Unmoralische deutsche Bischöfe einmal mehr bloßgestellt

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Viele Moralisten, die Israel kritisiert haben, werden später als solche entlarvt, die bei wichtigem unmoralischem Tun in ihrer eigenen Umgebung wegsehen. Eine von der deutschen Katholischen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene aktuelle Studie stellte fest, dass 1.670 Priester von 1946 bis 2014 in sexuellen Missbrauch in Deutschland verwickelt waren. Die Opfer waren hauptsächlich männlich. In mehr als der Hälfte der Fälle waren sie 13 Jahre alt oder jünger. Jeder sechste Missbrauch beinhaltete eine Vergewaltigung und in drei Vierteln der Fälle kannten die Opfer und die Täter sich über die Kirche.

Forscher sagten, der Missbrauch fand auch 2014 noch statt, dem letzten von der Studie abgedeckten Jahr.[1] Eine Opferorganisation sagte, der Bericht sei nicht weit genug gegangen und dass es seien Akten vernichtet worden. Sie forderte danach eine unabhängige Ermittlung.[2] Eine offene Frage lautet, ob die Kirche mit den vielen Opfern angemessen umgehen wird.

Wie relevant sind diese furchtbaren Fakten für Israel? Das zu beantworten muss man mehr als zehn Jahre zurückgehen. Im März 2007 pilgerte eine Delegation 27 römisch-katholischer Bischöfe aus Deutschland nach Israel. Es sollte ein Symbol der Aussöhnung zwischen Juden und Katholiken werden. Einige Teilnehmer aber machten daraus einem Skandal.

Gregor Maria Hanke, der Bischof von Eichstätt, sagte: „Am Morgen sehen wir Fotos des unmenschlichen Warschauer Ghettos und am Abend reisen wir ins Ghetto von Ramallah.“ Dieser Holocaust-Umkehrer, der suggerierte Israelis würden wie Nazis handeln, hat seine Position in der Kirche bis heute behalten. Nachdem er den Vergleich zog, sagte Hanke später, er hätte nicht vorgehabt einen solchen Vergleich zu ziehen. Der Augsburger Bischof Walter Mixa beschrieb die Lage in Ramallah als „ghettoartig“ und sagte, sie sei „fast Rassismus“. Mixa trat 2010 unter Vorwürfen verschiedener Übergriffe von seinem Kirchenamt zurück. Er wurde später von einigen der Vorwürfe entlastet.[3]

Ein dritter Delegierter war der inzwischen verstorbene Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln, der die Sperranlage in der Westbank mit der Berliner Mauer auf eine Stufe stellt. Er setzte auch die Antibabypille mit dem Gas Zyklon-B gleich, das in den Gaskammern der Nazis verwendet wurde. 2005 verglich er in einer Predigt Abtreibung mit dem Holocaust.[4] Andere verletzende Bemerkungen, die als Aussagen dieser Bischöfe veröffentlicht wurden, konnten nicht verifiziert werden.

Kardinal Lehman, damals Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sprach in Yad Vashem über die sich vertiefenden Verbindungen zwischen Juden und Katholiken. Die Kirche sagte, dass nur die Erklärung von Kardinal Lehmann repräsentativ für die Delegation war.

Die aufhetzenden Äußerungen der Bischöfe waren bereits damals extrem deplatziert. Dies um so mehr angesichts der viele Jahrhunderte langen antisemitischen Verbreitung von Hass durch die katholische Kirche. Diese Hetze legte eine Infrastruktur extremen Hasses gegen Juden, auf der Deutschlands Nazi-Regierung weiter aufbauen konnte. Die katholische Kirche änderte ihre Einstellung gegenüber den Juden erst zwei Jahrzehnte nach dem Holocaust. 1965 gab Papst Paul VI. auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Erklärung Nostra Aetate aus, die den Vorwurf des Gottesmords gegenüber dem jüdischen Volk als ganzem aufhob.

Während Hitlers Regime kollaborierte die deutsche katholische Kirche mit den Nazis.[5][6] Vor diesem Hintergrund waren die Bemerkungen der zu Besuch gekommenen deutschen Bischöfe über Israel noch obszöner. Der damalige Vizepräsident der Dachorganisation der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, sagte: „Mit solchen Freunden, wer braucht da noch Feinde?“ Shimon Stein, damaliger israelischer Botschafter in Deutschland, reagierte: „Wenn man in diesem Kontext Begriffe wie das Warschauer Ghetto und Rassismus verwendet, dann zeigt das, dass man alles vergessen hat oder nichts gelernt hat. Jemand hat moralisch versagt.“[7]

Die Deutsche Bischofskonferenz wies die Äußerung des Botschafters zurück. Ihr Sekretär Hans Langendörfer sagte, dass die Bischöfe wenigen „sehr persönlichen Schock zum Ausdruck gebracht habenden Äußerungen“ inzwischen von ihnen auf selbstkritische Weise inzwischen korrigiert worden seien. Man muss sich heutzutage fragen, wie diese Bischöfe all diese Jahre sehr persönlichen Schock vermieden, wenn sie von den vielen Vorfällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester hörten.

Der Kommentator Alan Posener lenkte in der Qualitätszeitung Die Welt die Aufmerksamkeit auf die beschränkte deutsche Reaktion auf die antisemitischen Bemerkungen der Bischöfe. Er fragte, wer protestiert; Antwort: „Die üblichen Verdächtigen. Der Zentralrat der Juden. Der viel geplagte israelische Botschafter. Als ob die von keinerlei historischer Kenntnis, geschweige denn Scham getrübte Äußerung zweier deutscher Bischöfe in erster Linie die deutschen Juden anginge oder Israel.“[8] Gert Weisskirchen, damals der für Außenpolitik zuständige sozialistische Parlamentarier, sagte, dies sei für deutsche Christen und für die Deutschen allgemein eine zutiefst beschämende Angelegenheit.[9][10]

Israel bekämpft Terrorismus mit extrem hochentwickelten Methoden. Der Kampf gegen seine verbalen Angreifer sollte in ähnlicher Weise geführt werden. Die Worte der beiden deutschen Bischöfe waren bereits zu dem Zeitpunkt, als sie geäußert wurden, unmoralisch und antisemitisch. Aber mit dem aktuellen Wissen über die gewaltige, versteckte Unmoral in Bezug auf den Pädophilen-Skandal, die so lange Zeit vertuscht wurde, sollten die schmähenden Kommentare von 2007 wieder aufgebracht werden. Das ist nur ein einzelnes Beispiel. Viele weitere unmoralische Hassschürer könnten bloßgestellt werden, wenn die israelische Regierung ein System einrichten würde, um die Äußerungen der vielen antiisraelischen Hetzer zu verfolgen.

[1] www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2018/MHG-Studie-gesamt.pdf

[2] http://www.dw.com/en/german-catholic-priests-abused-thousands-of-children/a-45459734

[3] http://www.dw.com/en/secret-file-rekindles-controversy-over-ex-bishop-mixa/a-5716587

[4] http://www.dw.com/en/combative-cardinal-joachim-meisner-dies-age-83/a-39548377

[5] https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/the-german-churches-and-the-nazi-state

[6] http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3374026,00.html

[7] www.tagesspiegel.de/politik/israelreise-zentralrat-der-juden-entsetzt-ueber-bischofs-aeusserungen/819082.html

[8] http://www.welt.de/ politik/article750858/Wenn-es-aus-deutschen-Bischoefen-spricht.html

[9] https://www.welt.de/politik/article750858/Wenn-es-aus-deutschen-Bischoefen-spricht.html

[10] Mehr dazu auf: https://www.tagesspiegel.de/politik/israel-reise-bischoefe-wegen-ghetto-vergleichs-weiter-in-der-kritik/819526.html

 

Advertisements

Sykes-Picot 2018: Die EU und Khan al-Ahmar

Gerald M. Steinberg, The Jerusalem Post, 4. Oktober 2018

Palästinenser protestieren in Khan al-Ahmar (Foto: Reuters)

1916, gegen Mitte dessen, was damals als Der Große Krieg bezeichnet wurde, waren die Kolonialmächte Europas auch damit beschäftigt die Überreste des Osmanischen Reichs im Nahen Osten aufzuteilen. Eine der Vorspeisen wurde von Mark Sykes, einem britischen Aristokraten, Parlamentsmitglied und Offizier, und François George-Picot, einem französischen Diplomaten zubereitet.

