Die dümmste Schlagzeile des Monats

gefunden bei DEIN e.V.

Begleitend dazu gab es folgende E-Mail:

Deutschlandradio
Herrn Stefan Raue

Die arabischen Staaten haben vor den USA kapituliert

Deutschlandradio Headline vom 15.09.2020

Hallo Herr Raue – und unter uns: Was um Himmels Willen hat sich Jasper Barenberg bei dieser Überschrift gedacht? Oder war er von allen guten journalistischen Geistern verlassen?

Zwei von 13 sind nicht „die arabischen Staaten.“ Und seit wann ist der lange ersehnte Friede eine Kapitulation vor wem auch immer?

Kapitulation bedeutet Niederlage nach einem Krieg. Gab es einen zwischen „den arabischen Staaten“ und den USA? Und was haben Lüders Meinung nach die arabischen Staaten durch den Vertrag verloren?

Lüders Aussagen sind ein Outing an kaum gezähmter Feindschaft zu Israel. Das reicht eher nicht aus, um sich als Nahost-Experte zu positionieren, wohl aber für eine Selbstdesavouierung.

Wie auch immer: den Preis für die Dümmste Headline haben Sie sich redlich verdient. Im Namen des Demokratie und Information e.V. übergebe ich Ihnen das Zertifikat im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen

Leo Sucharewicz

Auf der Seite von DEIN e.V. gibt es außerdem noch folgende Information:

Gratulationen zum Preis sind zu richten an den Intendanten Stefan Raue hoererservice@deutschlandradio.de

Wer wissen will, wie plump das Interview durch Einseitigkeit, Konstruktionund Auslassungen manipuliert, hier geht’s zum Beitrag.

 

 

 

Die „Gewaltspirale“ ist israelisches Verbrechen

… findet offenbar Herr Dirk Müller vom Deutschlandfunk:

Aha: Die Hamas „feuert mutmaßlich Raketen“ und die üblen Israeli schießen „mit deutlich mehr Feuerkraft“ zurück. Wie können die nur? Einfach mehr Feuerkraft haben und auch noch anwenden? Wo doch die Hamas nur mutmaßliche Raketen feuert? Oder feuert sie nur mutmaßlich Raketen? Ist ja egal. Alles, was die Terroristen tun, ist Mutmaßung. Nur die Israelis, diese üblen Burschen, die agieren massiv und das geht ja nun gar nicht.

Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit? Müssen die Israelis nicht erst ein paar eigene Raketen vom Himmel holen, damit die Terroristen gleichziehen können? Müssten die Israelis nicht auch mit Messern über die Grenze gehen, damit Waffengleichheit herrscht? Wie können die Israelis nur mit Präzisionswaffen schießen, wenn die Hamas nur „selbst gebastelte“ Raketen hat? Die auch noch nur „mutmaßlich“ gefeuert werden (oder nur mutmaßlich Raketen sind). Nein, geht gar nicht, was die Juden da machen…

Qualitäts-Ignoranz

Der Deutschlandfunk hat wieder zugeschlagen:

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Die „einzelnen Palästinenser“ „gehen auf … los“ und „werden erschossen“. Braucht es mehr? Wenn Leute mit dem Willen und der Absicht zu töten andere Menschen angreifen, ist das nicht „auf jemanden losgehen“, als ob jemand eine „Abreibung“ geben will, es ist ein versuchter Mord (der übrigens oft genug „erfolgreich“ war). Die Terroristen sind auch keine Terroristen, sondern „Angreifer“.

Wenn Israelis Palästinensern etwas antun, sind es entweder Soldaten, die einfach Araber erschießen. Oder es sind andere Israelis, die „verrohen“.

Hat Christian Wagner solche Worte auch für „Palästinenser“? Schreibt er von „Verrohung“ auf der arabischen Seite? Mitnichten, denn:

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Das ist die einzige Möglichkeit, die (nicht nur) deutschen Qualitätsjournalisten zu Mordversuchen und Terroranschlägen einfällt, wenn es Israelis (oder Amerikaner) trifft: Verzweiflung. Es kann nichts anderes geben. Araber können nur verzweifelt sein. Denn die Lage im Westjordanland und im Gazastreifen ist hoffnungslos. Es handelt sich nicht um organisierten Terror, denn die palästinensische Politik hetzt ja nicht gegen Israel.

