Verfolgung von Christen durch Muslime in den Palästinensergebieten

Manfred Gerstenfeld interviewt Justus Reid Weiner (direkt vom Autor)

Christen werden im gesamten Nahen Osten durch Muslime stark verfolgt; das hat in seiner Intensität deutlich zugenommen. Anfangs des 20. Jahrhunderts stellten Christen rund 20 Prozent der Bevölkerung des Nahen Ostens. Gegenwärtig wird ihr Anteil auf rund vier Prozent geschätzt.

In den Palästinensergebieten ist die Verfolgung von Christen weniger stark als in einer Reihe anderer muslimischer Staaten. Sie ist aber dennoch diskriminierend und manchmal tödlich. Das wird aber vor der internationalen Gemeinschaft verborgen, zum Teil durch falsche Äußerungen verschiedener palästinensisch-christlicher Leiter, die mit der palästinensischen Autonomie (PA) und der Hamas verbündet sind.

Justus Reid Weiner
Justus Reid Weiner

Justus Reid Weiner ist Rechtsanwalt für internationales Menschenrecht und Mitglied der Anwaltskammern in Israel und New York. Er möchte seinem Praktikanten Nataniel Lelental für dessen Beitrag zu diesem Projekt seine Anerkennung ausdrücken.

Einige wenige der vielen Beispiele für Verfolgung und Diskriminierung von Christen in den Palästinensergebieten illustrieren ihre vielfältige Beschaffenheit: Im April 2013 wurde die Schule der Christlichen Heiligen Familie in Gaza in Brand gesetzt. Mehrere Monate später, im Juni, wurden fünf christliche Schulen im Gazastreifen nach einer Anweisung der Hamas-Regierung geschlossen, die gemischtgeschlechtlichen Unterricht verbot. Nominell betraf die Vorschrift alle Schulen im Gazastreifen, doch die fünf christlichen Schulen waren die einzigen, in denen dort koedukativ gearbeitet wurde.

Die christliche Minderheit des Gazastreifens ist winzig und besteht aus ein- bis zweitausend Personen. Nach Angaben der griechisch-orthodoxen Kirche in Gaza wurden im Juli 2012 fünf Christen entführt und zum Übertritt zum Islam gezwungen. In einer Presseerklärung sagte die Kirche, dass die Polizei ein Eingreifen ablehnte, da Salam Salameh, ein Hamas-Mitglied des palästinensischen Parlaments, die Organisation führte, die für den Übertritt verantwortlich war.

Im Juli 2012 verurteilte ein Gericht in Jericho einen Christen zu einem Monat Haft, weil er während des Ramadan in der Öffentlichkeit aß. Auch fünf weitere Personen wurden wegen desselben Tuns festgenommen. Der Vorsitzende des Obersten Gerichts für Scharia-Recht in der PA erklärte: „Wir müssen die Straßen beobachten und jeden schwer bestrafen, der während des Ramadan öffentlich isst. Das liegt in der Verantwortung der Sicherheitskräfte… Ich fordere alle Nichtmuslime auf, auf die Gefühle der Muslime Rücksicht zu nehmen.“ Das steht in scharfem Gegensatz zu westlichen Gesellschaften, in denen gewöhnlich die Mehrheit aufgefordert wird auf die Minderheit Rücksicht zu nehmen.

Das palästinensische Landrecht schreibt für den Verkauf von Land an Juden die Todesstrafe vor. Verschiedene Christen haben ausgesagt, dass dies auch vollstreckt wird, wenn Land an Christen verkauft wird. Mehrere christliche Grundbesitzer sind erpresst worden ihr Land aufzugeben und Muslimen zu überlassen. In der Praxis bietet das Rechtssystem in den Palästinensergebieten ihnen keinen Regressanspruch.

Vera Baboun, die christliche Bürgermeisterin Bethlehems, schrieb zu den Feiertagen an Weihnachten 2012: „Dies ist das Bethlehem, das wir mit der Welt teilen. Ein Bethlehem, das die natürliche Koexistenz von Christen und Muslimen ist, ein Beispiel für den Rest der Region.“ Doch Baboun ist Opfer einer Rufmordkampagne geworden, weil sie angeblich Muslime diskriminiert. Als Ergebnis sind sie und ihre Familie wiederholt bedroht worden. Sie erstattete Anzeige bei der PA, die sie nach Einschüchterung durch den bewaffneten Zweig der Fatah zurückzog.

