Wenn deutschsprachige Medien zur Jagd blasen

Daniel Pipes ist einer der angesehensten Historiker der USA. Er sagte quasi den 9/11 voraus, beschäftigt sich mit dem Islam, islamischem Terrorismus und Zusammenhängen mit Muslimen im Westen (wie sie sich gerieren, wie man sie agieren lässt und sich ihrem Diktat beugt).

Er hat ein Credo: Der militante/exstremistische Islam ist das Problem, der moderate Islam ist die Lösung.

Das hindert seine Gegner nicht darin ihn zu verleumden und den Versuch zu unternehmen ihn niederzumachen. So veröffentlichte DIE WELT lange Zeit Übersetzungen seiner Kolumnen – bis irgendjemand das nicht mehr wollte und er ohne weitere Ankündigung die Nachricht bekam, seine „unappetitlichen“ Texte seien nicht mehr erwünscht. Trotz seiner grundsätzlich positiven Sicht des Islam und der (verhementen) Verurteilung lediglich des extremistischen Islam wird er ihm unterstellt ein Islamhasser zu sein.

Jetzt wird er neuerdings als Neonazi und Hitlerverehrer hingestellt. Weil alles, was nicht ins gewollte Bild passt, in diese Ecke gepresst wird. Weil nicht mehr nachgesehen wird, was Fakten sind, sondern auf Trigger-Worte hin agiert/reagiert wird – scheiß auf die Fakten. Und die Qualitätsjournaille nichts mehr selbst recherchiert, sondern überall von anderen abschreibt, ohne die Inhalte zu hinterfragen (vorausgesetzt, sie stimmen mit dem gewollten Narrativ/der gewollten Wertung überein) und sich freiwillig gleichgeschaltet hat. Wieso das mit ihm gemacht wird, beschreibt er in seiner aktuellen Kolumne:

Erbost durch deutsche und österreichische Medien

Daniel Pipes, Washington Times, 19. September 2018

Europas Mainstream-Medien haben zu dem, was sie als „extreme Rechte“ und „Neonazis“ nennen einen Zustand verzerrter Raserei erreicht. Ich weiß das. Ich habe das gerade am eigenen Leib erfahren. Erlauben Sie mir bitte, davon zu erzählen.

Stilisierte Landkarte der geplanten Rebel Media-Reise.

Ezra Levant aus Kanada ist ein brillanter Konservativer und ein eloquenter Kritiker der Linken. Er ist unermüdlich und erfolgreich; Rebel Media, das er im Februar 2015 gründete, hat mehr als eine Million Abonnenten auf YouTube. Neben seinen vielen Themen, wie z.B. „ethischem Öl„, sorgt sich Levant wegen der Bedrohung durch den Islamismus.

Unsere gemeinsamen Ansichten bedeuten, dass wir oft kooperieren; und so lud er mich vor kurzem ein mich einer Kreuzfahrt von Rebel Media auf der Donau im Jahr 2019 anzuschließen, was ich annahm. Dabei wird auf ihren Tagesabschnitten in etwa jeweils die gleiche Distanz zurückgelegt, angefangen mit zwei Städten in Deutschland (Regensburg und Passau), dann vier in Österreich (Linz, Melk, Dürnstein, Wien), eine in der Slowakei (Bratislawa) und eine in Ungarn (Budapest).

Natürlich hat diese Fahrt auch ein politisches Element. Zu den Hauptdarstellern gehören die britische Journalistin Katie Hopkins und der Aktivist Tommy Robinson; und, so erklärt der Prospekt: „Wir werden uns auch mit politischen Führungskräften der demokratischen politischen Gruppen treffen, die am Erhalt westlicher Zivilisation und Werte arbeiten“ – der Partei Alternative für Deutschland, der Regierung von Sebastian Kurz in Österreich und der von Viktor Orbán in Ungarn.

Die Werbung für die Reise von Rebel Media.

Wer könnte etwas gegen diese unschuldige Mischung als Fröhlichkeit und Bildung haben?

So mancher. Der Angriff begann am 7. September, als die Zeitung Oberösterreichische Nachrichtenin Linz ihre Leser aufgeregt informierte: „Rechtsextreme Kreuzfahrt auf der Donau legt im Juni 2019 in Linz an“; dann sammelte sie Äußerungen des Landeshauptmanns, der Bürgermeisters und anderer Politiker, die uns einhellig erzählten, dass wir nicht willkommen sind; einer von ihnen forderte, dass die Reise unterbunden wird.

Es kam noch schlimmer. Große Medien in Österreich und Deutschland schmückten die Story im Herdentrieb aus, entstellten sie mit fast identischen Worten. Hier sehen Sie einige Schlagzeilen aus Deutschland, die auf den Besuch von Linz verweisen (das ist u.a. die Stadt, in der Simon Wiesenthal anfing Beweise für Nazigräuel zu sammeln):

· Die Welt: Rechtsextreme planen Kreuzfahrt mit Stopp in Hitlers „Heimatstadt“

· Berliner Kurier: „Rebel Cruise“ Rechtsextreme planen Kreuzfahrt mit Stopp in Hitlers „Heimatstadt“

· MSN (Deutschland): Rechtsextreme planen Kreuzfahrt mit Stopp in Hitlers „Heimatstadt“

Schlagzeile von „Die Welt“ vom 10. September 2018.

Damit machen österreichische und deutsche Medien aus einer kanadischen Organisation, die etwas zu Immigrations- und Islamisierungsproblemen in vier Ländern lernen möchte, eine heimliche Ehrerweisung für Hitler durch Neonazis.

Ich muss dieses Thema nun in persönlicherer Weise behandeln, in Begriffen, die ich normalerweise nicht aufwerfe:

Ein großer Teil meiner Familie wurde von den Nazis ermordet. Meine Eltern sind Holocaust-Überlebende. Ich wurde vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geboren. Als ich aufwuchs, warf die Tatsache, dass das fürchterlichste Verbrechen der Welt an meiner eigenen Familie verübt wurde, einen untilgbaren Schatten.

Unter der Erkenntnis, dass eine Katastrophe droht, wenn die Politik Fehler macht, studierte ich von früh an politische Philosophie. Ich kam zu dem Schluss, dass der amerikanische Mainstream-Konservatismus den sichersten Weg zu Freiheit, Wohlstand und Sicherheit bietet. In meinen Studentenjahren (1967 – 1971) studierte ich mit Harvey Mansfield und Robert Nozick. Ich las die National Review und Friedrich Hayeks Verfassung der Freiheit und ich bekämpfte die Totalitären der Neuen Linken.

Meine Karriere ist der politischen Besonnenheit und Mäßigung gewidmet. Ich schreibe darüber und spende dafür. Mit diesem Ziel diente ich den Regierungen von fünf US-Präsidenten und gründete das Middle East Forum. Ich lerne und lehre weiterhin zu diesem Thema.

Und jetzt erdreisten sich die Nachkommen der Nazis, die in genau den beiden Ländern leben, in denen der Holocaust entstand, anzudeuten, dass ich ein Neonazi sei, der Hitler die Ehre erweist. Ihre Impertinenz wird nur von meinem Ekel übertroffen.

Auf einer praktischeren Ebne bestätigt diese Verdrehung meine Skepsis gegenüber den europäischen Medien: Wie kann ich ihnen nach dieser Sache überhaupt noch etwas glauben?

Nehmen Sie den Fall Chemnitz, einer Stadt im früheren Ostdeutschland, wo zwei nahöstliche Migranten gerade einen Mann aus der Gegend töteten, was zu tagelangen Protesten und Wut führte. Die Medien und Politiker verorteten sofort angebliche Neonazis auf den Straßen der Stadt (Times of London: „Neo-Nazis rampage unchecked in Chemnitz“ – Neonazis randalieren ungehindert in Chemnitz) und machten verschlagen aus den Nahost-Migranten Opfer. Eine Überprüfung der Fakten erfordert, dass man sich einer alternativen Quelle wie Rebel Media oder Gatestone Institutezuwendet; es überrascht nicht, dass sich die Version der Mainstream-Medien als wüst ungenau erweist.

Menschenmengen protestieren gegen einen Mord in Chemnitz, marschieren unterhalb der massiven Büste von Karl Marx.

Die europäische Elite, die ich die 6 P nenne (Polizei, Politiker, Presse, Priester, Professoren und Staatsanwälte [„prosecutors“]) verdrehen schamlos die Fakten, um aus denjenigen, die ihr Erbe schützen, Kriminelle zu machen. Ich weiß das, denn auch ich bin jetzt ein Opfer davon.

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Kippa-Tag in Deutschland

Kippa-Tag in Deutschland – in Berlin, Köln, Erfurt und einigen anderen Städten wurden heute „Zeichen gesetzt“. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Die Frage wäre eh, ob sich etwas ändert.

Eins ist jedenfalls in Berlin schon sehr deutlich geworden: Es gibt gewaltige Kräfte, die den Antisemitismus NICHT bekämpfen wollen, sondern Antisemiten die Stange halten. Und das sind keine Rechtsextremen/Neonazis. Am Nachmittag schon kam die Meldung von Berliner Hermannplatz, wo gegen Antisemitismus protestiert werden sollte:

Erkennbar Linke machen also Randale und bedrohen. Schüchtern ein und sorgen dafür, dass Meinungsfreiheit nicht mehr stattfindet. Nicht erst auf der Kundgebung selbst, schon im Vorfeld ging es los mit den Körperverletzungen an Leuten, die gegen Antisemitismus protestieren wollten:

Was bringen die Leitmedien? Live habe ich die Nachrichten um 19.55 Uhr in Sat1 gesehen. Dort wurde zwar gezeigt, wie einem Mann eine Israelfahne entrissen wurde, aber das war auch alles. Ansonsten nur Friede, Betroffenheit und Mahnung. Aufatmen, dass Deutschland so anständig ist. Der Abbruch der Veranstaltung vom Hermannplatz wurde nicht erwähnt – damit man nicht sagen musste, wer dafür gesorgt hat?

Die ZDF heute-Sendung von 19 Uhr (in der Mediathek angesehen[1]) brachte gar nicht erst etwas vom Hermannplatz; Bilder wurden aus Erfurt gezeigt. Da war es wohl harmlos. Bloß nichts aus Berlin bringen, es könnte ja Vorwürfe geben, dass nicht alles von dort gebracht wurde?

Das heute journal in der Halbzeitpause des Champion League-Spiels fängt gleich mit den Kippa-Kundgebungen an, der Filmbericht kommt aus Berlin. Nichts vom Hermannplatz.

