Eine Suchmaschine als Propaganda-Megafon

Eine Freundin aus der Schweiz suchte nach einem Artikel über die Herkunft der Palästinenser. Dazu benutzte sie Google und gab ein:

israel heute die herkunft der palästinenser

Was dabei erschien, hielt sie in einem Screenshot fest (ich hab’s ausprobiert – mit demselben Ergebnis):

Google meint also vor alle Suchergebnisse erste einmal eine politische, wertende Stellungnahme abgeben zu müssen:

„Das Land Palästina gehört ausschließlich den palästinensischen Arabern, die angeblich direkte Nachkommen der alten Kanaaniter sind, und Juden haben keinen gültigen Anspruch darauf. Daher ist die Gründung des jüdischen Staates Israel in Palästina ein großes Unrecht des jüdischen Staates gegenüber den Palästinensern.

Mit anderen Worten: Google bezeichnet den Staat Israel an sich als Verbrechen. Womit jeder Versuch diesen Staat (und seine Bevölkerung) zu vernichten letztlich für gerechtfertigt erklärt wird.

Wem die Daten-Sammelwut der Google-Krake noch nicht ausgereicht hat; wer noch nie etwas von der selektiven Auswahl der Anzeige von Suchergebnissen durch die Datenkrake gehört hat, der sollte eigentlich wenigstens durch diese kriminelle Unverschämtheit endlich dazu gebracht werden dieses Portal nie wieder zu verwenden. Es gibt genügend andere effektive Suchmaschinen, die die Privatsphäre und die Daten der User besser schützen und auf politische Indoktrinationsmaßnahmen verzichten. Ich persönlich nutze duckduckgo und ecosia. Schon seit Jahren.

Die vielen Charakterzüge des Judenhasses

Was die BDS-Bewegung wirklich will

Joseph Puder, FrontPage Mag, 9. März 2021

Der kollektive Hass auf Juden kann als Antisemitismus definiert werden. Wie der Coronavirus hat er viele Mutationen entwickelt. Antisemitismus ist der älteste Hass, der einfach nicht dahinschwinden will. Er ist im liberalen Großbritannien zu finden, bei Typen wir Rev. Stephen Sizer, einem Vikar der Church of England. 2015 postete er einen Artikel auf Facebook, in dem er Juden und Israel der „Verantwortung für die Anschläge vom 9/11“ beschuldigt. Sizer hat sich einer langen Geschichte von Judenhass angeschlossen. Aus der Judenfeindlichkeit der katholischen Kirche wurde mit Martin Luther ein rabiater Antisemitismus, der die Grundlage für Hitlers Nazi-Völkermordversuch an den Juden legte.

Ende der 1990-er Jahre, als Student im Aufbaustudium an der Seton Hall University (einer katholischen Institution) wurde ich von der mutigen und legendären, verstorbenen Schwester Rose Thering eingeladen einer Rede des Kardinals Edward I. Cassidy, dem damaligen Präsidenten des Pontifikalrats für die Förderung christlicher Einheit und Leiter der Kommission des Heiligen Stuhls für religiöse Beziehungen zu den Juden, vor der Fakultät beizuwohnen. Er zeigte auf, dass die katholische Kirche und ihre Anhänger in der Geschichte judenfeindlich gewesen sein könnten, postulierte aber, dass Antisemitismus kein Teil davon war.

Schwester Rose, die mich für die Seton Hall angeworben hatte, drängte mich, dem Kardinal eine Frage zu stellen. Sie war nicht überzeugt, dass die These des Kardinals wirklich stimmig war und mir ging es genauso. Also hob ich meine Hand und als ich drangenommen wurde, fragte ich: „Eminenz, wie definieren Sie das Pogrom von Kielce in Polen am 4. Juli 1946, bei dem 42 jüdische Männer, Frauen und Kinder, alles Holocaust-Überlebende, ermordet wurden? War das ein Beispiel für Judenfeindlichkeit oder für Antisemitismus?“ Der Kardinal wirkte ziemlich ratlos, schwieg einen Augenblick und vermied es dann höflich meine Frage zu beantworten.

