Lächerliche palästinensische Propaganda des Tages: Ausgabe Todeswunsch

David Lange, Israellycool, 5. Oktober 2020

Die Israelhasser haben Fotos von Ikram Alastal gepostet, einer 81-jährigen Mathematiklehrerin aus dem Gazastreifen, die beschlossen hat Schüler zu sich nach Hause zu holen und sie Mathematik zu lehren, nachdem die Schulen im Gazastreifen wegen des COVID-19 geschlossen wurden.

Hier ist ein wenig Mathe für euch:

Wahrscheinlichkeit, dass seine alte Dame, die sich Schüler ins Haus holt, keine Mund-Nasen-Abdeckung trägt und sich ihnen gegenüber nicht an Social Distancing hält, eine schlechte Idee ist: 100%

Wahrscheinlichkeit, dass man in einem „Konzentrationslager“ einen Großbild-Fernseher hat: 0%.

Sie lügen, lügen, lügen – nächstes Beispiel

David Lange, Israellycool, 5. Juli 2020

Während Israelhasser antiisraelische Propaganda wie diese verbreiten:

ist hier das das, was in Gaza wirklich abläuft:

(aber vetrauen Sie darauf, dass Quds News Network – daran gewöhnt Lügen zu posten – nicht einmal das richtige Datum angibt)

Erinnern Sie sich an dieses Foto, wenn davon lesen, dass COVID-19 sich wie ein Lauffeuer im Gazastreifen verbreitet … wie auch die antiisraelische Propaganda, die das Israel zu Last legen wird, wie in der Karikatur oben.

Wie die Gesellschaft sich verändern wird, wenn die Coronavirus-Krise nachlässt

Dr. Manfred Gerstenfeld, BESA Center Perspective Papers Nr. 1.546, 3. Mai 2020

Foto: Edward Howell via Unsplash CC

Zusammnefassung: Während sie beginnen ihren Coronavirus-Lockdown und die Distanzierungsmaßnahmen zu lockern, werden westliche Regierungen mit riesigen Problemen konfrontiert sein, von denen man viele nicht vorhersehen kann. Von einem politischen Standpunkt aus betrachtet macht der Versuch Sinn, zur Realität von vor der Pandemie zurückzukehren, obwohl das nicht komplett möglich sein wird.

Westliche Regierungen werden mit vielen komplexen Problemen zu tun haben, wenn sie beginnen ihren Lockdown und Distanzierungsmaßnahmen beenden, von denen viele nicht vorzeitig ausgewertet oder gar vorhergesehen werden können. Viele Regierungschefs in westlichen Ländern haben während der Coronavirus-Krise an Popularität gewonnen, aber sie werden sich nie dagewesenen neuen Herausforderungen gegenüber sehen, während die Gefahr für die öffentliche Gesundheit abklingt.

Vom Standpunkt der Öffentlichkeit aus macht es Sinn den Versuch zu unternehmen, so weit wie möglich zur Realität vor der Pandemie zurückzukehren. Größtenteils funktionierte die Gesellschaft vor dem Virus auf vernünftige Weise. Westliche Volkswirtschaften wuchsen, wenn auch langsam. Die Arbeitslosigkeit schwankte in den großen Ländern zwischen niedrig und nicht sonderlich hoch. Die Lage vor dem Virus war sicherlich besser als die unerprobten Pseudo-Realitäten, die von einer Reihe von Ideologen propagiert wurden.

Eine volle Rückkehr zu dem Zustand, der vorher herrschte, kann niemals vollständig erreicht werden. Die höchste Priorität der Regierungen muss die Wiederbelebung der nationalen Weltwirtschaft sein. Es wird Kämpfe um Ressourcen geben, egal wie sie verteilt werden. Worte wie „optimal“, „fair“ und „Solidarität“ haben in diesem Kontext nur eingeschränkte Bedeutung. Zukünftige Generationen werden einige der Kosten tragen müssen, die das Ergebnis der wirtschaftlichen Unruhe sind, die die Pandemie verursacht hat. Wir wissen jetzt noch nicht, wie sich die finanziellen Folgen insgesamt auswirken werden.

Die Arbeitslosigkeit hat in mehreren Ländern hohe Anteile erreicht. Sie muss schnell heruntergefahren werden. Das allgemeine Bild verbirgt viele persönliche Tragödien, wobei eine große Anzahl von Leben durch das plötzliche Ende der früheren Realität schwer gestört wird. Es muss versucht werden, die durch die Pandemie verursachte strukturelle Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Einige Geschäfte werden noch bankrott gehen, während andere, die vor dem Ausbruch randständig waren, wahrscheinlich gar nicht wieder öffnen. (Bedenken Sie zum Bespiel den „Tod des Kaufhauses“, wie er von der New York Times ausführlich beschrieben wurde.) Fluktuationsbedingte Arbeitslosigkeit wird ebenfalls eine Herausforderung darstellen. Wenn Fluggesellschaften ein paar Monate warten müssen, bis sie wieder fliegen können, müssen die Beschäftigten viel länger warten, bevor sie wieder zurück zur Arbeit gerufen werden.

