Wer ist der palästinensische Jesus?

Palestinian Media Watch, 24. Dezember 2020

Nach Angaben der palästinensischen Autonomiebehörde war Jesus

  • „der erste Palästinenser“
  • „der erste palästinensische Märtyrer”
  • „der erste palästinensische fida’i (sich selbst opfernde Kämpfer)“
  • „ein palästinensischer Bote“
  • „ein Palästinenser par excellence“
  • „der Urgroßvater des palästinensischen Volks“
  • Ein Prophet des Islam (nicht der Christenheit)

Und entsprechend:

  • Weihnachten ist ein palästinensischer Nationalfeiertag

Die palästinensische Autonomiebehörde versucht verzweifelt eine palästinensische  Identität zu schaffen, die auf einer uralten palästinensischen Geschichte aufbaut, obwohl keine existierte. PMW hat gezeigt, dass die PA regelmäßig fälschlich den Anspruch erhebt, sie sei eine 5.000 Jahre alte Nation; regelmäßig behauptet sie, dass die Geschichte eines anderen Volkes ihre eigene sei. Eines der auffälligsten Beispiele dafür ist die gefälschte Verbindung der PA zu einer der bedeutendsten Gestalten aller Zeiten, die Behauptung Jesus, ein Juden aus der Nation Judäa, sei in Wirklichkeit ein Palästinenser.

Diese PA-Märchengeschichte ist eine oft wiederholte Botschaft, die sogar von den Führern der PA hinausposaunt wird. Saeb Erekat sagte, Jesus sei „der erste Palästinenser“ gewesen. Mahmud Abbas sprach von „Jesus … einem palästinensischen Boten“ und sagte, Weihnachten sei ein palästinensischer Feiertag. Yassir Arafat sagte: „Jesus war der erste palästinensische Märtyrer.“ Die offizielle PA-Zeitung schrieb erst letzte Woche: „Jesus… war der erste palästinensische fida’i (sich selbst opfernde Kämpfer)“ und ein PA-Diplomat behauptete sogar, dass die Palästinenser die Nachkommen Jesu seien: „Jesus … war Urgroßvater des palästinensischen Volks.“ Und heute Morgen sandte PA-Regierungssprecher Ibrahim Melhem im PA-Fernsehen Segensgrüße an die Christen zum „Feiertag der Geburt des palästinensischen Propheten Jesus, dem Sohn der Maria“.

Die höchsten religiösen PA-Führer haben dieses Märchen ebenfalls übernommen; auf Grundlage islamischer Behauptungen fügen sie hinzu, dass Jesus nicht das Christentum, sondern den Islam predigte.

Sobald aus Jesus ein Palästinenser gemacht wurde, hat die PA genauso aus Maria eine Palästinenserin gemacht, die als Nationalheilige der palästinensischen Sache präsentiert wird. Schließlich wird mit Jesus ein markantes palästinensisches Weihnachten zu einem palästinensischen Nationalfeiertag.

Wie mit aller PA-Änderung sind historische Dokumentationen und Beweise irrelevant. Die PA ignoriert z.B. die Tatsache, dass das „Palästina” als Name für das Land Israel/Judäa erst rund 100 Jahre nach dem Tod Jesu entstand, als das römische Reich als Strafe für die jüdische Nation nach ihrer Rebellion den Namen von Judäa in Palästina änderte. Es war der Versuch Roms die Verbindung des jüdischen Volks zu seinem Land zu durchtrennen, der natürlich fehlschlug.

Wer ist also der palästinensische Jesus? Im Folgenden gibt es einige Beispiele, in der offiziellen PA-/Fatah-Presse aufgetaucht sind:

Jesus der Palästinenser:

Vor allem erklärte die PA Jesus selbst zum Palästinenser.

PA-Bildungsminister Sabri Saidam:

Der Text des Facebook-Eintrags lautet: „Für den authentischen Palästinenser Jesus und für die Mitglieder des [palästinensischen] Volks – frohe Feiertage.“
[Facebook-Seite des PA-Bildungsministers Sabri Saidam, 25. Dezember 2017]

Der PA-Vorsitzende Mahmud Abbas.

