudert wird, verstümmeln und sogar töten kann. Wir wissen das, weil es so oft passiert ist. Nach meiner Zählung sind mindestens 14 israelische Juden und zwei israelische Araber, die für Juden gehalten wurden, seit den 1980-er Jahren von palästinensischen Arabern zu Tode gesteinigt worden. Abertausende weitere sind bei solchen Steinwurfanschlägen verletzt, einige davon dauerhaft entstellt worden.

Wenn also junge arabische Männer „Steine zum Werfen sammeln“, wie die jungen Männer in dem Foto von Flash90 es machten, dann taten sie das im vollen Wissen, dass sie versuchten Mord betrieben. Natürlich versuchten sie nicht andere Araber zu ermorden. Sie warfen die Steine auf israelische jüdische Polizisten. Was bedeutet, dass sie versuchen Juden zu Tode zu steinigen.

Warum sollten Autoren von Bildunterschriften einen Krawall als „Protest“ bezeichnen, israelische Selbstverteidigung gegen Hamas-Aggression als „grenzüberschreibende Gewalt“ und Steinewerfer als „Betende“ beschreiben? Und warum sollten ihre Redakteure solchen Sprachgebrauch genehmigen?

Es kann nicht sein, dass sie den Unterschied zwischen Krawall und Protest, zwischen Aggressoren und Opfern, zwischen Terroristen und Gottesdienstbesuchern nicht kennen. Deshalb lässt das nur eine plausible Erklärung zu: Feindschaft gegenüber Israel und Mitgefühl für die palästinensischen Araber. Sie behaupten vielleicht verantwortungsvolle Redakteure und objektive Reporter und Bildunterschrifts-Autoren zu sein, aber in Wirklichkeit haben sie eine politische Agenda. Ihre Agenda besteht darin Israel zu verletzen.

Und die Bildunterschriften unter den Fotos – die Bildunterschriften, die auf ihre eigene Art helfen die öffentliche Meinung zu formen – sind nur ein weiteres Mittel dieses widerwärtige Ziel zu erreichen.

Palästinensertum eröffnet neue Nazi-Front gegen Juden

Im Vereinten Königreich droht eine Strategie kultureller Manipulation und Einschüchterung die Politiker in Feindschaft gegen Israel zu drängen und gefährdet die Sicherheit der britischen Juden. Amerika ist in derselben Richtung unterwegs.

Melanie Phillips, Israel HaYom, 18. Juni 2021

Der palästinensische Krieg gegen Israel ist nicht länger etwas, das der Westen als eine Querele in einem Land weit weg zwischen Menschen betrachten kann, von denen man nichts weiß.

Bei einer Kongress-Anhörung in Amerika setzte die Abgeordnete Ilhan Omar (Demokratin aus Minnesota), die eine lange Geschichte antisemitischer und israelfeindlicher Äußerungen hat, die Vereinigten Staaten und Israel mit der Hamas und den Taliban gleich, was das Begehen von „Verbrechen gegen die Menschheit“ angeht. Als 12 jüdische Demokraten sie des Fanatismus bezichtigten, wurden diese von ihr und ihren Verbündeten des Rassismus und der Islamphobie beschuldigt.

Jede Kritik an Muslimen löst solchen Verhöhnung durch sogenannte Progressive aus, von denen viele, wenn nicht alle, Israel ebenfalls mit Abneigung, wenn nicht Schlimmerem betrachten.

Ermutigt durch solche Straffreiheit gehen die Lügen und die Hetze weiter. Diese Woche verleumdete die Abgeordnete Rashida Tlaib (Demokratin aus Michigan) Israel, indem sie sagte, es „schätze palästinensisches Leben nicht“ und beschuldigte es fälschlich eines „Jahrzehnte andauernden Projekts der ethnischen Säuberung“.

Derweil erreichen, als direktes Ergebnis solcher Dämonisierung Israels und der damit verbundenen Judenhetze, die Angriffe auf amerikanische Juden Rekordniveau und die Demokratische Partei verliert rasch ihre moralische und politische Erdung, weil sie sich erlaubt hinter das Narrativ der palästinensischen Lügen gezogen zu werden.

Palästinensertum treibt Antisemitismus und Islamisierung auf noch schockierender Weise als in Großbritannien, wo Angriffe auf Juden auf noch höherem Niveau laufen.

Die meisten dieser Angriffe werden von Muslimen begangen. Diese sind zudem überproportional auf propalästinensischen Märschen vertreten, wo sie nach der Vernichtung Israels brüllen und auf Arabisch skandieren: „Khaybar ya yahud“ – ein drohender Bezug auf Mohammeds Abschlachtung der Juden von Khaybar im siebten Jahrhundert.