Steve Khoury, Pastor der Ersten Baptistischen Kirche Bethlehems, sagte im Mai 2013, Christen sähen sich ständigen Belästigungen ausgesetzt. Dadurch verzichten viele darauf in der Öffentlichkeit Kreuze zu tragen und Bibeln mit sich zu führen. Er fügte hinzu, dass ihnen von Muslimen oft gesagt wird, sie sollten „zum Islam konvertieren. Er ist die wahre und richtige Religion.“ Auf Khourys Kirche sind vierzehn Brandanschläge verübt worden.

Im Dezember 2013 lieferte Samir Qumsieh, ein christlicher Gemeindeleiter aus Beit Sahour bei Bethlehem, mehrere Beispiele für die Einschüchterung, der sich die christliche Gemeinschaft ausgesetzt sieht. Er zeigte einige Beispiel-Souvenirs, die von Christen um den Krippenplatz in Bethlehem verkauft werden, darunter T-Shirts der Geburtskirche, die nicht, wie sonst üblich, Kreuze zeigen. Bei einer anderen Gelegenheit erklärte Qumsieh: „Wir werden schikaniert, aber die Wahrheit können Sie nicht kennen. Niemand sagt öffentlich etwas über die Muslime. Das ist der Grund, dass die Christen die Flucht ergreifen.“

PA-Präsident Mahmud Abbas hat erklärt: „Christen sind hier keine Minderheit. Sie sind integraler Bestandteil des palästinensischen Volks. Orthodoxe, Katholiken, Armenier, Assyrer, Lutheraner, Anglikaner, Kopten, Melkiten, Protestanten und andere sind alle Teil des reichen Mosaiks dieses freien, demokratischen und pluralistischen Palästinas, das wir anstreben und wie es in unserer Unabhängigkeitserklärung und im Verfassungsentwurf festgelegt ist.“ Das war eine der vielen falschen Aussagen Abbas‘, da Artikel 7 der Verfassung lautet: „Die Prinzipien der islamischen Scharia sind eine Hauptquelle der Gesetzgebung.“

Weiner schließt: Wenn nicht gehandelt wird, dürfte daher die palästinensische Eigenstaatlichkeit durchaus zur Gründung eines weiteren muslimischen Staates führen, in dem Minderheiten brutal verfolgt werden, bis weitere beträchtliche Teile von ihnen auswandern. Der Umgang mit und das Schicksal der palästinensischen Christen ist ein Lackmustest der wahren Beschaffenheit der palästinensischen Herrschaft.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Israels neue christliche Freunde

Melanie Phillips, Jerusalem Post, 22. Mai 2014

Der anstehende Besuch des Papstes in Israel wird zurecht viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber zwei weithin nicht erzählte Geschichten über die weltweite Christenheit haben die Fähigkeit die Weltordnung zu erschüttern.

Die erste ist die Verfolgung von Christen in Entwicklungsländern durch die Hand des Islam. Boko Haram, die in Nigeria mehr als 250 christlicher Schulmädchen entführte, ist nur eine von vielen islamistischen Gruppen, die Christen überall in den Entwicklungsländern zunehmend terrorisieren und töten. Nach Angaben von Open Doors, einer keiner Konfession zugehörigen christlichen Gruppe, werden rund 100 Millionen Christen in mehr als 65 Ländern verfolgt, wobei radikale Muslime in 36 davon die Haupttäter sind.

In Ägypten sind koptische Christen angegriffen, ermordet und vertrieben worden. Im Dezember 2013 wurden mindestens 1.000 Christen in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden. Im Februar diesen Jahres legten Jihadisten Bomben an Kirchen in Sansibar, die sie als „Buden der Ungläubigen“ bezeichneten. Im März enthaupteten Mitglieder der somalischen Al-Shabaab-Miliz eine Mutter zweier Mädchen und ihre Kusine, nachdem sie entdeckten, dass sie Christen waren.

