Waffenstillstand? (2.2.)

Aha, jetzt wissen wir’s: Der Hamas-Waffenstillstand ist nicht offiziell, also muss Israel weiter Raketen auf sich niedergehen lassen. Schließlich ist die Hamas noch nicht so weit!

Montag: Gegen 11.30 Uhr schlägt ein Mörser aus dem Gazastreifen kommend bei Eshkol ein.

Die Hamas verkündet, dass drei PalAraber nach einem israelischen Angriff auf dein Auto verletzt sind; ein Terrorist erliegt bald darauf seinen Wunden; die Terroristen in dem angegriffenen Auto waren die Schützen des morgendlichen Mörsers.

Bei Nablus/Schechem haben IDF-Soldaten eine startbereite Qassam-Rakete gefunden und entschärft.

Am Nachmittag schreibt Ha’aretz, dass nach Angaben eines Hamas-Vertreters Israels Bedingungen für einen (längeren) Waffenstillstand die ägyptischen Vermittlungsbemühungen kippten. Aussie Dave vermutet, dass der Begriff „Feuer einstellen“ das ist, was die Hamas so unvernünftig findet.

Am Morgen haben Soldaten beim Berg Hebron einen Terroristen erschossen, womit anscheinend ein großer Terroranschlag verhindert wurde.

Am Nachmittag fliegt wieder eine Rakete; es ist nicht ganz klar, wo sie einschlägt, aber anscheinend hat sie nur Sachschaden angerichtet.

Gegen 19.30 Uhr schlägt ein Mörser im Negev ein.

Die verhungernden Gaza-Bewohner konnte man in einem YouTube-Video sehen, das interessanterweise bald nach seinem Erscheinen gelöscht wurde. Die Bilder finden sich trotzdem noch, nämlich hier. (Später ist es wieder aufgetaucht; der Macher wollte wohl Musik hinzufügen.)

Die Fatah hat eine Liste mit den Namen von 181 Personen veröffentlicht, die ihrer Behauptung nach von der Hamas umgebracht oder verstümmelt worden sind.

Unsere Medien berichten über die 17 Raketen- und Mörsereinschläge in Israel etwas unvollkommen – und natürlich nicht mit „Terroristen schießen“, sondern mit „Israel droht“. Ach, was sind unsere Qualitätsmedien doch sooooo unparteiisch! Übrigens: Was wäre jetzt eigentlich eine „proportionale“ Antwort? Müssten nicht vier Raketen und 13 Mörser blindlings nach Gaza geschossen werden? Statt dessen hat die Luftwaffe sechs Schmuggeltunnel und einen Hamas-Posten beschossen.

Eine interessante Frage: Nachdem die UNO inzwischen zugibt, dass die Israelis die viel berichtete Schule nicht beschossen haben (was in den Medien und in den Lauthals-Verlautbarungen keinen sonderlichen Widerhall fand), wird sie sich für ihre falschen Anschuldigungen entschuldigen? Wohl kaum, wie man den Äußerungen von UNRWA-Heuchler John Ging entnehmen kann: Das mache keinen Unterschied, behauptet er. „41 unschuldige Menschen wurden auf der Straße getötet… Der Staat Israel muss das immer noch beantworten.“ Für die Hamas und ihre Strategie der Kampfführung zur Maximierung ziviler Opfer vor allem auch auf der eigenen Seite hat Ging keine kritischen Worte.

Wenn man richtig fiese Nachbarn hat

Wir haben hier einen schönen November-Freitag – sonnig, warm, blauer Himmel, milde Brisen. Und der vierte Tag in Folge mit terroristischem Raketenfeuer aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen auf zivile israelische Ziele.

Fünf Raketen schlugen seit dem heutigen Morgengrauen in Israel ein [der Beitrag wurde gegen 14.30 Uhr eingestellt]. Zwei gingen in Sderot nieder, drei in der Negev-Wüste. Die Al Quds-Brigaden, teil der Terrorgruppe Islamischer Jihad, gab die übliche die Muskeln spielen lassende, vor Hormonen triefende Presseerklärung aus, mit der sie die Verantwortung für sich beanspruchten. In der Zwischenzeit sind die Eltern israelischer Schulkinder von den Behörden aufgefordert worden wachsam zu bleiben – was immer das heißt.

Gestern, am Donnerstag, wurden vier weitere Qassam-Raketen nach Israel geschossen. Und seit dem letzten Dienstag haben palästinensisch-arabische Terroristen nicht weniger als 50 Raketen nach Israel geschossen. Eine davon landete nahe der Neot-Grundschule in Aschkelon, wo 700 Kinder sich auf eine Luftangriffs-Übung vorbereiteten, die einen realeren Charakter annahm und das nicht zum ersten Mal. Kinder, die von der Sirene in Angst versetzt wurden, wurden kurz darauf von ihren Eltern eingesammelt.

Sagen wir „in Angst versetzt“? Unsere Gesellschaft ist keine, die ohne Grund zittert. Sehen Sie sich die folgenden Grafiken an, die zusammenfassen, wie es ist in einer Nachbarschaft zu leben, wo die Barbaren ohne jegliche Zurückhaltung agieren und das weit gehend ohne jegliche Aufmerksamkeit von Medien oder Regierung außer seitens der Israelis. (Daten mit freundlicher Genehmigung von hier.)

