Das Oslo-Syndrom: Der Irrglaube eines belagerten Volkes

Kenneth Levin, Middle East Forum, 26. September 2005

Ausgerechnet am Abend des Handschlags zwischen Yitzhak Rabin und Yassir Arafat auf dem Rasen des Weißen Hauses im September 1993 ging Letzterer ins jordanische Fernsehen und sagte seiner Anhängerschaft, dass sie die Oslo-Vereinbarungen als die erste Phase des Stufenplans verstehen sollte, den die PLO 1974 ausgearbeitet hatte und dessen Endziel die Vernichtung Israels ist. Arafat wiederholte seine Aussage mindestens ein Dutzend Mal während der ersten Monate von Oslo. Warum bestand Israel auf dem Oslo-Prozess, obwohl es nach Arafats Ankunft in den Gebieten im Juli 1994 die schlimmsten Terroranschläge seiner Geschichte erlebte?

Der Oslo-Prozess hätte am Ende einen echten Frieden zwischen den Arabern und Israelis erreichen sollen; statt dessen ergab sich daraus der schlimmste Terror, den Israel je erlebt hat. Wir müssen fragen, warum das so ist. Warum ging Israel vielfache Vereinbarungen mit Arafat ein, obwohl er offen erklärte, dass sein Ziel die Auslöschung Israels sei?

Nach Angaben von Ari Shavit, der für Ha’aretz schreibt, waren aufgeklärte Israelis während der Oslo-Vereinbarungen von einer messianischen Idee beeinflusst – sie glaubten, dass das Ende des alten Nahen Ostens, das Ende der Geschichte, das Ende der Kriege und das Ende von Konflikten nahe war. Sie täuschten sich selbst mit Wahnvorstellungen, so geblendet, dass sie einen Akt messianischer Trunkenheit begingen.

Um das Warum dieser Situation zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die Psychologie chronisch belagerter Bevölkerungen werfen. Fast unvermeidlich gibt es Teile der Bevölkerung, die die Anklagen der Belagerer in der Hoffnung akzeptieren, dass sie damit Erlösung und Frieden gewinnen können. Das ist eine psychologische Antwort auf das Belagert werden und die Juden sind seit 2000 Jahren belagert worden. Max Nordau schrieb vor mehr als 100 Jahren, dass der größte Erfolg der Antisemiten war, dass sie die Juden dazu gebracht hatten sich selbst durch antisemitische Augen zu sehen. Nordau sah die Idee eines jüdischen Staates als Zuflucht für alle Juden, ungeachtet ihrer politischen Ansichten, Sprache oder Nationalität.

In den 1920-ern und 1930-ern wurde in der zionistischen Bewegung der „neue Jude“ als säkularer Sozialist entworfen, ohne die Ausstattung, die die weitere nichtjüdische Welt erzürnte. Deutsche jüdische Intellektuelle wie Martin Buber setzen ihre Missbilligung in moralische Begriffe und argumentierten, dass Juden sich über die Notwendigkeit eines Staates hinaus bewegt hätten, waren aber auch besorgt, dass sie ihre neu erworbenen Nationalitäten verlieren könnten, wenn ein jüdischer Staat gegründet würde.

Seit der Gründung des jüdischen Staates bis 1977 wurde Israel von sozialistischen Zionisten geführt. Das änderte sich 1977, als erstmals eine nicht sozialistische Regierung gewählt wurde. Von 1977 bis 1992 begann die Wählerschaft der Arbeitspartei die Idee zu akzeptieren, dass, wenn Israel sich auf die Linien von 1967 zurückzog, die Araber ihnen erlauben würde in Frieden zu existieren. Die Bewegung der neuen Historiker unterstützte ebenfalls die Idee, dass Israel, um Frieden zu erreichen, seine Schuld anerkennen und einem Rückzug zustimmen müsse. Mehr noch: Sie bot die Sichtweise an, das Israel die Hauptverantwortung für den Hass trug, mit dem es von seinen Nachbarn gesehen wurde. Die pro-zionistische Bewegung argumentierte, dass Israel zu jüdisch sei und dass es das Rückkehrgesetz aufgeben und die Flagge und die Nationalhymne ändern müsse, weil diese den Arabern gegenüber unfair seien.

