Ethnische Säuberung auf palästinensische Art

Joseph Farah, The Jewish Press, 7. Januar 2004

Man sah die Bilder Weihnachten im Fernsehen – israelische Soldaten, die durch Jerusalem patrouillierten. Man hörte, wie die Juden für die Unruhe in der Stadt Davids, dem Geburtsort von Jesus, verantwortlich gemacht wurden.

Diese Kolumne beschäftigt sich mit dem, was man in diesen, zu einer Art alljährlichem journalistischen Ritual gewordenen Berichten nicht sah oder hörte.

Die christliche Bevölkerung der Palästinensischen Autonomie, die einmal 20 Prozent der Region stellte, ist auf unter zweieinhalb Prozent gefallen.

Es leben weniger als 50.000 christliche Araber innerhalb der PA. 1948 war Bethlehem zu 80 Prozent christlich. Heute ist es zu 80 Prozent muslimisch. Wo gehen sie hin?

Sind Sie auf einen Schock gefasst?

Viele von ihnen ziehen das Leben in Israel dem unter der Herrschaft Arafats und seiner Freunde in der Hamas und dem Islamischen Jihad vor. Tatsächlich wäre das Leben so ziemlich überall besser und wer die Möglichkeit dazu hat, der geht weg.

Diese massive Ausstellung ethnischer Säuberungen und Bevölkerungsbewegung ist von der Palästinensischen Autonomiebehörde total verschleiert und von den internationalen Medien vertuscht worden. Schlimmer noch: sie wurde Israel angelastet. Aber Christen, die aus dem Heiligen Land fliehen, wissen, warum sie fort gehen. Man muss sie nur fragen. Es begann vor langer Zeit. Ich weiß es, denn meine Großeltern flohen in die Sicherheit, den Schutz und die Freiheit Amerikas.

Christen im Nahen Osten wissen sehr gut, wer ihr Feind ist. Sie wissen, warum sie unterdrückt werden. Sie wissen, wer sie angreift. Sie wissen, wer sie besetzt. Und es ist nicht Israel.

Hier sind die Fakten. Rund 2 Millionen Christen sind in den letzten 20 Jahren aus dem Nahen Osten geflohen. Manche Schätzungen liegen deutlich höher. Seit Arafat die Verwaltung der Palästinenser-Gebiete von Israel übernahm, ist die christliche Bevölkerung von 15 auf 2 Prozent gefallen. Sie werden fort getrieben. Sie werden ermordet. Sie werden vergewaltigt. Sie werden systematisch verfolgt. Sie werden belästigt. Sie werden eingeschüchtert.

So ist jetzt das Leben für Christen in Bethlehem und andere ehemals christliche Städte in der West Bank. Stellen Sie sich nur einmal vor, wie es sein wird, wenn Palästina ein richtiger Staat wird. Wenn diese Leute vor der israelischen Besatzung fliehen würden, warum gingen sie dann weg, nachdem die Israelis weg gingen? Das macht keinen Sinn. Israel hat den Exodus der Christen aus dem Nahen Osten nur auf eine Weise unterstützt: dadurch, dass es sich aus den Gebieten von Judäa, Samaria, Gaza, dem Südlibanon und anderen zurückzog. Als Israel diese Gebiete verwaltete, lebten christliche Araber in Schutz und Sicherheit.

Die Wahrheit ist, dass die christliche Bevölkerung Israels sich seit 1948 mehr als vervierfacht hat. Warum? Weil Israel Religionsfreiheit garantiert – währen die Palästinensische Autonomiebehörde eine offizielle Religion bietet, den Islam.

Was in der PA passiert ist: die schützende Hand Israels ist weggenommen worden und Arafat und der PA ist mehr und mehr Autonomie gegeben worden, ihr eigenes Land zu beherrschen.

Frage: Was ist schlimmer, als wegen seines Glaubens drangsaliert, belästigt, eingeschüchtert und verfolgt zu werden?

Antwort: Wegen seines Glaubens drangsaliert, belästigt, eingeschüchtert und verfolgt zu werden – und zusehen zu müssen, wie diejenigen, die diese Verbrechen begehen, andere dafür verantwortlich machen.

Es ist Zeit, dass die ganze Welt den Mini-Holocaust erkennt, der an den Christen des Nahen Ostens verübt wird. Es ist Zeit, die dieser Gräuel Schuldigen zu bestrafen – besonders die, die die Verantwortung für die Palästinensische Autonomiebehörde haben. Sie dürfen nicht mit einem eigenen Staat belohnt werden.

Die belagerten Christen der palästinensisch kontrollierten Gebiete

David Raab[1], IMRA-Newsletter (E-Mail), 10. Oktober 2002 Einführung

Die christliche Gemeinschaft in den Gebieten, die von der Palästinensischen Autonomie (PA) verwaltet werden, ist klein, aber symbolisch wichtig. Rund 35.000 Christen leben in der Westbank und 3.000 in Gaza[2], was ungefähr 1,3 Prozent der Palästinenser ausmacht. Zusätzlich wohnen 12.500 Christen in Ost-Jerusalem.

Diese Bevölkerung nimmt allerdings rapide ab und das ist nicht ausschließlich das Ergebnis der schwierigen militärischen und wirtschaftlichen Lage der letzten zwei Jahre. Es gibt eher zahlreiche Hinweise darauf, dass die christliche Bevölkerung wegen ihres Christseins belagert wird. Im Zusammenhang der Lebensbedingungen von Christen in anderen Staaten des Nahen Ostens, ist dies besonders glaubwürdig und Besorgnis erregend.

DIE HINTERGRÜNDE DER BELAGERUNG DER PALÄSTINENSISCHEN CHRISTEN

Regionale Unterdrückung von Christen

Unter dem Islam werden die Christen als Dhimmis angesehen, toleriert, aber zweiter Klasse, die den Schutz des Islam brauchen. Dhimmitum ist integraler Bestandteil des Islam; er ist ein „Schutzpakt“, der das ursprüngliche Recht des [moslemischen] „Eroberers [Juden und Christen] zu töten aussetzt, so weit sie sich der Zahlung eines Kopfgeldes verpflichteten.“[3]

Die Wirklichkeit ist für Christen unter dem Islam allerdings oft schwierig gewesen. „Im Laufe der Jahrhunderte ist der politische Islam gegenüber den einheimischen Christen, die unter seiner Herrschaft lebten, nicht allzu freundlich gewesen. Abgesehen von Anekdoten von Toleranz ist die systematische Behandlung von Christen… nach jeglichen Maßstäben missbräuchlich und diskriminierend gewesen… Unter dem Islam wird die betroffene Dhimmi-Gemeinschaft und jeder Einzelne dazu gebracht angesichts der herrschenden Gemeinschaft in einem Zustand fortwährender Erniedrigung zu leben.“[4] Ein christlich-libanesischer Präsident, Baschir Gemayel beschrieb das so: „Ein Christ… ist kein vollwertiger Bürger und kann in den Ländern, die einmal vom Islam erobert wurden, politische Rechte nicht wahr nehmen.“[5]

Die derzeitige Realität der Christen in Ländern des Nahen Ostens ist ebenfalls schwierig. In Ägypten „erhalten muslimische, aber nicht christliche Schulen staatliche Förderung… Es ist fast unmöglich, Kirchen zu restaurieren oder neu zu bauen… Christen werden regelmäßig öffentlich verfemt oder beleidigt; Gesetze verbieten, dass Muslime zum Christentum über treten… Islamische Radikale haben regelmäßig physische Angriffe auf [christliche] Kopten ausgeführt.“[6]

Saudi Arabien ist einer der Christen am stärksten unterdrückenden Staaten. Es gibt im gesamten Land keine Kirchen. Fremdarbeiter bilden ein Drittel der Bevölkerung, viele davon sind Christen. Während ihres gesamten Aufenthalts, der Jahre dauern kann, ist es ihnen verboten, jegliche christliche Symbole oder Bibeln zu zeigen oder sich öffentlich zu versammeln um zu beten. Einige von ihnen mussten zusehen, wie ihre persönliche Bibel bei der Einreise in das Land in den Reißwolf gesteckt wurde.[7]

Ein offizieller saudischer Geistlicher, Scheik Saad Al-Buraik, erklärte kürzlich in einer regierungseigenen Moschee in Riyadh: „Die Menschen sollten wissen, dass der Kampf, den wir durch stehen, auch mit denen stattfindet, die glauben, dass Allah ein Drittel einer Dreiheit ist und mit denjenigen, die sagen, dass Jesus der Sohn Allahs sei und Allah Jesus, der Sohn der Maria.“[8]

Im Iran „ist der Druck von christlicher Literatur illegal; Konvertiten vom Islam [zum christlichen Glauben] werden oft getötet und die meisten evangelikalen Kirchen müssen im Untergrund arbeiten.“[9] Christen ist es nicht gestattet in einem islamischen Gerichtsverfahren als Zeugen aufzutreten, wenn ein Muslim betroffen ist und sie werden in Bezug auf Arbeitsplätze diskriminiert. Ein UN-Bericht von 1992 zitiert Fälle von Inhaftierungen und Folter von Muslimen, die zum Christentum konvertierten, sowie von armenischen und assyrischen Pastoren, der Auflösung der iranischen Bibelgesellschaft, der Schließung christlicher Büchereien und der Konfiszierung aller christlichen Bücher, darunter 20.000 Kopien des Neuen Testaments in Farsi.[10]

Auch in Israel streben muslimische Fundamentalisten die Ausübung der Dominanz über christliche Araber an. „Angriffe auf und Verurteilungen von Christen werden in Moscheen oft gehört, in Predigten und in Veröffentlichungen der muslimischen Bewegung.“[11] Ereignisse in Nazareth machen das deutlich.

Nazareth ist der katholischen Kirche besonders wichtig. 1969 weihte sie ein massives, modernes Gebäude über der Stelle ein, an der nach christlicher Tradition Maria Zuhause gewesen sein soll… Die Verkündigungsbasilika wurde ein beherrschendes Wahrzeichen Nazareths. Israel entschied sich, einen kleinen Platz am Fuß des Hügels, auf dem die Basilika steht, in einen großen Platz umzubauen, auf dem die Pilger sich versammeln konnten.

Nazareth wuchs aber… von einem kleinen galiläischen Dorf mit einer vorwiegend christlich-arabischen Bevölkerung in ein regionales Zentrum von über 200.000 Menschen, 70 Prozent davon muslimisch. Als die Pläne öffentlich gemacht wurden, bestand eine neu auftretende islamische Bewegung darauf, dass ein kleines muslimisches Heiligtum auf dem Platz bestehe und verkündete Pläne eine große Moschee auf „ihrem“ Land zu bauen…

… Die Muslime warteten nicht auf die Genehmigung ihrer Pläne, geschweige denn darauf, dass diese gezeichnet würden, sondern begannen prompt mit dem Guss eines Fundaments. Auf allen Seiten flatterten islamische Fahnen.

Für die Katholiken war die Größe keine Frage. Jede Moschee an dieser Stelle, so glaubten sie, würde die Christen durch die Blockierung des Platzes und die hoch aufragenden Minarette heraus fordern, von denen die muslimischen Gebetsaufrufe durch die Basilika hallten würden. Ostern 1999 brach Gewalt zwischen Christen und Muslimen aus.[12]

Offizielle PA-Dominanz über die Christen

Der Islam ist die offizielle Religion der palästinensischen Autonomie.[13] Zusätzlich haben die fundamentalistischen Hamas und Islamischer Jihad den islamischen Einfluss auf die palästinensische Gesellschaft voran getrieben.

