Blinder Glaube

Annika Hernroth-Rothstein, Israel HaYom, 12. September 2016

„Provokativ und unchristlich“: So entschied sich Gunnar Sjoberg, Kommunikationsleiter der schwedischen Kirche, die Medienkampagen #MittKors (Mein Kreuz) vom August zu kommentieren, mit dem Christen angehalten werden in Unterstützung der verfolgten Christen der Welt ein Kreuz zu tragen.

Die Kampagne war eine Reaktion darauf, dass Christen von der Gruppe Islamischer Staat, den Terroristen, die im gesamten Nahen Osten Dorf um Dorf brandschatzen, ermordet oder entführt und versklavt werden; man sollte glauben, dass dieser Kampagne einhellige Unterstützung zuteil würde.

Aber damit läge man falsch.

Der Nahe Osten war der Ort, wo die ersten Kirchen der Welt standen und wo erstmals Klöster gebaut wurden. Heute ist er die Szenerie endlosen Abschlachtens, während der Islamische Staat sich über das Land bewegt wie ein teuflischer Sandsturm. Hunderttausende Christen fliehen zu Fuß, während aus ihren Gebetsstätten Bordelle und Gefängnisse gemacht und tausende Jahre Geschichte zerstört und niedergebrannt werden, so dass man sie nie wieder sehen wird.

Dieses Blutbad ist nicht auf den Nahen Osten beschränkt, sondern ist über die Gewässer gezogen, wie man an der Enthauptung eines französischen katholischen Priesters vor kurzem und der Belästigung von Christen in Flüchtlingslagern überall in Europa sehen kann. Die Verfolgung von Christen durch Muslime ist eine Plage, die keine Grenzen kennt und verdient unsere ungeteilt Aufmerksamkeit und unsere Solidarität, sei es durch Symbole, Worten oder Krieg.

Doch zu all dem sagt Sjoberg: „Das Kreuz Christi könnte damit enden als Waffe gegen einen anderen Glauben benutzt zu werden und nicht als Symbol der Unterstützung für Christen“, womit er sich entschied sich mit der Sache nicht weiter zu beschäftigen. Das ist feige ungerecht, obwohl es mit dem dokumentierten fehlenden moralischen Kompass der schwedischen Kirche auf einer Linie liegt. Schwedens größte Tageszeitung, Aftonbladet, hat eine ähnlich und gleichermaßen anrüchige Reaktion gezeigt, indem sie das Kreuz mit dem Hakenkreuz und die Kampagne #MeinKreuz mit der Nazipropaganda auf eine Stufe stellte, womit sie schamlos den Extremisten in die Hände spielen, die aus Christen die am stärksten verfolgte Gruppe der Welt gemacht haben.

Vor zwei Wochen fand in Stockholm die jährliche Kairos-Palästina-Konferenz statt und einer ihrer Koordinatoren war die bekannte schwedische Priesterin Anna Karin Hammar, die für ihren anhaltenden Kampf gegen Israel bekannt ist. Die Konferenz ist ein gemeinsames Unternehmen der internationalen Christlichen Allianz, den Schwedischen Freunden von Sabeel und dem Palästinensischen Ökumenischen Zentrum. Das ursprüngliche Kairos-Dokument, nach dem Konferenz benannt ist, soll vom südafrikanischen Kairos-Dokument von 1985 gegen Apartheid inspiriert worden sein. Kairos-Palästina erklärt, dass das jüdische Volk Israel als Preis zur Kolonisierung verliehen bekommen hat; Grund war, was als „europäisches Verbrechen an den Juden“ bezeichnet wird. Es erkennt weder die jüdische Geschichte im Land Israel noch irgendwelche Rechte am Land an, die dem Zweiten Weltkrieg vorausgingen. Das offizielle Ziel der Kairos-Palästina-Konferenz von 2016 bestand darin einen „gerechten Frieden“ zwischen Israel und Palästina zu erzielen; am Ende des Beisammenseins von 35 Personen wurde eine Erklärung veröffentlicht, die aus dem Manuskript der palästinensischen Public Relations hätte genommen worden sein können.

Als sie aus der Konferenz kam, sagte Hamamr, der Weg nach vorne bestehe für die schwedische Kirche darin Boykott, De-Investition und Sanktionen gegen Israel zu verfügen, um „Druck von außen“ der Art einzusetzen, wie er in Südafrika eingesetzt wurde, um die Apartheid zu beenden; sie stellt zurecht heraus, dass die schwedische Kirche bereits auf ihrer nationalen Kirchensynode 2012 dafür stimmte. Hammar soll gesagt haben, sie sei von Robert Herbst „sehr inspiriert“ worden, dem Sprecher von Jewish Voice for Pease [jüdische Stimme für Frieden] und einer der Sprecher auf der Kairos-Palästina-Konferenz, sowie von der Tatsache, dass er die „Besatzung“ als jüdisches Problem unserer Zeit und eine Frage großer Dringlichkeit und des Gewissens geschrieben hat.

Die schwedische Kirche findet also, dass ein Kreuz zu tragen „provokativ und unchristlich“ ist – aber ein demokratisches Land anzugreifen und es der Apartheid zu beschuldigen ist im Geist Jesu. Obwohl ich ihren Glauben nicht teile, weiß ich genug, um zu wissen, dass da im Staat der schwedischen Christenheit etwas faul ist.

Dadurch, dass sie eine Haltung gegen die Kampagne in den sozialen Medien einnimmt und offen erklärt, dass sie Angst davor haben Muslime anzugreifen, kehren sie sich von ihren Mitchristen ab, die wegen ihres Glaubens um ihr Leben laufen. Stattdessen entscheiden sie sich ihre Zeit und Energie damit zu verbringen das einzige Land im Nahen Osten zu schikanieren, in dem Christen vor Enthauptungen, Menschenhandel und Versklavung sicher sind.