Innerhalb eines Jahres nach den Wahlen von 1992 hatte die Arbeitspartei einige dieser Ideen akzeptiert. Trotzdem ging die „Friedensbewegung“ gegen Premierminister Yitzhak Rabin auf die Straße, mit dem Argument, dass er nicht schnell genug Zugeständnisse machte. Diese Bewegung machte weiter Druck, mehr Konzessionen zu machen, trotz Arafats Äußerungen, dass dies die erste Phase im Plan zum Auslöschen Israels sei und trotz der Terroranschläge, die gegen Israel verübt wurden.

Die Koalition der Arbeitspartei wurde 1996 geschlagen, als Benjamin Netanyahu zum Premierminister gewählt wurde. In seinen drei Jahren als Kopf der Regierung war Netanyahus Ton weniger konziliant, aber er setzte die Führung einer Reihe von Verhandlungen fort, die auf dem Prinzip der israelischen Zugeständnisse im Austausch für palästinensische Zusicherungen gründete. Die Terroranschläge nahmen nicht ab.

Ehud Barak und eine von der Arbeitspartei geführte Koalition folgten 1999 Netanyahu nach. Baraks Ansatz war rhetorisch und praktisch dem von Rabin gleich, dessen Nachfolger er zu sein schien. Eine Serie intensiver Verhandlungen wurde unternommen, so z.B. in Scharm el-Scheikh, aber mit jedem Schritt kamen die Anschläge häufiger und schrecklicher.

Der Barak-Ansatz der Hinzufügung schrittweiser Zugeständnisse schlug furchtbar fehl. Im September 2000, als Arafat seinen Terrorkrieg gegen Israel begann, wurde einem zunehmenden Prozentsatz der Bevölkerung Israels klar, dass weder Rückzug noch Zugeständnisse ihnen den Frieden bringen würden, den sie so ernsthaft wünschten. Der Prozess kulminierte Anfang 2001 in der Wahl Ariel Scharons zum Premierminister. Der folgende Terrorkrieg und die Schlacht in Jenin überzeugten viele in der israelischen Öffentlichkeit, dass Zugeständnisse ein Auslaufmodell waren.

Obwohl es fast 60 Jahre belagert wird, hat Israel eine freie, Leben sprühende und kreative Gesellschaft geschaffen. Die Frage ist, ob Israel weiter fördern kann, was es als Mittel für echten Wandel in der arabischen Welt aufgebaut hat, oder ob die Israelis bei ihrer Suche nach wahrem Frieden weiterhin nach Täuschungen von Frieden greifen, die alles bedrohen, was sie geschaffen haben?

Advertisements

Video: Arbeitspartei – Gaza in Wahlkampfwerbung von 1992

Aaron Lerner, IMRA, Nov. 24, 2012

Der Likud verlor die Wahlen von 1992 zum Teil wegen einer Serie von Messerangriffen.

Damals waren Messerangriffe die vorherrschende Form arabischen Terrors.

Fürwahr, die Wahlwerbung lag richtig.

Die Arbeitspartei sagte, sie werde die Messerstecher beseitigen.

Die siegreiche Arbeitspartei ersetzte – über Oslo – die Messer durch automatische Gewehre und Raketen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (27.12.10-02.01.11)

Montag, 27.12.2010:

Ägypten leugnet, dass der Sinai ein Ausgangspunkt für (Hamas-)Terror gegen Israel ist. Das haben sie aber auch damals bei den Raketen auf Eilat und Akaba behauptet…

Anerkennungs-Quatsch:
Paraguay soll nach pal-arabischen Angaben ebenfalls bereit sein den nicht existenten Palästinenserstaat anzuerkennen. Es hat dazu ein Ultimatum gesetzt (Frühjahr 2011).

