Der Mythos des „Land für Frieden“

Die Verwendung des Ausdrucks „besetzte Palästinensergebiete“ ist ein unaufrichtiger Begriff, der die internationale Gemeinschaft täuscht

Eli E. Hertz, Israel National News, 14. April 2019

Israelis und Freunde des jüdischen Staats sind gleichermaßen an die nie endende Verachtung gewöhnt, mit der die Vereinten Nationen auf die einzige freie Demokratie des Nahen Ostens überhäufen, ungeachtet ihrer Sehnsucht nach Frieden mit ihren arabischen Nachbarn. Es mag daher unergründbar zu sein, dass es genau diese Institution [die UNO] war, die letztlich die Verantwortung für die Gründung des Staates Israel trug.

1917 gab Minister Arthur Balfour schlicht Großbritanniens Ansicht des Wohlwollens gegenüber „der Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdischer Volk in Palästina“ Ausdruck.

Dagegen ist das Mandat die multilateral bindende Vereinbarung, die die jüdischen juristischen Rechte sich überall im Palästina genannten geografischen Bereich niederzulassen festlegte, in dem Land zwischen Jordan und Mittelmeer – ein berechtigter Anspruch, der im Völkerrecht unverändert besteht.

Das Mandat war keine naive Vision, die die internationale Gemeinschaft sich kurzzeitig zueigen machte. Der gesamte Völkerbund – 51 Länder – erklärte am 24. Juli 1922 einstimmig: „In Anbetracht dessen, dass der historischen Verbindung des jüdischen Volks zu Palästina Anerkennung gezollt wird und zu den Gründen zur Wiederherstellung ihrer nationalen Heimstatt in diesem Land…“

Das Mandat unterscheidet eindeutig zwischen politischen Rechten bezüglich jüdischer Selbstbestimmung als eines entstehende Gemeinwesens – und bürgerlichen und religiösen Rechten mit Bezug auf Garantien gleicher persönlicher Freiheiten für nichtjüdische Einwohner als Individuen und innerhalb ausgewählter Gemeinden. Nicht ein einziges Mal werden Araber im Mandat für Palästina als Volk angeführt. Nirgendwo in dem Dokument werden Arabern politische Rechte gewährt.

Artikel 2 des Dokuments „Mandate for Palestine“ fordert das Land „unter derartige politische, administrative und wirtschaftlich Bedingungen zu stellen, die die Gründung der jüdischen nationalen Heimstatt sicherstellt, wie in der Präambel festgelegt und die Entwicklung autonomer Institutionen sowie Sicherung der Bürger- und religiösen Rechte aller Einwohner Palästinas ungeachtet von Rasse und Religion“.

Artikel 5 des „Mandate for Palestine“ erklärt eindeutig: „Die Mandatsmacht [Großbritannien] soll verantwortlich sein dafür zu sorgen, dass kein Palästina-Territorium an die Kontrolle der Regierung oder einer fremden Macht abgegeben oder verpachtet wird.“ Das Territorium Palästinas war ausschließlich für die jüdische nationale Heimstatt vorgesehen.

Artikel 6 des „Mandate for Palestine“ erklärt: „Die Verwaltung Palästinas soll, bei Sicherstellung, dass die Rechte und Stellung der anderen Teile der Bevölkerung nicht beeinträchtigt werden, jüdische Zuwanderung unter geeigneten Bedingungen fördern und soll, in Zusammenarbeit mit der auf in Artikel 4 verwiesenen Jewish Agency, dazu ermutigen, einschließlich auf Staatsland und Ödland, das nicht für öffentliche Zwecke benötigt wird.“

Entsprechend macht dieser Artikel deutlich, dass jüdische Siedlungen nicht nur zulässig sind, sondern dazu angespornt wurde. Jüdische Siedlungen in Judäa und Samaria (alias der „Westbank“) sind damit absolut legal. Die Verwendung des Ausdrucks „besetzte Palästinensergebiete“ ist ein arglistiger Begriff, der die internationale Gemeinschaft irreführt, während die palästinensischen Araber ermutigt werden alle Mittel zu nutzen um Israel anzugreifen, einschließlich des Einsatzes von Terrorismus.