Ich würde angesichts dieser Absurdität lachen, aber leider ist diese Farce nicht witzig. Die Kirche könnte etwas bewirken. Durch Solidarität in Wort und Tat könnte sie abertausende Leben retten. Doch statt zu ihrem Glauben zu stehen, entscheidet sie sich für Gleichgültigkeit. Die Geschichte wir sie streng dafür beurteilen, dass die Politik predigte statt die Schrift.

Wie der Islam das Christentum aus der Geschichte löschte

Raymond Ibrahim, 24. April 2016 (PJ Media)

Während die Christenheit weiter physisch aus dem Nahen Osten beseitigt wird, ist weniger bekann, dass ihre historische Rolle und Präsenz ebenfalls aus dem Gedächtnis gelöscht wird

Letzten Monat tauchte ein Video auf, das zeigt, wie Mitglieder des Islamischen Staats Hunderte christlicher Schulbücher, viele davon mit großen Kreuzen geschmückt, in ein großes Lagerfeuer warfen. Ein Bericht formulierte es so: ISIS verbrannte christliche Schulbücher im Versuch alle Spuren der Christenheit aus der uralten Region von Mossul zu löschen, wo das Christentum einst Jahrhunderte vor dem Aufstieg des Islam blühte.

Wie üblich ist ISIS ein ultimatives Beispiel für die maßgebende Herangehensweise von ISIS. Das wurde während einer vor kurzem auf einer Konferenz in Amman (Jordanien) bestätigt, die vom Jerusalem Center for Political Studies veranstaltet wurde. Während ihrer Präsentation sagte Dr. Hena al-Kaldani, eine Christin: „Es gibt ein vollständige Löschung der arabisch-christlichen Geschichte der vorislamischen Ära“, „viele historische Fehler“ und „ungerechtfertigte historische Sprünge in unserem jordanischen Lehrplan“. „Schulbücher für das 10. Schuljahr lassen jede Erwähnung von christlicher oder Kirchengeschichte in der Region aus.“ Wo immer das Christentum erwähnt wird, vermehren sich Auslassungen und Fehldarstellungen, einschließlich der Darstellung der Christenheit als westliche (heißt: „fremde“) Quelle der Kolonisierung, sagte Al-Kaldani.

Natürlich haben christliche Minderheiten im gesamten Nahen Osten – nicht nur in Jordanien – lange schon angegeben, dass die in den öffentlichen Schulen gelehrte Geschichte gewohnheitsmäßig das christliche Erbe der Region unterdrückt, während der Islam aufgebauscht wird (wobei auch gelogen wird).

„Es klingt absurd, aber Muslime wissen mehr oder weniger gar nichts über Christen, obwohl sie einen großen Teil der Bevölkerung stellen und sogar die ursprünglichen Ägypter sind“, sagt Kamal Mougheeth, ein pensionierter Lehrer in Ägyten: „Ägypten war sechs oder sieben Jahrhunderte [vor der islamischen Invasion um 640] christlich. Das Traurige ist, dass die Geschichtsbücher viele Jahre lang von Kleopatra zur muslimischen Eroberung Ägyptens sprangen. Das christliche Zeitalter war weg. Verschwunden. Ein enormes schwarzes Loch.“[1]

Das stimmt perfekt mit dem überein, was, wie ich mich erinnere, meine Eltern – Christen aus Ägypten – mir über ihre Erfahrungen in der Schule vor mehr als einem halben Jahrhundert erzählten: Hellenismus, Christentum oder die koptische Kirche – eintausend Jahre vorislamischer Geschichte Ägyptens – wurde praktisch nicht erwähnt. Die Geschichte begann mit den Pharaonen, bevor sie ins siebte Jahrhundert sprang, als die arabischen Muslime Ägypten für den Islam „öffneten“. (Wo immer Muslime nichtmuslimisches Territorium erobern, bezeichnet islamische Heiligengeschichte das als euphemistisch als eine „Öffnung“ (fath), nie als „Eroberung.

Sharana Yousif Zara, ein Politiker mit Einfluss im irakischen Bildungsministerium stimmt dem zu: „Es ist dasselbe bei der Lage im Irak. Es gibt fast nichts über uns [Christen] in unseren Geschichtsbüchern und was es dort gibt, ist völlig falsch. Es steht nichts davon darin, dass wir vor dem Islam hier waren. Die einzigen erwähnten Christen sind aus dem Westen. Viele Iraker glauben, wir seien hierher gezogen. Aus dem Westen. Dass wir in diesem Land Gäste waren.“[2]

Zara dürfte überrascht sein zu erfahren, dass im Westen ähnliche Ignoranz und historischer Revisionismus vorherrschen. Obwohl Christen in der Tat in den meisten arabischen Ländern die meisten indigenen Einwohner sind, werde ich oft gefragt – von gebildeten Menschen – warum Christen „beschlossen“ sich im Nahen Osten unter Muslimen niederzulassen, wenn letztere sie so schlecht behandelten.

Auf jeden Fall hat die pseudohistorische Herangehensweise des Nahen Ostens an das Christentum Generationen lang erfolgreich muslimische Schüler dazu indoktriniert der Christenheit zu misstrauen und sie zu hassen, die regelmäßig als nicht organisches, parasitisches Überbleibsel betrachtet wird, das von westlichen Kolonialisten zurückgelassen wurde (obwohl, wie erwähnt, das Christentum etwa 600 Jahre länger in der Region ist als der Islam).

Das erklärt auch eine der bittersten Ironien des Islam: Eine ganze Menge der heutigen Christen im Nahen Osten werden von Muslimen – einschließlich der Variante ISIS – verfolgt, deren eigene Vorfahren verfolgte Christen waren, die zum Islam konvertierten, um ihr Leiden zu beenden. Mit anderen Worten: Muslimische Nachkommen verfolgter Christen schlachten heute ihre christlichen Cousins ab. Christen werden zum Teil als „fremde Verräter“ angesehen, weil viele Muslime die Herkunft ihrer eigenen Christen nicht kennen.