Schwester Rose, die ihr Leben lang gegen Antisemitismus gekämpft hat, zwinkerte mir zu, um ihre Zustimmung zu signalisieren. Die historische Wahrheit lautet, dass man Judenfeindlichkeit und Antisemitismus nicht unterscheiden kann. Diese im Antisemitismus eingebettete Voreingenommenheit ist in der Judenfeindlichkeit verwurzelt. Antisemitismus hat eine Vielzahl an Charakterzügen. Religiöser und kultureller Hass auf Juden geht bis in die Zeit der Griechen und Römer zurück. Rassen-Antisemitismus wurde im 18. Jahrhundert zum neuen Charakterzug. Die Geschichte ist voll mit einer Vielzahl judenfeindlicher Formen des Hasses. Die oben erwähnten sind jedoch die offenkundigsten. Die Vertreibung der Juden von der Iberischen Halbinsel am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts gründete auf religiösem Hass, genährt von der katholischen Kirche und vollzogen von der Inquisition. Der von den Nazis verübte Holocaust an den Juden beinhaltete alle Elemente des Antisemitismus. Er war rassisch, religiös (wenngleich die deutschen Nazis versuchten ihr eigene Religion zu schaffen und das Christentum verachteten), kulturell, politisch und wirtschaftlich.

Der Kern des christlich-religiösen Antisemitismus ist in die Auffassung eingebettet, dass „Juden wegen der Kreuzigung Jesu von Gott verflucht sind“. Das folgt aus Versen im Evangelium nach Matthäus 27,24-25: „Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: ‚Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!‘ Da rief das ganze Volk: ‚Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!‘“

Der zitierte Abschnitt, mit dem die Juden als „Christusmörder“ etikettiert wurden (obwohl Jesus auch ein Jude war), kostete das Leben unzähliger unschuldiger Juden aufgrund eines Grolls, den der Autor des Matthäus-Evangeliums gegen die Rabbiner von Yavne (westlich von Jerusalem) hegte. Das Matthäus-Evangelium wurde in den 80-er Jahren des ersten Jahrhunderts geschrieben, 50 Jahre nach dem behaupteten Ereignis der Kreuzigung. Er ersetzte seinen Konflikt mit den Rabbinern durch die mutmaßliche Fehde zwischen den Pharisäern und Jesus. Der Autor von Matthäus war kein Augenzeuge und die Juden, die er beschrieb, waren von geringer Anzahl und nicht „das ganze Volk“. Zu ihnen gehörten hauptsächlich Sadduzäer (die elitäre Tempel-Bürokratie) und es ist unwahrscheinlich, dass auch die Hillel-Pharisäer zu ihnen gehörten. Die meisten Juden Judäas und Galiläas hegten keine Arglist gegen Jesus. Darüber hinaus war Pontius Pilatus tatsächlich nicht der gütige römische Gouverneur von Judäa, wie er in dem Abschnitt von Matthäus 27 beschrieben wird. Er war ein grausamer Tyrann, der schließlich ersetzt wurde. Pilatus sah in Jesu Popularität eine Gefahr für die römische Herrschaft.

Der Autor von Matthäus war als jüdischer Evangelist der Jesus-Bewegung von dem von den Rabbinern ausgegeben Erlass erbost, der das Missionieren in der Synagoge (von Antiochia) verbot und Seinesgleichen aus der Synagoge verbannte. Dann kommt natürlich der offensichtlich verleumderische Verweis auf das Volk (die Juden), die sagen, dass Jesu Blut auf sie und ihre Kinder kommen solle. Welche Eltern würden das Blut eines getöteten Menschen auf sich haben wollen, geschweige denn auf ihren Kindern? Das ist eindeutig eine Veränderung, die in einer späteren Periode vorgenommen wurde, als die Christenheit die Staatsreligion des römischen Reiches wurde.[1]

