Hamas-Führer sagt, wie toll es in Gaza ist – keine Besatzung, boomende Wirtschaft, bequemes Reisen

Elder of Ziyon, 16. September 2012

Die mainstream-Medien, NGOs und die UNO beschreiben den Gazastreifen als:

·       von Israel besetzt

·       belagert

·       ein wirtschaftliches Chaos, das auf Hilfe von außen angewiesen ist

·       ein Gefängnis, das niemand ohne Israels Erlaubnis betreten oder verlassen kann

Hamasführer Mahmud Zahar erzählt den arabischen Medien etwas ganz anderes:

Sieben Jahre, nachdem sich Israel vom Gazastreifen abkoppelte, haben sich einige Dinge sowohl auf der politischen als auf der wirtschaftlichen Ebene geändert, sagte der offizielle Hamas-Vertreter Mahmud Zahar am Freitag.

Gegenüber Ma’an versicherte Zahar: „Der Gazastreifen ist frei von Besatzung und die Zusammenarbeit mit der Welt außen ist einfacher, während Besucher aus aller Welt die Küstenenklave besuchen.“

Er sagte, die wirtschaftliche Lage habe sich deutlich verbessert und der Gazastreifen wurde in mehreren Bereichen selbstständig, weil Land in ehemaligen israelischen Siedlungen bepflanzt wurde. „Wir sind in mehreren Bereichen selbstständig, außer bei Rohbenzin und Strom.“

Nach Kommentaren zu den Protesten in der Westbank gegen die sich verschlechternden wirtschaftlichen Zustände gefragt, sagte Zahar, das sei ein natürliches Ergebnis wirtschaftlicher Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten und Israel, die die palästinensische Wirtschaft vollständig kontrollieren.

Der Hamas-Offizielle prahlte, dass die wirtschaftlichen Zustände im Gazastreifen viel besser sind als in der Westbank; „die Menschen im Gazastreifen erhalten ihre vollen Gehälter und alles Geld, das die Regierung in Ramallah überweist, geht nur an Unterstützer der Fatah.“

Auf die Frage, ob er glaubt oder nicht glaubt, dass die palästinensische Autonomiebehörde wirklich kollabiert ist, sagte Zahar, der Ersatz sei bereit. „Das Widerstandsprogramm, das ursprünglich von der PA ersetzt wurde, ist bereit“, sagte er.

Natürlich ist Zahar auch ein Lügner. Die Arbeitslosenquote im Gazastreifen bleibt höher als in der Westbank und es gibt dort keine persönlichen Freiheiten. Fakt ist: Nach Angaben der Palestine Press Agency versuchen Hunderte junger Gazaner verzweifelt nach Europa umzuziehen – einige bitten sogar wegen der Hamas-Strolche um politisches Asyl – und die Hamas hält sie von der Abreise ab.

Warum aber drängen die Medien danach jede Äußerung oder jeden Bericht hinauszuposaunen, die sagen, der Gazastreifen sei eine humanitäre Katastrophe unter brutaler israelischer Besatzung und ignorieren Äußerungen der Führer von Gaza, die das Gegenteil sagen?

Die schlimme Gaza-Idee ist offensichtlich attraktiver als ehrliche Berichterstattung.

Der entfesselte Mob

Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 18. September 2012 (direkt vom Autor)

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton war fassungslos. Die Ermordung des Botschafters Chris Stevens in Libyen passte nicht in ihr Weltbild. Die Libyer hätten doch „dankbar“ sein müssen, dass Amerika sie vom Diktator Muammar Ghaddafi erlöst und die Stadt Benghasi vor Zerstörung bewahrt habe. Die Unfähigkeit oder mangelnder Wille arabischer Länder, diplomatische Vertretungen vor der Wut eines entfesselten Mobs zu schützen, in Tunis, Kairo, im Jemen und anderswo, hat tiefere Ursachen als die miese filmische Rache eines amerikanisch-ägyptischen Kopten, im Juli bei Youtube hochgeladen.

Im Westen ist man plötzlich erstaunt, dass die „Hoffnung“ auf Demokratie, Freiheit und rechtstaatliche Verhältnisse infolge des „Arabischen Frühlings“ zerstört wird. Amerikaner und Europäer sind offenbar derart in sich und ihre Ideale verliebt, dass sie nicht sehen, wie sehr ihre Politik im arabischen Raum von Blindheit geschlagen ist.

