Von welchem „historischen Palästina“ redet Abbas?

Trump täte gut daran die Geschichte des britischen Mandats zu lernen und welcher Prozentanteil seines Territoriums der jüdische Staat werden sollte.

David Singer, Israel National News, 9. Juli 2017

Präsident Trump kann nicht beginnen den jüdisch-arabischen Konflikt zu lösen, solange er nicht zuerst die Behauptungen von Mahmud Abbas bei den Vereinten Nationen von 2012 und 2013 bezüglich der territorialen Dimensionen des ehemaligen Palästina zurückweist.

Abbas erzählte den Vereinten Nationen am 27. September 2012:

„Die Zweistaatenlösung, d.h. dass der Staat Palästina an der Seite des Staates Israel besteht, repräsentiert den Geist und den Kern des historischen Kompromisses in der Prinzipienerklärung von Oslo, der vor 19 Jahren von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und der Regierung von Israel unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika auf dem Rasen des Weißen Hauses unterschrieben wurde, eine Kompromiss, durch den das palästinensische Volk die Gründung seines Staats auf nur 22% des Territoriums des historischen Palästina um der Sache des Friedensschlusses willens akzeptiert wurde.“

Abbas wiederholte diese Behauptung vor den Vereinten Nationen am 26. September 2013:

„Allerdings sind wir uns als Repräsentanten des palästinensischen Volks lange unserer Verantwortung gegenüber unserem Volk gewahr gewesen und hatten den nötigen Mut eine Zweistaatenlösung zu akzeptieren: Palästina und Israel in den Grenzen des 4. Juni 1967, die Gründung eines palästinensischen Staats auf 22% des Landes des historischen Palästina.“

Am 11. Januar 2014 erklärte Abbas:

„Israels Problem besteht darin, dass die Palästinenser mehr als die Israelis von der Geschichte und Geographie kennen. Wir reden über das, was wir wissen.“

Abbas redete durch seine Keffiyeh.

Abbas‘ zweimal wiederholte Behauptung widersprach Artikel 2 der PLO-Charta von 1968 – der Charta der Organisation, die Abbas leitet:

„Palästina mit den Grenzen, die es während des britischen Mandats hatte, ist eine unteilbare territoriale Einheit.“

Die Grenzen des britischen Mandats – geschaffen 1922 unter dem Völkerbund-Mandat für Palästina – umfasste das Territorium, das heute Israel, Jordanien, Judäa und Samaria (Westbank) und Gazastreifen heißt.

Artikel 25 des Mandats beschränkte die Wiedererrichtung der jüdischen nationalen Heimstatt au ein Gebiet, das bis zum Fluss Jordan reicht – 22% des Territoriums, das das Mandat bildete.

Das von Großbritannien bis 1948 verwaltete Mandat erlebte die Gründung von

– einem arabischen Staat auf 78% im Jahr 1946 – Jordanien

– eines jüdischen Staats auf 17% im Jahr 1948 – Israel

– nicht zugeteilt bleibende Souveränität in den verbliebenen 5% – Judäa und Samaria (Westbank) sowie der Gazastreifen

Abbas‘ Behauptung vor der UNO in den Jahren 2012 und 2013:

– ist täuschend und irreführend

– läuft auf intellektuellen Betrug hinaus und

– bestreitet das Völkerrecht, wie es vom Mandat festgelegt wurde

Trumps Anerkennung, dass Jordanien – nicht Israel – 78% des historischen Palästina umfasst, würde das territoriale Feld enorm vergrößern, innerhalb dessen Trump hoffen könnte den lange bestehenden Konflikt zu lösen, der inzwischen davon abhängig ist, wer Souveränität über ein Stück Land ausüben sollte, das nicht größer ist als Delaware.

Jordanien in die Verhandlungen einzubeziehen würde alternative Lösung zur Beendigung des Konflikts schaffen, die nicht die Gründung eines weiteren arabischen Staats zwischen Israel und Jordanien beinhalten – ein Vorschlag, der von den Vereinten Nationen erstmals 1947 lanciert und von den Arabern seitdem viele Male abgelehnt wurde.

Das ist eine Aussicht, die Trump stimulieren sollte, wenn er nach einem Weg such einen Konflikt zu beenden, dessen Lösung die Präsidenten Clinton, Bush und Obama im Verlauf der letzten 23 Jahre versagt blieb. Diese Präsidenten hatten die besten Absichten, stolperten aber böse dabei, indem es ihnen nicht gelang die Ziellinie zu erreichen, weil sie davor zurückscheuten darauf zu bestehen Jordanien an den Verhandlungen mit Israel zu beteiligen.

Jodanien – das seit 1922 Teil des Konflikts in Palästina ist – muss 2017 Teil jeglicher Lösung sein.

Trump – der vollendete Dealmacher – muss Jordanien in jegliche Verhandlungen einbeziehen, um nicht in den Fußstapfen seiner gescheiterten Vorgänger zu treten.

Im All des Versuchs den Konflikt zu beenden kann Größe tatsächlich einen Unterschied ausmachen.

Verklagt die Bartasde!

