Nennt es Evanglikalenphobie

Jonathan S. Tobin, Israel HaYom, 13. Juli 2019

Linke Juden beschweren sich weiter über die CUFI, aber in einer Zeit zunehmenden Antisemitismus verdienen diese Freunde Dank, nicht in Vorurteil wurzelnde Verachtung.

Es spielt nicht wirklich eine Rolle, wie sehr eine Gruppe wie die Christians United for Israel versucht mit Juden und der organisierten jüdischen Welt in Kontakt zu treten. Trotz ihrer stärksten Bemühungen zu zeigen, dass ihre Unterstützung für den jüdischen Staat echt ist und obwohl ihre Opposition gegen Antisemitismus echt ist, werden sie amerikanische Juden niemals in Massen davon überzeugen, dass sie wirklich nicht der Feind sind.

Warum? Die Antwort gründet weniger in Skepsis oder durch Fakten begründete Angst sondern in Vorurteilen.

Das ist ein trauriger Zustand, es hat aber die CUFI, die diese Woche ihre Jahreskonferenz in Washington abhielt, nicht abgeschreckt weiter für sie einzutreten. Der allerwichtigste Punkt, der hierzu angeführt werden muss, sind nicht so sehr die veralteten und diskreditierten Argumente, mit denen manche Linke evangelikale Unterstützung für Israel zu etwas herunterspielen oder verdrehen wollen, das Juden fürchten müssen. Er lautet, dass in einer Zeit von zunehmendem Antisemitismus, zunehmender Unterstützung für die BDS-Bewegung und zunehmender jüdischer Entfremdung von Israel Gruppen wie CUFI nicht nur gute Verbündete sind, sie sind absolut notwendig geworden.

Jahrzehnte lang haben viele Linke argumentiert, dass Unterstützung Israels durch konservative Christen im Wesentlichen wertlos oder eine Kehrseite, kontraproduktiv und sogar gefährlich ist.

Dieses Argument behauptet, dass Evangelikale, die Israel lieben, sich gar nicht um den Staat oder sein Volk sorgen, sondern nur den guten Kampf führen, weil sie glauben, dass ihre Bemühungen zu einem Endzeit-Szenario führen, das in einem vernichtenden Krieg endet, dem die Rückkehr Jesu und die Massenbekehrung der Juden folgen.

Dass wenige Christen und fast niemand, der tatsächlich aktiv für Israel ist, für diese Art von eschatologischem Narrativ eintritt, bedeutet Juden nichts, die es einfach ablehnen zu glauben, dass konservative Christen aufrichtige Freunde sind. Es ist auch wert zu wiederholen, dass nicht klar ist, warum Juden aller Denominationen und poltischen Meinungen, die nicht glauben, dass Jesus wiederkommt, sich Sorgen über das machen sollten, was geschieht, sollte er zurückkehren.

Man sollte meinen, dass nach so vielen Jahren, in denen christliche Gruppen wie CUFI ihre treue Unterstützung für den jüdischen Staat und Opposition zu Antisemitismus demonstriert haben, diese falschen Behauptungen verscheucht sein würden. Aber obwohl jüdische Mainstream-Gruppen, einschließlich vieler, die in ihrer Politik liberal sind, begriffen haben, dass Evangelikale unser Vertrauen sowie unsere Dankbarkeit verdienen, wird diese Art von Ansichten in der jüdischen Gemeinschaft und in linken Journalen weiter geäußert, sowohl hier in den USA als auch in Israel.

Im Kern dieses Misstrauens befindet sich  etwas, das wenige Juden gerne eingestehen: religiöses Vorurteil.

Tatsache ist, dass die meisten in der weitgehend urbanen und liberalen [= linken -heplev] jüdischen Gemeinschaft eigentlich keinerlei Evangelikale kennen. Aber sie haben auf Grundlage der Zustände des Europas des 19. Jahrhunderts an der Vorstellung festgehalten, dass, je religiöser ein Christ ist, es desto wahrscheinlicher ist, dass er die Juden hassen wird. Wenn das in den USA jemals so war, dann ist es eindeutig nicht länger der Fall. In der Tat sind es die weniger leidenschaftlich religiösen, liberalen, großen protestantischen Kirchen, die heutzutage eher antisemitische Ideen speien oder offen gegen die Existenz eines jüdischen Staates opponieren. Trotzdem tendieren an der Ost- und Westküste aufeinander kauernde Juden dazu, von konservativen Christen im Überflug-Land [zwischen den Küsten – hepev] als ignorante Heumäher zu denken, die alle nicht sonderlich geheimlich gehaltene Wünsche nach Judenmord hegen, obwohl es für diese Überzeugung keine Faktenbasis gibt.

