Jizya, „Freistellung vom Militärdienst“ und ermordete christliche Soldaten

Ungläubige nicht erwünscht

Raymond Ibrahim, 5. April 2018 (Coptic Solidarity)

Eine der Säulen der Industrie des Weißwaschens des Islam ist die Behauptung, dass die Jizya – ein Erpressungsgeld, das die unterworfenen  Juden und Christen zahlen müssen (s. Sure 9,29) – sie tatsächlich „zum Schutz durch Muslime vor Aggression von außen berechtigte und sie vom Militärdienst befreite“, um John Esposito von der Georgetown University zu zitieren.

Gemäß dieser weithin festgehaltenen Logik forderten die muslimischen Invasoren nicht, dass die eroberten Ungläubigen-Bevölkerungen sich ihr Leben (wie es praktisch alle muslimischen Juristen erklären) mit Geld erkaufen, sondern vielmehr so liebenswürdig waren, ihren nichtmuslimischen Untertanen gegen die Zahlung einer kleine Gebühr „Schutz“ und Befreiung vom Militärdienst boten.

Die Ironie besteht natürlich darin, dass diese Behauptung den Taten der Muslime in der Moderne widerspricht. Erst vor kurzem, am 14. März, wurde Matthew Samir Habib, ein 22-jähriger koptischer Christ in Ägyptens Militär, von seinen muslimischen Kollegen getötet – nur weil er Christ war. Er ist nur der jüngste von etwa neun christlichen Soldaten die in den letzten Monaten und Jahren von muslimischen Soldaten wegen ihres Glaubens getötet wurden.

Und in praktisch jedem Fall folgt ein ähnliches Muster: Trotz aller anderes zeigenden Beweise (wie den physischen blauen Flecken auf den gesamten Körpern der Getöteten) bestehen Offiziere des Militärs darauf, dass – infolge irgendeines plötzlichen und unerklärlichen Depressions-Anfalls – all diese Christen angeblich „Selbstmord“ begingen; derweil bestehen die Familien der toten christlichen Soldaten und die ihnen am nächsten Stehenden darauf, dass ihre umgebrachten Söhne glücklich und gesund waren, dass sie praktizierende Christen waren und dass es Beweise gab, dass sie von ihren muslimischen „Waffenbrüdern“ wegen ihrem offenkundigem Christsein verfolgt wurden.

In diesem jüngsten Fall vom 14. März wurde zum Beispiel zweimal auf den ermordeten Kopten geschossen – und trotzdem bleiben die Behörden dabei, dass es sich um Selbstmord handelte. (Klicken Sie hier für mehrere weitere Beispiele dafür, dass die Militärbehörden seltsame Gründe für die Todesfälle anführen und die christlichen Familien diese zurückweisen.)

Warum diese Christen getötet wurden, ist nicht schwer zu verstehen. Für viele Muslime in Ägypten und andernorts ist Krieg synonym mit Jihad – und es tut der Moral nicht gut, wenn man niedrig stehende Ungläubige hat, die an der Seite von Möchtegern-Jihadisten kämpfen.

Von daher können wir nachvollziehen, warum Christen und Juden wirklich vom Militärdienst „freigestellt“ wurden: Nicht weil sie den Jizya-Tribut zahlten, sondern weil sie als eroberte Ungläubige selbst der Feind waren und abgesondert und geknechtet bleiben mussten – wie Ägyptens Kopten bis heute. (Ein Beispiel: Ihren Anträgen Kirchen zu öffnen oder zu renovieren wurde immer mit Massengewalt und Aufruhr begegnet, oft von muslimischer lokaler Obrigkeit ermöglicht, wenn nicht angezettelt: Als Ungläubige ist es Christen nicht erlaubt Gotteshäuser zu bauen oder zu renovieren; das würde die Lehren Mohammeds offen infrage stellen.)

Apologeten wie Esposito verdrehen die Fakten auf eine andere wichtige Weise: Während die Zahlung der Jizya den eroberten Ungläubigen in der Tat (eine Art von) „Schutz“ kauft, gab es diesen Schutz nie vor einer äußeren feindlichen Macht, sondern vor inneren feindlichen Mächten – heißt, vor den Muslimen selbst: Scharia-Handbücher machen klar, dass die Jizya nicht zu zahlen Dhimmis ihr Leben verwirken lässt.

Und als ob es nicht reichen würde, dass der Koran selbst fordert, dass eroberte Nichtmuslime „die Jizya bereitwillig geben, während sie gedemütigt werden“ (Sure 9,29) – sonst… – widerlegt das schließlich die Behauptung, dass das Zahlen der Jizya eine rein geschäftliche Transaktion war; stattdessen war sie eine rituelle Zurschaustellung islamischer Dominanz über – und Verachtung für – die Ungläubigen.

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Es macht einen krank…

By Irwin N. Graulich, Israel National News, 15. April 2003

„Die Wahrheit macht dich frei“… oder sich macht dich ziemlich krank.

Es macht einen krank zu sehen, wie die arabisch-muslimische Welt ständig die Juden – Codename Israel – und nun die Christen – Codename Amerika – für praktisch alle ihre Probleme verantwortlich macht. Statt gegen ihre eigenen, korrupten Regime wegen des Fehlens jeglicher Perspektiven, Freiheiten und Ressourcen zu demonstrieren, wird die arabische und muslimische „Straße“ in Flammen gesetzt, gefüttert mit den Lügen der Diktatoren, die dadurch an der Macht bleiben, dass sie die Verantwortung von sich selbst auf den kleinen Satan (Israel) und den großen Satan (Amerika) schieben. Die ultimative Befürchtung: Amerika ist das einzige Hindernis, dass die einmal kommende islamische Weltdominanz aufhält.

Es macht einen krank, zu sehen, wie das „alte Europa“ versucht, die arabisch-muslimischen Despoten zu befrieden, indem man ihr unmoralisches Verhalten und ihre kindischen Vorwürfe ignoriert. Indem Chirac und Schröder es ablehnten, dem bösartigen Saddam auf die Finger zu hauen und stattdessen weitere Diskussionen und Inspektionen wollten, stimmten sie mit arabisch-muslimischen Regierungen überein, dass Amerika und Israel die „wirklichen“ Probleme der Welt sind. Das kultivierte „ältere Europa“ bestätigt den Glauben, dass man die Muslime einfach nicht verantwortlich machen kann; nur weiße, christliche Konservative in den Vereinigten Staaten liegen falsch, gemeinsam mit ihren zionistischen Partnern. Das „Antike Europa“ hasst Amerika, weil es die Wiege des tiefen Sozialismus sein will, der den Planeten umfasst, und es begreift, dass das Einzige, das die Verwirklichung ihres ideologischen Traums aufhält, Amerika ist.

Es macht einen krank Präsident Hosni Mubarak zu sehen, einen so genannten Verbündeten der USA, der derzeit Milliarden Dollars jedes Jahr an Hilfsgeldern erhält, wie bei den meisten politischen Entscheidungen auf die Seite der Feinde Amerikas stellt. Und obwohl Ägypten alles erhielt, was es im Friedensvertrag mit Israel forderte, einschließlich der Rückgabe des gesamten Sinai, führt Mubarak selbst fort, im kalten Frieden zu hetzen. Indem er die palästinensische Frage als Heugabel benutzt, mit der er Israel provoziert, beschuldigt Mubarak die Regierung Scharon, sie wolle die Kriegslage im Irak zu ihren Gunsten nutzen. Da neue Fakten über die ägyptische Muslimbruderschaft und andere lokale Terror-Netzwerke auftauchen, wird klar, dass Mubaraks offensichtliche Sorge die Möglichkeit ist, ein ähnliches Schicksal wie Anwar Sadat zu erfahren.

Es macht einen krank zu sehen, wie Saudi Arabien, ein wirklich übles Reich, versucht, für die überwiegende Zahl von saudischen Terroristen beim 11.9. Entschuldigungen zu suchen, einschließlich des von Saudi Arabien aufgezogenen und ausgebrüteten Hintermannes Osama bin Laden. Zusätzlich haben sie ständig die offene Finanzierung von Terrororganisationen geleugnet und Schulkindern abscheulichen Hass gelehrt, bis eindeutige Beweise vorgelegt wurden, nach denen die saudische PR-Maschinerie eine bequeme Zeit lang in Winterschlaf fiel. Zufälligerweise ist David Duke ein populärer Schreiber und Lehrer in dieser terroristischen Enklave mit eigener Flagge geworden.

Es macht einen krank zu sehen, wie die arabische und muslimische „Straße“ gegen einen Krieg zur Befreiung des irakischen Volks protestiert und wegen der dreihundert Unschuldigen herum schreit, die unabsichtlich getötet wurden, während sie während der Folter und Ermordung von hunderttausenden Irakern unter Saddam schwieg. Natürlich ist die Ermordung von einer Million Schwarzer durch das muslimische Regime im Sudan völlig irrelevant.

Es macht einen krank zu sehen, wie die französische Regierung versucht, die amerikanisch geführten Bemühungen aufzuhalten, die Welt von einem arabischen Adolf Hitler und einem modernen Nationalsozialismus zu befreien, während sie die monatliche französische Version der „Kristallnacht“ gegen jüdische Geschäfte und Schulen praktisch ignoriert. Während Frankreich weiterhin eine Rolle im Nachkriegs-Irak fordert, muss man in der UNO liebenswerte Dauerredner wie ihren Botschafter ertragen.

Es macht einen krank zu sehen, wie Königin Nur von Jordanien, alias Lisa Haelby aus Philadelphia, die einen mutigen kleinen König heiratete, nun in der Y-Street Nr. 92 in New York antiamerikanische und antisemitische Schmähreden hält und auch noch durch die liberale Elite der Upper West Side Glaubwürdigkeit erhält, nur weil sie ein hübsches Gesicht und königlichen Status hat. Seit wann werden „blonde Dummchen“ im Big Apple ernst genommen?

Es macht einen krank die Besessenheit der arabischen und muslimischen Welt mit Israel zu sehen, die die Entwicklung und das Wachstum ihrer Gesellschaften zurückgeworfen hat. Es gibt eine direkte Korrelation zwischen dem Hass auf Israel, dem Antisemitismus, der Feindseligkeit gegenüber den USA, der Opposition zu Demokratie, der Unterdrückung der Frau, primitiver Gesellschaften und Terrorismus.

Es macht einen krank zu sehen, wie Darstellungen von George Bush und Tony Blair auf den Straßen von Pakistan, Ägypten, Jordanien, Syrien, Indonesien und anderen Ländern der Dritten Welt verbrannt werden, wo man gelernt hat, die Wut über das eigene, verarmte Leben auf Amerikaner, Briten und – natürlich – Ariel Scharon zu richten. Keine modernen Einkaufszentren oder ausreichend Arbeitsplätze – das muss eine zionistische Verschwörung durch amerikanische Hegemonie sein.

Es macht einen krank zu sehen, wie das „Antiquierte Europa“ und die arabisch-muslimische Welt für jedes Problem die israelisch-palästinensische Frage verantwortlich macht. Eine einfache Frage, die nie eine Antwort zu bekommen scheint, ist die: „Warum gestattete Jordanien den Palästinensern vor 1967 keinen Staat, als es ihnen die gesamte Westbank ohne jüdische Siedler (judenfrei), den Gazastreifen (von Ägypten), das komplette Alt-Jerusalem einschließlich der Westmauer, der Al Aqsa-Moschee und den meisten antiken heiligen Stätten hätte geben können?“ Schweigen. Wie Hafez al-Assad von Syrien es einmal ausdrückte: „Der Grund, dass es keine Wasserklosetts in Hama gibt, ist Israel!“ Offensichtlich.

Es macht einen krank, dass Deutschland, eine Nation, die für den Tod von mindestens 50 Millionen Unschuldiger verantwortlich ist, aus dem Holocaust nichts gelernt hat, dem schlimmsten einzelnen Bösen, das in der Geschichte verbrochen wurde. Statt den Krieg zu „schätzen“, der den eigenen, inneren Krebs vernichtete, erlaubt die neu gefundene, pazifistische Ader keinen Einsatz militärischer Macht gegen ein anderes krebsartiges Regime. Auf diese Weise müssen sich die Deutschen nicht mit ihrer eigenen, schlimmen Vergangenheit auseinandersetzen.

Es macht einen krank zu sehen, wie elitäre amerikanische Universitäts-Professoren und ihre sie nachschwatzenden Studenten sich der antiamerikanischen Masse anschließen und nach einer Million Mogadischus im Irak rufen und George Bush mit Adolf Hitler vergleichen. Nicht ein einziger amerikanischer Campus hielt eine Demonstration gegen Saddams Folter, Mord und Vergasung von Zivilisten in den letzten 22 Jahren ab. Offensichtlich haben diese Intellektuellen kein Mitgefühlt für unschuldige Zivilisten, sie hassen einfach Amerika und verabscheuen Israel.

Es macht einen krank zu sehen, wie die Medien in der gesamten arabischen und muslimischen Welt glatte Lügen berichten und wiederholen, die selbst Joseph Goebbels peinlich wären. Al-Jazira, al-Manar oder Abu Dhabi-TV werden als seriöse alternative Ansichten zu amerikanischen und britischen Medien dargestellt. Die Wahrheit ist aber in weiten Beriechen des Nahen Ostens unwichtig. Stellen Sie sich vor, Edward R. Murrow berichtet über den Zweiten Weltkrieg und erklärt, dass Churchill seinen Standpunkt hat und Hitler einen moralisch gleichwertigen. Außer, wenn der Westen erkennt, dass die Vielzahl der Cousins von den arabischen Medien verfälschende Gehirnwäscher sind und genauso gefährlich wie Chemiewaffen-Angriffe, wird der Terrorismus unausweichlich weiter ansteigen.