Beth Goodtree, JewishIndy, 31. Mai 2004 (Arutz-7-Version)

Wie in Industrie und Handel kann ein Name alles sein. Wenn jemand in der Industrie versucht einen etablierten Namen zu benutzen, kann er auf jede Menge Arten verklagt werden. Nun, vor 40 Jahren stahl jemand einen 2000 Jahre alten Namen und sie verlangten ihn für sich. Es ist an der Zeit sie zu verklagen, sie dazu zu bringen das zu unterlassen und Abstand davon zu nehmen, wir müssen Entschädigung bekommen und richtig stellen, wer wer ist und wer woher kommt, wer die anderen sind und woher sie kommen. Mit anderen Worten: Es ist an der Zeit unsere Namen zurückzuholen, unser Leben und unsere Geschichte. (Oder, wie meinem Mutter sagte, die es so vermied zu fluchen, wie sie Insekten vermied: „Verklag die Bartasde!“)

Wir haben Marken-Gesetzte, um den Diebstahl eines eingeführten Namens zu verhindern. Sie sind dazu da, einen neu einsteigenden Usurpator aufzuhalten, der versuchen könnte, mit dem guten Ruf und der Geschichte einer bestehenden Einheit Geschäfte zu machen und damit den eigentlichen Besitzer des Namens zu ruinieren. Diese Marken-Gesetze sind nicht auf die USA beschränkt; sie gelten international.

Weil der Diebstahl, von dem ich spreche, in der Geschichte einmalig ist, gibt es keine Präzedenzfälle. Allerdings gibt es viele ähnliche Fälle. Und im Gesetz können ähnliche Situationen genutzt werden, um ein Gesetz auszudehnen, das neue oder sich weiter entwickelnde Umstände nicht direkt abdeckt.

Nehmen wir als Beispiel den Markennamen „McDonald’s“. Jeder weiß, das ist eine Kette mit Fast food-Restaurants mit einem bestimmten Service-Stil und Essen. Vor Kurzem öffnete ein Mann namens McDonald, der keinerlei Bezug zu der Restaurant-Kette hat, ein Geschäft, das er „McDonald’s“ nannte. Obwohl sein Geschäft keine Konkurrenz mit der Fast food-Kette war, obwohl er seinen eigenen Namen für das Geschäft benutzten, obwohl er nichts wollte, was mit der McDonald’s-Kette zu tun hat, wurde er gezwungen seinen Laden nicht weiter „McDonald’s“ zu nennen.

Jetzt stellen Sie sich eine von außen kommende Gruppe Gauner daher, die Anerkennung, Geld und Territorium wollte und ließ sich auf etwas dünn besiedeltem Land irgendwo am Rande des Irak nieder. Dann begannen sie sich selbst „Sumerer“ und ihr Land „Sumer“ zu nennen – und behaupten, das ursprüngliche irakische Volk aus antiker Zeit zu sein. Das mag dumm erscheinen, aber es ist ganz genau das, was an einem anderen Ort in den 1960-ern gemacht wurde (obwohl die Wurzeln dieses Diebstahl in den 1940-ern liegen).

Das heute Israel genannte Land hieß 2000 Jahre lang Palästina. Obwohl das nicht sein ursprünglicher Name war, wurde er zum allgemein akzeptierten Namen dieses Landes und der dort lebenden Menschen.* Und die dort lebenden Menschen waren die Juden (auch Hebräer genannt), die sowohl eine Geschichte der Verbindung zu diesem Land hatten, die viele tausend Jahre zurück ging, als auch eine kontinuierliche Präsenz im Land. (Muslime lebten dort sicher nicht, denn der Islam ist ein Neuankömmling in der Welt der Religion und tauchte erst 4.300 Jahre nach dem Beginn des Judentums auf der Bühne auf – 600 Jahre, nachdem die in Palästina lebenden Juden als „Palästinenser“ bekannt wurden.)

Während der ganzen 2000 Jahre hat es nie ein arabisches Land namens Palästina gegeben. Auch sind Araber nie Palästinenser genannt worden – sie wurden nur „Araber“ genannt, hauptsächlich, weil sie, bis im letzten Jahrhundert das Öl zur Handelsware wurde, nomadisierende Stämme waren, die ein primitives Leben führten und ihren Herden ohne Rücksicht auf Grenzen oder höhere Konzepte zivilisierter Regierung, Grenzen usw.

Die jüdische Heimat wurde (in den letzten 2000 Jahren) immer Palästina genannt, bis Israel 1948 gegründet wurde. Durch die Benennung des neuen Landes als „Israel“ waren die Geschichte Palästinas und des jüdischen Volks allerdings nicht plötzlich verfügbar, damit der lauteste, gewalttätigste und am meisten lügende Häuptling sich ihrer bemächtigte. Und es gibt Gesetze, solchen Diebstahl zu ahnden, wenn sie auch bisher in diesem Zusammenhang von niemandem benutzt wurden.