Es stimmt ebenfalls, dass das anti-evangelikale Argument sich in den letzten Jahren etwas verändert hat. Es basiert inzwischen nicht mehr ausschließlich auf dem, was ich Evangelikalenphobie nenne, da es dieses in der Politik des 21. Jahrhunderts sowohl in der amerikanischen als auch der israelischen Variante gibt.

Jüdisches Misstrauen gegenüber Evangelikalen im Jahr 2019 hat viel mehr mit Unterschieden zwischen den beiden Gemeinschaften bei Themen zu tun, die nichts mit Israel zu tun haben – Abtreibung, Schwulenehe oder die persönliche Meinung zu Donald Trump. In einer Zeit verstärkter Parteinahme verachten viele Juden einfach konservative Christen, weil sie Pro-Trump-Republikaner sind, so wie sie es mit jedem anderen tun, der in Amerika in Republikaner-Land wohnt.

So, wie die meisten anderen Amerikaner unfähig zu sein scheinen sich über ihre parteiischen Instinkte zu erheben, so betrachten auch liberale Juden Konservative aller Couleur als Mitglieder eines feindlichen fremden Stammes, statt als potenzielle Verbündete oder gar Freunde und Nachbarn. Die Vorstellung, dass man sich bei einigen Themen einigen kann uneins zu sein, während man bei denen zusammenkommt, wo es Gemeinsamkeiten gibt, ist der Kern aller jüdischen gemeinschaftlichen Beziehungen. Aber das geht inmitten der politischen Kriege verloren, die jede andere Anstrengung übertönt die Parteienkluft zu überbrücken.

Was die beiden Gemeinschaften ebenfalls auseinander treibt, sind Meinungen zu Israel. Die CUFI und andere Evangelikale unterstützen Israel, egal, wer die Regierung stellt. Sie haben eine besondere Affinität zum nationalen Lager im jüdischen Staat. Aber ihre Bereitschaft Premierminister Benjamin Netanyahu und seine Regierung zu unterstützen, zusammen mit Verständnis der Tatsache, dass das wahre Hindernis für Frieden im Nahen Osten die palästinensische Unnachgiebigkeit ist, geht liberalen Juden gegen den Strich. Diejenigen in der jüdischen Linken, die wollen, dass die amerikanische Regierung „Israel vor sich selbst rettet“ und es unter Druck setzt Zugeständnisse zu machen, die von der Mehrheit der Israelis nicht gewollt werden, mögen die christliche Rechte nicht, weil die als Hindernis für diese Hoffnungen angesehen wird.

Das ist der Grund, warum es kaum überrascht, dass zu den lautesten Gegnern der CUFI antizionistische Gruppen wie die Jüdische Stimme für Frieden und IfNotNow gehören, die beide anstreben alle pro-israelische Interessenvertretung, jüdische wie christliche, zu torpedieren. Die von ihnen vorgebrachte Vorstellung, dass Israel „bessere Verbündete“ verdient als Evangelikale, ist arglistig, denn was sie wirklich wollen, ist, dass Israel überhaupt keine Verbündeten hat – oder Rechte und Sicherheit.

Aber in einer Zeit zunehmenden Antisemitismus und antisemitischer BDS-Aktivitäten – und in der viele linke Juden gemeinsame Sache mit Israels Feinden machen, sowie anstreben pro-israelische Verteidigung zu sabotieren – ist die CUFI wichtiger als je zuvor.

Es spielt keine Rolle, was Sie von evangelikalen religiösen Überzeugungen oder ihrer Politik halten. Wenn Ihnen Israel wichtig ist, dann verdienen sie unsere Dankbarkeit. Punkt.