Bei der Arbeit mit einer Landkarte der Region entwarfen sie eine Vereinbarung, gemäß der das imperiale Frankreich die Kontrolle nördlich dessen übernahm, was heute die Grenze zwischen dem Libanon und Israel ist (einschließlich Syriens und des nördlichen Irak); England beanspruchte das südliche Territorium – Transjordanien und den Rest des Irak. Was sie als Palästina (das Heilige Land) bezeichneten, sollte unter gemeinsamen „Schutz“ gestellt werden; daran sollte das bald verschwindende russische Kaiserreich teilhaben.

Sykes-Picot und das europäische Abenteuer im Nahen Osten endete nicht gut, um das mal zu untertreiben. Wie das gesamte Kolonialunternehmen, aber in extremer Form, hatten die fremden Herrscher die zahlreichen uralten Kulturen, Geschichte, Gesellschaften, Ängste und Hass in der Region nicht verstanden. Sie wurden bald von Revolten, Terrorismus und anderen Schwierigkeiten überwältigt, darunter der nie endende Krieg zwischen Juden und Arabern. 1948 waren die Europäer weg; sie hinterließen einen Pfad der Gewalt, der sich noch 70 Jahre später fortsetzt.

Es scheint jedoch so, als hätten die Erben von Sykes und Picot wenig, wenn überhaupt etwas aus dieser kläglichen Erfahrung gelernt. Heute sind europäische Politiker und Diplomaten samt ihrer Entourage an PR-Beratern und NGOs damit beschäftigt neue Grenzen für das zu ziehen, was sie sich als „Lösung“ des Konflikts einbilden. Die imaginäre Landkarte von heute hat zwei Staaten – Israel und Palästina – die „friedlich Seite an Seite“ leben.

Um dieses Abkommen zu erreichen haben die Europäer, heute unter der Leitung von Federica Mogherini, der Hohen Repräsentantin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, unter Einbeziehung einer Entourage aus Diplomaten, (von der EU bezahlten) NGO-Vertretern und Public-Relations-Fädenziehern ihre Aufmerksamkeit auf das winzige Lager Kahn al-Ahmar konzentriert. Diese Stelle, strategisch knapp außerhalb von Jerusalem an einer vierspurigen Schnellstraße gelegen, die Israels Hauptstadt mit dem Toten Meer, dem Jordan und von dort mit Amman und – gut 72 Stunden weiter (mit dem Auto oder dem Panzer) mit dem Irak verbindet.

Ob die beduinischen Nomaden ihre Zelte in diesem Wüstengebiet in den 1950-ern (während der jordanischen Besetzung) oder 1988 aufschlugen, wie die  israelische Regierung argumentiert, darüber lässt sich unendlich streiten. 1991 versuchten die Palästinenser an dem Ort dauerhafte Gebäude zu errichten, darunter eine Schule. Drei Jahrzehnte lang hat Israel alle Bemühungen abgelehnt Khan al-Ahmar in einen palästinensischen Außenposten zu verwandeln, der der Kern einer sich immer weiter ausdehnenden Präsenz entlang der strategischen Schnellstraße bei Jerusalem werden würde.

Doch mit der Ermutigung durch Europa ging das Ringen weiter und eskalierte. Die Oslo-Vereinbarungen von 1993, die die palästinensische Atonomiebehörde schuf, schienen denen die Tür zu öffnen, die auf den so lange angestrebten Palästinenserstaat haben scharf waren.

Oslo teilte die Westbank in drei rechtliche Einheiten – Area A (die Städte) unter voller palästinensischer Kontrolle, Area B unter palästinensischer ziviler und israelischer Sicherheitskontrolle und Area C, die unter voller israelischer Kontrolle steht. Khan al-Ahmar befindet sich zentral in Area AC und wie 20 Jahre israelischer Gerichtsurteile bestätigt haben, verbietet das Recht jedem – Palästinenser, Beduinen wie Europäern – sich auf Land niederzulassen, das nicht ihres ist und dort anzufangen zu bauen.

In dem juristischen und politischen Tauziehen über diesen strategischen Ort streuten die Europäer in Area C EU-Flaggen, die an vorgefertigten Einraum-Hütten gehisst wurde, die, um die emotionale Wirkung zu verstärken, üblicherweise zu Schulen erklärt wurden. Eine Schule zu zerstören, egal ob sie tatsächlich so genutzt wird oder wie ihr Rechtsstatus aussieht, ist ideal dafür Israel einmal mehr der Verletzung von Menschenrechten zu beschuldigen; und Khan al-Ahmars europäische Schule wird in der aktuellen Kampagne zur Schau gestellt.

Europäische Diplomaten und UNO-Beamte besuchen den Ort regelmäßig und posten Fotos, die Solidarität mit den „Opfern von Khan al-Ahmar“ zeigen. (Indem sie das Heilige Land erneut tilene, ist das britische Außen- und Commonwealth-Ministerium komplett beim Rest Europas an Bord.) Im August wurden Diplomaten bei einer palästinensischen „Kunstausstellung“ gesehen, die, wie man auf Bildern in den sozialen Medien sehen konnte, eine Reihe klassisch antisemitischer Themen zur Schau stellten. Nachdem sie in einer israelischen Zeitung gebracht wurden, erklärte die Repräsentantin von UNICEF, sie habe mit den Organisatoren über dieses Thema gesprochen. Der Leiter des norwegischen Büros in Ramallah befand es nicht für nötig zu antworten.

Amnesty International, Human Rights Watch und Dutzende israelischer und palästinensischer NGOs, die in erster Linie von europäischen Regierungen finanziert werden, erledigten ihren Teil der Kampagne, indem sie am Fließband dringliche Erklärungen, Berichte und Postings in sozialen Medien ausgaben, in denen sie erklärten, der Plan Khan al-Amar platt zu machen sei ein „Kriegsverbrechen“. Millionen Euros, Kronen und Pfund Sterling europäischer Steuerzahler werden in diese Public Relations-Bemühungen investiert.

1916 trafen sich Sykes und Picot heimlich, um die Grenzen auf ihren Landkarten zu ziehen, wie es in der Kolonialzeit üblich war. In der Version von 2018 wird den europäischen Beamten, die den Krieg von Khan al-Amar führen, von Armeen aus Diplomaten, NGOs und Meisterverdrehern der Medien assistiert. Ob das im Ausgang irgendeinen Unterschied macht, muss abgewartet werden.

Wow: Jeremy Cobyn glaubt tatsächlich, dass Juden nicht vor 1945 ins damalige Palästina immigrierten!