Was macht die ARD-tagesschau (ebenfalls Mediakthek): absolut nichts zu den Bedrohungen am Hermannplatz.

Und sonst? In der Mediathek von RTL finde ich die Nachrichtensendung von 18.45 Uhr nicht.

n-tv: Die Mediathek bringt derart haufenweise Werbung, dass ich da nicht weiter sehe. Im Internet eine Kurzmeldung. Menschen gingen auf die Straße, blablabla.

Welt.de: Endlich mal nicht nur die „Wir sind die Guten“-Berichterstattung zum Wohlfühlen und Selbstbeweihräucherung, denn einmal wird der Unmut beschrieben, der sich im Publik breit machte, als Berlins Regierender Bürgermeister es nicth einmal schaffte das Wort „Antisemitismus“ in den Mund zu nehmen und auch sonst herumeierte. Und dann das hier: „Doch schon bald wird die entschlossene Stimmung gedämpft, als die Information die Runde macht, dass eine weitere Solidaritätsveranstaltung im islamisch geprägten Neukölln wegen massiven Anfeindungen nach nur 15 Minuten abgebrochen werden musste. Es scheint hier kaum jemanden zu wundern.“ Geht doch!

Allerdings war das im Internet. Was im Fernsehen zu sehen war, weiß ich nicht.

SPON.de: Ein „Zwischenfall“ wird in einem eigenen Artikel beschrieben. Die Polizeiangabe „drei Teilnehmer fühlten sich bedroht“ wird zitiert.

Beim Focus ergibt die Suche nach „Kippa“ auf der Eingangsseite kein Ergebnis (21.48 Uhr). Die Focus-Suchfunkton bringt Meldungen bis zum 24. April.

Stern.de: Irgendwo mitten im Text ein Satz mit wie beim SPON – „fühlten sich bedroht“. Dass es beim Regierenden Unmutsstimmung gab, fehlt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ein ganzer Artikel zu dem, was sich am Hermannplatz abspielte, ein twitter-Video des Jüdischen Forums wird eingeklinkt. Der ganze erste Absatz ist dem Vorfall gewidmet.

Weitere Suche habe ich mir gespart.

Fazit: Wer will, kann die Information bekommen. Er muss sie nur suchen. Im Intenet.

Die großen Fernsehsender, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, machen sich nicht die Mühe die Antisemitismus-Probleme aufzuzeigen. Sie produzieren ihre Wohlfühl-Berichte, die zeigen, wie gut alle sind. Das Hauptmedium Fernsehen informiert unvollständig, zeigt die Probleme gerade NICHT. Das Medium, dem die Bundesbürger am meisten vertrauen, informiert nur unvollständig – bringt Kritisches nicht. Warum wundern die sich, dass von Lücken- bis Lügenpresse die Rede ist?

Es bleibt abzuwarten, wie mit dem Tag weiter umgegangen wird. Wie haben sich die Kippaträger nach den Kundgebungen verhalten? Haben sie die Kippa beim Verlassen der Veranstaltung aufbehalten oder schnell wieder abgenommen? Bringt irgendjemand etwas dazu? DAS wäre interessanteste Frage überhaupt. Denn wenn sie alle die Kippa wieder eingesteckt haben, dann muss man davon ausgehen, dass der ganze Aufwand umsonst war. Ein Moment des „hach, was sind wir gut“ und dann – nichts mehr, back to business; vorbei, wir machen weiter, als ob nichts gewesen wäre.

Wir das das Ergebnis des Tages sein? Alles Bisherige legt nahe, dass es so sein wird.

[1] Alle Mediatheken übers Smart-TV angesteuert

Was erlauben Lagerfeld?

RTL exklusiv (unter Frauke Ludwig) berichtete über Karl Lagerfelds Kritik an Frau Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik: „Selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen.“ Das geht ja jetzt gar nicht. Kritik an Merkel? Pfui! RTL: Muslimische Einwanderer angreifen ist pöse! (Hat er „Einwanderer“ angegriffen?) Seiner Meinung nach sind viele Muslime Antisemiten. (Stimmt das etwa nicht?) Und für diese Einwanderung ist seiner Meinung nach Angela Merkel verantwortlich. (Stimmt ja gar nicht, die hat nichts dazu beigetragen…) Glaubt Lagerfeld. (Nicht nur der.) Und die ausgelösten Schlagzeilen – will RTL vermitteln, dass die negativ waren? „Aber wieso sagt er das? Tatsächlich ist das Unternehmen Chanel, für das er arbeitet, fest in jüdischer Hand…“ Ah, jetzt wissen wir es – die Juden stecken dahinter, Lagerfeld ist deren Lakai!

RTL: „Seltsam auch, dass Lagerfeld Modekollegen immer kritisiert hat, die extreme politische Meinungen vertreten haben. Da ist zum Beispiel der Modeschöpfer Galeano, der 2009 öffentlich Juden beleidigt hat.“ Hm, Juden beleidigen ist also nur „politisch extrem“ und darf nicht kritisiert werden? Oder wie soll man das verstehen?

Der pöse Modeschöpfer ist „bis jetzt nicht auf die Kritik eingegangen“ – die Beschwerden, die beim Sender eintrafen, der das Gespräch ausstrahlte, bei dem Lagerfeld die Äußerung von sich gab. Ja wie kann das denn sein? Er hat sich zu äußern, muss Buße tun, muss zu Kreuze kriechen, hat gefälligst Abbitte zu leisten. An Merkel rumzumäkeln UND „Einwanderer“ des Antisemitismus zu verdächtigen ist nun wirklich nicht drin.

Könnte es sein, dass RTL ein ganz klein wenig für Antisemitismus ist? Dass Antisemiten dort besser gelitten sind als Antisemitismus-Kritiker? Dass Judentum mit Judenlobby eins sein soll und Juden hinter aller Kritik stecken müssen, die als unliebsam und pöse hingestellt wird? Dass klare Worte mit klaren Fakten nicht erlaubt sein sollen? Dass der Sender eben auch nur ein Volkserzieher ist statt Journalismus zu betreiben?

(Das Video mit dem Ausschnitt der Sendung kann bei vimeo angesehen werden.)

Kinderkram?

Benjamin Netanyahu hat ein Treffen mit Bundesaußenminister Gabriel abgesagt, weil dieser sich unbedingt mit – so hallt es aus unsere Medien – „Menschenrechtsgruppen“ treffen will, „die Israels Siedlungspolitik kritisieren“.

So kann man es natürlich auch ausdrücken. Vor allem kann man die Zusammenhänge außen vor lassen. Und man kann, wie Gabriel auch, Entscheidendes ausblenden oder weglassen.

Erst einmal zur Berichterstattung. In unserem Lokalradio wie auch im WDR hieß es in den Nachrichten (und der weiteren „Berichterstattung“, Netanyahu habe wegen Gabriels Treffen mit „Menschenrechtsgruppen, die Israels Siedlungspolitik kritisieren“ mit der Absage des Termins mit dem Deutschen gedroht. Im WDR heißt es noch „linke Menschenrechtsgruppen“ – und damit ist klar, dass sie die guten sind, denn Netanyahu ist bekannt rechts und damit auf der falschen Seite.

Unsere herzallerliebste Moderatorin des Lokalradios meinte kommentieren zu müssen, dass Netanyahu sich wie ein kleines Kind verhalte – und machte die entsprechenden Geräusche dazu. Der WDR wurde auch nicht konkreter, ließ aber Sigmar Gabriel ausführlich zu Wort kommen: Es sei ganz normal, wenn man bei Auslandsbesuchen auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft spricht; und es sei undenkbar, dass bei einem Besuch Netanyahus in Deutschland ein Treffen mit ihm abgesagt würde, weil er sich mit Regierungskritikern treffen wollte.

Die Printmedien sind zum Teil etwas ausführlicher. Der SPIEGEL nennt z.B. zwei der fraglichen Organisationen: B’Tselelm und Breaking the Silence und versucht Netanyahus „Rage“ zu erklären – allerdings in der üblichen positiven Weise, die dem Leser vermittelt, dass sie die Guten sind und die Kritik an ihnen ungerechtfertigt ist.

Die FAZ beschränkt sich auf eine kurze Meldung, die so nichtssagend ist wie die Meldungen im Radio.

Manche andere, die ausführlicher sind, schreiben auch, dass es sich u.a. um Breaking the Silence handelt – und auch hier wird nicht gezeigt, wie übel diese Truppe agiert, sondern „neutral“ so geschrieben, dass der Leser einen guten Eindruck von ihr bekommt. Darüber hinaus kommt dann die „Information“, dass „Breaking the Silence und andere linke Organisationen … in Israel oft als Nestbeschmutzer oder Verräter gebrandmarkt“ werden. Die Gründe werden nicht erläutert, nur so angedeutet, dass man einen positiven Eindruck bekommt.

ZDF heute um 17 Uhr: Auch hier keine Zusammenhänge. Ein Hinweis auf die abgesagten „Regierungskonsultationen“ im Februar, wegen des Wahljahres. Und liefert noch gleich einen spekulativen Grund für Netanyahus Aktion mit: Das macht er wegen der Innenpolitik, um dem „rechten Rand“ seiner Koalition zu zeigen, was er kann.

Allgemein wird davon geredet, dass Netanyahu für den Eklat sorgt, für die Verschlechterung der Beziehungen.

Und was lassen die Qualitätsjournalisten und Herr Gabriel aus?

Zunächst einmal wird kaum irgendwo erwähnt, dass Gabriels erklärter Freund Mahmud Abbas keine Zeit für ihn hat – kommentiert schonmal gar nicht. Warum auch, schließlich hatte Frau Merkel ja auch mal keine Zeit für Netanyahu. Dass sie andererseits kurz darauf Zeit für ein ausführliches Treffen mit Mahmud Abbas hatte – geschenkt, ist kein Problem. Dass das für die Israelis ein Schlag ins Gesicht ist, zählt nicht. Die haben die Wange hinzuhalten, müssen sich alles gefallen lassen.

Es wird Gabriels Argument kolportiert, dass eine solche Aktion umgekehrt undenkbar wäre. Ich möchte aber lieber nicht wissen, was los wäre, wenn Netanyahu sich mit den Regierungskritikern von Pegida träfe. Die „Kritik“ eines solchen Treffens mit der Zivilgesellschaft – na ja, man kann sich nur allzu gut vorstellen, was dann an Kommentaren aus Berlin käme.