„Folgend der volle Text der Weihnachtsbotschaft des Präsidenten:
„In Bethlehem wurde vor mehr als 2.000 Jahren Jesus Christus geboren; ein palästinensischer Bote, der zum Leitbild für Millionen weltweit geworden ist.“
[WAFA, offizielle PA-Nachrichtenagentur, 23. Dezember 2013]

Der PA-Regierungssprecher Ibrahim Melhem:

„Erlaubt mir den christlichen Gemeinden Segenswünsche zu senden, die den gregorianischen Kalender für diesen Feiertag verwenden. Der Feiertag der Geburt des palästinensischen Propheten Jesus, den Sohn der Maria.“
[offizielles PA-Fernsehen, 24. Dezember 2020]

Der Sprecher der PA-Sicherheitskräfte Adnan al-Damiri:

„Angelegentlich des Jahrestags der Liebe und des Friedens, dem Geburtstag des Palästinensers Jesus, übermitteln wir Palästina, seinen Einwohnern und denen, die es lieben, Neujahrswünsche.“
[Facebook-Seite des offiziellen Sprechers der PA-Sicherheitskräfte Adnan al-Damiri, 25. Dezember 2014]

Der palästinensische Historiker Khalil Shoka im PA-Fernsehen:

„Die christliche Religion begann hier [Bethlehem]… Die gesamte Welt konzentriert sich wegen ihrer historischen und traditionellen Rolle auf diese Stadt… weil in finaler Analyse „Jesus ein Palästinenser ist.
[der palästinensische Historiker Khalil Shoka im PA-TF (Fatah), 16. Dezember 2012]

Jesus der erste Palästinenser

Er war nicht nur Palästinenser, sondern er war auch der erste Palästinenser und der Großvater des palästinensischen Vaters und ein Palästinenser „par excellence“:

Mitglied des Zentralkomitees der Fatah Tawfiq Tirawi:

„Wir wünschen unserem geeinten palästinensischen Volk ein neues Weihnachten, das Freiheit ankündigt, wie es Jesus machte, der erste Palästinenser, Friede sei mit ihm.“
[Facebook-Seite des Mitglied des Zentralkomitees Tawfiq Tirawi, 24. Dezember 2014]

Der PA-Diplomat Dr. Jabra Shomali:

„Es gibt keinen Zweifel, dass der Jesus Christus, den du [Präsident Donald Trump] als Gott anbetest, der Urgroßvater des palästinensischen Volks ist… Wenn du [Trump] nicht wieder im Fach Geschichte durchfallen willst, dann lies das Matthäus-Evangelium, Kapitel 15,28, wo Matthäus über eine kanaanitische Frau zur Zeit Jesu Christi sagte: „Oh Frau, dein Glaube ist groß!“ Diese Frau war eine Urgroßmutter des palästinensischen Volks.“
[Geschrieben vom PA-Diplomaten Dr. Jabra Shomali, gepostet auf der offiziellen Fatah-Facebook-Seite, 3. Februar 2020]

Scheik Mohammed Hussein, PA-Mufti:

„Die palästinensische Nation wurzelt in diesem Land seit den Kanaanitern und den Jebusitern. Die arabische Präsenz – christlich wie islamisch – in diesem Land ist ununterbrochen. Jesus ist ein Palästinenser par excellence.“
[Scheik Mohammed Hussein, Mufti von Jerusalem und den Palästinensergebieten, PA-TV (Fatah), 30. November 2012]

Scheik Mohamme Hussein, PA-Mufti:

„Jesus wurde in diesem Land geboren. Er lebte in diesem Land. Es ist bekannt, dass er in Bethlehem geboren wurde… Er lebte auch in Nazareth, zog nach Jerusalem. Als war er ein Palästinenser par excellence.”
[Scheik Mohammed Hussein, Mufti von Jerusalem und den Palästinensergebieten, PA-TV (Fatah), 21. April 2009]

Jesus, der palästinensische Märtyrer und sich selbst opfernde Kämpfer

Was also machte, nach Angaben der palästinensischen Obrigkeit, dieser Palästinenser par excellence, Großvater des palästinensischen Volks? Er war ein palästinensischer islamischer Märtyrer und sich selbst opfernder Kämpfer. Obwohl er von keiner anderen PA-Quelle angeführt wird, wäre Jesus gemäß der fundamentalen und wiederholten PA-Ideologie als islamischer Märtyrer im Paradies von 72 dunkeläugigen Jungfrauen begrüßt worden:

Editorial in der offiziellen PA-Tageszeitung:

„Jesus, Friede sei mit ihm, war ein Bote Allahs und er war der erste palästinensisch fida’i (sich selbst opfernder Kämpfer), der von den Anhängern der jüdischen Religion gekreuzigt wurde, aber es erschien ihnen nur so [als hätten sie ihn getötet].“
[offizielle PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida, 20. Dezember 2020]

Mitglied des Fatah-Zentralkomitees Tawfiq Tirawi:

„Dies ist das gesegnete Weihnachten, der Geburtstag unseres Herrn Jesus, des Messias, dem ersten Palästinenser und dem ersten Schahid.“
[Offizielle PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida, 17. Dezember 2014]