Das Mandat wurde in der Folge von Artikel 80 der UNO-Charta geschützt, der die fortgesetzte Gültigkeit der allen Staaten oder Völkern gewährten Rechte und bereits bestehenden internationalen Instrumenten, einschließlich den vom Völkerbund beschlossenen, anerkennt. Der Internationale Gerichtshof hat durchweg anerkannt, dass das Mandat den Untergang des Völkerbundes überlebte.

Abgesehen von juristischen Argumenten ist es wert festzuhalten, dss die Araber nie einen Palästinenserstaat gründeten, als die UNO 1947 empfahl Palästina zu teilen und „einen arabischen und einen jüdischen Staat“ zu gründen – keine „Palästinenserstaat“, sollte angemerkt werden. Ebenso wenig erkannten die arabischen Länder während der zwei Jahrzehnte vor dem Sechstage-Krieg einen Palästinenserstaat an oder gründeten ihn, als die „Westbank“ unter jordanischer Kontrolle und der Gazastreifen unter ägyptischer Kontrolle stand. Die palästinensischen Araber schreien in diesen Jahren auch nicht nach Autonomie, Unabhängigkeit oder Selbstbestimmung.

Das politische Recht auf Selbstbestimmung in Form eines Staatswesen für Araber wurde vom Völkerbund in vier weiteren Mandaten garantiert: Libanon, Syrien, Irak und Transjordanien.

 

* Der Text des Mandatsbeschlusses des Völkerbunds findet sich hier (als PDF).

Hass-Karikaturen der Woche

Elder of Ziyon, 6. November 2017

Hier haben Sie einige der Karikaturen, die auf der Facebook-Seite der Fatah und weiteren Medien während der vergangenen Woche veröffentlicht wurden und die sich gegen die britische Premierministerin Theresa May richteten:

Die britische Regierung sollte aufhören unsere Katastrophe zu feiern“
zKindermörder – (man beachte die Schweineschnaute und den Totenkopf)

Ja, die  Fatah hat Theresa May zur Ehrenjüdin ernannt! (mehr bei PMW)

Christlicher Zionismus und die Balfour-Erklärung

Während es zweifelsohne Protestanten gibt, die den Zionismus als eine Ankündigung der Wiederkunft Jesu betrachten, sollten wir nicht alle Christen ablehnen, die Israel eifrig unterstützen.

Eli Kavon, Jerusalem Post, 21. Oktober 2017

Während wir uns dem hundertsten Jahrestag der Balfour-Erklärung nähern, ist ein Grund für die britische Anerkennung einer jüdischen Heimstatt am 2. November 1917 übersehen worden. Zwar schreiben viele Historiker die Balfour-Erklärung entweder Chaim Weizmanns Beitrag zu den Kriegsanstrengungen zu oder dem Versuch bei amerikanischen und russischen Juden Wohlwollen für den britischen Kampf zu schaffen, aber ein tiefgreifender Grund für die britische Anerkennung wurzelt in der Religion, insbesondere im protestantischen Christentum.

Die christlich-zionistische Bewegung wird heute von jüdischen Anstrengungen überschattet – verwurzelt in der Bibel, aber in einer modernen Bewegung zum Ausdruck gebracht – einen jüdischen Staat in Israel aufzubauen. Fakt ist: bereits im 17. Jahrhundert, dem modernen Zionismus um mehr als 100 Jahre vorausgehend, traten Christen für eine jüdische Rückkehr in das Land Israel ein und malten sich diese aus.