Auch nicht erwähnt wird Gabriels antiisraelische Vorgeschichte. Schon gar nicht, wenn Gabriel selbst im Interview mit dem ZDF Morgenmagazin erzählt, er habe genug Freunde in Israel und wäre nicht darauf angewiesen Netanyahu zu treffen. Diese Vorgeschichte ist aber ein entscheidendes „Detail“: dass Gabriel vor einigen Jahren Israel Apartheid vorwarf; dass er Abbas seinen Freund nennt, den er gerne trifft usw. Gabriel ist nicht nur deutscher Außenminister, er ist auch ein Kumpel der Terroristen und einer, der mit falschen Vokabeln Israel verleumdet.

Wenn dieser Mensch sich dann mit Organisationen treffen will, die eben nicht einfach „linke Menschenrechtsorganisationen“ und „Kritiker der Regierung“ sind, sondern Gruppen am äußersten Rand der israelischen Gesellschaft, die mit Lügen und unsachlichen Vergleichen gegen das Land (nicht nur die Regierung) hetzen, dann passt das ins Weltbild nicht nur von Gabriel und unserer Qualitätsjournaille, die solche Verbrecher hochleben lassen und hofieren. Die solche Gruppen finanzieren und ganz erpicht darauf sind, von ihnen weitere „Informationen“ zu erhalten, die nicht nur Fake News, sondern dreiste Unwahrheiten bis Lügen sind.

Wer mehr über B’Tselem und Beraking the Silence wissen möchte, kann auf diesem Blog deren Namen ins Suchfenster eingeben. Der kann das auch bei Elder of Ziyon, Palestinian Media Watch und einigen anderen tun. Ganz aktuell hat aus Anlass des Eklats der Blog Israelkompetenzkollektion eine ausführliche Informaion eingestellt.

Wenn Netanyahu hier als der Schlimme dargestellt und seine Aktion als Ursache für eine Verschlechterung des Verhältnisses zu Israel verbreitet wird, dann ist das schlicht falsch. Wenn die Moderatorin unseres Lokalradios sein Verhalten als kindisch bezeichnet, beweist sie nur einmal mehr die Lücken ihrer Kenntnisse und den Unwillen selbst zu denken oder zu recherchieren (die Dame plappert aber sowieso nur nach, was in der üblen Seite des Mainstreams so vorgegeben wird).

Qualitätsjouranlismus. Qualitätsdiplomatie. Stoße die Israelis vor den Kopf, bis sie sauer werden. Und beschwere dich dann, dass die Israelis dünnhäutig, kindisch und so weiter ist. So funktioniert heute Politik. Dass damit verleumdet wird – geschenkt, das sind die Israelis, die haben sich das gefallen zu lassen.

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Weitere Kommentare:
– Audiatur: Sigmar Gabriels kalkulierter Eklat
– tw24: Zumutung
– Israelnetz: Der Verunglimpfung abgesagt

Zuckerbrot und Peitsche – die Hintergründe des Blutbades in Palästina

Ein kommentierter Lügenschwall von Norman G. Finkelstein in der FAZ, 14. Mai 2002 (Im Internet 2 Teile)

14. Mai 2002 – Der Nahost-Konflikt hat in Deutschland eine vielschichtige Debatte ausgelöst: Über das militärische Vorgehen Israels in den Palästinensergebieten, über die Rolle Deutschlands als Vermittler und auch über die Schwierigkeiten deutscher Kritik am Staate Israel. FAZ.NET hat die Debatte mit Berichten, Kommentaren und einem Forum begleitet. In diesem Gastbeitrag äußert sich nun der Politikwissenschaftler Norman Finkelstein, der mit seinem Buch über „Die Holocaust-Industrie“ in Amerika und in Deutschland eine Kontroverse über den Umgang mit Auschwitz ausgelöst hat. Jetzt prangert er nicht weniger kontrovers die israelische Regierung für ihre Besatzungspolitik an.

Während des Junikrieges 1967 besetzte Israel das Westjordanland und den Gazastreifen und vollendete damit die zionistische Eroberung des damals unter britischem Mandat stehenden Palästina. [Das an sich ist schon gelogen. Es fängt damit an, dass „Palästina“ nicht mehr unter britischem Mandat stand; und es geht damit weiter, dass Israel (dummerweise) sofort und Jahre lang gesagt hat, dass es dieses Land nicht will, sondern es den Arabern „zurückgeben“ möchte – gegen Frieden. Außerdem lässt Finkelstein völlig außer Acht, wie es dazu kam, dass Israel die Gebiete eroberte: durch arabische Kriegstreiberei und völkerrechts- und vertragswidrige Handlungen, die Israel zum Krieg zwangen!] In den Nachkriegsjahren debattierten die Vereinten Nationen über die Modalitäten zur Beilegung des arabisch-israelischen Konfliktes. [Eben: die UN – nicht die Araber, die hatten ihre „Drei Nein“ beschlossen!] Auf der fünften Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung, die unmittelbar nach Kriegsende zusammenkam, herrschte „weitgehende Übereinstimmung“ über den „Rückzug der bewaffneten Streitkräfte aus dem Gebiet der benachbarten arabischen Staaten, die während des jüngsten Krieges besetzt worden waren“, da „alle darin übereinstimmen, dass es keine Gebietseinnahmen durch militärische Eroberung geben darf“, so UN-Generalsekretär U Thant.
[Diese so wiedergegebenen Zitate lassen außer Acht, dass
1.) die eroberten Gebiete westlich des Jordan und nördlich des Sinai an der Mittelmeerküste vom Völkerrecht her nicht den arabischen Nachbarstaaten gehörten; bis heute handelt es sich völkerrechtlich um umstrittene Gebiete!
2.) dass der Beschluss des Sicherheitsrats hierzu – Resolution 242 – ausdrücklich NICHT den Rückzug aus „den Gebieten“ forderte, sondern Israel territoriale Zugeständnisse als Folge des Krieges machte! Die Formulierung der Resolution „aus besetzten Gebieten“ (ausdrücklich NICHT „den Gebieten“ oder „allen besetzten Gebieten“ sollte nach Darstellung der Verfasser der Resolution ganz bewusst die Möglichkeit schaffen, dass Israel sich nicht zu hundert Prozent auf die Waffenstillstandslinien von 1948/49 zurück ziehen musste. Das hatte heftige Diskussionen und teilweise Unmut ausgelöst, wurde aber durchgesetzt – was die arabischen Staaten veranlasste, diese Resolution in Bausch und Bogen abzulehnen und sie für ungültig zu erklären. Was sie heute nicht daran hindert, die Resolution 242 umzuinterpretieren…]

Gebietsnahme unzulässig

In den anschließenden Überlegungen des Sicherheitsrates wurde genau diese Forderung nach einem vollständigen israelischen Abzug gemäß dem Prinzip der „Unzulässigkeit der Gebietseinnahme durch Krieg“ in der Resolution 242 der Vereinten Nationen festgeschrieben, zusammen mit dem Recht eines „jeden Staates in der Region“ auf Anerkennung seiner Souveränität. [Zur Festschreibung der Grenzen s.o.; was mich bei Finkelstein wundert: Er weiß anscheinend nicht, dass es dort keinen Staat gab, dass dort kein Staat eingerichtet werden sollte, sondern dass Jordanien und Ägypten völkerrechtswidrige und nicht anerkannte Annektionen vorgenommen hatten. Was für Kenntnisse hat dieser Mann überhaupt? Er lässt auch geflissentlich außer Acht, dass es dazu eines Partners auf der arabischen Seite bedarf, der es ernst meint – was bis heute seitens der Palästinenser komplett fehlt!] Eine nach wie vor geheim gehaltene Studie des amerikanischen Außenministeriums kommt zu dem Schluss [wenn die geheim ist, wie weiß er davon?], dass die USA die „Unzulässigkeits“-Klausel der Resolution 242 unterstützten und lediglich „kleinere“ und „gegenseitige“ Grenzanpassungen einräumten. Der israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan ermahnte seine Kabinettskollegen später, die Resolution 242 nicht zu billigen, weil „sie den Rückzug auf die Grenzen vom 4. Juni bedeutet und weil wir mit dem Sicherheitsrat bezüglich dieser Resolution in Konflikt stehen“. [Was denn nun: Grenzanpassungen oder Rückzug auf die Grenzen vom 4.6.67? Finkelstein sollte sich mal entscheiden, was er nun davon hält. Na ja, hat er ja vorhin schon! Im Übrigen, wenn man den ganzen Dayan-Text liest, dann wird heraus stellen, dass er vor einer falschen Auslegung der Resolution in der Zukunft warnt.]

Eine Modifizierung der UN-Resolution 242 zur Beilegung des israelisch-palästinensischen Konfliktes [Für Finkelstein scheint es nie einen arabisch-israelischen Konflikt gegeben zu haben. Das war er aber, bis in die späten 80-er Jahre, als König Hussein die Palästinenser aus der jordanischen Staatsbürgerschaft entließ, damit die einen eigenen Staat gründen sollten.] sah erstmals Mitte der siebziger Jahre die Schaffung eines palästinensischen Staates im Westjordanland und dem Gazastreifen vor, sobald Israel sich auf die Grenzen vor Juni 1967 zurückzog. [Wenn das stimmt, dann hätte sich Dayans Befürchtung schon nach wenigen Jahren bestätigt.] Mit Ausnahme der USA und Israels (und gelegentlich auch eines an die USA gebundenen Staates) herrschte in den vergangenen 25 Jahren internationale Übereinstimmung über die Formulierung des vollständigen Rückzugs/der vollen Anerkennung, auch „Zwei-Staaten“ Regelung genannt. [Und was ist mit den Weigerungen der Araber? Die spielen für Finkelstein offenbar keine Rolle!] Die USA legten ihr alleiniges Veto zu den Resolutionen des Sicherheitsrates von 1976 und 1980 ein, die eine Zwei-Staaten Regelung vorsahen, welche von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und den arabischen Frontstaaten mitgetragen wurde. [Was Wunder: Seit 1974 gilt der Phasenplan der PLO: Jedes Stückchen Land unter allen Umständen in die Hände bekommen, um einen Fuß in der Tür zu haben, ein Sprungbrett, von dem aus es sich besser militärisch kämpfen lässt als vom „Ausland“ aus.] Eine Resolution der Vollversammlung im Dezember 1989, die sich dieser Regelung anschloss, wurde mit einer Stimmenmehrheit von 151 zu 3 angenommen (keine Enthaltungen). Die drei Gegenstimmen kamen von Israel, den USA und der Dominikanischen Republik. [Das Problem all dieser Resolutionen: Sie setzen vorherige (242) teilweise außer Kraft und forderten 100 Prozent Vorleistungen der Israelis, Rückzug und Abgabe aller Verhandlungsmassse. Das ist keine Voraussetzung für Friedensverhandlungen, da die Araber dann keinerlei Anlass mehr zu ihnen haben. Sie können dann die Verhandlungen platzen lassen und ihren Krieg wieder aufnehmen. Und das bisherige Verhalten der UNO in Fällen von arabischer Missachtung von UN-Beschlüssen zeigt auf: die UNO wird auf keinen Fall pro Israel eingreifen, wenn die Araber ihren Völkermord wieder aufnehmen wollen.]