Infolge solch eingegrabenen Revisionismus sind muslimische „Wissenschaftler“ in der Lage höchst dubiose und unhistorische Thesen zu verbreiten, wie man in Dr. Fadel Solimans Buch Copts: Muslims Before Muhammad[3] aus dem Jahr 2011 sieht. Darin wird behauptet, in der Zeit der muslimischen Eroberung Ägyptens sei die überwiegende Mehrheit der Ägypter nicht, wie Muslime und westliche Geschichte lange gelehrt hat, Christen gewesen, sondern prototypische Muslime oder muwahidin, die von europäischen Christen unterdrückt wurden: Daher ging es bei der islamischen Invasion Ägyptens in Wirklichkeit darum Mitmuslime zu befreien.

Selbstverständlich hat kein Historiker je behauptet, dass Muslime in Ägypten eindrangen, um „Protomuslime“ zu befreien. Stattdessen stellen muslimische Chronisten, die unsere Primärquellen zum Islam schrieben, die „Öffnungen“ offen und erfrischend als das dar, was sie waren – Eroberungen, reichlich versehen mit Massakern, Versklavung und Verdrängung von Christen und der Zerstörung tausender Kirchen.

Letztlich sollte uns der historische Ansatz der muslimischen Welt bezüglich des Christentums bekannt sein. Betreibt nicht der Westen dieselbe Täuschung? In beiden Fällen wird das Christentum dämonisiert und seine Geschichte von seinen alles an sich reißenden Feinden verdrängt: im Westen von jeder Menge „Ismen“ – darunter Linksradikalismus, moralischer Relativismus und Multikulturalismus – und mi Nahen Osten vom Islam.

[1] Zitat aus: Klaus Wvel: The Last Supper: The Plight of Christians in Arab Lands (Das letzte Abendmahl: Die bedrängte Lage der Christen in arabischen Ländern)

[2] ebenda

[3] Kopten: Muslime vor Mohammed

Die letzte Hoffnung für die Christen des Nahen Ostens

Israel Matzav, 25. Juli 2016

Es ist kein Geheimnis, dass es nur ein Land im Nahen Osten gibt, in dem Christen keine gefährdete Art geworden sind und wo ihre Bevölkerung im Verlauf der letzten 100 Jahre gewachsen ist. Sie haben richtig geraten: Es ist Israel und ich haben wieder und wieder darüber geschrieben (suchen Sie im Blog für einige Beispiele mit dem Begriff „Bethlehem“).

In Allein unter Juden schreibt Tuvia Tenenbom über ein Treffen mit einer Christin in Bethlehem, die zugab, dass die Bevölkerung der Stadt seit dem Jahr 2000 um mehr als 90% zurückgegangen ist, weil Christen flohen. Als er sie fragte warum, machte sie – Sie erahnen es – die „Besatzung“ dafür verantwortlich.

Was ist es, das diese Leute nicht begreifen? Luma Simms, eine Christin, die im Irak aufwuchs, versucht es zu erklären.

Das ist nicht nur ein muslimisches Problem. Dieser Antisemitismus sickert bis zu Minderheitengruppen durch, die in islamische beherrschten Ländern leben. Christen im Nahen Osten beweisen ein behindertes Vorurteil, da ihnen die Macht fehlt politisch gegen Israel zu agieren. Wie ich in meiner Nahost-Gemeinschaft im Verlauf der Jahre beobachtete, scheint es ein Phänomen des Stockholm-Syndroms zu geben. Nach so langer Zeit unter islamischer Herrschaft und dem Aufsaugen islamischer Propaganda sind die Christen anfällig dafür ihre „Eroberern“ in den autoritären islamischen Regierungen nachzuplappern. Ich habe noch Hoffnung ,dass eine freie arabisch-christliche Kultur diesen Bann innerhalb einer von Generation brechen könnte. Aber die Hoffnung schwindet – es kann sein, dass die Christenheit im Nahen nicht überlebt.

Das könnte sie in der Tat nicht – zumindest nicht außerhalb von Israel. Simms fährt fort und erklärt, warum Israel die letzte Hoffnung für die Christen des Nahen Ostens ist.

Israel ist die letzte Hoffnung für arabische Christen; so einfach ist das. Amerika führt in der Flüchtlingsfrage nicht, besonders nicht für irakische Christen. Doch ihnen zu helfen, den Christen in der arabischen Welt Gutes zu tun, würde erfordern, dass Israel den Antisemitismus seiner Nachbarn überwindet, selbst den der Christen, die wegen ihrer Vorurteile nicht um Hilfe bitten.

Arabische Christen in Amerika und dem Ausland fühlen sich in der Klemme zwischen muslimischen Interessen auf der einen Seite und israelischen auf der anderen. Sie sind verbittert. Sie sind eine schwache Minderheit, die immer übersehen wird. Arabische christen haben nicht die Macht zu verhandeln oder zu drohen, nicht das Geld um Waffen zu kaufen und kein Land, das sie kultivieren und auf dem sie bauen können. Ihre Verbitterung lässt sie einen wichtigen Verbündeten übersehen: Israel. Während der Völkermord an den Christen des Nahen Ostens weitergeht, ist die einzige Hoffnung für ein arabisch-christliches Überbleibsel – ein Rest, der seinen Glauben, Traditionen und Bräuche behält und weitergibt – die Hilfe durch den Staat Israel. Es ist etwas Menschliches.