Es gibt weitere Gründe dafür, dass die Rückkehr zur Realität vor dem Coronavirus sich als unmöglich erweisen wird. Eine Reihe Unternehmen haben bereits angekündigt, dass sie keine Dividenden ausschütten werden, um ihre Bilanzen zu stärken. In Großbritannien geschah das nicht freiwillig; Banken wurde von der Bank of England gesagt, sie sollten das tun. Das wird Auswirkungen auf Pensionsfonds, Aktienmärkte und Einzelinvestoren haben.

Der Internationale Währungsfond (IWF) sagte, die Welt stehe vor ihrem schlimmsten Abschwung seit der großen Depression und sagt für dieses Jahr ein Schrumpfen der Weltwirtschaft um 3% voraus. Vor dem Ausbruch des Virus lag die Voraussage bei 3,3% Wachstum. Aus Vergleichsgründen soll gesagt sein, dass die Weltwirtschaft während der Krise von 2008 um weniger als 1% schrumpfte.

Konkrete Prognosen sind sinnvoll. Selbst wenn sie weitgehend falsch liegen, veranlassen sie Diskussionen zu Themen im Zusammenhang mit der Pandemie. Einer, der mehrere spezifische Vorhersagen machte, ist David Folkerts-Landau, Chefökonom der Deutsche Bank.

Folkerts-Landau ist der Meinung, dass wir die physische Distanzierung noch einige Zeit beibehalten müssen, um zukünftige Ausbrüche der Krankheit zu kontrollieren. In der Praxis wird das bedeuten, dass es eine lange Zeit keine Massenkonzerte oder Sportveranstaltungen mit großen Menschenmengen geben wird. Restaurants werden ihre Tische weiter auseinanderstellen müssen. Alle Formen der öffentlichen Verkehrsmittel, einschließlich Flugzeugen, werden Sitzplätze frei lassen müssen, was zu höheren Preisen führen wird. Folkerts-Landau glaubt zudem, dass die Menschen sich davon entfernen werden ihre Wirtschaften zu teilen. Das könnte bedeuten, dass es ihnen stärker widerstreben wird als bisher ihre Häuser z.B. über Aibnb zu vermieten.

In der Realität nach dem Virus wird es Menschen geben, die in der Lage sein werden ihre Geschäfte mit rechtzeitiger Finanzhilfe der Regierung wieder aufzunehmen, die aber während der Störung übersehen wurden. Aus diesem Grund ist es unerlässlich eine funktionierende, nicht bürokratische Organisation zum Umgang mit Härtefällen zu haben. Während dieser Krise wurde z.B. deutlich, dass es in Frankreich Engpässe bei medizinischen Sauerstoffflaschen und anderen damit zusammenhängenden Produkten für Menschen gab, die an anderen Krankheiten als dem Coronavirus litten. Die einzige Fabrik dafür in der EU, Luxfer, liegt in Frankreich, wurde aber vor ein paar Monaten geschlossen. Parlamentarier fordern die Regierung jetzt auf sie zu verstaatlichen und wieder zu öffnen.

Welche Maßnahmen auch immer von Regierungen getroffen werden, es wird sowohl anfangs als auch langfristig Unzufriedenheit geben. Das könnte Proteste nach sich ziehen, die ihrerseits unvorhergesehene Auswirkungen haben. Regierungen sollten sich daher besonders bemühen diejenigen zu identifizieren, denen mit relativ wenig Unterstützung geholfen werden kann und die übersehen wurden.

Manche glauben, es sei die Zeit für radikale Umstrukturierung von Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen. Viele von ihnen vertraten diese Ideen schon vor der Pandemie und sehen das Unheil als Gelegenheit einige ihrer Ziele zu verwirklichen. Umweltschützer mögen glauben, jetzt sei die Zeit die Umwelt verschmutzende Unternehmen für immer zu schließen, erst recht, weil der Energiebedarf gesunken ist. Sollten solche Maßnahmen umgesetzt werden, wird es entscheidend sein sicherzustellen, dass sie sich nicht negativ auf die Beschäftigungszahlen auswirken.

Viele andere Ideologen haben das Gefühl, im Aufstehen der Welt aus der Krise bestehe eine Chance für sie, darunter Anhänger einer neomarxistischen Erweckung. Es wäre töricht, auf sie zu hören. Die aktuellen Regierungen wurden nicht gewählt um radikale Veränderungen zu inszenieren. Den Unsicherheiten der Neubelebung etwas hinzuzufügen wird nur weitere Probleme schaffen.

Einige Bereiche, in denen Veränderung unausweichlich ist, sind bereits klar. Einer davon ist die Geopolitik. Der Westen wird zum Beispiel einen gründlichen Blick auf seine Beziehungen zu China werfen müssen. Das wird weit über die Überprüfung des Kaufs von Material hinaus gehen.