Dienstag, 28.12.2010:

Verhandlungs-Heckmeck:
– Sie wollen immer alles, auf einmal und ohne Kompromisse: Nabil Abu Rudeina, Sprecher von „Präsident“ Abbas, verkündete, dass die Terrorchefs keine Zwischenlösungen akzeptieren. Vor allem bezüglich der „Flüchtlinge“ und Jerusalems sei das inakzeptabel, weil die bei Zwischenlösungen nicht berücksichtigt würden.

Mittwoch, 29.12.2010:

Linke Gruppen (in Israel) haben einen „Vorschlag“ (na ja: eine Forderung), angesichts derer Ben Gurion im Grab rotieren dürfte: Der Negev solle für die Araber reserviert werden, wenn die als Flüchtlinge ihr „Rückkehrrecht“ ausüben werden. Doppeltes Problem: 1) Warum sollen die nicht in ein „Palästina“  zurückkehren, sondern den jüdischen Staat überschwemmen? 2) Die Araber werden damit nicht zufrieden sein, weil sie „in ihre Häuser“ zurück wollen, nicht in den Negev! Wie verblödet sind diese Vollhonks eigentlich?

Anerkennungs-Heckmeck:
Saeb Erekat bestreitet jetzt auf einmal, dass die PA die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch die UNO anstrebt. (Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln…)
US-Außenamtssprecher Toner sagte, die USA würden einem Antrag auf Anerkennung eines Palästinenserstaates und Verurteilung der israelischen Siedlungen widersprechen. Ein US-Veto sei derzeit „hypothetisch möglich“.

Donnerstag, 30.12.2010:

Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren ist die Zahl der israelischen Terror-Todesopfer im einstelligen Bereich: 2010 wurden bei fast 800 Terroranschlägen 9 Menschen in Israel von Terroristen getötet (2009 waren es 15). Zu Beginn des Jahrzehnts waren es Hunderte.
Die gute Nachricht gilt aber nur, wenn man die (israelischen) Opfer der Operation Cast Lead einschließt. Ohne diese gab es 2009 weniger Todesopfer als 2010. Die Zahl der Anschläge mit Sprengstoff stieg, außerdem wurden die israelischen Araber aktiver.

Anerkennungs-/Verhandlungs-/PalAraber-Heckmeck:
Die PA kündigte an, „in den nächsten Tagen“ bei der UNO zu beantragen, dass die israelischen Gemeinden in Judäa und Samaria sowie Stadtviertel in Jerusalem für illegal erklärt werden und ein Baustopp gefordert wird.

Freitag, 31.12.2010:

Ein Palästinenserführer im Libanon sagte auf einer „Kundgebung“, die Palästinensergruppen sollten eine einheitliche Front gegen die israelische Aggression zeigen. In einem Flüchtlingslager, in dem die Hamas und die Fatah ihre Territorien eng abgesteckt haben. Vielleicht sollten sie erst einmal gegen die Diskriminierungen durch den Libanon protestieren…

Samstag, 01.01.2011:

Die PalAraber behaupten, die Krawalle bei Bilin am Freitag seien friedlich und gewaltfrei gewesen. Die IDF hat Fotos, die das Gegenteil belegen.

Der moderate Friedensengel Mahmud Abbas hielt im Fernsehen eine große Rede anlässlich „des 46. Jahrestages des Beginns der Revolution“ – was nicht etwa die Gründung seiner Terrortruppe war, sondern der erste Versuch der Fatah einen Terroranschlag gegen Israel zu verüben. Frieden als Ziel?

Die Araber in Ramallah behaupten, die gestern durch Tränengas verletzte Randaliererin seit im Krankenhaus gestorben; dem stehen Berichte entgegen, dass sie leicht verletzt entlasse wurde und später Zuhause starb. Natürlich wird jetzt von den Terroristen gefordert, Israel müsse gezwungen werden kein Tränengas mehr zu benutzen. Und unter „Kriegsverbrechen“ lässt Saeb Erekat die Juden damit natürlich nicht davonkommen. Das ist Mahmud Abbas schon sehr „moderat“, auch wenn er schrill von einem „neuen israelischen Verbrechen“ krakeelt.