Israel veranschaulicht bereits seinen humanen Umgang mit seinen Feinden. Es hat Krankenhäuser und medizinische Versorgungszentren an seinen Grenzen, in denen es unaufdringlich die Verwundeten und Verletzten behandelt, die wegen medizinischer Hilfe zu ihm kommen. Diese Menschen gehen irgendwann wieder in ihre Häuser in Syrien zurück. Patienten schweigen über die medizinische Hilfe, um sich selbst vor Repressalien zu schützen, die sie Zuhause erwarten könnten, weil sie Betreuung in Israel erhielten. Manche der Patienten sind Kombattanten, ein anderes Mal sind es Zivilisten, die ins Kreuzfeuer gerieten; manche kommen kaum noch lebend an, nicht wissen, dass sie in Israel sind; sie erlangten das Bewusstsein wieder, nur um festzustellen, dass sich genau die Leute um sie kümmern, die zu hassen sie gelehrt wurden. Diese Ärzte und Pfleger „sähen die Saat des Friedens“.

Ein weiterer Grund, warum arabische Christen zu helfen gut für Israel sein dürfte: Welch bessere Möglichkeit gibt es Jihad in der Region zu überwinden, als dass Israel eine Allianz mit Christen schmiedet? Die Christen des Nahen Ostens ihrerseits sollten Israel als Verbündeten sehen, seinen demokratischen Staat unterstützen und ein Bündnis aufbauen, um islamische Terroristen zu bekämpfen. Zu lange hat der Islam eine Taktik des „teile und erobere“ gegen die Christen und Juden eingesetzt. Als zum Beispiel in Nazareth lebende arabische Christen sich in die israelische Gesellschaft integrieren und in den Israelischen Verteidigungskräften dienen wollten, wurden von arabisch-muslimischen Gruppen schikaniert, angegriffen und bedroht. Schlimmer war die Beschuldigung durch Muslime und Christen, sie würden Palästina verraten. Jeder, er klar denkt, kann dies als das erkennen, was es ist: Muslime fürchten das Bündnis arabischer Christen mit Israel.

Was wird passieren, wenn Israel nicht handelt? Es ist schwer genaue Zahlen zu finden, aber vielleicht sind zwischen 200.000 und 400.000 irakische übrig geblieben. Im Irak werden sie getötet werden oder beim Fluchtversuch sterben. Einigen könnte, so Gott will, die Auswanderung erlaubt werden. Elliot Abrams gab während eines AEI-Panel zum Sykes-Picot-Abkommen die mutigste Äußerung ab, die ich von wem auch immer in Bezug auf die Situation gehört habe:

Die meisten christlichen Gemeinden sterben, werden nie wiederhergestellt werden … niemand hat das Gefühl gegenüber den christlichen Minderheiten im Irak [er spricht vom Wunsch die Gemeinden zu retten]… wir nehmen nicht einmal christliche Flüchtlinge auf… Ich bin wirklich getroffen von der Feindseligkeit gegenüber dem Gedanken, dass etwas für die christlichen Gemeinden des Nahen Ostens getan werden sollte… wird irgendjemand stärker verfolgt als die irakischen Christen? Hat irgendjemand eine stichhaltigere Angst [vor Verfolgung]? Sie können nicht einmal sicher in UNO-Flüchtlingslager gehen. Und wir unternehmen dazu nichts. [Was das Rätsel der Auflösung der Christenheit in der Gegend] wäre es, als würde man 1940 sagten: „Sicher, mit den 1000 Jahren jüdischer Geschichte in Deutschland und Polen und Ungarn wollen wir sie nicht töten, indem wir diese Leute als Flüchtlinge aufnehmen.“ Sie starben. Die Christen werden sterben oder viele von ihnen werden sterben. Deshalb glaube ich, dass wir nicht das Recht haben zu sagen: „Bleibt hier und erhaltet eure Kirchen“, wenn sie getötet werden.

Israel, steh‘ auf und führe diese Region der Welt. Du bist die Hoffnung für die irakischen Christen. Lasst es uns immer sagen: Im dunklen Zeitalter von ISIS, in dem Trostlosigkeit und Verzweiflung die arabische Welt bedeckte, war Israel ein Haus des Lichts. Wie der Prophet Jona, dem Gott befahl nach Ninive zugehen und den Assyrern Erlösung anzubieten, könnte Israel hingehen und Assyrien erlösen – wieder einmal die Ebenen von Ninive.

Ich habe auf Twitter viele Follower. Es gibt besonders zwei, denen ich folge. Jedes Mal, wenn ich einen Link wie diesen twittere, tagge ich sie. Einer retweetet mich jedes Mal. Der andere tut das nie. Warum? Ich wünschte, ich wüsste es.

ISIS oder Islam: Was züchtet Terrorismus?

Raymond Ibrahim, 10. April 2016 (auch: PJ Media)

Eine Lüge verschleiert die Wahrheit. Und hässliche, aber verborgene Wahrheiten haben nie eine Chance eingestanden, thematisiert und letztlich verbessert zu werden

Wegen dieser Binsenwahrheit hat eine der größten Lügen unserer Zeit – dass im Namen des Islam begangene Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat – einen an sich schwachen Islam zur Geißel der modernen Welt gemacht, ohne dass es ein Zeichen der Linderung am Horizont gibt.

Eine der jüngsten Bekundungen dieser Lüge gab es in Pakistan. Am Ostersonntag, dem 27. März, fand in der Nähe des Kinderspielplatzes eines öffentlichen Parks ein Selbstmord-Bombenanschlag statt; dort hatten sich Christen zusammengefunden, um die Wiederauferstehung ihres Herrn zu feiern. Mindestens 74 Menschen – zumeist christliche Frauen und Kinder, wurden getötet und fast 400 verletzt. „Überall auf den Wänden unseres Hauses klebte menschliches Fleisch“, erinnerte sich ein Zeuge.

