Ist es möglich die extreme Einseitigkeit der BBC einzudämmen?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der ehemalige israelische Botschafter in Großbritannien Zvi Shtauber, erzählte mir 2005 ein einem Interview: „Die BBC an sich ist ein Problem. Ich hatte über die Jahre endlose Gespräche mit ihnen. Ein Zuschauer, der sich über einen längeren Zeitraum bei der BBC über Israel informieren lässt, erhält ein verzerrtes Bild. Das kommt nicht von einer einzelnen Sendung hier oder da. Das ist das Resultat des Sendeverhaltens der BBC. Bei Berichten aus Israel wird gewöhnlich im Hintergrund der Tempelberg gezeigt, was den Zuschauern den Eindruck vermittelt, dass Jerusalem vorwiegend muslimisch ist.“ Shtauber fasste seine Bemerkungen zusammen, indem er sagte, es sei für ihn eine fast tägliche Aufgabe auf die Verfälschungen der BBC zu reagieren.[1]

Im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat es fortlaufend Beschwerden über die antiisraelische Einseitigkeit der BBC gegeben.[2] Es liegt mehr als genug Material für ein Buch darüber vor. CAMERA UK betreibt eine spezielle Beobachtungsseite, die sich auf die antiisraelische Voreingenommenheit der BBC konzentriert.[3]

Hier können nur ein paar der jüngsten Beispiele angeführt werden. Die ranghohe BBC-Producerin Rosie Garthwaite arbeitet an einer neuen Dokumentation, die israelisches Handeln in Ostjerusalem kritisiert. Sie hat bereits zugegeben in sozialen Medien unrichtige pro-palästinensische Propaganda zu verbreiten. Garthwaite löschte eine falsche Landkarten-Illustration von ihrem persönlichen Twitter-Konto, in der der angebliche Landverlust der Palästinenser an Israel enorm übertrieben wird. Sie wird zudem beschuldigt andere falsche oder umstrittene Behauptungen über Israel in sozialen Medien zu teilen. Garthwaite hat fälschlich suggeriert, der Gazastreifen habe nur eine Grenze und diese werde von Israel kontrolliert. Das ist nur eine Auswahl ihrer antiisraelischen Propaganda.[4]

Der ranghohe BBC-Journalist Nimesh Thaker nutzte das Twitter-Konto @notthatbothered, um Antisemitismus zu verharmlosen. Er wirbt für Extremisten wie Jackie Walker, die unter Jeremy Corbyns Vorsitz wegen ihres Antisemitismus aus der Labour Party ausgeschlossen wurde. Thaker nutzte zudem ein anonymes Konto bei den sozialen Medien, um einen Text gegen die jüdische Moderatorin Barnett zu unterstützen, nachdem diese über den persönlichen Einfluss von Antisemitismus auf ihr Leben sprach.[5]

Der jüdische Aktivist David Collier schrieb, dass man sich nicht mehr wundern müsse, dass der linken Randgruppe Jewish Voice for Labour bei der BBC so oft Sendezeit gegeben wird. Er fügte an, dass Leute wie Thaker die Nachrichten schreiben, die Millionen Menschen tagtäglich lesen und kam zu dem Schluss, dass nichts und niemand im Vereinten Königreich mehr Verantwortung für die Verbreitung des falschen antiisraelischen Narrativs tut als die BBC.[6]

So kann man immer weiter machen. Shtauber sagte: „Mehrere Schlüsselpositionen in der BBC sind von Linksextremen besetzt.“ Er erwähnte, dass die BBC ihre Werbung für Personal in der linken Tageszeitung The Guardian veröffentlicht.[7]

Bei so vielen parteiischen Journalisten überrascht es nicht, dass viele andere Fälle von Einseitigkeit – die nichts mit Juden oder Israel zu tun haben – vorkommen.[8] In der Vergangenheit gab es jedoch außer die BBC öffentlich zu kritisieren nichts, was man dagegen unternehmen konnte.

