Ich fürchte, …

… diese meines Erachtens noch sehr zurückhaltende Antwort von Caroline Glick auf eine unglaubliche, bodenlose Frechheit des dänischen Botschafters in Sachen zweierlei Maß der Europäer gegenüber Israel wird auch wieder nur beleidigt als grundloser Ausbruch abgetan werden. Sie hat es verdient weithin verbreitet zu werden. Sie muss bekannt gemacht werden, weil sie so zutreffend ist.

Danke, Yvaine:

Jesper Vahr: Nun, vielen Dank. Ich muss sagen, ich bin etwas besorgt über das Niedermachen von Europa. Da gibt es die Anschuldigung, Europa wende einen Doppelstandard an, es würde diskriminieren, und es ging über die Verhältnismäßigkeit und die zivilen Opfer im Gaza-Konflikt. Lassen Sie mich dazu Folgendes sagen: Ich glaube, Israel sollte darauf bestehen, dass wir Sie diskriminieren und dass wir zweierlei Maß anlegen. Denn Sie sind einer von uns. Wir schauen nicht nach Israel, und manchmal heißt es von Seiten einiger israelischer Gesprächspartner: ‘Schauen Sie, was in Syrien los ist, schauen Sie, was anderswo los ist.’ Das ist nicht der Standard, an dem Sie gemessen werden, und es ist sicherlich nicht der Standard, an dem Israel gemessen werden will. Also glaube ich, Sie haben das Recht, darauf zu bestehen, dass wir zweierlei Maß anlegen und Sie nach demselben Standard beurteilen wie alle anderen Länder im europäischen Kontext.

Herb Keinon: Aber ist das nicht herablassend gegenüber den Palästinensern, wenn Sie sagen, wir messen Israel an einem höheren Standard als euch?

Jesper Vahr: Ich bin nicht sicher, dass es so ist. Ich glaube, wir haben eine Situation, wo wir erkennen, dass es eine sehr starke Seite bei diesem Konflikt gibt und eine viel schwächere Seite, und in dieser Hinsicht halte ich es für ganz natürlich, wenn wir unseren langjährigen Partner Israel, mit dem wir intensiv in Handel, in Kulturangelegenheiten usw. zusammenarbeiten, auf andere Weise in die Pflicht nehmen wie andere Länder.

Caroline Glick: Ich halte diese herablassende Haltung uns gegenüber, dass wir froh sein sollten, dass Sie einen eigenen Standard für Israel haben, in Wirklichkeit für eine Verachtung unserer Intelligenz, tut mir leid. Ich halte es für Besessenheit. Ich erachte Europas lebhaftes Interesse am Nahen Osten, insbesondere an Israel, als eine Besessenheit, und Juden kennen diese Besessenheit von den Europäern schon seit der Zeit von Jesus. Und wir wissen, was es ist. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist die ‘gemeinsame Kultur’. Wirklich? Wir achten das internationale Gesetz, Ihr jedoch erfindet es. 2001 gab es die bindende Resolution 1373 des UN-Sicherheitsrates, deren Kapitel 7 es jeder einzelnen UN-Mitgliedsnation verbietet, Terrororganisationen zu finanzieren oder sonstwie zu unterstützen. Und Sie pumpen Milliarden von Euros in den Wiederaufbau des von Terroristen kontrollierten Gaza. Dies ist eine Verletzung verbindlichen internationalen Rechts, dem Sie verpflichtet sind. Auf der anderen Seite gibt es dann das imaginäre internationale Gesetz, laut dem Sie ‘verpflichtet sind, jüdische Produkte aus Jerusalem und Judäa und Samaria zu sanktionieren’. Ein solches bindendes Gesetz gibt es nicht. Sie finanzieren Siedlungen in der Westsahara. Sie finanzieren sie. Sie finanzieren sie unmittelbar. Das ist kein Doppelstandard – das ist ein einzigartiger Standard, der nur für Israel gilt. Es geht nicht um internationales Gesetz. Es geht um Ihr zwanghaftes Bedürfnis, ständig auf dem jüdischen Staat herumzuhacken. Und nein, ich möchte nicht stolz darauf sein, dass Sie uns mit einem anderen Maß messen als unsere Nachbarn, da Sie unsere Nachbarn nicht als Menschen betrachten, sondern sie quasi zum Objekt erklären. Der einzige Akteur in der gesamten Region sind die Menschen, die sie auslöschen wollen. Und die einzigen, die nach ihren Handlungen beurteilt werden – und immer negativ -, sind die Menschen, die alles Menschenmögliche tun, mehr als Europa, mehr als die Vereinigten Staaten, mehr als irgendein anderes Land, um das Leben der Palästinenser zu schützen. Mit allem gebührenden Respekt – und ich wäre froh, wenn ich vor Europa mehr Respekt haben könnte -, aber Ihre Behandlung Israels, Ihr ganz besonderer Standard, Ihr zwanghaftes Bedürfnis, ständig auf dem jüdischen Staat herumzuhacken, macht es sehr sehr schwierig zu entscheiden, ob Ihre Aussagen wie ‘Oh, Gaza sollte entmilitarisiert werden’ hilfreich sind. Der einzige Weg, und Sie wissen das, der einzige Weg, wie man Gaza entmilitarisieren könnte, wäre, wenn sich Israel Gaza zurückholt. Das ist der einzige Weg. Die einzige Militärorganisation hier, die keine Terrororganisation und auch keine terrorunterstützende Organisation ist, ist die IDF. Und dafür werden wir verurteilt, dafür wird gegen uns ermittelt, dafür wird uns jeden einzelnen Tag der Prozess gemacht. Unsere Soldaten werden von euch verurteilt, unsere Soldaten werden Mörder genannt, weil sie unsere Familien beschützen, und es tut mir leid, aber es fällt mir sehr schwer, für diese Art Verhalten noch irgendeinen Respekt zu zeigen.

Herb Keinon: Ich glaube, Ihr Punkt ist deutlich geworden. Ich möchte dem europäischen Botschafter die Gelegenheit geben, darauf zu antworten.

Israel und arabische Demokratie

Caroline Glick, 4. Februar 2011

Im Verlauf der letzten Woche ist Israel kritisiert worden, es unterstütze den demokratischen Wandel in Ägypten nicht ausreichend. Während Premierminister Benjamin Netanyahu darauf Acht gab die Sache der Demokratie zu loben, während er vor den Gefahren einer islamische Machtergreifung im bevölkerungsreichsten arabischen Staat warnte, sind viele Israelis nicht so diplomatisch gewesen.