Im selben Monat wurden in Nigeria mehr als 150 Christen in einem Massaker in Kaduna abgeschlachtet; diese Woche starben Hunderte bei Bombenanschlägen in christlichen Gebieten der Städte Kano und Jos.

Im Sudan sind Christen zu Tode gehackt worden, weil sie den Übertritt zum Islam ablehnten – oder sie wurden lebendig in ihren Kirchen verbrannt.

Letzte Woche wurde dort eine schwangere Mutter zum Tode verurteilt, weil sie angeblich zum Christentum konvertierte. In Eritrea befinden sich mehr als 3.000 Christen im Gefängnis. Im Iran werden Christen inhaftiert und Tausende sind geflohen. Es gibt zahllose weitere Beispiele.

Bemerkenswerterweise ignorieren aber die westlichen Großkirchen dieses Blutbad unter ihrer weltweiten Gemeinschaft weitgehend. Stattdessen appeasen sie die Islam und verunglimpfen Israel, das einzige Land im Nahen Osten, in dem Christen sicher sind (aber das ist eine andere Geschichte).

Man fragt sich, ob der Papst sich klar gegen diese Viktimisierung der Christen aussprechen wird, wenn er bei seinem Besuch in dem, was er das Heilige Land nennt, Repräsentanten des Islam treffen wird. Es wird berichtet, dass er den Riss zwischen den Juden und den Palästinensern heilen will. Sehr nett; aber sicher sollte seine Priorität sein das Abschlachten seiner Herde zu stoppen.

Aber hier ist das wirklich Außergewöhnliche. In der gesamten sich Welt der Entwicklungsländer, einschließlich der Länder, in denen Christen verfolgt werden, erleben die Kirchen ein phänomenales Wachstum. Wenn der Trend anhält, werden die Christen Europas von denen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens überholt werden, deren Wachstum zumeist von der erstaunlichen Entwicklung der pfingstlichen, charismatischen und anderen evangelikalen Kirchen angetrieben wird.

In seinem Buch The Next Christendom: The Coming of Global Christianity (Die nächste Christenheit: Das Kommen des globalen Christentums) schreibt Philip Jenkins, dass die christliche Bevölkerung Afrikas seit 1965von einem Viertel der Gesamtheit auf 46 Prozent angestiegen ist.

In Nigeria ziehen christliche Zusammenkünfte zwischen ein und drei Millionen Menschen an. In Äthiopien hat die Kirche rund 25 Millionen Mitglieder. Die Kirchen expandieren in Niger, Burkina Faso, Togo, Benin, Sierra Leone, Senegal, Mali und dem Tschad.

In Lateinamerika sind die Zahlen der Christen explodiert; sie werden bis 2025 geschätzte 640 Millionen sein. In Rio de Janeiro eröffneten in den 1990-er Jahren innerhalb von drei Jahren nicht weniger als 700 Pfingstkirchen. Die Jotabeche-methodistische Pfingstkirchen-Kathedrale in Santiago (Chile) hat 18.000 Sitzplätze.

Im Iran – ausgerechnet – erfahren die Kirchen die schnellste Vergrößerung der Welt; die jährliche Wachstumsrate liegt bei mehr als 20 Prozent. Nach Angaben einiger Quellen ist die Zahl der iranischen Evangelikalen von ein paar Hundert 1979 auf mehr heute mehr als 5 Millionen gestiegen.

Es geschieht sogar in China. Mao vertrieb christliche Missionare und sagte voraus, dass die „kolonialistische“ Christenheit verschwinden würde. Doch von insgesamt 900.000 damals sind die chinesischen Christen auf mindestens 80 Millionen angestiegen.

Ein Grund für solches Wachstum besteht darin, dass Menschen, die unter repressiven Regimen gelitten haben, sich einer Religion zuwenden, die (Dank ihrer jüdischen Wurzeln) Freiheit und Menschenrechte stützt. Je barbarischer islamische Regime werden, desto mehr Menschen wenden sich dem Christentum zu. Erst vor ein paar Jahren hatte z.B. Algerien etwa 1.500 Christen; unter seiner repressiven islamistischen Regierung ist ihre Zahl auf fast 200.000 angeschwollen.