Bantustan-Lösung

Von Anfang an widersetzte sich Israel beharrlich dem vollständigen Rückzug aus den Besetzten Gebieten und bot Palästina stattdessen eine Bantustan-Lösung nach südafrikanischem Muster an. [Schlichtweg unwahr.] Die PLO, die der internationalen Übereinkunft zugestimmt hatte, konnte jedoch nicht abgesetzt werden, als „Ablehnung“ und der Druck auf Israel sich verstärkten, das Zwei-Staaten-Abkommen anzuerkennen. Im Juni 1982 marschierte Israel daraufhin im Libanon ein, wo sich das Hauptquartier der PLO befand, um die so genannte „Friedensoffensive“ der PLO abzuwehren. (Avner Yaniv, Dilemmas of Security) [Volle Verleumdung: Die Operation hieß nicht umsonst “Frieden für Galiläa”! Die Friedensoffensive der PLO sah so aus, dass massiver Beschuss – Artillerie und Raketen – aus dem Südlibanon auf das nördliche Israel statt fand. Um dieser Bedrohung, die ständig verstärkt wurde, ein Ende zu setzen und wegen Hilferufen aus dem Libanon setzte Israel die Armee in Bewegung, nicht um Frieden zu verhindern! Man kann sich schon mit Ignoranz und Verdrehungen die Wahrheit so biegen, dass sie dem eigenen ideologischen Weltbild passt!]

Im Dezember 1987 erhoben sich die Palästinenser im Westjordanland und dem Gazastreifen in einem im wesentlichen gewaltfreien Aufstand (Intifada) gegen die israelische Besatzung. [Wenn man Steine werfen, um damit Menschen zu treffen, als gewaltfrei ansieht; wenn man den Druck als gewaltfrei ansieht, mit dem die nicht gleich geschalteten Menschen dort zum Mitmachen gezwungen wurden; wenn Terrorakte mit Bomben und Molotov-Cocktails als gewaltfrei ansieht. Im Verhältnis zu der jetzigen Situation war es allerdings „gewaltfreier“] Mit einem brutalen Vergeltungsschlag (außergerichtliche Hinrichtungen, Massenverhaftungen, Häuserzerstörung, willkürliche Folterungen, Verschleppungen, und so weiter [typisches, heute fortgesetztes Muster der Verleumdung: Jede Maßnahme zum Schutz der eigenen Bürger wird Israel als unzulässige Brutalität und übertriebene Gewalt vorgeworfen. Die Ursachen für diese Maßnahmen werden vernachlässigt, sogar als „gewaltfrei“ bezeichnet!] schlug Israel schließlich den Aufstand nieder. [Das war wohl eher so, dass sie „Intifada I“ im Sande verlief, weil die Israelis sich nicht davon erpressen ließen.] Zu der Niederlage der Intifada kam verschärfend hinzu, dass die PLO mit der Zerstörung des Irak, dem Auseinanderfallen der Sowjetunion und der ausbleibenden finanziellen Unterstützung durch die Golfstaaten weitere Verluste hinnehmen musste. [Ist das so schlimm? Dem Terror konnte damit Boden entzogen werden, denn die PLO agierte ausschließlich mit Hilfe von Terror!] Die USA und Israel nutzten diese Gelegenheit, um die bereits bestechliche und nun in Verzweiflung geratene PLO-Führung als Surrogat israelischer Macht zu nutzen. [Im Gegenteil: Der Westen – ok, einschließlich der USA – holte Arafat und seine Kumpane vom Müllhaufen der Geschichte zurück, statt die Palästinenser vor Ort zu nutzen!] Hierin liegt die eigentliche Bedeutung des „Friedensprozesses“, der im September 1993 in Oslo ins Leben gerufen wurde: ein palästinensisches Bantustan zu schaffen, indem man die PLO mit den Insignien von Macht und Einfluss ködern wollte. [Kann ich nur eins zu sagen: Schwachsinn!]

Realität und Mythos

„Die Besetzung dauerte an“ nach Oslo, stellte ein erfahrener israelischer Kommentator fest [Welcher? Uri Avnery?], „auch wenn sie aus der Ferne gesteuert wurde und mit Zustimmung des palästinensischen Volkes, das nur durch die PLO als seinem „alleinigen Repräsentanten“ vertreten wurde“. [Nochmals: Gegen den ausdrücklichen Willen der Berater und Sicherheitsdienste! Israel wurde das aufgedrückt, warum, weiß der Geier! Die Regierung Rabin machte aus Ignoranz der PLO-„Regeln“ für die Bekämpfung Israels mit. Und dass die PLO als „alleiniger Repräsentant“ eingesetzt wurde, widerspricht jedem Demokratie-Verständnis.] Und noch einmal: „Es gibt keinen Zweifel darüber, dass „Kooperation“ auf Basis der derzeitigen Machtverhältnisse nicht mehr ist als eine gut getarnte permanente Vorherrschaft Israels und die palästinensische Selbstbestimmung eine pure Beschönigung dessen ist, was in Wahrheit einer Bantustisierung gleichkommt.“ (Meron Benvenisti, Intimate Enemies) [Aha, der. Den kenne ich nicht. Aber macht wohl nichts. Was spricht eigentlich dagegen, dass Israel und die Palästinenser Zug um Zug die Sache erledigen sollten? Die Palästinenser sollten komplette Verantwortung und Freizügigkeit haben – das ist nicht Bantustan. Und dass die EU und alle anderen auf diesen Zug aufsprangen und ihn maßgeblich mit bestimmten, spricht auch dagegen. Diese einseitige anti-US- und anti-Israel-Haltung ist sachlich jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Sie spricht nur für eines: Dass völlig undifferenziert palästinensisch-arabische Verleumdungen übernommen und als Tatsachen verbreitet werden.]

Nach sieben Jahren immer wieder unterbrochener Verhandlungen und einer Reihe neuer Abkommen, mit denen den Palästinensern die wenigen Bonbons [wie bitte? – vorhandene Kontrolle über 98% der eignen Bevölkerung, dazu volle staatliche Souveränität durch Endstatus-Verhandlungen in Aussicht und Finkelstein schreibt von wenigen Bonbons?], die am Verhandlungstisch von Oslo für sie abgefallen waren, wieder weggenommen wurden (die Zahl der jüdischen Siedler in den Besetzten Gebieten hatte sich inzwischen sogar verdoppelt) [die Siedlungsfrage war für die Endstatusverhandlungen vorgesehen. Und was hatten die Israelis wieder weggenommen? Nichts! Sie haben aber zeitweise, so lange der Druck des Westens nicht zu groß war, die von ihnen versprochenen Maßnahmen nicht weiter geführt, weil die PA den ihren bis dahin – und bis heute – nicht einmal ansatzweise nach kam. Finkelstein lässt einmal mehr die Gründe für Israels Handeln außer Acht und unterstellt ihm ein Handeln, das so nicht stattgefunden hat!], kam im Juli 2000 in Camp David die Stunde der Wahrheit. Präsident Clinton und Premierminister Barak stellten Arafat das Ultimatum, einem Bantustan formal zuzustimmen oder ansonsten die volle Verantwortung für das Scheitern des „Friedensprozesses“ zu tragen. [Blödsinn – von „Folgen“ und einem Scheitern des „Friedensporzesses“ war überhaupt nicht die Rede, bis der Oberterrorist seinen Krieg Ende September 2000 begann!] Arafat lehnte wie erwartet ab. Entgegen dem von Barak und Clinton sowie einem staatstreuen Medium verbreiteten Mythos sah die Realität so aus, dass „Barak die Insignien für eine palästinensische Unabhängigkeit angeboten hatte“, berichtet ein Sonderberater des britischen Außenministeriums, „gleichzeitig sollte die Unterwerfung der Palästinenser bestehen bleiben.“ (The Guardian, 10. April 2002; weitere Details und eine kritische Hintergrundbetrachtung siehe Roane Carey, ed., The New Intifada) [Das sollte der Herr einmal belegen! Aber er handelt gemäß der palästinensisch-arabischen Propaganda: Tische eine Lüge oft genug auf, dann wird sie schon geglaubt! Wo bitte, wäre das ein Bantustan nach südafrikanischem Apartheitsmuster gewesen? Dafür gibt es keinerlei Hinweise! Und außerdem: Die Palästinenser waren es, die beweisen mussten, dass sie mit den Israelis leben wollten, nicht umgekehrt!]

Vor diesem Hintergrund ist die Antwort Israels auf den jüngsten saudischen Friedensplan zu betrachten. [Einspruch, denn völliger Unsinn! Sie ist einzig und allein auf Grundlage des palästinensischen Terrors zu betrachten. Wenn der eingestellt wird – und zwar nicht nur so, dass die israelischen Sicherheitsmaßnahmen greifen, sondern dass diese nicht mehr nötig sind, dann wird ein Schuh draus!] Ein israelischer Kommentator, der für die israelische Tageszeitung Haaratz schreibt, stellt fest, dass der saudische Plan „in erstaunlicher Weise jenen Plänen ähnelt, die Barak bereits vor zwei Jahren vorgeschlagen haben will.“ [Den Blödsinn kann sich in Israel auch nur Haaretz leisten. Muss es vielleicht, um nicht die linksextremistische Leserschaft um Yossi Beilin et al. zu verlieren. Aber selbst, wenn er Recht hätte: Dann hätten die Araber ja auch „Bantustan“ vorgeschlagen! Herr Finkelstein sollte sich mal entscheiden, ob das Barak-Clinton-Angebot nun unredlich war oder nicht!] Hätte Israel tatsächlich hinter einem vollständigen Abzug als Gegenleistung für eine Normalisierung mit der arabischen Welt gestanden, hätten der saudische Plan und seine einhellige Billigung auf der Gipfelkonferenz der Arabischen Liga Jubel hervorrufen müssen. Tatsächlich jedoch löste er eine gespannte Ruhe in Israel aus. (Aviv Lavie, 5. April 2002) [Und warum: Weil einmal mehr verlangt wurde, dass Israel sämtliche Verhandlungsmasse aufgibt und keinerlei Spielraum mehr behält, was den Arabern jegliche Gründe für Verhandlungen erspart hätte. Was daraus folgt, dürfte jeder wissen, der ein wenig Ahnung davon hat, wie die arabische Seite denkt und handelt, statt ihr westliche Denkmuster und westlichen guten Willen zu unterstellen.] Wie dem auch sei, die Heuchelei von Barak – und Clinton -, die Palästinenser hätten in Camp David ein überaus großzügiges Angebot Israels abgelehnt, diente als wichtiger moralischer Deckmantel für die anschließenden Gräueltaten. [Welche Gräueltaten? Wie wäre es mit Belegen? Er sollte einmal anführen, was er darunter versteht, wenigstens Beispiele. Aber dann könnte sich heraus stellen, dass diese „Beweise“ widerlegt werden und das Kartenhaus der Argumentation des Herrn zusammenfällt.]
Teil II:

Nachdem die Zuckerbrotmethode keinen Erfolg brachte, griff Israel nun zur Peitsche. Zwei Voraussetzungen mussten jedoch erfüllt sein, bevor Israel seine militärische Überlegenheit würde einsetzen können: „grünes Licht“ aus den USA und ein hinreichender Vorwand. Bereits im Sommer 2000 berichtete die amtliche Jane´s Information Group, Israel verfüge über Pläne für eine massive und blutige Invasion der Besetzten Gebiete. [1.) Was eine grundsätzliche Planung hätte sein müssen, weil Israel immer mit arabischem Terror und Krieg rechnen muss; aber 2.) Wer sagt denn, dass Jane’s Recht hatte und eine Tatsache und nicht nur eine Vermutung publizierte – also Spekulation?] Aber die USA legten ihr Veto gegen dieses Vorhaben ein [wage ich schlichtweg zu bezweifeln, dass darüber überhaupt gesprochen wurde – Finkelstein spekuliert einmal mehr] und auch Europa machte seine Ablehnung hierzu gleichermaßen deutlich. Nach dem 11. September jedoch kamen die USA wieder ins Spiel. Scharons Ziel die Palästinenser niederzuschlagen passte nun grundsätzlich in die Zielsetzung der amerikanischen Regierung, nach den Anschlägen auf das World Trade Center jeden noch bestehenden Widerstand in der arabischen Welt gegenüber der amerikanischen Vorherrschaft zu brechen. [Das alte, antiamerikanische und linke Schema des Denkens bricht weiter durch: die USA sind die Bösen, die nur eins wollen: totale Herrschaft auf Kosten anderer. Das kennen wir seit Vietnam und das wird damit immer noch nicht richtiger. Abgesehen davon: Wie kommt es dann, dass Israel seine Pläne der Besetzung erst im Juli 2002 ausführte???] Durch ihre starke Willenskraft und trotz einer in hohem Maße korrupten Führung gelten die Palästinenser als die widerstandskräftigste und hartnäckigste populäre Kraft in der arabischen Welt. Sie in die Knie zu zwingen käme einem vernichtenden psychologischen Schlag gegen die gesamte Region gleich. [Das ist die erste Behauptung dieser bisherigen mehr als drei Seiten, wo ich Finkelstein zustimme. Aber er scheint es als Katastrophe für die Welt anzusehen, wenn die Terroristen in die Knie gezwungen werden. Und er will einfach nicht wahr haben, dass ein Palästinenserstaat entstehen könnte, der die PLO nicht beinhaltet und dadurch funktionieren könnte.]

Nach dem grünen Licht aus USA brauchte Israel nun lediglich noch den passenden Vorwand. Wie vorherzusehen war, heizte Israel die Gewaltspirale an. Sobald die palästinensischen Terroranschläge aufgehört hatten, gab es immer wieder neue Mordtaten an palästinensischen Führern. [Ach ja, jetzt ist Israel verantwortlich dafür, dass die PA ihren Verpflichtungen nicht nach kam und es die Terroristen selbst aus dem Verkehr ziehen muss! Übrigens: Diese „Mordtaten“ gab es auch schon vorher, Finkelstein tut aber so, als sei das etwas Neues gewesen. Außerdem „vergisst“ er geflissentlich, dass die Terroranschläge nicht aufhörten, weil die Palästinenser das wollten, sondern weil die Israelis enorm viele Erfolge in der Terrorabwehr hatten. Wieder wird die Ursache des Geschehens verschwiegen, die Notwendigkeit der Verteidigung als Eskalation bezeichnet. So kann man natürlich alles verdrehen, bis es in die eigene Ideologie passt!] „Nach der Zerstörung der Häuser in Rafah und Jerusalem gaben sich die Palästinenser weiter gemäßigt in ihren Aktionen,“ beobachtete Shulamith Aloni von der israelischen Partei Meretz. [Das ist die linksextremste Partei im israelischen Spektrum, eine winzige parlamentarische Minderheit die, die am liebsten jede israelische Regierung zum Teufel schicken und Arafat wohl mit Friedenspreisen überschütten möchte. Warum führt eigentlich Finkelstein immer Außenseiter, die jenseits der Grenze zur Bedeutungslosigkeit stehen, als Kronzeugen für seine wüsten Verleumdungen an?] „Scharon und sein Verteidigungsminister befürchteten offenbar, sie müssten zum Verhandlungstisch zurückkehren und beschlossen daher etwas zu unternehmen. Sie ließen den Fatah-Aktivisten Raad Karmi liquidieren. [Alle unzulässige Gewalt geht von Sharon aus? Und die Palästinenser sind die Idioten, die immer wieder auf die jüdische Verschwörung herein fallen? So blöde sind nicht einmal die!] Sie waren sich im klaren darüber, dass diese Tat nicht unbeantwortet bleiben würde und dass wir den Preis mit dem Blut unserer Bürger würden bezahlen müssen.“ (Yediot Aharonot, 18. Januar 2002) Israel wartete tatsächlich sehnsüchtig auf diese blutige Antwort. [Allein für diesen Satz sollte Finkelstein wegen Beleidigung und Verleumdung vor Gericht gestellt werden. Jeder Israeli, der ihm auf der Straße begegnet, würde ihm ins Gesicht spucken und könnte seine Lüge anhand des eigenen Lebens widerlegen.] Als die Terrorangriffe der Palästinenser dann das gewünschte [dito!] Maß überstiegen, konnte Scharon den Krieg erklären und seine Vernichtung der wehrlosen palästinensischen Zivilbevölkerung fortsetzen. [Jau, die eigenen Maschinengewehre, Bomben, Raketen, Sprengstoff und was weiß ich noch alles machen die Palästinenser zu wehrlosen Bauern im Schachspiel der imperialistischen Israelis und Amerikaner! Und die getöteten Terrorführer sind alles Zivilisten! Und vor allem ist die palästinensische Bevökerung durch den Massenmord zahlemnäßig halbiert worden oder was?]

Israelischer Schlachtruf

Nur diejenigen, die bewusst die Augen verschließen, bemerken nicht, dass Israels jüngster Einmarsch in das Westjordanland eine exakte Spiegelung des Einmarsches in den Libanon im Juni 1982 ist. [Das ständige Hin und Her, Rein und Raus hat es im Libanon nicht gegeben; dort ging man klassisch militärisch vor: Artillerie, Panzer usw. schossen und bereiteten das Gelände vor. Wo sind die massiven Beschießungen von palästinensischen Stellungen, das Plattmachen von ganzen Landstreifen? Schon wieder beweist Finkelstein Unkenntnis und Ignoranz, die ins Perverse umschlagen.] Um das Ziel der Palästinenser nach einem unabhängigen Staat an der Seite Israels [Was weiß der Mann wirklich vom Nahen Osten? Er ignoriert die ausdrücklichen Ziele der PLO = Vernichtung des jüdischen Staates.] zu zerschlagen – die „Friedensoffensive der PLO“ – hatte Israel im August 1981 seinen Einmarsch in den Libanon vorbereitet. Hierzu brauchte Israel grünes Licht von der Reagan-Administration und einen passenden Anlass. Zu seinem großen Verdruss und trotz mehrfacher Provokationen konnte Israel an seiner Nordgrenze keinen palästinensischen Angriff herbeiführen. [Wenn er damit offenen Krieg mit einem frontalen Angriff „regulärer Einheiten“ durch die Palästinenser meint, hat er sogar Recht – bis auf die Verleumdung, dass Israel das provozieren wollte. Aber wenn er ständigen Beschuss Nordisraels mit Verletzten und Toten keinen Angriff nennen will, dann hat er einfach den Bezug zur Realität verloren.] Israel verstärkte also die Luftangriffe über Südlibanon und nach einer besonders mörderischen Attacke [wieder wird die Ursache der Schläge vernachlässigt – die Palästinenser saßen nicht friedlich auf der anderen Seite der Grenze und wollten in Ruhe gelassen werden!], bei der zweihundert Zivilisten getötet wurden (darunter 60 Personen eines palästinensischen Kinderkrankenhauses), übte die PLO mit der Ermordung eines Israelis schließlich [schließlich? Will der Mann allen Ernstes behaupten, das sei die einzige israelfeindliche Mordaktion der Palästinenser gewesen?] Rache. Nachdem Israel nun den nötigen Anlass hatte und von der Reagan-Regierung grünes Licht bekam, marschierten seine Truppen in den Libanon ein. Mit demselben Schlachtruf, „den palästinensischen Terror auszurotten“, zog Israel nun voran, eine wehrlose Bevölkerung zu vernichten und tötete 20.000 Palästinenser und Libanesen, in der Mehrzahl Zivilisten. [Der Herr weiß einmal mehr nicht Bescheid. Die Toten wurden hauptsächlich durch die PLO und die radikal-islamischen Terroristen verursacht. In der Mehrheit kamen Libanesen um – und zwar christliche Falangisten, was dann deren schändliches Massaker in den Lagern Sabra und Shatila zur Folge hatte. Aber das ist Herrn Finkelstein ja zu sehr Detail, als dass er sich damit beschäftigen wollte. Und es macht seine Sicht kaputt, da würde ja seine „Argumentation“ platzen!]