Daher verursachen das gealterte Europa und ein großer Teil der arabisch-muslimischen Welt einige echte Befürchtungen und Sorgen in der neuen westlichen Welt, die sich derzeit durch vergrößerte Magengeschwüre, Nervosität und Ängste im Volk äußert. In Anspielung auf das Drehbuch der Schuldzuweisungen: Es ist kein Wunder, dass es in Amerika und Israel eine Gesundheitskrise gibt.

Der „Zeitlupen-Völkermord“ des Islam an den Christen

Raymond Ibrahim, 13. März 2018 (FrontPage Magazine)

Der irakische Erzbischof Baschar Wanda traf während einer kürzlich gehaltenen Rede die folgende Feststellung : „Nachdem wir 1.400 Jahre lang dem Zeitlupen-Völkermord ausgesetzt waren, der lange vor dem andauernden heutigen Völkermord durch ISIS begann, ist die Zeit dafür dieses unmenschliche Verhalten und seine Ursachen zu entschuldigen vorbei.“

Dass Muslime seit dem siebten Jahrhundert bis in die Gegenwart nichtmuslimische Völker mit dem Schwert weggesäubert haben, ist natürlich sachlich gut dokumentiert. Aber was ist mit der subtileren Bezeichnung „Zeitlupen-Völkermord“? Wie funktioniert das? Die Antwort ist mit einer anderen Frage verbunden: Warum wurden überhaupt so viele Nichtmuslime zu Muslimen?

Viele moderne muslimische und westliche Apologeten behaupten, die Vorfahren der heute 1,5 Milliarden Muslime traten wegen seines ihm innewohnenden Reizes zum Islam über; dass die vom Islamischen Staat und anderen ausgeübte moderne Zwangsausübung und Verfolgung eine Anomalie ist.

Im Gegenteil machen viele muslimische und nichtmuslimische historische Aufzeichnungen klar, dass die meisten Menschen den Islam nicht aus aufrichtigem Glauben heraus annahmen, sondern aus einer Unzahl an Gründen – vom Übertritt, um den Segen zu genießen auf der „Siegerseite“ zu stehen, bis zum Übertritt, um dem Verderben auszuweichen, auf der „Verliererseite“ zu stehen.

Weil gut belegte Fakten wenig Einfluss auf das geschichtslose Realitätsgefühl des modernen Westens haben, bestätigt diese Ausübung von gesundem Menschenverstand fröhlich, was die Geschichte aufgezeichnet hat: Die islamische Welt ist weniger auf dem physischen Völkermord an den Ungläubigen gebaut, als vielmehr auf dem spirituellen und kulturellen Völkermord an ihrer Identität. Dass hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden, war immer vorteilhafter für den Islam; denn während die ehemalige religiöse/kulturelle Identität des Nichtmuslims eliminiert wird, bleibt sein Körper, um die Reihen des Islam zu stärken.

Betrachten Sie Ägypten. Als der Islam im 7. Jahrhundert formuliert wurde, war es seit Jahrhunderten ein christliches Land gewesen. Alexandria war das wichtigste geistliche Zentrum des antiken christlichen Lernens und zusammen mit Rom und Antiochia einer der ursprünglichen drei heiligen Stühle gewesen. Als er über die rund 400 Jahre – ungefähr zweieinhalb Jahrhunderte vor der arabischen Invasion – schrieb, stellte der Europäer John Cassian fest: „Der Reisende von Alexandria im Norden bis Luxor im Süden hätte während der Reise in seinen Ohren die Klänge von Gebeten und Chorälen der in der Wüste verteilten Mönche und Eremiten aus den Klöstern und aus den Höhlen gehört, von Mönchen, Eremiten und Einsiedlern.“ Vor kurzem wurden in separaten Regionen in Ägypten sowohl das älteste Pergament mit Worten aus dem Evangelium (wird auf das 1. Jahrhundert datiert) als auch das älteste Bild Christi entdeckt.

Was sorgte dafür, dass eine uralte und stark christliche Nation islamisch wurde? Genauer gefragt: Was sorgte dafür, dass die Vorfahren der heutigen ägyptischen Muslime – die zumeist koptische Christen waren – ihre Identität abstreiften und Muslime wurden?

Vor der Antwort auf diese Fragen darf ein weiterer übersehener Faktor nicht außer Acht gelassen werden. Seit der Zeit, als der Islam Ägypten (und einen Großteil der damals bekannten christlichen Welt) im 7. Jahrhundert eroberte und bis weit in die Vormoderne hinein war die Religion nichts, an dem man salopp festhielt oder das man leicht änderte, wie es heute im Westen der Fall ist. Die Menschen waren innig Gläubige; es gab kein alternatives Narrativ – keine sogenannten Ansprüche von „Wissenschaft gegen Gott“.

Trotz der vielen Filme, die auf die Christen des Mittelalters eine Art zynischer Modernität projizieren – wie bei der Hauptfigur in Königreich der Himmel, dem „nuancierten“ und „säkularisierten“ Christen Balian – „war die Religion für Menschen des Mittelalters nicht nur etwas, das die Kirche machte. Sie war ihre Wissenschaft, ihre Philosophie, ihre Politik, ihre Identität und ihre Hoffnung auf Erlösung. Sie war keine persönliche Vorliebe, sondern eine bleibende und universale Wahrheit.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der Islam einen ihm innewohnenden Reiz bot, ist die Vorstellung, dass vormoderne Christen in ihrer Entscheidung zu konvertieren „frei“ waren – frei von Schuld, frei von Angst vor der Hölle, frei von einem existenziellen Trauma, das mit dem Abfall vom Glauben einher geht – anachronistisch und unglaubwürdig. Nochmal: Diejenigen, die ihre Religion so oft wechseln wie ihre Schuhe, dürften starke Probleme haben diese Vorstellung voll zu würdigen; aber trotzdem stimmt sie.

Waren die Europäer im Mittelalter dem Christentum derart hingegeben, dann waren es natürlich auch die Kopten Ägyptens, die schon Jahrhunderte früher Christen wurden. Die vor uns liegende Frage lautet also: Was ließ sie dann massenhaft zum Islam konvertieren?

Um Professor John Esposito von der Georgetown University zu zitieren: Es stimmt, dass Christen „frei entscheiden konnten ihrem Glauben zu huldigen und von ihren religiösen Führern und Gesetzen in Bereichen wie Eheschließung, Scheidung und Erbschaften regiert zu werden. Im Gegenzug mussten sie einen Tribut zahlen, eine Kopfsteuer (Jizya), die sie zu muslimischem Schutz vor Aggression von außen berechtigte und sie vom Militärdienst ausnahm“. Und obwohl sie in Ruhe gelassen und nicht unter Druck gesetzt wurden, fanden die ursprünglichen Christen Ägyptens den neuen Glauben der Schwerter schwingenden, Kamel reitenden Araber so intrinsisch verlockend, dass sie bereitwillig in Massen die Religion ihrer Vorväter verließen?

Fakt ist, dass der gesunde Menschenverstand nahelegt, dass nichts weniger als extrem heftige Umstände und Not – Verfolgung – die Kopten und andere dazu veranlasste zum Islam zu konvertieren.

Wie erwähnt ist für den Historiker, der – im Gegensatz zu den fiktiven Mainstream-Schriften, die von Leuten wie Karen Armstrong als „Geschichte“ verbreitet werden – die Primärquellen liest, die Übung in gesundem Menschenverstand überflüssig.

Die Originalquellen machen nämlich uneingeschränkt klar, dass Ägyptens Kopten zwar den Dhimmi-Status hinnahmen – ständig große Summen Erpressungsgelder zu zahlen und ein Leben als Untertanen dritter Klasse mit wenigen Rechten zu führen, nur um Christen zu bleiben – aber immer immer wieder Perioden extremer Verfolgung aufflammten. Und mit jeder konvertierten mehr und mehr Christen zum Islam um Entlastung zu finden.

Ein vielsagendes Beispiel: In der maßgeblichen Geschichte Ägyptens des Historikers Taqi al-Din al-Maqrizi (gest. 1442) ist Anekdote um Anekdote dazu verzeichnet, dass Muslime Kirchen abbrannten, Christen abschlachteten und ihre Frauen und Kinder versklavten. Das einzige Entkommen war – und ist es heute zunehmend weiter – der Übertritt von Christen zum Islam.

Nach der Aufzeichnung einer besonders entsetzlichen Verfolgungsperiode, bei der zahllose Christen abgeschlachtet, versklavt und vergewaltigt wurden und in der Berichten nach rund 30.000 Kirchen in Ägypten und Syrien zerstört wurden – eine niederschmetternde Zahl, die zusätzlich signalisiert, wie christlich der Nahen Osten vor dem Islam war – macht der fromme muslimische Historiker klar, warum Christen konvertierten: „Unter diesen Umständen wurden sehr viele Christen Muslime.“ (Hervorhebung hinzugefügt)

Während also viele Christen physisch eliminiert wurden, wurden viele weitere spirituell/kulturell dazu gebracht Muslime zu werden. Nach Angaben international anerkannter Definitionen ist beides eine Form von Völkermord. Mitglieder einer Gruppe Menschen zu „töten“ und ihnen „ernsten körperlichen oder mentalen Schaden“ zuzufügen, sind – im Fall der „Ungläubigen“ oder Nichtmuslime – die ersten zwei von fünf rechtlich verbindlichen Definitionen von Völkermord.

Die dritte Definition bringt den „Zeitlupen-Völkermord“ auf den Punkt: „Gewollt einer Gruppe Lebensbedingungen zu schaffen, die darauf ausgerichtet sind seine physische Vernichtung als Ganzes oder in Teilen aufzuerlegen“ (Hervorhebung hinzugefügt). Das ist genau das, was der Islam seinen eroberten nichtmuslimischen Untertanen im Verlauf der Jahrhunderte antat; sie verhängten negative „Lebensbedingungen, die so ausgelegt“ waren, dass sie Ungläubige veranlassten ihre frühere Identität zur Überlieferung aufzugeben, um die Vorteile der Vereinigung mit dem Islam einzufahren (was die ständige Beendigung der Verfolgung und Diskriminierung beinhaltete). Tatsächlich ist es kein Zufall, dass die schariakonformen „kalkulierten Lebensbedingungen“, um die Existenz als Dhimmi so unerträglich zu machen, als „Omar-Bedingungen“ bekannt waren und sind.

Wenn also Perioden umfassender Verfolgung willkürlich waren, so war das auf den „Omar-Bedingungen“ aufgebaute, fest eingewurzelte Dhimmi-System immer präsent, „inspirierte“ immer zunehmend verarmte, nichtmuslimische Dhimmis im Verlauf der Jahrhunderte dazu zum Islam zu konvertieren, so dass Nationen wie Ägypten, das im 7. Jahrhundert zu etwa 95 Prozent christlich war, das heute nur noch zu 10 Prozent sind.

Bedenken Sie die Worte Alfred Butlers, eines Historikers des 19. Jahrhunderts, der schrieb, bevor die politische Korrektheit die akademische Welt zu beherrschen begann. In The Arab Conquest of Egpyt [Die arabische Eroberung Ägyptens] hob er das „brutale System der Bestechung der Christen für den Übertritt“ hervor:

Obwohl Religionsfreiheit in der Theorie für die Kopten unter der Kapitulation sichergestellt war, erwies es sich in Wirklichkeit bald als Tatsache, dass das undurchsichtig und illusorisch war. Denn eine Religionsfreiheit, die mit sozialem und mit finanziellem Zwang identifiziert wurde, konnte weder Substanz noch Lebendigkeit haben. Als der Islam sich ausbreitete, wurde der soziale Druck auf die Kopten enorm, während es zumindest dem finanziellen Druck schwerer war Widerstand zu leisten, während die Zahl der Christen und JudeN, die zur Zahlung der Kopfsteuer [Jizya] verpflichtet waren, Jahr um Jahr geringer und ihre Isolierung immer offensichtlicher wurde … Die Last der Christen wurde immer schwerer, während ihre Zahl schwand [heißt: Je mehr Christen zum Israel übertraten, desto größer wurde die Last für die wenigen Verbleibenden]. Das Wunder besteht daher nicht so sehr darin, dass so viele Kopten der Strömung nachgaben, die sie mit dramatischer Macht zum Islam zogen, sondern dass eine so große Vielzahl an Christen sich entschieden gegen den Strom stellten; auch haben nicht alle Stürme der dreizehn Jahrhunderte ihren Glauben vom Fels ihrer Grundlage geholt.

Obwohl die obige Darstellung Ägypten betrifft, gilt dasselbe „Zeitlupen“-Völkermordparadigma auch für den Rest der eroberten christlichen und nichtmuslimischen Länder im Allgemeinen. Heute ist das gesamte Nordafrika und die Türkei zu 97% muslimisch – obwohl beide Regionen, wie Ägypten, einst das Herz der christlichen Welt bildeten. (Der heilige Augustinus – der Vater der westlichen christlichen Theologie – stammte aus dem heutigen Algerien und Anatolien – „die Türkei“ – ist der Ort der ältesten Kirchen, die die Briefe der Apostel erhielten.“

Kommen wir zur Moderne – beachten Sie die kürzlich geäußerten Worte des bekannten Schriftstellers, Journalisten und pakistanischen Politikers Farahnaz Ispahani:

Direkt vor der Teilung von Indien und Pakistan hatten wir eine sehr gesunde Balance der Religionen neben dem Islam. Hindus, Sikhs, Christen, Zoroastriker. Heute hat Pakistan von seinem Anteil von 23 Pozent (fast ein Viertel) nichtmuslimischer Bevölkerung noch 3 Prozent. Ich nenne sie Gemeinschaften… Das geschieht nicht von einem Tag auf den nächsten. Das geschieht nicht innerhalb von ein paar Monaten. [Hervorhebung hinzugefügt].