In den sechziger Jahren halfen deutsche (ex-Nazi-) Wissenschaftler den Ägyptern beim Raketenbau, um die „Juden ins Meer zu treiben“, wie es Präsident Gamal Abdel Nasser formulierte. Zusammen mit einer Verehrung des Mufti von Jerusalem, der mit Hitler im Holocaust kooperierte, verstanden die Ägypter, dass den Europäern eine Vernichtung der Juden auch nach dem 2. Weltkrieg genehm wäre.

Ein klassisches Lehrstück lieferte die Bundesrepublik 1972 nach den olympischen Spielen in München. Die Gewalt der von Jassir Arafat geführten PLO-Kommandos zahlte sich aus. Der rechtsstaatliche Grundsatz, Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, wurde im Falle von Flugzeugentführern und Terroristen/Freiheitskämpfern außer Kraft gesetzt. Die Täter wurden umgehend heimgeschickt und in der arabischen Welt von genau dem gleichen Mob gefeiert, der heute westliche Botschaften verbrennt: Arafats Attacken auf „unschuldige Zivilisten“ wurden 1974 mit einer Anerkennung der PLO in der UNO belohnt.

Jahrzehnte lang hat der Westen geflissentlich weggeschaut bei Unterdrückung, Folter in Gefängnissen, Massenmorden in Hama 1982 durch Hafez al-Assad, Massenverhaftungen von Moslembrüdern in Ägypten. Diplomaten, Journalisten, die UNO, Amnesty International, Greenpeace und Pax Christi ignorierten die Vorgänge in der arabischen Welt. Sie konzentrierten sich lieber auf echte oder vermeintliche Menschenrechtsverletzungen durch Israel. Und weil sie weggeschaut hatten, wurde der Westen derart überrascht von der „Volkswut“ in Tunis, Kairo, Jemen und Syrien. Genauso blind und naiv kam auch die „Hoffnung“ auf, dass die seit Jahrhunderten unterdrückten arabischen Massen insgeheim nach Demokratie und Freiheit streben.

Einen Bruch sogar islamischer Theologie bedeutete die „Erfindung“ der Selbstmordattentäter. Während sie im Westen verständnisvoll als verzweifelte Freiheitskämpfer schöngemalt wurden, solange sie Israelis umbrachten, werden sie in der arabischen Welt angehimmelt und höchstoffiziell geehrt. Niemand achtete auf die Entstehung „suizidaler Gesellschaften“, wie es ein israelischer Forscher formulierte. Vielleicht wäre das ein sinnvoller Ansatz, die Entwicklungen zum Beispiel in Syrien, Irak oder Iran zu analysieren.

Im Islam, wo Gleichberechtigung der Frau ein Fremdwort ist und Todesstrafe bei Ehrverletzung eine fromme Pflicht ist, wird Moral anders ausgelegt als in Hollywood-Filmen aus dem „dekadenten“ Westen. Die arabischen Massen können deshalb kaum anders, als ihren seit Jahrzehnten einstudierten Hass auf Israel, Amerika und den Westen auszutoben, obgleich sie eigentlich wissen müssten, dass die Kriegstreiberei gegen Israel ein durchsichtiges Mittel der von ihnen gestürzten Diktatoren war, sie brutal zu unterdrücken. Ebenso erweist sich, dass diese spontane Volkswut teilweise von den jeweiligen Regierungen geduldet oder gefördert wird, aus welchen Gründen auch immer.

Vergessen ist, dass Europa erst seit knapp 67 Jahren mit den nach 1945 erfundenen Menschenrechten hehre Werte gepachtet hat. Dennoch waren auch die Europäer nach 1945 zu schlimmsten Verbrechen fähig, unter Stalin in der Sowjetunion oder im ehemaligen Jugoslawien.

Es ist ein Irrglaube, von „den Arabern“ oder gar „den Moslems“ zu erwarten, sich besser, moralischer oder anständiger zu verhalten, als wir „aufgeklärten“ Westler, heute oder einst.

Das entschuldigt nichts. Es erklärt aber vielleicht, weshalb in Syrien beide Seiten derart brutal morden und blindlings Moscheen bombardieren oder weshalb es Zehntausende Tote in Libyen gab, weshalb in Ägypten Kirchen brennen.

Weder „Hoffnung“ noch „Enttäuschung“ des Westens sind angemessen. Vielmehr sollte die arabische Welt nüchtern und ohne moralische Vorbehalte analysiert werden, zumal sie ein völlig anderes und den Europäern sehr fremdes Wertesystem hat.