Um zu verstehen warum, muss man eine kleine Tour durch die arabische Welt unternehmen.

Mitten in der tunesischen Revolution des letzten Monats stellte die Jewish Agency Geld für die Evakuierung der Mitglieder der jüdischen Gemeinde des Landes, die es zu verlassen wünschten. Bis zum ende der französischen Kolonialherrschaft 1956 zählte die jüdische Gemeinschaft Tunesiens 100.000 Mitglieder. Aber wie in allen jüdischen Gemeinschaften in der arabischen Welt zwang das Aufkommen des arabischen Nationalismus Mitte des 20. Jahrhunderts die überwältigende Mehrzahl der tunesischen Juden das Land zu verlassen. Heute gehört die winzige jüdische Gemeinschaft Tunesiens mit zwischen 1.500 und 3.000 Mitgliedern zu den größten in der arabischen Welt.

Bisher haben sechs Familien das Land Richtung Israel verlassen. Viele weitere dürften folgen. Vor zwei Wochen sagte Daniel Cohen von der jüdischen Gemeinschaft Tunesiens der Ha’aretz: „Wenn die Lage sich weiter entwickelt wie im Moment, werden wird definitiv das Land verlassen oder nach Israel auswandern müssen.“

Seitdem ist Rached Ghannouchi, der Führer der islamistischen Partei Tunesiens, Ennahda, nach 22 Jahren im Exil in London nach Tunesien zurückgekehrt. Er war vom Regime des vertriebenen Präsidenten Zine el-Abidine Ben-Ali wegen Terrorismus-Vorwürfen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Dann legten Montagabend nicht identifizierte Angreifer Feuer an einer Synagoge in der Stadt Ghabes und verbrannten die Thora-Rollen. Im Interview mit AFP sagte Trabelsi Perez, der Präsident der Ghriba-Synagoge, das Verbrechen sei um so schockierender angesichts der Tatsache, dass sie geschah, als Polizei in der Nähe stationiert war.

Am Tag nach dem Anschlag widersprach Roger Bismuth, Präsident der jüdischen Gemeinschaft Tunesiens, der Ansicht, die Verbrennung der Thora-Rollen habe etwas mit Antisemitismus zu tun. Der Mann, der die jüdische Gemeinschaft Tunesiens vor dem Aufkommen des neuen Regimes repräsentierte, sagte der Jerusalem Post, der Anschlag sei der Fehler der Juden, „weil sie [die Synagoge] offen gelassen hatten… Das ist kein Anschlag auf die jüdische Gemeinde.“

Die Angst, die jetzt bei den Juden Tunesiens umgeht, überrascht nicht. Dieselbe Angst ergriff die weit kleinere jüdische Gemeinschaft, nachdem die USA und Großbritannien 2003 Saddam Husseins Regime stürzten. Die irakische Gemeinschaft war bis zum Zweiten Weltkrieg die älteste und wohl erfolgreichste jüdische Gemeinschaft in der arabischen Welt. Ihre 150.000 Mitglieder waren während der Zeit der britischen Herrschaft führende Geschäftsleute und Staatsbedienstete.

Nach der Gründung Israels entzog die irakische Regierung den Juden des Landes die Staatsbürgerschaft, zwang sie zur Flucht und stahl ihr Eigentum bis hin zu ihren Eheringen. Das enteignete Eigentum der irakischen Juden ist heute auf mehr als 4 Milliarden Dollar wert.

Nur 7.000 Juden blieben nach der Massen-Aliyah von 1951 im Irak. Bis zum  Sturz Saddams im Jahr 2003 verblieben nur noch 32 Juden. Sie waren hauptsächlich Alte und Verarmte. Und Dank der Drohungen der Al-Qaida und der Schikanierung durch die Regierung waren sie alle gezwungen zu fliehen.

Kurz nachdem sie Saddam stürzten, fanden US-Streitkräfte die Archive der jüdischen Gemeinschaft, die im Keller des Gebäudes der Geheimpolizei in Bagdad überschwemmt waren. Das Archiv wurde getrocknet und eingefroren und zur Konservierung in die USA geschickt. Letztes Jahr verlangte die irakische Regierung trotz der Tatsache, dass Saddams Geheimpolizei das Archiv nur in seinem Besitz hatte, weil sie es den Juden stahl, seine Rückgabe als nationaler Schatz.

Als der umkämpfte ägyptische Präsident Hosni Mubarak seine Gegenoffensive gegen die regierungsfeindlichen Demonstranten begann, fingen seine Sprachrohr an zu behaupten, die Demonstranten seien vom Mossad aufgehetzt worden.

Die gegen das Regime Protestierenden ihrerseits behaupten, Mubarak sei eine israelische Marionette. Die Demonstranten schwenken Plakate mit Mubaraks Abbild, das mit einem Davidstern bepflastert ist. Das Foto eines Bildnisses des neu ernannten Vizepräsidenten und Geheimdienstchefs Omar Suleiman brannt auf dem Tahrir-Platz und zeigte ihn als Juden dargestellt.

Am Mittwochabend brachte Zvi Yehezkeli, Kommentator für Arabisches bei Kanal 10 einen bedrückenden Bericht zum Status der Gräber jüdischer Weiser, die in der muslimischen Welt verbrannt wurden. Der Bericht hielt die Reisen von Rabbi Yisrael Gabbai fest, einem ultraorthodoxen Rabbiner, der sich die Mühe machte diese wichtigen Schreine zu bereisen. Wie Yehezkeli berichtete, reiste Gabbai letzte Woche in den Iran und besuchte die Gräber der Purim-Helden Königin Esther und Mordechai, des Juden sowie die der Propheten Daniel und Habakuk.

Er war bewegt in den Iran reisen zu können, nachdem Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Zerstörung der Gräber von Esther und Mordechai befahl. Die iranischen Medien folgten Ahmadinedschads Erlass mit einer Kampagne, in der sie behaupteten Esther und Mordechai seien für die Ermordung von 170.000 Iranern verantwortlich.

Gabbais Reisen haben ihn in den Iran, den Gazastreifen, den Jemen, Syrien, den Libanon und darüber hinaus geführt. Und in der gesamten arabischen und muslimischen Welt sind jüdische Friedhöfe, wie auch die schwindenden jüdischen Gemeinden, das Ziel antisemitischer Angriffe. „Wir reden über tausende Friedhöfe in der gesamten arabischen Welt. Es ist überall dasselbe Problem“, sagte er.