Entglobalisierung könnte zum Modewort werden. Solange die Agenda für eine solche Idee nicht klar detailliert beschrieben ist, bedeutet sie nicht viel. Überstaatliche Gremien haben Prügel einstecken müssen; die meisten von ihnen haben wenig mehr getan als nur zu reden, während die nationalen Regierungen handelten. Die EU knarzt noch mehr als früher, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass sie kollabiert. Ein Indikator, der diese Veränderungen offenbart, ist der Sprachgebrauch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Im Verlauf der letzten drei Jahre hat er regelmäßig das Konzept der europäischen Souveränität diskutiert. Heute sichert er sich ab, indem er Frankreich als in mehreren wichtigen Bereichen autark bezeichnet. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel ankündigte, dass sie bei den nächsten Bundestagswahlen nicht mehr antreten werde, machte sich Macron daran sich als die dominierende Persönlichkeit der EU aufzustellen. (Das könnte ohnehin ein Hirngespinst gewesen sein, weil Frankreich wirtschaftlich weit schwächer ist als Deutschland.)

Derweil werden konkrete Vorschläge vorgelegt, um die finanziellen Solidaritätsprobleme der EU zu lösen, so die Vorschläge von George Soros und anderen, dass die EU permanent Anleihen ausgeben soll. Auch wenn diese Pläne möglicherweise keinen Wert haben, sind sie die Werkzeuge, um das Problem besser zu diskutieren.

In einer Menge Felder werden viele Studien durchgeführt werden. Eine der fundamentalsten Fragen, die sich aus der Krise ergeben werden, lautet, warum Deutschland weit weniger Tote hat als Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien. Andere Studien werden sich mit den Maßnahmen beschäftigten, die von verschiedenen Ländern getroffen wurden, um mit der Krise auf ihrem Höhepunkt umzugehen und welche Ausstiegsstrategien sich als die besten herausstellen. Früher oder später werden die Menschen fragen, welchen Wert verschiedene Länder dem Erhalt menschlichen Lebens gaben. Die belgische Wochenzeitung Knack hat bereits Zahlen zum Wert des Lebens veröffentlicht, die in der Krise dank der Regierungsmaßnahmen verschont wurden.

Es gibt viele weitere Fragen. Wie sehen die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit der vom Lockdown Betroffenen aus? Wie vergleichbar ist das mit anderen Stress-Perioden? Das kann zu einer tiefer gehenden Frage führen: Ist die derzeitige Generation im Westen mental schwächer als die der Vergangenheit, weil sie nie mit enormen Herausforderungen zu kämpfen hatte, wie es bei den Kriegsgenerationen der Fall war? Eine weitere Frage: Wie viel Angst haben die Menschen vor einer zweiten Welle des Coronavirus?

Ein Thema, das auf der Makroebene nicht übersehen werden darf, ist die Gesamtverletzlichkeit moderner Gesellschaften. Auch wenn das heute weitgehend vergessen ist, gab es vor nicht allzu langer Zeit eine Situation ähnlich weit verbreiteter Angst wegen einer sehr anderen möglichen Katastrophe: die Y2K-Krise, von der viele erwartet hatten, dass sie sie die Computer der Welt im Jahr 2000 heimsuchen würde. Wäre diese Krise wie erwartet eingetreten, hätte sie die Wirtschaft der Länder, die heute die Hauptopfer des Coronavirus sind, erheblich gestört.

Israel leidet weiter unter dem Hass-Virus, obwohl es arabische Leben rettet

Melanie Phillips, 8. Mai 2020

Während Länder rund um die Welt damit kämpfen die Covid-19-Krise in den Griff zu bekommen, sind Israels Leistungen bislang bemerkenswert gewesen.

Die Sterblichkeitsrate durch den Virus ist im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erheblich niedriger als die in anderen Ländern wie Großbritannien, Schweden oder den Vereinigten Staaten. Der wichtigste Grund dafür besteht darin, dass der Virus mit der Art von mutigem, strategischem Herangehen angegangen wird, mit dem das Land sich gegen seine physischen Feinde wehrt.

Diese Woche begann Israel, weil die Fälle der Neuinfektion auf ein paar Dutzend sanken, eine ganze Reihe von Einschränkungen der öffentlichen Aktivitäten aufzuheben. Viele haben jedoch Angst, dass der Ausstieg des Landes aus dem Lockdown zu schnell und zusammenhanglos erfolgt und vielleicht die Infektionsrate wieder außer Kontrolle geraten lässt.

Abgesehen davon hat Israels Verteidigung gegen diesen unsichtbaren Feind auch etwas Positives hervorgehoben, das vorher nicht voll gewürdigt wurde.

Tausende israelisch-arabischer Gesundheits-Mitarbeiter haben ihr eigenes Leben riskiert, indem sie an der Seite ihrer jüdischen Kollegen Virus-Patienten behandelten.