Offizielle behauptet die PA die palästinensischen Christen gleich zu behandeln und sucht gezielte Demonstration davon. Weihnachten ist als offizieller Feiertag anerkannt, der Vorsitzende Arafat besucht die Messe und hält einen offiziellen Empfang ab. Arafat erklärte „den Schutz der christlichen und muslimischen heiligen Stätten“ zu seinem Auftrag.[14] Verschiedene Christen hatten herausgehobene Positionen in der PA inne.

Gelegentlich rutschen aber gegenteilige Nachrichten heraus. In einer Freitagspredigt am 13. Oktober 2000, der live im offiziellen palästinensischen Fernsehen aus der Moschee von Gaza ausgestrahlt wurde, erklärte Dr. Ahmed Abu Halabiya:

„Allah, der Allmächtige, hat uns aufgerufen, uns nicht mit den Juden oder Christen zu verbünden, nicht wie sie zu sein, keine Partnerschaften mit ihnen einzugehen, ihnen nicht zu helfen und keine Vereinbarungen mit ihnen zu unterschreiben.“[15]

Außerdem beschützt kein Gesetz der PA die Religionsfreiheit.[16] Während das PA-Informationsministerium behauptet, dass das „Recht aller Palästinenser und die Freiheit zu beten und ihre Religion auszuüben beschützt werden“, betont eine ihrer Erklärungen auch: „Die Palästinenser werden auch von [islamischen] Gesetz der Scharia regiert… bezüglich Dingen, die religiöse Fragen angehen. Nach dem Gesetz der Scharia, das in der gesamten muslimischen Welt angewendet wird, begeht jeder Muslim, der konvertiert oder sich zum Nichtgläubigen erklärt, eine Todsünde, die durch die Todesstrafe gesühnt werden muss… die [palästinensische Autonomie] kann keine andere Haltung in dieser Sache einnehmen.“[17]

In dem Versuch die Christen zu beruhigen, fährt die Erklärung damit fort, dass die Todesstrafe für Konversion „nie angewendet wurde, dass es auch unwahrscheinlich sei, dass dies in den palästinensischen Gebieten geschehe“, aber dass „die Normen und Traditionen sich solcher Situationen annehmen würden, sollten sie eintreten.“

Das juristische System der PA stellt auch keinen gleichen Schutz für Christen sicher. Z.B. machte ein israelischer Regierungsbericht darauf aufmerksam, dass das Gerichtswesen in Bethlehem christliche Grundbesitzer nicht schützt:

Die (christliche) Familie Comtsieh hat ein Stück Land mit einem Gebäude, das als Geschäftszentrum in der Stadt dient. Vor einigen Jahren nahm eine muslimische Familie aus Hebron das Gebäude in Besitz und begann es ohne Genehmigung zu nutzen. Die Familie Comtsieh reichte Klage ein und nach langen und mühsamen gerichtlichen Anhörungen entschied das Gericht zu Gunsten des Klägers. Das Urteil wurde aber nie von der Polizei durchgesetzt und die Vertreter der Familie aus Hebron erschienen später mit einem neuen Gerichtsurteil (von demselben Richter unterschrieben, der vorher zu Gunsten des Klägers entschied), das das vorherige Urteil für ungültig erklärte und der Hebroner Familie das Eigentum an dem Grundstück zusprach.[18]

Ein Bericht der israelischen Regierung von 1997 macht ständige Belästigung von Christen durch die PA geltend.

Im August 1997 eröffnete der palästinensische Polizist Beit Sahur das Feuer auf eine Menge christlicher Araber und verletzte sechs von ihnen. Die Autonomiebehörde versucht den Vorfall zu vertuschen und hat davor gewarnt ihn zu veröffentlichen. Der örtliche Kommandeur der palästinensischen Polizei hat Journalisten angewiesen, nicht über den Vorfall zu berichten…

Ende Juni 1997 wurde ein zum Christentum konvertierter Palästinenser in der nördlichen Westbank von Agenten des Vorbeugenden Sicherheitsdienstes verhaftet. Er war regelmäßig zur Kirche und zu Gebetstreffen gegangen und studierte die Bibel. Die Autonomie befahl seine Verhaftung…

Der Pastor einer Kirche in Ramallah wurde kürzlich von Sicherheitsbeamten der Autonomiebehörde gewarnt, dass sie seine evangelistischen Aktivitäten in der Gegend beobachteten und dass er zu einer Befragung wegen des Vorwurfs der Verbreitung des christlichen Glaubens erscheinen sollte.

Ein palästinensischer Konvertit in einem Dorf bei Nablus wurde vor Kurzem von der palästinensischen Polizei verhaftet. Ein muslimischer Prediger wurde von ihr dazu gezogen, der versuchte, den Konvertiten zum Islam zurück zu bekehren. Als der Konvertit das verweigerte, wurde er vor ein palästinensisches Gericht gestellt und zu wegen der Beleidigung des religiösen Führers zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Ein palästinensischer Konvertit in Ramallah wurde kürzlich von palästinensischen Polizisten zu Hause besucht und gewarnt, dass er verhaftet und wegen Spionage für Israel angeklagt würde, wenn er weiter den christlichen Glauben predigen würde.[19]

Ein anderer Bericht von 2002, der sich auf Material stützt, das während Israels Operation „Defensive Shield“ gesammelt wurde, behauptet, dass „die Fatah und Arafats Geheimdienst-Netzwerk die christliche Bevölkerung von Bethlehem einschüchterte und misshandelte. Sie erpressten von ihnen Geld, konfiszierten Land und Häuser und überließen sie ohne Schutz der Gnade von Straßenbanden und anderen kriminell Aktiven.“[20]

Ähnliche Erkenntnisse wurden in der Washington Times nach der Übernahme der Geburtskirche in Bethlehem durch die PA berichtet. Einwohner dieser biblischen Stadt drücken große Erleichterung darüber aus, dass die 13 palästinensischen ultra-militanten Palästinenser nach Zypern ins Exil geschickt wurden; sie sagen, diese hätten eine zweijährige Terrorherrschaft ausgeübt, die Vergewaltigung, Erpressung und Hinrichtungen einschlossen. Die 13 nach Zypern geschickten, wie auch 26 andere, die in den Gazastreifen gehen mussten, hatten in der Geburtskirche Zuflucht gesucht, was eine 39-tägige Belagerung auslöste.

In der Nähe der Kirche lebende Palästinenser beschrieben die Gruppe als eine kriminelle Bande, die besonders hinter palästinensischen Christen her waren; sie verlangten „Schutzgeld“ von den Geschäftsleuten, die religiöse Artikel herstellen und verkaufen. „Endlich können die Christen frei atmen“, sagte Helen, eine fünfzigjährige christliche Mutter von vier Kindern. „Wir sind so glücklich, dass diese Kriminellen, die uns so lange bedroht haben, jetzt verschwinden.“

Um das Ganze noch schlimmer zu machen, schrieben die Al Aksa-Märtyrerbrigaden der PA (die von den USA als Terrororganisation betrachtet werden) während dieser Terrorherrschaft einen Brief an die Stadt Bethlehem, in dem sie Hilfe in Form von Geldern für Militäraktionen „wünschten“. Sie fügten ein zynisches, christliches Symbol für ihre erpresserische Forderung hinzu: Der Brief war unterschrieben mit „Fatah/Al Aksa-Märtyrer (und Geburtskirchen)-Brigaden.“[21]

Missachtung christlicher heiliger Stätten durch die PA

Die PA hat Verachtung für bestimmte christliche Heiligtümer gezeigt. Es hat auch bedeutende Entweihungen gegeben. Z.B. entschied Yassir Arafat ohne vorherige Absprache mit der Kirche, dass ein griechisch-orthodoxes Kloster in der Nähe der Geburtskirche in Bethlehem während seines Besuchs in der Stadt sein Aufenthaltsort sein sollte.[22] Am 5. Juli 1997 besetzte die PLO das Russische Heilige Dreieinigkeitskloster von Abrahams Eiche in Hebron, wobei die Mönche und Nonnen unter Gewaltanwendung hinaus geworfen wurden.[23]

In der Zeit von 2000 bis 2002 wählten sich die Tanzim-Milizen des palästinensischen Terrorkriegs die christliche Stadt Beit Jala aus, um Jerusalem zu beschießen. Sie schossen dabei über andere Orte hinweg, von denen aus sie genauso gut die Viertel auf dem 1967 eroberten Land hätten beschießen können. Sie positionierten sich besonders in oder in der Nähe von christlichen Häusern, Hotels, Kirchen (z.B. St. Nikolas) und dem Griechisch-Orthodoxen Club, wohl wissen, dass bereits ein leicht abweichender Schuss des israelischen Gegenfeuers christliche Institutionen oder Häuser schädigen würde.[24] Mit anderen Worten: Sie zogen es vor Israel schlecht aussehen zu lassen, statt die Heiligkeit und Integrität von Christlichen Stätten und Häusern zu erhalten.

Irgendwann protestierte Andreas Reinecke, Leiter des deutschen Verbindungsbüros zur PA: „Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit mit diesem Brief auf eine Reihe von Vorfällen lenken, die in der Talitakoumi-Schule in Beit Jala statt fanden… , die hauptsächlich von der Evangelischen Kirche Berlin finanziert wird.

Während der letzten zwei Tage bemerkten die Angestellten der Schule Versuche von verschiedenen bewaffneten Palästinensern, das Grundstück der Schule und Teile ihres Gartens für ihre Aktivitäten zu nutzen. Sie hatten damit Erfolg. Eine israelische Reaktion wird unvermeidlich sein. Das wird negative Auswirkungen auf die Fortführung der Funktion der Schule haben, in der nicht weniger als 1.000 (christlich-palästinensische) Schüler lernen… Sie können sich die Aufregung nicht vorstellen, die [in Deutschland] unter den Unterstützern der Schule hervor gerufen würde, sollten sie entdecken, dass das Schulgelände als Schlachtfeld benutzt wird.“[25]**

Das herausstechendste Beispiel der Missachtung der heiligen christlichen Stätten durch die PA war aber die Übernahme der Geburtskirche in Bethlehem durch PA-Kräfte im März 2002 und ihre Festsetzung von 40 christlichen Geistlichen und Nonnen als Geiseln. Diese Tat war kein Akt der Verzweiflung oder die Zufluchtsuche in der Hitze des Gefechts. Sie war vorher geplant, um Israel in schlechtes Licht zu stellen. Nach unseren eigenen Quellen und bestätigt durch den hochrangigen Tazim-Befehlshaber Abdullah Abu-Hadid „war der Gedanke dahinter, in die Kirche einzudringen um internationalen Druck auf Israel zu schaffen… Wir wussten vorher schon, dass es dort Lebensmittelvorräte für 50 Mönche gab, die diesen für zwei Jahre reichen würden. Öl, Bohnen, Reis, Oliven. Gute Badezimmer und die größten Brunnen des alten Bethlehem. Man brauchte keinen Strom, denn es gab Kerzen. Im Garten war Gemüse gepflanzt. Es war alles da, was man brauchte.[26]

Das Verhalten der offiziellen PA-Streitkräfte in dieser Geschichte zeigt offene Verachtung für das Heiligtum, die weiter unten beschrieben wird.