In seiner bahnbrechenden Studie des christlichen Zionismus betont Prof. Shalom Goldman den Einfluss der Religion auf die Erschaffung der Balfour-Erklärung. In „Zeal for Zion“ (2009) widerlegt Goldman den Mythos, dass nur ein paar wenige „gerechte Heiden“ das jüdische Ringen zru Gründung eines Staates unterstützten. Goldman schreibt:

„Bis ins späte 19. Jahrhundert waren die meisten Pläne für ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina christlich. Diesen Plänen ging die Vorstellung voraus, dass Palästina geografisch die uralte Heimat war, die den Juden ‚gehörte‘. Diese Auffassung wurzelte in einer biblischen Weltsicht, das von breiten Sektoren des Christentums beeinflusst war.
Es handelte sich um eine vormoderne Auffassung, die in die Moderne bestehen blieb und bis heute immer noch viele Christen beeinflusst, besonders, aber nicht ausschließlich in den Vereinigten Staaten.“

Es sollte nicht überraschen, dass christliche Zionisten in England großen Einfluss auf das Thema der Balfour-Erklärung hatten. Nach Angaben von Goldman beeinflussten die religiösen Überzeugungen von Außenminister Lord Arthur James Balfour „seine politischen Entscheidungen, insbesondere zur Frage einer jüdischen Rückkehr nach Palästina, von der er das Gefühl hatte, sie sei die Erfüllung biblischer Prophetie“. Die Erklärung Balfours, zugestellt an Lord Lionel Walter Rothschild, den nominellen Präsidenten der British Zionist Federation, war genauso sehr ein religiöses Dokument, wie es ein politisches war. „Die Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina“ verkörperte die christliche Überzeugung einer messianischen Wirklichkeit. Die Balfour-Erklärung war nicht einfach ein Dokument internationaler Diplomatie und Anerkennung jüdischer Ansprüche durch eine Großmacht.

Ich möchte mich auf einen der frühesten Fürsprecher einer jüdischen Rückkehr in das Land Israel konzentrieren. (Es gibt eine beeindruckende Liste christlicher Einzelpersonen und Bewegungen – in Joseph Adlers Restoring the Jew to their Homeland von 1997 – die die Vorläufer von Lord Balfour waren und der Unterstützung Israels bei amerikanischen Evangelikalen unserer Tage.) Holger Paulli (1644-1714) ist ein früher christlicher Zionist, dessen Leben rätselhaft und exzentrisch war. Nach dem Studium der Theologie machte er mit dem Sklavenhandel für die Westindischen Inseln ein Vermögen. Er durchlief als junger Mann eine mystische Erfahrung und erklärte sich zum König der Juden. Sein ultimatives Ziel war die Bekehrung aller Juden zum Christentum. Dann würde er „sein Volk“ in das Land Israel führen, was die Ankunft des Messias einleiten würde.

Paulli war erfolgreich. Lange vor Herzls diplomatischen Bemühungen und Treffen mit eruopäischen Führungskräften, um für den Zionismus zu werben schickte der Däne Paulli Abhandlungen mit seinen Ideen an König William III. von England und den Kronprinzen von Frankreich. Er sagte voraus, dass der Wiederaufbau Jerusalems 1720 stattfinden würde. Seine einzige Bedingung für die Rückkehr lautete, dass alle Juden getauft werden. Sein Untergang war seine Rückkehr nach Dänemark im Jahr 1706. Die dänischen Behörden wollten ihm nicht zugestehen, dass er der Messias sei, um unter der Bevölkerung von Kopenhagen keine Ärger zu erwecken und von diesen frühen christlichen Zionisten hörte man nie wieder.

Viele Juden von heute sind angesichts des Eifers amerikanischer Evangelikaler für den Staat Israel argwöhnisch. Während die Christen von heute nicht so sehr wie Holger Paulli auf Übertritt bestehen, bleibt ein Restzweifel. Für was warb Lord Balfour in seiner öffentlichen Erklärung? Gründete sein Glaube an die Erfüllung biblischer Prophetie auf der Idee, dass alle Juden getauft würden, sobald sie das Land Israel erreichten?