Antisemitismus und Palästinensertum nähren einander. Die britische Wochenzeitschrift Jewish Chronicle hat eine Tonaufzeichnung von Äußerungen erhalten, die am letzten Wochenende Mitglieder einer Auto-Kolonne von Bradford nach London kamen, um an einer propalästinensischen Demonstration teilzunehmen. Bei dieser Kundgebung, auf der Redner wiederholt behaupteten die Hamas sei eine legitime Widerstandstruppe, bezeichneten Plakate Israel als „Nazistaat“ und forderten: „Was ist antisemitisch daran zu sagen, dass alle Juden Gewalt und Imperialismus unterstützen?“

Auf dem Band bezeichneten muslimische Aktivisten Israels neuen Premierminister Naftali Bennett als „einen größeren Satan“ als Benjamin Netanyahu, behaupteten, die UNO werde von einem dubiosen Netzwerk manipuliert, das einseitig zu Israels Gunsten sei und bezeichneten Israelunterstützer als dajjals, mythologische Dämonen. Einen Monat früher fuhr ein Autokorso mit Palästinenserflaggen durch London und die Aktivisten brüllten: „Fickt die Juden! Vergewaltigt ihre Töchter!“

Dennoch helfen viele Labour-Politiker diese bösartige Hysterie und Hetze zu schüren. Während einer Diskussion über „Israel-Palästina“ am Montag forderte eine Labour-Abgeordnete einen Boykott Israels.

An Bennett gerichtet beschrieb die Abgeordnete für Bradford Naz Shah, die eine Geschichte judenfeindlicher Äußerungen hat, Israels Verständnis des Rechts auf Selbstverteidigung als „abartig“. Sie sagte, sollte noch etwas „palästinensisches Blut ungerechtfertigt vergossen“ werden, dann würde sie darauf drängen, dass Israel wegen Kriegsverbrechen beim Internationalen Strafgerichtshof vor Gericht gestellt wird.

Labour-Abgeordnete nehmen regelmäßig an Demonstrationen teil, bei denen die Marschierenden lautstark die Vernichtung Israels und das Töten von Juden fordern. Bei einer solchen Kundgebung in Bradford Anfang diesen Monats, bei der auch Shah auftrat, skandierten die Aktivisten auf Arabisch: „Allah, mache uns zum Teil der Mudschaheddin ihn Palästina“ und „Allah, nimm den Fluch der Juden von den Muslimen in Palästina“.

Palästinensertum schürt nicht nur judenfeindliche Hysterie und Angriffe, es schüchtert auch zunehmend die Briten ein, so dass sie in ihre Diktate einwilligen, die aller Fairness, Anstand und Vernunft zuwider laufen.

Nach der Gewalt in Israel und dem Gazastreifen im letzten Monat sammelten Schüler einer Highschool in Manchester Geld für Wohlfahrtsorganisationen, die den Palästinensern helfen. Es gab jedoch einen Aufschrei, als preisgegeben wurde, dass die Gelder ans Rote Kreuz gehen sollten, das israelischen und palästinensischen Opfern von Gewalt gleichermaßen hilft.

Ein Elternteil sagte: „Stellen Sie sich vor Terroristen zu finanzieren, die Babys, Kinder und alte unschuldige Leute töten. Die IDF tut genau das.“ Ein anderes Elternteil namens Tom Price sagte: „Eine atomare Supermacht, die ein indigenes Volk unterjocht und ermordet und tagtäglich mit dem Bruch des Völkerrechts davonkommt, braucht kein Geld.“

Der Schulleiter entschuldigte sich „vorbehaltlos“ dafür, ungewollt „einige Mitglieder unserer erweiterten Gemeinschaft beleidigt zu haben“ – groteskerweise einfach dafür, neben Hilfe für die Palästinenser auch für Israelis zu unterstützen – und dankte „Leitern unserer örtlichen Moschee, unseren Regierenden und der weiteren Gemeinde, die Unterstützung und Rat anboten“.

Noch stärker die Augen öffnend ist, wie die Sache der Palästinenser zu einem wichtigen Thema der anstehenden Ergänzungswahl zum Parlament für den Sitz von Batley und Spen in Yorkshire geworden ist.

Grund dafür ist der beträchtliche Anteil der muslimischen Wähler des Wahlkreises, die vom dämagogischen George Galloway, einem boshaft propalästinensischen Extremisten, aufgestachelt wurde; Galloway war vor fast zwei Jahrzehnten aus der Labour Party geworfen worden und steht mit einem antizionistischen Wahlprogramm zur Wahl, das zu Feindschaft für Israel und Hysterie wegen „Islamophobie“ aufpeitscht.

Damit schleicht sich ein Auslandsthema, in das Großbritannien nicht einmal involviert ist, ins Zentrum britischer Politik und Kultur, womit es beide mit seiner Agenda obsessiven Eifers gegen Israel und das jüdische Volk verdirbt.

Das Palästinensertum treibt den Antisemitismus hoch und eröffnet damit eine posthume Nazi-Front gegen die Juden.

Sollte das befremdlich und monströs erscheinen: Ja, das ist es. Doch die Beweise legen nahe, dass es trotzdem eine nur allzu realistische Beschreibung dessen ist, was derzeit vor sich geht.

Als Hitler besiegt war, schien der Krieg gegen das jüdische Volk vorbei, aber das war er nicht. Der westliche Antisemitismus ging nur in den Untergrund und wartete darauf, als natürliche Ordnung der Dinge wieder losgelassen zu werden.

Und in einem anderen Teil der Welt sollte der Krieg gegen die Juden in eine neue Phase eintreten. Unter dem Großmufti von Jerusalem, Haddsch Amin al-Husseini, waren die Araber des britischen Mandats Palästina zu Hitlers Legion im Nahen Osten geworden. Mit der Verschmelzung von Nationalsozialismus und islamischem Fundamentalismus stachelte al-Husseini die palästinensisch-arabischen Massen mit der Lüge zu mörderischen Pogromen auf, die Juden stünden kurz davor die Al-Aqsa-Moschee zu zerstören.