Israelis sind in unserer Kritik an der westlichen Unterstützung für die Regimegegner in Ägypten überwältigend unverblümt; das liegt an unserer tief sitzenden Besorgnis, dass das derzeitige Regime durch eines ersetzt wird, das von der Muslimbruderschaft beherrscht wird. Diese repräsentiert ein Minimum von 30 Prozent der Ägypter und sie ist, abgesehen von dem Regime, die einzige gut organisierte politische Kraft des Landes.

Die organisatorischen Fähigkeiten der Muslimbrüder und ihre Bereitschaft Gewalt einzusetzen, um ihre Ziele zu erreichen, wurde wahrscheinlich innerhalb von Stunden nach dem Beginn der Unruhen demonstriert. Kurz nachdem die Demonstrationen begannen, wussten Agenten des palästinensischen Zweigs der Muslimbruderschaft im Gazastreifen – das ist die Hamas – dass sie die Grenze in den Sinai zu überschreiten hatten. Und letzten Donnerstag wurde eine Polizeiwache in Suez mit Panzerfäusten und Brandsätzen angegriffen.

Die Hamas hat eine lange Geschichte an Operationen im Sinai. Sie hat auch enge Verbindungen mit Beduinen-Banden in der Gegend, von denen berichtet wird, sie seien am Angriff auf eine weitere Polizeiwache im nördlichen Sinai beteiligt gewesen.

Der westlichen – und besonders amerikanischen – Bereitschaft vorzugeben, dass die Muslimbruderschaft irgendetwas anderes als eine totalitäre Bewegung ist, wird von den Israelis mit Unglaube und Erstaunen aus dem gesamten politischen Spektrum begegnet.

Es ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Muslimbruderschaft an die Macht kommt, nicht eine Abneigung für arabische Demokratie, die bei Israel dafür gesorgt hat den Volksaufstand gegen Mubaraks Regime zu fürchten. Wäre die Muslimbruderschaft in Ägypten kein Faktor, dann wäre Israel vermutlich gegenüber den Ereignissen dort einfach gleichgültig gewesen, wie es das gegenüber der Entwicklung der Demokratie im Irak und dem Volksaufstand in Tunesien war.

Israels Gleichgültigkeit gegenüber der Demokratisierung der arabischen Welt ist für einige seiner traditionellen Unterstützer in konservativen Kreisen in den USA und Europa Grund für Betroffenheit gewesen. Den Israelis wird Provinzialismus vorgeworfen. Als Bürger der einzigen Demokratie im Nahen Osten werden wir gerügt, dass wir Demokratie bei unseren Nachbarn nicht unterstützen.

Fakt ist, dass die israelische Gleichgültigkeit für demokratische Strömungen in arabischen Gesellschaften nicht Provinzialismus geschuldet ist. Die Israelis sind gleichgültig, weil wir erkennen, dass egal, ob sie unter autoritärer Herrschaft oder in einer Demokratie lebt, für die arabische Welt das einigende Empfindung der Antisemitismus ist. Entzweit entlang sozioökonomischen, Stammes- religiösen, politischen, ethnischen und anderen Linien ist der Kleber, der die arabischen Gesellschaften zusammenbindet, der Hass auf Juden.

Eine Meinungsumfrage des Pew Research Center zu arabischen Haltungen zu Juden vom Juni 2009 macht das klar. 95 Prozent der Ägypter, 97% der Jordanier und Palästinenser sowie 98 Prozent der Libanesen brachten nachteilige Meinungen über Juden zum Ausdruck. Drei Viertel der Türken, Pakistanis und Indonesier äußerten sich ebenfalls feindselig gegenüber Juden.

In der gesamten arabischen und muslimischen Welt ist völkermörderische, antisemitische Propaganda alles durchdringend. Prof. Robert Wistrich schrieb: „Die Allgegenwart des Hasses und der Vorurteile, der von diesem Hardcore-Antisemitismus veranschaulicht wird, übersteigt die Dämonisierung früher historischer Perioden – ob der des christlichen Mittelalters, der Spanischen Inquisition, der Dreyfus-Affäre in Frankreich oder der Judeophobie des zaristischen Russland. Das einzige vergleichbare Beispiel wäre das Nazideutschlands, bei dem wir ebenfalls von einem ‚eliminatorischen Antisemitismus‘ völkermörderischen Ausmaßes sprechen können, der letztlich im Holocaust gipfelte.“

Das ist der Grund, dass für die meisten Israelis die Frage, wie die Araber regiert werden, so irrelevant ist wie es die Ergebnisse der US-Präsidentenwahlen von 1852 für die amerikanischen Schwarzen waren. Da beide davon ausgeschlossen waren, ist ihnen gleichgültig, wer an der Macht ist.

Was diese Zahlen und das antisemitische Verhalten der Araber den Israelis zeigen: Es macht keinen Unterschied, welches Regime wo herrscht. So lange die arabischen Völker Juden hassen, wird es keinen Frieden zwischen ihren Ländern und Israel geben. Niemand wird für besser sein als Mubarak. Es kann nur dasselbe sein oder schlechter werden.

Das ist der Grund, dass niemand von der demokratisch gewählten irakischen Regierung erwartet, dass sie einen Friedensvertrag mit Israel schließt oder auch nur die Beendigung des offiziellen Kriegszustands mit dem jüdischen Staat erwartet. In der Tat bleibt der Irak im offiziellen Kriegszustand mit Israel. Und nachdem der unabhängige Abgeordnete Mithal al-Alus Israel im Jahr 2008 besuchte, wurden zwei seiner Söhne ermordet. Alusis Leben bleibt dauerhaft bedroht.

Einer der stärkere Besorgnis erregenden Aspekte der westlichen Medienberichterstattung zu den Tumulten in Ägypten im Verlauf der letzten beiden Wochen war, dass die Medien jede Spur für den Antisemitismus der Demonstranten beseitigten. John Rosenthal stellte das diese Woche im The Weekly Standard heraus, Die Welt in Deutschland brachte ein Foto auf der Titelseite, das im Hintergrund ein Poster Mubaraks mit eine Davidstern auf der Stirn zeigte. Die Bildunterschrift dazu erwähnte das antisemitische Bild nicht. Und die Online-Ausgabe brachte das Foto gar nicht.