„Palästina und „palästinensisch“ können dahin gehend als ähnlich wie eine Marke betrachtet werden, dass sie sich auf den Namen eines bestimmten Volkes wie auch auf die Produkte dieses Volks beziehen – eine Religion, ein Ethnik, eine Kultur und eine Geschichte. Das internationale Recht verlangt nicht, dass eine Marke juristisch registriert ist. Wer einen Namen als erster benutzt und kontinuierlich verwendet, ist derjenige, der die Urheberrechte an besagtem Namen.

Was uns zu den Namen „Palästina“ und „Palästinenser“ bringt. Da die Juden – um 2000 Jahre – die ersten waren, die kontinuierlich die Bezeichnung „Palästina“ und „Palästinenser“ kontinuierlich verwendeten, haben wir die Rechte an diesen Namen und allem, was sie einschließen. Und damit niemand denkt, der Begriff „Israel“ habe solchen Gebrauch ersetzt: Hat er nicht. So lange es gedruckte Bücher gibt und solche weiter gedruckt werden, die sich Juden als „Palästinenser“ bezeichnen und die jüdische Heimat als „Palästina“ bezeichnen, deckt das die Forderung nach „kontinuierlichem Gebrauch“ ab.

Also ist es lange überfällig, dass die Araber, die den Namen „Palästina“ fälschlich und unehrlich benutzen, ihn aufgeben und Abstand davon nehmen und eine Strafe zahlen, die alle Gelder und alles Land einschließt, die sie durch den kriminellen Diebstahl des Namens und der Geschichte der originalen und einzigen Palästinenser, den Juden, angesammelt haben. Und wenn sie keine Ahnung haben, wie sie sich selbst wahrhaftig nennen sollen: Einer von ihnen hat es am besten formuliert. Zahir Musein, Mitglied des Exekutiv-Komitees der PLO sagte in einem Interview mit der holländischen Zeitung „Trouw“ am 31. März 1977 folgendes:

„Es existiert kein palästinensisches Volk. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist nur ein Mittel zur Fortführung unseres Kampfes gegen den Staat Israel für unsere arabische Einheit. In Wirklichkeit gibt es heute keinen Unterschied zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heut von der Existenz eines palästinensischen Volks, da die nationalen arabischen Interessen verlangen, dass wir die Existenz eines besonderen „palästinensischen Volks“ behaupten um gegen den Zionismus zu opponieren.“

In Wirklichkeit sind diese Leute, die nun israelisches Land in Gaza, Judäa und Samaria besetzt halten, ganz durchschnittliche, gewöhnliche Araber, die parasitär Nutzen aus dem gestohlenen Namen und der Geschichte des hebräischen Volks einstecken. Und selbst, wenn die UNO ein Mandat propagiert, nach dem sie das „ursprüngliche“ Volk seien oder das Volk, das jetzt den Namen „besitzt“, können sie dir Wirklichkeit nicht umschreiben, die Wahrheit gesetzlich regeln oder Jahrhunderte altes internationales Recht durch eine islamistische Agenda und mit einem Federstrich verneinen.

* Selbst einige unserer älteren Mitbürger nennen Israel und die Juden immer noch synonym Palästina und Palästinenser. Dieser Punkt wurde mir eingehämmert, als ich unseren Hund adoptierte. Im Nahen Osten geboren, kam er über Hong Kong nach Amerika. Als ich nachfragte, wo er geboren wurde, wurde mir gesagt: „Palästina“. Auf weiteres Nachfragen, wo, sagten die ursprünglichen Besitzer: „Israel“.

Nissans Notes and Quotes Corner: Palästina 2009

Nissan Ratzlav-Katz, 1. Januar 2009

Das neue Jahr nach dem christlichen Kalender ist eine so gute Gelegenheit wie jede andere einen Überblick über die Geschichte Palästinas vom Jahr 1 bis zum Ende des Jahres 2008 heutiger Zeitrechnung zu geben.

Vom Jahr 1 bis 136 unserer Zeitrechnung kämpfte das Volk von Judäa – im modernen Deutsch „Juden“ genannt – immer wieder einmal gegen die kaiserliche Beherrschung ihrer Nation durch die Römer. Die jüdische Souveränität in dem, was die Römer später in „Palästina“ umbenannten, wurde mit der Niederschlagung des Bar Kochba-Aufstandes endgültig zerstört.

Im Jahr 351 verschiebt das Römische Reich, das sich in das christlich-byzantinische Reich verwandelte, sein Zentrum in die Türkei und das Regime regiert weiterhin Judäa/Palästina.

614: Die Perser unter Chosrau II. erobern „Palästina“.
628: Die Byzantiner erobern die Region zurück.
635: Muslimische Imperialisten von der Arabischen Halbinsel erobern „Palästina“.
661: Das Omaijaden-Reich beherrscht „Palästina“ von Syrien aus.
750: Das Abbasiden-Reich in Bagdad übernimmt.
878: Ein Türke aus Ägypten erobert „Palästina“.
904: Das Abbasiden-Reich kehrt zurück.
934: Die Ägypter (zu denen irgendwann die Fatimiden gehören) übernehmen „Palästina“ vom Abbasiden-Regime.
1070: Seldschukische Türken erobern „Palästina“.
1099: Europäische Kreuzfahrer erobern Jerusalem; ihre Herrschaft geht in Teilen von „Palästina“ bis 1291 weiter.

