Fehldiagnose eines ignoranten Antisemiten

Roger Waters ist voll des Lobes: Auf Facebook hebt er die neuseeländische Musikerin Lorde und die pal-arabische Terror-Teenie Ahed „Shirley Temper“ Tamimi in höchste Höhen: Sie seien mutige junge Frauen. Lorde, weil sie angeblich für Menschenrechte einsteht indem sie sich dem Druck beugt und einen Auftritt in Israel absagt. Tamimi, weil sie es „gewagt“ hat einen schwer bewaffneten israelischen Soldaten zu ohrfeigen.

Zu Lorde behauptete er, sie stehe „auf den Barrikaden zur Verteidigung von Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit“. Zu Tamimi hatte er noch anzumerken, dass „ihr Land seit 70 Jahren brutal besetzt“ ist – von einer Armee, deren einen Soldaten sie jetzt ohrfeigte.

Was sagt das über Roger Waters aus?

Nun, erstens ist er jemand, der brutal zweierlei Maß anlegt. Denn wenn er wirklich für die Menschenrechte eintreten will, warum gibt er dann gleich zwei Konzerte in Russland – das Land, das an seinen Nachbarstaaten knabbert, um dort Land zu „gewinnen“, auf Kosten der jeweiligen Bevölkerung, die unterschwelligen bis offenen Krieg über sich ergehen lassen muss. Das Land, das Schwule und Lesben verfolgt. Das Land, in dem willkürlich verhaftet, verurteilt und ins Gefängnis gesteckt wird, wer gegen den Präsidenten opponiert. Das Land, in dem kritische Stimmen durchaus einen plötzlichen, gewalttätigen Tod sterben, wenn sie sich nicht ein schüchtern lassen. Das Land, das dem syrischen Diktator das Überleben ermöglichte, indem eben nicht nur den IS bekämpft wurde, sondern alle, die Assad nicht passen massenhaft zerbombt werden – ohne Rücksicht auf Zivilisten, auch auf Gebäude wie Krankenhäuser.

Waters hat also nicht Menschenrechte auf der Fahne, sondern Israelhass, der sich auch bei ihm oft genug als Antisemitismus erweist.

Und was ist „mutig“ daran, dass eine Musikern sich dem Druck, den Drohungen, den Verleumdungen einer Bewegung beugt, die eindeutig antisemitisch ist? Mutig wäre gewesen, dem Druck standzuhalten und Waters et.al. den Stinkefinger zu zeigen. Ihm zu sagen, er solle sich um seinen eigenen Sch… kümmern. Stattdessen hat sie klein beigegeben, gekuscht. Das ist kein Mut.

Und Ahed Tamimi? Mut? Sie ist von ihren Eltern dahin erzogen worden alles zu tun, was provoziert – Soldaten, Juden, wen auch immer, der nicht vor dem arabischen Totalitarismus und Judenhass kuscht. Sie weiß es gar nicht anders, als so zu handeln. Das ist kein Mut. Und es ist erst recht kein Mut, weil sie weiß, dass die Kameras da sind und dokumentieren, was  passiert – und dass ihr dann eben nichts passiert, dass der Soldat das über sich ergehen lässt und ihr nicht eins in die Fresse gibt oder sie übers Knie legt, wie es sich für ein solches Gör gehören würde. Wenn jemand weiß, dass nichts passiert, wie viel Mut braucht diese Person dann, das zu tun, was sie tut/tat?

Was ist mit ihren Aufrufen zum Terrorkrieg gegen Israelis, Herr Waters? Ist das Mut? Ist das „Menschenrecht“? Haben die Juden keine Menschenrechte? Nur weil sie in Israel leben?

Wes Geistes Kind Roger Waters ist, zeigt sich in seiner Aussage, die israelische Armee besetze das Land von Ahed Tamimi seit 70 Jahren. Demnach ist ganz Israel eine einzige Siedlung und der Staat muss weg. Die Juden dürfen ihren Staat nicht haben. Dafür dürfen Araber Juden morden, wie sie wollen. Dafür ist jedes Mittel recht. Und ein Jude, der sich dagegen wehrt ermordet zu werden, ist ein Unterdrücker.