Die Besetzung der Geburtskirche durch die PA

Am 2. April 2002, als Israel seine Operation Schutzschild zur Bekämpfung der Infrastruktur der palästinensischen Terroristen in Bethlehem startete, „besetzten eine Reihe von Terroristen das Grundstück der Kirche der Heiligen Maria und hielten einen Priester und eine Reihe Nonnen gegen deren Willen fest. Die Terroristen benutzten die Kirche als Feuerstellung, aus der heraus sie auf IDF-Soldaten in der Umgebung schossen. Die Soldaten erwiderten das Feuer nicht, wenn aus der Kirche auf sie geschossen wurde. Eine IDF-Einheit unter dem Kommando des regionalen Befehlshabers für Bethlehem betrat in Absprache mit ihrer Führung die Kirche heute ohne Kampfhandlungen und evakuierte den Priester und die Nonnen.“[27]

Am selben Tag „drangen mehr als 100 palästinensische Bewaffnete, Soldaten und Polizisten die Geburtskirche, während israelische Truppen Bethlehem in einem Versuch durchkämmten, die Gewalt durch palästinensische Selbstmordattentäter und Milizen einzudämmen.[28] Die genaue Anzahl der Terroristen lag zwischen 150 und 180, darunter prominente Mitglieder der Fatah-Tanzim. Die New York Times drückte es so aus: „Palästinensische Bewaffnete haben regelmäßig die Umgebung der Kirche als Zuflucht benutzt, in der Erwartung, dass Israel Kämpfe in der Nähe des Heiligtums zu vermeiden sucht.“[29]

Und das entsprach den Fakten. Der Kommandeur der israelischen Streitkräfte in der Gegend befahl, dass die IDF nicht in die Kirche selbst eindringen und diese den Christen heilige Stätte nicht schädigen würde. Israel stationierte außerdem ältere und zurückhaltendere Reservesoldaten in dieser sensiblen Lage, die militärisch gesehen agilere Soldaten des stehenden Heeres erforderte.[30]

Die Palästinenser aber behandelten die Kirche nicht auf gleiche Weise. Sie nahmen nicht nur ihre Waffen mit in die Geburtskirche und feuerten mit ihnen gelegentlich aus der Kirche heraus, sondern „brachten haufenweise Sprengfallen am Eingang zur Kirche an.“[31] Am 7. April „erzählte einer der wenigen aus der Kirche evakuierten Priester dem israelischen Fernsehen, dass Bewaffnete sich ihren Weg in die Kirche frei geschossen hätten und dass die Priester, Mönche und Nonnen praktisch Geiseln seien… Der Priester weigerte sich, die Geistlichen ÇGeiselní zu nennen, wiederholte aber immer wieder in fließendem Englisch: ‚Wir haben absolut keine Wahl. Sie haben Waffen, wir nicht.‘“[32]

Christen betrachteten die Besetzung eindeutig als Verletzung der Heiligkeit der Kirche. In einem Interview mit CWNews sagte Erzbischof Jean-Louis Tauran, vatikanischer Staatssekretär und höchste außenpolitische Figur, dass „die Palästinenser in zweiseitige Verhandlungen [mit dem Heiligen Stuhl] eingetreten seien, durch die sie den Status quo bezüglich der christlichen heiligen Stätten und den Rechten der christlichen Gemeinschaft erhalten und respektieren wollen. Um den Ernst der derzeitigen Lage zu erklären, lassen Sie mich damit beginnen, dass die Tatsache, dass die Besetzung der heiligen Stätten durch bewaffnete Männer eine Verletzung einer lange Tradition ist, die auf die ottomanische Zeit zurück geht. Sie sind nie zuvor so lange Zeit von Bewaffneten besetzt worden.[33] Am 14. April bestätigte er seine Haltung in einem Interview mit Radio Vatikan.[34]

Am 24. April berichtete die Jerusalem Post von den Schäden, die die PA-Kräfte verursachten: „Drei armenischen Mönchen, die von den palästinensischen Bewaffneten als Geiseln in Bethlehems Geburtskirche festgehalten wurden, gelang gestern Morgen über ein Seitentor die Flucht aus dem Kirchengelände. Sie dankten den Soldaten auf der Stelle für ihre Rettung.

Sie erzählten den Offizieren, dass die Bewaffneten Gold und andere Wertgegenstände gestohlen hätten, darunter Kruzifixe und Gebetsbücher. Sie hätten Schäden verursacht…“

Einer der Mönche, Narkiss Korasian, sagte später gegenüber Reportern: „Sie stahlen alles. Sie öffneten die Türen eine nach der anderen und stahlen alles… Sie stahlen unsere Gebetsbücher und vier Kreuze… Sie ließen nichts übrig. Danke für Ihre Hilfe, wir werden sie nie vergessen.“

Vertreter Israels sagten, die Mönche berichteten, dass die Bewaffneten auch begonnen hätten, sie zu schlagen und die Geistlichen anzugreifen.[35]

Als die Belagerung schließlich endete, ließen die PA-Soldaten die Kirche in einem schrecklichen Zustand zurück:

Die bewaffneten Palästinenser, die sich in der Geburtskirche verschanzten, beschlagnahmten die Lebensmittelvorräte und „aßen wie gierige Monster“, bis die Lebensmittel aufgebraucht waren, während mehr als 150 Zivilisten hungern mussten. Sie soffen auch Bier, Wein und Johnnie Walker-Scotch, die sie in den Zimmern der Priester fanden – ungeachtet des islamischen Verbots des Alkoholgenusses. Das Schwelgen dauerte etwa die ersten zwei Wochen der 39-tägigen Belagerung, nach denen Essen und Getränke verbraucht waren, wie vier griechisch-orthodoxe Priester berichteten, die die ganze Leidenszeit über gefangen waren…

„Sie sollten sich schämen. Sie benahmen sich wie Tiere, sie gierige Monster. Kommen Sie, ich zeige Ihnen mehr“, sagte ein Priester, der seinen Namen nicht nennen wollte. Er deutete auf die leeren Bierflaschen und hunderte Zigarettenkippen, die über den Boden verstreut waren. Der Priester zeigte den Reportern dann die auseinander genommenen Computer und Fernseher, die als Versteck für Waffen dienten…

„Sie können sehen, welche Gegenleistung wir für die ‚Bewirtung‘ dieser so genannten ‚Gäste‘ bekamen“, sagte Erzbischof Ironius, als er Reportern die Empfangshalle des griechisch-orthodoxen Klosters zeigte…

Der orthodoxe Priester und eine Reihe Zivilisten haben gesagt, dass die Bewaffneten eine Angstherrschaft ausübten.

Sogar in den römisch-katholischen Bereichen des Komplexes gab es Beweise für die Missachtung religiöser Normen. Katholische Priester sagten, dass einige Bibeln zerrissen wurden, um sie als Toilettenpapier zu verwenden. Viele wertvolle sakramentale Gegenstände waren entfernt worden. „Palästinenser nahmen Kandelaber, Ikonen und alles, was nach Gold aussah“, sagte der Franziskaner-Pfarrer Nicholas Marquez aus Mexiko.[36]

Ein Problem, das während der Belagerung aufkam, zeigt einmal mehr die christliche Angst vor muslimischer Dominanz. Zwei bewaffnete Palästinenser in der Kirche wurden getötet und die PA wollte sie in der Basilika beerdigen. Für Christen war das ein potenzielles „totales Desaster“. „Mit zwei muslimischen Leichen innerhalb der Geburtskirche würde die Christenheit einem absoluten Desaster gegenüber stehen“, sagte Domherr Andrew White, Sonderbotschafter des Erzbischofs von Canterbury im Nahen Osten. „Es wäre katastrophal, wenn zwei muslimische Märtyrer in der Kirche beerdigt wären. Es könnte zu einer Situation wie der in Nazareth führen“, sagte er.[37] [Diese ist weiter oben beschrieben.]

Nur nach intensiven Vermittlungsbemühungen wurden die Pläne, die beiden Leichen in der Kirche zu beerdigen, aufgegeben.

Ähnliches Verhalten in Jerusalem

Obwohl sie keine legale Stellung in Jerusalem hat, agierte die offizielle PA dort ähnlich.

Die PA leugnet historische jüdische – und daraus folgernd christliche – Verbindungen zu Jerusalem. Walid M. Awad, Direktor für Außenbeziehungen im palästinensischen Informationsministerium, behauptet: „Der Ort des [jüdischen] Tempels auf dem Tempelberg ist strittig. Manche Wissenschaftler sagen, dass er in Jericho oder anderswo, 4 Kilometer außerhalb von Jerusalem sein könnte.“ Auf die Frage: „Das Neue Testament spricht davon, dass Jesus zum Tempel in Jerusalem ging. Wollen Sie sagen, dass Jesus nach Jericho statt nach Jerusalem ging?“, antwortete er: „Das kommt darauf an, in welchen Tempel er Ihrer Meinung nach ging.“[38] US-Botschafter Dennis Ross erklärt: „Die einzige neue Idee, die Arafat in Camp David aufbrachte, war, dass der Tempel in Jerusalem nicht existierte.“

Ein christlicher Leiter, Vater Marun Lahham, macht sich Sorgen: „Regelmäßige muslimische Erklärungen, dass Jerusalem eine islamische Stadt sei, beunruhigt die Christen.“[39]

Die PA hat begonnen sich bei Jerusalemer Christen einzumischen:

… die von der Autonomiebehörde ernannten Waqf-Behörden (Verwalter der muslimischen Gelände) versuchten von der benachbarten al-Hanaqa-Moschee zur Grabeskirche einen Durchbruch zu schaffen. Sie entschieden sich eine Toilette auf dem Dach der Kirche zu bauen. Ha‘aretz berichtete am 11. Mai 1997: „Ein interner Bericht der Waqf, der vor zwei Wochen von einem ihrer Jerusalemer Ingenieure – Isam Awad, geschrieben wurde, bestätigt viele der christlichen Vorwürfe in der Auseinandersetzung, die an der Heiligen Grabeskirche bezüglich der Baumaßnahmen an der Kirche erhoben wurden. Der Vorwurf der Kirche ist, dass die Waqf die historische und architektonische Substanz der Grabeskirche beschädigt hat. Das ist das Ergebnis einer baulichen Erweiterung des Gartens der Hanaqa, die sich an die Mauer der Grabeskirche anlehnt und sie durch ihre Höhe in den Schatten stellt.“

Israel versuchte den Konflikt zu beruhigen, nachdem die Kirchen sich beschwerten und erließ ein Bauverbot, das prompt ignoriert wurde. Dieselbe Ha‘aretz-Geschichte berichtet, dass „der Jerusalemer Bezirks-Archäologe in der Antiken-Behörde, John Zeligman, an den Direktor der Waqf, Adnan Husseini schrieb und auf die von der Waqf angerichteten Schäden an einer Stätte hin wies, die zu einer Antiquität erklärt wurde und drohte vor Gericht zu gehen, wenn die Arbeiten nicht sofort eingestellt würden.“ Schließlich wurde der illegale Bau wegen israelischem und internationalem Druck gestoppt, aber wir können sicher sein, dass ohne solchen Druck die Entweihung weiter gegangen wäre.[40]

Die von der PA-ernannte Waqf arbeitet auch fieberhaft daran, den Tempelberg – eine heilige Stätte der Christen und Juden – in eine Moschee zu verwandeln und jede Spur des Tempels auszulöschen. Im Juni 2000 berichtete Ha‘aretz, dass „die islamische Bewegung in Israel einen Generalplan hat, eine vierte Moschee am Ostende des Tempelbergs zu bauen“ und dass damit, nach dem Kopf der Bewegung, Ñdas gesamte Gebiet des Tempelbergs ein unteilbarer und integraler Bestandteil der Al Aksa-Moschee sei.