Daled Amos, Elder of  Ziyon, 4. September 2018

Letzte Woche zeigte Elder of Ziyon, dass Jeremy Corbyn die Geschichte ignoriert:

Hier ist das, was Corbyn sagte:

Ich wurde damit aufgezogen, dass Israel auf einem leeren Stück Land gegründet wurde und dass sie es schafften die Wüsten zum Blühen zu bringen und dass sie Sachen bauten, wo vorher nichts war. Jeder, der die Geschichte der Region studiert, weiß, dass Palästina am Ende des Zweiten Weltkriegs – im Zeitraum von 1945 bis 1948 – Medien hatte, Industrie hatte, Bildung, Universitäten, einen für die gesamte Region relativ hohen Lebensstandard und eine einheitliche Gesellschaft und ein einheitlicher Staat war. Es war eine Verunglimpfung dessen, die es ermöglichte die westliche Meinung zur Unterstützung Israels zusammenzusetzen.

Corbyn behauptet, dass die bereits um 1945 bis 1948 vorhandene Infrastruktur beweise, dass Juden wenig zum Land beitrugen.

Aber warum 1945 bis 1948?

Offenbar nimmt Corbyn an, dass Juden erst 1945 anfingen in das damalige Palästina zu immigrieren – als Holocaust-Flüchtlinge.

Die erste große Welle jüdischer Immigration fand während der Aliyah Aleph von 1882 bis 1903 statt, der von 1934 bis 1948 die Aliyah Bet folgte, eine Reaktion auf Nazideutschland. Selbst die Aliyah Bet teilt sich in zwei Phasen: 1934 bis 1942 war sie ein Versuch Juden zu helfen der Verfolgung und dem Völkermord durch die Nazis zu entkommen; 1945 bis 1949 (die Daten, auf die Corbyn sich bezieht) waren der Versuch Heime für jüdische Überlebende zu finden.

Aber jüdische Beiträge zu Gründung der Infrastruktur Palästinas gehen mehr als ein Jahrhundert weiter zurück.

In seinem Buch „Jerusalem: A Biography“ vermerkt Simon Sebag Montefiore nebenher die Verhältnisse des Landes 100 Jahre vor 1948:

Es gab keine Kutsche, nur verhängte Sänften. Sie besaßen praktisch keine Hotels oder Banken, die Besucher übernachteten in Klöstern; am komfortabelsten war das Amerikanische mit seinen eleganten, luftigen Innenhöfen. Aber 1843 gründete ein russischer Juden namens Menachem Mendel das erste Hotel, das Kaminitz, dem bald das Englische Hotel folgte; und 1848 eröffnete eine sephardische Familie, die Valeros, die erste europäische Bank in einem Raum ein paar Stufen abseits der David-Straße. (S. 360, Hervorhebung hinzugefügt)

Werfen wir einen Blick auf diese und andere Beiträge, die Juden zur palästinensischen Infrastruktur beitrugen, die zur Wiedergründung Israels führten.

Hotels

Die Jerusalem Post hat einen Artikel zum Hintergrund des Kaminitz von Menachem Mendel:

Er und seine Gattin kamen am ersten Tag des Monats Elul [1833] in Haifa an und reisten weiter nach Safed, wo sie sich einer Gemeinschaft frommer Jünger des Gaon von Wilna anschlossen. Diese Gemeinschaft wurde 1810 gegründet, zwei Jahrhunderte vor heute [2010] und 138 Jahre vor der Gründung des Staates Israel.

… Noch in Europa [während er Gelder für die jüdische Gemeinschaft in Israel sammelte] veröffentlichte er das, was der erste Leitfaden für Immigranten und Touristen im Heiligen Land gewesen sein dürfte. Unter dem Titel Korot Ha’itim (Geschehnisse der Zeit) dokumentiert das Buch die Härten, denen im Heiligen Land lebende Juden ausgesetzt waren, insbesondere während der Krawalle in Safed und dem Erdbeben [1837]. Aber es beinhaltet auch nützliche Ratschläge und viele positive Anmerkungen zum Land trotz der Gefahren und der Schwierigkeiten, die Menachem Mendel durchlitt. Das Buch wurde 1839 in Wilna veröffentlicht. 1841 wurde in Warschau für die Menschen, die nicht ausreichend Hebräisch konnten, eine Jiddische Übersetzung veröffentlicht.

Banken

Jacob Valero immigrierte ebenfalls mehr als ein Jahrhundert vor der Wiedergründung Israels nach Israel:

Er wurde 1813 in Istanbul geboren und seine Familie kam aus der Türkei ins Israel vor der Staatsgründung. Später wurde er Geldwechsler. 1848 gründete Valero zusammen mit einer Rihe weiterer örtliche Geschäftsleute die Bank in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung in der Altstadt Jerusalems nahe des Jaffa-Tors.

… Als die Aktivitäten der Bank ausgeweitet wurden, eröffnete sie zwei weiter Filialen in Damaskus und Jaffa.

… Valero wurde wegen seiner Verbindungen zu den osmanischen Herrschern in Jerusalem und Istanbul sowie zu globalen Persönlichkeiten, die die Dienste seiner Bank nutzten, zum Lokalhelden. Er war eine vornehme Person der örtlichen Szene, die in den letzten Tagen des Osmanischen Reichs florierte und eine Reihe der Ehren erhielt, die die auseinanderfallende osmanische Regierung lokalen Würdenträgern in Regionen mit großer Entfernung zu ihrem Zentrum ausgab.

Strom

Dann gibt es noch Pinhas Rutenberg, der 1919 immigrierte. Rutenberg gründete die Palestine Electric Company, die später zur Israel Electric Company wurde. 1921 erteilten ihm die Briten die Strom-Konzession für Jaffa und später für Jordanien. Die Jaffa Electric Company erstellte 1923 ein Netz, das schließlich Jaffa, Tel Aviv, die Umgebung und britische Militäranlagen in Sarafend [zwischen Rischon Letzion und Be’er Ya‘akov] abdeckte. Er erhielt Unterstützung des damaligen Kolonialministers Winston Churchill.

Die Palestine Electric Company Ltd. In den frühen 1920-er Jahren (Foto: Public Domain)

Rutenberg hat zudem den Ruf 1925 der erste Bürger Palästinas unter dem britischen Mandat zu sein, als die Briten ein Gesetz zur Schaffung palästinensischer Staatsbürgerschaft erließen.

Flugreisen

Außerdem gründete Rutenberg die Palestine Airways.

Fünfsitziges Linienflugzeug der Palestine Airways 1934.

Beachten Sie, dass der Name auf Hebräisch „Israel Airways“ lautete, ähnlich wie die Münzen und Briefmarken während des britischen Mandats, die die Abkürzung für „Erez Yisrael“ auf Hebräisch trugen.

1937 wurde die Fluggesellschaft bis 1940 vom Britischen Luftfahrtministerium übernommen; die Absicht war sie irgendwann wieder in Privathand zu überführen. Sie operierte von Juli 1937 bis August 1940. Palestine Airways stellte den Betrieb ein, als ihr Flugzeug von RAF für den Kriegseinsatz übernommen wurde.

Pottasche

Während Rutenberg die Stromkonzession gewährt wurde, erhielt Mosche Novomeysky – unter Schhwierigkeiten – die Erlaubnis von den Briten im Bereich des Toten Meeres Material zu fördern. Er immigrierte 1920 nach Israel und entwickelte die Palestine Potash Company, die zu den Dead Sea Works wurde. Novomoeysky legte Wert darauf gute Beziehungen zu den Arabern in der Gegend zu entwickeln. Wegen seines Rufs blieben Kibbuzim, die er gründet von den antijüdischen Krawallen 1936 bis 1939 verschont.

Denkmal für Mosche Novomeysky bei den Dead Sea Works (Foto: Dr. Avishai Teicher Pikiwiki Israel)

Bäckerei

Bäckerei Angel ist nicht die erste Bäckerei in Israel – Salomon Angel kauften die Bäckerei Trachtenberg in Bayit VeGan auf, als sie 1927 bankrott war:

Es gab einen primitiven Ofen, zu dem die gesamte Nachbarschaft kam, um ihre Töpfe mit Hamin [ein langsam gekochtes Essen für den Sabbat, das Aschkenasim als Tscholent kennen] dort zu lassen und dann darüber zu streiten, wem welcher Topf gehört“, erinnert sich Vicky Angel, Dannys Witwe, als sie sich an die frühen Tag der Bäckerei Angel erinnerte.