Kurz gesagt: Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass „die islamische Welt“ nur einen Bruchteil so groß wäre – vielleicht gar nicht existieren würde – ohne die Tatsache, dass Nichtmuslime weniger vom Schwert ausgelöscht wurden, sondern mehr in Selbsteliminierung ihrer Ungläubigen-Identitäten gedrängt worden wären, um das Schwert und eine viele andere Nachteile zu vermeiden, womit sie die Reihen des Islam anschwellen ließen.

Eine Würdigung für Ryan Bellerose

Michael Lumish, Israel Thrives, 9. März 2018

Ryan Bellerose ist ein Freund der projüdischen/proisraelischen Gemeinschaft, der, wie viele von uns, der Zweistaatenlösung gegenüber zunehmend skeptisch geworden ist.

Ich traf den Mann, als er bei Israel Thrives vor ein paar Jahren aufschlug, um einem meiner regelmäßigen Besucher Feuer unter dem Hintern zu machen.

Bellerose ist ein Métis aus der Siedlung Paddle Prairie im nördlichen Alberta – ich möchte nördliches Alberta betonen – und Kämpfer für die Rechte und das Wohlergehen indigener Völker, einschließlich des jüdischen Volkes.

Das macht ihn unter den Aktivisten für die Rechte von Ureinwohnern höchst ungewöhnlich, denn er gehört zu den sehr Wenigen, die jüdische indigene Rechte anerkennen. Juden sind aus progessiv-linken politischen Gründen aus dem Club für indigene Rechte ausgeschlossen worden.

Stattdessen werden wir als weiße, imperialistische, rassistische, militaristische, kolonialistische, unmenschliche Apartheid-Liebhaber betrachtet.

In einem neuen Artikel für Tablet scheibt Bellerose:

Um Indigenität zu verstehen, muss man auch indigene Völker begreifen, wie wir uns selbst sehen und wie wir die Welt sehen. In seiner einfachsten Form entstammt der Indigenen-Status der Genesis einer Kultur, Sprache und Traditionen in Verbindung mit ihren Beziehung zu einem Land ihrer Vorfahren, die zumeist von Verbindungen zu vorkolonialen Völkern herrühren. Besitzt ein Volk einmal einen solchen kulturellen, linguistischen und spirituellen Ursprung sowie ein Zusammenwachsen als Volk, wird es allgemein als indigenes Volk anerkannt.

Belleroses Diskussion der Indigenität gründet auf einem Bericht an das Wirtschafts- und Sozialforum der UNO aus dem Jahr 1981, der von dem Anthropologen José Martínez Cobo geschrieben wurde.

Man sollte verstehen, dass Bellerose auf der Straße ebenso wie auf den Seiten von Tablet überzeugt.

Ich wünschte mir sehr, er wäre während der Mahnwachen für Edward Joffe und Leon Kanner dabei gewesen.

Reem Assil vom antisemitischen Restaurant Reem’s bewundert, aus Gründen, die der moralischen Vorstellungskraft trotzen, die völkermörderischen Judenmörderin Rasmea Odeh. Außerdem wird sie derzeit für ihren Hass belohnt.

Die New York Times veröffentlichte kürzlich einen Artikel von Rebecca Flint Marx zu Assils Laden mit der die Überschrift An Arab Bakery in Oakland full of California Love (Eine arabische Bäckerei in Oakland voller kalifornischer Liebe).

Voller kalifornischer Liebe.

Eines der überspannten Dinge an diesem Artikel besteht dain, dass Marx kurz nach seiner Veröffentlichung eine Korrektur im Hauptteil des Textes vornahm; diese lautete:

1970 wurde Frau Odeh von israelischen Gerichten wegen ihrer Rolle bei der Ermordung von zwei Schülern verurteilt.

Die Times gibt also zu, dass Odeh eine verurteilte Mörderin ist, dennoch heißt es in der Schlagzeile weiter An Arab Bakery in Oakland full of California Love.

Die einzige Schlussfolgerung, zu der ich kommen kann, lautet, das die New York Times glaubt, dass Sie ein Haufen Idioten sind.

Darüber hinaus erzählt uns Justin Phillips vom San Francisco Chronicle, dass Reem Assil mit einem feinen Restaurant am Jack London Square weiterhin kometenhaft aufsteigt.

Oh, welche Freude.

(Aber ich schweife ab.)

Der Grund, dass Bellerose wichtig ist, liegt darin, dass er eine Erweiterung unseres Verständnisses des Konflikts anregt.

Damit, dass er zurecht auf der Indigenität des jüdischen Volks im Land Israel besteht, zwingt er eine Ausweitung des Gesprächs, sowohl geografisch als auch historisch.

Dieser Kampf wird nicht nur zwischen Israelis und Arabern geführt, die innerhalb der jüdischen Heimat wohnhaft sind. Es handelt sich um einen Kampf zwischen der indigenen jüdischen Bevölkerung und ihren ehemaligen arabischen und muslimischen Eroberern, die noch die Wiederherstellung der theologisch-politischen Herrschaft aufgeben müssen. Das macht den Kampf zu einem zwischen der winzigen jüdischen Minderheit im Nahen Osten und den weit größeren arabischen und muslimischen Bevölkerungen, die sie umgeben.

So lautet die offensichtliche Folge davon auf jüdischer Indigenität zu bestehen, weil schon die Idee jüdischer Indigenität im Land Israel den imperialen Ambitionen der Araber und Muslime in der jüdischen Heimat widerspricht.

Dem kann man sich nicht entziehen.

Eine weitere offensichtliche Folge ist, dass es sich nicht nur um einen modernen Konflikt handelt. Die Geschichte beginnt nicht 1948, auch nicht 1967.

Jeder, der auch nur ein flüchtiges Verständnis der Geschichte hat, erkennt an, dass von der Zeit Mohammeds bis zum Versagen des osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg das jüdische Volk – und andere Dhimmis – als Nichtbürger zweiter und dritter Klasse lebte.

Der verstorbene Professor Martin Gilbert beschrieb den Dhimmistatus unter muslimischer Herrschaft wie folgt:

Es durfte keinen Bau neuer Synagogen oder Kirchen geben. Dhimmis durften nicht auf Pferden reiten, nur auf Eseln; sie durften keine Sättel benutzen, sondern nur Damensättel verwenden. Darüber hinaus konnten sie keine Muslime beschäftigen. Juden und Christen mussten gleichermaßen besondere Hüte, Mäntel und Schuhe tragen, die sie aus den Muslimen herausheben. Sie waren sogar verpflichtet Abzeichen auf ihrer Kleidung zu tragen oder bestimmte Arten und Farben von Kleidung tragen, die anzeigten, dass sie keine Muslime waren, während gleichzeitig Kleidung vermieden werden musste, die irgendeine Verbindung zu Mohammed und Islam hatte. Insbesondere grüne Kleidung war verboten…

Andere Aspekte der Dhimmi-Existenz bestand darin, dass Juden – und auch Christen – keine muslimischen Namen gegeben werden durften, niemanden vom Übertritt zum Islam abgehalten werden durfte und keine Gräber gestattet waren, die höher waren als die von Muslimen. Männer konnten öffentliche Badehäuser nur betreten, wenn sie ein besonderes Zeichen um den Hals trugen, dass sie von Muslimen unterschied, während Frauen nicht gemeinsam mit muslimischen Frauen baden und stattdessen separate Badehäuser nutzen mussten. Sexuelle Beziehungen zu einer muslimischen Frau waren verboten, ebenso den Propheten in der Öffentlichkeit zu verwünschen – ein Delikt, das mit dem Tod zu bestrafen war.

Unter Dhimmi-Regeln, wie sie sich entwickelten, durften weder Juden noch Christen Schusswaffen tragen, neue Gotteshäuser bauen oder ohne Genehmigung alte reparieren oder ein Gotteshaus bauen, das höher war als eine Moschee. Ein Nichtmuslim konnte nichts von einem Muslim erben. Ein Nichtmuslim konnte keine muslimische Frau heiraten, obwohl Muslime christliche oder jüdische Frauen heiraten konnte.

Martin Gilbert: In Ishmael’s House: A History of Jews in Muslim Lands. New Haven, Connectict, Yale University Press, 2010, S. 32-33.

Der Konflikt ist in seinem Ausmaß sowohl geografisch als auch historisch größer als die meisten Leute erkennen; das gilt insbesondere für progressiv-linke Feinde des jüdischen Volk, die den Konflikt als Ergebnis der „zionistischen“ Aggression im 20. Jahrhundert betrachten.

Indem er auf der Inidgenität des jüdischen Volks in Israel besteht, zwingt uns Bellerose die dominanten Ausformulierungen rund um den Konflikt auf zwei fundamentale Wege zu überdenken.

1) die Juden sind die kolonisierte indigene Bevölkerung, die es schaffte sich von den dreizehn Jahrhunderten unter dem Stiefel des arabischen und muslimischen Imperialismus zu befreien.

2) Es handelt sich um keinen Konflikt zwischen „Zionisten“ oder Israel und palästinensischen Arabern. Was wir stattdessen sehen, ist der aktuelle Augenblick im langen arabischen und muslimischen Krieg gegen jüdische Souveränität im Nahen Osten, der in koranischer Heimtücke gründet.

Das Konzept der Indigenität ist der Schlüssel; und Bellerose weiß das zwar, aber die meisten Juden nicht.

Europa: Christenphobie und Niedergang

Giulio Meotti, Israel National News, 16. Januar 2018

Heute werden 215 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt, besagt ein von der Organisation Open Doors veröffentlichter Bericht. Einer von 12 Christen weltweit. Der Grund Nummer 1 für Christenverfolgung ist die Verbreitung des radikalen Islam. Unter den Top 10 Ländern  mit der stärksten Christenverfolgung befinden sich 8 muslimische: Afghanistan, Somalia, Sudan, Pakistan, Libyen, Irak, Jemen und Iran. 3.066 Christen wurde letztes Jahr wegen ihres Glaubens getötet, 15.540 christliche Gebäude wurden angegriffen, darunter Kirchen, Häuser und Geschäfte. Der Westen, eingeschüchtert vom nichtexistenten Verbrechen der „Islamophobie“, wird daran gehindert über diese erschreckende islamische Christenphobie zu reden.

In Syrien und dem Irak gibt es dutzende, wenn nicht hunderte christliche Gottesdienstorte, die islamische Fundamentalisten in den letzten zwei Jahren zerstört haben. Diese Bilder schockierten und bewegten die öffentliche Meinung, zusammen mit Enthauptungen während Gottesdiensten, den Feuern aus „Ungläubigen“ und der Vergewaltigung von Mädchen der kurdischen Minderheit der Jesiden. Von Kirchen zu Friedhöfen und archäologischen Orten wurde an vielen Orten jedes Gebäude, das die Symbole des christlichen Glaubens trug, in Schutt und Asche gelegt.

Aber im Herzen meines armen Europa und in der Hauptsädten seiner Christenheit von Paris bis London findet ein nicht weniger ernster, scheinbar „friedlicher“ und schmerzloser Vandalismus statt.

Die deutsche Lambertus-Kirche wurde gerade abgerissen, um einem Tagebau Platz zu machen, trotz der Proteste der Bevölkerung.[*] Seit dem 12. Jahrhundert hat es an dieser Stelle eine Kirche auf diesem Stück Land gegeben und das aktuelle Bauwerk wurde vor einem Jahrhundert errichtet. Dieselben Szenen sind in Frankreich, England und Belgien zu finden. Auf dem gesamten Kontinent stehen Städte vor dem Problem, was sie mit der zunehmenden Zahl leerer Kirchen tun sollen.

Die Europäer verlieren sich in einer Art Existenzialismus, in dem Kultur keinen Wert mehr hat. Sie sind bereit für die große Ersetzung durch den Islam. Aber um das zu tun, müssen sie ein Vakuum schaffen, in dem die neue Kultur die Macht übernehmen kann.

Europa bricht unter seinem eigenen Gewicht zusammen. Es gibt viele Methoden etwas zu töten. Eine davon, vielleicht die beste, besteht darin den Kranken glauben zu machen, er sei gerettet worden, wobei aber die Medizin in Wirklichkeit Gift ist.

Sind wir Zeugen des Todes der westlichen Zivilisation, wie Vegetius es während des Niedergangs des Römischen Reichs erlebte? Und welche Form wird er annehmen, wie wird der Sturz aussehen? Gewalt oder Verwässerung? Überall in Europa werden die großen Kirchen der Christenheit, katholische wie protestantische, in Luxuswohnungen umgewandelt, um das Verlangen von Geschäftsleuten, oft Ausländern, zu befriedigen, die nach etwas „Besonderem“ suchen.

„Sic transit gloria“. Diese lateinische Redensart fängt Europas Stimmung perfekt ein: Ruhm vergeht.

[*] Hier ist Meotti wohl nicht ganz richtig informiert. Die Proteste kamen nicht von „der Bevölkerung“ (die schon längst umgesiedelt ist) und richteten sich auch nicht gegen den Abriss der Kirche an sich, sondern gegen den Tagebau und den Abbau von Braunkohle überhaupt.