Die Waqf macht die Gesetze des Staates Israel zur Farce. Waqf-Vertreter hatten eine Erlaubnis gefordert und erhalten, einen Notausgang in der neuen Moschee in den Ställen Salomos zu öffnen. In Wirklichkeit versuchte die Waqf aber, vier unterirdische Bögen im nördlichen Teil der Ställe Salomos zu durchbrechen. Um das zu tun, gruben sie ein riesiges Loch in die Erde des Tempelbergs, 60 Meter land und 25 Meter breit. 6.000 Tonnen Erde wurden entfernt. Einiges davon wurde auf Mülldeponien verteilt. Einiges wurde in den Kidron-Fluss geschüttet. Artefakte, die auf die Zeiten des ersten und zweiten Tempels zurück gehen, wurden auf Müllhalden geworfen.[41]

Israels Generaldirektor der Antiken-Behörde, Shuka Dorman, bestätigt „kategorisch“ und „in unmissverständlicher Weise, dass [die Waqf] archäologische Schäden an Antiquitäten auf dem Tempelberg verursacht.[42]

Unter der „Aufsicht“ der Waqf „graben Palästinenser unverhohlen jüdische Artefakte aus der heiligen Stätte des Tempelbergs und versuchen, sie auf dem Schwarzmarkt zu Preisen bis zu 1 Million Dollar wieder zu verkaufen.“[43]

Seit dem Beginn des palästinensischen Terrorkriegs hat die Waqf Christen vom Besuch des Tempelbergs ausgeschlossen, trotz der Tatsache, dass hier keine Sicherheitsbedenken irgendeiner Art betroffen sind.

Verringerung des politischen Einflusses der Christen

Historisch ist nicht nur Bethlehem eine christliche Stadt gewesen, die hauptsächlich von Christen regiert wurde; mit ihren Schwesterstädten Beit Jala und Beit Sakhur war es die größte christliche Enklave in der Westbank.

Seit der Übernahme der Macht im Jahre 1995 hat die PA Bethlehem islamisiert. Sie hat die Stadtgrenzen verändert und die demographische Zusammensetzung dadurch gekippt, dass sie 30.000 Muslime aus den drei benachbarten Flüchtlingslagern Dehaische, El-Ayda und El-Azeh eingemeindete. Sie fügte auch einige tausend Beduinen des Taíamrah-Stamms östlich von Bethlehem ein und ermutigte muslimischen Zuzug aus Hebron nach Bethlehem. Das Nettoergebnis ist, dass die 23.000 Christen der Gegend, die 1990 eine Mehrheit von 60% darstellten, im Jahre 2001 zu einer Minderheit wurden.

Indem er sich auch über Traditionen hinweg setzte, berief Arafat mit Mohammed Raschad A-Jabari einen Muslim aus Hebron zum Gouverneur von Bethlehem. Er feuerte den bestehenden Bethlehemer Stadtrat, der aus neun Christen und zwei Muslimen bestand und ersetzte ihn mit einem 50:50-Rat. Während der Bürgermeister ein Christ ist, sind aus den oberen Verwaltungsebenen, den Sicherheitskräften, den politischen Gremien wie auch auf niedrigerer Ebene die Christen hinaus gedrängt worden.[44] Weiterhin „wird nach den neuen Regularien der lokalen Ratswahlen, die von der PA geschaffen wurden – wenn sie auch noch nicht gültig sind – Bürgermeister von den Ratsmitgliedern in ihren Städten gewählt. Christen fürchten, dass diese neuen Regularien den Weg dazu öffnen, dass muslimische Bürgermeister für die traditionellen christlichen Städte ernannt werden.“[45]

Zwar sind 6 der 88 Sitze im palästinensischen Legislativrat für Christen vorgesehen,[46] was mehr als dem Doppelten ihres Bevölkerungsanteils an der palästinensischen Gesellschaft entspricht, aber der Rat ist ein reichlich machtloses Wesen. Ähnlich geartet hat kein Christ einen Posten mit Macht in der palästinensischen Regierung.

Belästigung palästinensischer Christen durch palästinensische Muslime

Palästinensische Christen werden von vielen Muslimen – wie die Christen des Libanon – als mögliche Fünfte Kolonne Israels betrachtet. Zu Beginn des jetzigen Terrorkriegs im Jahr 2000 griffen denn auch muslimische Palästinenser Christen in Gaza an, wie von Fr. Raed Abusahlia, Kanzler des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem bestätigt wird.[47]

Antichristliche Graffitis sind in Bethlehem und dem benachbarten Beit Sahur nicht ungewöhnlich. Sie verkünden Dinge wie: „Zuerst die Samstag-Leute [also die Juden], dann die Sonntags-Leute [die Christen].“[48] Dasselbe ist oft auf antiisraelischen Demonstrationen der PLO/PA zu hören. Christliche Frauen aus Bethlehem wurden bedroht, weil sie „tolerante“ westliche Kleidung trugen. Schließlich wird berichtet, dass Vergewaltigungen und Entführungen christlicher Frauen ebenfalls regelmäßig vorkommen (besonders in Beit Sahur), wie das im Libanon der Fall war.[49]

Christliche Friedhöfe sind verunstaltet worden, Klöstern wurden die Telefonleitungen durchschnitten und es wurde oft in Konvente eingebrochen.[50]

Im Juli 1994 berichtete das Wall Street Journal, dass palästinensische Muslime kein Land an Christen verkaufen würden und das christliche Einrichtungen und Clubs von muslimischen Extremisten angegriffen wurden. Christliche Gräber, Kreuze und Statuten wurden geschändet, Christen wurden körperlich geschädigt, waren Angriffen mit Schlägen und Molotov-Cocktails ausgesetzt.[51]

In Fortsetzung der islamischen Tradition Saladins – der zwei Moscheen unmittelbar neben der Grabeskirche baute, die diese überragten – sind Moscheen direkt neben Kirchen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Sie sind in der Regel größer als diese Kirchen. Durch Lautstärker verstärkte muslimische Predigten wurden während christlicher Gottesdienste hinaus posaunt, auch während der Ansprache des Papstes im April 2000 in Nazareth. Diese musste unterbrochen werden, bis der muslimische Gebetsaufruf beendet war.[52]

Im Februar 2002 tobten palästinensische Muslime gegen Christen in Ramallah. Die Autonomiebehörde griff nicht ein. Der Boston Globe berichtete:

„… Das Wüten begann, weil Hanna Salameh, Mitglied einer wohlhabenden christlichen Familie, angeblich Jibril Eid, einen muslimischen Bauarbeiter aus dem Flüchtlingslager Kalandia getötet haben sollte, nachdem zwei Männer sich am israelischen Kontrollpunkt Kalandia stritten… Salameh soll außerdem Eids Bruder und einen Polizisten angegriffen haben, dann geflohen sein und sich der Polizei in Ramallah gestellt haben. Ein paar Stunden später strömten hunderte Männer aus dem Flüchtlingslager und gingen nach Ramallah, wo sie Salamehs Haus und Geschäft abbrannten. Dann brannten sie das Geschäft seines Bruders ab, beschädigten eine Reihe von Geschäften, die Christen gehörten, die nichts mit Salameh zu tun hatten und steckten die Turnhalle in Brand und terrorisierten mehr als 100 Kinder in Sariya, einem Jugendzentrum und Pfadfinderheim.“

Die palästinensische Polizei unternahm nichts, um diese Zerstörungen zu verhindern, wie zahlreiche Zeugen aussagen, stellten sich aber dem Mob entgegen, als er sich gegen christliche Kirchen wandte, deren Führer die Autonomiebehörde fördert, damit sie internationale Unterstützung in ihrem Kampf gegen Israel erhält.

Die Vertreter der Autonomiebehörde und der Fatah bestehen darauf, dass der Vorfall einfach ein Fall von Rache und Wut war; viele in Ramallah sehen das anders. „Die Wahrheit ist, dass es ein Problem zwischen Christen und Muslimen gibt“, sagt ein christlicher Geschäftsmann. „Es gibt für uns keine Sicherheiten. Jeder nimmt das Gesetz in die eigene Hand… Dem Bruder des [beschuldigten] Mannes wurden sein Haus, seine Geschäfte, seine Autos verbrannt und die Polizei von Ramallah stand daneben und schaute zu. Ist das die Demokratie Palästinas?“

… Zeugen sagen, dass sogar einige Mitglieder der Sicherheitsdienste an den Aktionen des Mob beteiligt waren. „Der Sicherheitschef von Kalandia befehligte das Wütenì, sagt ein muslimischer Geschäftsinhaber. ÑDer Bürgermeister von Ramallah kam, sah, was passierte, und zog sich zurück. Ich bin ein Muslim, aber ich verurteile das. Das sind sehr brutale Leute.“[53]

Und ähnliche Angriffe hat es in Ostjerusalem gegeben. Am Wochenende plünderte eine Bande muslimischer Jugendlicher eine Billardhalle in der Nähe der Grabeskirche, die von christlichen Jugendlichen besucht wird. Vier der Christen wurden niedergestochen und leicht verwundet, einer von ihnen musste zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Zeigen sagten, dass etwa 50 muslimische Jugendliche Samstagabend durch die christlichen Viertel zur Billardhalle marschierten; sie riefen anti-christliche Parolen. Sie griffen die Christen in der Halle an, zerbrachen Stühle, Tische und andere Gegenstände. Der Polizeichef für die Altstadt, Dep. Comdr. David Givati, bestätigte, dass es in letzter Zeit eine Reihe von Angriffen durch Muslime auf christliche Ziele gab.[54]

Die Reaktion der palästinensischen Christen

Flucht

Nach Maßgabe der Oslo-Vereinbarungen wurden der palästinensischen Autonomie zwischen 1995 und 1997 die zivile Kontrolle über 98% der palästinensischen Bevölkerung von Gaza und der Westbank gegeben. Man könnte erwartet haben, dass die palästinensischen Christen im Geist der palästinensischen Selbstbestimmung die PA-Zuständigkeit begrüßten. Das war nicht der Fall; die palästinensischen Christen fliehen.

Palästinensische Christen sind in der Vergangenheit schon vor der islamischen Herrschaft geflohen. In der letzten Volkszählung der britischen Mandatsbehörden 1947 gab es in Jerusalem 28.000 Christen. Die Zählung Israels unmittelbar nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967, der die 19-jährige jordanische Kontrolle des Ostteils der Stadt beendete, ergab gerade einmal 11.000 verbliebene Christen. Rund 17.000 Christen (oder 61 Prozent!) gingen in der Zeit der jordanischen Herrschaft über Jerusalem fort.[55]

Es ist wahr, dass es einige Zeit einen stetigen Auszug der Christen aus dem Heiligen Land gegeben hat. Tochter-Gemeinden in Nord- und Südamerika hatten ihre Muttergemeinden zahlenmäßig bereits 1948 überholt.[56] Aber dieser Auszug hat sich seit der drohenden Übernahme der Kontrolle durch die PA verstärkt.