Salomon Angel selbst war Jerusalemer der siebten Generation, Mitglied einer sephardischen Familie, die ihre Abstammung auf Juden zurückführt, die 1492 aus Spanien vertrieben wurden.

Sie können eine Vorstellung davon bekommen, dass nach Angaben des Historikers Howard Sachar

1930 bereits 1.500 von Juden betriebene Fabriken und Werkstätten Textilien, Kleidung, Metallwaren, Nutzholz, Chemikalien, Steine und Zement herstellten, die eine kompletten Kapitalwert von rund 1 Milliono PL (palästinensische Lira) hatten.

Aber die jüdischen Beiträge hörten 1930 nicht auf.

Radio

Das Institute für Palestine Studies hat einen Artikel zum Radio Jerusalem, das 1936 den Betrieb aufnahm, „nur zwei Jahre nach der Gründung des ersten offiziellen arabischen Radiosenders in Kairo (Mitte 1934) und ein Jahr vor dem Tod des berühmten italienischen Physikers Marconi (1937).“ Es wurde von den britischen Mandatsbehörden gegründet und sendete auf Arabisch, Hebräisch und Englisch. Aber 4 Jahre zuvor hatten die Briten 1932 Mendel Abramowitsch eine Lizenz erteilt. Sein Sender wurde als Radio Tel Aviv bekannt und sendete bis April 1935, als die Briten ihm die Lizenz wieder entzogen, um den Palestine Broadcasting Service vorzubereiten.

Krankenhäuser

Nach Angaben des Artikels „Gesundheitsdienst für Beduinen im Mandat Palästina“ während der osmanischen Herrschaft von 1516 bis 1917 mussten die palästinensischen Araber

sich in erster Linie auf traditionelle Medizin einschließlich Kräutermedizin, Knochenrichtung durch Kauterisation, Aderlass, Einsatz von Blutegeln, Schropf-Behandlung sowie Amulett-Nutzer, Hebammen und (männliche) religiöse Heiler verlassen.

Vor diesem Hintergrund wurde 1854 im Jüdischen Viertel der Altstadt das Rothschild-Krankenhaus gegründet. Als es zu viele Patienten gab, als dass man sie dort behandeln konnte, wurde außerhalb der Altstadt ein neues Krankenhaus gebaut. Das Hospital wurde von Dr. Bernhard Neumann geleitet, der aus Warschau stammte und in Krakau und Wien studiert hatte. ER war seit 1847 in Jerusalem gewesen. Es bot allen Patienten ohne Rücksicht auf Religion oder Nationalität kostenlose Behandlung; 1918 wurde es von Hadassah übernommen und wurde z u Israels erstem Hadassah-Krankenhaus. Dem Rothschild-Krankenhaus folgten in Jerusalem zwei weitere, Bikur Holim und Misgav Ladach. Ein weiteres von Rothschild finanziertes Krankenhaus wurde später in Zichron Yaakov für die Bauern und Arbeiter in der Gegend eingerichtet.

Das Originalschild des Rotschild-Krankenhauses (Foto: Yoninah)

Das Sachar rundet das Bild ab:

Hadassahs engagierte Massenmitgliedschaft hatte bis 1930 in Palästina vier Krankenhäuser eingerichtet, eine Pflegeschule, 50 Kliniken, Labore und Apotheken sowie einen exzellenten Entbindungs- und Kinderhygienedienst in den meisten Städten und einer Reihe größerer Dörfer. Die WIZO (Women’s International Zionist Organization) betrieb in Tel Aviv drei Säuglingsfürsorgezentren.

Eisenbahn

Ein Artikel im Middle East Monitor klingt fast so, als hätte er eine Quelle für Corbyns obige Äußerung über jüdische „Verunglimpfung“ arabischer Leistungen sein können.

Die Eisenbahn Jaffa-Jerusalem, die 1892 unter osmanischer Herrschaft eröffnet wurde, war die erste in Palästina gebaute Eisenbahn und eine ersten, die im Nahen Osten gebaut wurde. Als damals wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung wurde die Strecke nacheinander von den Franzosen, den Osmanen und nach dem Ersten Weltkrieg von den Briten betrieben, die beauftragt waren Palästina zu verwalten. Die Eisenbahnverwaltung wurde 1920 an die Palestine Railway übertragen, einer Gesellschaft, die der britischen Mandatsregierung gehörte.

Tatsächlich wurde die Eisenbahnlinie zwar unter osmanischer Herrschaft eröffnet, aber die Türken hatten wenig damit zu tun sie möglich zu machen, bis auf die Genehmigung, die sie anderen für den Bau gaben. Und sie wurde dann nur von den Franzosen betrieben.

Die hauptsächlich für den Betrieb der Eisenbahn Jaffa-Jerusalem verantwortliche Person war Yosef Navon, ein jüdischer Unternehmer aus Jerusalem. Er verbrachte drei Jahre in Konstantinopel, u m für das Projekt zu werben und erhielt 1888 vom Osmanischen Reich die Genehmigung, die die Erlaubnis einschloss die Linie nach Gaza und Nablus zu erweitern. Weil er nicht genug Kapital hatte, um das Projekt voranzubringen, ging Navon 1889 nach Europa, um einen Käufer für die Konzession zu finden, was ihm schließlich gelang – in Frankreich. Eine französische Firma, mit Navon als Mitglied ihres Direktoriums, baute die Eisenbahn. Sie begann ihren Betrieb 1892 und gilt als erste Eisenbahn des Nahen Ostens.

Ein Zug erreicht in den 1809-ern den Bahnhof von Jerusalem, die erste Eisenbahn im Nahen Osten. (Foto: Public Domain)

Dies ist keine vollständige Liste der jüdischen Unternehmen und Projekte, aber sie vermittelt eine Vorstellung des Ausmaßes jüdischer Beiträge zu Palästina während der etwa hundert Jahre, die dem britischen Mandat und der Wiedergründung Israels voraus gingen.

Immerhin, so schreibt Sachar, entwickelte der Jischuw zusätzlich zur industriellen und wirtschaftlichen Infrastruktur

seine eigene Quasi-Regierung, sein eigene, weitgehend autonome landwirtschaftliche und industrielle Ökonomie und seine eigenen öffentlichen und sozialen Institutionen.

Offenbar besteht eines der Probleme, die Jeremy Corbyn im freundschaftlichen Verkehr mit Terroristen hat, darin, dass seine Äußerungen über Juden und Israel nichts mehr als einer Durchschrift ihrer Narrative und Fälschungen werden.

Israel wird weiterhin von Frankreich diffamiert

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Israel sind seit Jahrzehnten ambivalent und komplex gewesen. Zu den bekanntesten gehören die, bei denen die französische Regierung Israel schlecht machte. Präsident Emanuel Macron scheint ein neuer Typ Franzose zu sein. Er erreichte den Präsidentenposten ohne durch die Ränge einer bestehenden politischen Partei marschiert zu sein. Er ist ein charmanter, intelligenter Politiker mit einer ausgezeichneten Ausbildung, einer internationalen Einstellung und guter Öffentlichkeitsarbeit.