Dieselbe Rhetorik strömt heute von der palästinensischen Autonomiebehörde aus und animierte zur jüngsten Terrorwelle der Palästinenser und israelischen Araber. Die PA, angeführt vom Holocaust-Leugner Mahmud Abbas, der nach eigenen Angaben al-Husseini als Helden verehrt, pumpt Woche für Woche nazihaften Antisemitismus in die Welt, womit sein Volk zu mörderischem Hass auf die Juden gehirngewaschen wird.

Darüber hinaus gründen sowohl die palästinensische Sache wie auch die palästinensische „Identität“ auf dem versuchten Diebstahl und Aneignung der historischen Heimat und Geschichte der Juden – dem indigenen Volk des Landes Israel.

Es ist also nicht nur so, dass die Dämonisierung und Delegitimierung Israels fundamental judenfeindlich sind. Was nicht richtig verstanden wird, ist, dass Palästinensertum Antisemitismus ist. Westliche Liberale, die die Sache der Palästinenser unterstützen, hängen einer zutiefst judenfeindlichen Agenda an, um nicht nur das Land des jüdischen Volks zu stehlen, sondern um ihre Geschichte und damit seine Identität auszulöschen.

Weit verhängnisvoller ist, dass dies auch das leidenschaftlich behauptete Narrativ für Millionen Muslime ist, die sich in Großbritannien und anderen westlichen Ländern niedergelassen haben.

Während sie sich stärker assimilieren und ihre Kinder in die Berufe und das politische Leben eintreten – an sich eine willkommene Entwicklung, was soziale Akzeptanz angeht – säen sie leider dieses vergiftete Narrativ überall in die britische Gesellschaft.

Eine tödliche Besessenheit, die sich einst auf die extreme Linke beschränkt war, gewinnt heute durch die Zahl britischer Muslime, die öffentlich an Einfluss gewinnen, kulturell enorm an Boden (mit der großen Ausnahme der wenigen britischen Muslime, die sich mutig und öffentlich gegen Judenhass stellen). Jedoch wird jeder, der es wagt darauf hinzuweisen, als rassistisch und islamophob denunziert.

Diese Strategie kultureller Manipulation und Einschüchterung droht britische Politiker in Feindschaft gegenüber Israel zu drücken. Das gefährdet aktiv die Sicherheit der britischen Juden und es untergräbt die Unversehrtheit und Werte Großbritanniens, da seine kulturellen Leiter zunehmend vor ihren Diktaten den Kotau machen – durch Ignoranz, Ideologie oder Angst. Amerika ist in derselben Richtung unterwegs.

Beim Palästinensertum geht es nicht länger nur um den Nahen Osten. Er sorgt für kulturelle Beschleuniger sowohl hinter dem Antisemitismus als auch der Islamisierung im Westen.

Dem ältesten Hass geht es in der US-Administration richtig gut

Seien wir ehrlich: Ein beträchtlicher Teil der Kongress-Delegation einer politischen Partei der USA sind Fürsprecher einer völkermörderischen Terrororganisation. Op-ed.

Joan Swirsky, Israel National News, 6. Juni 2021

offizielles Foto des Weißen Hauses von Shealah Craighhead

Zitat des ehemaligen britischen Oberrabbiners Jonathan Sacks: „Antisemitismus ist ein Virus, der durch Mutation überlebt. Im Mittelalter wurden Juden wegen ihrer Religion gehasst. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden sie wegen ihrer Rasse gehasst. Heute werden sie wegen ihres Nationalstaats Israel gehasst. Antizionismus ist der neue Antisemitismus.


Im Februar, keine zwei Wochen nach Beginn der Präsidentschaft von Joe Biden, beschrieb ich in meinem Artikel „Joe’s Jews“ [Joes Juden] seine Ernennung von 11 langjährigen Judenhassern und Israel-Verächtern in Schlüsselpositionen seines Kabinetts/Regimes.

Einen Monat später beschrieb ich in meinem Artikel „More about Joe and the Jews“ [Mehr zu Joe und den Juden] 12 weitere Judenhasser und Israelverächter, die Joe in Schlüsselpositionen seines Kabinetts/Regimes berufen hatte.

Seitdem hat es viele weitere alarmierende ähnliche Berufungen gegeben, was selbst dem flüchtgsten Beobachter klar macht, dass das Weiße Haus von Biden eine besonders feindselige Haltung gegenüber Juden und ihrer uralten Heimat Israel hat, dazu eine perverse Verliebtheit in und Treue zu Gruppen oder Einzelnen, die die Absicht haben den jüdischen Staat zu vernichten.

Es gibt keine Zweifel, dass Bidens Anwesenheit im Weißen Haus von diesen als unmissverständliches Abnicken interpretiert wird, den Tsunami des Antisemitismus fortzusetzen und sogar auszuweiten, der derzeit über den gesamten Globus hinwegfegt – von der Vergiftung der meisten amerikanischen Colleges und Universitäten über die brutalen physischen Angriffe auf Juden auf den Straßen von New York, Las Vegas, Los Angeles und rund um die Welt – ein Phänomen, das der Schriftsteller Victor Rosenthal in erschreckenden Einzelheiten darlegt – bis zur Verurteilung Israels durch das irische Parlament und andere Regierungen und den rassistischen Obszönitäten, die gewohnheitsmäßig von demokratischen Mitgliedern des US-Kongresses ausgekotzt werden.