Und Schriftsteller Bruce Bawer vermerkte auf der Internetseite von Pajamas Media, dass Jeanne Moos von CNN die Schilder der Demonstranten absuchte, wobei sie feststellte, wie authentisch und herzerwärmend ihre mit Rechtschreibfehlern behafteten englischen Botschaften waren, es aber zu erwähnen versäumte, dass eines dieser von ihnen gezeigten Schilder Mubarak als Juden porträtierte.

Angesichts der obsessiven Berichterstattung der westlichen Medien zum arabisch-israelischen Konflikt, dann scheint es auf den ersten Blick merkwürdig, dass sie die Häufigkeit von Antisemitismus unter den vermeintlich pro-demokratischen Demonstranten ignorieren. Überlegt man dann, so überrascht das nicht.

Wenn die Medien über den überwältigenden Judenhass in der arabischen Welt im Allgemeinen und in Ägypten im Besonderen berichten würden, würden sie das Narrativ des arabischen Konflikts mit Israel ruinieren. Dieses Narrativ erklärt die Wurzeln des Konflikts durch frustrierten arabisch-palästinensischen Nationalismus. Sie leugnen standhaft jegliche tiefer sitzende Antipathie gegen Juden, die auf den jüdischen Staat projiziert wird. Die Tatsache, dass der eine jüdische Staat alleine gegen 23 arabische und 57 muslimische Staaten steht, deren Bevölkerungen in ihrem Judenhass vereint sind, erfordert notwendigerweise eine Überarbeitung des Narrativs. Also wird ihr Hass ignoriert.

Aber wir Israelis brauchen CNN nicht, um uns zu sagen, welche Gefühle unsere Nachbarn uns gegenüber hegen. Wir wissen das schon. Und weil wir das wissen, wünschen wir ihnen mit ihren Demokratiebewegungen zwar alles Glück und würden das Aufkommen einer toleranten Gesellschaft in Ägypten begrüßen, erkennen wir auch, dass die Toleranz enden wird, was die Juden angeht. Und ob sie nun Demokraten oder Autokraten sind, haben wir die Erwartung, dass sie uns weiter hassen werden.

Barack Obama gegen das internationale Recht

Caroline Glick, Jerusalem Post, 25. Juni 2009

US-Präsident Barack Obama formuliert ständig seine Forderung, dass Israel dem jüdischen Volk verbieten soll unsere Häuser und Gemeinden in Jerusalem, Judäa und Samaria zu bauen oder auszubauen, in juristisch klingender Sprache.

Obama hat die Siedlungen „illegitim“ genannt. Und er hat gesagt, dass Israel „unter der Roadmap Verpflichtungen hat“, während er abschätzig auf „Sieldungen, die in Vereinbarungen in der Vergangenheit als illegal kategorisiert wurden“ abhebt.

Außenministerin Hillary Clinton und Obamas Nahost-Gesandter George Mitchell haben wiederholt gleiche Äußerungen getätigt.

Indem sie ihre Forderung danach, dass Israel Juden verbietet Häuser in Israels Hauptstadt und seinem Kernland zu bauen, als juristische Anforderung kleidet, stellt die Obama-Administration Israel als international geächtet dar. Immerhin: wenn der Hausbau für Juden ein Verbrechen ist und Israel den Juden nicht das Bauen von Häusern verbietet, dann ist Israel im besten Fall schuldig ein Verbrechen möglich zu machen; im schlimmsten Fall ist es ein Verbrecherstaat.

Es macht für die Obama-Administration viel politischen Sinn auf diese Weise ihre Argumente gegen Israel aufzustellen. Nach Angaben einer Umfrage der öffentlichen Meinung in den USA, Anfang 2006 von der Boston Review veröffentlicht sind nur 7 Prozent der Demokraten dafür sind Krieg zu führen, um die Demokratie zu verbrieten – gegenüber 53% der Republikaner; 71% der Demokraten, gegen 36% der Republikaner, sind dafür in den Krieg zu ziehen, um den Vereinten Nationen zu helfen „das internationale Recht aufrecht zu erhalten“. Was diese Umfrage zeigt: Für Obama-Unterstützer hat die Vorstellung, dass Israel schlecht behandelt werden sollte, weil es das internationale Recht bricht, großen Nachhall.

Das Problem der Charakterisierung eines Verbots jüdischer Bautiätigkeit in Jerusalem, Judäa und Samaria als rechtliche Verpflichtung Israels ist die, dass Israel nie eine rechtliche Verpflichtung zum Verbot solcher Bautätigkeit auf sich genommen hat. Israel hat nie eine Vereinbarung unterzeichnet, die jüdische Gemeinden als „illegal“ bezeichnete.

Darüber hinaus haben sowohl der Stabschef des ehemaligen Premierministers Ariel Sharon, Dov Weisglass, wie auch Ex-Präsident George Bushs nationaler Sicherheitsberater für den Nahen Osten, Elliot Abrams, mit Äußerungen aktenkundig, dass Sharons viel gerühmte Entscheidung jüdische Bautätigkeit in Judäa und Samaria (niemals aber Jerusalem) zu beschränken, was im Verhandlungsrahmen der Roadmap übereinstimmt; das begründete sich mit einer Reihe ausdrücklicher Verabredungen mit der Bush-Administration, die den Umfang jüdischer Bautätigkeit genau festlegten, die Israel für die Dauer des Friedensprozesses beibehalten würde. Abrams schrieb am Donnerstag im Wall Street Journal: „Das waren nicht einfach nur Vereinbarungen, sondern der Premierminister Israels verließ sich darauf…“

Dazu hat die Regierung Netanyahu, weil die Roadmap nur als Kabinettsentscheidung – anders als eine internationale Vereinbarung – genehmigt wurde, keine rechtliche Verpflichtung sie zu fördern. Tatsächlich kann sie, wenn sie denn will, Israels Anerkennung des Dokuments jederzeit aufkündigen, indem sie einfach erneut darüber abstimmt.

Aus de Perspektive der Obama-Administration vielleicht noch wichtiger ist, dass der Roadmap selbst die Kraft des internationalen Rechts fehlt. Obwohl sie vom Sicherheitsrat verabschiedet wurde, geschah das nicht in Form eines international bindenden Dokuments unter Kapitel VII der UN-Charta. Folglich steht Israel unter keiner internationalen rechtlichen Verpflichtung jüdische Bautätigkeit in Judäa und Samaria oder Jerusalem zu beenden.