Eine Analyse muss sich allerdings auf Fakten konzentrieren, nicht auf Verpackungen. Ein guter Ausgangspunkt sind die französischen Reaktionen auf die jüngste Gewalt an der Grenze zum Gazastreifen. Als der israelische Premierminister Netanyahu sich im April in Paris mit Macron traf, sagte ihm der französische Präsident, der Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem „führte dazu, dass Menschen sterben und brachte den Frieden nicht voran“.[1] Mit dieser durchsichtig manipulativen Äußerung zeigte Macron sein Können darin die Wahrheit mit wenigen Worten zu entstellen. Die Gewalt war durch die Initiative der Terrororganisation Hamas provoziert worden, die Zivilisten an die Grenze schickte und Terroristen unter sie mischte. Von den mehr als 115 von Israel getöteten Gaza-Arabern waren etwa die Hälfte bestätigte Terroristen.[2] Die Hamas selbst bestätigte, dass viele der Getöteten Terroristen waren.[3]

Frankreich unterstützte zudem eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats, die Schutzmaßnahmen für Palästinenser forderte, aber die Hamas nicht erwähnte. Der stellvertretende israelische Minister Michael Oren fasste seine Antwort in einem Tweet zusammen: „Schande über Frankreich, dass es sie unterstützt. Die französische Regierung kann nicht sagen sie sei gegen Antisemitismus und für diese antisemitische Resolution stimmen.“ Frankreichs Botschafterin in Israel, Hélène Le Gal, beschuldigte Oren die Resolution nicht einmal gelesen zu haben und „Frankreich zu beleidigen“.[4]

Es gibt viele weitere Beispiele für die wahren Aussagen, die französische Diplomaten beleidigend finden könnten. Das macht sie nicht weniger korrekt. Der französische Präsident François Mitterand zum Beispiel war Teilzeit-Antisemit. Er setzte Israel einmal dem Nazistaat gleich. Er hatte eine dubiose Vergangenheit und arbeitete während des Krieges für die kollaborierende Vichy-Regierung, schloss sich aber später der Résistance an.[5]

Während der Gewalt vom April drängte Frankreich Israel „Zurückhaltung zu zeigen“ und sagte Israel, es sei „seine Pflicht Zivilisten zu schützen“.[6][7] Sein Sprecher wusste genau, dass die Hamas Terroristen losschickte, um sich unter die Zivilisten zu mischen und dass viele zivile Demonstranten keine friedlichen Absichten hatten. Dieses französische Verhalten war angesichts der vielen tödlichen Terroranschläge durch Araber im eigenen Land besonders scheinheilig. Der tödlichste davon fand 2015 in Paris statt und hatte 130 Tote zur Folge. 2016 wurden in Nizza 86 Menschen getötet.

Als der IDF-Sprecher, Brigadegeneral Ronen Manelis, im Juli mit französischen Parlamentariern sprach, erinnerte er sie daran, dass französische Spenden zusammen mit denen anderer Länder der Hamas geholfen haben ihre Terrorressourcen aufzubauen.[8]

Französische Reaktionen auf die Gewalt am Gazastreifen sind tief in der Geschichte verwurzelt. 2008 veröffentlichte David Pryce-Jones sein Buch Betrayal: France, the Arabs and the Jews.[9] Er hatte Zugang zu den Archiven des französischen Außenministeriums, das besser als Quay d’Orsay bekannt ist. Seine Schlüsse können so zusammengefasst werden: Frankreich hat die moderne Geschichte hindurch im Nahen Osten mehr Schaden angerichtet als jedes andere Land.

Gegen Ende der Präsidentschaft Sarkozy kam ein ehemaliges Mitglied seiner engsten Mitarbeiter zu mir und sagte, es sei für sie extrem schwierig die Beamten des Außenministeriums zu kontrollieren. Und das trotz der Tatsache, dass der Präsident für die Außenpolitik zuständig ist.

Frankreichs Reaktion auf die Gewalt am Gazastreifen erinnerte mich an den Besuch einer Konferenz in Paris im Herbst 1961, ein paar Wochen, nachdem Polizisten am 17. Oktober in der Hauptstadt geschätzte 150 bis 200 nicht gewalttätige algerische Demonstranten ermordet hatten. Einige der Leichen wurden in der Seine gefunden. Historiker haben dies die gewalttätigste Unterdrückung einer Demonstration durch einen westeuropäischen Staat in der aktuellen Geschichte bezeichnet.[10] Nach mehr als fünfzig Jahren Regierungsschweigen gestand 2012 der damalige Präsident François Hollande endlich die Morde ein.[11]

Der Mann, der das Massaker befahl, war der Polizeichef von Paris, Maurice Papon. Er wurde 1998 der Verbrechen gegen die Menschheit für schuldig befunden, aber nicht wegen dieses speziellen Massakers. Papon wurde für schuldig befunden im Zweiten Weltkrieg am Transfer von mehr als 1.600 Juden in Konzentrationslager mitgewirkt zu haben. Damals war er für die kollaborierende Vichy-Regierung Generalsekretär der Polizei von Bordeaux. Gegen ihn wurde eine zehnjährige Gefängnisstrafe verhängt, von der er nur drei Jahre absaß.[12]

Die öffentliche Aufmerksamkeit zu diesem Massaker war beträchtlich. Macron und diejenigen, die die Verurteilungen Israels ausgeben, müssen viele Details dieses Massenmordes durch die Pariser Polizei gekannt haben.

Es gibt weitere Aspekte, die beachtet werden sollten, wenn man die französischen Diffamierungsäußerungen zu Israel bewertet. Frankreich ist das für Juden gefährlichste Land Europas. In erster Linie liegt das an der starken Einwanderung aus muslimischen Ländern in der Vergangenheit; in denen der Anteil an Antisemiten zu den höchsten der Welt gehört. Von den fünfzehn aus ideologischen Gründen in Europa getöteten Juden – bei denen die Täter, allesamt Muslime, bekannt sind – wurden zwölf bei sechs Anschlägen in Frankreich ermordet.[13] Die beiden Massenattacken  gewalttätiger Muslime auf Synagogen in der EU wurden beide in Frankreich begangen, in Paris und Sarcelles.[14][15] Viele weitere Verbrechen mit antisemitischen Motiven sind von Mitgliedern der muslimischen Gemeinschaft verübt worden.[16]

Als Folge davaon haben jüdische Leiter kein Gesamtkonzept für die Zukunft ihrer Gemeinschaft. In absoluten Begriffen, aber auch prozentual ist Frankreich das europäische Land mit der größten Zahl an im aktuellen Jahrhundert auswandernden Juden.

Die regelmäßige Bloßstellung der fortgesetzten, scheinheiligen Verleumdung Israels und des zweierlei Maßes seitens Frankreich wird das wahrscheinlich nicht aufhalten können, aber es könnte es für die Verleumder weniger lohnenswert machen.

[1] www.haaretz.com/israel-news/watch-netanyahu-and-macron-give-statements-after-meeting-in-paris-1.6153497

[2] http://www.timesofisrael.com/idf-spokesman-to-french-mps-hamas-is-spending-your-money-on-terror

[3] http://www.timesofisrael.com/hamas-official-50-of-the-people-killed-in-gaza-riots-were-members/

[4] http://www.timesofisrael.com/michael-oren-french-envoy-in-twitter-spat-over-un-gaza-vote/

[5] Pierre Péan: Une Jeunesse Française: François Mitterrand. (Paris: Fayard, 1994).

[6] http://www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-france-urges-israel-after-gaza-border-deaths-to-show-restraint-1.5973351

[7] http://www.reuters.com/article/us-israel-usa-diplomacy-france/france-tells-israel-to-show-restraint-disapproves-of-u-s-embassy-move-idUSKCN1IF1ZG

[8] http://www.timesofisrael.com/idf-spokesman-to-french-mps-hamas-is-spending-your-money-on-terror/

[9] Verrat: Frankreich, die Araber und die Juden. – David Pryce-Jones: Betrayal: France, the Arabs and the Jews. (New York: Encounter Books 2006.)