Zwischen der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen 1993 und der Übergabe von Bethlehem an die PA 1995 arbeiteten die palästinensischen Christen gegenüber Israel gegen den Transfer. Der verstorbene christliche Bürgermeister Elias Freij warnte, das Ergebnis würde sein, dass Bethlehem eine Stadt mit Kirchen, aber ohne Christen würde. Er warb in Israel, Bethlehem in die Grenzen von Groß-Jerusalem einzubeziehen, wie es bis 1967 jordanische Praxis war.[57]

Im Dezember 1997 berichtete die Londoner Times: „Das Leben in Bethlehem ist für viele Mitglieder der schwindenden christlichen Minderheiten unerträglich geworden. Zunehmende muslimisch-christliche Spannungen lassen einige Christen zögern Weinachten in der Stadt im Herzen der Geschichte der Geburt Christi zu feiern.“[58] Die Lage ist für Christen derart verzweifelt geworden, dass „während seines Besuchs in Bethlehem Papst Johannes Paul II. es für nötig befand die palästinensischen Christen bereits im März 2000 zu drängen: ‚Habt keine Angst euer christliches Erbe und die christliche Anwesenheit in Bethlehem zu bewahren.‘“[59]

Vor nicht ganz so langer Zeit, am 17. Juli 2000, als man erkannte, dass der damalige Premierminister Barak überlegte Jerusalem wieder zu teilen, schickten die Leiter der griechisch-orthodoxen, der lateinischen und der armenischen Kirchen einen Brief an ihn, and Präsident Clinton und den Vorsitzenden Arafat, in dem sie verlangten vor der Durchführung einer solchen Maßnahme konsultiert zu werden. Baraks Vorschlag verursachte eine Flut von Anträgen für israelische Personalausweise durch tausende Araber Ostjerusalems. (Dies plus der Tatsache, dass Israels eigene christliche Bevölkerung wächst widerlegen jede Behauptung, dass die Emigration das Ergebnis des israelischen Umgangs mit den Christen ist.)

Vom Schweigen zur Unterwürfigkeit

Obwohl sie belagert werden, reden die palästinensischen Christen nicht über ihre Lage. Einige scheinen im Gegenteil alles zu unternehmen, um Einheit und Harmonie mit den palästinensischen Muslimen zu beteuern.

Intellektuelle und Geistliche… werden nie müde darauf zu bestehen, dass immer Harmonie zwischen den Muslimen und Christen in Palästina vorgeherrscht hat. Der Anglikanische Bischof der Diözese Jerusalem, Riyah Abu Assal, erklärte nachdrücklich: „Die gesamte Geschichte Palästinas hat nie einen religiösen Konflikt zwischen Christen und Muslimen gekannt.“ In ihrem Buch „This Side of Peace“ (Unsere Seite des Friedens) erklärt Hanan Ashrawi, dass sie während ihres Aufwachsens keinen Unterschied zwischen palästinensischen Christen und Muslimen spürte: „Wir wussten nicht, wer was war und es spielte keine Rolle.“[60]

Einige weisen öffentlich Vorwürfe der Misshandlung zurück. Die „Christlichen nationalen Institutionen in Palästina und dem Heiligen Land“ stellten am 4. Januar 2002 als Tatsache dar: „Wir wiederholen unsere schärfste Verurteilung aller Lügen und Vorwürfe der israelischen Vertreter darüber, dass Christen von der PA unterdrückt würden. Daher erklären wir unsere absolute Zurückweisung all dieser Lügen.“[61]

Einige gehen sogar so weit, den christlichen Glauben zu verdrehen, um sich mit ihren muslimischen Landsleuten zu verbünden. Ein grelles Beispiel dafür wurde vor Kurzem in der International Herald Tribune berichtet:

„Wir marschieren auf Jerusalem, Millionen Märtyrer“, skandierten Schüler der anglikanischen Grundschule in Ramallah, als Arafat vom Balkon eines benachbarten Kulturzentrums winkte.[62] Wie Hanan Shlein in Maíariv schreibt, sind aber Ñaus Sicherheitsbedenken christliche Sprecher nicht gerade glücklich namentlich genannt zu werden, wenn sie sich über ihre Behandlung durch die Muslime beschweren… inoffiziell sprechen sie von Belästigungen und Terrortaktiken, hauptsächlich durch Gangsterbanden, die Christen und ihr Eigentum ausplündern und stehlen – unter dem Schutz der palästinensischen Sicherheitskräfte.“[63]

Tatsächlich dürfte das Schweigen der Christen genau deshalb herrschen, weil sie eine belagerte Minderheit mit einer langen Historie des Dhimmitums sind. Der christliche Libanese Habib Malik beschreibt das so:

„Diese Haltung ist hauptsächlich durch den Wunsch einer einheitlichen Haltung gegenüber Israel motiviert. Sie entstammt aber auch einem tiefer gehenden psychologischen Zustand des Dhimmi: dem Drang eine gemeinsame Sache mit der herrschenden Mehrheit zu finden – oder sie sich einzubilden oder zur Not zu erfinden -, um die bestehenden religiösen Differenzen zu abzuschwächen und vielleicht die Last der unvermeidlichen Diskriminierung durch den politischen Islam zu mindern. Die Geschichte der palästinensischen Christen hat sich größtenteils nicht von der der Dhimmi-Christenheit der Levante unterschieden.[64]

Ein christlicher Geistlicher in Jerusalem, den ich interviewte, verglich das Verhalten der christlichen Dhimmis mit dem von verprügelten Ehefrauen oder Kindern, die ihren Peiniger weiter verteidigten oder sich sogar mit ihm identifizierten, während der den Missbrauch fort führte.“

Die palästinensischen Christen leiden seit Jahrhunderten unter ihrem Status als Dhimmis. Ein englischer Reisender im Heiligen Land z.B. merkte 1816 an, dass es Christen nicht erlaubt sei ohne Erlaubnis des Muslim Pascha auf einem Pferd zu reiten.[65]

Andere europäische Reisende im Heiligen Land erwähnten die Praxis, dass „ein Dhimmi einem Muslimen nicht von Angesicht zu Angesicht begegnen darf, sondern ihn auf der linken, der unreinen Seite passieren musste“ und beschrieben, wie Christen in den Straßen Jerusalems bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts erniedrigt und beleidigt wurden. Der britische Konsul in Jerusalem schrieb, dass im Heiligen Land, besonders in Jerusalem bis 1839, Christen von jedem Muslim in die Gosse geschubst wurden, der dazu fluchte: „Bleib links von mir, du Hund.“ Ihnen war es verboten in der Stadt zu reiten oder Kleidung in hellen Farben zu tragen.[66]

Im frühen 20. Jahrhundert fanden sporadische Angriffe auf Christen durch muslimische Banden in vielen palästinensischen Städten statt.[67] Während der arabischen Revolte in den späten 30-er Jahren, an der sehr wenige Christen beteiligt waren, wurden ihre Weinreben ausgerissen und ihre Frauen vergewaltigt, wenn sie sich weigerten, die terroristischen Banden mit Waffen und Vorräten zu versorgen. Die Rebellen zwangen die christliche Bevölkerung den wöchentlichen Ruhetag am Freitag zu befolgen statt am Sonntag und ihre Kopfbedeckung bei Männern durch die Keffiyeh zu ersetzen, während die Frauen gezwungen wurden einen Schleier zu tragen. 1936 marschierten Muslime durch die christlichen Dörfer von Bir Zeit bei Ramallah und skandierten: „Wir werden die Christen töten.“[68]

Von 1953 bis 1967 islamisierte Jordanien das christliche Viertel in der Altstadt Jerusalems durch Gesetze, die es Christen verboten Land und Häuser zu kaufen… Es befahl die zwangsweise Schließung der Schulen an muslimischen Feiertagen und erlaubte den Bau von Moscheen neben Kirchen, so dass diese nicht ausgebaut werden konnten.[69]

Im frühen 20. Jahrhundert kam durch die bevorstehende jüdische Rückkehr in die Region eine neue dynamische Komponente hinzu. Die palästinensischen Christen begannen sich mit den Muslimen gegen die jüdische Immigration und Anwesenheit zu verbünden, zumindest teilweise, um die muslimische Feindseligkeit von ihnen ab- und auf Israel zu lenken. Sir John Chancellor, britischer Hochkommissar in Palästina, beschrieb das 1931 so:

„Christlich-arabische Leiter haben darüber hinaus mir gegenüber zugegeben, dass sie bezüglich des Eingehens enger Beziehungen mit den [palästinensischen] Muslimen nicht unbeeinflusst waren von der Behandlung, die sie durch die muslimische Mehrheit erfahren unter bestimmten Umständen erfahren würden.“[70]

[Palästinensische Christen] „verinnerlichten diese Abhängigkeit von der muslimischen Mehrheit als soziales Charakteristikum, das selbst noch fort bestand, nachdem sie nach den ottomanischen Reformen des 19. Jahrhunderts aufgehoben wurden… Die Christen hatten Sorge, dass muslimische religiöse Emotionen, die gegen die Juden aufkamen, sich anschließend gegen sie richten könnten.“[71]

Es überrascht daher nicht, dass palästinensische Christen sich nicht gegen ihre Behandlung wehren. Was überraschen mag ist das Ausmaß, zu dem dieser Zustand einige palästinensische Christen gebracht hat: Verunglimpfung nicht palästinensischer Christen. Vater Manuel Musalam, Kopf der Lateinischen Kirche in Gaza, drückte das im Fernsehen der Autonomie so aus:

„Daher sage ich, der christliche Palästinenser, mit aller Wut und Kühnheit den Christen der Welt: Ihr seid verabscheuungswürdig! Ihr seid nichtswürdig! … Wir palästinensischen Christen sehen uns den ekelhaften Christen des Westens gegenüber… Was für ein Christentum ist das? Das ist kein Christentum; es ist noch nicht einmal Heidentum. Das ist ein Christentum des Dschungels. Unser Neues Testament ist nicht ihr Neues Testament, unser Jesus ist nicht ihr Jesus… Ich werde sogar noch mehr sagen: Unser Gott ist nicht ihr Gott.“[72]
SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Zahl der Vorfälle, über die berichtet wird; die Verschiedenheit der Quellen; und die Flucht der Christen erfordern Besorgnis und weitere Nachforschung.

[1] David Raab ist ein Strategieberater, der regelmäßig über den Nahen Osten schreibt

[2] Daphne Tsimhoni: ÑThe Christians in Israel, the West Bank and the Gaza Stripì, Middle East Quarterly, Winter 2001.

[3] Bat Yeor, Islam and Dhimmitude: Where Civilizations Collide, Fairleigh Dickenson University Press, 2002, S. 41.

[4] Habib C. Malik: Christians In The Land Called Holy. First Things: A Journal of Religion And Public Life, Januar 1999

[5] Bashir Gemayel, Liberté et Sécurité (Beirut, 1983), S. 37-38, zitiert in : Bat Ye’or, S. 248

[6] Jonathan Adelman/Aggie Kuperman, Rocky Mountain News, 22. Dezember 2001

[7] Muslim Countries Becoming Bolder in Persecuting Christians. Battle Cry Magazine, September/Oktober 2001

[8] Saudi Telethon Host Calls for Enslaving Jewish Women.  Aus dem Saudi Information Service, wie von National Review Online berichtet, 26. April 200

[9] Adelman/Kuperman

[10] Bat Ye’or, S.225

[11] Raphael Israeli: Green Crescent Over Nazareth: The Displacement Of Christians By Muslims In The Holy Land (Frank Cass: London, 2002), S. 60

[12] Serge Schmemann: Israelis Bar Mosque On Site In Nazareth. International Herald Tribune, 4. März 2002

[13] Tsimhoni

[14] Tsimhoni

[15] MEMRI Special Dispatch No. 138, 13. Oktober 2000

[16] International Religious Freedom Report: Israel and the Occupied Territories, U.S. Department of State, veröffentlicht am 26. October 2001

[17] Palestinian Authority Ministry of Information, Dezember 1997, berichtet auf http://www.lawsociety.org/Reports/reports/1998/crz4.html

[18] Dani Naveh (israelischer Minister für parlamentarische Angelegenheiten) u.a.: The Involvement of Arafat, PA Senior Officials and Apparatuses in Terrorism against Israel, Corruption and Crime, 2002, http://www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0lom0

[19] The Palestinian Authority’s Treatment of Christians in the Autonomous Areas, Regierung Israels, Oktober 1997, übersetzt ins Englische durch IMRA