Während der Kreuzfahrer-Herrschaft, 1187 unserer Zeitrechnung, erobert der kurdische Anführer Salah a-Din (Saladin) aus Damaskus Jerusalem und den größten Teil von „Palästina“.

Selbst die Mongolen mischten mit: 1244 inspiriert Dschingis Khan eine erfolgreiche Invasion „Palästinas“, von dem sie Teile halten, bis Mameluken-Sultane aus Ägypten die Mongolen 1260 bei Ain Jalut besiegen. 1299-1303 gab es eine weitere mongolische Invasion.

1517 übernimmt das türkisch-osmanische Reich „Palästina“.

Von 1799 bis 1840 erlebte „Palästina“ französische und ägyptische Eroberer, bis die türkische Herrschaft wieder hergestellt wurde. Jedenfalls bis zum Ersten Weltkrieg und der endgültigen Auflösung des türkischen Reiches 1918. „Palästina“ wird vom britischen Empire übernommen.

1946 sorgen die Briten für die Gründung des Königreichs Transjordanien (später in Jordanien umbenannt), das 1922 bereits als Emirat auf 70% des „Palästina“, wie sie es erhalten hatten, etabliert wurde. Transjordanien wird einem Prinzen von der Arabischen Halbinsel übergeben.

1.948 nach unserem historischen Anfangspunkt kehrt Judäa (aus irgendwelchen Gründen immer noch „Palästina“ genannt, wie es das lange tote Römische Reich nannte) in die Hände der Juden zurück. Sie entscheiden sich ihr wiederhergestelltes Gemeinwesen „Israel“ zu nennen statt Judäa. Vielleicht, weil das Herzland Judäa erst 1967 in jüdische Hände zurückkehrte.

1994 unserer Zeitrechnung: Israel händigt Teile von „Palästina“ an die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) aus, die von einem Ägypter namens Yassir Arafat geführt wird.
2005: Israel beseitigt alle Juden aus der Region Gaza von „Palästina“ und übergibt sie an die PLO.
2006: Die vom Iran gestützte, von der ägyptischen Muslimbruderschaft inspirierte Hamas nimmt der PLO „Palästinas“ Region Gaza ab.

Das ist es, mehr oder weniger. Ich denke, es gibt drei wichtige Punkte in dieser Zeitleiste:

a) Es gab niemals irgendwo eine souveräne politische Einheit oder ein Regime, das man als „Palästina“ kennt;

b) die Juden waren die einzigen Herrscher in der gesamten Litanei oben, für die das Land Israel („Palästina“) auch ihre einzige nationale Heimat war;

c) der Hauptgrund, dass derzeit Araber in „Palästina“ residieren, ist der, dass arabische Imperialisten dort einfielen und eine „kriegerische Besatzung Palästinas“ (wie es heute genannt werden mag) Anfang des siebten Jahrhunderts gründeten.

Aber bemühen Sie sich nicht ihren selbst ernannten „antizionistischen“ Bekannten das zu zeigen. Ihre Standard-Antwort ist: Das spielt keine Rolle, nichts davon – was das Erwachsenen-Äquivalent dazu ist, dass man die Finger in die Ohren steckt und sagt: „Na-na-na, ich hör’ dich nicht!“

Das „historische Palästina“

Elder of Ziyon, 7. Januar 2009

Eines der ausgelatschten Denkmuster der antiisraelischen Horden ist: Israel bietet den palästinensischen Arabern nur 14% – oder auch 12% – des „historischen Palästina“ an. Hier ist als Beispiel ein kleiner Auszug dessen, wie die Phrase in den letzten Tagen eingesetzt wurde:

Was den Palästinensern jetzt bleibt, ist weniger als 14% des historischen Palästina, alles in isolierten Bantustans, schrumpfenden Ghettos, Mauern, Zäunen, Checkpoints mit unwirschen Soldaten und das immerwährende Vordringen sich ausweitender illegaler israelischer Siedlungen.

[1948] stahl [Israel] als ersten Schritt der Eroberung des gesamten Gebiets 78% des historischen Palästina zum ausschließlichen Gebrauch durch Juden.

Und der Guardian definiert für uns das „historische“ Palästina:

[Ismail Haniyehs] feierte mit seiner trotzigen Rede das 22. Jahr der Bewegung; er gelobte Israel niemals anzuerkennen und beanspruchte das gesamte historische Palästina für die Palästinenser. „Palästina vom Meer bis zum Fluss, wir werden es nicht aufgeben“, sagte er der Menge.

Genauso macht es die PLO auf der Internetseite ihrer Vertretung in den USA:

Das Problem besteht darin, dass das historische Palästina niemals so aussah, außer das Konzept von „Geschichte“ beginnt nach dem Ersten Weltkrieg. Dies ist eine historische Landkarte des im Westen gestalteten britischen Mandats für Palästina seit 1922 oder so – nicht wirklich „historisch“, in welchem Sinn auch immer.