Nein, Roger Waters‘ moralischer Kompass befindet sich absolut im Irrlauf. Er ist ein Charakterschwein, wie es im Buche steht. Und natürlich selbstgerecht bis zum Geht-nicht-mehr. Denn ihn ficht Kritik nicht an, die lässt er a) nicht gelten und b) gar nicht erst an sich rankommen. Was ganz natürlich dazu führt, dass seine Diagnosen mit der Realität nichts zu tun haben.

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BDS in Europa und was die Vereinigten Staaten dagegen tun können

Manfred Gerstenfeld interviewt Benjamin Weinthal (direkt vom Autor)

2005 wurde BDS als Kampagne gegen Israel gestartet. Die Grundidee wurde auf der Antirassismus-Konferenz der NGOs in Durban (Südafrika) propagiert. Boykott, De-Investition und Sanktionen, gemeinhin als BDS bekannt, hat während des letzten Jahrzehnts an Boden gewonnen. Dasselbe Phänomen, nur ohne den Namen, gab es als wirkungsvolle organisatorische Kraft in Europa bereits seit 1967.

Es gibt keine systemtische Studie, die alle BDS-Organisationen in Europa beschreibt. Auf der Grundlage meiner Recherchen gibt es jede Menge beeindruckende BDS-Organisationen, hauptsächlich in westeuropäischen Ländern. Eine Petition auf der Internetseite von BDS France zog fast 70 französische Organisationen an.

Benjamin Weinthal ist Mitglied der Foundation for Defense of Democracies (eines parteilosen nationalen Think Tanks in Washington) und Korrespondent der „Jerusalem Post“.

Er fügt an: Die BDS-Organisationen sind wie ein Schnellfeuer-Virus, der sich in allen sozialen Schichten Europas ausbreitet. BDS-Einheiten gibt es unter anderem in Gewerkschaften, angeblichen Menschenrechtsgruppen und kirchlichen Institutionen.

Europäische Regierungen finanzieren BDS-Organisationen, die in Europa und dem Nahen Osten aktiv sind. NGO Monitor mit Sitz in Jerusalem hat viele Informationen zur Unterstützung von BDS-Aktivitäten durch europäische Regierungen veröffentlicht.

Um die zum harten Kern gehörenden, tief eingebetteten Pro-BDS-Einstellungen in der europäischen Gesellschaft zu ergründen, kann man sich die Entscheidungen der EU im Jahr 2015 ansehen, die gegen jüdische Produkte aus den umstrittenen Gebieten mit einem Etikettierungssystem Sanktionen verhängen. Israels Konflikt mit den Palästinensern war der einzige territoriale Streit, bei dem die EU Strafmaßnahmen verhängte. Vorhersagbar ignorierte die EU die Besetzung Nordzyperns durch die Türkei und Marokkos Besetzung der Westsahara.

Es hat in der schweizerischen Legislative ausgleichende Kräfte gegen die Finanzierung von BDS gegeben. Die EU-Länder hingegen sind in Sachen Versuchen der Beschränkung von Steuergelder für BDS-Aktivitäten weitgehend inaktiv geblieben.

Es gibt in Europa auch Hinweise auf Verbindungen zwischen der Finanzierung von Terror und BDS. Der Fall der verurteilten PFLP-Terroristin Leila Khaled ist ein Lehrbuchbeispiel für das Zusammenspiel von BDS und Terrorfinanzierung. Obwohl die PFLP von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft ist, haben Spanien, Deutschland, Österreich und die Niederlande sowie andere europäische Länder Khaled erlaubt Vortragsreisen zu unternehmen, die BDS und Gewalt gegen Israel propagieren.

Nachdem ich über Bankkonten von BDS-Gruppen berichtete, die Khaled finanzieren und helfen, schlossen Banken in Österreich wie die BAWAG Konten der BDS-Gruppe Österreichisch-Arabisches Kulturzentrum.

Der Leiter von BDS Südafrika, Farid Esack, ein islamistischer Theologe, ist ebenfalls als Finanzier von Leila Khaled unter Beschuss geriet. Esack tourt regelmäßig durch Europa. Ein privates Hotel kündigte wegen seiner unappetitlichen Vergangenheit einen Vertrag mit BDS Österreich. Fotos von Leila Khaled stehen auf der Internetseite von BDS Südafrika, wo Geld für die PFLP gesammelt wird. Leider befindet sich die Forschung zur weithin ignorierten Terrorfinanzierung durch BDS-Kampagnen gerader erst im Entstehen.