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Alaska Airlines und die Juden des Jemen

Joe Spier, San Diego Jewish World, 1. Mai 2015

Calgary, Alberta (Kanada) – Die Geschichte des modernen Exodus der “Beta Israel“ , der Juden Äthiopiens, durch die Operationen Moses und Salomon, bei denen rund 22.000 äthiopische Juden nach Israel geflogen wurden, ist recht bekannt. Weniger bekannt ist der dramatische Exodus von mehr als 48.000 Jude aus dem Jemen. Fast unbekannt ist die Rolle, die Alaska Airlines dabei spielte.

Niemand weiß genau, wann die ersten Juden in den Jemen kamen. Die lokale Legende bezeichnet sie als Händler, die von König Salomo geschickt wurden. Wie auch immer, Juden leben viele Jahrhunderte lang im Jemen. Diesem rückständigen und von Armut geschlagenen Land waren die Juden die ärmsten und niedrigsten der in Verachtung lebenden Bürger und litten als Dhimmis. In ihren Synagogen und Schulen jedoch lehrten sie ihre männlichen Kinder Hebräisch lesen und schreiben. Sie vergaßen nie ihren Glauben, schützten ihre Traditionen, hielten des Sabbat und gaben Thora und Talmud an jede folgende Generation weiter. Als der Jemen nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig wurde, wurde das Leben für die Juden in diesem muslimischen Land unerträglich. Antisemitische Gesetze wurden wiederbelebt; Juden war nicht erlaubt auf Bürgersteigen zu gehen; vor Gericht wurde die Zeugenaussage eines Juden gegen die eines Muslims nicht zugelassen; jüdische Waisen mussten zum Islam konvertiert werden. Einigen Juden gelang die Flucht nach Palästina, aber die meisten saßen in der Falle.

1947, nach der Abstimmung über die Teilung Palästinas in der UNO, verschlechterte sich die Lage der Juden im Jemen von Verzweiflung zu physischer Gefährdung. Arabische Randalierer in benachbarten Hafen von Aden, damals britische Kronkolonie und jetzt Teil des Jemen, töteten 82 Juden und zündeten das jüdische Viertel an. Die Gründung des Staates Israel am 13. Mai 1048 und Israels Unabhängigkeitskrieg gefährdete die jemenitischen Juden weiter, wie in allen arabischen Ländern. Es dauerte jedoch bis Mai 1949, als der Imam des Jemen unerwartet zustimmte, dass alle Juden sein Land verlassen, dass sie in der Lage waren zu fliehen. Sie sehnten sich nach Zion zurückzukehren, wenn sie nur die Mittel hätten. Damals lebten etwas mehr als 49.000 Juden im Jemen.

Als der Unabhängigkeitskrieg Anfang 1949 endete, war Israel verwüstet und praktisch bankrott. Dennoch befahl David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, entgegen aller Logik und den Rat seiner Wirtschaftsberater, die sofortige und schnelle „Sammlung der Exilanten“. Woher sollte Israel das Geld dafür bekommen? „Geht zu den Juden in der Diaspora und bittet sie um Geld“, antwortete David Ben-Gurion den Skeptikern.

Für die Juden des Jemen hatte Ägypten den Suezkanal gesperrt und daher mussten sie auf dem Luftweg nach Israel transportiert werden. Das American Jewish Joint Distribution Committee (JDC), die internationale jüdische humanitäre Hilfsorganisation, stimmt zu den jemenitischen Exodus zu finanzieren und die Luftbrücke zu organisieren, aber sie brauchte Flugzeuge.

Alaska Airlines wurde 1932 gegründet, als Mac McGee eine gebrauchte dreisitzige Stinson kaufte und einen Luftcharter-Service in Alaska begann. Mit der Ankunft von James Wooten als Präsident im Jahr 1947 begann die Fluggesellschaft überschüssige Flugzeuge der US-Regierung zu kaufen und wurde innerhalb eines Jahres die größte Charter-Airline der Welt.

Das JDC trat an Wooten heran und frage, ob Alaska Airlines zustimmt die Luftbrücke aus dem Jemen durchzuführen. Wooten wollte, dass Alaska Air den Barmherzigkeitsauftrag annimmt, aber Ray Marshall, der Vorstandsvorsitzende, war abweisend. Marshall hatte das Gefühl, der Deal sei eine Verschwendung der Zeit und des Geldes der Fluggesellschaft. Es brauchte Mindestens $50.000 um den Charterbetrieb in Gang zu setzen, Geld, das die Airline nicht hatte. Marshall bestand darauf, dass Wooten die Gelder selbst vorstreckte. Wooten brachte die $50.000 auf, indem er sie sich von Reisebüros lieh, die mit der JDC in Verbindung standen. Der Vertrag wurde unterzeichnet und die Operation On Wings of Eagles (Operation Auf Adlerschwingen), die besser unter ihrem Spitznamen Operation Fliegender Teppich bekannt wurde, konnte beginnen.