Autor: „Der Schahid (Märtyrer) Präsident Yassir Arafat pflegte zu sagen: ‚Jesus war der erste palästinensische Schahid (Märtyrer).‘ Ich hörte ihn diesen Satz viele Male sagen.“
PA-TV-Moderator: „Er [Jesus] war ein Palästinenser; niemand bestreitet das.“
Autor: „Er [Jesus] war der erste palästinensische Schahid [Märtyrer]. Er (Arafat) schrieb auch dieses Märtyrertum Palästina zu.
[Wortwechsel in der religiösen Sendung Dies ist unsere Religion, gesendet im PA-TV (Fatah), 3. Dezember 2010]

Jesus von der (palästinensischen) Heiligen Dreifaltigkeit

In einem Versuch die Gestalt ihres eigenen Palästinenserführers zu heben, erklärt die PA jetzt die neue heilige Dreifaltigkeit – Jesus, Arafat, Abbas:

Editorial in der offiziellen PA-Zeitung:

„Jesus ist ein Palästinenser; der sich selbst opfernde Yassir Arafat ist ein Palästinenser; Mahmud Abbas, der Bote des Friedens auf Erden, ist ein Palästinenser. Wie groß ist diese Nation der heiligen Dreifaltigkeit!“
[Editorial in der offiziellen PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida, 30. November 2012]

Jesus, der islamische Prophet

Obwohl die PA-Obrigkeit anerkennt, dass Jesus von Christen verehrt wird, hält man ihn für einen islamischen Propheten, der seinen Anhängern den Islam predigte:

Scheik Mohammed Hussein, PA-Mufti:

„Wir reden von einer fortgesetzten Kette [der Propheten des Islam], von Adam bis zu Mohammed. Es ist eine Kette, die fortgesetzt wird, die den Aufruf für den Monotheismus und die Mission des Islam repräsentiert … Die Propheten waren alle von derselben Religion [Islam]… Wir respektieren Jesus, wir glauben an ihn [wie einen muslimischen Propheten], so wie wir an den Propheten Mohammed glauben.“
[Scheik Mohammed Hussein, Mufti von Jerusalem und den Palästinenser-Gebieten, PA-TF (Fatah), 21. April 2009

Maria, Mutter Jesu und Schutzeilige der Sache der Palästinenser

Nachdem Jesus zum ersten Palästinenser erklärt wurde, ist auch seine Mutter, Maria, als wichtige Persönlichkeit anerkannt worden: die Schutzheilige der Sache der Palästinenser. Maria war daher auch Palästinenserin.

Offizielle Fatah-Facebook-Seite:

„Die Jungfrau Maria, Tochter des palästinensischen Galiläa, ist die Schutzheilige der Unterdrückten und nicht der Unterdrücker…“
[geschrieben im PA-Diplomaten Dr. JAbra Shomali und gepostet auf der offiziellen Fatah-Facebook-Seite, 3. Februar 2020]

Fatahs Kommunikations- und Bildungsbehörde:

„Wenn wir auf die Heiligkeit unseres Landes stolz sind, dnan sind wir auf uns selbst stolz, dass die erste und wichtigste heilige Frau der Nationen und Völker aus dem heiligen Land kommt: Die Jungfrau Maria – die Frau der Liebe und des Friedens – gehört der Nation Palästinas an, dessen Wurzeln in den Tiefen der Geschichte gründen. Unsere Bewegung stellt ihren Stolz auf alle weiblichen Märtyrer, Gefängnissen, palästinensischen Kämpfer fest, die zum Opfervorbild geworden sind und zu einer Schule, die die Bedeutung des Gebens und Opferns lehrt.“
[Stellungnahme der Kommunikations- und Bildungsbehörde der Fatah zu Ehren des internationalen Frauentags, gepostet auf der Internetseite der Fatah, 8. März 2010]

Weihnachten als palästinensischer Nationalfeiertag

Jesu Position als erster palästinensischer und islamischer Prophet und Märtyrer wirft ein neues Licht auf Weihnachten – als dem Nationalfeiertag des palästinensischen Volks, der Kinder Jesu:

Offizielle PA-Zeitung:

„Das gesamte palästinensische Volk feiert Weihnachten, weil wir stolz darauf sind, dass Jesus Palästinenser ist.“
[Offizielle PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida, 24. Dezember 2019]

Mahmud Abbas, Vorsitzender der palästinensischen Autonomiebehörde:

„Weihnachten ist ein nationaler religiöser Feiertag und nicht nur ein religiöser. Für uns alle Palästinenser ist das unser Feiertag. Daher feiern wir es alle. Die Palästinenserführung geht in die Kirche, um bei der [Weihnachts-] Messe anwesend sein… Wir sind dazu verpflichte, weil es – wie ich Ihnen sagte – für unsere [christlichen] Leuten ein religiöser Feiertag ist und ihr seid unser Volk und es ist [auch] für uns alle ein nationaler Feiertag.“
PA-Führer Mahmud Abbas in den offiziellen PA-Fernsehnachrichten, 28. Dezember 2019]

Mahmud Abbas, Vorsitzender der palästinensischen Autonomiebehörde:

Weihnachten ist ein palästinensischer Feiertag … Es gibt eine besondere Bedeutung der Weihnachtsfeiern in Palästina, da es eindeutig ein nationaler Feiertag geworden ist, an dem unser ganzes Volk teilnimmt, angefangen vom Präsident Palästinas [Mahmud Abbas] bis  hinunter zum letzten Kind.“
[Abbas, zitiert auf der offiziellen Facebook-Seite der Fatah, 20. Dezember 2019]

Mahmdu Al-Habbash, Berater von Mahmud Abbas für den Islam:

Weihnachten ist auch ein palästinensischer Feiertag, weil Jesus, Friede sei mit ihm, war Palästinenser. Er wurde in Palästina gebore; lebte und wurde [als Prophet] nach Palästina geschickt. Daher hat Weihnachten einen besonderen palästinensischen Geschmack.“
[Mahmud Al-Habbash, oberster Scharia-Richter, zitiert von der offiziellen PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida, 22. Dezember 2014 und Ma’an, 21. Dezember 2014)

Muslime predigen „christliche Passivität“, um Christen zu entwaffnen

Raymond Ibrahim, 4. Dezember 2020

Eine der in Vergangenheit und Gegenwart am wenigsten bekannte – und bis in die Moderne weitgehend vergeblichste – von Muslimen verwendete Taktik, um Christen zu entwaffnen, hat darin bestanden darauf zu bestehen, dass das Christentum allgemein gegen Krieg und Gewalt ist.

Diesbezüglich ist die aktuellste Muslima, die sich in die Hülle des christlichen Theologen kleidet, niemand anderes als die in Somalia geborene Abgeordnete Ilhan Omar aus Minnesota (Demokratin). Um den 18. November, nachdem Senator Marco Rubio (Republikaner aus Florida) den Senatskandidaten Raphael Warnock aus Georgia kritisierte, weil der behauptete Christen könnten nicht sowohl Gott als auch im Militär dienen, zitierte die Muslima Omar die Bibel (soll heißen: sie zitierte sie falsch). In einem Tweet mit einem Verlegenheits-Emoji, als wolle sie suggerieren, dass das, was Rubio sagte, derart verlegen machend sei – tatsächlich war das Emoji angemessen, allerdings wegen ihrer Rechtschreibfehler – postete sie:

Mathäus [sic] 6,24:
Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem dMammon. [sic] Die Lügen und Verleumdungen der Republikanischen Partei haben keine Grenzen, aber das ist eine Blamage und schändlich.

Omar ist nicht die erste Muslima, die versucht christliche Theologie zum Nachteil der Christen und zu ihrem eigenen Schaden zu manipulieren. Vor fast einem Jahrtausend, vor der Belagerung Antiochias durch die Kreuzritter im Jahr 1098, wurden muslimische Emissäre zu Verhandlungen geschickt. Sie erzählten den Europäern, ihre Herren seien „erstaunt, dass ihr die Grabstätte eures Herrn als Bewaffnete sucht, ihr Volk [Muslime] in lange gehaltenem Land vernichtet – sie fürwahr mit dem Schwert abschlachtet, etwas, das Pilger nie tun würden.“

Natürlich sagten diese Diplomaten nichts darüber, was „ihr Volk“ christlichen Untertanen und Pilgern angetan hatte – heißt: sie zu erpressen, zu foltern, zu vergewaltigen und zu töten – was überhaupt erst die Kreuzzüge veranlasste.

Gleichermaßen würde Omar, die aus einer radikal-islamischen Nation (Somalia) stammt – die als drittschlimmster Christenverfolger der Welt gilt – lieber Christen „beschämen“ als sie mit Gewalt Widerstand leisten zu lassen, besonders der Gewalt durch Muslime.