Geht’s noch??????
Gerade erst hat doch Mahmud Abbas höchstpersönlich seinen Untertanen wieder verkündet, wie heldenhaft Judenmord ist. Gerade zur Zeit wetteifern Hamas und Fatah wieder darum zu beweisen, wer mehr Judenmord fordert (JUDEN-Mord, nicht Mord an Israelis!). Und welche eine heilige Pflicht. Keine Hetze, wenn man Herrn Wagner folgt!

Seit zwei Jahrzehnten werden PA-arabische Schüler, Radiohörer, Fernseh-Zuschauer, Zeitungsleser, Moscheebesucher, Teilnehmer auf Massenkundgebungen und Ferienlagern, dass Juden die Nachkommen von Affen und Schweinen sind, dass das „Märtyrertum“ heilig und anzustreben ist, dass es nichts Größeres gibt als für Allah Juden zu ermorden. Alles mehr als reichlich dokumentiert von – unter anderem – MEMRI, Palestinian Media Watch, Elder of Ziyon und weiteren. Und das ist nicht nur Vergangenheit, das ist aktuell. Seit dem letzten Jahr wurden die palästinensischen Araber angehalten und instruiert „einsame Wölfe“-Anschläge zu verüben, weil die effektiver sind und noch weniger berechenbar als organisierte Anschläge der Terrororganisationen.

Muss man sich wundern, dass nach Ende der Sommerferien und damit nach Beendigung der Ferienlager der Terrororganisationen so viele jugendliche Araber genau das tun, was sie dort lernen und üben konnten?

Aber nein, Herr Wagner findet nur „Verzweiflung“. Und daran sind die Juden schuld. Zum Beispiel auch der Verteidigungsminister, der von „liquidieren“ gesprochen haben soll. Den genauen Wortlaut gibt Herr Wagner nicht wieder. Aber er kann von Verrohung der jüdischen Bevölkerung schreiben, um den Eindruck zu erwecken, dass die von „oben“ (von der Regierung“ her) kommt. Und sich zu bewaffnen ist ja bei Deutschen eh keine Lösung, sonder ganz übel. Verrohung exemplarisch eingebracht – wer Bewaffnung der Zivilbevölkerung fordert, kann ja nur böse sein, denn für den Michel sind Waffen in Privatbesitz so ziemlich das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Dass und wenn Araber auf Juden schießen, ist das nicht weiter wichtig, es wird nicht einmal erwähnt; schon gar nicht, woher diese Schusswaffen kommen, die Araber haben ja privat keine…

DLF2015-10-09_3Ach ja, die Verrohung: Wenn Juden „Tod den Arabern“ rufen, werden sie fälschlich als radikale Siedler bezeichnet, sagt Wagner, denn in Netanya gibt es davon keine. Dass es sich bei solchen Leuten weiter um eine winzige Minderheit der israelisch-jüdischen Gesellschaft handelt, verschweigt er nicht nur, er will gezielt den Eindruck erwecken, als sei das „Normalität“ in der Mehrheitsbevölkerung. Verlogen ist hier noch ein viel zu milder Ausdruck. Mal ganz davon abgesehen, dass er an der riesigen Zahl palästinensischer Araber nichts zu sagen (und nichts auszusetzen) hat, die genau solche Aussagen über Juden von sich geben. Das wird lieber unterschlagen. Die Realität auf den Kopf gestellt.

Der vorletzte Absatz ist eine komplette Lüge, die derart daneben ist, dass ich mich vergessen würde, wollte ich dazu noch etwas sagen. Nur eins: Die von ihm behaupteten Bilder gibt es so nicht, sie sind so gut wie alle von den Propagandisten des Terrors und ihren (NGO-) Helfern gestellt – oder so geschnitten, dass sie mit ihnen gelogen wird. Ebenfalls reichlich dokumentiert.