Da der Jemen nicht erlaubte jüdische Flüchtlinge aus dem Land zu fliegen, hatte Großbritannien der Einrichtung eines Transitlagers in der angrenzenden Kronkolonie Aden zugestimmt, von dem aus die Luftbrücke starten konnte. Alaska Airlines eröffnete seine Basis in Asmara in Eritrea; dort waren die Bodenmannschaft, Piloten und Flugzeuge – DC-4 und C-46 – stationiert. Die Abmachung lautete, dass man jeden Morgen von der Basis in Asmara nach Aden flog, die Passagiere in Aden aufnahm und auftankte. Dann flog man das Rote Meer und den Golf von Aqaba hinauf zum Flughafen von Tel Aviv, lud die Flüchtlinge aus, flog zur Übernachtung nach Zypern in Sicherheit und kehrte im Morgengrauen zur Basis in Asmara zurück, bevor alles wieder von vorne los ging. Die komplette Runde dauerte rund 20 Stunden.

So wie die Flugzeuge konfiguriert waren, konnten sie nicht genug Passiere oder Sprit mitführen. Also wurden sie modifiziert, indem die regulären Flugzeugsitze durch Reihen aus Bänken ersettz und zusätzliche Treibstofftanks entlang des Flugzeugrumpfs zwischen den Bänken eingebaut wurden. Flugzeuge, die für den Transport von 50 Fluggästen gebaut waren, konnten jetzt 120 plus Treibstoff mitnehmen, der eine magere weitere Stunde reichte.

Derweil wurde das Durchgangslager in Aden namens „Camp Geula“ (Erlösung) vom JDC organisiert und mit israelischen Ärzten und Sozialarbeitern unter der Leitung von Max Lapides ausgestattet, einem amerikanische Juden. Ebenfalls im Lager stationiert waren Abgesandte, die beauftragt waren verschiedenen jemenitischen Stammesführern eine „Kopfsteuer“ zu zahlen, die es jüdischen Flüchtlingen gestattete ihr Territorium zu passieren.

Als die Nachricht zur Evakuierung die Juden des Jemen erreichte, ließen sie ihre Habe zurück (mit Ausnahme ihrer Gebetsbücher und Thorarollen) und begannen wie der biblische Exodus aus der Sklaverei in die Freiheit zu wandern. Sie reisten in Familiengruppen, manche hunderte von Kilometern, durch Wind und Sandstürme, wehrlose gegen Räuber und feindselige lokale Bevölkerung, bis sie halb verhungert und mittellos die Grenze zu Aden erreichten, wo israelische Hilfskräfte sie in Empfang nahmen und ins Transitlager brachten. Dort begegneten sie zum ersten Mal Elektrizität, Medizin, fließendem Wasser, Toiletten und persönlicher Hygiene. Während der gesamten Operation kamen Juden des Jemen in einem steten Strom ins Camp Geula, Neuankömmlinge ersetzten die, die gerade ausgeflogen wurden.

Die jemenitischen Juden nach Aden zu bekommen war das eine Problem; sie in ein Flugzeug zu bekommen ein anderes. Als Nomaden, die nie zuvor ein Flugzeug gesehen hatten und nie irgendwo anders als in einem Zelt lebten, hatten sie Angst und lehnten es ab an Bord zu gehen. Dass man sie daran erinnerte, dass ihre Rettung nach Israel durch die Luft im Bush Jesaja vorhergesagt wurde – „Sie bekommen Flügel wie Adler“ – verstärkt durch das Bild eines Adlers mit ausgestreckten Flügeln über der Tür eines jeden der Flugzeuge, bewegte sie an Bord der Flugzeuge zu gehen. Drinnen zogen sie es vor sich auf den Boden zu setzen statt auf ungewohnt weichen Sitzen. Es war eine Aufgabe sie davon abzuhalten Feuer zum Kochen anzuzünden. Während des Flugs sollte etwa die Hälfte von ihnen sich über die Zusatztanks übergeben. Dennoch skandierten die Jemeniten bei der Landung in Israel Segensgrüße und sangen Lieder.