Wie die USA hat Israel die Internationale Konvention für bürgerliche und politische Rechte von 1976 unterzeichnet, die unter anderem alle Arten der Diskriminierung von Menschen aufgrund von Religion und Nationalität verbietet. Folglich darf Israel insbesondere keine Juden diskriminieren, die Häuser auf legal kontrolliertem Land in Judäa und Samaria zu bauen wünschen. Als verbindlicher Vertrag hat diese Konvention Vorrang vor der nicht bindenden Roadmap. Fakt ist: Angesichts der nachteiligen Position zu jüdischer Bautätigkeit kann vernünftigerweise argumentiert werden, dass die Roadmap selbst einen Bruch internationalen Rechts fordert.

Und schließlich gibt es immer die Behauptung der Israelkritiker, dass jüdische Gemeinden, die jenseits der Waffenstillstandslinien von 1949 liegen, vermittels der Vierten Genfer Konvention von 1949 illegal sind. Diese Konvention verbietet einer Besatzungsmacht, Teile ihrer Bevölkerung in besetztes Gebiet zu umzusiedeln. Juristische Autoritäten haben lange gestritten, ob diese Konvention auf Judäa und Samaria anwendbar ist, aber selbst wenn, dann „verbietet sie nur staatliches Handeln“, sagt Prof. Avi Bell von der Juristischen Fakultät der Bar-Ilan-Universität. Bell erkärt: „Die Vierte Genfer Konvention besagt nicht, dass sie in irgendeiner Weise einschränkt, was individuelle Juden auf ihrem legal gehaltenen Eigentum tun oder lassen oder wo sie sich entscheiden zu leben oder nicht.“

Während es anhand der Untersuchung hin klar ist, dass die Obama-Administration damit falsch liegt, wenn sie unterstellt, dass Israel durch seine Ablehnung jüdische Bautätigkeit in Judäa, Samaria und Jerusalem zu verbieten internationale rechtliche Verpflichtungen bricht, stellt die Politik der Obama-Administration gegenüber den Palästinensern selbst einen klaren Bruch sowohl bindenden internationalen also auch US-Rechts dar.

Am 28. September 2001 verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat die bindende Resolution 1373. Diese von der US-Regierung initiierte Resolution 1373 wurde mit der Autorität des Kapitels VII verabschiedet und verpflichtete alle UNO-Mitgliedsstaaten „sich jeglicher Form der Unterstützung, aktiv wie passiv, für Instanzen oder Personen zu enthalten, die Terrorakte finanzieren, planen oder begehen oder denen, die dies tun, eine sichere Zuflucht gewähren“.

1995 erkannte das US-Außenministerium an, dass auf die Hamas die rechtliche Definition einer Terror-Organisation zutrifft. Durch ihre Politik gegenüber der Hamas bricht die Obama-Administration sowohl die Resolution 1373 – das heißt internationales Recht – als auch US-Recht, das die Bereitstellung von Unterstützung und Finanzen für ausländische Terror-Organisationen untersagt.

Nach Angaben eines internen Dokuments des Außenministeriums, das Mittwoch von der Internetseite Atlas Shrugs zitiert wurde, haben die USA bereits 300 Millionen US-Dollar über USAID und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in den Gazastreifen überwiesen oder sind dabei diese bereitzustellen. Da die Hamas die „humanitären“ Organisationen im Gazastreifen kontrolliert und die Hamas offen und wiederholt „humanitäre Hilfe“ gestohlen hat, gibt es wenig Zweifel, dass die Überweisung der Gelder in den Gazastreifen indirekte Hilfe für die Hamas darstellt und daher durch die Resolution 1373 wie auch US-Gesetz verboten ist.

Die Obama-Administration bricht internationales und US-Recht weiterhin durch ihre Versuche Israel dazu zu zwingen die internationalen Übergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen zu öffnen, um Handel und Warenverkehr mit dem von der Hamas kontrollierten Gaza zu ermöglichen und Reisebeschränkungen für Personen zwischen dem Gazastreifen und Israel aufzuheben oder zu kürzen.

Resolution 1373 legt fest, dass alle Staaten „die Bewegung von Terroristen und Terrorgruppen durch effektive Grenzkontrollen verhindern“ müssen. Angesichts der Tatsache, dass die Gaza-Seite der Grenze von einer Terror-Organisation kontrolliert wird, setzt jede Lockerung israelischer Grenzkontrollen Israel dem Risiko aus die Bewegung von Terroristen zu ermöglichen und Terroristen direkte und indirekte Unterstützung zu leisten.

Und so verlangt auch Resolution 1373 von allen Staaten, dass sie „sicher stellen, dass jede Person, die an der Finanzierung, Planung, Vorbereitung oder Durchführung von Terrorakten beteiligt ist oder Terrorakte unterstützt, vor Gericht gebracht wird“. Doch statt Israel aufzufordern alle Personen zu verhaften, die mit der Hamas zusammen und auf ihrem Gebiet arbeiten, versprachen die USA 900 Millionen Dollar für den Wiederaufbau des Gazastreifens. Darüber hinaus verlangen sie, dass Israel die Einfuhr von zivil wie militärisch nutzbaren Materials wie Zement nach Gaza erlaubt, die die Hamas in die Lage versetzt ihre Infrastruktur wieder aufzubauen, die während der Operation Gegossenes Blei zerstört wurde. Es wird auch versucht Israel dazu zu zwingen Bargeld an die von der Hamas kontrollierten Banken im Gazastreifen zu überweisen.

Dann gab auch noch vor kurzem, wie Dan DIker in einer vom Jerusalem Center for Public Affairs veröffentlichten Studie berichtet, der von den USA unterstützte PA-Premierminister Salaam Fayyad zu, dass die US-finanzierte PA die Gehälter der Hamas-Terroristen zahlt.

Zahlreiche Berichte der letzten Tage deuten darauf hin, dass die Obama-Administration an der Schaffung einer Palästinenserregierung arbeitet, der die Hamas angehören wird. US-Anstrengungen dazu die Aufnahme einer Terrorgruppe in eine palästinensische Regierung zu legitimieren, stellen eine ernste Verletzung von US- und internationalem Recht dar. Das ist hier der Fall, da es klar der Hilfe einer designierten Terror-Organisation und der Hilfe zur Bereitstellung einer sicheren Zuflucht involviert.