Wer – oder was – war für diesen Anschlag verantwortlich? „Wir beanspruchen die Verantwortung für den Anschlag auf Christen, die Ostern feierten“, sagte Jamaatul Ahraar, eine Splittergruppe der Taliban. In einer Presseerklärung sagte die Gruppe sie habe sich „bewusst die christliche Gemeinschaft zum Ziel genommen“ und fügte hinzu: „Wir haben auf diese Gelegenheit gewartet.“

Die Taliban und ihre Ableger sind nicht allein. Klicken Sie hier, hier, hier, hier und hier für weitere Beispiele ähnlich tödlicher Anschläge weiterer islamischer Gruppen und Einzelpersonen überall auf der Welt auf Christen, die Weihnachten oder Ostern feiern. Auch sie hatten „auf diese Gelegenheit gewartet“. Selbst „die Terrorzelle, die in Brüssel zuschlug [letzten Monat mit 34 Getöteten] plante die Besucher von Ostergottesdiensten überall in Europa, darunter in Großbritannien zu massakrieren, glauben Geheimdienstchefs“.

Die Zusammenhänge herzustellen und zu begreifen, was all die islamischen Terrorgruppen verbindet, ist für die sogenannten Mainstream-Medien immer noch ein großes No-Go. Das Problem, wird uns erzählt, sind die „Taliban“, die „nichts mit dem Islam zu tun haben“. Stattdessen ist es ein begrenztes, vorübergehendes, ortsgebundenes Problem: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Derweil werden rund 8000 Kilometer westlich des Taliban-Territoriums, in Nigeria, Christen ebenfalls angegriffen. Dor sind nach Angaben eines neuen Berichts seit dem Jahr 2000 rund 12.000 Christen wegen ihres Glaubens abgeschlachtet und 13.000 Kirchen zerstört worden. Erst letzten Monat wurden mehr als 500 Christen abgeschlachtet.

Nahc Angaben des offiziellen Narratives ist etwas namens „Boko Haram“ dafür verantwortlich. Das ist eine weitere Gruppe, die sich ausschließlich in Übereinstimmung mit dem Islam definiert; eine weitere Gruppe, die regelmäßig während Weihnachten und Ostern Bomben auf Kirchen wirft. Und eine weitere Gruppe, so wird uns erzählt, die „nichts mit dem Islam zu tun hat“, sondern ein begrenztes, vorübergehendes, ortsgebundenes Problem ist: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Rund 8000 Kilometer westlich von Nigeria, in den USA, wurde Amerikanern erzählt, dass etwas namens „Al-Qaida“ am 9/11 ihre Landsleute angriff und 3000 von ihnen tötete; diese begrenzte Gruppe zu besiegen würde den Terror beenden. Ihr Führer, Osama bin Laden, wurde getötet und lauthals der Sieg verkündet – nur dass eine noch grausamere Erscheinungsform namens „Islamischer Staat“ (auch der „hat nichts mit dem Islam zu tun“) auf der Bühne erschien und weiter gegangen ist, als Al-Qaida es sich jemals erträumt hätte, in großen Teilen dank der Obama-Administration.

Es wird schlimmer. Das Problem besteht nicht nur darin, dass die Medien und die Entscheidungsträger es oft ablehnen die Zusammenhänge herzustellen und darauf bestehen jede der erwähnten Gruppen als grundverschiedene, begrenzte Gruppe mit anderer Motivation zu behandeln – keine von ihnen hat etwas mit dem Islam zu tun. Das Problem ist, das normale Muslime, die nicht „Taliban“, „Boko Haram“, „Al-Qaida“, „ISIS“ genannt werden, ohne Ende und regelmäßiger ähnliche Taten begehen, obwohl das in den MSM nie erwähnt wird.

Damit sind es, obwohl die „Taliban“ hinter dem jüngsten Ostermassaker stecken, die Alltagsmuslime, die in Pakistan  Christen diskriminieren, verfolgen, versklaven, vergewaltigen und manchmal ermorden (klicken Sie hier für einen typischen Monat); es waren Alltagsmuslime, die ein junges christliches Paar wegen nicht belegter Gerüchte bei lebendigem Leib verbrannten, sie hätten Mohammed beleidigt.

Diejenigen, die letzten Monat in Nigeria 500 Christen abschlachteten, warn nicht „Boko Haram“, sondern nicht ihnen angeschlossene (aber muslimische) Hirten. Ebenso „ist die nördliche muslimische politische und religiöse Elite die Hauptakteure der gezielte gegen die christliche Minderheit gerichteten Gewalt“.

Obwohl ISIS die Anschläge von Brüssel für sich reklamiert, sind es Alltagsmuslime, die christliche Kirchen verbieten, abbrennen, dort Bomben legen und an sie urinieren und die, wie in Pakistan und anderen mehrheitlich muslimischen Staaten, nichtmuslimische europäische Frauen zur Vergewaltigung aussuchen, weil sie untermenschliche „Ungläubige“ sind.

Das ist das wahre Problem. Die Medien mögen die Terrorgruppen als Verantwortliche für besonders spektakuläre Anschläge benennen – gefolgt von den üblichen Ermahnungen, dass sie „nichts mit dem Islam zu tun haben“ – wagen es nur wenige zuzugeben, dass Muslime allgemein ähnliche Gewalttaten und Intoleranz gegen Nichtmuslime begehen. Nach Angaben einer aktuellen Studie sind Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und sozio-politischen wie wirtschaftlichen Verhältnissen – für die Verfolgung von Christen in 41 der 50 Staaten verantwortlich, in denen es am schlimmsten ist Christ zu sein.

Diese Statistik stimmt mit der aktuellen Pew-Umfrage überein, die feststellte, dass allein in 11 Ländern mindestens 63 Millionen und bis zu 287 Millionen Muslime ISIS unterstützen. Gleichermaßen unterstützten 81% der Befragten einer aktuellen Umfrage von Al-Jazira den Islamischen Staat.