Die Erklärung Nostre Aetate aus dem Jahr 1965 während des Zweiten Vatikanischen Konzils führte zu einer gewaltigen Verschiebung der Lehre an katholischen Seminaren, in Gottesdiensten und drang bis in katholische Schulen vor. Papst Johannes Paul II. (der polnische Papst) trug einiges zum Verständnis und Kooperation zwischen Katholiken und Juden bei, darunter die Einrichtung diplomatischer Beziehungen zwischen dem Vatikan und Israel. Darüber hinaus wurde die „Geringschätzung“ für Juden aussortiert. In den meisten katholischen Institutionen von heute wird die Lehre von Toleranz und Respekt für Nichtchristen und besonders für Juden vermittelt.

Während die katholische Kirche einen weiten Weg hinter sich hat Freundschaft mit Juden zu schaffen, kann dasselbe über einige der aktuellen großen protestantischen Kirchen nicht gesagt werden. Christianity Today (1. September 2004) brachte eine Schlagzeile: „Sind die großen Kirchen antisemitisch?“ In diesem Artikel antwortete Diane Knippers, Präsidentin des Institute on Religion and Democracy (IRD): „Eine extreme Fokussierung auf Israel, bei gleichzeitiger Ignorierung von Menschenrechtsverletzern, ist eine starke Verfälschung der Botschaft der Kirchen zu den universalen Menschenrechten. Wir können keine rationale Erklärung für die Schieflage finden. Wir müssen uns fragen: Gibt es – bewusst oder unbewusst – ein judenfeindliches Bestreben, das dieses Trommeln gegen den einzigen jüdischen Staat antreibt?

Die Betonung säkularer „sozialer Gerechtigkeit“ durch einige dieser großen Kirchen führte zu BDS-Kampagnen (Boykott, De-Investition und Sanktionen gegen Israel) in der Presbyterian Church USA (PCUSA), der evangelisch-lutherischen Kirche usw. Sie sind getrieben durch ehemalige Missionare in der muslimischen Welt, die sich dann mit einer pro-palästinensischen und anti-israelischen Voreingenommenheit an die Kirchenleitungen wandten, die sich zu Antisemitismus im Gewand des Antizionismus entwickelte. Das soll nicht heißen, dass auch die Leute in den Kirchenbänken solche Kampagnen unbedingt unterstützen.

Dieser jüngste antisemitische Charakterzug ist der Antizionismus oder Antiisraelismus und dieser ist ein Vorwand dafür gegen israelische Juden und letztlich gegen Juden allgemein zu schießen. Die Variante findet sich in der BDS-Bewegung, deren Mitbegründer Omar Barghouti ist, der erklärte: „Das Ziel von BDS ist es Israel zu einem Paria zu machen.“ Er und die BDS-Bewegung greifen Israel für akademische und kulturelle Boykotte aus den Staaten heraus. Barghouti wurde in Qatar geboren, lebte in Ägypten und erhielt seinen MA an der Universität Tel Aviv!… Der ehemalige sowjetische Refusenik und Menschenrechtsaktivist Nathan Sharansky führte den 3D-Test zur Unterscheidung legitimer Kritik von Antisemitismus ein. 3D steht für Delegitimation Israels, Dämonisierung Israels und an Israel ein zweierlei Maß (Doppelstandards) anzulegen. Auf die BDS-Bewegung und einige der großen protestantischen Kirchen treffen all diese Kriterien zu.

Die manchmal gewalttätige, manchmal verbale kollektive Voreingenommenheit gegen Juden, die in vielfältigen Formen auftritt, hat eine Rekordzahl an antisemitischen Vorfällen zum Ergebnis, besonders in Europa und in jüngster Zeit auch in den USA. Es ist an der Zeit, dass eine anständige Gesellschaft sich der Tatsache stellt: Schweigen und Untätigkeit bedeuten Zustimmung.