Das hervorstechende Merkmal dieser neuen Christen ist: Weil sie Evangelikale sind und deshalb sehr ernst nehmen, was in der Bibel geschrieben steht, unterstützen sie Israel inständig. Algerische Christen sagten, dass sie heimlich für Israel und das jüdische Volk beten. Letztes Jahr lehnte Nigeria es ab im UNO-Sicherheitsrat automatisch mit den Palästinensern für die Eigenstaatlichkeit zu stimmen.

Westler mag es angesichts dieser neuen Kirchen unbehaglich sein, da sie Heilung, Prophetie, Visionen, verzückte Äußerungen und das Übernatürliche betonen. Doch sie gehören zu Israels besten Freunden in der Welt. Und ihr erstaunliches Wachstum hat bedeutende weltweite Folgen.

Im Westen befindet sich die Christenheit im Niedergang. Selbst in den USA, wo die Kirchen immer noch relativ stark sind, ist der Kulturkrieg an die Kräfte des galoppierenden Säkularismus verloren. Da die islamische Welt dieses zivilisatorische Vakuum ausnutzt, werden Britannien und Europa stetig islamisiert. Gleichzeitig werden die Entwicklungsländer christlicher. Das Gesicht der Christenheit verändert daher die Farbe von Weiß zu (ihrem ursprünglichen) Braun und Schwarz.

Dieses Wachstum ist eine enorme Gelegenheit für Israel, denn diese neuen Christen sind frei von der gifthaltigen Feindschaft der westlichen Kirchen gegenüber diesem Staat. Es ist ermutigend, dass Israel diese neuen Verbündeten als strategischen Aktivposten betrachtet, aber es mur viel mehr in sie investieren, bei der Verbesserung ihrer Wirtschaften und Lebensstandards helfen, um diese Freundschaft zu festigen und sie für die Umwandlung des Einflusses Israels in der UNO zu nutzen.

Es stimmt nicht, dass Israel die Zeit ausgeht. Dem Westen geht die Zeit aus. Es stimmt nicht, dass Israel keine Freunde hat.

Es hat viele Freunde. Nur andere. Und es muss sie sorgfältiger hegen.

Dieser Papst scheint auch ein Freund zu sein, denn offenbar will er die Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Volk auf ein neues Fundament stellen. Die üblen Proteste ultraorthodoxer Hooligans gegen seinen Besuch sind ekelerregend. Wollen wir hoffen, dass Israel Papst Franz kräftig umarmt.

Katharinenkloster auf Sinai soll zerstört werden

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 15. April 2014 (direkt vom Autor)

Das Katharinenkloster im Sinai, zu Füßen des Berges, wo Moses die 10 Gebote empfangen hat und neben dem Tal, wo das Volk Israel um das Goldene Kalb getanzt hat, soll abgerissen werden. Das hat der ägyptische General Ahmed Ragai Attiya gefordert, nachdem die griechisch-orthodoxen Mönche das Kloster in einen „Hort für Ausländer“ verwandelt hätten. Wie die wichtigste ägyptische Zeitung Al Ahram berichtet, habe der General a.D. vor Gericht Klage eingereicht, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Kloster aus dem 6. Jahrhundert dem Erdboden gleich zu machen und die Mönche zu deportieren, weil sie eine „Gefahr für die nationale Sicherheit Ägyptens“ darstellen.

In einem Fernsehinterview habe Attiya den 37 überwiegend aus Griechenland stammenden Mönchen vorgeworfen, nicht nur eine geheime Wasserquelle, die „Quelle des Moses“, versteckt zu haben, sondern über dem Kloster auch noch die griechische Flagge gehisst zu haben. So hätten sie den geschichtsträchtigen Ort in eine „von Ausländern okkupierte Stätte verwandelt, was einem Verstoß gegen die nationale Sicherheit und die ägyptische Souveränität gleich komme.“

Der Anwalt des Klosters, Ihab Ramzy, habe alle Vorwürfe des Generals zurückgewesen. St. Katharina ist eines der ältesten ständig bewohnten christlichen Klöster der Welt und werde von den Mönchen nur gehütet. Es stehe zudem unter strenger Überwachung des Ministeriums für Altertümer. „Die Mönche dürfen nicht einmal eine Wand ohne Genehmigung neu tünchen.“

Der Prozess ist laut Al Ahram bis Juni 2014 vertagt worden, um beiden Parteien zu ermöglichen, Beweise für ihre Behauptungen beizubringen.