Die Hamas ist nicht die einzige Terror-Organisation, der die Obama-Administration Beistand leistet – wiederum unter offensichtlichem Bruch internationalen und US-Rechts. Die Administration hilft auch der Hisbollah. Vor seiner Rede am 4. Juni in Kairo traf sich Obama im Weißen Haus mit Mitgliedern der ägyptischen Muslimbruderschaft. Er lud außerdem Mitglieder der Muslimbruderschaft ein, bei seiner Rede an der Universität Kairo anwesend zu sein.

Kurz vor dem Treffen im Weißen Haus behaupteten ägyptische Justizbehörden, dass die Muslimbruderschaft den Hisbollah-Terroristen in Ägypten materielle Unterstützung gab. Diese Hisbollah-Agenten – und ihre Partner von der Muslimbruderschaft – beschäftigten sich angeblich an einem Komplott zu massiven Terroranschlägen in Ägypten, deren Ziel der illegale Sturz der Regierung war. Das bedeutet, dass die Muslimbruderschaft angeblich in eine von der Hisbollah geleitete terroristische Verschwörung verwickelt war – einer als Auslands-Terror-Organisation designierten Gruppe. Darüber hinaus wurde das Komplott offenbar vom Iran ausgebrütet – den das US-Außenministerium als Staatssponsor von Terrorismus benannt hat.

Dadurch, dass sich Obama mit Repräsentanten der Muslimbruderschaft traf, die unter Verdacht stehen materielle Unterstützung für eine als Terror-Organisation benannte Gruppe zu liefern, kann argumentiert werden, dass er indirekt der Hisbollah illegal Hilfe leistete – wiederum unter Bruch der Resolution 1373 und US-Rechts.

Dann gibt es die direkte Unterstützung des libanesischen Militärs durch die USA. Während des Kriegs zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2006 lieferte das libanesische Militär den Hisbollah-Kämpfern direkt Hilfe dabei ihren illegalen Krieg gegen Israel durchzuführen. Seit damals ist der expandierende Einfluss der Hisbollah libanesischen Militär umfassend dokumentiert worden. Folglich kann man vertreten, dass die US-Regierung durch die Bereitstellung direkter militärischer Hilfe – einschließlich Waffen – für das libanesische Militär die Resolution 1373 und US-Recht bricht.

Wenn man einen Augenblick zu den Palästinensern zurückkehrt, dann ist die Hamas nicht die einzige Terror-Organisation, der die Politik der Obama-Administration materiell hilft. Itamar Marcus und Barbara Crook schrieben letzten Monat in der Jerusalem Post, dass die USA den Bau eines palästinensischen Computerzentrums finanziert, das nach dem Erzterroristen Dalal Mughrabi von der Fatah benannt ist, der 1978 den Bombenanschlag auf einen Bus auf Israels Küstenautobahn leitete, bei dem 37 Zivilisten, darunter 12 Kinder und die US-Staatsbürgerin Gail Rubin ermordet wurden.

Marcus und Crook stellen fest, dass die SU Foreign Operations Bill von 2008 US-Hilfe für die Palästinenser ausschließt, wenn diese „zum Zweck der Reorganisation oder andererweise der Ehrung von Personen genutzt wird, die Terrorakte begehen oder begangen haben“.

Obama, der ehemalige Jura-Professor, wird nie müde das internationale Recht zu bemühen. Und doch, wenn man sich seine Politik gegenüber Israel einerseits und seine Politik gegenüber illegalen Terror-Organisationen andererseits prüft, dann wird klar, dass Obamas Respekt für das internationale Recht bloße Rhetorik ist. Wahre Verfechter des Gesetzes sowohl in Israel als den USA sollten ein Ende der Missachtung seiner Administration der tatsächlichen – statt der imaginären – rechtlichen Verpflichtungen der USA fordern.

In einer post-amerikanischen Welt überleben

Caroline Glick, The Jerusalem Post, 9. April 2009

Man mag es mögen oder nicht, die Vereinigten Staaten von Amerika ist nicht länger der Weltpolizist. Das war die Botschaft der präsidialen Reise Barack Obamas nach Großbritannien, Frankreich, in die Tschechische Republik, die Türkei und den Irak in der vergangenen Woche.

Irgendwo zwischen den Entschuldigungen für die amerikanische Geschichte – sowohl der lange vergangenen wie der jüngeren –; dem Kniefall vor dem nicht gewählten, bigotte König von Saudi-Arabien; der Ankündigung das Atomarsenal der USA und einen Großteil der amerikanischen Raketenverteidigungsprogramme zusammenzustreichen und der Kastrierung der US Navy; Japan der Bedrohung durch Nordkorea und China gegenüber alleine zu lassen; den Tscheche, Polen und den übrigen früheren sowjetischen Kolonien „Don’t worry, be happy“ zu verkünden, während er sie im Stich lässt, damit sie sich Mokaus Gnade ausliefern; der Erniedrigung der Führer des Irak, während er vor dem Iran den Kotau macht; der Vorbereitung auf eine offene Konfrontation mit Israel; und dem Dank an den Islam für seine großartigen Beiträge zur amerikanischen Geschichte, machte Präsident Obama den Aggressoren der Welt klar, dass Amerika sich ihnen in der absehbaren Zukunft nicht entgegenstellen wird.

Ob sie Aggressoren wie Russland sind, Waffenhändler wie Nordkorea, Terror-Exporteure wie das atombewaffnete Pakistan oder Völkermord und Terror exportierende Atomstaatne wie der Iran: Heute, unter der neuen Administration, hat niemand von ihnen irgendeinen Grund Angst vor Washington zu haben.

Diese Nachricht ist Musik in den Ohren der amerikanischen Linken und ihrer Freunde in Europa. Obamas Unterstützer wie der Milliardär George Soros könnten angesichts des selbst verursachten Niedergangs der amerikanischen Supermacht nicht aufgeregter sein. Der ehemalige (anti-) Israelbüro-Chef von CNN, Walter Rodgers, schrieb am Mittwoch ekstatisch im Christian Science Monitor: „Amerikas … Status als Supermacht wird genauso rasch heruntergeschraubt wie seine Wirtschaft.“

Die amerikanischen und europäischen pro-Obama-Medien sind so zufrieden mit Amerikas Abdankung von der Macht, dass sie den seltenen Schritt unternahmen Obama auf seiner Pressekonferenz in London zu applaudieren. Statt dessen schien der Enthusiasmus der Medien für Obama mit jeder präsidialen Reue-Äußerung bezüglich Amerikas Machtgebrauch in der Vergangenheit, jeder primitiven Attacke, die er gegen seinen Vorgänger George W. Bush ritt, mit jedem Hieb gegen Israel und jeder Dankesäußerung für den Segen des Islam, die er von sich gab, zu wachsen.