[1] Das sehe ich anders. Mit „Volk“ ist nicht das ganze Volk Israel gemeint, sondern die Truppe, die anwesend war und Jesus tot sehen wollte, eine selbsternannte religiöse Elite, die so fanatisch war, dass sie das durchaus von sich gegeben haben kann. Die Datierung der Verfassung des Matthäus-Evangeliums wird von Puder als fix angegeben, ist es aber nicht. Die Sadduzäer verschwanden nach dem Jahr 70, hätten also in Auseinandersetzungen mit dem Autor des Evangeliums keine Rolle mehr gespielt. Insgesamt sitzt Puder einem leider – gerade auch von kirchlicher Seite – sehr gängigen Verständnis auf, das sich nach der Spaltung zwischen Jesusgläubigen und traditionell-jüdischen Gruppen einbürgerte und die Grundlage für christlichen Judenhass bildete, der sich entwickeln konnte, weil das erklärende Element für jüdisches Denken und Handeln in den christlichen Gemeinden abhanden kam, das judenfeindliche Auslegung der Streitgespräche in der Bibel bis dahin verhinderte.

Warum kann die Linke ihren eigenen Antisemitismus nie erkennen?

Jüdische Einzigartigkeit macht Judenhasser wahnsinnig und noch stärker bei der Linken

Melanie Phillips, 2. Februar 2021

In seinem neuen Buch Jews don’t count[1]stellt David Baddiel fest, dass Leute auf der Linken das Problem es Antisemitismus nicht auf demselben Niveau behandeln wie Vorurteile zu Rasse, Sexualität oder Geschlecht.

Ich persönlich begann in den 1980-er Jahren zweierlei Maß zu Antisemitismus festzustellen, als ich schrieb, dass Antisemitismus zum „Vorurteil, das niemand auszusprechen wagt“ geworden war.

Das war, als die Linke Israels als „Nazis“ bezeichnete, weil sie versuchten die Terror-Infrastruktur der Palästinensischen Befreiungsorganisation aus dem Libanon zu beseitigen. Es war, als Leute offen zu sagen begannen: „Juden machen so viel Geld / sie sind so stammesverbunden / sie stecken immer gegen alle andere zusammen“.

Unter Linken einfach schon das Wort „Antisemitismus“ zu erwähnen verursachte hingegen sofortige eisige Kühle, provozierte Augenrollen oder sorgte für den Vorwurfe: „Du benutzt Antisemitismus, um Israels Gräueltaten reinzuwaschen.“

Erst als das Thema Jeremy Corbyns Labour Party so spektakulär um die Ohren flog, wurde diese letzte Anschuldigung selbst endlich als Form von Judenhass anerkannt. Und dann war das nur deshalb, weil Corbyn derart links war, dass er als völlig inakzeptabel galt, so dass Juden ansatzweise das Gefühl bekamen, es sei sicher das A-Wort zu benutzen.

Warum also bestreitet die Linke den Antisemitismus in ihrer Mitte oder grenzt ihn aus? Und warum sind so viele Juden immer noch so nervös deswegen eine negative Reaktion zu bekommen, sollten sie darüber bei der Linken reden, außer im Kontext der corbynisierten Labour Party?

Ein offensichtlicher Faktor ist, dass in progressiven Kreisen marxistische Annahmen oft absorbiert worden sind, ohne dass ihr Ursprung erkannt wird. Wie Marx selbst glauben viele Linke, dass Kapitalismus übel und weiß ist, dass Kapitalismus von Juden geführt wird, dass Geld Macht ist und dass Juden so viel Geld und Macht haben, dass sie die kapitalistische Welt anführen.

Natürlich sind die meisten Juden weder reich noch mächtig. Sie sind auch nicht alle weiß. Aber der Glaube, dass sie es sind, bedeutet, dass sie niemals als Opfer gelten dürfen. Statt also von den Linken in die Liste der Unterdrückten aufgenommen zu werden, werden Juden von ihnen offen zu den Privilegierten gezählt.