Friedensgespräche-Heckmeck:
Eine kuwaitische Zeitung berichtet, Washington stehe in geheimen Verhandlungen mit Syrien wegen möglicher Verhandlungen mit Israel. Dennis Ross attestiert den Syrern eine nie da gewesene Bereitschaft sich vom Iran zu distanzieren, die Beziehungen zu Hamas und Hisbollah abzukühlen und mit den USA im Krieg gegen den Terror zu kooperieren. Träum weiter, Vollidiot!

Sonntag, 02.01.2010:

Die PA verurteilte die „israelische Eskalation“, nachdem in den letzten 24 Stunden zwei weitere Araber in der Westbank umkamen (das sollen wohl die Krawall-Tante von Bilin und der verhinderte Soldatenmörder sein). Die israelische Eskalation solle jede Hoffnung auf Frieden zerstören. Die Internationale Gemeinschaft wurde aufgefordert Schritte gegen diese „gefährliche Eskalation“ zu unternehmen. Der effektivste Schritt wäre, die Terroristen aus dem Land zu entfernen.

In einem Kommuniqué der Fatah anlässlich des 46. Jahrestages ihres ersten Terroranschlags gelobt die Fatah ihren Kampf für das „Rückkehrrecht“ und um die heiligen Stätten usw. fortzusetzen. Sie drückte ihre Zufriedenheit bezüglich ihrer Erfolge bei der Entwicklung neuer Formen des Volkswiderstands und der Verwandlung der Keffiyeh in ein nationales, arabisches und globales Widerstandssymbol aus. Alles natürlich ganz friedlich, der Widerstand mit Bomben und Morden usw…

Verhandlungs-/Anerkennungs-Heckmeck:
Avoda-Minister Ben-Eliezer fordert, dass seine Partei dem Premierminister ein Ultimatum stellt: Wenn es keine Fortschritte bezüglich der Verhandlungen mit den Palästinensern gibt, muss die Partei die Regierungskoalition verlassen.
Premierminister Netanyahu forderte Mahmud Abbas zu einem Treffen eins-zu-eins auf, bis eine Einigung erzielt sei.
Die PA verkündete, das Chile und Uruguay die Absicht haben einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 anzuerkennen, Paraguay ebenso (hm, Uruguay und Paraguay waren neulich schon dabei…); außerdem wird erwartet, dass eine palästinensische Botschaft in Ecuador eröffnet werden kann.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Zeit, Rabin loszulassen

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 3. November 2010

Die jährliche Wiederkehr des Todes Rabins ist schon lange nicht mehr als ein trauriges Schauspiel. Sie ist eine Bühne für Linksaußen-Politiker, die im übrigen völlig irrelevant geworden sind, um wegen Frieden zu posieren und eine Chance dafür, dass die linken Medien atemlos Skandale über „Rechtsgerichtete“ ausgraben, die den geheiligten Tag des Todes Rabins nicht respektieren. Das ist die armselige Art und Weise, wie Israels degenerierende linke Elite ihre Zeit verschwendet – für hohle Reden über Frieden und wütende Artikel, die die fehlende Anerkennung ihres Personenkults beklagen.

Als Verkörperung der Irrelevanz der Linken schleppte sich der jetzt 89-jährige Peres hinüber zum Rabin-Platz in Tel Aviv, um zu erklären: „Wir sind entschlossener als die Feinde des Friedens und deshalb werden wir siegen.“ 1996, als die Linke die „Feinde des Friedens“ brandmarkte, meinten sie Netanyahu. Jetzt ist Netanyahu wieder im Amt und man kann das Los werfen, ob Peres ihn meint oder Lieberman oder die Hamas. Heute glauben wenige außerhalb der radikalen Linken überhaupt, dass das einzige Hindernis für den Frieden die israelischen Konservativen und Nationalisten sind. Die armseligen paar Tausend, die auf den Rabin-Platz trotteten, dokumentieren das.