Frühere konservative Regierungen haben die Voreingenommenheit der BBC vernachlässigt. Die Situation könnte sich jetzt ändern. Im Juni ernannte die britische Regierung Tim Davie zum Generaldirektor der Gesellschaft. Er hat kritische Anmerkungen zur fehlenden Unparteilichkeit der BBC geäußert, die denen der vielen Kritiker ähneln. Bei einem Mitarbeitertreffen der BBC Anfang September sagte Davie: „Wenn du ein Meinungs-Kolumnist oder ein parteiischer Aktivist in den sozialen Medien sein willst, dann ist das eine zulässige Entscheidung, aber dann solltest du nicht bei der BBC arbeiten.“[9]

Die große Frage lautet: Kann ein Generaldirektor eine von tendenziösen Journalisten durchsetzte Gesellschaft wie der BBC umdrehen, sie in eine unparteiische verwandeln? Eine Möglichkeit wäre den etwa 50 Top-Managern zu sagen, dass sie gefeuert sind und ihnen die Option zu geben sich neu für einen der Posten zu bewerben. Sie müssten all ihr Material der letzten Jahre aus den sozialen Medien mitbringen. Unabhängige Forscher sollten ihre Arbeit bei der BBC untersuchen. Sie müssten aufgefordert werden ihre Einseitigkeit der Vergangenheit zu erklären und wie sie vorhaben diese in der Zukunft zu verhindern. Für Leute, deren linke Werte fast Teil ihres Blutkreislaufs sind, könnte das eine zu schwierige Aufgabe sein. Aus Prinzip sollte nicht mehr als die Hälfte von ihnen wieder eingestellt werden. Eine solche Methode ist jedoch in der demokratischen britischen Gesellschaft nicht zulässig.

Der britische Anwalt Trevor Asserson – der heute in Israel lebt – hat von 2000 bis 2004 eigenes Geld in vier gut dokumentierte Studien gesteckt, die sich mit der systematischen Einseitigkeit der BBC gegen Israel beschäftigen. Er kam zu dem Schluss, dass die Berichterstattung der BBC über den Nahen Osten von einer offensichtlichen Antipathie gegenüber dem Land infiziert ist. Diese verzerrte Medienberichterstattung schafft eine Atmosphäre, in der Antisemitismus aufblühen kann.

Asserson merkte an, dass das Monopol der BBC einem rechtlich bindenden Vertrat mit der britischen Regierung herrührt. Er definierte die fünfzehn rechtlichen Verpflichtungen der BBC gemäß ihrer Charta. Asserson zeigte dann viele Vorfälle, bei denen die BBC gegen mehrere der Vorgaben verstieß, in einigen Fällen sogar gegen die meisten.

Ein paar Beispiele der Ergebnisse Assersons: In seinem ersten Bericht schrieb er über die BBC: „Giftige Kommentare sind Teil von Fakten oder Zitaten ohne Herkunftsangabe.“[10]

Er analysierte auch zwei extrem einseitige Porträts von Sharon und Arafat, die auf der Internetseite der BBC auftauchten. Asserson erklärte: „Ein Kommentar ohne Quellenangabe implizierte, dass Sharon zügellos Gewalt einsetzt.“ Asserson entlarvte das als extreme Lüge. Einer der Gründe war, dass Sharon einem Rechtsprozess unterzogen wurde, der ihm in der Vergangenheit das Amt kostete.