Das Problem mit der Bush-Administration, so hören wir immer wieder, liegt darin, dass sie sich zu wenig im Nahen Osten engagiert habe. Diese diplomatische Lücke sollte nun die Nahostmission von Collin Powell schließen. Aber wer hat Israel grünes Licht für die Massaker gegeben? [Welche Massaker? Die einzigen Massaker, die veranstaltet werden, sind die der arabisch-palästinensischen Terroristen! Im Übrigen ist der jüdische Staat kein Vasall der USA, der ausschließlich auf deren Befehl und Genehmigung handelt.] Wer lieferte die F-16 Raketen [F-16 sind Flugzeuge, keine Raketen – so viel erneut zur Kompetenz des Herrn (oder des Übersetzers der FAZ….] und Apache Hubschrauber an Israel? Wer legte zu den Resolutionen des Sicherheitsrates, nach denen internationale Beobachter eingesetzt werden sollten, um für eine Eindämmung der Gewalt zu sorgen, sein Veto ein? [Was diese Beobachter bewirken, sehen wir ständig wieder neu in Hebron und dem Südlibanon: die Terroristen agieren unter dem Schutz der UNO, statt von ihr daran gehindert zu werden zu massakrieren!] Und wer lehnte soeben den Vorschlag der obersten Menschenrechtsbeauftragten der Vereinten Nationen, Mary Robinson, ab, ein Untersuchungsteam in die palästinensischen Gebiete zu entsenden, um die Hintergründe und Ausmaße des Massakers herauszufinden? (IPS, 3. April 2002) [Israel – und es hatte guten Grund dazu. Frau Robinson hat sich als ausgesprochene Israel-Hasserin profiliert, was durch die Besetzung der „Untersuchungskomission“ bestätigt wurde.]

„Geist von Auschwitz“

Man stelle sich folgendes Szenario vor: A und B sind des Mordes angeklagt. Es stellt sich heraus, dass A die Mordwaffe an B lieferte, A gab B das Startsignal und A verhinderte, dass Beobachter auf die Schreie der Opfer antworteten. Würde das Urteil lauten, dass A nur unzureichend in den Fall eingebunden war oder dass A den Mord in genau demselben Maß zu verantworten hat wie B? [Ist kein Vergleich zum Nahen Osten: B hatte Waffen, weil das „Opfer“ Terror ausübte und das Leben von B bedrohte. Wenn B die Waffen nicht benutzt hätte, wäre B tot! Das ist Notwehr. Finkelsteins Ignoranz von Ursache und Wirkung erfährt hier ihren Höhepunkt. Er würde wohl jeden Verbrecher frei sprechen, der bei seinem Mordanschlag auf einen Bürger von diesem verletzt würde und das Opfer wegen Mordversuch vor Gericht stellen.]

Um den palästinensischen Widerstand zu brechen, hat ein ranghoher israelischer Offizier Anfang dieses Jahres die Armee dringend aufgefordert, „die Methoden zu analysieren und zu verinnerlichen…, nach denen die deutsche Armee im Warschauer Ghetto vorging.“ (Haaretz, 25. Januar 2002, 1. Februar 2002) Betrachtet man das jüngste israelische Blutbad im Westjordanland [Welches? Das angebliche Massaker in Jenin?], so scheint es, dass die israelische Armee den Rat ihres Offiziers befolgt hat – palästinensische Rettungswagen und medizinisches Versorgungspersonal wurden angegriffen [stimmt so nicht: Sie wurden angehalten und von der Teilnahme an den Kämpfen auf der Seite der palästinensischen Terroristen abgehalten; in ihnen wurden Terroristen transportiert, es wurden Waffen gefunden und der generelle Missbrauch der Wagen für die palästinensische Kampfführung hat dazu geführt, dass die Israelis sie erst nach Beendigung der Kämpfe in die Kampfzone ließen], Journalisten wurden angegriffen [auch so nicht richtig – sie begaben sich gegen den ausdrücklichen Rat und die ausdrückliche Anordnung der Armee in die Kampfzonen und gerieten in Kreuzfeuer], palästinensische Kinder wurden „aus Spaß“ getötet (Chris Hedges, ehemaliger Chef des Büros der New York Times in Kairo [Ach, gerade der? Der war nicht alleine und es gibt Leute, die die Lügen in seinem „Tagebuch“ widerlegen! Dass Finkelstein sich auf den beruft, ist wirklich der Gipfel der Verblödung der Leser!]), alle palästinensischen Jungen und Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren wurden wie Vieh zusammen getrieben [Wie Vieh? Da ist er wieder, der Vergleich der Israelis mit den Nazis. Die Bilder haben nicht einmal Ähnlichkeit mit dem, was Nazideutschland mit den jüdischen Transporten anstellte!], mit Handschellen gefesselt und vermummt, am Handgelenk wurde ihnen eine Nummer aufgedrückt [EINE (!) israelische Einheit hat mit Filzschreibern Nummer auf Arme geschrieben, damit ihr keine Verwechslungen bei den Untersuchungen auf Waffen unterlaufen – und sie hat dafür in Israel mächtig Druck bekommen, was Finkelstein natürlich nicht interessiert], palästinensische Inhaftierte wurden willkürlich gefoltert [keine Beweise! Widerspricht auch der Vorgehensweise der Israelis], die palästinensische Zivilbevölkerung erhielt keine Nahrung und kein Wasser, sie wurde von der Stromversorgung abgeschnitten und auch jegliche medizinische Versorgung wurde ihr verweigert. [schlichtweg nicht wahr] Die palästinensischen Nachbargebiete wurden wahllos aus der Luft angegriffen [eben nicht! Dass sie keine Luftangriffe flogen ist der Grund, weshalb die israelische Armee hohe Verluste hatte!], palästinensische Zivilisten als Schutzschilde benutzt [Quatsch], palästinensische Häuser, in denen die Bewohner sich zusammendrängten, wurden von Panzern niedergewalzt. [ebenfalls Unsinn. Nur dort, wo sich „Kämpfer“ verschanzten, die nicht bereit waren sich zu ergeben, wurden Häuser durch Bulldozer eingerissen – die Armee tat alles, damit die Menschen in Sicherheit gebracht wurden, BEVOR es nötig wurde das Haus zu zerstören.] Es scheint so, als habe die israelische Armee auf den Rat des Offiziers gehört. Ellie Wiesel – Hauptfürsprecher der Holocaust-Industrie [ach, daher weht der Wind! Finkelstein will einmal mehr sein Lieblingsthema hervor holen und jedem ans Bein pinkeln, dem er damit schaden kann! Wäre schön, wenn er wenigstens die Namen richtig schreiben würde: Elie Wiesel, mit einem l!] – wies jegliche Kritik eines antisemitisch motivierten Vorgehens [jetzt sollen die Juden an sich wieder selbst die Antisemiten und die Araber die Opfer des jüdischen Antisemitismus sein? Herr Finkelstein, überlegen Sie bitte einmal, wie der Begriff Antisemitismus entstanden ist und was er zu bedeuten hat!] zurück und gab Israel seine bedingungslose Unterstützung. Er sprach von dem „großen Schmerz“, den seine wütende Armee habe erdulden müssen. (Reuters, 11. April; CNN, 14. April) [„wütend“ dürfte wohl die interpretatorische Einfügung Finkelsteins sein. Wenn nicht, dann bezieht sich „wütend“ auf die Lage nach den Kämpfen, nicht vorher oder während.]

Inzwischen hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger Jose Saramago den „Geist von Auschwitz“ herangezogen, um die Gräueltaten der Israelis zu beschreiben. [Und? Was qualifiziert ihn dazu? Doch wohl ausschließlich seine blinde Unterstützung der Arafat-Verbrecher! Das macht seine Behauptung noch unmöglicher als sie ohnehin schon ist.] Ein belgischer Parlamentarier erklärte öffentlich, Israel „macht aus dem Westjordanland ein Konzentrationslager.“ (The Observer, 7. April 2002). [Qualifikation für diese „Wertung“? Nada! Vielleicht die, dass Belgien einer der EU-Staaten ist, der an generell jeder antiisraelischen Aktion beteiligt ist.] Angesichts derartiger Vergleiche empören sich Israelis aller politischen Parteien. Wenn die Israelis nicht als Nazis angeklagt werden wollen, dann müssen sie eben aufhören, wie Nazis zu handeln. [Und wieder sind wir da, wo Finkelstein mit seinem Buch von der Holocaust-Industrie hin will: Die Juden sind Nazis und haben es verdient, dass man ihnen das Fell über die Ohren zieht.]

Norman G. Finkelstein wurde der deutschen Öffentlichkeit durch sein umstrittenes Buch „Die Holocaust-Industrie“ bekannt. Der amerikanische Politikwissenschaftler, der 1953 in Brooklyn geboren wurde, ist der Sohn von Holocaust-Überlebenden.
Text: @sat, Bildmaterial: dpa, AP

Das ist Finkelstein in Reinkultur. Der Mann ist ein jüdischer Antisemit (in der wirklichen Bedeutung des Begriffs): Er lehnt alles Jüdische ab, das Selbstbewusstsein und Rechte für Juden als Juden einklagt. Er betet die palästinensische Propaganda nach, ohne dass Belege dafür überhaupt existieren. Er ignoriert bewusst alles, was gegen die Palästinenser spricht; für ihn gibt es nur einen Aggressor: die Juden. In seinen Äußerungen geht er mindestens so weit wie Uri Avnery, den ich bisher immer für den schlimmsten jüdischen Antisemiten gehalten habe. Und er wird wahrscheinlich behaupten, dass er sich nicht gegen die Juden, sondern nur gegen die israelische Regierung äußert. Aber welchen Unterschied macht das? Er wird von den Antisemiten der Welt, von den Terroristen der Welt und von den Schreibtischmördern der Welt als Beweis dafür angeführt, dass auch Juden ihre Meinung teilen und damit alle anderen Juden im Unrecht sind (so, wie Uri Avnery den „alternativen Nobelpreis“ erhielt). Die unsägliche Schwadroniererei Finkelsteins, die auf linken (leider nicht einmal linksextremen!) Stereotypen basiert, entbehrt jeder Grundlage in den Tatsachen. Einige einfache Vergleiche können ihn widerlegen. Bereits einige wenige der von ihm ausgelassenen Tatsachen strafen ihn Lügen. Aber leider wird das von der Allgemeinheit nicht wahr genommen. Sie sieht einen Juden, der die Palästinenser schützt und für die „Unterdrückten“ eintritt. Dass das mit der Realität nichts mehr zu tun hat, spielt dabei keine Rolle mehr.