Es hätte kaum eine anschaulichere Demonstration der Gleichheit und Unverzichtbarkeit geben können und das wird von Israels Juden wie Arabern registriert worden sein. Es hat die Bedeutung der israelischen Araber im Gesundheitssystem des Landes plastisch verdeutlicht, die darin 17 Prozent der Ärzte, 24 Prozent der Pflegekräfte und 48 Prozent der Pharmazeuten stellen.

Das könnte tiefgreifende politische Folgen in einer Gesellschaft haben, in der der Status der israelischen Araber, die 20 Prozent der Bevölkerung stellen, eine empfindliche Quelle gegenseitigen Misstrauens, Übertreibung und Ablehnung ist.

Israels herausragende bisherige Erfahrung mit dem Coronavirus könnte auch globale Auswirkungen haben. Anfang dieser Woche versprach Premierminister Benjamin Netanyahu auf einer internationalen Konferenz für Gelder zur weltweiten Bekämpfung des Virus eine Spende von $60 Millionen.

Er erklärte, wobei er mit Israels Fachwissen in Wissenschaft, Forschung und Innovation prahlte: „Wir hoffen mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten, um unsere einzigartigen Fähigkeiten zu nutzen und Lösungen zu finden, die allen nützen.“

Mit diesem Angebot versuchte Netanyahu auch Israels Bilanz bei der Bekämpfung des Virus wirksam einzusetzen, um die weltweite Feindseligkeit gegenüber seinem Land zu reduzieren.

Es kann wenig Zweifel geben, dass selbst relativ unfreundliche Länder begierig auf Israels Erfolge schielen. Diese Woche kündigte das Verteidigungsministerium an, dass das Israel Institute for Biological Research eine bahnbrechende wissenschaftliche Entwicklung bei der Identifizierung eines Abwehrstoffes gemacht hat, der den Covid-19 neutralisiert.

Ob sich das als globaler Lebensretter erweisen wird oder nicht: Es kann wenig Zweifel geben, dass Israel in der wissenschaftlichen Anstrengungen zur Entwicklung eines Impfstoffes, von Gegenmitteln und Tests zur Bekämpfung des Virus mit an der Spitze steht.

Die Hoffnung, dass solche Leistungen die antiisraelische Feindseligkeit in Freundschaft verwandeln wird, dürfte allerdings etwas zu optimistisch sein. Und ja, es gab einen „fliegendes Schwein“-Moment, als die Vereinten Nationen Israel tatsächlich, zusammen mit den palästinensischen Arabern, wegen der „nie da gewesenen Kooperation zu Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie“ lobten.

Israels Bemühungen dazu sind in der Tat unermüdlich gewesen.

Geschätzte 40.000 Arbeiter aus den umstrittenen Gebieten sind Genehmigungen gewährt worden bis zum Ende des Ramadan in Israel zu bleiben. Der Koordinator für Regierungsaktivitäten in den Gebieten (COGAT) hat ihnen sicheren Transit von ihren Wohnorten zu ihren Arbeitsplätzen über die Grüne Linie zugesagt. Israelische Arbeitgeber sind dafür verantwortlich diesen Arbeiter Unterkunft zu geben sowie sie mit Schutzmasken und Handschuhen auszurüsten. Die israelischen Behörden stellen ihnen sogar die Krankenversicherung.

Solche Kooperation findet sogar im von der Hamas geführten Gazastreifen statt – der Quelle nicht endender mörderscher Angriffe auf Israel. COGAT ermöglicht dort nicht nur die Lieferung internationaler Hilfen wie Testausrüstung, Schutzkleidung, Desinfektionsmitteln, medizinischer Bestände und anderer humanitärer Versorgungsgüter. Zusätzlich sind dutzende Ärzte, Pfleger und anderes medizinisches Personal von israelischen Teams darin ausgebildet worden mit Covid-19 infizierte Patienten zu behandeln.

Eine Trainingseinheit für rund 20 medizinische Mitarbeiter aus dem Gazastreifen wurde von einem Team des medizinischen Zentrums Scheba in Ramat Gan über mehrere Stunden am Übergang Erez durchgeführt. Zusätzlich wurde einer Gruppe erlaubt den Gazastreifen zur Ausbildung am medizinischen Zentrum Barzilai in Aschkelon zu verlassen und medizinisches Personal beider Seiten haben Konferenz gemeinsame Telefonkonferenzen abgehalten.

Richard Kemp, Großbritanniens ehemaliger Oberkommandierender in Afghanistan und heute unermüdlicher Fürsprecher Israels, hat ebenfalls das nie da gewesene Ausmaß einer solchen Kooperation mit israelischen Arabern festgestellt.

In ihren Dörfern, schreibt er, werden bei jungen Einheimischen Uniformen der israelischen Verteidigungskräfte oft als provokativ betrachtet. An solchen Orten, soweit sie von Israels Gesundheitsministerium als Virus-Brutstätten identifiziert werden, haben jedoch der Einsatz muslimischer IDF-Soldaten und sorgfältige Kommunikation mit Dorfführern bisher geholfen unerwünschte Vorfälle zu verhindern.