Die wahren Opfer der „Islamophobie“

Judith Bergman, Gatestone Institute, 14. November 2017

  • Örtliche Behörden, die Polizei, Lehrer und Parlamentarier haben alle mit MEND zusammengearbeitet, obwohl die Organisation „der Definition der Regierung für Extremismus entspricht“ und „regelmäßig illiberale, intolerante und extremistische islamische Redner zu Gast hatte … offen angestrebt hat die Terrorbekämpfungsgesetze zu untergraben und gegen Extremismusbekämpfungsbemühungen vorzugehen; zusätzlich haben sie ihre eigenen Linksextremisten…“
  • Obwohl auf sie die Definition der Regierung für eine extremistische Gruppe zutrifft, organisiert MEND eine Reihe von Veranstaltungen für den „Islamophobie-Bewusstseinsmonat“ an britischen Universitäten.
  • Man kann sich kein anderes Thema denken, das einen „Achtsamkeitsmonat“ im Vereinten Königreich mehr verdient, besonders weil viele der Menschen, die von diesem Problemen betroffen sind, die Folgen der britischen Obsession mit „Islamophobie“ gelitten haben.

In Britannien ist Labour-Chef Jeremy Corbyn zusammen mit dem Parteichef der Liberaldemokraten Vince Cable das Aushängeschild für den „Islamophobie-Bewusstseinsmonat“, eine jährlich stattfindende Kampagne, die seit 2012 unter der Führung der islamistischen Gruppe Muslim Engagement and Development (MEND – muslimisches Engagement und Entwicklung) stattfindet.

„Wir müssen Rassismus in jeder Form aus unserer Gesellschaft verjagen“, sagte Corbyn – dessen eigene Labour Party nie antisemitischer war und der Hamas- und Hisbollah-Terroristen als „Freunde“ betrachtet. Die Botschaft kam eingewickelt in ein Propaganda-Video, in dem er als Star der Kampagne mitmacht. „Islamophobie“, fuhr er fort, „ist etwas Furchtbares, verursacht furchtbaren Schmerz und furchtbare Leiden.“

„Ich heiße den Beitrag herzlich willkommen, den MEND dazu leistet das Bewusstsein für dieses Thema steigern und Menschen in der politischen Welt und anders wo dazu zu mobilisieren Islamophobie zu bekämpfen“, fügt Cable in dem Video hinzu.

Hier sind zwei Führer britischer Oppositionsparteien, die vor MEND niederknien, einer Gruppe, die vor kurzem als „Islamisten, die sich als bürgerliche Libertäre ausgeben“, beschrieben wurde.

Corbyn und Cable sind jedoch nicht die einzigen, die nach der Gesellschaft islamischer Herrenmenschen gieren. Örtliche Behörden, Polizei, Lehrer und Abgeordnete haben allesamt mit MEND gearbeitet, obwohl auf die Organisation „die regierungseigene Extremismus-Definition zutrifft“ („lautstarke oder aktive Opposition gegen fundamental britische Werte, einschließlich der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, individuelle Freiheit und gegenseitiger Respekt und Toleranz unterschiedlicher Religionen und Überzeugungen“) und „hat regelmäßig illiberale, intolerante und extremistische islamistische Redner zu Gast gehabt … hat offen angestrebt hat die Terrorbekämpfungsgesetze zu untergraben und gegen Extremismusbekämpfungsbemühungen vorzugehen; zusätzlich haben sie ihre eigenen Linksextremisten…“

Zusätzlich:

Mehrere der Beschäftigten der Organisation und Freiwilligen, darunter ranghohe Persönlichkeiten, haben öffentlich eine Reihe beunruhigender Ansichten zu Terrorismus und Antisemitismus zum Ausdruck gebracht. Dazu gehörten Unterstützung von Terroristen im Ausland, das Abtun der jüngsten Terroranschläge im Königreich, die Werbung für antisemitische Verschwörungstheoriren und sogar die Aufforderung an britische Moscheen Gebete für „die Mudschaheddin“ zu veranstalten.“

Obwohl sie die Definition der Regierung für eine extremistische Gruppe erfüllt, organisiert MEND gleichwohl eine Reihe Veranstaltungen für den „Islamophobie-Bewusstseinsmonat“, der „positive Beiträge britischer Muslime feiert, übliche Märchen über britische Muslime aus dem Weg schafft und die Rolle der Medien bei der Aufrechterhaltung antimuslimischer Vorurteile“ an der Brunel-University, SOAS, der London School of Economics and Political Science, dem King’s College und anderen herausstellen.

Letztes Jahr schloss sich die Polizei von Bedford der Kampagne „Islamophobie-Bewusstseinsmonat“ an, zog dann aber nach Nutzung des Kampagnen-Logos wieder zurück, nachdem das von ISIS-Jihadisten genutzte Handzeichen ähnelt. Ein Jahr später nutzt die Kampagne immer noch dasselbe Einfinger-Logo, wofür sie nicht überzeugend behauptet, es stehe für „I“ wie in „Islamophobie“.

Das Vereinte Königreich ist fast klinisch besessen von „Islamophobie“-Bewussteinskampagnen. Vor nur ein paar Wochen tat sich die Polizei von London mit den Behörden der Tranpsort for London zusammen, um Menschen zu ermutigen während der „National Hate Crime Awareness Week“ (Landesweite Bewusstseinskampagne für Hassverbrechen) hassverbrechen zur Anzeige zu bringen; diese lief vom 14. bis 21. Oktober. Die Veranstaltungen zielten hauptsächlich auf Muslime, wobei Beamte die Moschee East London besuchten, um zur Anzeige von Hassverbrechen zu ermutigen.

Man kann sich andere Themen denken, die einen „Bewusstseinsmonat“ in Großbritannien mehr verdienen, insbesondere weil viele Menschen, die von diesen Dingen betroffen sind, die unter Folgen der britischen Besessenheit von „Islamophobie“ gelitten haben.

Britische Behörden, besonders die Polizei und Sozialarbeiter, wandten sich von tausenden Mädchen auf kriminelle Weise ab, die in industriellem Ausmaß“ von muslimischen Vergewaltigungsbanden besonders in der Stadt Rotherham zur Prostitution herangezogen und vergewaltigt wurden. Beamte ließen diese Kinder auf die furchtbarste Weise genau deshalb im Stich, weil sie dazu konditioniert worden waren entlang der Linien von „Islamophobie“ zu denken. Sie missachteten grob ihre Plichten die Öffentlichkeit zu schützen, weil sie sich mehr Sorgen darum machten als „islamophob“ oder „rassistisch“ etikettiert zu werden, als um die vielen jungen, unschuldigen Leben, die zerstört wurden. Warum gibt es keine laufende landesweite Bewusstseinskampagne für das Entdecken solcher Heranziehungsaktivitäten, einschließlich einer Kampagne für Beamte ihre professionellen und ethischen Verpflichtungen vor das zu stellen, was andere von ihnen denken könnten?

Britische Polizei und Sozialarbeiter wandten sich auf kriminelle Weise von tausenden Mädchen ab, die „in industriellem Ausmaß“ von muslimischen Vergewaltigungsbanden besonders in der Stadt Rotherham (im Bild) zur Prostitution herangezogen und vergewaltigt wurden. Foto: Anthony Devlin/Getty Images.

Opfer von sogenannten Ehrenverbrechen – Gewalt gegen Frauen durch ihre Familien, um die „Ehre“ der Familie zu retten, einschließlich Ehrenmorden – müssen ebenfalls dringend eine Bewusstseinskampagne bekommen. Jüngste Zahlen zeigen, dass nur 5% der bei der Polizei angezeigten Fälle von Ehrenverbrechen 2016/17 an die königlichen Staatsanwaltschaft weitergegeben wurden, trotz der starken Zunahme der entdeckten Fallzahlen. 2016/17 wurden mehr als 5.000 Ehrenverbrechen bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Fakt ist, dass die Polizei verprügelte Frauen oft direkt zurück in die Probleme schicken, aus denen sie kamen; man sagte ihnen, sie sollten nach Hause gehen – was bedeuten konnte, dass diese Frauen voraussichtlich nicht nur Opfer von Gewalt, sondern von tatsächlichen Ehrenmorden werden.

Oper von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) könnten ebenfalls eine Bewusstseinskampagne brauchen. 2016/17 wurden mehr als 9.000 FGM-Fälle ermittelt – kaum weniger als im Jahr davor.

Das Vereinte Königreich benötigt ebenfalls eine Bewusstseinskampagne zu Antisemitismus, der in Großbritannien in den letzten drei Jahren dramatisch zugenommen hat, den die Justiz jedoch weitgehend ignoriert. 2016/17 strengte die königliche Staatsanwaltschaft (CPS) in 14.480 Fällen Prozesse wegen Hassverbrechen an, doch nach Angaben der Campagin Against Antisemitism

wir müssen immer noch ein Jahr erleben, in dem es mehr als ein paar Duzend antisemitische Hassverbrechen gibt, die strafrechtlich verfolgt werden. 2017 sind uns bisher 21  Verfahren bekannt, 2016 gab es 20 und 2015 waren es nur 12. So ernst dieses Versagen der CPS zu handeln ist derart ernst, dass wir alle mutmaßlichen Antisemiten über private Klagen selbst verfolgen und die CPS über auf dem Rechtsweg herausfordern mussten; den ersten solchen Fall gewannen wir im März. Letztes Jahr wurden nur 1,9% der Hassverbrechen gegen Juden gerichtlich verfolgt, was den Polizeikräften signalisierte, dass ihre Bemühungen Hassverbrechen gegen Juden vergeudet sein könnten; und es vermittelte den Antisemiten eine starke Botschaft, dass sie das Gesetz nicht fürchten müssen … Jedes Jahr seit 2014 ist ein rekordverdächtiges Jahr für antisemitische Verbrechen gewesen: von 2014 bis 2016 stiegen antisemitische Verbrechen um heftige 45% an.“

Die regierungseigene Antiterrorkampagne „Make Nothing Happen“ (Lass nichts geschehen) – eine im März 2017 begonnene landesweite öffentliche Bewusstseins-Werbekampagne, die die Bürger drängt die Polizei bei verdächtigen Aktivitäten kontaktieren – riskiert, von der fortgesetzten Voreingenommenheit mit „Islamophobie“ auf den Kopf gestellt zu werden. Das Risiko besteht darin, dass Menschen zögern und verdächtige Aktivitäten nicht berichten werden, weil sie Angst haben als „rassistisch“ oder „islamophob“ etikettiert zu werden. In den USA meldete vor dem Terroranschlag von San Bernardino ein Nachbar der Angreifer Syed Rizwan Farook und seiner Frau Washfeen Malik deren von ihm beobachtete verdächtige Aktivitäten außerhalb von deren Wohnung offenbar genau aus dieser Angst heraus nicht.

Diese Angst als islamophob oder rassistisch bezeichnet zu werden scheint in der westlichen Psyche tief verwurzelt zu sein. Vermutlich billigt niemand, dass jemand aufgrund einer Ethnie oder Religion herabgewürdigt oder dass eine Gruppe mit einer breiten, willkürlichen Bürste diffamiert wird. Menschen unternehmen sogar enorme Anstrengungen um zu vermeiden ungerechtfertigt irgendjemanden oder irgendeine Gruppe zu kritisieren, selbst wenn Kritik verdient sein sollte, wie im Fall der Prostitutionsbanden im englischen Rotherham. Die Rassismus- und Islamophobieanschludigungen scheinen dazu gedacht zu sein Menschen davon abzuhalten Missbräuche aufzuzeigen, noch bevor sie begangen werden, so dass die Täter frei bleiben können sie zu begehen. Die andere Frage, die praktisch niemals gestellt wird, lautet: Wenn Muslime wegen Islamophobie aufgebracht sind, wie kommt es dann, dass im Vergleich mit anderen Religionsgruppen, so viele von ihnen weiter „Munition“ liefern, die eine solche Sichtweise nur unterstützt und verstärkt – besonders wenn andere Muslime weiter schweigen, es versäumtn Anschläge namentlich zu verurteilen oder nichts zu tun scheinen, um einen Versuch zu unternehmen sie zu verhindern? Zusätzlich gibt es die Frage der Wechselseitigkeit: Wie kommt es, dass es schienbar kein Bedauern über ständige Verunglimpfung von Juden als Nachkommen von Affen und Schweinen gibt;  zu sagen, dass Juden „dreckig“ sind, „ausgelöscht“ werden sollten oder gar Völkermord empfohlen wird? Das sind echte Fragen, in ganz ehrlich gestellt.

In New York erzählte der stellvertretende Polizeipräsident den Amerikanern, dass der tödlichste Anschlag in New York seit dem 9/11 – der von dem Jihadisten Sayfullo Saipow begangene Auto-Rammanschlag – „nichts mit dem Islam zu tun“ hatte. Personen, die es wagen würden auf diesen jihadistischen Mord mit dem Begehen von (nicht definierten) „Einseitigkeitsvorfällen“ oder „Hassverbrechen“ zu reagieren, würden „mit dem vollen Ausmaß des Gesetzes verfolgt“ werden.

Die Behörden in Großbritannien, Europa und den Vereinigten Staaten nähren keine Atmosphäre, die effektiver öffentlicher Sicherheit, Polizeiarbeit oder Terrorbekämpfung förderlich ist. Ganz im Gegenteil. Erkennen sie das überhaupt?