[10] www.lemonde.fr/cinema/article/2011/10/14/octobre-a-paris-et-ici-on-noie-les-algeriens-le-17-octobre-1961-la-justice-se-noya-dans-la-seine_1587857_3476.html; http://www.lemonde.fr/societe/article/2011/10/17/17-octobre-1961-ce-massacre-a-ete-occulte-de-la-memoire-collective_1586418_3224.html

[11] http://www.reuters.com/article/us-france-algeria/frances-hollande-acknowledges-1961-massacre-of-algerians-idUSBRE89G1NB20121017

[12] http://www.nytimes.com/2007/02/18/world/europe/18papon.html

[13] Manfred Gerstenfeld: War of a Million Cuts The Struggle Against the Delegitimization of Israel and the Jews, and the Growth of New Anti-Semitism. Jerusalem (JCPA) 2015, S. 163.

[14] http://www.france24.com/fr/20140716-emeutes-rue-roquette-synagogue-paris-antisemitisme-conflit-isra%C3%A9lo-palestinien

[15] http://www.huffingtonpost.co.uk/2014/07/22/france-jewish-shops-riot_n_5608612.html

[16] http://www.timesofisrael.com/topic/anti-semitism-in-france/

Wir machen das Spiel nicht mehr mit

Forest Rain, Inspiration from Zion, 9. Juni 2018

Es war einmal ein alter Mann, der fegte den Bereich direkt an der Kotel, der Westmauer. Als er gefragt wurde, warum er das macht, als so alter Mann, arbeitete, niedrige Tätigkeit verübte, erklärte er: In Auschwitz zeigte ein Nazi auf den Rauch, der aus dem Schornsteinen des Krematoriums quoll und sagte ihm: „Siehst du den Rauch da? Das ist deine Familie, die zu Asche wird und auch du wirst bald da drin sein!“ Seine Antwort: „Nein. Ich werde leben und Jerusalem sehen.“

Durch ein Wunder blieb er am Leben und für ihn war den Platz zu fegen und den Müll anderer Leute aufzuheben ein wunderbares Geschenk des Himmels, denn er war ausreichend gesegnet das an der Kotel, im Herzen Jerusalems zu tun.


Die Kotel ist 24 Stunden am Tag geöffnet. Egal, welche Tages- oder Nachtzeit es ist … sie ist niemals allein.

3000 Jahre lang ist Jerusalem die Hauptstadt der jüdischen Nation gewesen. Selbst im Exil, als das jüdische Volk die Souveränität über Jerusalem verlor, war es das Herz der Nation.

Jerusalem war und ist immer noch der Ort, dem sich die Juden im Gebet zuwenden, dreimal jeden Tag. Jerusalem wird bei jeder jüdischen Hochzeit als wichtiger als das Glück der Union zwischen Braut und Bräutigam erhoben. Das Passah-Abendessen, bei dem der Exodus der Kinder Israel aus der Sklaverei begangen wird, ist vollkommen, wenn wir rezitieren: „Nächstes Jahr in Jerusalem, wiederaufgebaut!“ Denn DAS ist das wahre Ende der Reise aus der Sklaverei in die Freiheit.

Die Juden Äthiopiens träumten von Jerusalem, so wie die in Sowjetrussland festsitzenden Juden. Jerusalem ist das Herz von Zion, ist es immer gewesen und wird es immer sein.

Interessanterweise wird diese bekannte Tatsache heute als etwas bezeichnet, das diskutierbar ist. Die einfache Erklärung, dass Jerusalem die Hauptstadt Israel ist, ist „umstritten“. Warum?

Jahrhunderte lang sind die Staaten der Welt dem jüdischen Volk gegenüber zwiespältig gewesen. Einerseits genossen sie die Vorteile, die wir ihren Ländern brachten (Bildung, Medizin, Erfindungen), andererseits störten sich an unserer „Andersartigkeit“, der Nichtbereitschaft ihre Religionen zu übernehmen, ihre Götter anzubeten, wie sie zu werden.

Das jüdische Volk lehnte das antike Griechenland ab, das antike Rom, das Christentum und den Islam, womit es den Anstoß gab das jüdische Volk zu bekritteln, was sich schnell in offene Verfolgung verwandelte. Moderner Judenhass ist nicht anders, auch das ist eine Reaktion auf ein Volk, das seine „Andersartigkeit“, seine Moral, seine Werte und sein Volkstum bewahrt, wenn sozialistische/globalistische Einflüsse implizieren, dass es falsch ist, das zu tun.

„Der Himmel hat keine Wut wie Liebe zum Hass gemacht wird
Keine Hölle eine Wut, wie eine betrogene Frau.“

Das jüdische Volk begann nach Zion zurückzukehren, sobald es ihm möglich war.

Meine Großmutter wuchs im britischen Mandat Palästina auf (ein Name, der diesem Land zweimal in dem Versuch gegeben wurde die Juden von Zion zu trennen, ein Name, der heute wieder verwendet wird, aus demselben Grund). Als junges Mädchen spürte sie die grausame Ambivalenz britischer Soldaten, die lachten, als sie – gerade 12 Jahre alt – um ihr Leben rannte, versuchte einem arabischen Lynchmob zu entkommen. Statt ihr zu helfen schlossen sie Wetten ab, ob das Kind in der Lage war die es mit Messern in der Hand verfolgenden Männer wegzulaufen.

Am Tag nach der offiziellen Ausrufung des Staats Israel erhoben sich die Araber des Landes in dem Versuch das neu geborene Land zu vernichten. Jeder war überrascht, als sie keinen Erfolg hatten.

1967 erhoben sich Ägypten, Jordanien und Syrien in einem koordinierten Angriff, sicher, dass sie zusammen den jüdischen Staat vernichten könnten. Die Welt sah mit angehaltenem Atem zu, sicher, dass das jüdische Volk keine Chance hatte zu überleben. Statt überrannt zu werden verblüffte Israel die Welt dadurch, dass es in nur SECHS Tagen die drei vereinten Armeen nicht nur zurückschlug, sondern auch die von Jordanien besetzte Altstadt von Jerusalem, den Tempelberg und das biblische Kernland Israels – Judäa und Samaria – zurückeroberte.

Dies Woche hat die Hamas große Demonstrationen (Krawalle) zum Protest gegen Israels Rückkehr dorthin, was der Nation Israel am heiligsten ist (Jerusalem) geplant, um dagegen zu protestieren, dass Israel 1967 nicht verschwand und auch noch zurückgewann, was uns vor Jahrhunderten gestohlen wurde.

Oder um es einfacher auszudrücken: Sie protestieren dagegen, dass sie die Schlacht um die Vernichtung Israels 1967 verloren haben.

Das ist derselbe Grund, warum die Hamas ihren „Marsch der Rückkehr“ plante, der in einem gewaltigen Krawall gipfeln sollte, mit dem an dem Tag, an dem Amerika seine Botschaft in Jerusalem eröffnete, Israels Grenze überrannt und Unheil angerichtet werden sollte – dem 14. Mai, dem Datum, an dem der Staat Israel 1948 offiziell ausgerufen wurde.

Mit anderen Worten: Die Hamas plante einen gewaltigen Protest an dem Datum, an dem Israels Unabhängigkeit erklärt wurde, an dem Datum, an dem Amerika anerkannte, dass Jerusalem die ewige Hauptstadt des jüdischen Volks ist.

Oder sagen wir es noch einfacher: Die Hamas plante einen riesigen, gewalttätigen Krawall zum Protest gegen Israels Existenz und dass Amerika diese Existenz anerkennt.