Hier ist Palästina, wie es auf ein paar wahllos ausgesuchten Landkarten vor dem britischen Mandat erscheint:

Der Negev gehört fast nie dazu, dafür signifikante Teile des heutigen Jordanien. (Ägypten behauptet, dass Eilat Teil seines historischen Landes ist.) Der Jordan ist nie Grenze für irgendeine Vorstellung Palästinas vor der Auflösung des Ottomanischen Reiches.

In Begrifflichkeiten des „historischen Palästina“ schließen die Waffenstillstandslinien von 1948 vielleicht 30% oder 40% des Gebietes ein – aber sicherlich nicht 78%.

Die Frage, die kein palästinensischer Araber oder Unterstützer bisher beantwortet hat, ist: Warum decken sich ihre Ansprüche immer mit den Teilen Palästinas, die sich unter jüdischer Herrschaft befinden, und nicht mit den Teilen unter arabischer Herrschaft? Warum wurde von der PLO 1964 die Westbank ausdrücklich von der von ihr gewünschten Nation ausgeschlossen? Warum sagt die Hamas heute nicht, dass Teile Jordaniens innerhalb der Grenzen des Staates liegen sollten, den sie verlangen?

Wenn ihnen „Palästina“ so wichtig ist, warum verlangen sie es nicht ganz? Warum akzeptieren sie willkürliche, imperialistisch-westliche Teilung ihrer „historischen Nation“ als Grundlage ihrer angeblich uralten, historischen Forderungen?

Die Antwort ist einfach: Das historische Palästina kümmert sie nicht. Sie kümmert die ultimative Vernichtung jeglichen jüdischen Staates auf dem, was sie als arabisches oder muslimisches Land betrachten. All das Reden über das „historische Palästina“ ist eine Lüge, die den Westen täuschen soll.

Wenn man sich den Link zum Guardian oben ansieht, dass ist es eine außerordentlich erfolgreiche Lüge.

Ich hatte Unrecht – es gab wirklich ein palästinensisches Volk

Elder of Ziyon, 13. Januar 2014

Mea culpa.

Jahre historischer Forschung auf diesem Blog sind von einem kurzen, aber brillanten Blogeintrag bei Mondoweiss – von Mondo höchstpersönlich – völlig nutzlos gemacht worden. Hier ist der gesamte Einrag:

Erfundenes Volk mit seiner erfundenen Währung, nicht wahr, Newt?
@Mondoweiss: Münze aus Palästina, datiert von 1927

Ich hatte keine Ahnung, dass es eine Münze gab, auf der „Palästina“ stand! Das beweist, dass die heutigen Palästinenser 1927 einen freien und unabhängigen Staat hatten!

Nun, ein paar Einwohner Palästinas mochten die Vorstellung einer palästinensischen Währung nicht und ihre Führer riefen dazu auf sie zu boykottieren und weiter das ägyptische Pfund zu benutzen – aber glücklicherweise unterstützten anderer Palästinenser, die weiter nach vorne dachten, die Idee und sie wurde zur offiziellen Währung Palästinas.

Weitere Forschung zum Thema, nachdem meine Augen nicht weiter von Propaganda geblendet waren, zeigt, dass diese vorausdenkenden Palästinenser in ihrem Streben zum Aufbau eines Staates hier nicht aufhörten. Nein, sie bauten weitere palästinensische Institutionen auf.

Zum Beispiel absolvierte der internationale palästinensische Fußballverband, von der FIFA anerkannt, in den 1930-er Jahren fünf internationale Spiele. Leider gewannen sie nur eins, 5 zu 1 gegen den Libanon. Die Tore wurden von palästinensischen Spielenr Herbert Meitner (2), Avraham Schneiderovitz, Gaul Machlis und Werner Kaspi geschossen.

Das Time Magazine brachte 1937 einen Sonderbericht zum Eröffnungskonzert des Palestine Symphony Orchestra. Der Artikel beginnt mit: „Als der volle palästinensische Mond letzte Woche eines Abends über Tel Aviv schwebte … begannen Tausende sich in Anlagen der Levante-Messe zu begeben. Dort füllten sie den Italienischen Pavillon bis zum letzten Platz, um zu hören, wie der große Arturo Toscanini Palästinas erstes bürgerliches Orchester bei seinem ersten Auftritt zu hören.“ Ja, die Palästinenser von 1937 waren kultiviert und liebten klassische Musik. 1934 wurde in New York sogar eine palästinensische Oper aufgeführt.

Es gab natürlich auch palästinensische Briefmarken. Diese zeigt eine uralte palästinensische heilige Stätte in Bethlehem. (Leider ist sie heute nicht zu sehen, weil es eine hässliche hohe Mauer gibt, die sie in eine Festung verwandelt.)

Die Palästinenser arbeiteten hart, um Touristen nach Palästina zu locken, damit sie stolz ihr Land zeigen konnten.

Dieselben Palästinenser schufen auch regionale Messen, um ihre Produkte zu zeigen und mit ihren arabischen Nachbarn Handel zu treiben.

Die Palästinenser nahmen 1939 sogar als Aussteller an der Weltausstellung in New York teil.

Es gab eine Zeitung namens Palestine Post, genauso das frühere Palestine Bulletin, das vom damals prominentesten Journalisten geschrieben wurde.