Die Vereinigten Staaten können helfen Israel, seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten, zu stärken, indem sie die EU drängen gegen die BDS-Bewegung hart durchzugreifen. Fast die Hälfte der Bundesstaaten der USA haben Anti-BDS-Gesetze. Der Kongress ist dabei ein hartes Anti-BDS-Bundesgesetz zu beschließen.

Die Vereinigten Staaten haben bereits einige Maßnahmen gegen BDS in Europa getroffen. Beispielsweise sind einige Banken aufgefordert worden Konten zu schließen. Senatoren und Repräsentanten haben sowohl Ermittlungen gegen deutsche Banken, die BDS-Gruppen helfen, als auch die Schließung von BDS-Konten gefordert. Der Aufruf des ehemaligen Senators Mark Kirk nach einer Ermittlung wegen BDS-Konten bei deutschen Banken hat 2016 die Commerzbank – Deutschlands zweitgrößte Bank – veranlasst ein BDS-Konto zu schließen.

Ich hoffe, dass die US-Regierung Banken des Auslands, die der BDS Konten zur Verfügung zu stellen, klar machen wird, dass sie BDS nicht unterstützt und außerdem Banken und Finanzorganisationen sich harten Strafen ausgesetzt sehen könnten. Das sollte auch US-Banken, PayPal und andere Online-Dienstleister einschließen. Solche Strafmaßnahmen müssten Gesetz werden.

Die Verabschiedung von amerikanischen Anti-BDS-Gesetzen auf Bundesebene würde auch ein wichtiger erster Schritt sein, an BDS beteiligten europäischen Unternehmen eine Botschaft zu vermitteln. Solchen Firmen den Zugang zu US-Märkten zu verweigern würde das beste aller Mittel gegen europäische Unternehmen sein, die eng mit der Diskriminierung jüdischer Israelis verbunden sind.

Gruppen der Zivilgesellschaft sollten Kampagnen starten, um BDS-Aktivitäten von Gewerkschaften, der akademischen Welt und der Kirchen zu schwächen und umzukehren. Die amerikanische Arbeiterbewegung ist weitgehend pro Israel. US-Gewerkschaften sollten ihre europäischen Gegenüber kontaktieren, um das Bewusstsein für BDS als faschistischer Antiarbeiterbewegung zu steigern.

Das jüdische Arbeiterkomitee in New York City hat einige herausragende Arbeit in der Gewerkschaftswelt geleistet, um BDS zu stoppen. 2007 stellte es die Unterstützung des DGB, der wichtigsten deutschen Gewerkschaft, für die Bekämpfung von BDS sicher.

Um BDS effektiv zu bekämpfen müssen auch die Basisorganisationen gestärkt werden. Im Bereich der Zivilgesellschaft müssen weitere Ressourcen und Aktionen entwickelt werden.

BDS demaskieren: Eine neue Methode zur Bekämpfung der Bewegung ist aufgekommen und sie funktioniert

Von Radioheads eiserner Weigerung sich von Antiisrael-Advokaten unter Druck setzten zu lassen bis zum Bestseller “BDS for Idiots” trumpft der Kampf gegen die Bewegung auf.

Barry Shaw, The Jerusalem Post, 15. Juli 2017

Rod Steward kommt vor seinem Konzert in Tel Aviv am 13. Juni 2017 in Israel an. (Foto: LIOR KETER)

Nachdem der BDS-Bewegung Jahrzehnte lang ein freies Spielfeld überlassen wurde, auf dem sie ihre Beschuldigungen gegen Israel spinnen konnte, ist ein Trend erkennbar, der etwas gegen das Wirrwarr ihres Narrativs erreicht. Langsam aber sicher werden Fortschritte gegen die radikalen Beschuldigungen gemacht, die gegen den jüdischen Staat abgefeuert wurden.

Die alte Taktik Israel als Start-up Nation zu kennzeichnen, ist nur von begrenztem Wert. Welchen Nutzen hat das Lob der Wunder von Waze, wenn die andere Seite die negative emotionale Bildsprache eines zionistischen Staates als Kindermörder und brutale Besatzer nutzt? Stattdessen fasst eine neue Strategie Fuß. Nehmt Israel aus der Gleichung heraus. Richtet den Scheinwerfer auf unsere Feinde. Konzentriert euch auf die Botschaft und den Charakter unserer Gegner von der BDS. Zielt au diejenigen, die Israel und die Juden angreifen und kontert direkt gegen sie. Entlarvt sie und entlarvt ihre Scheinheiligkeit und Lügen.