UND DER MARSCHTAKT GEHT WEITER

Tatsächlich demonstrieren Joe Biden und seine gesamt Clique/Mitarbeiterschaft/Kabinett/Amtsträger aus linken, antisemitischen Radikalen ihren giftigen Rassismus tagtäglich, ungeachtet seiner Standardklausel-Ankündigungen der Unterstützung Israels… zu genau der Zeit, in der er Israels Todfeinde umarmt, ihnen applaudiert und sie finanziert. Sie wollen Beweise? Hier ist eine sehr kurze Liste:

Es muss davon absehen die Araber zwangszuräumen, die seit Jahrzehnten ohne Miete zu zahlen jüdisches Immobilieneigentum besetzen.

Es muss die fanatisch militanten Araber appeasen, die es Juden nicht erlauben an ihrem heiligsten Ort, dem Tempelberg, zu beten.

Und es muss aufhören den Tag der Vereinigung Jerusalems zu feiern, der den Staat Israel ehrt. „Stellen Sie sich vor ein anderes Land würde fordern, dass wir aufhören den 4. Juli oder den Memorial Day zu begehen!“

  • Bidens Kandidatin für eine Top-Position im Außenministerium, schreibt Alana Goodman, „spielte eine Schlüsselrolle bei der Zusammenstellung eines Buches über den üblen Einfluss der ‚Israel-Lobby‘, während sie für eine Organisation arbeitete, die Behauptungen über jüdische Medienkontrolle und geteilte Loyalität für Israel propagierte.“
  • Biden wählte die Anwältin Kirsten Clarke als stellvertretende Bundestaatsanwältin aus, um die Abteilung für Bürgerrechte im Justizministerium zu leiten; ihr Hass auf Juden und Weiße ist durch den geschätzten Daniel Greenfield ausgiebig dokumentiert worden, ebenso durch den Autor/Redakteur David Rosenberg. Clarke hat postuliert: „Das menschliche Gehirn wurde auf eine Weise strukturiert, dass es Schwarze Weißen überlegen macht.“
  • Biden lieferte Israel – dem belagerten Land und zu dessen Nachteil – nur ein Jahr nach seiner Wahl [in den Kongress] vor dem Yom Kippur-Krieg 1973 ägyptische Desinformationen, schildert der Autor David Israel.
  • Erst kürzlich ordnete Beiden an, dass die US-Botschaften weltweit die Black Lives Matter-Flagge hissen, um am 25. Mai und darüber hinaus der Ermordung von George Floyd zu gedenken. Sie erinnern sich: BLM ist die marxistische Terrorgruppe, die überall in den USA das letzte Jahr über wütete und für rund $2 Milliarden Immobilienschäden verantwortlich ist, für verheerende Brandstiftungen, weit verbreiteten Diebstahl, die Verletzungen von mehr als 240 Polizeibeamten und die Zerstörung hunderter Polizeireviere, für mehr als 30 Morde und die Entstellung und mutwillige Beschädigung von Synagogen, vor denen sie „F… die Juden und tötet die Polizisten“ brüllten.
  • Bidens Demokraten im Repräsentantenhaus lehnten letzte Woche – einstimmig – einen Versuch der Republikaner ab Israel mit Notfall-Sicherheitsgeldern für sein Leben rettendes System Eiserne Kuppel auszustatten. Ein paar Tage davor stoppten sie ein Gesetz, das Auslandsinstanzen sanktioniert hätte, die Geschäfte mit der Hamas machen. Formt sich bei  Ihnen das Bild?
  • Biden & Co. geben der Weltgesundheitsorganisation volle Unterstützung, einem giftigen Zweig des Sumpfs UNO, der neulich ein Treffen veranstaltete, um die globale Reaktion auf die Corona-Pandemie zu besprechen und vorhersagbar – angesichts seiner gesamten Geschichte fanatischen Antisemitismus‘ – Israel herausgriff, um es für die Verletzung der Rechte der sich selbst Palästinenser nennenden Araber zu verurteilen, obwohl der Vorwurf objektiv falsch ist.
  • Biden hat islamische Aktivisten hereingeholt – darunter Hina Shamsi, die im Auftrag der Holy Land Foundation kämpfte, deren Führer wegen materieller Unterstützung der Hamas verurteilt wurden – um „Extremismus“ im US-Militär zu untersuchen. Im Wesentlichen, schreibt Daniel Greenfield, „wird amerikanisches Militärpersonal der Gnade von Fürsprechern seiner schlimmsten Feinde übergeben. Für Biden ist die Verteidigung von Al-Qaida- und Hamas-Terroristen die einzige Qualifikation, die man braucht, um amerikanischen Soldaten nachzustellen.“

ALTER WEIN; NEUE FLASCHE

Eines gilt für Judenhasser und Israelverächter: Sie sind bemerkenswert unoriginell. Ihre Gründe dafür Juden zu hassen mögen sich im Verlauf der Jahrhunderte geändert haben, die Symptome ihres Rassismus sind dieselben geblieben:

– obsessiv an Juden zu denken

– in Hass zu explodieren

– für alles, was in ihrem Leben und der Gesellschaft falsch läuft, die Juden verantwortlich zu machen

– sich mit anderen Rassisten zusammenzutun, um Schaden zuzufügen

– in vielen Fällen ihr Leben dieser Besessenheit zu widmen

All das ist getrieben von krankhafter Eifersucht.