[20] Naveh

[21] Naveh

[22] The Palestinian Authority’s Treatment of Christians in the Autonomous Areas

[23] Associated Press, im Bericht von Yoram Ettinger: The Islamization of Bethlehem By Arafat, Jerusalem Cloakroom #117, Ariel Center for Policy Research, 25. December 2001

[24] Yoram Ettinger

[25] Brief von Andreas Reinecke an Colonel Jibril Rajoub, Leiter der PA Preventive Security Apparatus in der West Bank, 5. May 2002 – von IDF-Sprecher am 12. May 2002

[26] Yediot Ahronot am 24. May nach einem Bericht der Daily Alert, Conference of Presidents of Major American Jewish Organizations, 30. May 2002

[27] IDF-Sprecher, 3. April 2002

[28] Serge Schmemann u.a.: Israeli Military Sends Tanks Into Largest West Bank City. New York Times, 3. April 2002

[29] Sharon Proposes Arafat’s Exile While Israeli Forces Shell His Compound. New York Times, 2. April 2002

[30] Amos Harel: IDF Declares: We Won’t Forcefully Enter The Church Of The Nativity Holy To Christians. Haaretz (Hebrew Edition), 5. April 2002

[31] Baruch Kra u.a.: IDF Maintains Cautious Approach In Bethlehem, Haaretz, 10. April 2002

[32] Paul Martin: Arafat Tells Gunmen To Refuse Deal, The Washington Times, 8. April 2002

[33] Top Vatican Official Speaks On Bethlehem Crisis. CWNews, 10. April 2002, http://www.catholicexchange.com/vm/index.asp?vm_id=31&art_id=13065 35 Vatican Proposes Independent Force To Halt Mideast Violence. Worldwide Faith News website, http://www.wfn.org/2002/04/msg00201.html, 15. April 2002

[34] Margot Dudkevitch: „Gunmen Stole Gold, Crucifixes, Escaped Monks Report“, The Jerusalem Post, 24. April 2002

[35] ‚Greedy Monsters‘ Ruled Church, The Washington Times, 15. May 2002

[36] Ori Nir u.a.: Arafat’s Terror In Church: Armed PA Security Forces Keeping 50 Youths Hostage In Church Of The Nativity Cellar, Haaretz, 22. April 2002

[37] Interview mit Independent Media Review and Analysis (IMRA), 25. December 1996

[38] Interview, Fox News Sunday, 21. April 2002

[39] Al-Quds, 18. Juni 1999, berichtet in MEMRI, Special Dispatch No. 41, 2. August 1999

[40] Murray Kahl: Yasser Arafat and the Christians of Lebanon, 13. January 2002, http://christianactionforisrael.org/prsecutn/yasser.html

[41] Nadav Shragai: Islamic Movement Planning Fourth Mosque For Temple Mount, Haaretz (Online English Edition), 18. June 2000

[42] Andrea Levin: EYE ON THE MEDIA: Desperately Seeking the Temple Mount, The Jerusalem Post, 11. July 2000

[43] Etgar Lefkovits: Antiquities Authority: Wakf damaging Temple Mount, The Jerusalem Post, 22. März 2001

[44] Uri Dan: Temple Mount Artifacts Looted, The New York Post, 22. April 2001

[45] Ettinger

[46] Tsimhoni

[47] Tsimhoni

[48] Margot Dudkevitch u.a.: Church Denies Christians Fleeing PA Areas, The Jerusalem Post, 26. October 2000

[49] Andre Aciman: In the Muslim City Of Bethlehem, New York Times Magazine, 24. December 1995

[50] Ettinger

[51] The Palestinian Authority’s Treatment of Christians in the Autonomous Areas

[52] Bat Ye’or, S. 244

[53] Tsimhoni

[54] Charles Radin: Mob Fears Grow In West Bank, The Boston Globe, 6. Februar 2002.

[55] Bill Hutman: Concern Over Moslem Attacks On Christians In Old City, Jerusalem Post, 18. July 1994

[56] The Palestinian Authority’s Treatment of Christians in the Autonomous Areas

[57] Tsimhoni

[58] Ettinger

[59] Berichtet in Adelman/Kuperman

[60] Yasser Arafat, Christmas, and the PFLP, JERUSALEM ISSUE BRIEF, Jerusalem Center for Public Affairs, Vol. 1, Nr. 13, 25. December 2001

[61] Malik

[62] WAFA (Official Palestine News Agency), 5. January 2002, http://www.wafa.pna.net/EngText/05-01-2002/page004.htm

[63] John Lancaster: Hailed As Hero, Arafat Emerges From Siege And Tours Ramallah, International Herald Tribune, 3. Mai 2002, S.1

[64] Ma’ariv, 24. Dezember 2001. Übersetzt aus dem Hebräischen von Palestinian Media Watch.

[65] Malik

[66] James Silk Buckingham: Travels in Palestine, (London, 1821), zitiert in Bat Ye’or, S. 98

[67] James Finn, zitiert in Bat Ye’or, S.100 und Fußnote 65

[68] Yehoshua Porath: The Palestinian Arab National Movement, 1929-1939: From Riots to Rebellion (London, 1977), S.109, zitiert in Bat Ye’or, S. 160-161

[69] Porath, S. 268-70

[70] Bat Ye’or, S. 235

[71] Yehoshua Porath: The Emergence Of The Palestinian Arab National Movement, 1918-1929, (London, 1974), S. 303, zitiert in Bat Ye’or, S. 160

[72] Palestinian Television (Palestinian Authority), 22. April 2002, Transcript und Übersetzung von MEMRI: Arab Christian Clergymen Against Western Christians, Jews, And Israel, #93, 1. Mai 2002

Das Problem ist nicht der Islamische Staat, sondern islamischer Hass

Raymond Ibrahim, 10. Mai 2017 (FrontPage Magazine)

Eine Lüge verbirgt die Wahrheit. Und hässliche, aber verborgene Wahrheiten haben nie eine Chance eingestanden, angegangen und gebessert zu werden. Wegen dieser einfachen Binsenwahrheit hat eine der größten Lügen unserer Zeit – dass im Namen des Islam begangene Gewalt nichts mit dem Islam zu tun hat – einen eigentlich schwachen Islam zur Geißel der modernen Welt gemacht, ohne das es ein Zeichen der Erleichterung am Horizont gibt.

Daher ist es nützlich die von den Lügnern in Regierung, Medien und akademischer Welt verwendeten Hauptstrategie zu entlarven: 1) die arttypischen, aber chronischen täglichen Berichte über muslimische Gewalt gegen Nichtmuslime rund um den Globus werden ignoriert; 2) nur spektakuläre muslimische Gewalt werden angesprochen, die dann, weil sie fast immer von professionellen Jihadistengruppen begangen werden, als begrenzte, zeitweilige, örtliche Probleme dargestellt werden können: Besiegt diese bestimmte „Terrorgruppe“ und das Problem verschwindet.

Als Beispiel brachten Sie bitte die islamischen Angriffe auf christliche Kirchen. Letzten Monat, als zwei ägyptische Kirchen mit Bomben angegriffen wurden, was zu 51 Toten Gläubigen führte, stellte jedermann rasch heraus, dass etwas namens „ISIS“ – das natürlich „nichts mit dem Islam zu tun hat“ – dafür verantwortlich war.

Ostersonntag 2016 wurden fast 5.000km von Ägypten entfernt in Pakistan rund 70 Christen bei einem Bombenanschlag getötet, der sich ausdrücklich gegen Osterfeiern richtete. Damals wurde uns erzählt, dass etwas namens „Taliban“ – hat ebenfalls nichts mit dem Islam zu tun – dafür verantwortlich war.

Derweil werden rund 5.000km westlich von Ägypten, in Nigeria, Christen ebenfalls angegriffen. Dort sind 11.500 Cristen getötet und 13.000 Kirchen zerstört worden. Nach Angaben der offiziellen Darstellung ist etwas namens „Boko Haram“ dafür verantwortlich. Das ist eine weitere Gruppe, die gewohnheitsmäßig an Weihnachten und Ostern Kirchen bombardiert; eine weitere Gruppe, von der uns erzählt wird, das sie „nichts mit dem Islam zu tun hat“, sondern ein begrenztes, zeitweiliges und örtliches Problem ist: Besiegt sie und das Problem verschwindet.

Das Problem besteht nicht nur darin, dass die Lügner in den Medien, der Regierung und der akademischen Welt es ablehnen die Zusammenhänge herzustellen und darauf bestehen jede der erwähnten Gruppen als eigene, eingeschränkte Gruppe mit unterschiedlichen „politischer“ oder „territorialer“ Motivation zu behandeln – wovon nichts mit dem Islam zu tun hat. Das größere Problem ist: Gewöhnliche Muslime, die nicht „ISIS“, „Taliban“, „Boko Haram“ oder „Al-Qaida“ genannt werden, begehen ähnliche Taten – und das regelmäßiger – obwohl dies von den Großen Medien selten erwähnt wird, damit die Leute nicht anfangen die Zusammenhänge herzustellen.

Folglich sind, obwohl ISIS den Bombenanschlag vor Ostern auf eine Kirche für sich beanspruchte, sind es gewöhnliche ägyptische Imame, „die der Öffentlichkeit über Lautsprecher Hass und Gewalt gegen Christen predigen“; es sind gewöhnliche Muslime, die „alle zwei oder drei Tage“ Christen verfolgen; gewöhnliche Muslime, die Muslime randalieren und töten, wann immer ein Gerücht aufkommt, dass eine Kirche gebaut werden soll oder dass ein junge Kopte Mohammed „lästerte“ oder dass ein Christ mit einer muslimischen Frau ausgeht. Kurz gesagt: Es sind gewöhnliche Muslime – nicht ISIS – die dafür sorgen, dass Ägypten der schlimmste Staat des 21. Jahrhunderts ist, um dort als Christ zu leben.

Gleichermaßen sind es, auch wenn die Taliban die Osterbomben von 2016 für sich reklamieren, gewöhnliche Muslime, die in Pakistan Christen fast täglich diskriminieren, verfolgen, versklaven, vergewaltigen und ermorden, was diesen Staat zum viertschlimmsten der Welt macht, um dort als Christ zu leben. Und obwohl Boko Haram immer für die spektakuläreren Anschläge auf Christen und ihre Kirchen verantwortlich gemacht wird, sind es gewöhnliche Muslime, einschließlich muslimischer Fulani-Hirten, die Nigeria zum zwölftschlimmsten Staat macht, um dort als Christ zu leben.

Das ist das wahre Problem. Während die Medien die Terrorgruppen als Verantwortliche für besonders spektakuläre Anschläge nennen mögen, werden wenige zugeben, dass Muslime allgemein überall in der Welt ähnliche Gewalttaten und Intoleranz gegen Nichtmuslime betreiben. In der Tat sind Muslime – aller Rassen, Nationalitäten, Sprachen und soziopolitischen und wirtschaftlichen Hintergründe, kaum nur „Terrorgruppen“ – verantwortlich für die Verfolgung von Christen in der 50 schlimmsten Staaten der Welt dafür Christ zu sein. Entsprechend ist, was „extremistische“, „terroristische“ und „militante“ Gruppen tun, nur die auffällige Spitze des Eisbergs dessen, was Muslime überall auf der Welt tun. (S. die Berichte „Muslim Persecution of Christians[1], die ich seit Juli 2011 jeden Monat zusammenstelle und die die pausenlose Diskriminierung, Verfolgung und Blutbad bezeugen. Jeder monatliche Bericht enthält Dutzende Gräueltaten, von denen die meisten rund um die Uhr berichtet würden, würden sie von Christen an Muslimen verübt.)