In einigen Fällen haben muslimische Zivilisten, die offizielle Rollen ausfüllen, sogar fluoreszierende Westen mit Markierungen des IDF Heimatfront-Kommandos getragen, was nach Kemps Beobachtung „etwas ist, das man normalerweise nicht hört und auf das Verständnis der Notwendigkeit des Zusammenrückens hinweist“.

Die IDF hat zudem mehr als 100.000 Lebensmittelpakete an israelische Araber in Orten verteilt, in denen es beträchtliche Virus-Ausbrüche gegeben hat. Und in ganz Israel sind aus Hotels Isolierstationen gemacht worden, die auf für sich allein stehende Gemeinschaften wie Muslime oder orthodoxe Juden zugeschnitten sind. In Jerusalem wurde zum Beispiel ein Hotel in ein Halal-Quarantänezentrum für muslimische Einwohner verwandelt, die aus dem Ausland zurückkommen.

Trotz all dem gibt es kaum Zeichen einer Aufweichung bei denen, die üblicherweise auf Israel eintreten. Elf europäische Botschafter in Israel, einschließlich derer des Vereinten Königsreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Europäischen Union, haben Israel mit ernsten Konsequenzen gedroht, wenn es mit der Annexion von Teilen der Westbank weiter macht.

Einmal mehr haben sie die tendenziöse Behauptung nachgeplappert, ein solcher Zug stelle eine Verletzung des Völkerrechts dar. In Großbritannien haben fast 130 Parlamentarier an Premierminister Boris Johnson geschrieben und ihn gedrängt Wirtschaftssanktionen zu verhängen, wenn Israel diese Gebiete annektiert. Es hat sich da also nichts geändert.

Israel hat zudem die Europäische Union wutentbrannt gerügt, weil sie den Palästinensern sagte, Verbindungen zu Terrororganisationen würden nicht automatisch die Teilnahme an einem von der EU finanzierten Programm ausschließen.

Und natürlich wird weiter von den üblichen Verdächtigen der antiisraelischen Medien geschossen. Die Washington Post forderte vor kurzem, dass Israel „die Belagerung des Gazastreifens aufhebt“, um sicherzustellen, dass „palästinensische Ärzte und Krankenpfleger die Ressourcen haben, die sie brauchen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Patienten sicherstellen zu können“.

Wie üblich plappert sie gedankenlos die Propaganda nach, ohne sich darum zu kümmern einen Blick auf die Fakten zu werfen. Es hat sich also hier nichts geändert.

Was die palästinensischen Araber selbst angeht, so diffamieren ihre Führer Israel weiterhin mit Bosheit und Ritualmordlügen, obwohl es ihnen hilft das Leben von Palästinensern zu retten.

Mohammed Schtayyeh, Premierminister der palästinensischen Autonomiebehörde, hat behauptet, dass einige israelische Soldaten „versuchen den Virus über die Türgriffe von Autos zu verbreiten“, während offizielle PA-Publikationen behaupten Israel versuche palästinensische Häftlinge zu kontaminieren.

Derweil verhafteten Hamas-Sicherheitskräfte letzten Monat mehrere Friedensaktivisten wegen Hochverrats, nachdem sie an einem zweistündigen Zoom-Onlinetreffen mit israelischen Aktivisten teilnahmen, um Themen von gemeinsamem Interesse zu diskutieren, darunter den Virus. Das Hamas-Innenministerium beschuldigte sie „einen Normalisierungsaktivität mit der israelischen Besetzung veranstaltet“ zu haben.

Als Zeichen, dass aus etwas Schlechtem etwas Gutes entstehen kann, schein es so, als verursache diese Pandemie Schritte gewöhnlicher Israelis und palästinensischer Araber hin zu Koexistenz mit israelischen Juden.

Wie auch immer, angesichts der tiefen Irrationalität des Israelhasses sowohl im Westen als auch in der arabischen und muslimischen Welt wird es mehr brauchen als unzählige von Israel vor dieser Seuche gerettete Araber und andere, damit sich die Haltung ändert.

Der Antiisraelismus ist mutiert, um sich dem Coronavirus anzupassen

Die neueste Mutation des Antisemitismus findet ihren Platz unter wiederhergestellten älteren Formen, die allesamt auf schädliche Weise in jeder Menge Willkommensmilieus erscheinen.

Phyllis Chesler, Israel National News, 24. April 2020

Die Ritualmordlügen gegen Israel und die Juden scheinen niemals aufzuhören. Human Rights Watch, Gischa, IfNotNow, JVP, B’Tselem, Physicians for Human Rights (PHR-I), Amnesty usw. haben alle viel Geld, um Vollzeit daran zu arbeiten genau solche bösartige Propaganda zu schaffen und zu spinnen.