Interessanterweise schienen sie sich nie zu fragen, warum acht Milliarden Menschen auf der Welt – darunter 2,2 Milliarden katholische Christen, ungefähr eine Milliarde Protestanten und 1,8 Milliarden Muslime (in 49 Ländern die Mehrheit) – mit 15 Millionen Juden (sieben Millionen in den USA, sieben Millionen in Israel und rund eine Million sonst weltweit) nicht klar kommen oder sie vernichten können.

Das muss sie sich immens dumm oder impotent vorkommen lassen, daher sind sie noch wütender als in ihrem üblich fixierten Zustand der Rage.

Aber wie jeder liberale, linke Progressive – oder wie immer sie sich heutzutage nennen – der glaubt, dass die krachenden Fehlschläge des Sozialismus und des Kommunismus in der Weltgeschichte ein Problem schlechter Umsetzung waren und dass er es besser machen wird, so glauben die Judenhasser der Welt, dass sie letztlich das mit dem Antisemitismus richtig hinkriegen und ein für alle Male das Volk und ihr Land loswerden werden, das dafür sorgt, dass sie sich so schlecht und unterlegen fühlen.

DER FISCH STINKT VOM KOPF HER

„Die Administration Biden hat die lange brodelnde Feindschaft des Präsidenten gegenüber Israel offenbart“, schreibt der ehemalige Professor für Politikwissenschaften Abraham Miller, „die bis zu seiner Begegnung mit dem damaligen israelischen Premierminister Menachem Begin zurückreicht, bei der Biden drohte Israel die Hilfen abzuschneiden.“

„Während Israelis sich in Fluren und Bunkern duckten und die Hamas den Tod aus dem Himmel gegen sie schoss“, schreibt Miller, „verhandelten die Vertreter der Administration Biden in Wien um eine Ouvertüre für den desaströsen Atomdeal mit dem Iran“ – der Iran ist der führende Waffenlieferant der Hamas.

Larry Gordon, Chefredakteur der 5 Towns Jewish Times (aus Long Island, NY), fragt: „Ist jüdisches Leben wichtig?“

„Ein Großteil der aktuellen Debatte [über den Konflikt zwischen Hamas und Israel]“, schreibt Gordon, „dreht sich um die Frage, ob Israel das Recht hat sich zu verteidigen… unter welchen Umständen es möglicherweise akzeptabel oder in Ordnung sein könnte, dass Israel sich verteidigt.“

„Im Verlauf der letzten Wochen sind Juden wahllos mit und ohne Schläger geprügelt worden“, fährt Gordon fort. „Aber der Präsident hat es bisher nicht in sich gefunden – so wie der jüdische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer – aufzustehen und diese Art von Hassverbrechen zu verurteilen. Vielleicht betrachten sie sich als zu sehr als mit Juden verbunden, was ihre politische Stellung beeinflussen könnte … was für eine beschämende Situation!“

Die Wirtschafts- und politische Kommentatorin Valerie Sobel erklärt, dass es „völlig inakzeptable ist, wie ein solch großes Gremium des amerikanischen Judentums durch einen Tweet eines Präsidenten oder Medien-Einseitigkeit derart irreparabel verletzt wird und doch von den „Tod den Juden“-Parolen bei den gewalttätigen, politisch garantierten Judenhass-Festen ihrer eigenen Partei und unermüdlich antisemitischen Medien gänzlich unberührt bleiben kann.

Es ist unmöglich geistig zu verarbeiten, dass ihr jüdischer Nachwuchs, ihre kontaminierten Krieger für soziale Gerechtigkeit, die Enkel von Holocaust-Überlebenden derart indoktriniert sind, dass sie mit den Judenhassern von Black Lives Matter und der BDS-Bewegung marschieren und dabei ‚Free Palestine‘-Plakate hochhalten. Und völlig unvereinbar ist das gleichgültige Schweigen überwiegend liberaler jüdischer Gemeindeleiter zu den Kristallnacht-artigen Pogromen in Los Angeles, London und New York.

Wie können wir diesen feigen Wunsch erklären uns im Namen der Wokeness ins Schwert zu stürzen?“, fragt Sobel. „Wer würde dieser verzweifelten Gier nach Akzeptanz in einem Club der liberalen Ideen applaudieren, der widerlichen Judenhass beinhaltet? Und warum um alles in der Welt sollte eine politische Partei mit einem so riesigen antisemitischen Kassenbuch und klinischer israelallergischer Mitgliedschaft von Juden selbst als derart hochwertig bewertet werden?“

Der Psychiater und Historiker Kenneth Levin redet ebenfalls von denen die den genozidalen Antisemitismus im Kongress ermöglichen. „Die Hamas will ausdrücklich nicht nur alle Israelis, sondern alle Juden töten“, schreibt Levin…

„Die aktuelle Administration“, fährt Levin fort, „hat die Wiederbehauptung amerikanischer moralischer Autorität zu einem ihrer grundlegenden Ziele erklärt… aber das weitere, hässliche Phänomen eines beträchtlichen Segments der Kongress-Delegation einer großen amerikanischen politischen Partei, das als Unterstützer oder Fürsprecher der kriminellen Handlungen einer völkermörderisch antisemitischen Terrororganisation dient … ist eher eine Demonstration moralischen Bankrotts.“

Liel Leibovitz erklärt in der New York Post: „Als Juden letzte Woche überall in Amerika verprügelt, geboxt, bespuckt, mit Sprengsätzen eingeschüchtert und für Gewalttätigkeiten und Schikanen ausgesucht wurden, waren die rechtschaffenen Männer und Frauen der Demokratischen Partei schnell dabei doppelte Geißel hinter diesen Mini-Pogromen zu verurteilen: Antisemitismus und – Trommelwirbel bitte – Islamophobie.