Die Beziehungen zwischen den USA und Saudi Arabien sind ein Skandal

Daniel Pipes, National Interest, Winter 2002/2003

„Bezüglich der saudisch-amerikanischen Beziehungen, sollte das Weiße Haus das ‚Weiße Zelt‘ genannt werden.“
Mohammed Al-Khilewi, ein saudischer Diplomat, der in die USA überlief.[1]

Betrachten Sie die beiden symbolischen Augenblicke in der Beziehung zwischen den USA und den Saudis, die einen Besuch der beiden Führer des jeweiligen Landes einschlossen. Im November 1990 reiste Präsident George H.W. Bush mit seiner Frau und hochrangigen Kongress-Abgeordneten zu Thanksgiving an den Persischen Golf, um die in Saudi Arabien zusammen gezogenen 400.000 Soldaten zu besuchen, die er dorthin schickte, um das Land vor einer irakischen Invasion zu schützen. Als die saudischen Behörden erfuhren, dass der Präsident vor hatte vor dem festlichen Thanksgiving-Essen zu beten, protestierten sie; Saudi Arabien kenne nur eine Religion, sagten sie, und das sei der Islam. Bush gab nach und er und sein Tross begingen den Feiertag auf der USS Durhamì, einem Amphibien-Frachter, der in internationalen Wassern ankerte.

Im April 2002, als Kronprinz Abdullah von Saudi Arabien, praktisch Herrscher des Landes, vor einer Reise durch Texas stand, um Präsident George W. Bush zu besuchen, sprach eine Vorausgruppe mit dem Flughafen-Manager in Waco (dem Flughafen, der auch die Ranch des Präsidenten in Crawford bedient) und „sagten ihm, sie wollten keine Frauen auf dem Vorfeld und sagten auch, es sollten keine Frauen Funkverkehr mit dem Flugzeug führen.“[2] Die FAA (die US-Luftfahrtbehörde) in Waco kam dieser Forderung nach und gab sie an drei weitere FAA-Stationen auf der Reiseroute des Kronprinzen weiter, die sie auch befolgten. Als sie dann zur Sache befragt wurden, schlossen sich die FAA und das Außenministerium zusammen und leugneten glatt, dass es je eine saudische Forderung nach nur männlichen Fluglotsen gab.

Die Bedeutung dieser Vorfälle ist deutlich genug: Amerikas Beamte verbeugen sich vor saudischen Bräuchen und die Offiziellen Amerikas in den USA tun es genauso. Und das ist nicht nur eine Frage der Reise-Etikette; es gibt parallele amerikanische Unterwürfigkeit bei Themen wie Energie, Sicherheit, Religion und persönlichem Status. Die Saudis bestimmen routinemäßig die Bedingungen der bilateralen Beziehung. Seit Jahrzehnten haben sich US-Regierungsdienste in stetigen Mustern der Ehrerbietung gegenüber saudischen Wünschen ergangen; sie haben derart viele ungewöhnliche und unnötige Zugeständnisse gemacht, dass man den Eindruck gewinnt, es habe ein Wechsel stattgefunden, bei dem beide Seiten vergessen, wer von ihnen die Großmacht und wer der weniger Starke ist. Ich werde diese Behauptung zuerst dokumentieren, dann eine Erklärung dafür anbieten und mit einer politischen Empfehlung enden.

Unterwürfigkeit auf niedrigem Niveau

Die Akzeptanz saudischer Normen durch die US-Regierung wird beim Umgang mit Frauen, Kindern, praktizierenden Christen und Juden besonders deutlich.

Frauen

Eine typische Abaya

Die US-Regierung akzeptiert die Ungleich-Behandlung von Frauen in Bezug auf Saudi Arabien, die sie sonst nie dulden würde. Zwei Beispiele der jüngeren Zeit zeigen das auf.

Beginnend 1991 verlangte das US-Militär von seinem in Saudi Arabien stationierten weiblichen Personal schwarze Abayas (die alles von Kopf bis Fuß bedecken) zu tragen. (Das macht Saudi Arabien zum einzigen Land der Welt, wo von US-Militärpersonal erwartet wird, religiös begründete Kleidung zu tragen.) Darüber hinaus mussten die Frauen in Fahrzeugen auf dem Rücksitz Platz nehmen und von einem Mann begleitet werden, wenn sie die Basis verließen.

1995 initiierte Oberstleutnant Martha McSally, die ranghöchste Pilotin der US Air Force, eine Beschwerde innerhalb des Systems, um diese diskriminierende Behandlung zu beenden. Sie drückte das so aus: „Ich bin in der Lage, Führungspositionen einzunehmen und Kampfeinsätze über Feindgebiet zu fliegen. Und trotzdem muss ich, wenn ich die Basis verlasse, die Schlüssel einem Mann mit niedrigerem Rang übergeben, auf dem Rücksitz sitzen und ein muslimisches Gewand anlegen, das erniedrigend und demütigend ist.“[3] Da sie im System keinen Erfolg hatte, wandte McSally sich Anfang 2002 mit einer Klage vor Gericht an die Öffentlichkeit. Ihre Beschwerde zeigt die Verletzungen freier Meinungsäußerung, der Trennung von Kirche und Staat und der Geschlechter-Diskriminierung auf. (Für männliches Militärpersonal gibt es nicht nur keinerlei vergleichbare ihnen auferlegte Vorschriften; ihnen ist es ausdrücklich verboten saudische Kleidung zu tragen; von Frauen, die nicht dem Militär angehören und für die US-Regierung in Saudi Arabien arbeiten, wird ebenfalls nicht erwartet, dass sie eine Abaya tragen.[4]

Nachdem McSally ihre Klage eingereicht hatte, antwortete das Verteidigungsministerium mit einer Änderung der Vorschriften für Verhalten außerhalb der Basis; dann nahm es seine Politik in zwei anderen Fragen zurück (dass sie auf dem Rücksitz sitzen und dass sie männliche Begleitung haben müssen). Das waren allerdings weitgehend kosmetische Änderungen, da Frauen immer noch „stark empfohlen“ wird den alten Regeln zu folgen, um den „Gefühlen der Gastgebernation“ Rechnung zu tragen. Die US-Regierung kauft weiterhin Abayas und gibt sie aus. McSally argumentierte, dass die vom Verteidigungsministerium „stark empfohlenen“ Abayas die alten Verhältnisse weiter führten, da Frauen, die nicht die saudische Kleidung trugen, fürchteten ihrer Karriere zu schaden; daher hat sie ihre Klage aufrecht erhalten. Schließlich stimmte das Repräsentantenhaus im Mai 2002 einstimmig dafür, dem Pentagon zu verbieten „formell oder informell“ Frauendienstgrade zu drängen Abayas zu tragen und verbot dem Pentagon Abayas für Soldatinnen zu kaufen. (Der Senat hat in dieser Sache noch nichts unternommen.)

Die schwache Politik der ausführenden Organe gegenüber Frauenrechten hat auch Einfluss auf private Institutionen, die ebenfalls Frauen diskriminieren. US-Geschäftsleute und Diplomaten in Riyadh

sagen, dass die größten US-Firmen in Saudi Arabien – Exxon Mobil, Chevron Texaco und Beoing – keine Frauen beschäftigen. Verschiedene andere US-Firmen, darunter Citibank, Saks Fifth Avenue, Philip Morris und Procter & Gamble, haben Frauen im Personal, aber sie arbeiten in Büros, die sie von Männern trennen, wie es [saudischer] Brauch ist. Die Saudis legen keine Einstellungspraktiken für die mehr als 100 US-Firmen offen, die in Saudi Arabien Geschäfte betreiben, aber amerikanische Geschäftsleute sagen, nach ihrem Kenntnisstand folgen alle Firmen den saudischen Sitten, damit sie ihre Investitionen nicht gefährden.

Ein westlicher Diplomat beschwert sich, dass amerikanische Geschäftsleute leere Entschuldigungen benutzen, so die Forderungen örtlicher Gesetze, dass es keinen Platz für die Frauen gibt sich zu setzen oder zur Toilette gehen und schließt daraus, dass „es genauso ist, wie es in Saudi Arabien war“.[5]

Kinder

Das Muster saudischer Väter, die Kinder aus den USA nach Saudi Arabien entführen und sie dann dort mit voller Zustimmung der saudischen Behörden festhalten, betrifft mindestens 92 Kinder von amerikanischen Müttern und saudischen Vätern, vielleicht viel mehr. In jedem dieser herzzerreißenden Fälle hat sich das Außenministerium mit einer Schwäche verhalten, die an Speichelleckerei grenzt. Um auf den Punkt zu kommen: Es hat das saudische Recht anerkannt, das dem Vater die fast absolute Kontrolle über den Bewegungsfreiraum und die Aktivitäten seiner Kinder und seiner Ehefrau (oder seinen Frauen) gibt. Das Ministerium hat keine echten Bemühungen unternommen den saudischen Behörden ihr Missfallen zu diesen Fällen zu signalisieren, geschweige denn energische Bemühungen zu unternehmen die Kinder, die gegen den Willen ihrer amerikanischen Familien festgehalten werden, zu befreien.

Hier drei Fälle, die im Juni 2002 im Repräsentantenhaus bei einer vom Abgeordneten Dan Burton aus Illinois organisierten Anhörung herausgestellt wurden:

Alia (geb. 1979) und Aisha (geb. 1982) al-Geshayan, zwei Mädchen, die in den USA geboren und 1986 von ihrem Vater Khalid al-Geshayan unter Missachtung gerichtlicher Anweisungen nach Saudi Arabien entführt wurden. Bis zum letzten August war ihnen nicht erlaubt Saudi Arabien zu verlassen und ihre Mutter, Pat Roush konnte sie in den vielen Jahren nur wenige Minuten besuchen. Beide Kinder sind inzwischen erwachsen und beide wurden verheiratet; als Frauen können sie das Land nicht ohne den Schutz ihrer männlichen Wächter verlassen – erst der ihres Vater, nun die ihrer Ehemänner.[6] Ein US-Botschafter in Saudi Arabien (Walter Cutler) versuchte die Kinder loszubekommen, wurde aber vom Außenministerium angewiesen, in dieser Auseinandersetzung „unparteiisch zu bleiben“, wonach die Bemühungen um Hilfe aufhörten.[7] Ein zweiter Botschafter (Hume Horan) brachte die Frage vor einem ranghohen saudischen Beamten auf, fand sich dann aber bald von seinem Posten abgerufen, weil die Saudis sich beschwerten. Ein dritter Botschafter (Roy Mabus) erdachte einen Plan, wie die Familie Ghesahyan unter Druck gesetzt werden könnte die Kinder frei zu geben; aber nach seiner Abreise wurden alle Schritte, die er unternommen hatte, zurück genommen.

Raschid (geb. 1976) und Amjad (geb. 1983) Radwan sind ein Junge und ein Mädchen, die in den USA geboren wurden und mit ihren Eltern 1985 nach Saudi Arabien zogen. Nachdem ihr Vater, Nizar Radwan, sich von ihrer Mutter, Monica Stowers, 1986 scheiden ließ, lehnte er eine Erlaubnis ab, dass die Kinder das Land mit ihr verlassen. Stowers verließ das Land für vier Jahre und kam 1990 wieder, um ihre Kinder zurück zu holen. Im Dezember des Jahres bekam sie sie zu fassen und alle drei flüchteten in die amerikanische Botschaft, wo Stowers verzweifelt Hilfe suchte, um ihre Kinder außer Landes zu bringen. Stattdessen befahl der Generalkonsul den Marines, Mutter und Kinder vom Grundstück zu schaffen. Kurz darauf wurden die Kinder zu ihrem Vater zurück gebracht, ihre Mutter kam ins Gefängnis. Raschid als Mann konnte Saudi Arabien verlassen, was er 1996 tat; seine Schwester bleibt dort eingesperrt, während sie erwachsen wird.

Yasmine Shalhoub (geb. 1986), ein in den USA geborenes Mädchen, wurde 1997 von ihrem Vater nach Saudi Arabien entführt. Als die Mutter, Miriam Hernandez, Pläne entwickelte, Yasmine aus ihrer Gefangenschaft zu holen, machte die amerikanische Botschaft deutlich, dass sie keinerlei Hilfe gegen die Wünsche des Vaters leisten würde. Auf sich allein gestellt fand Hernandez einen Weg, Yasmine 1999 herauszuschmuggeln; sie ist zurück in den USA – aber nicht Dank der Hilfe ihrer diplomatischen Vertreter.

In allen drei Fällen – und in vielen anderen wie diesen – hat die US-Regierung es jedes Mal versäumt sich für die Rechte ihrer schwächsten Bürger einzusetzen.