Über Arafat schrieb Asserson, dass dieser auf der Internetseite mit Begriffen wie Heldentum, selbstloser Hingabe, harter Arbeit und natürlichen Führungstalenten beschrieb. Arafats enge Beteiligung an der Organisation von Terroranschlägen wurde übersehen. Nachdem Asserson seinen Bericht veröffentlichte, wurden die beiden Porträts von der Internetseite der BBC entfernt.[11]

In seinem zweiten Bericht lieferte Asserson Beweise, dass die BBC es unterließ vielen wichtigen Themen angemessene Hervorhebung zu geben, die ein negatives Bild der Palästinenser abgeben würden.[12]

In seinem dritten Bericht verglich Asserson die Berichterstattung der BBC zu britischen Soldaten im Irak mit der zu israelischen Soldaten im Konflikt mit den Palästinensern. Er kam zu dem Schluss, dass im Irak „Koalitionstruppen mit warmen und leuchtenden Begriffen beschrieben werden, mit denen Wohlwollen sowohl für sie als einzelne als auch für ihre militärische Zwangslage erzeugt werden. Im Gegensatz dazu werden israelische Soldaten als gesichtslose, skrupellose und brutale Killer dargestellt.“[13] Er und sein Mitautor zeigten anhand einer beträchtlichen Zahl sehr unterschiedlicher Beispiele, wie weit verbreitet die Einseitigkeit der BBC war.[14]

Assersons Berichte hatten einige Wirkung. Im November 2003 schuf die BBC plötzlich den Posten eines leitenden Redakteurs zu Beratung für ihre Nahost-Berichterstattung. Richard Sambook, damals Redakteur der 9 Uhr-Nachrichten der BBC, sagte Asserson, dass seine Berichte einer der Gründe hinter der Entscheidung zur Schaffung dieses Postens gewesen war.

2004 unternahm Balen eine interne Untersuchung der Berichterstattung der BBC zum palästinensisch-israelischen Konflikt.[15] Der Bericht wurde nie veröffentlich, was zu einer Reihe von Rechtsstreits führte, um seinen Inhalt öffentlich zu machen.[16] Nach acht Jahren beschloss der oberste Gerichtshof, dass der Balen-Bericht vom Freedom of Information Act ausgenommen ist.[17] Die BBC musste jedoch ihre Prozesskosten dazu offenlegen, die damals etwa eine halbe Million halbe Dollar betrugen. Man fragt sich, warum die BBC so viel Geld aufwandte, um ihn geheim zu halten, wenn die Ermittlung feststellte, dass ihre Berichterstattung unparteiisch war.

Es wäre gut, wenn Quellen in der jüdischen Gemeinschaft dem neuen Generaldirektor das gesamte Material von Asserson zuschicken würde. Es könnte ihm viel Zeit sparen die Manipulationen von Teilen der Beschäftigten der BBC zu verstehen.

HonestReporting war eine der wenigen, die sich damals stark, wenn auch erfolglos darum bemühten, dass der Balen-Bericht veröffentlicht wird.[18] Heute könnte Herrn Davie vorgeschlagen werden diesen Bericht aus dem Safe der BBC zu holen und ihn endlich öffentlich zu machen. Er könnte zeigen, dass die Chefs der BBC bereits vor mehr als 15 Jahren wussten, dass ihre Firma in ihrer Berichterstattung zum Nahen Osten parteiisch war.

[1] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? JCPA/Konrad Adenauer-Stiftung 2005, Jerusalem (Israel), S.189

[2] https://honestreporting.com/the-2015-dishonest-reporter-of-the-year-why-the-bbc-won/

[3] https://camera-uk.org/bbc-complaints-list/; https://camera-uk.org/page/339/?ak_action=reject_mobile

[4] http://www.thejc.com/news/uk/senior-bbc-producer-admits-sharing-inaccurate-pro-palestinian-propaganda-on-twitter-1.506286

[5] http://www.thejc.com/news/uk/senior-bbc-journalist-used 1.506092?fbclid=IwAR0gJS3bCYHqRBI2YTM_BvbTsvg3SginyekscqgSXksEiOCfklcvdfb4qGM

[6] http://david-collier.com/toxic/?fbclid=IwAR2NE4dKqCHR21DY5ExcO7CN2MVxVYnVyqGFAJkIIBAYBcusv4_MlZnaIsg