Mit anderen Worten: Sie ist, wie so viele andere, eine Vertreterin des Fußabtreter-Christentums – einer passiven, nicht wertenden Form des Christentums, das es für tugendhaft hält sich vor dem Feind in den Staub zu werfen. Muslime und andere Elemente verfolgen weltweit Unschuldige? Zeigt Liebe und Toleranz, haltet die andere Wange hin, sprecht ein Gebet und fühlt euch wegen eurer eigenen Verbrechen – oder sogar die Verbrechen eurer Vorfahren – für schuldig, ist eine der dominierenden Verrenkungen dieser Sorte.

Fußabtreter-Christentum war während Barack Hussein Obamas Präsidentschaft regelmäßig zu sehen: „An Ostern denke ich über die Tatsache nach, dass ich als Christ lieben soll“, sagte er 2015 – drei Tage, nachdem ein islamischer Terroranschlag auf Christen in Kenia 147 Menschen tötete, was ein paar amerikanische Christengruppen dazu brachte Wut zu äußern. „Und ich muss sagen, dass ich mir manchmal, wenn ich von Christen weniger als liebevolle Äußerungen höre, Sorgen mache.“

Genauso führte Obama während des Nationalen Gebetsfrühstücks am 5. Februar 2015 Grundsätze des Fußabtreter-Christentums an, damit Christen sich dafür schämen, den Gräueltaten des Islamischen Staates gegenüber zu kritisch zu sein: „Damit wir nicht auf unser hohes Ross steigen und glauben, das [islamische Enthauptungen, Sexsklaverei, Kreuzigungen, rösten und beerdigen von Menschen bei lebendigem Leib] sei woanders einzigartig“, mahnte der amerikanische Präsident, „erinnern Sie sich daran, dass Menschen während der Kreuzzüge und der Inquisition im Namen Christi furchtbare Taten begingen.“

Was die Kreuzritter angeht: Wie reagierten diese, als muslimische Diplomaten sich schockiert zeigten, dass sie – christliche Pilger – mit dem Schwert gekommen waren? Mit mehr Wissen über die christliche Theorie eines gerechtfertigten Krieges als Omar, Obama und Ihresgleichen wollen, dass wir akzeptieren. Nach Angaben des Berichts von Robert dem Mönch, antworteten die Kreuzritter „einstimmig“:

Niemand mit etwas Verstand hätte überrascht sein dürfen, dass wir als bewaffnete Männer zum Grab unseres Herrn kommen und euch Leute von diesem Gebiet entfernen. Jeder von unseren Leuten, der mit Stab und Schriftstück hierher kam [d.h. unbewaffnete Pilger], wurde mit widerlichem Verhalten empfangen, erlitt die Schmach schlechter Behandlung und wurde in extremen Fällen getötet.

Das war noch untertrieben. Dreißig Jahre zuvor und nur als eines von zahllosen Beispielen schrieb ein Pilger über das, was Muslime einer „adligen Äbtissin mit ansprechendem Körperbau und religiösem Anblick“ antaten, die sich einer deutschen Pilgerreise nach Jerusalem angeschlossen hatte: „Die Heiden nahmen sie gefangen und vor aller Augen vergewaltigten diese schamlosen Männer sie, bis sie ihren letzten Atemzug tat, um alle Christen zu entehren. Die Feinde Christi vollführten solche Misshandlungen und andere wie diese an Christen.“

Vor den Mauern Antiochias, wo das Wort „Christen“ erstmals geprägt wurde, setzten die Kreuzritter ihre Antwort damit fort, dass sie feststellten, das Land „gehörte ursprünglich unserem Volk [Christen] und ihr Leute [Muslime] habt sie angegriffen und es ihnen niederträchtig weggenommen, was bedeutet, dass es nicht euch gehören kann, egal wie lange ihr es hattet.“ Entsprechend „wird durch fränkische Schwerter Vergeltung an euren Hälsen geübt werden“.

Dem modernen Leser wird ein solcher Denkansatz extrem erscheinen, auf jeden Fall „mittelalterlich“. Aber den Anhängern des Fußabtreter-Christentums wird nichts außer totaler Kapitulation genügen. So schalt die ehemalige Nonne, die sich heute für den Islam einsetzt, Karen Armstrong: „Während des 12. Jahrhunderts fochten Christen brutale heilige Kriege gegen Muslime, obwohl Jesus seinen Anhängern geboten hatte ihre Feinde zu lieben, nicht sie auszulöschen.“ Kein Wort davon, dass es Muslime waren, die diese „brutalen heiligen Kriege“ initiiert hatten und diejenigen, die zuerst anfingen Christen „auszulöschen“.

Kurz gesagt: Das Christentum bietet ausreichend Raum für gerechten Krieg – auch wenn diejenigen, die danach streben das zu untergraben, anders argumentieren.