Um Operation Fliegender Teppich zu beginnen, schickte Alaska Airlines Bob Maguire aus Portland, einen Piloten mit Management-Erfahrung, in den Nahen Osten. Maguire flog zwischen 270 und 300 Stunden im Monat. In den USA wäre sein Limit entsprechend der Regeln dort 90 Stunden gewesen. Ben-Gurion nannte Maguire den „Irischen Moses“. Die Arbeit kostete Maguire seine Karriere. Er infizierte sich mit einem Parasiten, der sein Herz schädigte und deshalb verlor er in den frühen 1950-er Jahren seine Berufspilotenlizenz. Ein weitere Pilot war Warren Metzger, geboren in Lethbridge, der zwischen seinen Flügen die Zeit fand seine Flugbegleiterin zu heiraten. Mindestens ein Pilot, Stanley Epstein, war Jude.

Die Luftbrücke begann im Juni 1948; sie war hart für die Piloten, die 16-Stunden-Tage flogen und hart für die Flugzeuge, die weit über ihre planmäßigen Wartungszeiten hinaus flogen. Treibstoff war schwer zu bekommen, der Wüstensand wirkte sich verheerend auf die Motoren aus und geflogen wurde „mit dem Hintern“, navigiert mit Koppeln und Sehvermögen.

Die Arbeit war gefährlich. Viele Flugzeuge wurden beschossen. Ein Pilot, der etwas zu nahe an arabisches Territorium geriet, als er Israels anflog, sah Leuchtspurgeschosse auf sein Flugzeug zukommen. Einem anderen wurde bei einem Bombenangriff auf Tel Aviv ein Reifen zerstört. Bei einer Gelegenheit war Maguire gezwungen sein Flugzeug in Ägypten zu laden, als ihm der Treibstoff ausging. Die Israelis hatten alle Piloten gewarnt, wenn sie auf arabischem Territorium landeten, würden die jüdischen Flüchtlinge und vielleicht sogar die Besatzung vermutlich erschossen. Der geistesgegenwärtige Maguire erzählte den Vertretern des Flughafens, er brauche Krankenwagen, die seine Passagiere in ein Krankenhaus bringen. Als sie nach dem Grund fragten, antwortete er, seine Passagiere hätten Pocken. Die verängstigten Ägypter wollten ihn so schnell wie möglich loswerden. Maguire erhielt seinen Sprit und flog weiter nach Tel Aviv.

Als die Operation zur Hälfte durchgeführt war, zwang die US-Luftaufsichtsbehörde Alaska Airlines sein internationale Chartergeschäft einzustellen und eine Firma namens Near East Air Transport, deren Präsident James Wooten war und deren Piloten und Flugzeuge allesamt Alaska Air gehörten, beendete die Operation Fliegender Teppich. Near East Transport war einfach Alaska Airlines, die unter einem anderen Namen agierte.

Als Operation Fliegender Teppich im September 1950 endete, hatten 28 Piloten von Alaska Airlines rund 380 Flüge unternommen und 48.818 Flüchtlinge, fast die gesamte jüdische Bevölkerung des Jemen, nach Israel ausgeflogen. Wie durch ein Wunder hatte es nicht einen einzigen Toten oder Verletzten gegeben.

Operation Fliegender Teppich wurde aus Sicherheitsgründen und um Sabotage zu vorzubeugen geheim gehalten. Erst viele Monate später sollten die Öffentlichkeit und die Presse auf die bemerkenswerte Operation aufmerksam werden.

Später sollte Israel sich noch einmal an Alaska Airlines um Hilfe bei der Rettung von Juden wenden, diesmal aus dem Irak. El Al und Alaska Air bildeten in geheimer Partnerschaft eine neue Fluggesellschaft, für die wieder der Name Near East Air Transport verwendet wurde. Die israelische Eigentümerschaft wurde verheimlicht, so dass die Fluggesellschaft ein reines Alaska Airlines-Projekt zu sein schien.

Heute ist Alaska Airlines eine internationale Fluggesellschaft, die 60 Städte in 3 Ländern bedient. Passagiere, die mit Alaska Airlines fliegen, haben keine Ahnung, dass mit der Airline fliegen, die die Juden des Jemen rettete.