Norman Finkelstein veröffentlichte 1995 ein Buch unter dem Titel „Image and Reality of the Isreali-Palestine Conflikt“ (Image und Wirklichkeit des israelisch-palästinensischen Konflikts, auch auf Deutsch übersetzt). Daniel Pipes schrieb damals in einer Rezension dazu:

Finkelstein hasst den Staat Israel mit einer Heftigkeit, die das Markenzeichen einiger jüdischer Intellektueller zu sein scheint (u.a. insbesondere von Noam Chomsky und Israel Shahak). In jeder der sechs Abhandlungen nimmt er einen Aspekt der zionistischen Geschichte auf und macht „systematische Schieflagen“ geltend. In Normalsprache ausgedrückt, befindet er Israel immer als das Böse. Zionismus ist von innen heraus rassistisch (und sein größter Führer, David Ben Gurion, war „komisch“ rassistisch). Die neu geborene israelische Staat vertrieb absichtlich seine arabischen Bewohner. Israel war allein verantwortlich für den Ausbruch der Kriege von 1967 und 1973.

Die hartnäckige Anführung des Nazismus mag der schädlichste Aspekt des Buches sein. Durch die Widmung an seine Eltern, die beide als Überlebende der Nazi-KZs angeführt werden, schafft sich der Autor überlegene jüdische Glaubwürdigkeit. Dadurch privilegiert vergleicht er Israel immer wieder einmal mit den Nazis – und zwar aus den nichtigsten Anlässen. In „Der zionistische Mythos“ vergleicht er es mit der Nazi-Behauptung, vom Holocaust nichts gewusst zu haben. Die zionistische Vorstellung eines „Landes ohne Volk für ein Volk ohne Land“ erinnert ihn an Hitlers Streben nach „Lebensraum“. Die israelische Militärdoktorin der „Reinheit der Waffen“ ruft [bei ihm] auch Nazismus-Erinnerung hervor.

Finkelstein reitet – wie viele desillusionierte Zionisten – besessen auf Israels Fehlern herum und zeigt keinerlei Interesse an den Arabern … Wie diese Schreiber geht der Autor über eine Hälfte der Macht-Gleichung hinweg, die er als nicht der Würde seiner Beachtung betrachtet. Letztendlich ist Finkelsteins Selbsthass eine hässliche Art des Narzissmus.

So gesehen setzt Finkelstein mit seinem Artikel in der FAZ diese Sichtweise nur konsequent weiter um. Das macht sie nicht richtiger. Aber dass eine angesehene Zeitung diesen Müll auch noch anfordert und abdruckt, lässt an der Seriosität dieses Organs doch stark zweifeln.

Meine Antwort auf die ARD – „Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen über Wassermangel im Westjordanland, Tagesschau und Tagesthemen vom 14.8.2016“

ARD/BR hat auf die Kritik an ihrem Lügenbericht in der tagesschau/den Tagesthemen vom 14. August reagiert: http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2016/08/15/stellungnahme-zur-kritik-am-tagesthemen-beitrag-vom-14-08-2016.html. Darin wurde auch Ulrich Sahm angegriffen. Er kontert:

Von Ulrich Sahm, Jerusalem, 16. August 2016 (direkt vom Autor)

Mitte Juni wurde der Bruch einer Wasserleitung gemeldet. Das habe zu zeitweiligen Engpässen bei der Wasserversorgung geführt. Der Grund war Wasserdiebstahl, was zum Bruch der Hauptleitung nach Salfit führte.

Am 28.7. wurde der Radiobericht des BR gesendet: Der Streit ums Wasser ARD Studio Tel Aviv am 28/07/2016 um 06:00 Uhr

Wie der reine Zufall so will, wurden der gleiche Ali Osman und der gleiche Clemens Messerschmid (nicht „Wasserschmid“ wie bei der unfehlbaren ARD) interviewt, die fast 3 Wochen später dann auch in Tagesschau und in den Tagesthemen auftauchten.

Das Filmchen über einen Rohrbruch hat Cogat auf Facebook am 15.6. gepostet: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1027620780666939

Am 21. Juli berichtet Cogat erneut über Wasserdiebstahl durch Palästinenser in der gleichen Gegend: https://www.facebook.com/cogat.israel/posts/1049708118458205

In dem Bericht vom 26.6. schreibt die Jerusalem Post über die palästinensischen Verantwortlichkeiten für die Wasserknappheit: Wasserdiebstahl (5 Millionen m³ Wasser pro Jahr), Verweigerung von Gesprächen mit den Israelis, 20-40% mehr Bedarf vor allem für die Landwirtschaft (nicht zum Duschen und Trinken). Um den erhöhten Bedarf zu decken, habe Israel Maßnahmen ergriffen, die aber nicht umgesetzt werden könnten, solange die Autonomiebehörde keine Genehmigung für eine Modernisierung der Infrastruktur gegeben habe. Ohne palästinensische Erlaubnis können die Israelis nicht tätig werden. Die Folgen dieser Weigerung trafen besonders das palästinensische Dorf Salfit. Wasser habe genauso in jüdischen Siedlungen in der Gegend gefehlt: Shiloh, Ariel, Yitzhar, Eli, Kedumim, Itamar, Elon Moreh und Rechilim. Am Freitag (24.6.) habe es in mehreren Siedlungen gar kein Wasser gegeben. Es handelte sich also nicht um eine Maßnahme gegen Palästinenser, sondern um ein allgemeines Problem der Infrastruktur, von der Siedler genauso betroffen waren. Genau in dieser Zeit hat Mahmoud Abbas die Israelis von dem Europäischen Parlament bezichtigt, palästinensische Brunnen zu vergiften. Dieses hat Abbas innerhalb von Stunden widerrufen.

Die ARD hat nicht verraten, wann sie den Rundfunk/Fernsehbericht angefertigt hat.

„Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert.“ Der nicht erwähnte Rohrbruch „galt“ also als repariert. Warum hat dann die Stadtverwaltung von Salfit das Wasser nicht fließen lassen?

Es heißt in dem BR-Bericht wörtlich: „Nur noch ein- bis zweimal in der Woche pumpen die örtlichen Wasserwerke Trinkwasser in den Stadtteil, in der Familie Osman lebt. Alle Haushalte füllen dann ihre Tanks: Das Wasser muss dann solange reichen, bis die Stadtwerke das nächste Mal den Hahn für diesen Teil der Stadt aufdrehen. In Zahlen heißt das: 167 Liter pro Tag für eine sechsköpfige Familie. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch pro Kopf und Tag bei 126 Litern.”

Darf ich also annehmen, dass das ARD Team gefilmt hat, just bevor die Stadtverwaltung wieder Wasser geliefert hat?

Waschmaschinen: Ich frage erneut, warum denn „früher“ genügend Wasser für die Waschmaschine vorhanden war und jetzt nicht mehr. Da gemäß allen offiziellen Angaben das Wasser früher noch knapper war als heute, müsste man mal prüfen, wie alt die Waschmaschine ist, die Familie Osman allein aus „Hoffnung auf Normalität“ gekauft hat. Wer kauft sich teure Geräte, wohl wissend, sie mangels Wasser nicht benutzen zu können? Die ARD behauptet: „Diese Menschen haben eben noch immer Hoffnung auf Normalität.“

Da Ali Osman hier der einzige „Kronzeuge“ ist, müsste man wenigstens prüfen, ob auch bei anderen in Salfit das Wasser fehlt, oder ob es nur ein Problem in Osmans Stadtteil ist.

Bei einer Pressetour nach Ouja bei Jericho stellte sich heraus:

1) Keiner der Bürger hatte eine installierte Wasseruhr, also zahlte keiner für seinen Wasserkonsum.

2) Der Bürgermeister zeigte (aufgrund meiner Nachfrage) den Journalisten eine happige Wasserrechnung aus Ramallah(!). Diese Rechnung sollten die Europäer bezahlen, da er kein Geld dafür habe. Kein Wunder, da seine Bürger nichts bezahlt haben.

3)  Aus diesem Grund wäre es sinnvoll gewesen, auch Ali Osman nach seinen Wasserrechnungen zu befragen, um seinen früheren Wasserverbrauch zu prüfen. Es geht hier um die grundsätzlichste Recherche. Ebenso hätte der Verantwortliche für Wasserfragen in der Stadtverwaltung von Salfit befragt werden können. Der war gewiss nicht durch „hohe jüdische Feiertage“ verhindert.

4) Niemand bezweifelt, dass die Palästinenser kein Wasser im Überfluss haben, obgleich es durchaus ausreicht, zahlreiche Swimmingpools zu füllen, Straßen mit Wasserstrahl aus dem Hydranten abzuspritzen (mehrfach in Bethlehem gesehen, auf dem Krippenplatz und vor einer Woche an einer der Hauptstraßen). Es reicht für die netten Wasserfontänen in Hebron und anderswo. Der Bericht wäre aufrichtiger gewesen, wenn einerseits die Wasserverschwendung und andererseits die Knappheit gezeigt worden wäre. Denn es gibt beides. Und hat nicht die ARD selber mal eine große Reportage über die reichen Leute im Westjordanland gebracht, mitsamt ihren Pools?

5) Was den Namen der Familie Osman angeht: Nein, darüber sollte man sich nicht lustig machen. Aber wieso heißen einige „Iraki“ und sehr bekannte Palästinenser „el Masri“, auf gutdeutsch „der Ägypter“ usw. Es gibt viele Beispiele für die Herkunft waschechter arabischer „Palästinenser“, die man anhand der Namen sehen kann. Zum Beispiel der Präsident des lutherischen Weltbundes. Der stammt aus Jerusalem und heißt Younan (der Grieche). In Deutschland gibt es das genauso. Jeder Adelige ist nach seinem Herkunftsort („von“ XYZ, oder Graf von XYZ) benannt. Und darf ich ungeprüft vermuten, dass unser Innenminister französische Ursprünge hat? Gleiches Spiel können sie bei den israelischen „Toledanos“ spielen, die heute sogar einen spanischen Pass beantragen dürfen oder den zahlreichen Spiros, Schapiras usw, deren Wurzeln mal in Speyer lagen. Das ist alles sehr irrelevant. Aber wenn ein Volk von sich behauptet, „Ureinwohner“ und „Eingeborene“ zu sein, spielt es vielleicht doch eine Rolle, wenn deren Namen anzeigen, dass sie im 19. oder 20. Jahrhundert aus der Ferne eingewandert sind.

6) „Dass ihr Leiden auf so wenig Empathie stößt, hat uns sehr verwundert.“
Ich habe viel Empathie für leidende Menschen, aber nicht so sehr, wenn sich herausstellt, dass die Leiden hausgemacht sind. Die ARD meint hier wohl mit „Empathie“, dass Israel beschuldigt werden müsse, und nicht etwa, dass Palästinenser vielleicht für die eigenen Versäumnisse verantwortlich sind.