Die antiisraelischen BDS-Befürworter sind in einer Falle gefangen, die sie selbst aufgestellt haben, nämlich dem Mangel an Argumenten und oft tief sitzendem Antisemitismus, der sie antreibt.

Der Kampf ist eingetreten und es sind rasche Fortschritte gemacht worden. Ein Teil der Offensive beinhaltet die Nennung und das Anprangern der BDS-Feinde Israels. Dies wird oft über die sozialen Medien gemacht, so der Internetseite Canary Mission, die Einzelpersonen und Gruppen dokumentiert, die Hass auf Israel Juden an US-Universitäten propagieren. Ihre Seite katalogisiert Personen und Gruppen, indem sie ihre Namen und Standorte auflistet, zu welcher radikalen Gruppe sie gehören, welche Rolle sie spielen und eine ausführliche Beschreibung des negativen Handelns oder von ihnen gemachten Äußerungen. Zu ihren Profilen gehört normalerweise ein Porträtfoto. Oft beinhaltet das Profil der Person auch ihre Präsenz in den sozialen Medien.

In der Vergangenheit übten Unterhaltungspersönlichkeiten oft in der Kulturwelt Einfluss aus. Vor kurzem ist ihre radikale Einseitigkeit offengelegt worden und sie werden zunehmend ignoriert. Ein Beispiel dafür ist Roger Waters mit seinem „Pink Floyd“-Ruhm. Einst eine Ikone des BDS wurde er zur Lachnummer, von Künstlern verrissen, die seine Forderungen an sie Israel zu boykottieren ignorierten. Aerosmith wurden bald von Radiohead, Rod Steward und die Pet Shop Boys mit Auftritten vor riesigem Publikum in Israel gefolgt.

Nachdem er Radiohead Monate lang unter Druck setzte, verprügelte Thom Yorke von der Band Radiohead Waters mit einem vernichtenden Interview im Rolling Stone fertig, indem er ihm sagte: „Es ist völlig respektlos davon auszugehen, dass wir entweder zu falsch informiert oder zu zurückgeblieben sind, um eigene Entscheidungen zu treffen.“

Yorke fuhr fort: „Ich fand es als extrem bevormundend, richtig ärgerlich, dass ein Künstler, den ich respektiere, glaubt, wir seien nach all den Jahren nicht in der Lage eine eigene moralische Entscheidung zu treffen.“

Radioheads moralische Entscheidung bestand darin nach Israel zu komme und ihre multikulturellen Fans zu unterhalten.

Charles Asher Small, der Gründer des Institute for the Study of Global Antisemitism and Policy (ISGAP – Institut zur Beobachtung von weltweitem Antisemitismus und Politik) an der McGill University, sagte Teilnehmern der jährlichen IDC Herzliya Conference, dass seine NGO mit der Dokumentation „Wish Your Weren’t Here“ (Ich wünschte, du wärst nicht hier) arbeitet, die zeitgenössischen Antisemitismus und die BDS-Bewegung untersucht. Er weist auf Waters‘ Geschichte antijüdischer Bildsprache hin, zu der gehört, dass er bei seinen früheren Konzerten einen Ballon in der Form eines Schweins mit Davidstern und Dollarzeichen auf dessen Körper schweben ließ, dazu seine Gleichsetzungen Israels mit den Nazis. Eine neue ISGAP-Webseite ruft als Vergeltung zum Boykott der Konzerte von Waters auf. Die Internetseite wednontneedrogerwaters.com (wir brauchen Roger Waters nicht) fordert die Leute auf eine Petition zu unterschreiben, die andere drängt aus Protest seine Konzerte zu meiden.

„BDS for Idiots“, 2016 ein Bestseller-Buch, drängte Anti-BDS-Aktivisten Israel aus der Gleichung zu nehmen, wenn mit BDS-Aktivisten diskutiert wird und sich stattdessen auf das BDS-Narrativ zu konzentrieren. Das Buch weist darauf hin, dass wir uns in einem intellektuellen Jiu-Jitsu-Kampf befinden, in dem unsere Anti-BDS-Aktivisten die Schwachpunkte der BDS finden müssen, von denen es viele gibt; sie müssen effektiv genutzt werden, um ihre Argumente effektiv aus dem Gleichgewicht zu bringen und letztlich zunichte zu machen.