Meine Recherche stellte ferst, dass Palästinenser nicht nur im 20. Jahrhundert aktiv waren, sondern schon Jahrtausende lang dort gewesen waren. Dieser Eintrag aus einer Enzyklopädie beschreibt die verblüffende und enzyklopädische Arbeit palästinensischer Forschung aus dem 4. und 5. Jahrhundert n.Chr., die von Hunderten der intelligentesten Menschen in Palästina, das als palästinensischer Talmud bekannt ist. Auf diese Arbeit haben sich Gelehrte des Nahen Ostens und Europas durch Zeitalter hindurch bezogen. Alleine diese eine Arbeit zeigt, wie stark die Verbindungen zwischen Palästinensern und ihrem Land ist.

Es gibt jede Menge weitere Beispiele vor wissenschaftlicher Forschung zur antiken Kultur Palästinas. Hier zum Beispiel ist ein Buch aus dem 19. Jahrhundert über die Bräuche und Traditionen Palästinas im Verlauf der Zeitalter.

Insgesamt gibt es eine gewaltige Menge an Beweisen und Literatur, die allesamt beweisen, dass es durch die Jahrhunderte ein Volk gegeben hat, das in Palästina lebte, sowie ihre Verwandten, die sich danach sehnten aus der Diaspora nach Palästina zurückzukehren. Im 20. Jahrhundert wurden sie der westlichen Welt als Palästinenser bekannt. Diese Menschen reichen von den Gewöhnlichen über Geistliche bis zu Politikern; sie versuchen immer das Land ihrer Vorfahren zu verbessern, das ihnen heilig ist. Sie vergaßen Palästina nie und als sie die Chance erhielten, ergriffen sie die Gelegenheit ihren Staat im Land Palästina aufzubauen.

Es gibt aber auch Außenstehende, die nach Palästina eindrangen. Sie kamen in Wellen. Manche ließen sich dort nieder, manche zogen weiter, aber keiner von ihnen ist dort so lange gewesen wie die Palästinenser, die dort ursprünglich waren. Sie verfolgten das Volk oft, das als Palästinenser bezeichnet wird, sowohl die Einheimischen Palästinas als auch ihre Cousins, die kamen, um sich ihnen anzuschließen. Sie bezeichneten sich nie selbst über was Münzen, Briefmarken und Orchester als Palästinenser. Dennoch erhebt diese andere Gruppe, die sich selbst Südsyrer oder einfach Araber nannte, heute Ansprüche die wahren Palästinenser zu sein!

Von allen Völkern der Welt sind die Palästinenser, die es am meisten verdienen dort zu leben, die, die die stärksten uralten historischen Verbindungen zum Land haben; sie sind die Leute, die härtesten daran arbeiteten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Palästina einen modernen Staat aufzubauen- gegen den Willen der Invasoren. Diese Palästinenser haben eine ununterbrochene Kette aus Geschichte und Kultur von ihren dort in antiken Zeiten lebenden Vorvätern bis heute. Die palästinensischen Menschen, die daran arbeiteten ihren Staat zu bauen, sind dieselben, die es am meisten verdienen dort zu leben – aus einer historischen wie rechtlichen und moralischen Perspektive.

Jeder moderne, liberale Mensch muss die Menschenrechte dieses einheimischen palästinensischen Volks auf Leben in Frieden und Sicherheit in dem Land unterstützen, in dem es gelebt hat und in dem zu leben es sich durch die Zeitalter hindurch sehnte.

Ja, es war ein geografischer Bereich, der 2000 Jahre lang Palästina genannt wurde. Das mag nicht der sein ursprünglicher Name gewesen sein, aber die Einwohner, die sich die Zeiten hindurch am stärksten mit ihm identifiziert haben, sind diejenigen, die das wahre palästinensische Volks sind.

Arabische Einwanderung in das historische Palästina: ein Überblick

(ein aktueller Artikel steht hier:
Arabische/muslimische Einwanderung ins Heilige Land, Juli 2019)

Richard Mather, Jewish Media Agency, 31. Mai 2015

Es gibt ein altes und seltenes Buch namens „Palestina ex monumentis veteribus illustrata“, geschrieben von Hadriani Relandi (einem Kartenzeichner und Wissenschaftler aus Utrecht) und 1714 veröffentlicht. Es dokumentiert Relandis Reise nach Palästina in den Jahren 1695/96. Auf seinen Reisen untersuchte er 2.500 Orte, die im Tanach und/oder der Mischnah erwähnt werden; und er führte eine Zählung der Menschen durch, die in solchen Orten wohnten. Er machte einige sehr interessante Entdeckungen. Zunächst einmal entdeckte er, dass nicht eine einzige Siedlung in Palästina einen Namen arabischen Ursprungs hatte. Stattdessen waren die Namen aus dem Hebräischen, Lateinischen und Griechischen abgeleitet.