7) Ali Osman besitzt ein anständiges Haus und kann sich Mineralwasser aus dem Supermarkt leisten. Wie steht es um arme Bauern oder gar Flüchtlinge, die sich das nicht leisten können? Wir wissen nicht einmal, welchen Beruf Osman ausübt, jedenfalls hat er ausreichend Geld. Es wäre interessant zu erfahren, warum der gut situierte Osman zweimal bei ARD Zeuge der Anklage gegen Israel sein durfte.

8) „Was wir in diesem Zusammenhang aufrichtig bedauern – und künftig anders machen werden – ist, dass wir es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen. Grund dafür war, dass wir wegen eines hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben.“ Hat der von Ihnen erwähnte „hohe jüdische Feiertag“ auch einen Namen? In dieser fast feiertagslosen Sommerzeit gibt es seit Juni nur Tischa Be´av. Und der wurde am 14.8. begangen, am Tag der Aussendung Ihres Beitrags. Es ist unvorstellbar, dass Sie den Film ausgerechnet an einem Sonntag recherchiert, gedreht und ausgestrahlt haben, zumal es drei Wochen zuvor schon den Radiobericht gab. Es wäre auch hilfreich zu erfahren, bei welchen israelischen Experten Sie angefragt haben. Nur so könnte man nachforschen, warum die alle abgesagt haben. Der Fastentag wäre kein triftiger Grund gewesen.

9) „Dass Wassermangel aufgrund mangelnder Verteilungsgerechtigkeit in Salfit und vielen Orten der Westbank Alltag ist, belegen auch diverse Berichte von unabhängigen Organisationen wie z.B. der Weltbank. http://siteresources.worldbank.org/INTWESTBANKGAZA/Resources/WaterRestrictionsReport18Apr2009.pdf West Bank & Gaza – World Bank Publishes Assessment of Restrictions on Palestinian Water Sector Development http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/weltbank-bericht-palaestinenser-verlieren-jaehrlich-milliarden-durch-besatzung-12671307.html.” Diese Texte sind mir alle wohlbekannt. Wenn ich die ARD richtig verstehe, ist es den Palästinensern zum Beispiel in der “fruchtbaren Jordansenke” richtig gut gegangen, als sie noch “frei” waren, ehe die israelischen Besatzer kamen. Da stimmt was nicht, denn die Jordanier waren genauso „Besatzer“ und davor die Briten und davor 400 Jahre lang die Osmanen. Bei meiner ersten Fahrt 1968 durch das westliche Jordantal (auf der israelisch besetzten Seite) war es eine desolate Wüste. Erst unter den Israelis wurden über 90% der Haushalte im Westjordanland an fließendes Wasser angeschlossen.

„Den Vorwurf von Uli Sahm in der Internetplattform von honestly concerned, der von vielen nachfolgenden Kritikern unhinterfragt fast wörtlich übernommen worden ist, Herr Messerschmid hätte behauptet „Israel hätte Staudämme gebaut, um dann Gaza zu fluten“ streitet Clemens Messerschmid als „fabriziert“ vehement ab. Er distanziert sich auch von anderen, nach eigenen Aussagen, „fabrizierten und nicht belegbaren Behauptungen.“ Einen Mailwechsel zu dieser Kontroverse aus dem Jahre 2013 hat Herr Messerschmid uns vorgelegt.“

Dieser Briefwechsel liegt auch mir vor. Meine erste Mail an Herrn Messerschmid habe ich am Donnerstag, 19.Dezember 2013 um 20:31 Uhr geschickt: „Sehr geehrter Herr Messerschmid, ein Bekannter hat mir empfohlen, dass ich mich an Sie wenden sollte, wegen der Überschwemmungen in Gaza (Rafah und Deir el Balah). Wissen Sie etwas von israelischen Staudämmen, die gebaut worden seien, um den Palästinensern Wasser vorzuenthalten und die jetzt beim Wintersturm geöffnet worden seien, um die Palästinenser zu überschwemmen? Arabische und iranische Medien berichteten. Die Israelis dementierten.”

Herauf antwortete er am 20.12 um 09:35 Uhr:

„Tja, Herr Sahm

nix Genaues weiss ich auch nicht.

Sie meinen wohl technische Details ueber die flood gates…Amira (Hass vom Haaretz, U.S.) hat mich auch schon gefragt und ich musste passen.

die wenigen Dinge, die ich Weiss:

– Israel faengt tatsaechlich den Abfluss aus dem Wadi Hebron-Wadi Besor(Isr)-Wadi Gaza so weit es geht ab. Wenn ich recht im Kopf habe, etwa 12.3 Mio Kubikmeter im Jahr – also stattlich, wenn man bedenkt, dass das zufaellig genau die Menge aller Brunnen ist, die wir seit Oslo in der West Bank bohren konnten.

– Es ist nicht das erste mal, dass Wadi Gaza ueberflutet.

– Das Design ist leider genau so, dass Israel allen ruhigen (nutzbaren) Abfluss fuer sich allein zurueckhaelt, aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst. –> Gaza kriegt also per design immer nur die Flash floods ab.

– Das ist seit vielen Jahren so. Leider spitzt sich aber in Gaza selbst die lage immer mehr zu.

– Immer leute fangen aus Verzweiflung und im Chaos der Zustaende an, IM Wadi selbst zu siedeln (squatten). Das muesste unterbunden werden, aber wer hat schon Ausweichunterkuenfte fuer sie.

– Vor Jahren sollten storm conductance pipes verlegt werden – das wurde auch fleissig von gebern (UN? ich weiss nicht mehr) begonnen, brach aber nach der verhaengung der Totalblockade vor 6 Jahren rapide ab. (Baustoffmangel, etc. – man kennt’s ja zum Ueberdruss). Hier liegt also eindeutig auch eine Verantwortung Israels (und uns Gebern, die wir uns das klaglos gefallen lassen!). Zuverlaessige Freunde berichteten mir von den aufgelassenen,abgebrochenen Baustellen, und wie die Leute aus Gaza dann die „wertvollen“ Bauteile abschleppten…

– Gaza hat natuerlich auch keinen PLATZ (ganz anders wiederum als Israel zw. Beer Sheva und Re’im), um die natuerliche Loesung (Ponder, Auen, Ueberschwemmungs-Feuchtgebiete) anzugehen – Sie kennen die Diskussion ja aus Deutschland (Oberrhein Hochwaesser).

– Und dann noch das Problem der Pumpen, die Strom braeuchten! (Seit November eine E-Werke, bzw.kein Fuel- und dazu Israel’s Strafregime der Unterversorgung – ebenfalls, planvoll, absichtlich…)

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Es gibt ein paar relative zuverlaessige Quellen, die von aktiver Oeffnung von Daemmen sprechen. http://www.ewash.org/en/?view=79YOcy0nNs3D76djuyAnkRVT

Aber aktiv wissen tun wir es nicht. Ich enthalte mich da immer einer Vermutung.

Fuer mich steht aber nach all dem oben Aufgefuehrten fest, dass die eventuelle aktive Oeffnung der Schleusen nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs waere und somit vom eigentlichen Skandal ABLENKEN, der ja im Design verankert ist.

Ich vermute, dass, wenn Israel das Wasser nutzbringend auffangen koennte, es dies auch mit Sicherheit getan haette. Nur hier war die Flut zu stark…

Alles unklar?

Clemens Messerschmid“

Hierzu einige Anmerkungen:

– Israel fängt also doch Wasser ab. Dazu braucht man Mauern oder eben Dämme, die nicht zu finden waren und von den Israelis dementiert worden sind. Messerschmid weiß nichts von solchen Staudämmen, aber er kennt die von Israel so abgefangene Wassermenge.

– Er kennt zwar nicht diese Dämme, aber er kann sich ausführlich zu deren Design äußern: „aber den (zerstoererischen) Strom-Runoff, Starkregenabfluss, dann ueber die Kammkannte nach Gaza ablaesst“. Welch unglaubliche wissenschaftliche Erkenntnis! Wenn ein (nicht existentes) Staubecken vollgelaufen ist, dann fließt das Wasser über die Kante ab. Das ist nun einmal so. Daraus aber zu folgern, dass die Israelis das bewusst tun, um Gaza zu überschwemmen, ist eine heftige Unterstellung. Es sollte Messerschmid und der ARD bekannt sein, dass Israel nicht einmal fähig ist, schwere Überflutungen in Tel Aviv zu verhindern. Und selbst die tollen Amerikaner sind ziemliche Stümper: Siehe die Überschwemmungen in Louisiana. Oder die Deutschen bei Dresden oder entlang des Rheins. Hierzu auch noch ein Kommentar zu den Überschwemmungen in Gaza: https://medforth.wordpress.com/2013/12/19/kommentar-israel-uberflutet-den-gazastreifen/

– Verwunderlich war für mich, dass jemand im Dienst und Lohn deutscher Regierungsbehörden steht, darunter viele deutsche und einige internationale Organisationen und Stiftungen (GIZ, DED, KfW, CIM; Weltbank, USAID, UN), und dann die Einladung zum Empfang aus Anlass des 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) der Vertretung in Ramallah, im Mövenpick ausgerichtet, aus ideologischen Gründen ausschlägt. In einer Mail vom 22.12.2013 um 18:35 Uhr schrieb er: „Dass Sie mich am 3. Oktober nicht trafen, ist kaum verwunderlich. Am 3. Oktober feiere ich naemlich nicht – Sie schon? Und noch dazu im Moevenpick!?“

– Wenn Messerschmid bei Muslim Markt auftritt, für die palästinensische Kampfseite „electronic intifada“ schreibt und ansonsten sehr anti-israelische Äußerungen an verschiedenen Stellen hinterlassen hat, sollte er sich nicht wundern, wenn das auch seine „Reputation“ als Wasserexperte in Frage stellt. Dass er Landeszentralen, Schulbuchverlage und Abgeordnete nahezu aller Fraktionen berät, sagt nichts aus über seine Glaubwürdigkeit. Gewisse Staudämme nicht zu kennen, sich dann aber ausführlich über deren Design zu äußern, mitsamt der bösen israelischen Absicht, damit den Palästinensern zu schaden, ist ein Widerspruch in sich.

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Auch tapfer in nirgendwo hat auf die Reaktion reagiert:
Tapfer im Nirgendwo antwortet der ARD Tagesschau

Medien-Aufmerksamkeit

gefunden auf Facebook und eingedeutscht:

3Affen.Nahost
Man kann statt die 3 Organe oben auch problemslos durch deutsche ersetzen – ARD, ZDF, WDR, Deutsche Welle, DPA – sucht euch alle aus, die ihr wollt, Radio, Fernsehen, Printmedien, Nachrichtenagenturen, es ist eigentlich nie falsch.