Das ist das Problem mit dem moralisch verwirrten Denken“, fährt Leibovitz fort. „Es ist ein einfaches Prinzip, das fast jedem in der Demokratischen Partei von heute abhanden gekommen zu sein scheint. Hoffentlich werden ihre jüdischen Wähler sich darüber klar werden, bevor es zu spät ist.“

Der Journalist und Autor John Perazzo beschreibt in „Israels falscher ‚Freund‘“ – einer eingehenden, umfassenden Zeitleiste der unerbittlichen Feindschaft Joe Bidens gegenüber Israel von 1982 bis vor nur ein paar Monaten – „eine lange, destruktive Bilanz der Aushöhlung der Sicherheit Israels“.

„Joe Biden hat es zur Gewohnheit gemacht, sich als loyalen, standfesten Freund und Verbündeten Israels zu beschreiben“, schreibt Perazzo … „aber eine sorgfältige Untersuchung der Bilanz offenbart seine lange und extrem Besorgnis erregende Geschichte der Aushöhlung der Sicherheit und des öffentlichen Bildes Israels.“

In seiner Zeitleiste beschreibt Perazzo acht lange Jahre der standhaften Unterstützung Bidens für Barack Obamas tiefgehende Feindschaft und Sabotage gegenüber Israel, die der israelische Abgeordnete Danny Danon, Vorsitzender des internationalen Kontaktzweigs des Likud als „katastrophal“ bezeichnete.

Die Schriftstellerin Andrea Widburg hat das letzte Wort zu Bidens unehrenhafter Rolle gegenüber Israel: „Biden mag sagen, er glaube, Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung“, schreibt Widburg, „aber sein Handeln offenbart, dass seine wahren Sympathien bei den Islamisten liegen, die die Vernichtung Israels anstreben und jeden einzelnen seiner Einwohner zu töten…“

„Antisemitismus light“ im zeitgenössischen Deutschland

Evyatar Friesel, BESA Center Perspective Paper Nr. 1.974, 23. März 2021

Antiisrael-Demonstranten beim Al-Quds-Marsch in Berlin (Foto: Montecruz-Foto via Jewish Policy Center)

Seien wir ehrlich: Israelis interessiert das Problem des Antisemitismus nicht. Das ist ein Fehler, denn antisemitische Ansichten in ihren verschiedenen Fassungen und Verkleidungen beeinflussen weiterhin internationale Einstellungen zum jüdischen Staat. Dass Antisemitismus in Deutschland mit anderem Hass in einen Topf geworfen wird hat zu einer Form von „Antisemitismus light“ geführt, der so tückisch ist wie seine früheren Verkörperungen.

Am 20. Dezember 2020 veröffentlichte die englische Ausgabe von Ha’aretz einen Artikel unter der Schlagzeile „In Deutschland läuft eine Hexenjagd gegen Israelkritiker. Kulturelle Leiter haben die Nase voll.“ Der Text diskutierte die Initiative GG 5.3 Weltoffenheit (nicht die erste ihrer Art), eine Oppositionserklärung von mehr als 30 Direktoren deutscher Kultur- und Forschungsinstitutionen gegen einen Beschluss des Bundestags vom Mai 2019, der die BDS-Bewegung verurteilte. „Der gemeinsame Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und jede Form von gewaltbereitem religiösem Fundamentalismus steht im Zentrum unserer Initiative“, heißt es in der Erklärung. Dieses Ziel wurde, so die Kritiker, von der Haltung des Bundestags getrübt: „Unter Berufung auf diese Resolution werden durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseite gedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt.“

Was verstehen zeitgenössische Deutsche unter „Antisemitismus“? In den letzten Jahren hat das Thema über Bücher, Artikel und Erklärungen viel Aufmerksamkeit gewonnen. Im deutschen wissenschaftlichen und öffentlichen Denken ist ein Trend entstanden: Judenhass wird mit anderen kulturellen Standpunkten kombiniert, so wie in der oben angeführten Erklärung. Die Idee ist, dass Antisemitismus und Antiislamismus beides Ausdrucksformen von Hass sind und Deutsche genauso gegen Antisemitismus sind wie gegen Hass auf alle Ausländer.

Das Ergebnis ist eine Art „Antisemitismus light“, der weniger ein argumentierter Standpunkt, als vielmehr eine Haltung ist – eine mit sehr viel Einfluss und weit verbreitet. Das läuft auf eine Aufweichung des Themas hinaus und stellt damit ein problematisches Verständnis von Judenfeindlichkeit dar. Der Moment, in dem das Wort „und“ erscheint, wird Antisemitismus in die Ecke gedrängt.