Aber während die Medien nicht genug von dem neuen US-Führer bekommen konnten, begannen Amerikas verlässigste Verbündete weltweit verzweifelt nach einem Reset-Knopf zu suchen, das die Administration dazu bringen könnte, seine Preisgabe der amerikanischen Rolle als Schützer der freien Welt zurückzunehmen.

Tokio war von der Reaktion der Administration auf den koreanischen Test der dreistufigen ballistischen Rakete stark beunruhigt. Japan erkannte den Verrat in der Ankündigung von Verteidigungsminister Robert Gates vor Pjöngjangs neuester Provokation, dass die USA die Rakete nur abschießen würden, wenn sie auf US-Territorium zielte. In einem Satz, nicht in geheimen Konsultationen von sich gegeben, sondern der Welt auf CNN verkündet, setzte Gates Amerikas strategische Verpflichtung zur Verteidigung Japans außer Kraft.

Indien seinerseits ist besorgt von Obamas wiederholten Behauptungen, seine Weigerung die Kontrolle über die umstrittenen Provinzen Jammu und Kaschmir an Pakistan zu übergeben, stachele pakistanischen Terror gegen Indien an. Es ist gleichermaßen besorgt, weil die Weigergung der Obama-Administration Pakistan dazu zu bringen seine Unterstützung für jihadistische Terrorgruppen zu beenden, die Indien angreifen, zur zentralen Strategie gemacht wird, um Pakistan und Afghanistan fertig zu werden. Im Allgemeinen haben Indische Offizielle ihre tiefe Besorgnis wegen dem offensichtlichen Fehlen von Rücksichtnahme auf Indien als Verbündetem und signifikantem strategischen Gegengewicht zu China seitens der Obama-Administration zum Ausdruck gebracht.

Dann ist da der Irak. Während seines kurzen Besuchs in Bagdad am Dienstagnachmittag gab Obama nicht einmal vor, er würde sicherstellen, dass Demokratie und Freiheit im Irak gesichert werden, bevor die US-Streitkräfte sich nächstes zurückziehen. Die am stärksten unterstützende Äußerung, die er von sich zu geben in der Lage war, kam während seines Gesprächs mit türkischen Studenten in Istanbul. Dort sagte er: „Ich habe eine Verantwortung sicherzustellen, dass wir die Truppen rausholen, dass wir das auf so sorgfältige Weise tun, dass wir keinen völligen Zusammenbruch in Gewalt erleben werden.“

Weil sie Obamas Äußerungen hören und sehen, wie er und seine Ratgeber täglich Freundschaftserklärungen an den Iran abgeben, überlegen die irakischen Führer ihre Möglichkeiten für das eigene Überleben angesichts des schnell aufkommenden Sturms.

Dann gibt es Europa. Obwohl Obama von seinem Publikum in Prag enthusiastischen Applaus erhielt, als er seine Absicht verkündete das Atomarsenal der USA zu vernichten, ihre Raketenverteidigungsprogramme drastisch zu kürzen und eine neue Allianz mit Russland zu schmieden, waren seine Worte alles andere als Musik in den Ohren der Staatslenker der jetzt von Russland bedrohten früheren sowjetischen Satelliten. Die tschechische, polnische, georgische und ukrainische Regierung haben schnell begriffen, dass Obamas großer Wunsch sich beim Kreml einzuschleimen und sein eigenes Land zu schwächen ihre Fähigkeit gefährden wird der russischen Aggression Widerstand zu leisten.

Es ist zum Beispiel kein Zufall, dass am Tag, als Obama nach Washington zurückkehrte, Georgiens von Moskau gesponserte Opposition ihren Plan verkündete in Tbilisi massive Proteste zu veranstalten, um den Rauswurf des pro-westlichen, antirussischen georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili zu erzwingen.

Und was Russland angeht, so reagierte es wie der Iran – der auf Obamas jüngste Ode an die Mullahs mit der Eröffnung einer atomaren Aufarbeitungsanlage antwortete und verkündete, dass es 7.000 arbeitende fortschrittliche Zentrifugen hat – auf Obamas Feigenblatt mit einem Maschinengewehr, indem es seine Weigerung verkündete Sanktionen gegen Nordkorea zu unterstützen und der Wiederholung der falschen Behauptung, dass Irans Atomprogramm unaggressiv sei.

Schließlich ist da Israel. Als ob Obamas Behauptung Israel müsse die sofortige Gründung eines palästinensischen Staates unterstützen, seine Unterstützungserklärung für den so genannten saudischen „Friedensplan“, der von Israel den nationalen Selbstmord im Austausch für „Frieden“ mit der arabischen Welt verlangt, und sein ständigen und zunehmenden hektischen Appelle an den Iran sich auf seine Regierung einzulassen nicht genug wären, um Israel zu zeigen, dass Obama das Bündnis mit der USA mit dem jüdischen Staat opfert, um die Araber und den Iran zu beschwichtigen, machte Vizepräsident Joseph Biden am Dienstag diese Politik offiziell.

Als Biden CNN sagte, Israel wäre „schlecht beraten“ die iranischen Atomanlagen anzugreifen, machte er deutlich, dass aus der Sicht der Administration ein israelischer Schlag, der verhindert, dass der Iran zur Atommacht wird, weniger akzeptabel ist als ein nuklear bewaffneter Iran. Das heißt, die Obama-Administration zieht es vor dem Iran zuzusehen, wie er zur Atommacht wird, als zuzusehen, wie Israel seine Existenz sichert.

Amerikas Verrat an seinen demokratischen Verbündeten macht jeden von diesen verletzbarer für Aggressionen durch die Hand ihrer Feinde – Feinde, die die Obama-Administration jetzt aktiv zu beschwichtigen versucht. Und während die Vereinigten Staaten ihre Gegenspieler auf eigene Kosten stärken, müssen diese verschmähten Demokratien über ihre Möglichkeiten für das Überleben als freie Gesellschaften in dieser neuen, bedrohlichen, post-amerikanischen Umgebung nachdenken.