Das Buch beschreibt ausführlich die offenkundigen Fakten, wie diejenigen, die vorgeben propalästinensisch zu sein, dabei ertappt werden sich nicht wirklich um palästinensisches Leben zu kümmern, ihm sogar Schaden zuzufügen.

Belege dafür wurden klar, als BDS-Proteste dazu führten, dass SodaStream seine Fabrik von Mischor Adumim in Judäa und Samaria in den Negev verlegte, was hunderte palästinensischer Arbeiter in die Arbeitslosigkeit schickte. Palästinensisches Leben wurde geschädigt, aber die BDS betrachtete das als Sieg.

Vor kurzem fanden SodaStream und die israelische Regierung eine Möglichkeit, wie die palästinensischen Arbeiter mi Bussen in die neue Fabrik in Rahat gebracht werden können, damit sie wieder eingestellt und mit ihren jüdischen und beduinischen Kollegen wiedervereint werden können.

Dieser Fall illustriert eindeutig, wer Schaden zufügt und wer sich um palästinensische Arbeiter sorgt. Er entlarvt die verlogene Botschaft der BDS.

Proisraelische Gruppen sind angesichts der Entdeckung überrascht gewesen, wie einfach es ist die BDS aufzuhalten, indem man in die Offensive geht.

In Spanien habe Angel Mas und seine proisraelische juristische Organisation ACOM mehrere von spanischen Städten unternommene BDS-Aktionen aufgehoben, indem sie gegen Entscheidungen von Stadträten zum Boykott von Israel klagten. Dazu gehören La Guardia, der Madrider Bezirk Rivas Vacia, der Bezirk Olesa in Barcelona, Campezo und Valencia.

Wenn BDS in Spanien besiegt wird, dann wegen Angel Mas und ACOM.

Die Anwendung örtlicher Gesetze hat den UK Lawyers for Israel (UKLFI) zahlreiche Erfolge eingebracht; dabei handelt es sich um eine Freiwilligengruppe britische Anwälte, die gegen BDS-Beschlüsse von Studentenorganisationen an verschiedenen britischen Universitäten vorgingen, indem sie Campus-Verwaltungen benachrichtigten, dass die Umsetzung von Forderungen der BDS-Studenten zum Boykott Israels sie in schweren Rechtsbruch der britischen Gesetze für Wohlfahrtseinrichtungen bringen würden, was ihren Gemeinwohlstatus gefährden würde, durch den sie Regierungsgelder erhalten. Zu den britischen Universitäten, an denen BDS-Beschlüsse dank UKLFI zu zahnlose Abstimmungen wurden, zählen das Kings College, City University, SOAC, University College London, Warwick, York Brunel und East Anglia.

Das Trustte Boad of Edinburgh University hob eine BDS-Entscheidung auf, nachdem die Israel Engagement Society der Universität mit juristischer Unterstützung der UK Lawyers for Israel intervenierte. UKLFI half außerdem der proisraelischen Studenteninitiative Stand With Us UK dabie die Bath University dazu zu bringen BDS abzulehnen.

UKLI hilft individuellen Studenten und Gruppen Antisemitismus zu kontern, den sie an Universitäten oft seitens hasserfüllter BDS-Aktivisten erfahren.

Die juristischen Anti-BDS-Aktiviten von UKLFI beschränken sich nicht auf Universitäten. Jonathan Turner, der Gründer von UK Lawyers for Israel, sagte gegenüber The Jerusalem Report, dass seinen juristische Freiwilligengruppe mit Hilfe weiterer Spender und Freiwilliger weit mehr tun könnte.

Gilad Erdans Strategic Affairs Ministry schloss sich der gemeinsamen Herangehensweise gegen die an, die Israel delegitimieren wollen. Im Juni startete der Dienst die neue informative Internetseite 4IL.org.il, die Karikaturen und kurze Videos beinhaltet, mit denen BDS-Lügen entlarvt werden.

Amerikanische Städte und Bundesstaaten müssen gegen BDS zurücktreten. Im Mai wurde Nevada der 20. US-Bundesstaat, der ein Gesetz beschloss, mit dem BDS illegal gemacht wurde. Dieser Erfolg war die Frucht des Ausschusses Christliche Verbündete, einer amerikanischen Gruppe, die sich der Stärkung der Beziehungen zwischen Christen und Israel widmet, sowie der juristischen Expertenarbeit von Prof. Eugene Kontorovich über die Israel Allies Foundation.