Mein Bauch und meine Studien der Geschichte sagen nein, wenn es zur Lage von heute kommt. Es gibt zwar keine Zweifel, dass Protestanten, die den Zionismus als Einleitung der Wiederkunft Jesu betrachten, doch wir sollten nicht alle Christen ablehnen, die Israel eifrig unterstützen. Ich glaube, dass es bei christlichen Unterstützern Israels echte Begeisterung gibt – die Menschen der hebräischen Bibel wandeln wieder in den Fußspuren von Jesaja, Jeremia und Judas Makkabäus. Freie Religionsausübung zu haben und dort entlang zugehen, wo Jesus ging, inspiriert diese Unterstützer. Wie immer die Motive von Lord Balfour aussahen, sein Handeln ermöglichte den Juden in die Familie der Nationen einzutreten und zurückzukehren um Israel so aufzubauen, wie es heute ist.

Die Palästinenser und 100 Jahre Balfour-Erklärung: Widerstand gegen den Frieden

Dr. Alex Joffe, BESA Center Perspective Papers Nr. 433, 26. März 2017

Die Balfour-Erklärung in der Times of London, 9. November 1917 (via Wikimedia Commons)

Kurzfassung: Zum 100. Jahr der Balfour-Erklärung haben die Palästinenser eine Kampagne gestartet, mit der sie eine offizielle britische Entschuldigung und Entschädigung ordern. Diese Bemühungen illustrieren die Art, wie Ehre, Internationalisierung, Symbolismus und Spiel mit westlichen Schuldgefühlen die palästinensische Kultur der Verweigerung formen, die Fortschritt hin auf einen stabilen Palästinenserstaat oder Frieden mit Israel behindern.

Ein bemerkenswerter Aspekt der palästinensischen Kultur ist ihr Widerstand gegen die Realitäten der Vergangenheit.

Am 22. September 2016 sprach PA-Präsident Mahmud Abbas vor der UNO. Er sagte: „100 Jahre sind vergangen, seit die berüchtigte Balfour-Erklärung abgegeben wurde, mit der Großbritannien ohne jegliches Recht dazu, ohne Befugnis oder Zustimmung von irgendjemandem das Land Palästina einem anderen Volk gab.“ Er fuhr mit der Forderung nach einer Entschuldigung von Großbritannien fort. Abbas hatte früher schon gedroht London wegen der Aus der Erklärung und der Gründung des Staates Israel entstandenen Schäden zu verklagen.

Dieser Sturm gegen die Vergangenheit zeigte sich auch gerade bei einer Konferenz am University College London, die britische Islamisten und revisionistische Israelis zusammenbrachte, die forderten, dass die britische Regierung sich für die Balfour-Erklärung entschuldigt; das ultimative Ziel besteht darin „die Illegalität des Staates Israel offenzulege, während man praktische Schritte im Kampf hin zu einer Beendigung der israelischen Besatzung Palästinas aufzeigt“.

Was sagen uns solche Bemühungen über palästinensische Kultur und die Friedensaussichten?

Die Balfour-Erklärung ist für Israelis wie Palästinenser ein einzigartiges Datum. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und der Zionistenbewegung gab der britische Außenminister Arthur Balfour am 2. November 1917 seine berühmte Erklärung aus. Balfours Brief an den Zionistenführer Lord Rothschild, in dem er darlegte, dass das Kabinett „die Gründung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk in Palästina mit Wohlwollen“ betrachtet, war nur eine in einer Reihe britischer Kriegsmitteilungen zum Schicksal der Levante. Die Korrespondenz zwischen dem britischen Hochkommissar für Ägypten, Sir Henry, McMahon, und Hussein Ibn Said, dem Scherif von Mekka, sowie die geheime anglo-französische Vereinbarung zwischen Sir Mark Sykes und Charles Georges-Picot waren nicht weniger folgenreich für die Formung des zeitgenössischen Nahen Ostens.