Das St. Katharina Kloster wurde zwischen 548 und 565 an der Stelle des „brennenden Busches“ des Moses errichtet. Den Namen erhielt das Kloster von einer christlichen Märtyrerin namens Katharina, die gemäß der Legende von Engeln zu dem Kloster gebracht worden sei. Die Mönche hätten sie begraben, nachdem sie um das Jahr 800 geköpft worden sei.

Das Katharinenkloster ist die wichtigste Touristenattraktion im Süden des Sinai. Viele Touristen aus Israel und aus der Welt besuchen das Kloster, trotz der unsicheren Lage auf der Halbinsel.

Warum die Medien jihadistische Anschläge auf Nahost-Christen nicht berichten

Raymond Ibrahim, The Torch, Winter 2014

Denn sie schlagen jetzt den Sohn Gottes noch einmal ans Kreuz und machen ihn zum Gespött. (Hebräer 6,6)

Die Vereinten Nationen, westliche Regierungen, Medien, Universitäten und Fernsehsprecher überall bestehen darauf, dass die Palästinenser immens unter Missbrauch durch den Staat Israel leiden. Umgekehrt wird die größte humanitäre Tragödie unserer Zeit – Christenverfolgung durch radikale Muslime, einschließlich in von den Palästinensern kontrollierten Gebieten – ergeben ignoriert.

Die Fakten sprechen für sich. Verlässliche Schätzungen deuten darauf hin, dass jedes Jahr irgendwo zwischen 100 und 200 Millionen Christen verfolgt werden; alle fünf Minuten wird ein Christ zum Märtyrer. Ungefähr 85% dieser Verfolgung erfolgt in mehrheitlich muslimischen Staaten. Im Jahr 1900 war der Nahe Osten zu 20% christlich. Heute sind es weniger als 2%.

In nur einer Woche setzte in Ägypten – aus dem meine Familie auswanderte – die Muslimbruderschaft eine Kristallnacht in Gang – sie führte Anschläge durch, zerstörte und/oder verbrannte 82 christliche Kirchen (von denen einige im 5. Jahrhundert gebaut wurden, als Ägypten noch ein mehrheitlich christliches Land war, vor den islamischen Eroberungen). Die schwarze Flagge der Al-Qaida ist auf Kirchen gehisst worden. Christen – einschließlich Priestern, Frauen und Kindern – sind angegriffen, enthauptet und getötet worden.

Die Verfolgung von Christen ist auch nicht auf Ägypten beschränkt. Von Marokko im Westen bis Indonesien im Osten und von Zentralasien im Norden bis ins Subsahara-Afrika im Süden, über tausende von Meilen Land, bewohnt von Völkern, die weder Rasse, Sprache, Kultur noch sozio-ökonomische Zustände teilen werden Millionen Christen verfolgt – nach den genau selben Mustern.

Muslimische Konvertiten zum Christentum und christliche Evangelisten werden angegriffen, inhaftiert und manchmal enthauptet; zahllose Kirchen überall in der islamischen Welt werden verboten oder mit Bomben angegriffen; christliche Frauen und Kinder werden entführt, versklavt, vergewaltigt und/oder gezwungen ihrem Glauben abzuschwören.