18 Jahre, nachdem die Linke Israel illegal die Friedens-Zeitverschwendung aufdrängte, klingt ihr Gerede armselig hohl. „Sei haben nicht gewonnen und sie werden nicht gewinnen und uns unseren einzigen Besitz wegfangen. Ein Besitz, der unbezahlbar ist… Dieser teure Besitz heißt Hoffnung, er heißt Hoffnung“, deklamierte Peres. Es hat in dem Land seit langer Zeit keinen Frieden gegeben. Und für die meisten Israelis ist der kostbarste Besitz nicht der Mythos des Friedens, sondern ihr Haus, ihre Familie im Land Israel – die die Linke in ihrem fiebrigen Streben nach Frieden in Gefahr gebracht hat.

Neben der Denunzierung israelische Fernsehkanäle, weil die sich weigerten die Veranstaltung live zu übertragen, aus dem rationalen Grund, dass sie derzeit niemand sehen will, haben die Medien einen weiteren künstlich fabrizierten Skandal zusammengeschustert. Darin wir die Studentenvereinigung der Bar Ilan-Universität beschuldigt, weil sie es wagte zur Eröffnung des Studienjahres eine Party zu geben, am Datum der Ermordung nach dem gregorianischen Kalender. Klar, diese Rechtsgerichteten schmeißen eine Party, um sich über Rabins Tod an einem Kalendertag lustig zu machen, der nicht einmal für den Jahrestag genutzt wird. Der nächste Schritt besteht wahrscheinlich darin herauszufinden, was die Studenten der Bar Ilan am Jahrestag des Todes Rabins im chinesischen Kalender tun werden. Und dann geht es weiter zum aztekischen Kalender.

So wie Verschwörungstheoretiker nichts mehr lieben als Zusammenhänge zwischen der Ermordung Kennedys und Howard Hunt herzustellen, ist jede Erwähnung der Bar Ilan für die israelische Linke ein pawlowscher Pfiff, mit dem Yigal Amir mit der Bar Ilan und jedem rechts von ihnen selbst gleichgestellt wird. „Die Feinde des Friedens.“ Diejenigen, die Rabin töteten und dann auf sein Grab spuckten. Doch seitdem sind Premierminister von allen Seiten gekommen und gegangen. Rabins alte Arbeitspartei ist nur noch eine Hülle ihres alten Selbst. Kein Premierminister der Arbeitspartei oder der Kadima war in der Lage den Gordischen Knoten des Terrorstaates zu entwirren, den Rabin und Peres in die Grenzen Israels importierten.

Die israelische Linke ist inzwischen zerstückelt. Die radikale Linke nimmt die Frage der Verhandlungen nicht länger ernst. Stattdessen sind sie zu vollem Verrat übergegangen. Ihre Vorbilder sind Tali Fahima und Anat Kam. Sie arbeiten für NGOs oder Aktivistengruppen, die von der EU oder George Soros finanziert werden. Sie schwenken kommunistische Flaggen und leben Brände in Weinbergen jüdischer Bauern. Sie drängen Soldaten, sich der Wehrpflicht zu entziehen und machen Geheiminformationen öffentlich. Sei schmuggeln potenzielle Terroristen in ihren Autos nach Israel. Sie unterstützen internationale Boykotte gegen Israel.

Sie befinden sich inzwischen jenseits des politischen Prozesses und statt den Staat zu nutzen, um Frieden herbeizuführen, versuchen sie Israel zu vernichten. In Rabins Erbe gibt es nichts davon. Und während einige von ihnen sich auf dem Kikar Rabin zeigen, haben sie wenig für die alten Linken übrig, die immer noch Israels Existenz in irgendeiner Form behalten wollen. Die neue israelische Linke ist nicht nur radikal, sie postisraelisch. Sie freut sich auf die Abschaffung des Staates. Ihre Gelder kommen aus dem Ausland. Ihre Reihen bestehen aus den fanatischen, den verblendeten und bezahlten Verrätern.

Die Linke, die eher dem Mainstream angehört, findet sich als isoliert und irrelevant wieder. Peres‘ Fantasien eines Neuen Nahen Ostens erscheinen in einer Umgebung armselig kindisch, in der Israel mehr als je zuvor gehasst wird und der einzig mögliche Frieden mit hohen Mauern und fortschrittlichen Waffensystem erzielt werden kann. Yossi Sarid gibt trauernd zu, dass der Rabin-Tag eine schlechte Idee war und verurteilt Peres und den Rest der Linken dafür Rabins „Traum“ im aufgegeben zu haben. Die Wahrheit ist allerdings, dass es nie einen Traum gab.