Nach Angaben von NGO Monitor behaupten diese NGOs, dass Israel dafür verantwortlich gemacht werden muss – nicht die Hamas, niemals die Hamas – dass die Palästinenser im Gazastreifen „eingeschlossen“ oder „eingesperrt“ sind, ihnen medizinische Versorgung vorenthalten wird und „Gazas Gesundheitssystem geschwächt“ ist. Die Entscheidung der Hamas ihr Geld für den Bau von Tunneln zu verwenden, um Raketen zu kaufen, Selbstmord-Mörder zu bezahlen und ihre Weigerung Gelder für den Bau von Infrastruktur für die eigenen Leute zu verwenden, auch für Krankenhäuser, wird nie erwähnt, genauso wenig wie die Tatsache, dass dieser Virus „im Gazastreifen über Studenten ankam, die aus Pakistan zurückkehrten“. Nach Aussage von NGO Monitor

„sind NGO-Kampagnen zu COVID-19 schlicht eine Umetikettierung der letzten 20 Jahre von antiisraelischem NGO-Hass, neu verpackt, um die aktuelle globale Pandemie auszunutzen.“

Genauso bösartig und vielleicht auch genauso entmutigend sind jedoch die Weisen, auf die mutmaßlich hoch qualifizierte wissenschaftliche und medizinische Zeitschriften wie Lancet  auf ihren Seiten ebenfalls höchst politisierte Unwahrheiten veröffentlicht haben. Zum Beispiel, dass die vermeintliche „Besatzung palästinensischen Landes“ zu einer Zunahme der Misshandlung von Frauen in der Westbank und dem Gazastreifen geführt habe.

Die Wahrheit über das Leben muslimischer Frauen wird in einem neuen Film des altgedienten Filmemachers Pierre Rehov besser geschildert. Kinderehe, Zwangsverschleierung, Ehrenmord und die Ehefrau zu schlagen sind in Judäa und Samaria (alias „Westbank“ und im Hebräischen Yehuda we Schomron) wie auch im Gazastreifen pandemisch und haben absolut nichts mit der Selbstverteidigungspolitk Israels zu tun. Stand 2019/20 haben palästinensische Imame und Terrorführer allesamt das Schariarecht für Frauen befürwortet. Das bedeutet, dass Frauen für Ungehorsam gezüchtigt werden und im Namen Allahs: Kinderehe, Polygamie und Verschleierung.

Angesichts dieses größeren Bildes gibt es Zeiten, in denen ich in eine andere Welt entkommen möchte, eine bessere. Aber das kann ich nicht. Wenn ich ein literarisches Magazin nehme oder die (linken) Massenmedien lese, dann trifft mich ein stetes säurehaltiges Getropfe aus Judenhass und Antizionismus. Heutzutage kann kein eifriger Leser sich davor verstecken.

Im April 2020 zum Beispiel polierte Luc Sante in einer Buchrezension für die New York Review of Books – und zu einem komplett anderen Thema („Hipness“, die Schöpfung eines VIPs, die 80-er des Andy Warhol) seine eigenen Referenzen, indem er dies schrieb: „Natürlich war er (Glenn O’Brien, dessen Buch Sante rezensierte) ein Liberaler; er verachtete Trump, die NRA, israelische Apartheid, die Sanktionen gegen Kuba – er verachtete auch Burkas, zu denen er die Sichtweise der französischen Regierung einnahm.“

Die absolut falsche Anschuldigung israelischer Apartheid befindet sich genau da, zusammen mit den vorherrschenden linken und liberalen Ansichten zu Trump und der NRA – denen, die wir zu allen Zeiten und an allen Orten hassen sollen.

Am 30. März 2020 veröffentlichte die New York Times einen Nachruf auf Sol Kerzner, einen sehr erfolgreichen jüdischen Geschäftsmann und führenden Gegner der wirklichen Apartheid in Südafrika – ein Mann, der mit und für Nelson Mandela gearbeitet hatte. Trotzdem wird Kerzner unnötigerweise als „scharfer Ellbogen“ und die „südafrikanische Version von Donald J. Trump“ beschrieben. Vermeintlich fragwürdige Geschäftsabschlüsse werden aufgetischt. Kerzner wird zu dem als jemand beschrieben, der „enorm vom Unterlaufen der sozialen und sexuellen Einschränkungen der Apartheid“ profitierte. Reden wir davon, dass keine gute Tat ungesühnt bleibt! Kerzners Verbrechen besteht darin, dass er die Apartheidregeln für seine Spielkasinos und Hotels lockerte und davon auch noch profitierte. (Schatten von Juden und dreckigem Licht!) Der Nachruf gesteht ein: „Dort konnte Schwarze und Weiße tun, was im Rest Südafrikas verboten war: sich mischen und frei ausgelassen sein.“

Ich habe in der NYT viele Nachrufe für Immobilienverkäufer und –entwickler gelesen, die sich anders anhörten.