Das linke Narrativ der systematischen Unwahrheiten und Verleumdungen zu Israel, es sei ein kolonialistischer Staat, der das eingeborene Volk des Landes entwurzelt und weiterhin unterdrückt, spielt im Gegenzug in diese Ausdruckswiese von Macht und Bedrohung durch Juden hinein.

Entscheidend ist, dass die auf der Linken glauben sie stünden für nicht infrage zu stellende Tugenden und die einzig schlechten Leute sind ihre Gegner. Also sind nur die Rechten antisemitisch, während die Linken das nie sein können. Das ist der Grund, dass für die Labour Party Antisemitismus in den eigenen Reihen eine Krise ist, die sie nicht lösen kann.

Aber so bedeutend all das auch ist, es liefert nicht die ganze Erklärung. Wir müssen wohl noch tiefer in das Vorurteil selbst eintauchen.

Im Kern des Antisemitismus liegen Ressentiment, Neid und Angst vor Juden als den anderen und Außergewöhnlichen. Die Vorstellung, dass sie glauben „auserwählt“ zu sein, nur um eine einzigartige Last zu tragen, wird übel als Privileg missverstanden.

Daher treibt die Andeutung jüdischer Außergewöhnlichkeit Antisemiten in den Wahnsinn. Jeder Verweis auf die außergewöhnliche Anzahl jüdischer Nobelpreisträger oder das außergewöhnliche Ausmaß jüdischer Philanthropie oder der außergewöhnlichen Zahl wissenschaftlicher Erfindungen, die aus Israel kommen und der Welt nutzen, verstärkt die Angst und das Ressentiment bezüglich jüdischer „Macht“ nur noch.

Zu viele Juden, die sich der Gefahr bewusst sind als „anders“ gesehen zu werden, schrecken selbst dafür zurück jüdische Außergewöhnlichkeit einzugestehen. Indem sie vor kultureller Macht niederknien, streben sie danach linke Ideologie nicht vor den Kopf zu stoßen.

Und Hass gegen jüdische Außergewöhnlichkeit füttert diese Ideologie. Unter dem Mantra der „Gleichheit“ gestattet das keine Werte-Hierarchien. Sie misstraut Unterscheidungen und Unterschieden; sie glaubt, dass die Besonderheiten einer jeden Kultur dem abflachenden Dogma universalistischer Werte nachgeben müssen.

Aber die jüdische Identität, Religion und Tradition gründen auf Unterscheidungen, Unterschieden und moralischen Hierarchien. Also beleidigt jüdische Außergewöhnlichkeit das Dogma der Linken in jeder Beziehung. Und dazu gehört auch die Außergewöhnlichkeit von jüdischem Leid.

Kein anderes Volk hat über so viele Jahrtausende solch entschlossene Versuche erlebt es auszulöschen. Ebenso unterschied sich der Holocaust von allen anderen Verbrechen gegen die Menschheit oder auch anderen Völkermorden, denn die Schoah war ein einzigartiger Versuch ein Volk, die Juden, vom Angesicht der Welt zu löschen.

Die relativistische Linke hingegen will alles Leiden gleichmachen. Was der Grund ist, dass Holocaust-Gedenken zunehmend mit anderen Völkermorden und Verbrechen gegen die Menschheit als gleichwertig zur Schoah bezeichnet wird, die damit unweigerlich herabgestuft wird.

Das ist der Grund, dass Oberrabbiner Mirvis in seiner BBC-Radiosendung Thought for the Day[2] am Holocaust-Gedenktag nicht erklärte, was er meinte, als er feststellte, dass der Holocaust einzigartig war – und tatsächlich nutzte er in seinen Gedanken zur Bedeutung der Schoah, das Wort „Juden“ überhaupt nicht.

Das Judentum ist einzigartig, das jüdische Volk ist einzigartig und Antisemitismus ist einzigartig: das unmissverständlichste, geistesgestörteste und tödlichste Vorurteil der Geschichte. Aber jüdische Einzigartigkeit linkem Dogma im Weg. Das ist der Grund, weshalb bei den Eiferern der Opferkultur judenfeindliches Vorurteil nicht zählt.