Die unschöne Wahrheit ist: Die Arbeitspartei war bereits zu Rabins Zeiten scheintot. Sie war zur Partei der Korruption ohne neue Ideen geworden. Während der Likud für wirtschaftliche Reformen und nationale Sicherheit eintrat, war die Avoda todgeweiht und irrelevant geworden. Als nochmal eine Chance auf die Macht kam, machten Rabin und Peres unter dem amerikanischen Druck dienernd eine Kehrtwende und verhandelten mit der PLO eine Art visionäre Errungenschaft. Sie begrüßten die Ideen der Linksextremen, schüttelten der PLO die Hände und zerstörten Israel.

Peres mag ein wahrer Gläubiger gewesen sein, aber Rabin war der Pragmatist. Er war bereit sich als Friedensheld Ständchen bringen zu lassen, aber sein Ziel war es nur, den Konflikt dadurch zu beenden, dass den Terroristen ein Autonomiegebiet geboten wurde. Und wenn dieses pragmatische Ziel auch dazu diente die Arbeitspartei als „Friedenspartei“ neu zu erfinden, ihre Basis zu aktivieren und ihr wieder Bedeutung zu geben – um so besser. Und das beste überhaupt: Die amerikanische Unterstützung würde die Arbeitspartei an der Macht halten.

Amerika zu trotzen hatte Shamir und Israels konservative Likud-Partei gestürzt. Der Druck mit der PLO zu verhandeln, war stetig gestiegen. Hätte Rabin sich dem widersetzt, wäre Arafat in Obskurität auf Zypern gestorben und der Terrorismus wäre eine kleine Fußnote in einem ansonsten friedlichen Israel gewesen. Stattdessen machte Rabin den Fehler sich dem Druck zu ergeben. Er schüttelte Clinton und Arafat die Hand. Und als er ermordet wurde, nutzten Clinton und Peres seinen Namen zynisch aus, um eine Politik zu fördern, der er bestenfalls skeptisch gegenüber stand.

Rabin und Peres waren das Schwanzende eines sozialistischen politischen Establishments, das sich Israel als persönlichen Jungs-Club vorstellte. Die Arbeitspartei war nie in der Lage ihre schmalbrüstige Sphäre der säkularen aschkenasischen Sozialisten irgendjemandem draußen zu vermitteln. Und selbst heute sind ihre Medienorgane wie Haaretz bitterlich außerstande sich mit einem Land zu versöhnen, das religiöser, sefardischer und eingewanderter ist. Die Jungs-Club simmert immer noch mit Hass gegen die „groß Ungewaschenen“, die Sefardim, die Siedler, die Haredim, die Russen, die Anglos und den ganzen Rest, der ihnen ihr utopisches sozialistisches Paradies genommen haben.

Die Linke hat das Land verloren, aber sie wollen einen mörderischen Todesgriff auf der Justiz, den Medien, den Universitäten und den Literaturzirkeln behalten, wo Type wie Amos Oz dafür gefeiert werden, dass sie ihren Spleen auf jeden ablassen, der aus dem Land etwas mehr als ein Café auf der Dizengoff-Straße machen wollen. Die alte Linke ist in Israel irrelevant geworden. Die neue Linke ist zu Monstern geworden, losgelöst vom Land, konzentriert auf seine Vernichtung. Die alte Linke könnte sie stoppen, aber sie entscheidet sich nicht länger dazu. Sie hat nur ihren Hass, den sie jetzt nähren kann. Ihre alten und zerbrochenen Träume.

„Niemand kann mit der Arbeitspartei bezüglich Intensität und Hass konkurrieren. Manchmal verdecken sie das mit akademischen, literarischen oder philosophischen Verkleidungen, aber es ist immer derselbe Hass, der durch ihre Venen fließt“, schrieb Eitan Haber schon 2001. Der Hass ist seitdem nur stärker geworden. Je kleiner die Arbeitspartei wurde, desto mehr wurde sie zu einer Schlangengrube. Sie ist eine Partei, deren Überbleibsel nur von ihren internen und externen Feindschaften geeint ist. Bei all dem Gerede über Frieden gibt es nicht einmal in ihren eigenen Reihen Frieden.