Das ergab sich nach einem zufälligen Treffen von Kontorovich und Alan Clemmons, einem Abgeordneten des Bundesstaatsparlaments South Caroline. Bei einem Besuch in Israel traf Clemmons den Eigentümer von AL Solutions, einer Firma, die von BDS betroffen war. Diese israelische Firma hatte eine Fabrik in Clemmons‘ Bundesstaat eröffnet.

Clemmons erkannte schnell den finanziellen Schaden, den BDS seinem Staat finanziell wie gesellschaftlich zufügen konnte, sollte dem Tun der BDS Arbeitslosigkeit folgen. Clemmons sagte über sein Treffen mit Kontorovich: „Hier war einer hellsten Köpfe der Welt, was das Angehen der BDS unter der US-Verfassung betrifft.“

Sein Staat war ein früher Initiator von Anti-BDS-Gesetzgebung. Quer durch Amerika und weltweit muss BDS auf lokaler, städtischer und staatlicher Ebene demaskiert und geächtet werden.

Der Widerwille der Regierung antiisraelische Propaganda effektiv zu bekämpfen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Jahrzehnte lang haben viele arabische Propagandisten und westliche Aufwiegler Israel dämonisiert. Trotzdem gibt es in der israelischen Regierung keine Organisation, die einen detaillierten Überblick über die Verleumder des Landes und ihr Tun hat. Das bizarr zu nennen ist noch eine beschönigende Umschreibung.

Man kann diese Absurdität besser verstehen, wenn man damit vergleicht, wie Israel mit anderen Arten von Angriffen gegen sich umgeht. Antiisraelischer militärischer Aggression ist mit einer zunehmend effizienten IDF begegnet worden. Der Generalstabsvorsitzende und die obersten Kommandeure der IDF haben einen Überblick über das militärische Schlachtfeld und die wichtigen Feindakteure.

Um seinen Feinden entgegenzutreten musste Israel auch drei Geheimdienste gründen: Den Mossad, die Israel Security Agency – besser als Schabak bekannt – und den militärischen Geheimdienst Aman. Im Lauf der Jahre hat sich die Leistung dieser drei Dienste verbessert. Sie unternehmen eine Menge, um innerhalb ihrer jeweiligen Fachgebiete so viel wie möglich über Israels Feinde in Erfahrung zu bringen. Ihre Top-Leute haben die Übersicht über das Schlachtfeld in ihrem Bereich.

Als sich in den letzten Jahren mit der Cyber-Kriegsführung ein neues Aggressionsfeld entwickelte, erkannte die israelische Regierung die Gefahr und investierte stark in die Cyber-Verteidigung. Von Israel wird erwartet, dass es zu den Weltführenden gehört, da dieses Feld sich dahingehend entwickelt, dass zunehmend hochentwickelter Cyber-Kriegsführung entgegengetreten werden muss.[1] Jede der Abteilungen, die den verschiedenen Typen der Aggression entgegentritt, entwickelt auch eine bestimmte organisatorische Kultur unter ihren Beschäftigten. Das hilft enorm den Feinden Israels die Stirn zu bieten.

Antiisraelische Propagandathemen haben sich oft aus alten Kernmotiven des Antisemitismus vieler Länder entwickelt. Für viele Europäer ist Antiisraelismus ein Ersatz für einen derzeit nicht sehr salonfähigen Antisemitismus geworden. Es ist leicht verstehen, dass eine Verteidigung gegen Aufwiegler über eine Organisation im Feld der Propagandabekämpfung strukturiert werden sollte, die vom Konzept her den Abteilungen in den oben erwähnten Bereiche ähnelt.

Zumindest ein jüdischer Leiter im Ausland hat in den letzten Jahren gegenüber das Problem der Propagandabekämpfungsorganisation gegenüber Premierminister Netanyahu thematisiert. Ich habe es im Verlauf der Jahre mit einigen Politikern diskutiert. Oft verstehen sie die Notwendigkeit eine solche Agentur zu schaffen. Man muss ihnen also nicht erklären, dass man Propaganda nicht mit sogenannter öffentlicher Diplomatie – oder Hasbara, wie sie weithin bekannt ist – bekämpfen kann.