Es ist es wert wiederholt zu werden: Die Medien decken den Islam nicht nur, indem sie vorgeben, die von islamischen Gruppen gegen Nichtmuslime verübten spektakulären Anschläge seien begrenzt, lokal und überaus unbedeutend, „haben nichts mit dem Islam zu tun“. Sie decken den Islam, indem sie nicht über die tagtägliche Verfolgung von nicht muslimischen Erfahrungen durch die Hände gewöhnlicher Muslime – muslimischer Einzelpersonen, muslimischer Mobs, muslimischer Polizei und muslimischer Regierungen (einschließlich Amerikas engster „Freunde und Verbündeter“) – und kaum nur muslimische „Terroristen“. Sie wagen es nicht die Zusammenhänge herzustellen und ein ganzheitliches Bild anzubieten, das dies nicht nur diese oder jene Gruppe anklagt, sondern den Islam allgemein.

Entsprechend muss die Welt weiterhin unter islamischer Aggression leiden. Diese Lügen haben nict nur erlaubt, dass in der muslimischen Welt zahllose Unschuldige in Vergessenheit verfolgt wurden, sondern sie haben erlaubt, dass dieselbe Verfolgung in Amerika und Europa Einzug hält, in jüngster Zeit über Massenimmigration.

Die Tatsache bleibt: Eine hässliche Wahrheit muss erst einmal eingeräumt werden, bevor sie behoben werden kann. Es mag schwer sein eine hässliche Wahrheit zuzugeben – dass der Islam, nicht der „radikale Islam“ Hass auf und Gewalt gegen Nichtmuslime fördert – aber alles darunter wird einfach nur weiter die Lüge nähren, hießt: weiterhin Jihad und Terror nähren.

Kurz gesagt: Das Problem besteht weniger im „Islamischen Staat“; es besteht im islamischen Hass. Ersterer ist nur eine der vielen zweitweise vorhandenen und historischen Erscheinungsformen des Letzteren, der als integraler Teil des Islam Zeit und Raum überschreitet.

[1] Verfolung von Christen durch Muslime

Warum Islamisten und Faschisten Christen verfolgen

Raymond Ibrahim, 28. April 2017 (FrontPage Magazine)

Seine Studie des Center for Studies on New Religions (Zentrum zum Studium neuer Religionen) in Europa bestätigte gerade, dass „Christen weiterhin die am stärksten verfolgten Gläubigen der Welt sind; im letzten Jahr [2016] wurden mehr als 90.000 Anhänger Jesu getötet.“ Das ergibt rechnerisch einen Toten alle sechs Minuten. Die Studie stellte zudem fest, dass 600 Millionen Christen weltweit wegen der Ausübung ihrer Religion verfolgt wurden.

Welche Gruppe neigt am stärksten dazu weltweit Christen zu verfolgen? Die Antwort darauf wurde durch eine weitere aktuelle Studie klar; sie stellte fest, dass von den zehn Staaten weltweit, in denen Christen die schlimmste Verfolgung erleiden, neun islamisch sind, auch wenn das schlimmste – Nordkorea – das nicht ist.

Was ist an Christen, das aus einigen Leuten, mehrheitlich Muslimen, das Schlimmste zutage fördert? Drei Hauptgründe fallen einem da ein, obwohl es mehr gibt:

  • Das Christentum ist die zahlenmäßig größte Religion der Welt. Es gibt praktisch überall rund um den Globus Christen, auch in einem Großteil der muslimischen Welt. Darüber hinaus sind Muslime, weil eine ganze Menge des vom Islam im Verlauf der Jahrhunderte eroberten Territoriums ursprünglich christlich war – darunter der gesamte Nahe Osten, die Türkei und Nordafrika – immer noch mit Resten des Christentums konfrontiert. Allein in Ägypten, das vor der islamischen Invasion das Zentrum des frühen Christentums war, verbleiben mindestens 10 Millionen Christen. Kurz gesagt: Allein wegen ihrer schieren Anzahl ist es wahrscheinlich, dass Christen in der muslimischen Welt mehr unter dem Islam leiden als andere „Ungläubige“.
  • Die Christenheit ist der „Verkündigung des Evangeliums“ (wörtlich: die gute Botschaft) Keine andere große Religion – weder Buddhismus noch Hinduismus oder Judentum – hat diesen missionarischen Standpunkt. Diese Religionen tendieren zu decken sich mit bestimmten Ethnien und bestimmten einheimischen Örtlichkeiten. Die einzige andere Religion, die hat, was als missionarisches Element beschrieben werden kann, ist der Islam selbst. Weil das Christentum die einzige Religion ist, die Muslime aktiv mit den Wahrheiten ihrer eigenen Botschaft in Frage stellt, ist es auch die Religion, der am stärksten vorgeworfen wird zu missionieren, was unter dem islamischen Gesetz verboten ist. Und mit dem öffentlichen Aussprechen von Lehre, die der Mohammeds wiederspricht – einschließlich der Kernbotschaft des Christentums – kollidieren die Christen auch mit den Blasphemie-Gesetzen des Islam. Daher gehen Muslime, die zu anderen Religionen übertreten – und dafür bestraft werden, manchmal mit dem Tod – zum Christentum.
  • Das Christentum ist die für Märtyrertum exemplarische Religion. Von Anfang an – beginnend mit Jesus und gefolgt von seinen Jüngern und zahllosen anderen der frühen Kirche – sind viele Christen bereit gewesen lieber den Tod hinzunehmen, als aufzuhören das Evangelium zu verbreiten – oder, schlimmer dem Glauben abzuschwören; das war in der Antike durch die Hand des heidnischen Römischen Imperiums offensichtlich und im Mittelalter (und der Moderne) durch die Hand der Muslime und anderer Verfolger. Praktisch keine andere Religion ermutigt ihre Anhänger dazu lieber den Tod zu begrüßen als dem Glauben zu entsagen. So sagt Christus: „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen“ (Matth. 10,33; s. auch Lukas 14,33), lehrt der Islam Muslime Mohammed zu verheimlichen und sogar in der Öffentlichkeit zu verleugnen, statt zu sterben. Zudem genehmigen andere Religionen und Sekten Verstellung, um das Leben ihrer Anhänger zu erhalten. Ein Missionar des 19. Jahrhunderts beobachtete, dass im Iran der „Bahaismus Gefallen an Taqiyya [Verbergen des Glaubens] als Pflicht findet, das Christentum jedoch öffentliche Bekundung fordert; und damit ist es in Persien weit leichter ein Bahai zu werden als ein Christ.“[1]

Natürlich zielen die unterdrückerischen Gesetze des Islam auf Mitglieder aller Religionen. Viele freimütige muslimische Abgefallenen im Westen, die niemals zum Christentum konvertierten, müssen ihre Hinrichtung fürchten, sollten sie je ihren ehemaligen Glaubensbrüdern in die  Hände fallen. Sie befinden sich aber heute hier, gesund und munter im Westen und warnen uns, genau deshalb, weil sie die spirituellen Wahrheiten des Islam nicht in Frage stellten, als sie in seinem Schatten lebten – und warum hätten sie das tun sollen? Wenn das Leben auf das Jetzt beschränkt ist, wie es in der säkularen Weltanschauung der Fall ist, warum es riskieren, besonders wenn keinen Staub aufzuwirbelt, wie es viele „moderate Muslime“ tun, es einem retten wird?

Seit seinen Anfängen ist es in der Tat der Hang des Christentums es abzulehnen sich zu fügen, das Faschisten und Herrenmenschen aller Couleur – vom antiken Römischen Imperium (von dem das Wort faschistisch abgeleitet ist) bis zum Nordkorea von heute – dazu gebracht hat Christen zu verfolgen. Letztere haben eine lange Geschichte der Ablehnung zu schweigen und die Art von Lippenbekenntnissen abzulegen, die alle anderen bereits sind zu geben, um klarzukommen.

Genauso, wie Jesus Pilatus ärgerte, indem er es ablehnte einige Worte auszusprechen, die sein Leben retten würden – „Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich freizulassen, und Macht, dich zu kreuzigen?“, fragte der fassungslose Prokurator (Joh. 19,10) – seine Jünger und zahllose andere Christen der Antike trotzten dem Römischen Imperium, was mehrere Imperatoren dazu veranlasste das anzustoßen, was, zumindest bis jetzt, für die schlimmste Verfolgen von Christen in der Geschichte gehalten wird; und heute trauern zahllose Christen der Moderne und werden folglich – von Nordkorea bis in jede Ecke der muslimischen Welt – aus genau denselben Gründen von ihren totalitären Herren bestraft.

[1] Samuel M. Zwemer: The Law of Apostasy in Islam: Answering the Question Why There are so Few Moslem Converts, and Giving Examples of Their Moral Courage and Martyrdom. London (Marshall Brothers) 1916, S. 25.

Islamische Projektion: Warum Muslime Ungläubige hassen

Raymond Ibrahim, 29. März 2017 (FrontPage Magazine)

Eine wenig bekannte Tatsache: Wenn Muslime religiöse Minderheiten in ihrer Mitte verfolgen, dann rechtfertigen sie das oft, indem sie die übelsten Aspeke des Islam auf “Ungläubige” projizieren. Ein sehr bekanntes Phänomen, „Projektion“, wird definiert als „Übertragung der eigenen Ideen, Gefühle oder Einstellungen auf andere Personen“.[1] Ein akademischer Artikel erklärt: „Projektion erlaubt des dem Mörder seinen (inakzeptablen) Wunsch zu töten (foltern, vergewaltigen, stehlen, dominieren usw.) auf eine (bestimmte) Zielgruppe oder Person zu projizieren. Das dämonisiert das Ziel, wodurch es noch akzeptabler wird es zu töten.

Entsprechend würde jeder, der das neueste von ISIS zu Gewalt gegen Ägyptens Kopten aufrufende Video ansieht, glauben, dass die christliche Minderheit die muslimische Mehrheit unterdrückt – daher die Notwendigkeit des „heldenhaften“ ISIS „zurückzuschlagen“. Gleichermaßen schlachtete ISIS 2016 21 ägyptische Christen an den Stränden Libyens ab und erstellte ein Video davon, der sein Tun als „Vergeltung“ an der koptischen Kirche darstellte, die ISIS bizarrerweise beschuldigt muslimische Frauen zum Übertritt zum Christentum zu zwingen – alles Dinge, die Muslime regelmäßig Christen in Ägypten antun. (Offenbar war das Töten von fast 60 Christen in einer Kirche in Bagdad ein paar zuvor – was die Jihadisten dann ebenfalls als Vergeltung gegen die Zwangskonvertierung muslimischer Frauen darstellten – nicht genug.)

Wenn ein muslimischer Geistlicher sagte, „Wann immer sie [die USA] in ein muslimisches Land einmarschieren, dann schlagen sie an einem Sonntag zu. Immer“, dann projizierte er, was der von muslimischen Angriffen auf Ungläubige kennt. Sehen Sie sich fast jeden Bericht muslimischer Mob-Anschläge gegen Christen und ihre Kirchen an, besonders in Ägypten; sie finden fast immer an Freitagen statt – und das ganz natürlich: Denn das ist der ein Tag in der Woche, an dem Muslime sich in Moscheen zum Gebet versammeln, nur um ohne Ausnahme Predigten zu hören, die sie gegen Ungläubige aufbringen.