Anmerkung:
Auf YouTube gibt es Filmaufnahmen des The Spielberg Film Archive über die jemenitischen Juden, ihre Reise und Ankunft in Israel.

Die Illusion der deutschen Juden, „normale“ Bürger werden zu können

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

„Ich würde gerne eine Jüdin sein, wie ich eine Frau bin. Beides sollte normal sein.“[1]

Ein weiteres Zitat ist realistischer: „Es ist nicht erlaubt hier Wurzeln zu schlagen, aber man kann sich ein Nest schaffen.“[2] Beides sind Zitate deutscher Juden zu ihrem Land. Sie wurden für einen Bericht der Soziologin Julia Bernstein von der Frankfurter University of Applied Sciences befragt.

Die zweiteilige Studie mit dem Titel Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland wurde von der Universität Bielefeld veröffentlicht, die eine lange Geschichte des Studiums des Antisemitismus und anderer Diskriminierungen hat. Der Studienbericht beinhaltet viele Einsichten in die weit vom Normalen entfernte Realität, in der deutsche Juden leben. Nur ein paar wenige können hier erwähnt werden.

Für ihre Analyse befragte Bernstein in Deutschland lebende, hier sowie in Russland und Israel geborene jüdische Personen, außerdem Sozialarbeiter und Experten.[3] Bernstein zitiert die Experten, die sagen, dass Antisemitismus im Land seit 2014 zugenommen hat. Darüber hinaus hat sich das Wesen des Antisemitismus insofern geändert, als er innerhalb der deutschen Gesellschaft offener zum Ausdruck gebracht wird und in einer Reihe von Gruppen akzeptabel ist. Mit Israel verbundener Antisemitismus, getarnt als legitime Kritik am Land, ist weit verbreitet. Manche Experten stellen fest, dass öffentliche Bekundungen aus dem Jahr 2014 wie „Juden ins Gas“ vor zehn Jahren unvorstellbar waren.[4]

Alle jüdischen Befragten hatten Angst vor der Zunahme des Antisemitismus durch islamistische Radikalisierung und die Zuwanderung von Flüchtlingen. Die meisten Befragten erwähnten auch andere Gruppen – insbesondere Deutsche mit Bildung und aus der Mittelklasse. Kurz gesagt: Der deutsche Antisemitismus ist in den letzten Jahren innerhalb des Mainstreams des Landes normalisiert worden. Als Ergebnis davon sind die meisten der befragten Juden extrem vorsichtig und zeigen in der Öffentlichkeit keine Zeichen jüdischer Identität. Alle Befragten erwähnten zudem Verzerrung in den Medien, die zu antiisraelischem Antisemitismus führt.

Der Wendungen „Jude“, „jüdische Identität“ und „jüdische Präsenz in Deutschland“ werden nicht als neutrale Begriffe betrachtet. Das gefährdet jüdische Teilhabe an der Gesellschaft und die Zugehörigkeit zu ihr sowie die Kommunikation zwischen Juden und Nichtjuden. Mit anderen Worten: Die Befragten hatten das Gefühl, dass diese Situation die Normalität des jüdischen Lebens gefährdet. Die jüdischen Befragten hatten außerdem das Gefühl, dass sie die Einhaltung jüdischer Gesetze wie Kaschrut, Schabbat und Beschneidung rechtfertigen zu müssen. Für die meisten von ihnen ist es wichtig offen über ihre Herkunft und Identität zu sprechen und nicht gezwungen zu werden ihre jüdischen Traditionen „versteckt“ zu praktizieren.

Die meisten Befragten haben die Sorge, dass sie nicht ausreichend beschützt werden, wenn sie antisemitischen Angriffen ausgesetzt werden. Die meisten der Befragten sind sich ihrer Zukunft in Deutschland nicht sicher. Sollte der Antisemitismus weiter zunehmen, schließen sie Auswanderung nicht aus. Die Kinder einiger der Befragten sind bereits nach Israel gezogen. Diejenigen, die als Juden erkennbar sind, teilten regelmäßige oder fast tägliche antisemitische Erfahrungen mit, oft begangen von Muslimen.[5]

Ein zusätzliches erwähntes Thema ist, dass Juden Angst haben Dinge zu tun, die in die Stereotype von Juden unter Nichtjuden passen könnten.[6] Eine weitere wichtige Beobachtung ist, dass Feindschaft gegenüber Ausländern und Antisemitismus miteinander in Verbindung stehen.