[7] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? JCPA/Konrad-Adenauer-Stiftung 2005. Jerusalem (Israel), S. 189

[8] www.crowdjustice.com/case/stopbbcbias/; https://pressgazette.co.uk/judges-reject-appeal-judicial-review-alleged-bbc-brexit-bias/

[9] http://www.theguardian.com/media/2020/sep/03/bbc-boss-tim-davie-to-crack-down-on-staff-posting-views-on-social-media

[10] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? Jerusalem (JCPA/Konrad-Adenauer-Stiftung) 2005, S. 196

[11] Manfred Gerstenfeld: Israel and Europe: An Expanding Abyss? S. 196

[12] ebenda, S. 199

[13] ebenda, S. 200

[14] ebenda, S. 201

[15] http://www.standard.co.uk/news/the-secret-report-at-heart-of-bbc-s-gaza-paranoia-6870301.html

[16] www.timesofisrael.com/bbc-spends-almost-333000-concealing-middle-east-balen-report/

[17] http://www.bbc.com/news/world-17038937

[18] https://honestreporting.com/final-battle-to-release-the-bbcs-balen-report/

Verbeugt euch nicht vor der „Beeb“

Der Kollaps der Glaubwürdigkeit der BBC geht nicht nur die Briten etwas an

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 12. Februar 2004

Ein britischer Akzent hat etwas, das die Amerikaner weiche Knie bekommen lässt.

Nennen Sie es „Meisterwerk-Theatersyndrom“, ein Gebrechen, das tief in unserem intellektuellen und kulturellen Leben liegt. Es verursacht, dass viele von uns jeden anzuhimmeln, der ein „Sir“ vor dem Namen hat und ihn als jemanden anzusehen, der als aus Shakespeares „Zeremonien-Insel“ offenkundig jedem hier geborenen überlegen ist.

Diese dümmliche Anglophilie ist in den Künsten ein Problem und hat genauso Auswirkungen auf den Journalismus. Insbesondere der Ruf der British Broadcasting Corporation beruht mehr auf diesem Pseudo-Snobismus als den tatsächlichen Referenzen des mächtigen internationalen Fernseh- und Radio-Netzwerks.

Wie alle Mythen gründet sich die aufgeblähte Reputation der „Beeb“, wie die BBC manchmal in Großbritannien genannt wird, auf ein Stück Wahrheit. In Großbritannien wurde der regierungseigene Sender einmal als unparteiische Quelle angesehen, die sich von der überaus einseitigen englischen Presse abhob. Der Respekt und die Zuneigung, mit der das Netzwerk in der ganzen Welt betrachtet wird, gründen sich auch auf seine historische Rolle im Zweiten Weltkrieg als das Organ der freien Welt für das besetzte Europa.

Eine Lüge senden

Das ist aber lange her. Die BBC ist nicht länger die einzige Nachrichtenquelle der Welt. Und der einst unparteiische Ton ihrer Radio- und Fernseh-Nachrichten ist genauso tot wie Winston Churchill.

Alle Zweifel über diese Wendung wurden Anfang des Monats ausgelöscht, als eine Kommission, mit dem Auftrag eine kontroverse BBC-Nachricht zu untersuchen, entschied, dass das Netzwerk Informationen ausgab, von denen es wusste, dass sie falsch waren.

Die Erkenntnisse der Hutton-Kommission enthüllten, dass BBC-Reporter Andrew Gilligan wissentlich die Lüge sendete, die britische Regierung habe Informationen gefälscht, was dann an anderer Stelle ausführlich aufgewärmt wurde. Der Hauptpunkt zur Story ist, dass Gilligans Lügen von seiner eigenen Gegnerschaft zu Premierminister Tony Blair und dem Krieg im Irak inspiriert waren. Noch wichtiger war die Tatsache, dass die Führung der BBC nicht bereit war die Unzulänglichkeiten des Netzwerks zu untersuchen, bis sie durch öffentlichen Druck dazu gezwungen wurde.