Zusammengefasst ist, was „extremistische“, „terroristische“ und „militante“ Gruppen (die „nichts mit dem Islam zu tun haben“) tun, die Spitze des Eisbergs dessen, was Muslime überall auf der Welt tun. (Siehe „Muslim Persecution of Christians“, Berichte, die ich seit Juli 2011 jeden Monat zusammenstelle und die die pausenlose Diskriminierung, Verfolgung und das Blutbäder bezeugen, die von „Alltags“-Muslimen an Christen verübt werden. Jeder Monatsbericht beinhaltet Dutzende Gräueltaten, von denen jede, wären sie von Christen an Muslimen verübt worden, flächendeckende Berichterstattung rund um die Uhr erhalten hätte.)

Die Medien decken nicht nur den Islam, indem sie vorgeben, die von islamischen Gruppen gegen Nichtmuslime verübten spektakulären Anschläge „haben nichts mit dem Islam zu tun“. Sie decken den Islam, indem sie nicht über die alltägliche Verfolgung berichten, die Nichtmuslime durch die Hand von Alltagsmuslimen erfahren – muslimischen Einzelpersonen, muslimischen Mobs, muslimischer Polizei und muslimischen Regierungen (einschließlich Amerikas engsten „Freunden und Verbündeten“) – nicht nur von muslimischen „Terroristen“.

Wegen dieser fest verwurzelten Lügen muss die Welt weiter und islamischem Terror leiden. Diese Lügen haben nicht nur erlaubt, dass zahllose Unschuldige in der muslimischen Welt in Vergessenheit verfolgt werden, sie haben auch gestattet, dass dieselbe Verfolgung in Amerika und Europa Einzug hält, zuletzt durch Masseneinwanderung.

Die Tatsache bleibt: Eine üble Wahrheit muss zuerst eingestanden werden, bevor sie behoben werden kann. Es mag hart sein sich eine üble Wahrheit einzugestehen – dass der Islam, nicht der „radikale Islam“ Hass und Gewalt gegen Nichtmuslime begünstigt – aber alles, das weniger ist, wird nur weiter die Lüge nähren, das heißt: den Jihad gegen Unschuldige weiter zu nähren.

Nennt es einen Völkermord an Christen

Clifford May, The Washington Times, 17. März 2016

In der jemenitischen Hafenstadt Aden griffen Anfang des Monats Islamisten ein katholisches Heim für mittellose alte Menschen an. Die Militanten, von denen man glaubt, dass sie Soldaten des Islamischen Staats sind, schossen auf den Wachmann; dann betraten die Einrichtung, wo sie die alten Menschen und ihre Pflegekräfte niederschossen, darunter vier Nonnen. Mindestens 16 Personen wurden ermordet.

Solche Gräueltaten werden nicht länger als große Nachrichtenereignisse betrachtet. Die meisten Diplomaten betrachten sie – oder tun sie ab – als „gewalttätigen Extremismus“, eine Formulierung, die ohne Erklärung beschreibt. An amerikanischen Universitäten sind „Aktivisten“ zutiefst besorgt wegen „Warnungen vor Auslösern“ und „Mikroaggressionen“. Massaker an Christen in muslimischen Ländern scheinen sie im Gegensatz dazu überhaupt nicht zu beunruhigen.

Aber Ehrlichkeit ist wichtig – oder sollte es sein. Und Genauigkeit ist eine Voraussetzung für solide Gestaltung von Politik. Das Christentum wurde im Nahen Osten geboren. Die Christen haben – nicht ohne Schwierigkeiten – seit mehr als eintausend Jahren unter muslimischen Imperien, Kalifaten und Diktatoren im Nahen Osten überlebt. Heute werden sie von selbsterklärten Jihadisten im Nahen Osten ausgerottet. Das ist Völkermord.

Kongressabgeordnete haben Präsident Obama aufgerufen diese Begriff nicht später als am 17. März zu verwenden – ein Stichtag, von dem Sprecher der Administration heute sagen, er könne nicht eingehalten werden, weil eine juristische Überprüfung noch nicht beendet wurde. Die juristische Definition von Völkermord: „Taten, die mit der Absicht eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als Ganzes oder zum Teil zu vernichten.“

Das Haus erhöhte den Druck ein wenig, als es am Montag mit 393 zu 0 Stimmen eine Resolution verabschiedete, die den „Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit“ verurteilte, die sich gegen Christen, Jesiden, Kurden und andere religiöse und ethnische Minderheiten richten. „ISIS ist des Völkermords schuldig und es ist an der Zeit, dass wir die Wahrheit zu ihren Gräueltaten beim Namen nennen“, sagte der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Repräsentantenhauses, Ed Royce. „Ich hoffe die Administration und die Welt werden dasselbe tun, bevor es zu spät ist.“

Eine zweite, am Montag verabschiedete Resolution des Hauses fordert ein internationales Tribunal das Regime Baschar Assad in Syrien zur Verantwortung zu ziehen, das Mandant sowohl des Iran als auch Russlands und für zahlreiche und entsetzliche Kriegsverbrechen verantwortlich ist.

Es sollte nicht unbemerkt bleiben, dass die „Säuberung“ uralter christliche Gemeinschaften au sder muslimischen Welt einem historischen Augenblick der Vertreibung selbst der noch älteren jüdischen Gemeinschaften aus denselben Ländern folgt. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust wurden Juden im gesamten Nahen Osten intensivierter Verfolgung unterworfen.

Mancher wir argumentieren, dass diese eine Reaktion auf Israels Unabhängigkeitserklärung war. Aber wäre das beste Argument gegen eine Wiedergeburt des jüdischen Staates nicht gewesen zu demonstrieren, dass er nicht gebraucht wurde – dass mehrheitlich muslimische Länder niemals Völkermord unterstützen würden, wie es so viele Europäer gemacht hatten? Dass Toleranz sich auch auf Juden und andere Minderheiten erstreckt?

Fast eine Million Juden floh bald aus dem Irak, Ägypten, Libyen, Jemen und anderen Ecken der Region. Bald darauf stellten diese jüdischen Flüchtlinge und ihre Nachkommen mehr als die Hälfte der Bevölkerung Israels – des einzigen Staats im Nahen Osten, der heute Minderheitenrechte garantiert; des einzigen Staats im Nahen Osten, der heute eine wachsende christliche Bevölkerung hat.