Das beste Beispiel ist aber vielleicht Ayat Oraby – die Muslima mit dem lächelnden Gesicht und dem pinkfarben Hijab, eine Aktivistin mit vielen muslimischen Anhängern in den sozialen Medien. In einem von ihr vor ein paar Monaten (um dieselbe Zeit, in der ein Kenner sagte, ägyptische Christen würden „alle zwei oder drei Tage“ Anschläge erleiden), erstellten Video versuchte diese muslimische Frau so viel Feindseligkeit wie möglich gegen die Kopten zu schüren; und sie machte das, indem sie sie beschuldigte Muslimen anzutun, was Muslime immer ihnen antun. Nachdem sie die koptische Kirche einen „Haufen Gangster“ und „eine totale Mafia“ nannte, die „hinter den Kulissen [Ägypten] regieren“, beschuldigte sie sie „Waffen in Kirchen zu horten“ und „danach zu streben einen koptischen Kleinstaat zu schaffen“, als Bemühung weiter „einen Krieg gegen den Islam“ zu führen.

Derweil ist zurück in der wirklichen Welt – die aus rund 200 Staaten besteht – Ägypten auf Platz 21 der für Christen schlimmsten Länder, in denen sie leben; sie erfahren dort nach Angaben von Open Doors, einer internationalen Menschenrechtsorganisation, „sehr starke Verfolgung“. Die Entführung christlicher Frauen und Kinder und ihre Zwangskonvertierung zum Islam ist üblich; ganze christliche Dörfer und Kirchen werden regelmäßig aufgrund des Gerüchts in Brand gesetzt, dass ein Christ irgendwo in den sozialen Medien Mohammed gelästert hat oder das ein Christ mit einer Muslima ausgeht.

Doch viele Muslime, so diese Ayat Oraby, die sich selbst immer als Opfer sehen, sind gegenüber solchen Fakten blind; ihre Vorstellungen der Realität sind vom Islam geprägt. Und der Islam fordert zur ständigen Feindschaft gegenüber dem „anderen“ – dem Nichtmuslim, dem Ungläubigen – auf, der von den Muslimen unterlaufen und unterworfen werden muss. Diese Art des Denkens geht direkt auf den Anfang zurück: die islamischen Eroberungen des 7. Jahrhunderts – diesen wundervoll „uneigennützigen Auftakt“ – werden ständig als nicht offensive Kriege, sondern als defensiv dargestellt. Muslime haben angeblich Arabien verlassen, ihren Weg durch den Nahen Osten, Ägypten, Nordafrika, Spanien und bis nach Frankreich hinein erobert und geplündert, um den Ungläubigen zuvorzukommen, die sich offenbar darauf vorbereiteten sich nach Arabien aufzumachen, um den aufkommenden Islam abzumurksen. Auf diese Weise wird die Disziplin der Geschichte in islamischen Schulen auf der ganzen Welt ständig verhöhnt.

Lassen Sie uns zu Ayat Oraby zurückkehren und ihre „projektiven“ Behauptungen betrachten. Sie beschuldigt Ägyptens Christen das Geschehen „hinter den Kulissen“ zu kontrollieren. Diese Behauptung ist ebenso ironisch wie alt. 2010 beschwerte sich der prominente ägyptische Geistliche Khlaid al-Jundi, in Ägypten hätten „Muslime weniger Rechte als Christen und nicht einmal das Recht Gottesdienste zu feiern wie die Christen“. In Wirklichkeit und wie durchaus bekannt ist, sehen sich christliche Kirchen immensen Einschränkungen ausgesetzt. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Es gibt in Ägypten 114.000 Moscheen, aber nur 2.000 Kirchen; das sind 57 Moscheen pro Kirche, obwohl die Christen mindestens 10 Prozent der Bevölkerung stellen.

Ist es darüber hinaus in einem Land, in dem der Islam uneingeschränkt herrscht – in dem die Scharia (die die Unterdrückung von Nichtmuslimen vorschreibt, wie in Sure 9,29) Teil der Verfassung ist; wo Kopten über Jahrhunderte dazu konditioniert wurden damit zufrieden zu sein, dass man sie in Ruhe lässt – vernünftig zu glauben, dass dieselben, geknechteten „Ungläubigen“, die zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, eine gewaltsame Machtübernahme Ägyptens planen?

Was Orabys Behauptung angeht ,dass Ägyptens Christen „in Kirchen Waffen horten“ und „danach streben eine koptischen Ministaat zu schaffen“, um weiter „Krieg gegen den Islam zu führen“, so ist dies eine weiterer ermüdender Vorwurf. Mohammed Salim al-Awwa, der ehemalige Generalsekretär der Internationalen Union muslimischer Gelehrter, erschien einst auf Al-Jazira und beschuldigte die Kopten in einer wilden Tirade „Waffen und Munition in ihren Kirchen und Klöstern zu horten“ – und sie sollten auch noch aus Israel, „dem Kern der koptischen Sache“ importiert sein und „sich darauf vorbereiten Krieg gegen die Muslime zu führen“. Er warten, wenn nichts unternommen würde, dann „wird das Land brennen“, stachelte Muslime an „der Macht der [koptischen] Kirche entgegenzuwirken“.

In Wirklichkeit sind alles, was brennt, koptische Kirchen, die von muslimischen Mobs und Terroristen angezündet werden – wie nach dem Sturz von Mohammed Morsi von der Muslimbruderschaft fast 70 Kirchen angegriffen und viele zerstört wurden. Darüber hinaus sind es Muslime, die Waffen schmuggeln und horten, auch in Moscheen, um ihre separatistischen Jihade zur Abspaltung von der Macht von „Ungläubigen“ zu schüren (z.B. wurden bei Trennungsversuchen von Russland in Tschetschenien oder in Mindanao von den Philippinen, während der Vergeltung der Muslimbruderschaft gegen die Regierung Sisi, regelmäßig gewaltige Waffenlager in Moscheen gefunden).

Der koptische Aktivist Mounir Bishai formulierte es einmal so: „Plötzlich sind wir [die Kopten] von Beschwerden zu Selbstverteidigung übergegangen, von der Forderung unserer Rechte zum Versuch die Öffentlichkeit zu überzeugen, dass wir anderen nicht ihre Rechte vorenthalten … heute werden wir beschuldigt Waffen anzusammeln … Wie können aus uns Verfolgten plötzlich Verfolgende werden, aus der schwachen Seite die starke und tyrannische, aus der angegriffenen die berüchtigten Angreifer und aus der armen die reichen Ausbeuter? Wie konnten diese Lügen sich so weit verbreiten, ohne dass wir irgendwie vorankommen oder unsere Situation sich auch nur ein klein wenig verbessert hat?“

Selbst im Bereich der Theologie neigen Muslime dazu islamische Vorstellungen von Jihad und „Märtyrertum“, dem Kampf bis zum Tod für den Islam, auf christliche Theologie zu projizieren. Zum Beispiel erklärte einmal die Al-Azhar Scholars Front, die aus Absolventen der Al-Azhar besteht, mitten in den Beschuldigungen, die Kopten würden Waffen horten, um Krieg gegen Muslime zu führen: „Das Christentum … beschreibt ständig seine offene und verdeckte Politik all seine Rivalen zu eliminieren oder [die Anhänger anderer Religionen] zu erniedrigen und ihnen jeden Grund zum Leben nehmen, damit sie gezwungen sind zum Christentum zu konvertieren.“

In Wirklichkeit ist das genau das, was der Islam tut: Über Jihad „all seine Rivalen zu eliminieen“ oder durch die Institution des Dhimmitums die Anhänger anderer Religionen „zu erniedrigen und ihnen jeden Grund zu leben zu nehmen, damit sie gezwungen sind zum Islam zu konvertieren“. Das ist sowohl historisch als auch dogmatisch nachweisbar.

Gleichermaßen wurde auch die Erklärung von Bischof Bishoy, dass Ägyptens Christen infolge ihrer zunehmenden Verfolgung den Punkt des Märtyrertums erreichen, weidlich als eine Erklärung des „Krieg bis zum Tod“ „islamisiert“, auch von Al-Awwa, der während seiner erwähnten Tirade auf Al-Jazira behauptete: „Vater Bishoy erklärte, sei würden den Punkt des Märtyrertums erreichen, was nur Krieg bedeuten kann. Er sagte: ‚Wenn man über unsere Kirchen redet, werden wir den Punkt des Märtyrertums erreichen.‘ Das bedeutet Krieg!“

Natürlich ist die Vorstellung, dass jemand ein Märtyrer ist, der Jihad – „heiligen Krieg“ – betreibt und dabei stirbt, ein Wesenszug des Islam (z.B. Sure 9,111). Selbst das verlässliche Hans Wehr Arabic-English Dictionary übersetzt Schahid („Märtyrer“) als „jemand, der in der Schlacht mit Ungläubigen getötet wird“. Andererseits hat christliches Märtyrertum immer bedeutet verfolgt und getötet zu werden, weil man dem Christenum nicht abschwört – und das ist genau die Definition, die seit Jahrhunderte auf Ägyptens Christen angewandt worden ist, die Definition, die Bischof Bishoy eindeutig meinte (s. diesen Artikel, um mehr über die wichtigen Unterschiede zwischen christlichen und muslimischen Vorstellungen zum Märtyrertum zu erfahren).

Rekapitulieren wir:

  • Christliche Mädchen werden regelmäßig von Muslimen entführt, missbraucht, gehirngewaschen und zum Übertritt gezwungen – und jetzt werden Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun;
  • Muslime schmuggeln und horten regelmäßig Waffen, auch in ihren Moscheen – und jetzt werden Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun.
  • Muslime versuchen ständig Ungläubigen-Staaten entweder wegzubrechen oder zu erobern – und jetzt werden Ägyptens Christen beschuldigt genau dasselbe zu tun.
  • Muslime streben entsprechend der Doktrin des Jihad und des Dhimmitums ständig den Ungläubigen zu eliminieren oder zu unterwerfen – und jetzt werden Christen dargestellt, als würden sie genau dasselbe tun.
  • Islamische Gewalt taucht regelmäßig an Freitagen auf und jetzt werden Christen (oder lediglich Westler) beschuldigt sonntags den Islam ins Ziel zu nehmen.
  • Islamisches Märtyrertum bedeutet andere und sich selbst zu töten, während man Jihad zur Stärkung des Islam zu führen – und jetzt wird christliches Märtyrertum, das immer bedeutete lieber den Tod zu akzeptieren als dem Glauben zu entsagen, als genau dasselbe definiert.

Dieser ausführliche Exkurs in islamische Projektionen auf das Christentum nutzt Ägypten als Beispiel und dient einem weiteren Zweck: Er legt nahe, wenn zivilisatorische Projektion trotz der Realität die muslimische Welt derart durchdringt, könnte das dann auch der Grund sein, warum die Menschen im Westen – von denen die meisten entweder erklären Christen zu sein oder zumindest von der christlichen Ethik und Gebräuchen beeinflusst sind – die Realitäten des Islam nicht akzeptieren können: Weil auch sie die Ideale ihres religiösen Erbes– eines, das Liebe, Toleranz und Vergebung den Feinden gegenüber predigt – auf Muslime und den Islam projizieren?

[1] Duden: Übertragung von Gefühlen u.Ä. auf andere

Lauschen…

DryBones, 27. Februar 2017

Reuters berichtet:

Ägyptens Christen fliehen aus dem Sinai vor den Mordzügen des Islamischen Staats

Christliche Familien und Studenten fliehen seit Freitag zuhauf aus Ägyptens Provinz Nordsinai, nachdem der Islamische Staat in nur drei Wochen sieben Mitglieder ihrer Gemeinschaft töteten. Ein Reporter von Reuters sah 25 Familine mit ihrem Besitz in der evangelischen Kirche von Ismailia am Suezkanal; Kirchenvertreter sagen, dass von 160 Familien im Nordsinai 100 flohen. Mehr als 200 in der Provinzhauptstadt el-Arisch Studierende sind ebenfalls geflohen.