Aber das ist längst nicht das einzige Beispiel für Befangenheit der Beeb. In ihrer Berichterstattung über Israel hat das Netzwerk bewiesen, dass einseitige Berichterstattung wie die von Gilligan eher die Regel als die Ausnahme ist. So, wie es keine redaktionelle Kontrolle oder Entschuldigung der BBC zu ihrer Verleumdung von Blair gab, gab es auch keine, als eine BBC-Dokumentation den israelischen Premierminister Ariel Sharon fälschlicherweise des Begehens von Kriegsverbrechen beschuldigte. Sie ruderte auch nicht zurück, als eine weitere BBC-Produktion fälschlich sagte Israel benutze Giftgas gegen die Palästinenser.

Diejenigen, die daran gewöhnt sind, sich über die Behandlung Israels durch die amerikanischen Medien zu beschweren, müssen verstehen, dass im Vergleich zur BBC selbst die krassesten hiesigen Täter kleine Fische sind.

Diese Einseitigkeit ist in allen Einzelheiten durch Quellen wie die „Beeb Watch“ des britischen Daily Telegraph (www.dailytelegraph.co.uk) und durch Medienbeobachtungs-Organisationen wie CAMERA (www.Camera.org) und HonestReporting.com dokumentiert worden. Ihre Erkenntnisse zeigen, dass BBC-Nachrichtensendungen im Ton wie in der Substanz routinemäßig Geschichten herunter spielen, die Terrorangriffe gegen Israelis zeigen und sich statt dessen auf eine inflationierte Berichterstattung über die leidenden Palästinenser konzentrieren. Bei der BBC stehen Israels Legitimität und sein Existenzrecht immer zur Debatte (obwohl seine Verteidiger selten an dieser Debatte teilnehmen können), während das Recht der Palästinenser, ihren Terrorkrieg zu führen, selten in Frage gestellt wird.

Aber der Zusammenbruch der Fassade der Integrität der BBC betrifft nicht nur die Briten. Die BBC in inzwischen in den Vereinigten Staaten über Satelliten-Fernsehnetzwerke und die Nutzung des World Service der BBC über mit dem National Public Radio (NPR) verbundenen Radiosender verfügbar.

Hier in Philadelphia z.B. wird NPR über den öffentlich geförderten Sender WHYY-91 FM gehört; das ist ein reiner Nachrichtensender, der – wie alle an NPR angeschlossenen – von der Regierung subventioniert wird und individuelle Spenden von Hörern erhält. WHYY hat kürzlich den Anteil der BBC ausgedehnt, von den Stunden nach Mitternacht auch auf die Frühsendung um 5 Uhr, sowie die Berufsverkehrs-Nische um 9 Uhr.

NPR ist selbst wegen seiner frisierten Nahost-Berichterstattung ins Feuer geraten, aber die Hinzufügung von BBC-Sendungen und die darin zu findende Geringschätzung Israels, die oft an Antisemitismus grenzt – sie treiben die Besorgnis bezüglich der NPR-Sender in neue Höhen.

Schlechter Rat

Wie sollten wir auf dieses Problem reagieren? Wie sich zeigt, haben unsere englischen Cousins uns ein gutes Beispiel dafür gegeben, was nicht funktioniert. Englands Oberrabbiner Jonathan Sacks wurde vor Kurzem angegriffen, weil er die BBC gegen Vorwürfe der einseitigen Berichterstattung gegen Israel verteidigte, obwohl er selbst schon einmal eine Delegation von Rabbinern anführte, die sich dort gegen diese Berichterstattung beschwerte. Sacks erklärte in einer Kolumne in der Jerusalem Post, was gebraucht werde sei nicht lauter Protest, sondern ruhige Stimmen, die die Medien diplomatisch bilden könnten.