Weit davon entfernt diesen christlichen Opfern zu helfen, verschlimmert die US-Politik sogar ihre Leiden. Ob in Tunesien, Libyen, Ägypten oder Syrien und unter dem Mantel des von den USA unterstützten „Arabischen Frühlings“ sind die Dinge für Christen dramatisch schlechter geworden. In der Tat wurde gerade während einer Anhörung im Kongress offenbart, dass Tausende traumatisierter syrischer Christen – die, wie die irakischen Christen vor ihnen einen Massenexodus aus ihrem Heimatland durchmachen – fragten: „Warum befindet sich Amerika mit uns im Krieg?“

Die Antwort ist: Sehr wenige Amerikaner haben eine Ahnung, was mit ihren Glaubensgeschwistern geschieht.

Wenige Mainstream-Medien sprechen von der furchtbaren Verfolgung, die Millionen Menschen einfach deshalb erleben, weil sie in Frieden Christus anbeten wollen.

Es gibt natürlich einen sehr wichtigen Grund, dass die Mainstream-Medien die radikal-muslimische Christenverfolgung ignorieren: Wenn das volle Ausmaß dieses Phänomens jemals bekannt würde, würde viele Grundpfeiler der Mainstream-Medien – deren prominentester ist, dass Israel die Palästinenser unterdrückt – sofort zerbröseln. Warum? Weil radikal-muslimische Christenverfolgung dem ansonsten gut geölten Narrativ in die Parade fahren würde, das besagt, dass „radikal-mulimische Gewalt ein Produkt muslimischer Kränkungen ist“.

Überlegen Sie mal so: Weil der jüdische Staat stärker ist als die muslimischen Nachbarn, können die Medien islamische Terroristen leicht als frustrierte „Benachteiligt“ darstellen, die tun, was immer sie können, um „Gerechtigkeit“ zu erlangen. Egal, wie viele Raketen von der Hamas und der Hisbollah nach Tel Aviv geschossen werden und egal, wie antiisraelischer Blutdurst in radikalislamischen Begriffen zum Ausdruck gebracht wird, die Medien werden solche Feindschaft als eisernen Belegt dafür, dass die Palästinenser unter Israel derart unterdrückt werden, dass sie keine andere Wahl haben als sich auf Terrorismus zu verlegen.

Wenn aber radikale Muslime einen Freifahrtschein bekommen, wenn ihre Gewalt sich gegen diejenigen richtet, die stärker als sie sind, wie kann man dann ihre Gewalt vernünftig begründen, die sich gegen die richtet, die schwächer als sie sind – in diesem Fall Millionen einheimischer Christen?

Die Medien nicht einfach radikal-muslimische Christenverfolgung – die im Wesentlichen und in ihrer Form auf nicht provozierte Pogrome hinausläuft – als „Streit um Land“ oder ein Produkt von „Beschwerden“ darstellen (wenn überhaupt, dann sind es die geächteten und verfolgten christlichen Minderheiten, die Groll hegen sollten). Und weil die Medien radikalislamische Anschläge gegen Christen nicht durch das „Beschwerde“-Paradigma artikulieren können, das bei der Erklärung des arabisch-israelischen Konflikts so gut funktioniert, ist ihre wichtigste Zuflucht überhaupt nicht darüber zu berichten.

Kurz gesagt: Christenverfolgung ist die klarste Reflexion des radikalislamischen Vorherrschaftsdenkens. Die zahlenmäßig gewaltig unterlegenen und politisch marginalisierten Christen wollen in Frieden beten können und dennoch werden sie immer noch gejagt und angegriffen, ihre Kirchen niedergebrannt und zerstört, ihre Frauen und Kinder versklavt und vergewaltigt. Diese Christen sind in Rasse, Ethnie, nationaler Identität, Kultur und Sprache identisch zu ihren muslimischen Mitbürgern; es gibt keinen politischen Disput, keinen Streit um Land.

Das einzige Problem ist, dass sie Christen sind und deshalb, glauben Islamisten entsprechend ihrer Schriftauslegung, unterjocht werden müssen.

Würden die Mainstream-Medien ehrlich über die Christenverfolgung durch die radikalen Islamisten berichten, würden derart viele Grundpfeiler der den politischen Diskurs derzeit bestimmenden linken Darstellung zerbröseln, vor allem die Vorstellung, dass radikalislamische Intoleranz ein Produkt von „Beschwerden“ und dass Israel für allen jihadistischen Terror gegen sich selbst verantwortlich ist.