Ein Vorschlag, Herr Wagner: Schreiben Sie doch mal über einen Hitlerjungen, der im März/April 1945 eine Waffe greift und auf alliierte Soldaten schießt. Was motiviert ihn? Schreiben Sie doch mal, dass dieser Hitlerjunge so wütend und verzweifelt war, dass er zur Waffe griff.

Werden Sie nicht tun, nicht wahr? Weil ein solcher Hitlerjunge fanatisiert war. Etwas, das Sie einem Araber nicht zugestehen. Genauso wenig, dass eine Umkehr von der Gewalt, zurück zur Politik den Arabern immer schwerer fällt. Denn die sind unschuldig. Schuld kann nur der Jude sein. Der edle Wilde ist nicht in der Lage anders zu handeln, der darf nicht nur, was der Jude nicht darf, der darf gar nicht anders.

Der E-Mail-Schreiber, der mich auf den Text aufmerksam machte, kommentierte das so: Der Text ist Julius Streicher 2.0! Da könnte er recht haben.

—–
Anmerkung: Zum Thema Verzweiflung hat auch Gerd Buurmann etwas geschrieben.

Deutschlandfunk außerhalb der Realität

Guten Tag, Herr Teichmann,

Journalist sein kann ja soooo schön einfach sein, nicht wahr? Man plappert nach, was irgendwo irgendwann mal in die Welt gesetzt und dann überall verbreitet wurde und ins eigene Weltbild passt – Recherche ist nicht nötig, weil ja alle das behaupten. Besonders bei der Aufarbeitung des Gazakrieges, so scheint es.
Vielleicht ist es Ihnen ja mangels Recherche entgangen, dass die Vorwürfe des Danny Zamir Unsinn sind. Ich darf Ihnen empfehlen:

Was ist mit den Beweisen passiert
Der rituelle Mord-Vorwurf von Ha’aretz
IDF-Brutalität im Gazastreifen
Israels moralischer Tsunami (Tobias Kaufmann, Kölner Stadt-Anzeiger)
Israels moralischer Tsunami (abseits vom mainstream)
Schaut mal, was alle übersehen haben
The truth caught in stockings again
IDF investigation refutes the testimonies about Gaza killings
The IDF Chief of General Staff Refers to Claims Made at the Rabin Preparation Center
Israeli soldiers refute claims of immoral conduct in Gaza

Diesen Text bin ich geneigt Ihnen besonders ans Herz zu legen:
War Crimes and Shoddy Journalism

Desweiteren ist es „erheiternd“ zu sehen, dass Sie ausgerechnet Richard Falk und B’Tselem als Kronzeugen für ihre krude Israel-Hetze anführen – einen jüdischen Antisemiten, der es inzwischen zu seinem Lebensinhalt gemacht hat, (nicht nur) bei der UNO Israel zu verunglimpfen und pure Hetze zu betreiben; und eine „Menschenrechts“-Organisation, die ebenfalls als einzige Aktivität antiisraelische Hetze betreibt und dabei vor Unwahrheiten und groben Verdrehungen der Tatsachen bzw. der Auslassung jeglicher Fakten, die Israel in gutem Licht erscheinen lassen könnten, zurückschreckt. Es gibt viel Unsinn aus Israel und B’Tselem mischt immer gerne ganz vorne mit.

Sehr geehrter Herr Teichmann, Ihr Elaborat beim Deutschlandfunk widerspricht allen erforderlichen journalistischen Qualitäten – es ist ein Paradestück für propagandistische Desinformation.
Ich kenne einen Journalisten, der zugibt, wenn er Bockmist baut – der hat nachrecherchiert und seine Kolumne überarbeitet, nachdem er darauf hingewiesen wurde. Aber vielleicht gibt es noch mindestens einen weiteren?

Mit traurigen Grüßen
und einer gehörigen Portion Wut im Bauch

heplev

Update vom 1.4.09:
Bis heute hat es gedauert, dass ich vom Deutschlandfunk eine Reaktion bekam – und das war nur der Form-Dank für mein Interesse und der Information, dass mein Schreiben an „die Verantwortlichen im Programm“ weitergeleitet wurde. Wenn überhaupt von Herrn Teichmann eine Reaktion kommen sollte, dann wohl in ein paar Monaten…