Zum größten Teil fehlt den verachteten Verbündeten Amerikas die Fähigkeit ihre Feinde selbst zu besiegen. Indien kann das atomar bewaffnete Pakistan nicht einfach besiegen, das selbst in unvereinbare antiindische, Atomwaffen schwingende Islamisten und die Islamisten unterstützende Parteien fragmentiert ist.

Das heutige Japan kann sich nicht Nordkorea entgegenstellen – das als Strohmann Chinas agiert – ohne selbst einen Konflikt mit China zu riskieren. Russlands Invasion Georgiens im vergangenen August zeigt deutlich, dass die früheren sowjetischen Republiken und Satelliten keine Möglichkeit haben aus eigener Kraft dem Zugriff Moskaus zu entgehen. Die Konferenz der Arabischen Liga in Dohan diese Woche demonstrierte den Führern des Irak, dass ihre arabischen Brüder nicht in der Lage und nicht willens sind sich dem Iran zu stellen.

Und die intensiven Bemühungen der Obama-Administration dem Iran mit ihrem Plan den Hof zu machen die US-Raketenabwehr-Progamme zu kürzen – einschließlich derer, an denen Israel beteiligt ist – und, wie berichtet, auf Israel Druck auszuüben, damit es das eigene behauptete Atomarsenal abzubauen – machen klar, dass Israel heute alleine gegen den Iran steht.

Die Risiken, die die neu ins Amt eingeführte post-amerikanische Welt für Amerikas bedrohte Freunde darstellt, sind klar. Aber realisierbare Möglichkeiten zum Überleben sind vorhanden und Israel kann und muss eine zentrale Rolle dabei spielen sie zu entwickeln. Insbesondere muss Israel rasch handeln, um aktive strategische Bündnisse mit Japan, dem Irak, Polen und der Tschechischen Republik zu entwickeln; und es muss sein Bündnis mit Indien erweitern.

Mit seinen technologischen Möglichkeiten, seiner Geheimdienst- und Militär-Sachkenntnis kann Israel eine lebensnotwendige Rolle dabei spielen, die Fähigkeiten dieser Länder zu stützen die Schurkenstaaten in Schach zu halten, von denen sie bedroht werden. Und damit, dass sie Länder wie Russland, Nordkorea und Pakistan im Zaum halten, werden sie es Israel leichter machen den Iran in Schach zu halten, sogar angesichts der US-Unterstützung für die Mullahs.

Die Möglichkeiten strategischer Kooperation zwischen und unter all diesen Staaten und Israel deckt die ganze Bandbreite ab, von Informationsbeschaffung bis zu militärischem Training, zu Raketenabwehr, maritimer Entwicklung, Zusammenarbeit bei und mit Satelliten bis hin zu atomarer Zusammenarbeit. Zusätzlich kann natürlich die Ausdehnung wirtschaftlicher Verbindungen zwischen und unter diesen Staaten jedem von ihnen im Kampf helfen, während der derzeitigen globalen Wirtschaftskrise den Kopf über Wasser zu halten.

Diese Möglichkeiten sind zwar nicht frei von Risiko, aber doch realistisch, denn sie gründen auf stabilen, gemeinsamen Interessen. Das ist trotz der Tatsache der Fall, dass wahrscheinlich keiner dieser potenziellen Verbündeten zu verstärkter Unterstützung Israels in internationalen Gremien beitragen wird. So abhängig, wie sie vom arabischen Öl sind, kann man von diesen potenziellen Verbündeten nicht erwartet werden, dass sie in der UNO-Vollversammlung für Israel stimmen. Aber das sollte Jerusalem nicht kümmern.

Das einzige, worum sich Jerusalem heute kümmern sollte, ist die Frage, wie der Iran geschwächt werden kann, sowohl direkt über einen Angriff auf seine Atomanlagen und indirekt über seine internationalen Partner in Moskau, Pjöngjang, Islamabad und jenseits der fehlenden Unterstützung durch die USA. Wenn Japan in der Lage ist Nordkorea in Schach zu halten und so Pjöngjangs Freiheit seine Atomwaffen und Raketen zu Iran, Syrien und weiter zu verbreiten, ist das gut für Israel. Genauso ist es für Israel gut, wenn Russland von demokratischen Regierungen in Ost- und Mitteleuropa eingegrenzt wird. Diesen Staaten geht es im Gegenzug besser, wenn der Iran in Schach gehalten und davon abgehalten wird sie sowohl direkt als auch indirekt über seine strategischen Partner in Nordkorea, Syrien und Russland und deren Terror-Partner im Irak, Pakistan und Afghanistan zu bedrohen.

In den vergangenen 16 Jahren hat eine israelische Regierung nach der anderen fälschlicherweise geglaubt, dass Politik die strategischen Interessen aussticht. Der Glaube, der israelische Entscheidungsträger informierte – nicht unähnlich dem Glauben, der jetzt die Obama-Administration bestimmt – bestand darin, dass Israels strategische Interessen als Folge der Beschwichtigung seiner Feinde sichergestellt würden, indem man sich selbst schwächt. Weil sie Israels Opfer für den Frieden würdigen, würden die Nationen der Welt – und besonders die USA, die Araber und Europa – in der Stunde der Not zu Israels Verteidigung kommen. Jetzt, da die Stunde der Not eingetreten ist, ist Israels politische Strategie als völliges Fiasko entlarvt worden.

Die gute Nachricht: Ohne Zweifel wird Obamas gleichermaßen katastrophale Versuch die USA ihrer militärischen Macht zu berauben, weil er so naiv ist davon auszugehen, dass sie in der Lage sein werden ihr neues Prestige als moralisch sauberer strategischer Schwächling nutzen können, ihre Feinde auf ihre Seite zu ziehen, spektakulär fehlschlagen und Amerikas Außenpolitik wird zu strategischer Rationalität zurückkehren.

Aber um die derzeitige Periode amerikanischen strategischen Wahnsinns zu überleben, müssen Israel und die anderen ungewollten US-Verbündeten miteinander eine Allianz aufbauen – notfalls verdeckt – um ihre Gegenspieler in Abwesenheit Amerikas in Schach zu halten. Wenn sie das erfolgreich tun, dann wird der durch Obamas Entmannung seines Landes verursachte Schaden für die globale Sicherheit begrenzt sein. Wenn sie aber versagten, dann wird Amerikas schließliche Rückkehr zur Vernunft für seine Verbündeten wahrscheinlich zu spät kommen – wenn nicht gar für Amerika selbst.