Israels Premierminister kehrte gerade von einer Reise nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien zurück.

Der französisch Präsident Emmanuel Macron hatte die Dreistigkeit Netanyahu zu sagen, der Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem habe die Gazaner sterben lassen. Diese Äußerung ist sehr entlarvend.

Die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem war eine symbolische Anerkennung der Realität. Sie schuf keine Wirklichkeit, sie veränderte nichts. Sie tat eines: Sie erklärte, dass die Vereinigten Staaten das Spiel der Ambivalenz zur Existenz des jüdischen Volks und der Rückkehr in unsere angestammte Heimat nicht länger mitmachen; sie sandten die Botschaft: „Ja, wir haben begriffen. Die Juden sind in Zion und sie werden nirgendwo anders hingehen.“

Macrons Äußerung bedeutet, dass die Anerkennung der ewigen jüdischen Bindung zu Jerusalem die Araber zwang zu randalieren und dabei getötet zu werden. Dass es falsch ist die Tatsache zu akzeptieren, dass Juden nach Jerusalem gehören, dass Jerusalem immer die Hauptstadt des jüdischen Staates gewesen ist und sein wird.

Seiner Vorstellung nach ist es besser das Spiel der Ambivalenz weiter zu spielen – einerseits zu sagen, dass Antisemitismus falsch ist, andererseits zu erklären, dass man die jüdische Verbindung zu Jerusalem nicht anerkennen darf.

Vielleicht werden die Juden verschwinden. Vielleicht wird das die Araber beschwichtigen.

In Großbritannien sagte Theresa May Premierminister Netanyahu, sie „versteht Israels Recht sich zu verteidigen, aber sie mache sich Sorgen um das Leben der Gazaner“.

Es sollte in diesem Satz kein „aber“ geben.

Israel müsste sich nicht verteidigen, wenn wir nicht angegriffen würden. Und das Leben der Gazaner, um das Frau May sich sorgt? Weiß sie nicht, dass die Hamas stolz erklärt, dass die meisten Toten ihre eigenen Aktiven sind? Nicht einfach Mitglieder der Partei, sondern aktive, professionelle Militante?

Mit einem kleinen Wort verneinte Theresa May Israels souveränes Recht das Leben seiner Bürger zu schützen und seine Grenzen zu behaupten. „Aber“ schuf eine Gleichung, in der Terroristen, die ganz versessen darauf sind Israels zu töten, dasselbe sind wie Israelis, die in Frieden in ihren  Häusern wohnen wollen ohne ermordet zu werden.

Wie unterscheidet sich das von britischen Soldaten, die lachten und Wetten auf das Leben meiner Großmutter abschlossen? Sie wussten, dass das kleine Mädchen, um zu überleben, dem Lynchmob entkommen musste, ABER sie waren nicht bereit einzugreifen, vielleicht würde der Mob das jüdische Kind erwischen und die Soldaten hätten ihre nachmittägliche Belustigung…

Die Amerikanische Erklärung löste keine Gewalt aus. Von ihr wurde keine Gewalt „losgetreten“. Sie sie machte: Sie riss die Maske herunter, hinter der Judenhasser sich verstecken, verweigert die Gültigkeit die grausame Ambivalenz aufrechtzuerhalten, die in ihrem Schweigen zu Gewalt gegen den Staat Israel ermutigt.

Es war eine Erklärung: „Wir spielen diese Spiel nicht mehr mit.“ Und DAS ist das, was alle anderen Staaten der Erde zwingt sich zu entscheiden. Werden sie anerkennen, dass das jüdische Volk in unsere angestammte Heimat zurückgekehrt ist, um sie nie wieder zu verlassen? Oder werden sie weiter bei ihrer Ambivalenz bleiben, heimlich hoffen, dass das jüdische Volk verschwinden wird?

Die Krawalle, die Israel derzeit durchmacht, die Versuche uns vom Boden und aus der Luft anzugreifen, sind kein Produkt israelischer oder amerikanischer Politik. Sie sind eine Reaktion auf die Existenz Israels, arabischer Frust, dass der Staat Israel hier ist um zu bleiben, dass all ihre Anstrengungen uns verschwinden zu lassen fehlgeschlagen sind.

Was die Gewalt schürt sind Führer wie Macron und andere, die ihre Botschaft senden, dass arabische Gewalt nur zu erwarten ist, weil Araber das Gefühl haben ihnen sei durch die Existenz Israels und seine ewige Verbindung zu Jerusalem Unrecht zugefügt worden.

Das ist kein angenehmes Bild, aber es gibt hier tatsächlich Hoffnung. Wir müssen es unmöglich machen, diese Realität zu bestreiten. Es liegt an jedem einzelnen von uns offen zu erklären, dass wir das Spiel nicht länger mitmahcen. Es wird keine weiteren Versuche geben gegenüber der Gewalt Appeasement zu betreiben, indem die jüdische Verbindung zu Jerusalem nicht anerkannt wird. Es gibt keinen Raum für Diskussion. Keinen Raum für Fragen. Zion ist Zuhause, um zu bleiben.

Wenn es nicht länger möglich wird die Realität zu leugnen, wird Frieden möglich werden.

Wie Zurückhaltung und anderer antiisraelischer Unsinn propagiert wird

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In der westlichen Welt gibt es eine anhaltende antiisraelische Einseitigkeit. Das hat dazu geführt, dass Palästinenserführer zu dem Schluss kamen, Provokationen Israels könnten einen wichtigen Wert für ihre PR haben. Solche Provokationen können zu antiisraelischen Reaktionen und oft zu Verurteilungen seitens Quellen wie den Vereinten Nationen, arabischen Ländern, der Europäischen Union und einigen ihrer Mitgliedstaaten, NGOs sowie einigen masochistischen jüdischen Organisationen und Einzelpersonen führen. Diese Reaktionen bieten dann einen weiteren Anreiz für fortgesetzte palästinensische Provokationen.

Die jüngsten, von der Hamas initiierten großen palästinensischen Protestdemonstrationen an der Grenze des Gazastreifens, der „Marsch der Rückkehr“, waren nicht friedlich. Zu ihnen gehörten Steinwürfe, Molotowcocktails und Scharfschützenfeuer auf die IDF. Es gab Versuche von Palästinenser den Grenzzaun zu beschädigen und nach Israel einzudringen. Elf der ersten palästinensischen Opfer wurden von Israel als Terroristen identifiziert, darunter einige der Hamas.[1]

Beim zweiten Marsch, eine Woche nach dem ersten, gab es neue Gewalt, einschließlich des Verbrennens von möglicherweise bis zu 10.000 Reifen. Es gab weitere Versuche IDF-Soldaten anzugreifen sowie unter Deckung des aus den Bränden entstandenen Rauchs nach Israel einzudringen.[2] Seitdem sind brennende Drachen über die israelische Grenze geschickt worden, einige mit an ihren Schwänzen befestigten Molotowcocktails.[3]

Als Israel auf die palästinensische Gewalt reagierte, gab es viele antiisraelische Äußerungen, auch von westlichen Ländern, Gremien und Einzelpersonen. Eine Reihe davon folgte einem oder mehreren von vier Mustern. Auf den ersten Blick scheinen sie vernünftig zu sein. Doch schon eine oberflächliche Analyse zeigt, dass sie alle Heuchelei und Einseitigkeit beinhalteten. Ein paar Beispiele werden das illustrieren.