Christen

In Saudi Arabien unterwirft sich die US-Regierung den Beschränkungen christlichen Lebens, was sie überall sonst in der Welt absolut inakzeptabel fände – beginnend damit, dass der US-Präsident Thanksgiving nicht im Königreich feiert, wie oben erwähnt wurde. Den hunderttausenden amerikanischer Soldaten in Saudi Arabien war im Dezember 1990 nicht erlaubt, formelle Weihnachtsgottesdienste auf ihren Basen auf saudischem Boden zu feiern; erlaubt waren ihnen lediglich „moralische C-Wort-Dienste“, die an Orten abgehalten wurden, wo sie für die Welt draußen unsichtbar waren, so in Zelten und Kantinen. Ziel war, dass kein Saudi unter dem Wissen leiden sollte, dass Christen gerade beteten.[8]

1990/91 konnten die Soldaten wenigstens feiern, ein Privileg, dass normalerweise Amerikanern, die in Saudi Arabien offiziell geschäftlich tätig sind, nicht zugestanden wird. Timothy Hunter, ein 1992-95 in Saudi Arabien stationierter Bediensteter des Außenministeriums (eine rare Quelle für Informationen aus dem US-Establishment in Saudi Arabien und einer, der für seine Aktivitäten, mit denen er auf die Praktiken aufmerksam machte, Repressalien erleiden musste) sollte die „Dienstags-Vorträge im Generalkonsulat in Jeddah beobachten und koordinieren“ – in Wirklichkeit die katholische Katakombe.“[9] (Gottesdienste in Jeddah, erklärt er, fanden am Dienstag statt, nicht am Sonntag, wegen der geringen Zahl der Priester und weil sie sonntags anderorts sein müssen.) In einem Artikel im Middle East Quarterly beschreibt Hunter die Methoden, die zu nutzen er angewiesen war, um katholische Gläubige vom Hingehen abzuhalten, wie auch die noch schlechteren Optionen, denen sich Protestanten gegenüber sehen:

Wenn katholische Amerikaner die Erlaubnis erhalten wollten zum Gottesdienst zu gehen, sollte ich ihre telefonischen Anfragen entgegen nehmen und sie abwehren, indem ich vorgab, nichts von den „Dienstags-Vorträgen“ zu wissen. Nur, wenn eine Person immer wieder anrief und darauf bestand, dass eine solche Gruppe existierte, sollte ich mich mit ihr treffen und ein Gefühl für ihre Glaubwürdigkeit bekommen… In meiner Zeit dort ließen wir nie jemanden zu… Mein persönlicher Umgang war auf Katholiken beschränkt. Später erfuhr ich, dass andere – Protestanten, Mormonen und Juden – jegliche Zuflucht auf dem Konsulatsgrundstück verwehrt wurde… Nicht-katholische Amerikaner wurden an das britische Konsulat verwiesen, das nicht-katholische Gottesdienste veranstaltete und größere Anzahlen von Katholiken zuließ. Aber die Gottesdienste der Briten waren voll, was den meisten amerikanischen Gläubigen nur die Wahl ließ, Gottesdienste auf saudischem Boden zu halten, wodurch sie sich möglichen gewalttätigen Angriffen der Mutawa [der gefürchteten saudischen Religionspolizei] aussetzten.[10]

Juden

Bezüglich Juden ist die Frage nicht die Freiheit auf Religionsausübung in Saudi Arabien; es ist eine Frage, überhaupt in das Königreich hinein zu kommen. Zu verschiedenen Gelegenheiten über viele Jahre hinweg, haben US-Regierungsinstitutionen jüdische Amerikaner von Positionen in Saudi Arabien ausgeschlossen. Hunter erklärt, dass ein Protokoll von der US-Botschaft in Jeddah und dem saudischen Außenministerium unterschrieben wurde, das verbietet, dass Juden nach Saudi Arabien geschickt werden; als Folge davon vermeidet es das Außenministerium, jüdische Bedienstete dauerhaft nach Saudi Arabien zu schicken.[11] Ausgewählte hochrangige Diplomaten jüdischer Herkunft können kurz das Land in offiziellen Angelegenheiten besuchen, aber in Hutners dreijähriger Erfahrung wurde „keinem jüdisch-amerikanischer Diplomaten der niederen oder der mittleren Ebene erlaubt zum Dienst im Königreich abgeordnet zu werden“. Er schreibt:

Als ich (1993) im Washingtoner Verwaltungsamt für die „Nahost- und Südasien-Abteilung“ des Außenministeriums arbeitete, war es die Pflicht der Personalchefs des Außenamtes, alle Beamten zu überprüfen, die sich für den Dienst im KSA [Königreich Saudi Arabien] bewarben und jüdische Beamte mit dem Buchstaben J neben ihrem Namen zu „markieren“, damit die Auswahl-Kommissionen keine jüdischen Diplomaten für den Dienst im KSA aussuchten.

Ich wurde unterrichtet, dass es ein diplomatisches Protokoll zwischen den USA und KSA gab, das „viele Jahre“ zurück ging und in dem die beiden Regierungen vereinbarten, dass keinem amerikanisch-jüdischen US-Diplomaten erlaubt würde in KSA stationiert zu werden. Die KSA-Regierung hatte ihren Widerstand gegen die Abordnung von jüdischen US-Diplomaten ausgedrückt, da sie glaubte, alle Juden, egal welcher Nationalität, könnten als israelische Spione angesehen werden. Mir wurde gesagt, dass die US-Regierung der Annahme der ksa-Regierung nicht widersprochen hatte. Ich erklärte dem Büro des Generalinspekteurs des Außenministeriums, dass die Existenz eines solchen Protokolls ein Hinweis auf illegale Aktivitäten war, da keine vertragliche Vereinbarung ausgeführt werden darf, die nicht die Zustimmung des US-Senats hat.[12]

Die Folgen des Boykotts der Juden durch die US-Regierung ist gelegentlich ans Licht gekommen. Kongress-Anhörungen von 1975 enthüllten die Tatsache, dass das Ingenieur-Korps der US-Armee und seine Subunternehmer jüdisches (und schwarzes) Personal von Projekten in Saudi Arabien ausschloss.[13] Das Finanzministerium veröffentlichte 1976 Richtlinien, die US-Firmen dabei halfen Anti-Boykott-Maßnahmen zu umgehen, die gerade Gesetz geworden waren. In jüngerer Vergangenheit verpflichtete die US-Regierung in Vorbereitung der Verteidigung zu einer Klage, die Boeing gegen sie einreichte, die CACI Inc.-Commercial aus Virginia, die ein Team ausschickte, das Dokumente in Saudi Arabien auf Mikrofilm aufnehmen sollte; die Erledigung der Aufgabe sollte mehrere Monate in Anspruch nehmen. In einem von der US-Luftwaffe im November 1991 einberufenen Treffen informierte Oberst Michael J. Hoover, oberster Rechtsanwalt des Air Force Material Command, die Vertreter des Justizministeriums und CACI-Inc.-Commercial, dass Juden oder Menschen mit jüdischen Nachnamen nicht als Teil des Aufnahmeteams nach Saudi Arabien einreisen konnten. Auf dieser Grundlage erstellte David Andrew (für das Aufnahme-Projekt zuständiger hochrangiger Angestellter von CACI Inc.-Commercial) und bearbeitete Jane Hadden Alperson (Büro für Rechtshilfe, zivile Abteilung, Justizministerium, Fall-Manager für das Mikrofilm-Projekt) einen „Operationsplan“, in dem der Bereich „Überprüfungs- und Auswahl-Prozess“ folgenden Text enthielt:

Wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Juden und Muslimen in der Region wird kein Jude oder Personal mit jüdischem Nachnahmen wird als Teil der Teams zum Erwerb der Dokumente ausgesandt… Nach saudischen Regeln darf es keinen Reisepass mit israelischem Stempel geben.

Als das Justizministerium und CACI Inc.-Commercial das Team für Saudi Arabien anheuerte, „wurde mindestens einer Person ein Platz aufgrund seiner Religion oder seiner nationalen Herkunft vorenthalten“.

Nachdem es eine Beschwerde der Anti-Defamation League anhörte, führte das Büro für Antiboykott-Einhaltung des Wirtschaftsministeriums eine Untersuchung durch, die (ungewöhnlich lange) eineinhalb Jahre dauerte. Das Büro erreichte am 27. Februar 1997 eine Einigung, in der CACI Inc.-Commercial und die Schlüsselpersonen jeder Institution (Hoover, Alperson, Andrew) vereinbarten, die Vorwürfe gegen sie durch Vergleich zu regeln. Den Personen wurden Strafbefehle auferlegt und CACI-Commercial zahlte $15.000. Hoover erhielt außerdem einen Verweis. Die Luftwaffe und das Justizministerium „stimmten der Einführung von Maßnahmen zu, die verhindern sollten, dass ähnliche Ereignisse sich wiederholten.“[14] All dies kommentierten die New York Daily News beißend: „Die Air Force und das Justizministerium entschuldigten sich und versprachen, sich entsprechend dem Gesetzt zu verhalten. Das ist beruhigend, denn das Justizministerium soll schließlich das Gesetz hoch halten.“[15]

Im Fall der Frauen folgen private Organisationen dem Beispiel der Regierung. Juden auszuschließen mag eine Verletzung von US-Gesetzen sein, die besagen, dass „US-Firmen sich nicht auf die Gebräuche oder örtlichen Vorlieben und Stereotype eines Landes berufen können, um Diskriminierung gegen US-Bürger zu rechtfertigen“, aber das kommt trotzdem vor.[16] Bis 1959 besaß die Arabian American Oil Co. (ARAMCO) eine Ausnahmegenehmigung vom Antidiskriminierungsgesetz des Staates New York und dufte Stellenbewerber fragen, ob sie Juden waren, weil Saudi Arabien es ablehnte Juden ins Land zu lassen. Als dieses Arrangement 1959 angegriffen wurde, verurteilte der Oberste Gerichtshof des Staates New York höhnisch diese Praxis. Er sagte ARAMCO: „Dient euren arabischen Herren woanders, aber nicht im Staat New York“ und wies die Antidiskriminierungs-Kommission an, die Entscheidung gegen ARAMCO durchzusetzen.[17]

World Airways, die prahlen, dass sie „Pilger aus mehr muslimischen Ländern ins islamische Heilige Land bringt als jede andere Airline der Welt“, wurde 1975 angeklagt, weil sie eine „Bestätigung über Kirchen-Mitgliedschaft oder einen Taufbeleg oder einen Beleg über die Eheschließung in einer Kirche“ von Angestellten verlangte, die nach Saudi Arabien reisten.[18]  Ungefähr zur gleichen Zeit schloss Vinnel Corporation Personal mit „Kontakt oder Interesse“ an Ländern aus, die vom Königreich nicht anerkannt waren.[19]

1982 verklagten zwei Anästhesisten (Lawrence Abrams und Stewart Linde) ihren Arbeitgeber, das Baylor College of Medicine, wegen Diskriminierung, weil sie aufgrund ihres Judentums von einem Austauschprogramm mit dem König Faisal-Krankenhaus in Saudi Arabien ausgeschlossen wurden. Der Fall ging vor Gericht und das US-Appellationsgericht für die Fünfte Instanz stimmte 1986 mit den Ärzten überein und befand, dass „das College absichtlich Juden aus seinem Förder- und Ausbildungs-Austauschprogramm mit dem Faisal-Krankenhaus ausschloss.“ Das Gericht argwöhnte, dass Baylors Verhalten zumindest teilweise „von seinem Wunsch motiviert war, die Beziehungen zu seinen lukrativen saudischen Spendern nicht zu gefährden“.[20]

Andere Fragen

Die Bundesregierung beschwichtigt Riyadh, wenn sie „übergenau mit der saudischen Zensur kooperiert“, die Post für Amerikaner prüft, die im Königreich leben:

Post für US-Militär und offizielle Regierungsangestellte kommt mit US-Militär-Transporten ins Königreich und amerikanische Beamte folgen saudischen Wünschen, indem sie Weihnachtsbäume und -dekorationen und andere Symbole des Feiertags beschlagnahmen und beseitigen. Sie beschlagnahmen und vernichten Weihnachtskarten, die (meist nicht offiziell tätigen) Amerikanern geschickt werden, die ihre Post über ein saudisches Postfach erhalten und reißen sogar US-Briefmarken von Umschlägen, wenn darauf religiöse Szenen abgebildet sind.

Es ist dann wenig überraschend von Ron Mayfield, Jr. zu hören, der acht Jahre lang für das Army Corps of Engineers, ARAMCO und die Raytheon Corp. in Saudi Arabien arbeitete, dass während seiner Arbeit für Raytheon die Postzensoren ein Foto seiner Großmutter an ihrem 95. Geburtstag konfiszierten, weil dieses Bild dem (gelegentlichen) saudischen Verbot der Abbildung von Frauen entgegen läuft. Etwas weiter ausholend erinnert sich Mayfield:

Bei meiner ersten Tour nach Saudi Arabien, als ich für das US Army Corps of Engineers arbeitete, wurde allen Amerikanern befohlen alle Aufkleber und Fotos der amerikanischen Flagge zu entfernen… Bei meinem letzten Arbeitgeber, der Abwehrraketen für die Saudis liefert, kamen Beamte auf einer Inspektion herum und befahlen die Entfernung aller Familienfotos von Ehefrauen und weiblichen Kindern… Der Zoll durchsuchte die Brieftasche eines Freundes und konfiszierte ein Foto seiner Frau in kurzen Hosen.[21]

Das Jeddah-Büro des früheren US Information Service, einer Agentur, die mit der Darstellung der offiziellen amerikanischen Sichtweise und der Zurückweisung feindseliger Berichte beauftragt war, war „beinahe komplett durch nicht-US-Bürger aus dem Nahen Osten besetzt, von denen viele amerikanischen Werten und amerikanischer Politik gegenüber nicht freundlich eingestellt waren“, berichtet Hunter. Es „machte z.B. keine Anstalten, gegen die systematischen, weit verbreiteten Unwahrheiten über die amerikanische Gesellschaft in den saudischen Medien vorzugehen.“[22] Die öffentliche Bibliothek hatte keine Bücher, die mit dem Königreich kritisch umgehen oder andere Bände, die als „zu sensibel“ für die saudische Gesellschaft angesehen wurden (wie z.B. Fragen der Familiengesundheit). Die einzigen Bücher, die Jüdisches berührten, so berichtet er, war „ein kleines jüdisches Kochbuch“ und eine große Anzahl antisemitischer Wälzer, darunter die „Protokolle der Weisen von Zion“.[23]

Die schwache Politik der US-Regierung kann noch in weiteren Bereichen gesehen werden: Sie kämpft nicht dafür, dass US-Forscher oder Medien Zugang zum Königreich erhalten; sie ficht die saudische Ablehnung amerikanischer Forscher für archäologische Ausgrabungen nicht an; und sie bietet kärgliche Hilfe für unglückliche Amerikaner, die in die Mühlen des saudischen Rechtssystems geraten (für so unbedeutende Dinge wie eine verbeulte Stoßstange).