[1] Juden zählen nicht

[2] Gedanke des Tages

Gedankenverlorenes Territorium: Demokraten versichern Linken, das ihr Antisemitismus nicht zählt

„Es ist nicht so, als würden wir eilig unsere Judenhasser den Wölfen zum Fraß vorwerfen.“

PreOccupied Territoy, 10. Februar 2021

Führende Persönlichkeiten aus Kongress und Weißem Haus versuchten diese Woche Befürchtungen zu beruhigen, dass die Übernahme der Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz bedeutet, sie würden aufhören für Judenhasser in ihrer Mitte und bei  ihren Verbündeten in Deckung zu rennen, haben offizielle Vertreter der Partei preisgegeben.

Demokraten-Führer in Repräsentantenhaus, Senat und der Exekutive führten in den letzten Tagen zahlreiche private Gespräche mit Abgeordneten, Lobbyisten, Beratern und politischen Entscheidungsträgern, um Besorgnis wegen der öffentlichen Schritte der Administration zu zerstreuen, die für den Eindruck sorgen, dass es ihr ernst damit ist den Antisemitismus von politischen Verbündeten oder Islamisten zu bekämpfen. Parteiquellen deuteten an, dass seit letzter Woche mindestens vierzig solche Gespräche stattgefunden haben, um zu erklären, dass die Administration Biden die IHRA-Definition zwar übernommen hat, aber Politik darunter verfolgen will, die sich nur gegen rechte Antisemiten richtet und dass progressive Gruppen und Persönlichkeiten wenig Grund zur Sorge haben.

„Sie müssen daran denken, dass wir hier immer noch Ilhan Omar (Dem., Minnesota) und Rashida Tlaib (Dem., Michigan) beschützen“, stellt ein Berater von Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi fest. „Es ist nicht so, dass wir eilig unsere Judenhasser den Wölfen zum Fraß vorwerfen. Die Politik des Präsidenten zum Iran und seinen Stellvertretern sollte bereits andeuten, wo wir hierzu wirklich stehen. Es ist nur so, dass es gewisse Schritte gibt, die man in der Öffentlichkeit unternehmen muss, um Kritik dessen, was man ohnehin tun wird, abzuwenden.“

„Ich würd3e sagen, die Übernahme der IHRA-Definition, so sehr ich mir Sorgen um ihr Potenzial mache alle Kritik an Israel abzuwürgen, nun, lassen Sie uns sagen, wir können das im Bereich des Theoretischen lassen und unsere Verbündeten in den Medien werden bereitwillig keine Fragen dazu stellen“, fügte Matt Duss vom Außenministerium hinzu. Die IHRA-Definition erklärt ausdrücklich, dass Kritik an Israel, die gegen jedes andere Land gerichtet wird, nicht antisemitisch ist.

Hass-Beobachtungsgruppen, die der Agenda der Demokraten Deckung geben – so z.B. die Anti-Defamation League und das Southern Poverty Law Center – versprachen Spendern, das sie sich weiter auf rechte Antisemiten konzentrieren werden. „Es ist immer möglich eine Statistik anzuführen, die linken Antisemitismus irrelevant oder marginal erscheinen lässt“, erklärte Jonathan Greenblatt von der ADL. „Die Tatsache, dass linker Antisemitismus die Atmosphäre füttert, in der es akzeptable wird gegen Juden zu zielen und dass dort, wo ‚Antizionismus‘ seine Kopf erhebt, das auch der Antisemitismus tut – es gibt Möglichkeiten das in unserer Rhetorik, Berichten und Politikempfehlungen auszulssen. Linke Gruppen tragen an Universitäten zu Antisemitismus bei? Kein Problem – nutzt einfach den Einfluss unserer Medien, um die Aufmerksamkeit stattdessen auf rechte Agitatoren zu lenken. Demokraten müssen sich da keine Sorgen machen.“