Die Araber brauchten einige Zeit, bis sie ihre Opposition gegen die Erklärung zu äußern. Der britische Bericht zu den Krawallen in Palästina 1921 stellte fest: „Der Bürgermeister von Tulkarem reden von der Balfour-Erklärung und ob er eine klarere Vorstellung ihrer Bedeutung hat als andere Leute oder nicht, er kann sicherlich seine Meinung darüber sehr bestimmt zum Ausdruck bringen.“ Palästinensische Einwände gegen Balfour werden vom Historiker Bayan al-Hut säuberlich zusammengefasst: „Das ist ein Kompromiss, der von jemandem gemacht wurde, der kein Recht hatte es denen zu geben, die kein Recht hatten es zu bekommen.“

Das britische Establishment selbst war geteilt und begann in den frühen 1920-er Jahren negativ auf den Zionismus und die Balfour-Erklärung zu reagieren. Das spiegelte die Verschmelzung des traditionellen Antisemitismus des Establishments mit seiner wachsenden Erkenntnis, dass das Mandat des Völkerbunds zur Durchsetzung der Balfour-Erklärung für ein vom Krieg ausgeblutetes und finanziell erschöpftes Empire eine unausführbare Belastung war. Diese Haltung wurde während der Mandatsjahre zum unausgesprochenen Strom unter der Oberfläche. Nach Angaben des palästinensischen Historikers Walid Khalidi ließ der britischee Beamter Blankinsopp, der geschäftsführende Distriktbeauftragte für Galiläa, jedes Jahr am 2. November eine „Anfechtung“ der Balfour-Erklärung an seine Kollegen zirkulieren.

In der Vergangenheit haben die Palästinenser das Mandat als illegitimes Manöver des britischen Imperialismus dargestellt, bei der, wie al-Hut es formulierte, „ein Volker einem anderen Volk etwas gewährte, was einem dritten Volk gehörte“. Heutzutage beschreibt die Gegnerschaft zur Balfour-Erklärung das als den Anfang von „Siedlerkolonialismus“.

Diese Neuerung sattelt geschickt auf Großbritanniens sorgfältig kultiviertes Gefühl der postimperialen Schuld mit Verantwortung für „israelische Verbrechen“ auf, einschließlich „Mittäterschaft“ bei der angeblichen kulturellen Unterdrückung“ der Palästinenser. Gleichzeitig verspricht der Ansatz das langjährige palästinensische Gefühl der besudelten Ehre zu tilgen, dass sie versagt hatten dem Zionismus „Widerstand zu leisten“.

Abe die aktuellen Bemühungen gegen Balfour veranschaulichen auch andere palästinensischen Standardreaktionen. Zum einen betonen sie ohne jede Ironie die palästinensische Machtlosigkeit und arabische Schwäche sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. „Widerstand“ gegen das britische Empire und die Zionisten, gewaltlos wie gewalttätig, schlug fehl – und dhaer muss er, in Übereinstimmung mit historischer palästinensischer Praxis, internationalisiert werden.

Die Ironie liegt allerdings darin, dass Balfours gesamte juristische Bindung, 1920 vom Völkerbund ratifiziert, auf so ziemlich die gleiche Weise bombardiert wird, wie 1947 der Palästina-Teilungsplan der UNO verurteilt wurde: als illegitim und unfair. Für die Palästinenser muss Internationalisierung das Ergebnis herstellen, das sie haben wollen, trotz der historischen Bilanz, dass sie dies selten tut.

Es gibt in der Kampagne gegen die Balfour-Erklärung weitere traditionelle Elemente, nicht zuletzt die Verwechslung von Symbolismus mit praktischem Tun. Eine Entschuldigung würde vermutlich eine teilweise Wiederherstellung des nationalen Ehre der Palästinenser erreichen und einen weiteren Schritt hin zur völligen Ausrottung Israels beinhalten. Doch trotz vagen Geredes palästinensischer Aktivisten, die „Entschädigung für Balfour“ fordern – denen konkurrierende Entschädigungsansprüche seitens jüdischer Flüchtlinge aus arabischen Ländern gegenüber stünden – ist es schwierig zu erkennen, welchen direkten Wert eine Entschuldigung bei der Gründung eines Palästinenserstaats haben würde.