Eine weitere interessante Entdeckung war die auffällige Abwesenheit einer größeren muslimischen Bevölkerung. Stattdessen stellte er fest, dass die meisten Einwohner Palästinas Juden waren, dazu einige Christen und ein paar Beduinen. Nazareth war Heimat für weniger als eintausend Christen, während in Jerusalem 5.000 Menschen lebten, die meisten Juden. Gaza war Heimat für rund 250 Juden und etwa die gleiche Zahl an Christen. Die einzige Ausnahme war Nablus, wo um die 120 Muslime lebten, zusammen mit einer Hand voll Samaritaner, deren Vorfahren zu den nördlichen Stämmen Israels gehörten.

Fasziniert von den Feststellungen in Relandis Buch suchte ich nach weiteren Quellen aus erster Hand wie Reiseberichten, Regierungsberichten und Volkszählungen. Ich war nicht sicher, dass ich irgendetwas finden würde. Doch es gibt eine überraschende Menge an Daten und Anhaltspunkten. Und die gesamten Belege legen nahe, dass die Mehrheit der nicht jüdischen (d.h. arabisch-muslimischen und christlichen) Einwanderung nach Palästina Mitte oder Ende des 19. Jahrhunderts begann.

Unter Rückgriff auf die Arbeit des Statistikers und Demographen Roberto Bachi wird geschätzt, dass es 1540 in Palästina 151.000 nicht jüdische Einwohner gab. (Einige Quellen deuten an, dass viele davon Nachkommen von Juden waren, die nach der fehl geschlagenen Bar Kochba-Revolte im Jahr 136 in Palästina verblieben, aber gezwungen worden waren zum Islam zu konvertieren.) Bis 1800 war die nicht jüdische Bevölkerung auf etwa 268.000 angewachsen, verstärkte sich bis 1890 auf 489.000, bis 1922 auf 589.000 und bis 1948 auf knapp über 1,3 Millionen. Die weit überwiegende Mehrheit dieser nicht jüdischen Einwanderer waren Muslime. All dies legt nahe, dass die meisten der muslimischen (und christlichen) Einwohner Palästina Einwanderer jüngeren Datums waren und NICHT seit Genrationen dort lebten, wie manchmal gesagt wird. Darüber hinaus zeigen die Zahlen, dass arabische Einwanderung ein rasch steigender Trend war, angetrieben von äußeren Umständen. Aber welchen?

Erst einmal waren mehrere Tausend Kleinbauer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Palästina gekommen, um der Wehrpflicht, Zwangsarbeit und den Steuern in Ägypten zu entkommen. Zweitens transfeierten die ottomanischen Behörden Anfang des 20. Jahrhunderts sehr viele Menschen aus Marokko, Algerien und Ägypten nach Palästina, zum Teil, um die jüdische Einwanderung zu überflügeln. Drittens war das zionistische Projekt für Araber sehr attraktiv, die von den guten Löhnen, Gesundheitsvorsorge und sanitären Anlagen nach Palästina gezogen wurden, die die Juden boten. In der Tat fiel die muslimische Kindersterblichkeitsrate in Palästina von 201 pro 1.000 im Jahr 1925 auf 94 pro 1.000 im Jahr 1945. Unterdessen stieg die Lebenserwartung von 37 auf 49 Jahre.

Darüber hinaus nahm die arabische Bevölkerung Palästinas am meisten in Städten zu, in denen es große Zahlen an Juden gab, was ein starker Hinweis darauf ist, dass es Araber wegen der Zionisten nach Palästina zog. Zwischen 1922 und 1947 wuchs die arabische Bevölkerung in Haifa um 290 Prozent, in Jaffa um 158 Prozent und in Jerusalem um 131 Prozent. Bezeichnenderweise war das Wachstum in mehrheitlich arabischen Städten weit weniger dramatisch: 37 Prozent in Bethlehem, 42 Prozent in Nablus und 78 Prozent in Jenin.

Während der britischen Zivilverwaltung in Palästina (von 1920 bis 1948) war der jüdischen Einwanderung Einschränkungen unterworfen, um die arabischen Unruhestifter zu beschwichtigen. Die Lage bezüglich der Ansiedlung war weit laxer. Der Historiker und Autor Freddy Leibreich behauptet, es gab beträchtliche arabische Einwanderung aus der Region Hauran in Syrien während der Mandatszeit – und dass die britischen Behörden davor die Augen zudrückten.

Einige aber nehmen Notiz. Die Hope Simpson Enquiry (1930) stellte fest, dass es beträchtliche illegale arabische Einwanderung aus Ägypten, Transjordanien und Syrien gab, was die Aussichten der jüdischen Einwanderer negativ beeinflusste und zur arabischen Gewalt gegen Juden beitrug. Der britische Gouverneur des Sinai von 1922 bis 1936 bekräftigte die Ansicht, dass unkontrollierte arabische Einwanderung stattfand, wobei die meisten Einwanderer aus dem Sinai, Transjordanien und Syrien kamen. Und die Peel-Kommission berichtete 1937, dass ein „Land-Defizit“ bestand, „weniger wegen der Menge an Land, das von Juden erworben wurde, als infolge der Zunahme der arabischen Bevölkerung“.