Zum Beispiel brachte die NYT nur zwei Wochen später einen Nachruf für einen Immobilienmakler, „Spieler und Philantropen“ namens Robby Browne, über den nur Positives geschrieben wurde. Wie Kerzner mischte sich Browne unter VIPs und Hollywood-Promis, aber war nicht „arrogant wegen seines Erfolgs“. Anders als Kerzner, der sich selbst hochgearbeitet hatte, besuchte Brownes Vater die Phillips Academy und die Yale University; seine Mutter „ging vom Walzer tanzen mit Society-Schwänen über ihnen Villen zu verkaufen“. Browne war so etwas wie ein Blaublüter und auch er besuchte die Phillips Academy sowie Princeton und Harvard. „Er lebte gemäß Gore Vidals Prinzip, dass niemand jemals eine Gelegenheit ausschlagen sollte ins Fernsehen zu gehen oder Sex zu haben.“

Ich bezweifle, dass der blaublütige Browne Jude war.

Mögen beide Immobilienexperten in Frieden ruhen und möge unser kognitiver Virus, unsere Wahrheitserzähler immer größere Erfolge erzielen.

Der Lockdown und meine Zeit im Versteck während des Holocaust

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

In der Regel erinnere ich mit in den Tagen vor dem Yom HaSchoah an die eineinhalb Jahre, die ich während des Holocaust in einem Versteck verbrachte. In dieser Zeit war ich mit meinen Eltern in einer kleinen Wohnung in Amsterdam eingesperrt. Bis heute verstehe ich nicht, woher sie die mentale und emotionale Kraft hatten diese Situation auszuhalten. Als 6 bis 7 Jahre altes Kind begriff ich die volle Bedeutung bzw. die damit zusammenhängenden Risiken nicht. Ich weiß heute, dass zwischen 30 und 40 Prozent der in Holland versteckt lebenden Juden an die Deutschen verraten wurden, hauptsächlich durch Niederländer.

Meine Eltern hatten unter dem Namen einer unverheirateten Mutter eine kleine Wohnung im Zentrum von Amsterdam gemietet. Heute weiß ich, dass diese Wohnung etwa einen Kilometer vom Versteck von Anne Frank und ihrer Familie lag. Diese Wohnung war die Stelle, wohin wir gehen wollten, wenn klar würde, dass niederländische Juden in das Transitlager Westerbork gebracht werden. Wir wussten nicht, dass von dort jede Woche Züge in den Osten abfuhren. Die Menschen, die nach Sobibor geschickt wurden, wurden bei ihrer Ankunft sofort ermordet. Ein Teil derer in den Zügen, die nach Auschwitz-Birkenau geschickt wurden, wurde sofort vergast. Andere niederländische Juden hatten eine kleine Überlebenschance, wenn sie in Arbeitseinsätze geschickt wurden. Doch die meisten von ihnen starben infolge der furchtbaren Umstände in den Lagern.

Die Wohnung, in der wir uns versteckten, hatte drei Räume. Die Frau, unter deren Namen die Wohnung gemietet wurde, hatte das vordere Zimmer. Ihr Sohn war ein Seemann, der selten zu Besuch kam. Das mittlere Zimmer war sehr klein und hatte keine Fenster. Dort schlief ich. Wir lebten tagsüber im Hinterzimmer, wo meine Eltern nachts schliefen. Unter uns war ein Laden, der Schreibmaschinen verkaufte. Die dort arbeitenden Menschen wussten, dass eine alleinstehende Frau über ihnen wohnte, die tagsüber arbeiten ging. Wir waren daher kaum in der Lage uns zu bewegen oder während der Geschäftszeiten einen Mucks von uns zu geben.

Die mutige Widerstandsbewegung versorgte uns mit Lebensmittelmarken. Ohne diese wäre die Dame nicht in der Lage gewesen uns Lebensmittel zu kaufen. Ein Cousin meines Vaters, selbst versteckt lebend, besorgte uns das Geld, um die Miete zu zahlen und Grundnotwendiges zu kaufen. Unter normalen lokalen Umständen hätten wir keinen Strom gehabt. Aber jemand aus dem Widerstand verband uns mit dem Strom des Schuhgeschäfts ein paar Häuser weiter, das einem niederländischen Nazi-Kollaborateur gehörte. Radios waren damals ziemlich groß und brauchten Strom. Es war illegal ein Radio zu besitzen, andererseits waren wir selbst illegal.

Viele versteckt lebende Juden waren durch diese Zeit ihr ganzes Leben lang traumatisiert. Die Zeit der Isolation hatte auf sie einen anhaltenden Einfluss. Meinen Vater beeinflusste die Isolation jedoch auf gegenteilige Weise. Im Versteck schwor er, wenn er den Krieg überlebte, würde er den Rest seines Lebens der Hilfe für jüdische Überlebende widmen.

Und das tat er. Nach dem Krieg gründete er in der Amsterdamer aschkenasischen Gemeinde einen Fachbereich für Soziales und Seelsorge. Diese Organisation half Überlebenden auf viele Weisen. Obwohl ein jüdischer Dachverband geschaffen worden war, um Menschen bei finanziellen Problemen zu helfen, half auch die Abteilung meines Vaters in gewissem Maß vielen armen Menschen.