Forderungen nach Entschuldigungen und Entschädigung haben sich wenig verändert, seit eine Wirtschaftsdelegation der UNO einen Überblick zu einem Besuch im Gazastreifen 1949 berichtete: „In einem der Lager veranstalteten die Flüchtlinge eine ziemliche Demonstration. Ein großes Schild in Englisch wurde aufgestellt, auf dem das Folgende nummeriert wie folgt aufgeführt war: 1. Schickt uns nach Hause. 2. Entschädigt uns. 3. Unterstützt uns, bis wir uns erholt haben. Was genau sie mit „erholt“ gemeint hatten, überlasse ich Ihrer Fantasie.“

Das Gefühl der aktuellen Palästinenserführung für Timing und ihre Hingabe an Symbolismus verdienen kommentiert zu werden. Während Yassir Arafat seit den e1960-er Jahren die Palästinenserbewegung durch die wechselnden Strömungen der Dritte-Welt-Bewegung und des Kalten Krieges navigierte, ist dieses Geschick heute nirgends zu bemerken. Die Proteste aus Anlass des Jahrestags der Balfour-Erklärung kommen gerade zu der Zeit auf, in der das System der arabischen Staaten sich an einem Tiefpunkt befindet. Syrien, der Jemen und Libyen gibt es praktisch nicht mehr; der Irak ist zwischen einem iranischen Rumpf, einem schrumpfenden ISIS-Gebilde und einem unabhängigen Kurdistan (bis auf den Namen) geteilt und der Libanon ist ein von Schiiten beherrschtes Gehäuse. Die PA ist ein Pseudo-Staat, der nur dank Auslandshilfen und israelischer Sicherheitsunterstützung existiert.

Der Ton der Proteste gegen die Balfour-Erklärung – „Was in Palästina geschieht, ist die größte soziale Untergerechtigkeit unserer Zeit“, formulierte einer der Organisatoren – ist daher nicht einfach ein Lamento nach einer Zeit, in der die Palästinenser anscheinend im Zentrum arabischer und muslimischer Politik standen, sondern Widerstand gegen empirische Wirklichkeit.

Die Kampagne zur Entschuldigung für Balfour ist nur ein weiteres Element in den Kriegen der Palästinenser gegen unangenehme historische Fakten, die geleugnet, angegriffen, umgeschrieben oder sonstwie bestürmt werden müssen, statt dass man sie diskutiert, eingesteht oder teilt. Diese Herangehensweise ist für solch merkwürdige palästinensische Behauptungen verantwortlich wie dass Arafat bestritt, dass es in Jerusalem je einen jüdischen Tempel gegeben hat; Saeb Erekats Äußerung, dass die Palästinenser die Nachkommen der Einwohner während des Epipaläolithikums und damit die „wahre“ indigene Bevölkerung des Landes; und das noch überheblichere Beharren darauf, dass Juden einzig die Anhänger einer Religion sind und nicht Mitglieder eines Volkes.

Hier gleitet „Widerstand“ in halsstarrige Fabeldichtung ab. Die Wirklichkeit muss auf Grundlage sowohl religiöser Ideologie als auch fantastischer erfundener Elemente angepasst werden. Palästinensische Beispiele müssen in einen größeren Kontext gesetzt werden, von religiösen Ansprüchen bezüglich perfider und verfluchter Juden bis zu wehleidigen historischen Behauptungen, dass Muslime Amerika entdeckten, die Fliegerei erfanden und – finsterer – zionistischer Angriffshaie oder der „Verschwörung zur Vernichtung des Islam“

Diese Konzepte – gefallene Ehre zu tilgen, immerwährendes Opfertum, internationale Verantwortlichkeit und über Schuldgefühle zu erreichen, was Politik und Waffenkraft nicht schaffen – sind kulturelle Ideen, die von Palästinenserführern sowie ihr Bildungssystem und die Medien endlos vermittelt werden. Aber sie spiegeln sich auch der palästinensischen Politik. Auf Schritt und Tritt erreichen Verhandlungen ein Stadium und halten dann an, weil Kompromisse die volle „Wiederherstellung“ dessen ausschließen, das es niemals gab. Jahrhunderte alte Ereignisse zu bekämpfen und zu hoffen einen anderen Ausgang zu erzeugen, entspricht diesem Muster. Es wird eher keine stabile palästinensische Gesellschaft oder Frieden mit Israel aufzubauen.