Trotzdem (oder vielleicht zum Teil deshalb) hoffen Israels Nachbarn immer noch es zu vernichten. Letzte Woche startete der Iran testweise zwei ballistische Raketen. Auf der gesamten Länge der einen stand auf Hebräisch und Persisch geschrieben: „Israel muss vom Angesicht der Erde gewischt werden.“

Man muss es den Jihadisten lassen: Sie sind offen zu dem, was sie glauben und was sie vorhaben. Osama bin Laden sprach regelmäßig von der Verpflichtung „jüdische und christliche Kreuzuzügler“ zu bekämpfen.

Den Jihad als Verteidigung zu rechtfertigen ist eine clevere – wenn auch kaum originelle – Taktik. 1996 schrieb bin Laden in seiner ersten Al-Qaida-Fatwa, mit der er den Vereinigten Staaten den Krieg erklärte, vom „erbitterten jüdisch-christlichen Feldzug gegen die muslimische Welt“; er drängte die Muslime „den aggressiven Feind zurückzuschlagen, der die Religion und die Welt korrumpiert. Nichts verdient, nach dem Glauben, höhere Priorität, wie die religiösen Gelehrten es erklärt haben.“

Nein, Amerika, Israel und Europa befinden sich nicht mit dem Islam im Krieg. Aber ja, es gibt diejenigen innerhalb der islamischen Welt, die entschlossen sind Christen, Juden, Jesiden, Hindus, Buddhisten und andere zu töten – „die größeren Kuffar“ nannte bin Laden sie, ein verhöhnender Begriff für die, die den Islam nicht als die einzig wahre Religion annehmen.

Soldaten könnten mit mehr Leidenschaft kämpfen, wenn sie ihre Feinde hassen oder sie zumindest als weniger denn menschlich betrachten. Aber Ayatollah Ruhollah Khomeini, der die Islamische Revolution des Iran von 1979 anführte und Irans aktuelle Herrscher inspirierte, war nicht allein damit das Abschlachten von Nichtmuslimen als Akt der Freundlichkeit zu betrachten. „Wenn man einem Ungläubigen erlaubt in seiner Rolle als Verführer der Erde weiterzumachen, wird das Leiden des Ungläubigen nur noch immer schlimmer werden“, sagte er 1984. „Wenn man den Ungläubigen tötet und das ihn vom Begehen seiner Untaten abhält, wird sein Tod für ihn ein Segen sein.“

Daher dürften die Mörder der alten Männern und Frauen, Krankenpflegern und Nonnen in Aden – einer Stadt, die nach Eden benannt wurde – ihre Opfer nicht verachtet oder sie für solche Missstände wir die Kreuzzüge, die Niederlage des Osmanischen Reichs und den Zusammenbruch des Kalifats oder die Invasion des Irak verantwortlich gemacht haben. Sie werden gedacht haben, dass sie ihnen – und der Welt – einen Gefallen tun.

Das Journalisten, Diplomaten, Akademiker und politische Entscheidungsträger diese Realität anerkennen – DAS wären Nachrichten. Dass Herr Obama anerkennt, wie der Kongress ihn drängt, dass Christen in muslimischen Ländern heute Völkermord erleben, wäre ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung.

Muslime fordern den Löwenanteil christlicher Opfer

Raymond Ibrahim, 7. März 2016 (auch: FrontPage Magazine)

Open Doors, eine Organisation, die für verfolgte Christen eintritt, hat vor kurzem ihre neueste „World Watch List“ veröffentlicht – einen Bericht, der ein Schlaglicht auf die 50 Staaten, in denen es am schlimmsten ist Christ zu sein. Er stellte fest, dass 2015 für verfolgte Christen das „schlimmste“ Jahr der modernen Geschichte ist.

Wer beansprucht den Löwenanteil dieser nie da gewesenen Verfolgung? Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und soziopolitischer Verhältnisse: Muslime, die aus Amerikas engsten Verbündeten kommen (Saudi-Arabien steht auf Platz 14) und seiner Gegner (Iran ist Nr. 9); Muslime aus „Islamischen Republiken“ (Afghanistan auf Platz 4) und aus „moderaten Staaten (Malaysia auf Platz 30 und Indonesien auf Platz 43); Muslime aus von Amerika geretteten Staaten (Kuwait auf Platz 41) und Muslime aus Staaten, die „Gründe zu Unmut“ gegenüber den USA haben (füllen Sie selbst aus: ___________________).

Der Bericht stellt fest, dass „islamischer Extremismus“ die Hauptquelle der Verfolgung in 41 der Top-50-Länder ist – das heißt 82 Prozent der Christenverfolgung weltweit wird von Muslimen betrieben. Was die zehn schlimmsten Christen verfolgenden Länder angeht, so sind neun davon mehrheitlich muslimisch – das heißt, 90 Prozent der Staaten, in denen Christen „extreme Verfolgung“ erleben, sind muslimisch.

Bedenkt man, dass in der World Watch-Liste 2016 Nordkorea – ein nicht islamisches Land – an erster Stelle der weltweit steht, warum dann auf der religiösen Identität der Muslime herumreiten? Gewiss suggeriert das, dass Christenverfolgung nicht für die islamische Welt intrinsisch ist, sondern eher ein Produkt repressiver Regime und anderer sozioökonomischer Faktoren – wie das Beispiel Nordkorea nahe legt und wie es viele Politiker und andere Schwätzer verfechten?