Im Gegensatz dazu – und das ist ein reichhaltiges eigenes Thema – überschlagen sich das Außenministerium und andere Behörden für das Königreich; sie unternehmen z.B. alles, um die Einzelheiten der saudischen Investitionen in den USA geheim zu halten. Und wenn in den USA lebende saudische Staatsbürger mit dem Gesetz in Konflikt geraten (das sind gewöhnlich Klagen wegen verschiedener Formen von Pöbeleien, sexueller Belästigung und Sklavenhaltung), erhalten sie oft diplomatische Immunität um Gerichtsverfahren zu vermeiden und werden dann schnellstens aus dem Land gebracht. Z.B. wurde ein ehemaliger US-Botschafter in Riyadh von seinen saudischen Chefs im April 1982 nach Miami geschickt, um einen saudischen Prinzen davor zu bewahren ins Gefängnis zu kommen, weil er sich mit der Polizei anlegte; der Ex-Botschafter beschaffte ihm im Nachhinein diplomatische Immunität. Oder nachdem Prinzessin Buniah al-Saud, eine Nichte König Fahds, eine Anklage wegen Körperverletzung drohte, weil sie in ihrem Haus in Orlando (Florida) ihr indonesisches Zimmermädchen eine Treppe hinunter warf, wurde dem Zimmermädchen bequemerweise vom Außenministerium ein Visum für die Rückkehr in die Vereinigten Staaten verweigert, um gegen die Prinzessin auszusagen. Spektakulärer war die Flugzeugladung von bin Ladens, die die USA sofort nach dem 11. September 2001 verlassen durften, bevor Beamte der US-Polizeibehörden sie vernehmen konnten.

Es ist auch bemerkenswert, dass diese Beispiele, obwohl auf Einzelpersonen beschränkt und nicht direkt die hohe Politik betreffend, mehr als symbolische Bedeutung haben, denn sie bestimmen den Ton, mit potenziell großen Folgen. Im Endeffekt begünstig die US-Regierung einen immensen Angriff auf den amerikanischen Lebensstil durch die islamischen Sitten Saudi Arabiens. McSally, die Kampfpilotin, erklärt, dass der Zwang zum Tragen einer Abaya, die Forderung, dass sie begleitet werden muss und auf dem Rücksitz Platz zu nehmen hat, echte psychologische Auswirkungen auf das militärische Leben in den US-Basen in Saudi Arabien hat – was darauf hinaus läuft, dass Frauen weniger wert und den Männern untergeordnet sind.[24]

Unterwürfigkeit auf hoher Ebene

Dieselbe Unterwürfigkeit, die auf der persönlichen Ebene und der der kleinen Dinge und existiert, trifft auch auf der höheren Stufe der internationalen Politik zu. Einige Beispiele:

* Öl-Produktion und -Embargo: Die saudische Öl-Politik 1973/74 verursachte den schlimmsten wirtschaftlichen Niedergang seit der Großen Wirtschaftskrise; ihr wurde mit Beschwichtigung und Schlichtung begegnet, ohne auch nur den Hauch von mutigerem Handeln.

* Das Fehlen bei der Kooperation zum Finden der Mörder von Amerikanern: Amerikanische Beamte akzeptierten 1995 demütig, dass das Königreich die des Mordes an fünf Amerikanern in Riyadh (dubios) Verdächtigten hinrichtete, bevor US-Polizeibeamte sie verhören konnten. Ein Jahr später war die Antwort bezüglich der fehlenden saudischen Kooperation bei der Untersuchung des Mordes an amerikanischen Soldaten an den Khobar-Türmen ähnlich milde. Nach dem 11.9. wurde es sogar noch schlimmer; ein Beobachter drückte es so aus: „Die Kooperation der Saudis mit unseren Anstrengungen, die Finanzierung der Al Qaida zu verfolgen, scheint irgendwo zwischen minimal und nichts zu liegen.“[25]

* Die Verbreitung des militanten Islam: „Saudisches Geld – offizielles wie nicht offizielles – steckt hinter viel der extrem-islamischen Rhetorik und Handeln in der heutigen Welt“, merkt der Abgeordnete Ben Gilman (aus New York) an, der damals Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses war.[26] Der Anschlag vom 11. September 2001 erfolgte auf der Grundlage saudischer Ideologie, saudischen Personals, saudischer Organisation und saudischer Finanzierung – aber die US-Regierung gab kein Zeichen, dass sie ihre Politik gegenüber Riyadh überdenken würde, geschweige denn die Idee aufzubringen, die Saudis auf Schadensersatz und Strafen zu verklagen.

* Die Institutionen des militanten Islam in den USA: Die US-Behörden sind bezüglich der Finanzierung dieser Organisation nachlässig gewesen. Erst im März 2002 z.B. machten sich Bundespolizisten auf, 16 harmlos wirkende, saudisch finanzierte Einrichtungen wie die „Graduate School of Islamic and Social Sciences“ in Leesburg, Virginia zu stürmen. Dieses Problem ist weit verbreitet und nicht behoben, wie ein Zeitungskommentar aus Kanada andeutet:

Viele Terroristen und Terror-Rekruten erhalten den ersten Geschmack für islamischen „Tod-dem-Westen“-Extremismus von einem wahhabistischen Imam oder Zentrumsleiter in Virginia oder London, oder vermutlich aus Hamilton oder Markham [in Kanada], deren Gehaltscheck im saudischen Königreich geschrieben wird. Es mag nicht nötig sein, Saudi Arabien der Achse des Bösen hinzuzufügen oder in es einzufallen. Aber es wird nötig sein der saudischen Verbreitung von Extremismus entgegen zu treten, wenn der Krieg gegen den Terrorismus gewonnen werden soll.[27]

* Der arabisch-israelische Konflikt: Die Regierung Bush hat den Anschein erweckt, dass der Abdullah-Plan zur Lösung des Konflikts ein seriöser Vorschlag ist, obwohl er doch nicht nur offenkundig lächerlich ist (weil er verlangt, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht), sondern auch anstößig (indem er deutlich eine demographische Überwältigung Israels vorsieht). Statt nicht überzeugende diplomatische Spiele mit Riyadh zu spielen sollte die Regierung betonen, dass Hass erfüllte Rhetorik und Subvention von Selbstmord-Bombern ein sofortiges Ende gesetzt werden müssen.

* Menschenrechte und Demokratie: Das normale US-Engagement für diese Ziele scheint zu schwinden, sobald es Saudi Arabien betrifft. Die vom Königreich unterschriebenen Verpflichtungen zum Schutz des Individuums werden praktisch ignoriert; genauso in Fragen wie Rechtsstaatlichkeit, Rede- und Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit, Frauenrechte und Religionsfreiheit.

* Beleidigungen und Drohungen werden geschluckt: Ein berühmter Fall aus den 1970-ern, als Henry Kissinger an einem Staatsbankett teilnahm, das zu seinen Ehren von König Faisal gegeben wurde, gab den Ton an. Kissinger erinnert sich, wie der König ihn informierte, dass

Juden und Kommunisten jetzt parallel arbeiteten, zusammen, um die zivilisierte Welt, wie wir sie kennen, zu untergraben. Faisal schien meine [jüdische] Herkunft vergessen zu haben – oder mich taktvoll einer Sonderkategorie zuzuordnen – und bestand darauf, dass der doppelten Verschwörung der Juden und Kommunisten ein für alle Mal ein Ende gesetzt werden müsste. Der Außenposten dieser Verschwörung im Nahen Osten war der Staat Israel, vom Bolschewismus dort hingesetzt mit dem Hauptziel, Amerika und die Araber auseinander zu bringen.

Kissinger widersprach Faisal nicht, sondern tat sein Bestes um der ganzen Sache aus dem Weg zu gehen, indem er dem König mit einer Frage über die Kunst im Palast antwortete.[28]

Kronprinz Abdullah schrieb im August 2001 an Präsident Bush, dass

eine Zeit kommt, da die Völker und Nationen sich trennen. Wir befinden uns an einer Kreuzung. Es ist für die USA und Saudi Arabien Zeit ihre unterschiedlichen Interessen zu überdenken. Regierungen, die nicht den Herzschlag ihres Volkes fühlen und darauf reagieren, werden das Schicksal des Schah des Iran erleiden.[29]

Dieser aggressiven Erklärung wurde nicht mit Vorwürfen begegnet, sondern mit Beschwichtigung. Und im April 2002 warnte eine saudische Führungspersönlichkeit, dass das Königreich überlegen würde, sich Amerikas schlimmsten Feinden anzuschließen: Wenn die Staatsräson es erfordert, dass „wir uns an die Rechte bin Ladens stellen, dann wird das so sein; wenn zur Linken [von Libyens Regent Muammar] Gaddafi, dann wird es so sein; oder wenn es bedeutet, dass man nach Bagdad fliegen und Saddam wie einen Bruder umarmen muss, dann wird das so sein.“[30] Diese Erklärung machte in der US-Presse Furore, hatte aber keine sichtbaren Auswirkungen auf die Politik. Noch verblüffender sind die Berichte von dem folgenden Gipfeltreffen, die darauf hindeuteten, dass Abdullah Bush warnte, wenn er nichts Substanzielles bezüglich des arabisch-israelischen Konflikts bekäme, „unsere zwei Länder getrennte Wege gehen werde“.[31]

Eine Sache des Gebens und Nehmens

Links das übliche Starbucks-Logo; rechts das saudische ohne Frauenbild.

Was steht hinter diesem Muster der Unterwürfigkeit? Wo bleibt die normalerweise robuste Verfolgung der US-Interessen? Es ist eine Sache, wenn private Firmen alles tun, um die Saudis zufrieden zu stellen (Starbucks in Saudi Arabien hat die weibliche Figur ihres Logos entfernt), aber warum gibt die US-Regierung dem Königreich in so vielen Fragen und auf so einzigartige Weise nach?

„Öl“, ist wahrscheinlich die bevorzugte, üblichste Erklärung, aber sie ist nicht stichhaltig. Erst einmal hat die US-Regierung nie vor einem der wichtigen Öllieferanten gekatzbuckelt, wie sie das gegenüber Saudi Arabien tut. Zweitens: Als 1945 ein sterbender Franklin D. Roosevelt einen alternden König Ibn Saud traf, ging dem ein dauerhaftes Geschäft voraus, durch das Riyadh Öl und Gas an die Vereinigten Staaten und die Welt liefert und Washington für die Sicherheit Saudi Arabiens sorgt. Weil dieses Geschäft für die Saudis bedeutender ist als für die Amerikaner – Überleben gegen Energieversorgung – kann Öl nicht erklären, warum die US-Seite ständig als Bittsteller aufgetreten ist.

Ein weiterer möglicher Faktor ist der Hang vieler Amerikaner danach zu streben, die Gewohnheiten anderer Völker und religiösen Überzeugungen zu tolerieren, was im Fall Saudi Arabiens solche Fragen beinhaltet wie die Verhüllung von Frauen, öffentliche Hinrichtungen und das Fehlen auch nur jeglichen Vorgebens demokratischer Regierungsweise. Aber das Fehlen der Entsprechung durch die saudische Seite, seit Jahrzehnten, lässt die Vermutung nahe liegen, dass etwas anderes als ein Geist der Offenheit am Werk ist; egal, wie liberal, niemand kann eine solch einseitige Beziehung über so lange Zeit ertragen, wenn sich das nicht irgendwie auszahlt.

Ein Hinweis darauf, wieso es sich lohnt, ist die voraus eilende Qualität einiger Handlungsweisen der US-Regierung. Beachten Sie zwei Fälle: Die Forderung, dass weibliches Militärpersonal die Abaya trägt, wurde von Amerikanern, nicht von den Saudis auferlegt; Letztere brachten die Frage nicht einmal auf. Das saudische Recht verlangt von Westlern nur, dass sie sich konservativ kleiden, nicht, dass sie saudische Kleidung tragen. Genauso ergab die Untersuchung der Anweisung der Luftwaffen-Rechtsabteilung, dass Juden vom Dienst in Saudi Arabien auszuschließen sind, „keine Belege, dass die Beschränkung von der Regierung Saudi Arabiens extra gewünscht wurde, gefordert wurde oder überhaupt bekannt war.“[32]

Das gleiche Verhalten gibt es bei privaten Institutionen. Wieder sollte man zwei Fälle bedenken: Im ARAMCO-Fall von 1959 stellte sich heraus, dass die Ölfirma von der saudischen Regierung nicht gezwungen wurde Juden auszuschließen, aber trotzdem so handelte, aufgrund dessen, was das Gericht „informelle Erklärungen von niederen Mitarbeitern des Außenministeriums“ nannte.[33] Gleicherweise befand das Urteil bezüglich des Baylor College of Medicine, dass, während College-Vertreter die jüdischen Ärzte über Probleme mit dem Erhalt der Visa für Juden informierte, „Bayler nie auch nur ernsthaft versuchte, das ‚Problem‘ anzugehen“, was das Gericht zu dem Schluss führte, „die Glaubwürdigkeit dieser Angaben“ in Zweifel zu ziehen. Das Gericht fand ebenfalls keine Beweise, die die Behauptung des Colleges untermauerten, dass die Aversion gegenüber jüdischen Ärzten in Saudi Arabien „die tatsächliche Haltung der saudischen Regierung repräsentierten“. Im Gegenteil: Das Gericht schloss, dass der namhafte Kanzler der Schule, Michael E. DeBakey, es bis 1983 unterließ, 2eine maßgebliche Erklärung zur Haltung der Saudis2 einzuholen, mehr als ein Jahr, nachdem die Ärzte ihre Klage eingereicht hatten. Es merkte an, dass es 2keine Belege gab, dass Baylor auch nur versuchte die offizielle Haltung der saudischen Regierung zu dieser Frage festzustellen“.[34]

In allen vier Fällen schrieb ein Amerikaner in einer Autoritätsposition voreilig Vorschriften nieder, von denen er glaubte, dass die Saudis deswegen zufrieden sein würden – aber ohne das mit ihnen zu klären, geschweige denn von ihnen aufgefordert zu sein, gerade diese Schritte zu unternehmen. Warum gibt es ein solches Verhaltensmuster? Was könnte Regierungs- und Krankenhauspersonal dazu veranlassen, den Saudis so vorzugreifen?