Die Einwanderung ging so weiter, bis die Juden 1948 ihre Unabhängigkeit erklärten. Die Tatsache, dass arabische (weithin muslimische) Einwanderung bis direkt zur israelischen Unabhängigkeit weiter ging, wird von der UNO-Klausel bekräftigt, dass jeder arabische Flüchtling, der lediglich zwei Jahre vor der jüdischen Unabhängigkeit in Palästina lebte, Anspruch auf Flüchtlingsstatus hatte. Nach Angaben der UN Relief and Works Agency werden palästinensische Flüchtling so definiert: „Personen, deren normaler Wohnort in der Zeit vom 1. Juni 1946 bis zum 15. Mai 1948 Palästina war und die als Ergebnis des Konflikts von 1948 sowohl Haus als auch Lebensunterhalt verloren.“

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Wenn es in Palästina im 16. und 17. Jahrhundert sehr wenige nicht jüdische Einwohner gab, was geschah mit den arabischen Invasoren, die 629 ankamen? Nun, zunächst einmal blieben sehr wenige dieser Invasoren in Palästina. Viele wurden zu abwesenden Landbesitzern, die einheimische Pächter nutzten, um ihren Grundbesitz zu bestellen und die Dhimmi-Steuer zu zahlen. Das ist der Grund, dass Palästina – zusammen mit Ägypten und Syrien – mehrere Jahrhunderte lang überwiegend christliche blieb. Es ist aber möglich, dass nach der muslimischen Zurückeroberung 1187 viele jüdische und christliche Einwohner Palästinas gezwungen wurden zum Islam zu konvertieren, womit die Zahl der muslimischen Einwohner in die Höhe getrieben wurde. Palästinas Bevölkerung nahm allerdings am Mitte des 14. Jahrhunderts ab – zu großen Teilen durch den Schwarzen Tod, der von Osteuropa und Nordafrika hereinschwappte, sich nach Gaza fortpflanzte und dann seinen Weg nach Palästina, in den Libanon und nach Syrien fand. Da sich niemand um das Land kümmern konnte, wurden viele Bereiche malariaverseucht, besonders im nördlichen Palästina, das weithin unbewohnbar wurde. Die Entvölkerung ging als Folge der Invasion des Mohammed Ali von Ägypten im Jahr 1831 und die folgende Bauernrevolte des Jahres 1834 weiter, was die männliche Bevölkerung Palästinas um rund 20 Prozent verminderte, weil große Zahlen an Bauern entweder nach Ägypten deportiert oder ins ägyptische Militär verpflichtet wurden. Viele andere verließen ihre Bauernhöfe und Dörfer, um sich den Beduinen anzuschließen.

Es wäre klar aussichtslos zu argumentieren, dass es im späten 19. Jahrhundert und Anfang des 20 Jahrhunderts wenige in Palästina lebende Araber gab, doch die Zahlen zeigen, dass die arabische Bevölkerung Palästinas sich Jahrhunderte lang in einem Status des Flusses gewesen ist und dass die überwiegende Mehrheit aus Migranten aus dem Rest der arabischen Welt und/oder dem ottomanischen Reich war. Das ist wichtig, denn es sagt uns, dass die postmoderne Vorstellung einer tief verwurzelten palästinensischen-arabischen Geschichte und Kultur erlogen ist. Alle Belege deuten auf die auffällige Abwesenheit arabischer Kultur im Palästina des späten 17. Jahrhunderts hin; und selbst im 18. Und 19. Jahrhundert waren die arabischen Einwohner Palästinas keine Einheimischen, sondern spät Gekommene. Das erklärt, warum die Araber historisch nie von einer palästinensischen Identität sprachen – denn es gab keine. Sie waren Ägypter, Syrer, Marokkaner, Iraker und ottomanische Araber und viele von ihnen bekundeten dem Konzept des Großsyrien Loyalität. Fakt ist, dass die Araber es bis in die 1960-er Jahre hinein ablehnten sich Palästinenser zu nennen, weil es ein Name war, der den Juden vorbehalten war! Es scheint heute urkomisch, aber Immanuel Kant, der deutsche Philosoph des 18. Jahrhunderts, die Juden in Europa als „unter uns lebenden Palästinenser“ bezeichnete.

Nicht vor Mitte der 1960-er Jahre – fast zwei Jahrzehnte nachdem Israel sein Unabhängigkeit erklärte – entstand eine kohärente (und sehr gewalttätige) palästinensisch-arabische Identität. Doch selbst noch in den 1970-er Jahren war die Vorstellung eines palästinensischen Volks nicht mehr als ein terroristisches Konstrukt, das dazu geschaffen war jüdische Ansprüche auf das Land Israel auszuhöhlen. In einem Interview mit einer niederländischen Zeitung gab Zahir Muhsein vom PLO-Exekutivkomitee 1977 zu: „Das palästinensische Volk existiert nicht“. Dann fügte er an: „Die Gründung eines Palästinenserstaats ist nur ein Mittel zur Fortsetzung unseres Kampfes gegen den Staat Israel.“

Ob die arabisch-palästinensische Identität im 21. Jahrhundert in etwas Konstruktiveres anwächst, bleibt abzuwarten werden.