Verschlimmert wird das Problem dadurch, dass oft falsche Verbindungen hergestellt werden. Erstens ist das Thema als Problem von Fremdenfeindlichkeit zu behandeln fehlgeleitet, da moderne Juden keine Fremden in ihren eigenen Ländern sind. Albert Einstein, Liese Meitner, Sigmund Freud, Gustav Mahler, Walter Rathenau und viele weitere waren in ihren Ländern gut integrierte Bürger und Führungspersönlichkeiten westlicher Kultur.

Antisemitismus hat auch nichts mit Antiislamismus zu tun. Sie zu koppeln ist das Ergebnis einer oberflächlichen Vermischung der psychologischen und sozialen Bedeutungen des Wortes „Hass“. Judenfeindlichkeit und Antiislamismus haben nichts gemeinsam, was ihre historischen Wurzeln, kulturellen Inhalt oder aktuelle Bedeutung angeht. In Hinsicht auf Rassismus war Antisemitismus in Nazideutschland ein wichtiger Faktor, füllt aber heute keine Rolle aus. Trotzdem wird Antisemitismus im gegenwärtigen öffentlichen Diskurs selten allein erwähnt. Es ist politisch korrekt geworden Judenhass an irgendeinen anderen kulturellen oder sozialen Faktor des öffentlichen Lebens zu binden.

Weitere Verwirrung beim Erkunden des Antisemitismus kommt aus den Sozialwissenschaften. Über eine unangemessene Anpassung von Ansichten aus der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule des 20. Jahrhunderts wird Antisemitismus als eine antimoderne Position beschrieben. Historische Analyse zeigt allerdings, dass Antisemitismus nie antimodern war – er passte sich immer an die aktuellen kulturellen und politischen Trends der jeweiligen Zeit an, wie er das mit dem neuen Antiisraelismus getan hat. Dann gibt es die Vorstellung, dass Antisemiten nicht in der Lage sind abstrakt zu denken. Im Gegenteil: Judenhasser dachten immer und denken auch weiter in abstrakten Begriffen. Ihre Auffassungen über Juden und das Judentum beruhen nicht und beruhten nie auf der Realität.

Allgemeiner wird Antisemitismus regelmäßig als rechtes ideologisches Phänomen beschrieben, gemildert von der gelegentlichen schockierten Offenbarung: „Der Antisemitismus hat die Mitte der Gesellschaft erreicht!“ In Wirklichkeit ist Judenhass nie aus irgendeiner ideologischen Ecke aufgetaucht und kam „plötzlich“ in höflicher Gesellschaft an. Judenfeindlichkeit war immer in der sozialen Mitte etabliert und bewegte sich dann abhängig von den Umständen in die eine oder anderer ideologische Richtung.

Heutzutage hat das israelfeindliche Muster des Judenhasses viel Unterstützung bei Liberalen und Linken, Leuten, die Toleranz und Verständnis für alles predigen, außer für den jüdischen Staat. Sie unterstützen die BDS-Bewegung oder machen bei ihr mit, was einen Wolf im Schafspelz darstellt: Sie ist ein politisches Unterfangen mit dem Ziel der Vernichtung Israels im Namen von demokratischen und humanitären Werten.

Wie soll man solche ideologische Unordnung erklären, die das Verständnis des Judenhasses verwischt und Anstrengungen gegen Antisemitismus in verschiedene Richtungen lenkt? Ein wichtiger Grund scheint die besondere Art und Weise zu sein, wie mit der historischen Dimension der Judenfeindlichkeit in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung umgegangen wird. Der wissenschaftlich-historische Ansatz, wie er von Poliakov, Katz, Bauer, Wistrich, Schwarz-Friesel, Nirenberg und vielen anderen gut zum Ausdruck gebracht wird, erklärte Antisemitismus als kulturellen Faktor, der tief in westlicher Kultur wurzelt und eine Jahrtausendgeschichte hinter sich hat. Der chamäleonartige Charakter des Antisemitismus wird betont: Im Lauf der Jahrhunderte veränderte er, wie er sich ausdrückt sowie seine Maximen und passte sich den sich verschiebenden kulturellen Trends und gesellschaftlichen Bedingungen in westlichen Gesellschaften an, blieb aber immer dasselbe: Hass auf Juden und das Judentum.

Jahrhunderte lang waren die wesentlichen judenfeindlichen Argumente religiöse, während sie in modernen Zeiten überwiegend säkular geworden sind. Vom späten 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts dominierte der Rassenansatz. Vom späten 20. Jahrhundert an erfolgte eine Verwandlung: die „Israelisierung“ des Antisemitismus. Der jüdische Staat – der lebendigste Ausdruck heutigen jüdischen Lebens – ist zum Ziel einer neuen Generation von Antisemiten geworden. Diese Verschiebung begann in den 1960-er Jahren und wurde von Jean Améry bereits 1969 beschrieben.

Die Verinnerlichung des historischen Ansatzes im gegenwärtigen akademischen und öffentlichen Verständnis (wenn er tatsächlich auftritt) folgt jedoch einem dubiosen Muster. Ein Grundsatz der historischen Position wird schlicht missachtet: dass Judenhass einzigartig ist. Bei Forschern und Personen der Öffentlichkeit ist eine unausgesprochene Nichtbereitschaft aufgekommen, Judenfeindschaft als Phänomen zu akzeptieren, das in westlichem kulturellem Bewusstsein von allein fortbesteht, gelegentlich verbunden mit grundlegend nicht damit in Zusammenhang stehendem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antimodernismus oder irgendeinem anderen sozialen oder ideologischen Standpunkt.