Das erste lautet, dass Palästinenser das Recht haben friedlich zu demonstrieren. Damit wird nahegelegt, dass Israel es den Palästinensern nicht ermöglichte, still auf Territorium des Gazastreifens in einem angemessenen Abstand von der israelischen Grenze zu demonstrieren. Diejenigen, die das sagte, wussten, dass es irrelevant war, denn die Hamas streute ihre Leute in die Demonstranten, von wo aus sie gewalttätige und grenzdurchbrechende Handlungen gegen Israel begingen. Zu denen, deren Äußerungen das palästinensische Recht auf friedliche Demonstrationen betonten, gehörten die Europäische Union[4], Frankreich[5], die demokratischen US-Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders[6], sowie J-Street.[7]

Das zweite Muster an Äußerungen besteht in Aufrufen zur Zurückhaltung. Diese kamen in zwei Versionen. Eine ist an die Völkermord propagierende Hamas und das demokratische Israel gerichtet, mit Betonung auf Letzterem. Das suggeriert implizit, dass Israel diesbezüglich versagt hat. Solche Äußerungen kamen von der EU[8], dem stellvertretenden Premierminister von Irland[9], J-Street und Russland.[10] Andere Äußerungen mit Aufforderungen nach Zurückhaltung waren noch einseitiger und richteten sich nur an Israel. Solche Äußerungen kamen aus Frankreich[11], von Senatorin Elizabeth Warren und dem Leiter der Union des Reform-Judentums, Rabbi Rick Jacobs.[12]

Amos Guiora, Professor an der University of Utah, hat die vielen Kodexe beschrieben, über die die israelische Armee in Bezug auf Moral und Ethik im Kampf verfügt. Es ist zweifelhaft, ob irgendetwas Ähnliches irgendwo in einem anderen Militär existiert. Die Art, wie diese Kodexe an israelische Soldaten vermittelt werden, ist von mehreren westlichen Armeen hoch gelob werden.[13]

Der dritte Typ Äußerungen beinhaltet die Forderung nach unabhängiger Ermittlung dessen, was geschehen ist. Hier finden wir die EU[14] in der Gesellschaft des damaligen stellvertretenden Premierminister Irlands[15] und Kuwait.[16] Diejenigen, die diese Behauptung aufstellen, wissen durchaus, dass die logischen Kandidaten für solche pseudounabhängige Ermittlungen mit den Vereinten Nationen verbundene Gremien sind. Die Bekannteste derartige Ermittlung war der Bericht des Goldstone-Komitees. Dieses Dokument war so extrem verdreht, dass die Autoren Gerald Steinberg und Anne Herzberg ein ganzes Buch über diese massive Verzerrung füllen konnten.[17]

Das vierte Muster an Äußerungen betrifft die Verhältnismäßigkeit der israelischen Reaktionen. Das impliziert, dass Israels Reaktionen nicht verhältnismäßig oder sogar unverhältnismäßig willkürlich sind. Hier finden wir die EU und Frankreich[18] zusammen mit dem Iran,[19] der Türkei[20] und Russland.[21]

Gegen Ende April, als bereits klar war, dass die Demonstrationen vorrangig Bemühungen zum Durchbruch durch die Grenze verschleiern sollten, gab der UNO-Kommissar für Menschenrechte Zeid Ra‘ad al-Hussein eine Erklärung ab, was bei der Demonstration der Bürger mit Steinwürfen und Molotowcocktails los war. Er sagte, es sei überzogene Gewalt gegen die Demonstranten angeweadt worden – nicht einmal, nicht zweimal, sondern wiederholt.[22]

Zudem gibt es weitere Äußerungen westlicher Staaten. Der langjährige, faktische Teilzeit-Antiisrael-Hetzer Jeremy Corbyn, Parteichef der britischen Labour Party, forderte eine Überprüfung der Waffenverkäufe seines Lands an Israel.[23]

Amnesty International, das faktisch nur eine Teilzeit-Menschenrechts-NGO ist, veröffentlichte am 27. April eine Stellungnahme, in der es hieß: „Diese Leute protestieren nur wegen ihrer untragbaren Verhältnisse und fordern das Recht in ihre Häuser und Städte zurückzukehren, die im heutigen Israel liegen.“ Erneut wurden die Regierungen weltweit aufgefordert „nach der unverhältnismäßigen Reaktion auf Massendemonstrationen entlang des Zauns, der den Gazastreifen von Israel trennt, ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel zu verhängen.“[24]

Die Hamas kann sich freuen. Um so mehr, als sie sich weit mehr um antiisraelische Reaktionen in der westlichen Welt kümmert als um die toten palästinensischen Zivilisten. Solche westlichen Reaktionen stimulieren weitere von der Hamas initiierte, gewalttätige Demonstrationen – die Organisation stiftet weiterhin zu antiisraelischen Reaktionen an. Westler, die diese Erklärungen abgeben, könnten behaupten, dass sie nicht die Absicht hatten der Hamas Anreize zu bieten. Sie sollten inzwischen gelernt haben, dass diese Reaktion nur der Fortsetzung palästinensischer Gewalt und der Produktion weiterer Opfern dient.

[1] www.adl.org/resources/reports/the-gaza-march-of-return-what-you-need-to-know

[2] http://honestreporting.com/the-gaza-riots-whats-really-happening/

[3] https://nypost.com/2018/04/20/kite-bombs-hit-israel-from-gaza-city-thanks-to-heavy-winds/

[4] https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/42323/statement-high-representativevice-president-federica-mogherini-following-yesterdays-events_en

[5] http://www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-france-urges-israel-after-gaza-border-deaths-to-show-restraint-1.5973351

[6] http://www.timesofisrael.com/elizabeth-warren-urges-israel-restraint-toward-gaza-protesters/

[7] http://jstreet.org/press-releases/j-street-statement-on-renewed-protests-and-violence-on-gaza-border/#.WtxLrC5ubow

[8] https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/42323/statement-high-representativevice-president-federica-mogherini-following-yesterdays-events_en

[9] https://dfa.ie/news-and-media/press-releases/press-release-archive/2018/april/statement-by-the-tanaiste-on-the-situation-in-gaza/

[10] https://sputniknews.com/middleeast/201803301063077663-moscow-israel-palestine-gaza-death-toll/

[11] http://www.haaretz.com/world-news/europe/.premium-france-urges-israel-after-gaza-border-deaths-to-show-restraint-1.5973351

[12] forward.com/fast-forward/398455/reform-movement-s-rabbi-rick-jacobs-calls-on-israel-to-prevent-harm-to/

[13] www.jcpa.org/jpsr/jpsr-guiora-s06.htm

[14] https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/42323/statement-high-representativevice-president-federica-mogherini-following-yesterdays-events_en

[15] www/press-release-archive/2018/march/statement-by-the-tanaiste-on-developments-in-gaza/# http://www.dfa.ie/news-and-media/press-releases

[16] http://www.timesofisrael.com/kuwait-floats-security-council-statement-urging-probe-of-gaza-violence/

[17] http://www.amazon.com/Goldstone-Report-Reconsidered-Critical-Analysis/dp/9659179308

[18] http://www.timesofisrael.com/eu-says-gaza-deaths-raise-serious-questions-about-israels-use-of-force/

[19] http://www.alaraby.co.uk/english/news/2018/4/1/iran-suggests-saudi-crown-prince-responsible-for-gaza-massacre

[20] http://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/turkey-accuses-israel-of-disproportionate-use-of-force-in-gaza/

[21] http://www.timesofisrael.com/russia-condemns-israels-indiscriminate-fire-in-gaza/

[22] https://www.jpost.com/Arab-Israeli-Conflict/UN-human-rights-chief-decries-Israels-use-of-excessive-force-in-Gaza-552888

[23] http://www.jpost.com/Breaking-News/Protesters-set-off-explosive-try-to-fly-kite-bomb-over-border-549740

[24] http://www.amnesty.org/en/latest/news/2018/04/israel-arms-embargo-needed-as-military-unlawfully-kills-and-maims-gaza-protesters/