Die Präsenz des Antisemitismus in Schulen ist in Bernsteins Studie ein wichtiges Thema. Aggressive direkte Ausdrucksformen antisemitischen Hasses treten vor allem durch andere Schüler auf. Der Begriff „Scheißjude“ ist nur einer davon.[7]

Bernstein führt auch einige extreme Erfahrungen an. Ein Experte berichtet die Geschichte der Einladung einer Reporterin einer angesehenen deutschen Tageszeitung zu einem Pessah-Seder: „Sie nahm mich zu einem bestimmten Moment beiseite und fragte in verschwörerischem Ton: ‚Sagen Sie mir bitte, diese dunkelroten Punkte auf den Matzen, ist das nicht Blut von christlichen Kindern?‘ Ich warf sie hinaus.“[8]

Ein weiteres Extrem ist der Philosemitismus, der ebenfalls die Unfähigkeit zum Ausdruck bringt einen Juden als normales Individuum zu betrachten. Eine Frau erzählt von einem Deutschen, der sein Auto anhielt und rief, dass er die Juden liebt. Sie fügte hinzu: „Wir hatten Angst und wollten weglaufen. Es wurde klar, dass er uns umarmen wollte.“[9]

Von den Befragten werden viele Vorschläge gemacht, um die Lage zu verbessern und den Kampf gegen den Antisemitismus zu stärken. Mehrere könnten halbwegs effektiv sein, wenn sie ausgeführt werden.

Der erste Teil der Studie von Andreas Zick, Andreas Hövermann und Silke Jensen der Universität Bielefeld ist traditioneller. Während des Frühjahrs 2016 wurden 553 Juden gebeten einen Online-Fragebogen auszufüllen.[10] Das führte zu Ergebnissen, die oft mit denen einer aktuellen, großen Studie zu Antisemitismus in zwölf EU-Ländern von der FRA (Agentur für Grundrechte) übereinstimmen.[11] In der Einleitung des neuen Berichts sagten die Autoren, dass Antisemitismus Teil des Alltagslebens in Deutschland ist. Er drückt sich in Stereotypen aus, in allgemeiner Herabwürdigung von Juden und Judentum, in offenen wie subtilen antisemitischen Vorurteilen und Bildern in den Medien.[12]

Bezüglich der Klassifizierung, wo Antisemitismus auftritt, ist das Schüren von Hass in sozialen Medien führend im Feld der Bereiche, in denen große oder sehr große Probleme auftreten. Dem folgen in der Bedeutung dichtauf die verzerrte Darstellung Israels in den Medien sowie Holocaust-Umkehr, d.h. die Gleichsetzung des Tuns Israels mit dem des Nationalsozialismus und dem Holocaust. Nicht weit dahinter folgen Antisemitismus bei Demonstrationen, Antisemitismus in Diskussionen – zum Beispiel in Schulen, am Arbeitsplatz und anderen Orten – und verbale Beschimpfungen und Belästigung von Juden.[13]

Die zwangsläufige große Schlussfolgerung aus der Studie, auch wenn sie in dem Bericht nicht erwähnt wird, lautet, dass Normalität für jüdisches Leben in Deutschland nicht existiert. Dem kann man hinzufügen, dass in Deutschland lebende Juden vermutlich die Illusion aufgeben müssen, dass ihre Realität jemals „normal“ sein wird wie die der Mehrheit der Bürger.

[1] https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf, 44

[2] ebenda, S. 46

[3] ebenda, S. 41

[4] ebenda, S. 79

[5] ebenda, S. 79, 80

[6] ebenda, S. 80

[7] ebenda, S. 61

[8] ebenda, S. 45

[9] ebenda, S. 44

[10] ebenda, S. 4

[11] European Agency For Fundamental Rights: Experience and perceptions of antisemitism. Second survey on discrimination and hate crime against Jews in the EU. Luxemburg, 2018.

[12] https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf, S. 2.