Der saudische Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan, deutete hilfreich eine Antwort in einer Erklärung an, mit der er mit seinem Erfolg prahlte, Freundschaften mit einflussreichen Amerikanern zu pflegen. „Wenn der Ruf aufgebaut wird, dass die Saudis für ihre Freunde sorgen, wenn diese einen Posten verlassen“, merkte Bandar einmal an, „dann würden Sie überrascht sein, wie viele noch bessere Freunde man hat, die gerade erst ihr Amt antreten.“[35] Das ist praktisch ein Eingeständnis, dass Bestechung stattfindet; es ging so weit zu erklären, weshalb die gewöhnlichen Gesetze, Regularien und Rechte keine Anwendung finden, wenn Saudi Arabien beteiligt ist. Hume Horan, selbst ehemaliger US-Botschafter im Königreich, ist die große und edle Ausnahme zu dieser Regel. Er sagt über seine früheren Kollegen:

Es hat einige Leute gegeben, die sich wirklich von den Saudis bezahlen lassen; sie arbeiten als Berater und Gutachter. Prinz Bandar ist sehr gut darin, Beziehungen wie diese zu pflegen und voran zu bringen. Geld wirkt Wunder. Und wenn man eine große Menge davon hat und dazu auch noch einen königlichen Titel, dann ist es amüsant zu sehen, wie einige Amerikaner vor einem ausländischen Potentaten zerfließen, nur weil er Prinz genannt wird.

Die übertriebene Unterstützung saudischer Interessen durch den ehemaligen Botschafter James E. Akins (der arabische Regierungen kritisiert hat, weil sie mit Washington nicht härter umgingen und verzweifelte, weil Araber nicht ihr Geld aus US-Banken abzogen) hat dazu geführt, dass er gelegentlich als „arabischer als die arabischen Offiziellen“ beschrieben wurde.[36]

James W. Akins, US-Botschafter in Saudi-Arabien (rechts) mit dem saudischen König Faisal und Außernminister Henry A. Kissinger bei einem Treffen in Riyad im März 1975.

Verschiedene Berichte über die Karrieren ehemaliger US-Botschafter in Riyadh nach ihrem Dienst verursachen fragende Blicke. Steven Emerson charakterisierte ihr Verhalten als „verinnerlichte, offen von Eigeninteresse gelenkte Kriecherei“.[37] Die „National Review“ befindet, dass die Zahl derer, „die nun die pro-saudische Linie vertreten, Aufsehen erregend ist“ und schließt, dass „kein anderer Posten solch reiche Dividenden ausschüttet, sobald man ihn verlässt, voraus gesetzt, man ist bereit ein öffentlicher und privater Anwalt der saudischen Interessen zu werden.“[38] Eine Analyse der „National Post“ sah sich fünf ehemalige Botschafter an und befand, dass „sie ein gutes Leben für sich heraus geschlagen haben, indem sie ihre eigenen Landsleute beleidigen, während sie für eines der korruptesten Regime der Erde arbeiten.“ Wenn man die Augen schließt, während man ihnen zuhört, „könnte man glauben, wer da redet sei Inhaber eines saudischen Passes.“[39]

Ein Bericht der „Washington Post“ vermittelt eine Idee von der Natur der „reichen Dividenden“, die von ehemaligen Beamten eingesteckt werden:

Amerikaner, die mit den Saudis in offizieller Funktion gearbeitet haben, bleiben diesen oft verbunden, wenn sie ihr Amt abgeben, angefangen beim ehemaligen Präsidenten George H.W. Bush, der gegen Bezahlung Reden in Saudi Arabien gehalten hat, seit er aus dem Amt schied, bis hin zu vielen ehemaligen Botschaftern und Militärs, die im Königreich stationiert waren. In einigen Fällen sind diese Verbindungen lukrativ. Walter Cutler, der zweimal als US-Botschafter in Saudi Arabien diente, führt heute das Meridian International Center in Washington, eine Organisation, die internationales Verständnis durch Bildung und Austausch propagiert. Saudische Spender sind für das Zentrum „sehr hilfreich“ gewesen, sagte Cutler. [Edward] Walker, früherer stellvertretender Außenminister und für Nahost-Fragen zuständig, ist Präsident des Middle East Institute in Washington, das für Verständigung mit der arabischen Welt wirbt. Sein Verwaltungsrats-Vorsitzender ist der ehemalige Senator Wyche Fowler, Botschafter in Ryadh während der zweiten Clinton-Amtszeit. Saudische Beiträge betrugen 200.000 Dollar des 1,5-Millionen-Budgets für das letzte Jahr, sagte Walker.[40]

Das ist auch kein neues Problem. Viele Ex-Mitarbeiter Washingtons sind vom Königreich ausgezahlt worden, nicht nur eine Schar früherer Botschafter, sondern auch Leute wie Spiro T. Agnew, Jimmy Carter, Clark Cliffort, John B. Connally und William E. Simon.[41]

Schlussfolgerung

Der Kern des Problems ist also ein allzu menschliches: Amerikaner in hohen Positionen beugen die Regeln und brechen aus persönlicher Gier mit den Standards der Politik. So betrachtet beginnen die drei Hauptziele der US-Regierung in Saudi Arabien aus Hunters Bericht Sinn zu machen: das saudische Regime zu stärken, der saudischen königlichen Familie zu schmeicheln und US-Exporte zu erleichtern. All das passt in die Rubrik „den Saudis gefallen und das festigen“. Ebenso Hunters Kommentar, dass „die US-Mission derart mit nicht zu ihrem Dienst gehörenden Pflichten – Unterhaltungspakete für hochrangige Besucher, Alkohol-Verkauf, das Gepäck von besuchenden VIPs zu versorgen“ – dass sie kaum Zeit hat sich den ordentlichen Aufgaben einer Botschaft zu widmen. Genauso passt die lange Liste an hochrangigen Ex-Offiziellen in das Muster, die Saudi Arabien während seines Aufenthalts besuchten und „für die Feste gegeben und die mit Medaillen und Geschenken in geschlossenen Veranstaltungen mit dem saudischen Monarchen überhäuft wurden.“[42]

Diese Kultur der Korruption im Exekutivbereich macht diesen ziemlich unfähig mit dem Königreich Saudi Arabien in der weitsichtigen und uneigennützigen Weise umzugehen, wie es die US-Außenpolitik erfordert. Das bürdet dem Kongress die Verantwortung auf, die Dinge in Ordnung zu bringen. Die massive, präventive Bestechung amerikanischer Beamter erfordert dringend Aufmerksamkeit. Es müssen Schritte unternommen werden, die sicher stellen, dass das hier dokumentierte saudische Drehtür-Syndrom illegal gemacht wird. Das könnte meinen, dass für einen Zeitraum von zehn Jahren oder mehr, nachdem ein Beamter umfassenden Kontakt mit dem Königreich Saudi Arabien hatte, keine Gelder aus dieser Quelle erhalten darf. Nur auf diese Weise können US-Bürger wieder das Vertrauen in diejenigen ihrer Beamten zurückgewinnen, die mit einem der wichtigsten Staaten der Welt zu tun haben.

 

[1] Zitiert in: „Statement by Patricia M. Roush before the Committee on Government Reform, U.S. House of Representatives“, 12. Juni 2002, S. 3.

[2] Ein leitender Angestellter des Flughafens von Waco, zitiert im ÑDallas Morning Newsì, 27. April 2002

[3] Fox News, 1. März 2002

[4] CNN, 25. April 2002

[5] USA Today, 13. Mai 2002

[6] Der Unwille des Außenministeriums, für US-Bürger einzustehen, die in Saudi Arabien festgehalten werden, wurde im August 2002 hervorgehoben: Genau in dem Augenblick, als der Abgeordnete Burton ein Kongress-Delegation nach Riyadh anführte, um die Freilassung entführter Amerikaner zu veranlassen, tauchten die Schwestern Ghesahyan in London „zu Ferien“ auf und trafen sich mit einem amerikanischen Konsulats-Beamten, aber nicht in der US-Botschaft, sondern in einem Luxushotel, in dem es von mächtigen Saudis und ihren amerikanischen Bediensteten nur so wimmelte. Dort sagten sie sich angeblich von den USA und ihrer Mutter los, als sie sogar Osama bin Laden priesen. Das Außenministerium wies Beschuldigungen zurück, dass die Schwestern während dieses Treffens genötigt wurden oder unter Zwang handelten oder zu irgendeiner Zeit während ihres Aufenthalts in London gestanden hätten. Und das trotz der fragwürdigen Rolle des Übersetzers, der großen Möglichkeit, dass die Saudis das Gespräch belauschten (und der Wahrscheinlichkeit, dass die Schwestern das wussten) und obwohl die US-Diplomaten es versäumten sie über ihr Recht zu informieren, als amerikanische Staatsbürgerinnen frei reisen zu können, ohne Ausreisevisa oder vorherige Erlaubnis von irgendjemand anderem.

[7] Zitiert in „Statement by Patricia M. Roush“, S. 17

[8] Das Außenministerium erinnert an die Operation „Desert Storm“ etwas anderes – als eine Zeit „amerikanisch-saudischer Kooperation in den Bereichen der kulturellen Übereinstimmung“. Hier ist die entsprechende Vorstellung von Ausgewogenheit: „Das US-Militär gab generellen Befehl aus, dass der Konsum von Alkohol verboten war und setzte Regeln für Verhalten außer Dienst und Kleidung. Saudi Arabien passte sich der US-Kultur und ihrer militärischen Verfahren an, indem sie allen US-Soldatinnen erlaubt, im gesamten Königreich in ihren unterschiedlichen Rollen zu dienen – ein wichtiger Schritt in einer immens patriarchalischen Gesellschaft.“ S. „Background Note: Saudi Arabia“.

[9] Zu Hunter s. Martin Edwin Andersen: ÑWhistle-blowers keep the faithì, in: ÑInsightì, 11. Februar 2002

[10] Timothy N. Hunter: „Appeasing the Saudis“, Middle East Quarterly, März 1996

[11] Briefe an den Autor vom 24. und 25. Juni 2002

[12] Briefe an den Autor vom 9. Juni 2002

[13] Steven Emerson: The American House of Saud: The Secret Petrodollar Connection, New York (Franklin Watts), 1985, S. 70

[14] Office of Antiboycott Compliance, Department of Commerce: „CACI/USAF/DOJ/Hoover/Alperson/Andrew“. Zu einem weiteren Fall, der nicht weiter verfolgt wurde, s. Journal of Commerce, 7. März 1997

[15] New York Daily News, 10. März 1997

[16] Jordan W. Cowman: U.S. companies doing business abroad must follow U.S. and host country labor employment laws. New Jersey Law Journal, 4. August 1997. Natürlich kommen solche Fälle auch in anderen Ländern auf. „Eine Tochter der Manitoba Telephone System (MTS) wurde in den 1980-er Jahren in eine Kontroverse verwickelt, als bekannt wurde, dass eine Vertragsklausel für die Modernisierung des saudischen Telefonsystems den Ausschluss jüdischer MTS-Beschäftigter verlangte.“ (The Gazette, Montreal, 7. Februar 2001)

[17] 19 Misc. 2d 205; 190 N.Y.S.2d 218; 1959 N.Y. Misc

[18] Emerson: The American House of Saud, S. 69

[19] ebenda

[20] 805 F.2d 528; 1986 U.S.App.

[21] Roanoke Times, 17. Februar 2002

[22] Hunter: Appeasing the Saudis

[23] Brief an den Autor, 24. Juni 2002

[24] Washington Post, 1. Januar 2002

[25] Michael Barone, U.S. News & World Report, 3. Juni 2002

[26] Associated press, 22. Mai 2002

[27] Edmonton Journal, 31. Mai 2002

[28] Henry Kissinger: Years of Upheaval. Boston, 1982, S. 661

[29] Wall Street Journal, 29. Oktober 2001

[30] New York Times, 25. April 2002

[31] Vertrauliche Quellen, April 2002

[32] Office of Antiboycott Compliance, Handelsabteilung

[33] 19 Misc. 2d 205; 190 N.X.S2d 218; 1959 N.Y. Misc.

[34] 805 F.2d 528; 1986 U.S. App.

[35] Washington Post, 11. Februar 2002

[36] Emerson: The American House of Saud, p. 250

[37] Emerson: The American House of Saud, p. 263

[38] Rod Dreher: Their Men in Riyadhî. National Review, 17. Juni 2002

[39] Matt Welch: Shilling for the House of Saud. The National Post, 24. August 2002

[40] Washington Post, 11. Februar 2002

[41] Emerson: The American House of Saud, Kapitel 7, 13, 19

[42] Hunter: Appeasing the Saudis