Neben Armut gab es auch enorme soziale Probleme. Viele Juden hatten alle oder die meisten ihrer Verwandten verloren. Mein Vater organisierte ausdrücklich für Überlebende konzipierte Gemeindeaktivitäten, wo sie zusammenkamen, manchmal um Vorträge zu hören oder sich künstlerisch oder mit Stickerei zu beschäftigen. Er begann auch gemeinsame Fahrten zu organisieren, anfangs zu anderen jüdischen Gemeinden in den Niederlanden später zu jüdischen Gemeinden im sonstigen Westeuropa. Schließlich gab es jährliche Reisen nach Israel. Diese Aktivitäten wurden von Juden finanziell unterstützt, die ihre Geschäfte nach dem Krieg wieder aufgebaut hatten und das als wertvolle karitative Sache betrachteten.

Die Verfassung der überlebenden Juden – drei Viertel der 140.000 niederländischen Juden vor dem Krieg waren von den Deutschen ermordet worden – unterschied sich radikal von der der Gesamtgesellschaft. Mit den Problemen eines Teils von ihnen zu tun zu haben machte meinen Vater zu einem Pionier der niederländischen Sozialarbeit; dabei handelte es sich um einen Beruf, der erst am Anfang wissenschaftlicher Erforschung stand. Ein niederländischer Professor für Zeitgeschichte, Isaac Lipschits, schrieb die Biografie meines Vaters. Sie wurde zu einem kommerziellen Buch.

Während dieser Zeit des Lockdowns in Israel habe ich begonnen mehr als üblich und detaillierter über meine Zeit während der Schoah nachzudenken. Meine persönliche Geschichte gibt mir eine radikal andere Perspektive auf die zeitgenössische Situation als vielen Israelis. Obwohl die aktuelle Isolation eine Vielzahl Nachteile mit sich bringt, sind diese verglichen mit den Tagen, als ich untergetaucht war, unbedeutend.

Der Coronavirus ist unangenehm, aber verglichen mit der Wahrscheinlichkeit vergast zu werden ist das minimal. Ich bin nicht allein im Lockdown, sondern mit vielen Israelis zusammen. Ich stecke zudem mit vielen Menschen der westlichen Welt zusammen da drin. Meine Kinder bringen Essen. Es ist qualitativ weitaus besser als das, was ich in den letzten Jahren der Schoah aß. Habe ich gegen Ende des Krieges auch Tulpenzwiebeln und Zuckerrüben gegessen? Ich erinnere mich nicht. Ich erinnere mich, dass ich Dank der Schweden ein paar Tage nach Kriegsende zum ersten Mal überhaupt ein Stück Weißbrot aß.

Heute gibt es angenehme Überraschungen. Freunde rufen an und erkundigen sich, wie es mir geht. Ich rufe andere Freunde an, um herauszufinden wie es ihnen geht. Ich habe einige Anrufe von Menschen erhalten, von denen ich meist nichts höre. Freunde aus dem Ausland schreiben mir ebenfalls. In vielen dieser Unterhaltungen lerne ich interessante Dinge, öfter nichts, das ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Lockdown steht.

Einen der Höhepunkte meines Lockdown-Lebens gab es Freitagabend vor ein paar Wochen. Nachbarn und ihrer Kinder sangen an ihren Fenstern Kabbalat Schabbat. Andere schlossen sich von ihren Balkonen aus an. Eine Woche später gab es eine große Weiterentwicklung. Schabbat- und Abendgebete sind zu einer kollektiven Erfahrung geworden. Mehr als die für ein Minyan benötigten 10 Personen versammeln sich auf der Straße und halten Abstand von einander, während einige, ich eingeschlossen, von den Balkonen aus mitmachen.

Wir sind jetzt in der vierten Woche der Schabbat-Gottesdienste. Sie sind formalisiert worden. Menschen kommen auf der Länge von 100 Metern auf die Straße und stellen sich im vorgeschriebenen Abstand voneinander auf. Der Chazzan (Kantor) führt den Gottesdienst an, weil er eine sehr laute Stimme hat. Während Pessah und dem letzten Schabbat fügen wir eine Lesung der Thora sowie den priesterlichen Segen hinzu. Während der Wochentage von Pessah gab es oft Nachmittag- und Abendgebete, eine Frau von gegenüber stellte Gläser und eine Flasche – so denke ich – Wein nach draußen, damit Kiddusch gemacht werden kann. Ich kann nicht zur Synagoge gehen, doch ich habe das Glück, dass die Synagoge zu mir gekommen ist.

Wenn ich darüber nachdenke, erkenne ich vollkommen, wie wichtig es war, dass meine verstorbene Frau und ich vor mehr als 50 Jahren beschlossen Europa zu verlassen und nach Jerusalem zu ziehen.