Es hat sich ein gedämpfter Widerstand gegen die Anerkennung der Judenfeindlichkeit nicht als Vorurteil, sondern als Doktrin, die tief in der westlichen Kultur eingebettet ist, festgesetzt. So erklärte Jean-Paul Sartre schon 1954: „Was sich der Antisemit wünscht, was er vorbereitet, ist der Tod des Juden.“

Warum die Mehrdeutigkeit zu Antisemitismus? Es scheint im zeitgenössischen westlichen Bewusstsein einen Bruch zwischen dem objektiven und dem subjektiven Verständnis der Judenfeindlichkeit zu geben. In der Situation hilft die Tatsache nicht, dass die verbalen Fähigkeiten gewisser Forscher, die sich mit dem Thema beschäftigen, über ihre kognitive Klarheit hinausgehen – mit anderen Worten: Es ist schwer zu verstehen, was sie tatsächlich meinen. Judenhass scheint ein von der Gesellschaft anerkanntes Phänomen zu sein – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.

Die absurde Präsentation von Juden und Judentum als Gefahr für die Menschheit und die jüngsten Schrecken der Schoah zwang die Menschen zu einer Abrechnung. Wir rutschen hier in den heiklen Bereich des subjektiven öffentlichen Verhaltens, der Vorsicht erfordert: Scheinbar benötigt eine volle Anerkennung von Judenhass als unabhängigem Faktor mit tiefen Wurzeln in der westlichen Kultur (was letztlich bedeutet, dass etwas Gegenwärtiges, bewusst und unbewusst, in der kognitiven und emotionalen Haltung eines jeden Einzelnen) eine Maßnahme der Selbstreflexion und Einsicht, die auf der persönlichen Ebene schwierig und in der weiteren sozialen Umgebung vielleicht unmöglich ist. Offensichtlich können Jahrhunderte an Judenhass nicht von mehreren Jahrzehnten des Insichgehens (soweit das geschehen ist) überwunden werden. Es sieht so aus, als neigen Menschen, einschließlich gelehrter Akademiker, einem weichen Antisemitismus zu – einem, der mit bestehenden sozialen und kulturellen Kategorien wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antimodernität, Antiislamismus usw. vergleichbar und an diese anpassbar ist, sogar negativ. Das Ergebnis ist „Antisemitismus light“.

Die oben erwähnte Initiative GG 5.3 Weltoffenheit, die sich gegen den BDS-Bundestagsbeschluss von 2019 richtet, ist ein Beispiel für den Ansatz des „Antisemitismus light“. In typischer Weise vermischt die Erklärung Antisemitismus mit Rassismus, Extremismus und Fundamentalismus. Das Hauptargument – dass „unter Berufung auf diese Resolution durch missbräuchliche Verwendungen des Antisemitismusvorwurfs wichtige Stimmen beiseite gedrängt und kritische Positionen verzerrt dargestellt“ werden – ist ein deutlicher Hinweis auf die Verwechslung zweier unterschiedlicher Dinge, Antiisraelismus und Israelkritik. Die beiden durcheinander zu bringen ist ein Ergebnis davon, dass der historische Ansatz zu Judenhass von denen nicht akzeptiert wird, die „Antisemitismus light“ betreiben.

Die historische Position, die Judenfeindlichkeit als ein sich entwickelndes Phänomen erklärt, betrachtet Antiisraelismus als führenden Ausdruck zeitgenössischen Antisemitismus. Das hat nichts mit Kritik an von der israelischen Regierung eingenommenen Standpunkten zu tun. Israelische Politik wird jeden Tag kritisiert, auch in Israel selbst. Aber gegen schon die reine Existenz des jüdischen Staats zu sein oder seine Beseitigung oder „Transformation“ zu fordern ist Judenhass in neuem Gewand.

Was bewegte die Unterzeichner zu der oben beschriebenen Erklärung? Um einen amerikanischen Ausdruck zu verwenden: „Was lässt sie Ticken?“ Hass auf Juden scheint nicht das treibende Element zu sein. Ihr Verständnis von Antisemitismus ist anscheinend so begrenzt, wie das, das sie kritisieren wollen.

„Antisemitismus light“ entwickelt Material für lange Artikel, laute Äußerungen und große Konferenzen sowie gut dotierte Forschungsprogramme. Als Ergebnis davon wird der wahre Judenhass beiseitegeschoben, der nach wie vor sehr lebendig und gefährlich ist. Vor kurzem schrieb ein deutscher Professor, der sich selbst als Humanist beschreibt, der israelischen Botschaft in Berlin: „Israel ist eine Anomalie und sollte um unser aller willen friedlich aufgelöst werden.“

Die erschreckende Seite der Judenfeindlichkeit – ihre immerwährende Dimension, Anpassungsfähigkeit an moderne Gegebenheiten und üble Kraft im Schatten westlicher „Kultur“ – wird mit einer Schicht „korrekter“ Phrasen kaschiert.

Mit klaren Augen betrachtet ist „Antisemitismus light“ eine Ausdrucksform der intellektuellen Verwirrung des Themas, die derzeit bei vielen Deutschen (und Europäern) existiert. Es ist höchste Zeit solche Einstellungen zu überdenken. Antisemitismus ist nach wie vor vorhanden und daran gibt es nichts, was „light“ ist.