Die Linke hat keine Zukunft mehr. Nur ihre Vergangenheit. Und ihre Verbitterung über das, was hätte sein können. Rabin-Erinnerungen sind eine zynische politische List, in echte Trauer verwandelt – nicht um Rabin, den die meisten von ihnen von Peres abwärts hassten, sondern um ihre eigene Bedeutung. Um ihre Träume von einem pariserischen Israel, einem Land der Kaffehaus-Debatten und künstlerischen Darbeitungen, der Viertage-Arbeitswoche und dem Ende der Religion. Während die Gedenkreden die schwindenden Massen auffordern in die Zukunft zu sehen, können ihre Teilnehmer nur in die Vergangenheit blicken.

Israels politisches Establishment ist zwischen dem sanften konservativen Likud und den apolitischen Karrieristen der Kadima aufgeteilt, deren einzige politische Strategie darin besteht an die Macht zu kommen, indem sie tun, was immer Obama sagt, du dann durch amerikanische Unterstützung an der Macht zu bleiben. Kadima hat Rabins Strategie wörtlich genommen, während alles und jeder sonst missachtet wurde, außer einem unverhüllten Streben an die Macht zu kommen, um das Land auszuplündern. Anders als die anderen Parteien, die allgemein das Land im Namen von irgendetwas plündern, hat die Kadima die ultimative Selbstsucht erreicht. Ihre Korruptheit ist von Ideologie losgelöst. Sie wollen gewinnen, um zu gewinnen. Und welch besseren Ruf könnte es bezüglich des gesamten Konstrukts des Erbes Rabins geben als dass die einzige große „Pro-Frieden-Partei“ nicht länger mehr an was auch immer glaubt.

„Das Problem mit Israel ist, dass seine politisch Rechten große Trottel sind und seine politischen Linken absolut böse“, sagte einmal Präsident Chaim Herzog. Und fasst damit die Situation nur allzu gut zusammen. Die Rechte ist dumm und die Linke böse. Aber wo es einst das Böse spießbürgerlicher Tyrannen war, ist es jetzt das Böse abgesetzter Könige, die proklamieren: „Nach mir die Sintflut!“ Und welches bessere Motto könnte es je für den gesamten Friedenswahn geben, als eine lange Aufforderung zum „nach mir die Sintflut“.

Es ist an der Zeit, dass Israel Rabin loslässt, womit ich meine, dass es Zeit ist, dass die Linke ihn loslässt. Das Land selbst hat das längt getan. Nur die Verbitterten, die Realitätsfernen, hängen diesem Personenkult noch an. Ihren zerschlagenen Träumen, die auf katastrophaler Politik, schlechter Wirtschaftspolitik und einer kompletten Geringschätzung für die nationale Sicherheit des Landes gründeten. Die israelische Linke ist ein Synonym für Verrat geworden. Sie ist einmal mehr zum Instrument von Auslandsinteressen geworden, die das Land vernichten wollen. Um das hinter sich zu lassen, muss sie eine realistische Zukunft für Israel formulieren.

Die Linke überbietet sich beim Schuld zuschreiben. Ihre Identität ist gänzlich negativ geworden, mit ein paar Pinselstrichen idealistischen Geredes, die über eine hässliche Leinwand geworfen wurden. Aber statt mehr Hass zu ziehen, könnte es an der Zeit sein, dass die Linke vollständig und gänzlich zugibt, dass sie falsch lag. Dass ihr Geschacher idealistische Wurzeln gehabt haben könnte, aber auf einer Vision der Welt gründeten, die nicht existiert. Die Linke kontrolliert immer noch die Kultur, aber die Rechte hat den Streit vor langem gewonnen. Es ist an der Zeit Rabin und das leere Gerede von Frieden loszulassen und tatsächlich anzufangen nach der Zukunft des Staates Israel zu suchen.