Sacks hat Recht damit, dass die pro-Israel-Vertreter nicht voreilig loslegen sollten. Aber wenn er uns warnt, dass wütende Juden, denen die Verdrehungen zu viel werden, nicht wissen, wie sie den Lords der BBC gegenüber das Englisch der Queen sprechen sollen, dann offenbart sich, dass er den Protest abwürgt, statt ihn in die richtige Richtung zu lenken.

Statt einer kraftvollen Antwort riecht sein Artikel nach einem älteren, diskreditierten jüdischen Muster. Die Zeit ist lange vorbei, in der wir uns auf jüdische Prominente – wie Rabbi Sacks – verlassen sollten, die persönlich Fairness einfordern, wenn wir uns Vorurteilen gegenüber sehen.

Amerikanische Hörer – und Spender – des öffentlichen Radios sollten diese Sender wissen lassen, was genau sie wegen ihres zunehmenden Gebrauchs der BBC fühlen. Wir müssen uns von unserem „Meisterwerktheater-Syndrom“ befreien, das geholfen hat, diese vermeintlich hoch moralischen Sendern geholfen haben, die Fälschungen der BBC in unsere Gemeinden einzuschleusen.

Unsere Stirnfalten in Richtung ihres arroganten Akzents zu ziehen, wird nicht funktionieren. Wir müssen der BBC und ihren amerikanischen Mittelsmännern sagen, dass wir ihre antiisraelischen Verfälschungen nicht wieder – über Steuerdollars oder Einzelspenden – subventionieren wollen.

BBC Watch: Doucet von der BBC erklärt, warum über den Jemen weniger berichtet wird als über den Gazastreifen

CAMERA, 15. Juli 2015

Da die Zahl der Todesopfer im Jemen die vom letzten Jahr im Gazastreifen überschritten hat, lohnt es sich den Unterschied darin festzustellen, wie Nachrichten zum Jemen verglichen mit denen zum Gazastreifen im letzten Sommer präsentiert werden. Ausgesprochen nicht vorhanden im sachlichen, nicht gefühlsbetonten Bericht zum Jemen sind die Amateur-Ansichten von BBC-Journalisten zum „internationalen Recht“ und die Vorwürfe von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit, Kollektivbestrafung und gewollter Beschießung von Zivilisten, die die Berichterstattung der BBC zum Gazastreifen im letzten Sommer kennzeichneten.

BBC-Korrespondentin Lyse Doucet erklärt auch, warum Gaza so viel mehr Aufmerksamkeit bekommt als der Jemen, obwohl die Zahl der zivilen Toten im Jemen die im Gazastreifen übersteigt. Doucet twittert: „Der Jemen verdient mehr Berichterstattung. Andere Fragen der Zugänglichkeit, Sicherheit usw. Ihr Argument ist vermerkt. Versuchte hinzukommen + werde wieder versuchen.“ (Klicken Sie den Link zu BBC Watch, um sich den BBC-Bericht und die Original-Tweets zwischen CAMERA und BBC-Korrespondentin Doucet anzusehen.)

Das BBC-Publikum würde zweifellos sehr interessieren mehr Einzelheiten darüber zu hören, wieso der Zugang in den Gazastreifen einfacher ist und die Bedingungen für die Berichterstattung dort sicherer sind.

Aber natürlich ist es nicht nur die Masse der Berichterstattung, die die BBC-Berichte des Konflikts vom letzten Sommer in zwischen Israel und dem Gazastreifen von der Berichterstattung des laufenden Konflikt im Jemen unterscheidet: Der Unterschied im Ton der Berichte ist ebenfalls bemerkenswert. Sehen Sie sich den folgenden Artikel bei BBC Watch zu einer Diskussion zum Vergleich der BBC-Berichterstattung zu zivilen Opfern im Jemen um im Gazastreifen an.