Christen und die Balfour-Erklärung

Elder of Ziyon, 7. November 2016

Ein Gruppe christlicher Kirchenleiter in Großbritannien plant nächstes Jahr unter dem Namen Balfour100.org das einhundertjährige Jubiläum der Balfour-Erklärung zu feiern.

Hier ist ihre Sicht zur Geschichte des Dokuments:

Vor fünfhundert Jahren führte die Reformation dazu, dass die Bibel ins Englische übersetzt und vom gemeinen Bürger gelesen wurde. Das führte, besonders bei Puritanern, zu einem größerem Interesse an hebräischen Text das Alten Testaments. Sie waren in der Lage selbst die prophetischen Passagen zu lesen, die von der schließlichen Rückkehr Israels in sein biblisch gelobtes Land sprechen. Bis zum 17. Jahrhundert entwickelte sich ein wachsendes Bewusstsein bei britischen Evangelikalen allgemein, dass die Bibel die Rückkehr des Volks Israel in ihr historisches gelobtes Land vorhersagte.

Später, im 19. Jahrhundert, lehrten viele bekannte Prediger wie Bischof J. C. Ryle und der Baptistenprediger Charles Spurgeon zur Erneuerung der Juden in ihrem Land. Bibelgläubige Christen (wie William Wilberforce und Lord Shaftesbury, die ebenfalls enthusiastische Erneuerer waren) hatten einen enormen Einfluss auf die Regierungen der damaligen Zeit. Ein Glaube an die Erneuerung des jüdischen Volks in Israel ist als „vorgegebene Haltung“ für Evangelikale des 19. und frühen 20. Jahrhunderts beschrieben worden. Leider ist das heute nicht der Fall.

Ryle, Spureon und andere hatten Einfluss darauf, wie für die Rückkehr der Juden eingetreten wurde. Als die Bibel Studierende sehnten sie sich danach die Rückkehr Jesu Christi zu erleben. Bevor das geschehen konnte, mussten die Juden in ihr eigenes Land (Israel) zurückkehren. Sie erkannten dies aus prophetischen Abschnitten im Alten Testament, die den Messias in Jerusalem vorhersagen, wo er einem wiederhergestellten jüdischen Volk erscheint. Das wurde dann der zentrale Kern ihrer Gebete und politischen Handlungen, aber es schien unmöglich, während das antike Land Israel unter muslimisch-türkischer Kontrolle war und das jüdische Volk 1.900 Jahre lang zerstreut war.

1896 schrieb der österreichische Journalist Theodor Herzl, aufgebracht durch den Antisemitismus, den er um sich herum erlebte (besonders die berüchtigte Dreyfus-Affäre) „Der Judenstaat“ über die Notwendigkeit den jüdischen Staat wiederzugründen als einzige praktikable Lösung für das Überleben des jüdischen Volks.

Als Herzl die Bewegung startete, die als „Zionismus“ bekannt wurde, schloss er Freundschaft mit dem evangelikalen christlichen Pastor William Hechler. Hechlers Kontakte in hohe Stellen als diplomatischer Kaplan in Wien ermöglichte es Herzl wertvolle Unterstützung für den Zionismus zu gewinnen, was auch half einflussreiche Führungskräfte, darunter den Kaiser von Deutschland, dafür zu gewinnen.