Hier kommen wir zu einigen kritisch wichtigen und selten eingestandenen Unterscheidungen. Während Christen in Nordkorea in der Tat unter extremer Verfolgung leiden, fällt das in den Bereich des Zeitweiligen und Anormalen. Etwas so Einfaches wie der Sturz des Regimes von Kim Jong-un könnte schnell zu einem Stopp der Verfolgung führen – genauso wie der Fall der kommunistischen Sowjetunion das Ende der religiösen Verfolgung brachte.. Die Leuchtkraft des Christentums in Südkorea weit darauf hin, was für das nördliche Gegenüber erwartet werden kann – und was also dort solche Angst schafft.

In der islamischen Welt würde ein ähnliches Szenario aber das Leiden der Christen kein bisschen erleichtern. Eher im Gegenteil: Wo Diktatoren (oft dank US-Unterstützung) stürzen – Saddam im Irak, Gaddafi in Libyen und die andauernden Versuche gegen Assad in Syrien – nimmt die Christenverfolgung dramatisch zu. Heute ist der Irak für Christen der zweitschlimmste Staat der Welt, Syrien liegt an fünfter Stelle und Libyen an zehnter. Vor einem Jahrzehnt, unter den „bösartigen“ Diktatoren, lag der Irak auf Platz 32, Syrien auf 47 und Libyen auf 22.

Der Unterschied zwischen muslimischer und nichtmuslimischer (d.h. kommunistischer) Verfolgung von Christen liegt darin, dass Letztere oft in einem bestimmten Regime wurzeln. Umgekehrt ist Christenverfolgung durch Muslime beständig, existenziell und übersteigt bei weitem dieses oder jenes Regime oder Herrscher. Sie ist fester Bestandteil der Geschichte, Doktrin und soziopolitischen Aufbaus des Islam – daher seine Hartnäckigkeit; daher seine Allgegenwart.

Darüber hinaus ist atheistischer Kommunismus ein relativ neues Phänomen – etwa ein Jahrhundert alt – und im Verlauf der Jahre schwand seine Herrschaft (wenn auch nicht die Varianten seiner Ideologie) enorm, so dass heute nur noch eine handvoll Staaten kommunistisch ist.

Andererseits ist die muslimische Christenverfolgung so alt wie der Islam. Sie ist eine gut dokumentierte, wenn auch unterdrückte Geschichte.

Um die Unterschiede zwischen zeitweiliger und existenzieller Verfolgung besser begreifen zu können, betrachte man Russland. Unter dem Kommunismus wurden seine Christen verfolgt; aber heute, nach dem Fall der UdSSR, holt Russland sich sein christlich-orthodoxes Erbe zurück.

Nordkorea – wo Kim Jong-un als Gott verehrt und das Volk vor der Wirklichkeit abgeschirmt wird – scheint zu erleben, was Russland unter der Sowjetunion erlebte. Aber wenn die einst mächtige UdSSR nicht durchhalten konnte, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Mauern des winzigen Nordkorea bröckelt, mit der sich daraus ergebenden Religionsfreiheit, die ehemals kommunistische Staaten erlebt haben. (Bezeichnenderweise sind die einzigen Länder, die Teil der Sowjetunion waren und weiter Christen verfolgen, muslimische wie Usbekistan auf Rang 15 und Turkmenistan auf Rang 19.)

Die Zeit ist allerdings nicht auf der Seite der Christen, die unter Muslimen leben; ganz im Gegenteil.

Kurz gesagt: Muslimische Christenverfolgung existiert heute in 41 Staaten als Teil eines Kontinuums – oder einer „Tradition“ – die vor fast 14 Jahrhunderten begann. Wie ich in Crucified Again: Exposing Islam’s New War on Christians dokumentiere, sind genau dieselben, heute in der gesamten muslimischen Welt weit verbreiteten Muster der Christenverfolgung oft identisch mit denen aus vergangenen Jahrhunderten.

Eine letzte Überlegung: Nordkorea, der eine nichtmuslimische Staat, der es in die Top 10 der Lieste der schlimmsten Verfolger schafft, wird von einem weithin als unausgeglichenen Größenwahnsinnigen betrachteten regiert; Im Gegensatz dazu werden die übrigen neun Staaten nicht von irgendwelchen „Personenkult-Persönlichkeiten“ beherrscht und unterschiedlich regiert: Dazu gehören parlamentarische Demokratien (Irak), parlamentarische Republiken (Pakistan und Somalia), Einparteien- oder Präsidialrepubliken (Eritrea, Sudan und Syrien), islamische Republiken (Afghanistan und Iran) sowie im Übergang befindliche bzw. umstrittene Regierungen (Libyen). Betrachtet man die übrigen muslimischen Staaten, die die Liste der Top-50-Verfolger ausmachen, dann wuchern sogar noch mehr Regierungsformen, zum Beispiel Monarchien (Saudi-Arabien auf Platz 14).

Der gemeinsame Nenner ist: Es sind alles islamische Staaten.

Damit werden lange nachdem Nordkoreas psychotischer Kim Jong-un der Vergangenheit angehören wird, Dutzende Millionen Christen und andere „Ungläubige“ weiterhin extreme Verfolgung erleiden, bis das, was im siebten Jahrhundert begann, verwirklicht sein wird und die gesamte islamische Welt „frei von Ungläubigen“ wird.

Sich dieser unbehaglichen und lieber ungesagt gelassenen Tatsache zu stellen ist der erste echte Schritt zum Lindern der Leiden der überwiegenden Mehrheit der Christen in aller Welt.

Leider ist es aber offensichtlich, dass zwar mancher bereit ist darauf hinzuweisen, dass Christen in der gesamten muslimischen Welt verfolgt werden – warum das der Fall ist, warum 82% der Verfolgung in der Welt von Muslimen aus einer Vielzahl von Hintergründen und Verhältnissen betrieben wird – das, was nur wenige ansprechen wollen. Denn das zu tun würde einige lange geltende und in Ehren gehaltene Prämissen des modernen Westens – deren wichtigster die Doppeldoktrin des religiösen Relativismus und des Multikulturalismus ist – kollabieren lassen.