Die möglichen Gründe dafür, den logischen und notwendigen Schritt der Gründung einer Propagandabekämpfungsagentur zu tun, bleiben schleierhaft. Im Verlauf der Jahre habe ich eine Reihe von Argumenten entwickelt, die zusammen einige Erklärungen für dieses Versagen liefern können. Eines davon lautet, das derzeit drei Ministerien einige Teile der Propagandaangriffe auf Israel und/oder Antisemitismus bekämpfen. Ihnen die Verantwortung in diesem Bereich zu nehmen würde einen weiteren politischen Kampf bedeuten, von denen der Premierminister bereit mehr hat als ihm lieb ist.

Ein zweiter Grund besteht darin, dass man, um effektiv gegen Propaganda vorgehen zu können, ein vernünftiges Verständnis der verschiedenen Täterkategorien haben muss. Wir leben nicht länger in der uralten Realität des christlich-religiösen Antisemitismus, in der die großen Angriffe von einer begrenzten Zahl an Haupttätern kommen: ursprünglich die römisch-katholische Kirche, der viele Jahrhunderte später auch Martin Luther und einige andere protestantische Konfessionen folgten. Beim zweiten wichtigen antijüdischen Ausbruch danach, dem ethnisch-nationalistischen Antisemitismus, wurde die Nazi-Bewegung samt ihrem Anhänger dominant. Ihre Erscheinungsformen des Antisemitismus waren entsetzlich, aber einfach zu analysieren.

Im heutigen, fragmentierten, aber bedeutenden Antiisraelismus gibt es solche Transparenz nicht. Führende Täter kommen aus muslimischen Ländern, Muslimen in der westlichen Welt, den Medien, Politikern aus verschiedenen Teilen des Parteienspektrums, von Akademikern, Kirchenleitern, NGOs, Gewerkschaften, aus den sozialen Medien, von selbsthassenden Juden und anderen Teilen der Gesellschaft. Diese Zersplitterung ist für die „postmoderne“ Zeit typisch.

Ein dritter Grund hat mit den eingefahrenen Traditionen des jüdischen Masochismus zu tun. Elemente davon findet man bereits in der hebräischen Bibel.[2] Diese Strömung des Judentums hat sich in der Diaspora über zwei Jahrtausende lang entwickelt. Physische Verfolgung und Antisemitismus wurden von vielen Juden als „normal“ betrachtet. Diese Einstellung war eine integrale Komponente dessen, was man „Galut-Mentalität“ nennt. Die israelische Gesellschaft mit ihren vielen Immigranten ist zum Teil mit solch masochistischen Gefühlen durchzogen. Sie werden oft von Pseudo-Moralisten zum Ausdruck gebracht, die die grausame Natur unserer Feinde ignorieren.

Ein vierter Grund lautet, dass manche glauben, ein nicht allzu gewalttätiger Antisemitismus in der Diaspora sei gut für Israel, denn das führe zu Aliyah sogar aus westlichen Ländern. So ist es zum Beispiel bei Frankreich der Fall.

BDS ist weit davon entfernt für Israel eine Bedrohung zu sein. Vielmehr sind es die gemeinsamen Anstrengungen den jüdischen Staat zu delegitimieren. Selbst die Initiatoren des BDS-Projekts auf der Antirassismus-Konferenz der NGOs in Durban 2001 begriffen, dass ihr Hauptzweck darin bestand ein Propagandamittel gegen Israel zu haben. Hätte es eine Propagandaabwehragentur gegeben, hätte der Großteil der BDS-Aktivitäten schon früh gestoppt werden können.

Die vielleicht größte Hoffnung die notwendige Gründung einer Propagandabekämpfungsagentur zu fördern ist die Knesset. Das könnte erreicht werden, wenn ein paar ihrer Mitglieder zusammenkommen, um die Gründung einer solchen Agentur systematisch voranzubringen. Es hat im Verlauf der Jahre mehr als genug Mahnungen gegeben diese Aktion zu anzuregen. Zu den jüngsten davon gehören die absurden und hasserfüllten UNESCO-Resolutionen. Es gibt keinen Zweifel, dass viele weitere wichtige hetzerische Taten gegen Israel und zur Verleumdung des Staates auf dem Weg sind.

[1] http://fortune.com/2015/09/01/why-israel-dominates-in-cyber-security

[2] http://www.jpost.com/Opinion/From-Abraham-to-Woody-Allen-The-Jewish-masochist-tradition-409614