Historiker haben vermerkt, dass der Zionismus, hätte Herzl nicht Hechlers Unterstützung und Ermutigung zur Fortsetzung seiner Arbeit gehabt, niemals als politische Bewegung entstanden wäre. Hechler, ein geistlicher Erbe von Leuten wie Ryle und Spurgeon, war einer der ersten „christlichen Zionisten“.

Als das 19. Jahrhundert zum 20. Wurde, entwickelte sich eine weitere Partnerschaft zwischen Juden und Nichtjuden, die der Schlüssel zur Förderung des Traums eines wiederbelebten jüdischen Heimatlandes war. Chaim Weizmann, 1894 geboren, war eines von 15 Kindern eines jüdischen Paares in Weißrussland. Er studierte in Deutschland Biochemie und zog 1904 nach Manchester. Als er in den folgenden Jahren ein führender  Biochemiker wurde, wurde Weizmann auch ein Führer in der zionistischen Bewegung in Britannien.

Während des Ersten Weltkriegs entwickelte eine wichtige chemische Zutat für Schießpulver, die die britische Regierung auf ihn aufmerksam machte, besonders Lord Balfour, mit dem er bereits Freundschaft geschlossen hatte.

In Schottland geboren wurde Arthur Balfour 1885 Abgeordneter für Manchester East (wo er Weizmann erstmals traf); er wurde 1902 bis 1905 Premierminister. 1917, als die Balfour-Erklärung angefertigt wurde, war er Außenminister.

Das war die Partnerschaft, die schließlich zu dem Brief führte, die bis heute als die „Balfour-Erklärung“ (Balfour war der Unterzeichner) bekannt wurde. Es entwickelte sich eine Freundschaft, während der Weizmann, der leidenschaftliche Zionist, Balfour – einen evangelikalen Christen, der für die jüdische Wiederherstellung war, vom Fall einer Heimat für das jüdische Volk dort, was damals „Palästina“ war, überzeugte.

Großbritanniens strategische Bedürfnisse, aufkeimende Allianzen mit arabischen Führern und die klare Gerechtigkeit des Traums der Zionisten vereinigten sich am 31. Oktober 1917, als Großbritanniens Kriegskabinett (das zumeist ebenfalls aus evangelikalen Christen bestand) stimmten der endgültigen Fassung eines Briefes an Lord Rothschild und den Zionistischen Bund zu; ein Brief, der als „die Balfour-Erklärung“ bekannt wurde.

Am 31. Oktober 1917 fand ein weiteres Ereignis statt, das ein Schlüssel zu den Absichten war, die in der Erklärung zum Ausdruck kamen. General Allenby gewann die entscheidende Schlag gegen die Türken und Deutschen um die Wüstenstadt Beer Sheva. Ohne einen Plan für die Zukunft wäre der Sieg bei Beer Sheva nur eine weitere Schlacht in einem langen und blutigen Krieg gewesen, eine Fußnote in der Geschichte. Die zwei Ereignisse, die gleichzeitig, aber tausende Kilometer voneinander entfernt stattfanden, war ein sicheres Zeichen, dass dies Gott war, der Seinen Plan für die Wiederherstellung des jüdischen Volkes in seinem Land der Erfüllung näher brachte.

Allein für sich hatte die Balfour-Erklärung wenig juristisches Gewicht. Sie war einfach Ausdruck einer Absicht der britischen Regierung, die gerade im Amt war. Fünf Jahre später jedoch, in der Folge des Ersten Weltkriegs, wurden ihre Absicht und der größte Teil ihres Wortlauts mit der Erklärung von San Remo und des britischen Mandats für Palästina ins Völkerrecht aufgenommen.

Christen und biblische Lehre waren entscheidend für die Ereignisse, die zu den Erklärungen führten; sie gehen direkt auf die Reformation zurück. Das gibt Christen, die das jüdische Volk und den Staat Israel lieben, ein Verlangen im November 2017 zusammen mit der jüdischen Gemeinschaft das hundertjährige Bestehen dieses kurzen, aber grundlegenden Dokuments zu feiern.