Raketen, die während der vergangenen 12 Monate von Gaza-Terroristen nach Israel geschossen wurden.

Mörser, die seit Oktober 2007 nach Israel geschossen wurden.

Israelische Opfer – Opfer der Raketen und Mörser der Hamas nur in den letzten zwölf Monaten und nur in den Orten und Städten, die in der Nähe des von der Hamas kontrollierten Region Gaza liegen [lila=Verletzte, grün=Tote].

Die Diagramme oben wurden vor dem wilden Feuern dieser Woche erstellt. Welches Land mit Selbstachtung – außer Israel – würde jemals diese Art unbarmherziger Attacken auf seine Zivilbevölkerung ohne Flächenbombardement auf die terroristischen Täter in ihrem Schlangennest-Festungen hinnehmen?

Mehr Tod, mehr Schmerz im südlichen Israel

This Ongoing War, 29. Februar 2008

Die palästinensisch-arabischen Jihadisten im Gazastreifen beschäftigen sich gestern selbst für ihre Standards mit einer Orgie von Terrorangriffen. Mehr als 50 Raketen wurden Mittwoch aus dem Gazastreifen ins südliche Israel geschossen. Eine traf das bis dahin nicht betroffene Sapir College, eine Bildungsinstitution in der Nähe von Sderot und tötete dort einen Studenten, den vierfachen Vater Roni Yechiah.

Eine der anderen Raketen explodierte auf dem Grundstück des Barzilai-Krankenhauses in Aschkelon, als die Belegschaft gerade mitten in der Versorgung eines Stroms von Verwundeten der Angriffe bei Sderot beschäftigt war.

Sagen wir es klar und deutlich: Das ist Krieg. (Klingt offensichtlich? Nicht für alle. Lesen Sie weiter.)

Im heutigen Wall Street Journal schreibt Bret Stephens, dass Israel von fast jeder internationalen Körperschaft und Regierung gedrängt wird, seine Antwort auf die mörderischen Angriffe zu der Terroristen einzuschränken – auf etwas „verhältnismäßiges“.

Was heißt das? Lässt sich „Verhältnismäßigkeit“ auf die Absicht derer anwenden, die die Qassams abschießen – nämlich den wahllosen Terror gegen die Zivilbevölkerung? In diesem Fall würde eine „verhältnismäßige“ israelische Antwort vielleicht beinhalten, dass 2.500 Artilleriegranaten zufällig auf zivile Ziele im Gazastreifen geschossen würden. Oder sollte Verhältnismäßigkeit auf die Auswirkungen der Qassams angewandt werden – eine genauestens kalibrierte, Auge-um-Auge-Operation, bei der ein Dutzend Palästinenser getötet und die absichtliche Verstümmelung oder Traumatisierung einiger hundert mehr vorgenommen wird? Sicher ist das nicht das, was die Vertreter der Verhältnismäßigkeit im Sinn haben. Was sie wirklich meinen: dass Israel mit Moderatheit antworten sollte. Aber die Kriterien für Moderatheit sind subjektiv. Sollte Israel Hamas-Führer aussuchen, die die Raketenangriffe befehlen? Das Europaparlament hat letzte Woche eine Resolution verabschiedet, die genau diese Praxis der gezielten Tötungen verurteilt. Sollte Israel rein wirtschaftliche Maßnahmen durchführen, um die Hamas für die Qassams zu bestrafen? Dieselbe Resolution verurteilte das, was sie Israels „Kollektivbestrafung“ der Palästinenser nennt. Sollte Israel versuchen die Qassams durch begrenzte militärische Vorstöße auszuhebeln? Auch das hat den unverzeihlichen Effekt als Ergebnis zu viele palästinensische Opfer zu haben, die als „unverhältnismäßig“ zur Anzahl von Qassams verwundeter Israelis gewertet werden. Angesichts dessen hat Israels angenommenes Recht auf Selbstverteidigung praktisch keine Anwendungsmöglichkeit, was den Gazastreifen angeht. Statt dessen wird Israel der Rat erteilt Waren frei in den Streifen fließen zu lassen und mit der Hamas eine Feuereinstellung auszuhandeln.

Es lohnt sich den ganzen Artikel von Bret Stephen zu lesen: The Sderot Calculus (Die Sderot-Rechnung).

Heute forderte US-Außenministerin Condoleezza Rice in Tokio ein Ende der jihadistischen Raketenangriffe auf Israel. Aber in der wirklichen Welt kann sich niemand vorstellen, dass das passieren wird und tatsächlich gab es heut Morgen mehrere Runden Raketenfeuer auf Israel (es ist noch nicht einmal Mittag). Zu den heutigen Opfern gehören der Leibwächter des israelischen Ministers für öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, der in der Nähe einer Stelle von Splittern verletzt wurde, an der einige der Raketen von gestern einschlugen.

Lassen Sie es uns klar und deutlich sagen: Das wird weiter gehen, bis es von unserer Seite mit Nachdruck beendet wird.