[13] ebenda, S. 12

Juden mit geteilter Loyalität – das wichtigste antisemitische Stereotyp

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Dem Mord an 11 Juden in einer Synagoge in Pittsburgh folgte die Veröffentlichung einer FBI-Publikation zu 2017, die festhielt, dass 60% aller voreingenommen-religiösen Hassverbrechensvorfälle in den USA sich gegen Juden richteten, womit die Zahl für andere Religionen bei weitem überschritten wurde. Diese und eine Reihe weitere Erscheinungsformen des Antisemitismus machen eine Analyse der wichtigsten negativen Stereotype zu Juden in den Vereinigten Staaten vor dem Hintergrund der internationalen Lage notwendig.[1]

Statistiken zeigen, dass das wichtigste antisemitische Hass-Motiv weltweit das ist, Diaspora-Juden würden Israel gegenüber mehr Loyalität zeigen als gegenüber dem Land, in dem sie leben. Die von der ADL 2014 veröffentlichte Studie „Global 100“ stellte fest, dass 30% der erwachsenen Amerikaner – also 75 Millionen Menschen – diese Falschmeldung glauben.[2] Eine Studie der ADL aus dem Jahr 2015 stellte sogar einen leicht höheren Anteil fest.[3]

Die Global 100-Studie der ADL von 2014 stellte auch fest, dass die falsche Anschuldigung der geteilter Loyalität das wichtigste internationale antisemitische Stereotyp ist. 41 Prozent der in dieser Studie eingeschlossenen Weltbevölkerung glauben, dass das wahr ist,[4] was rund 1,7 Milliarden Menschen ergibt. Diese gewaltige Zahl bietet eine fruchtbare Infrastruktur für viele weitere antisemitische Anschuldigungen. Wenn die Interessen Israels denen des Landes entgegen stehen, n dem die Juden leben, könnte das israelische Interesse Vorrang bekommen. A priori untergräbt dies das Vertrauen in Juden. Man kann es so ausdrücken: „Du bist nicht wirklich einer von uns.“ In seiner extremsten Form ist geteilte Loyalität ein verschleierter Vorwurf von Verrat.

Die Anschuldigung Juden seien der Gesellschaft oder dem Land gegenüber, wo sie leben, nicht loyal, existierte lange, bevor der Staat Israel gegründet wurde. Mitte des vierzehnten Jahrhunderts ermöglichte sie zur Zeit der Plage des Schwarzen Todes das Verbrennen von Juden; sie wurden beschuldigt Lebensmittel, Brunnen und Flüsse zu vergiften. Es gab eine Reihe Variationen dieses Themas der zweierlei beziehungsweise des Fehlens von Loyalität. Eine Version lautete, Juden seien Kosmopoliten, ein Volk ohne Vaterland, die nur anderen Juden gegenüber loyal seien. Das bot eine bequeme Grundlage für die Beschuldigung und anschließende Verurteilung des französischen Offiziers Alfred Dreyfus wegen Hochverrat im Jahr 1894. Als Jude war er der ideale Kandidat um ihm Spionage gegen Frankreich vorzuwerfen, die in Wahrheit von einem nichtjüdischen Offizier begangen worden war.

Juden geteilter Loyalität zu beschuldigen ermöglicht die Schaffung weiterer antisemitischer Stereotype. Eines lautet: „Juden wollen die Welt kontrollieren.“ Die globale ADL-Studie von 2014 zeigt, dass 29% der Befragten weltweit glauben, Juden hätten zu viel Macht in Weltangelegenheiten.[5]

In den USA offenbarte 2015 eine Studie der ADL, dass 16% der Bevölkerung der Amerikaner (das sind 40 Millionen) glauben, Juden hätten zu viel Macht in der Geschäftswelt.[6] Dieselbe Zahl an Amerikanern zieht in Erwägung, dass Juden in den internationalen Finanzmärkten zu viel Macht haben. Zwölf Prozent oder 30 Millionen waren der Meinung, dass Juden zu viel Kontrolle über die US-Regierung ausüben, während dieselbe Anzahl glaubt, dass Juden zu viel Kontrolle über die Weltmedien haben. 25 Millionen erwachsene Amerikaner glauben, dass Juden zu viel Kontrolle über Weltangelegenheiten haben.[7]

Unter der Administration Obama entstand eine beträchtliche Uneinigkeit zwischen den USA und Israel bezüglich des Iran-Abkommens. Der jüdische Senator Chuck Shumer stimmte dagegen und wurde dann beschuldigt Israel gegenüber loyaler zu sein als Amerika.[8] Juden fürchten oft geteilter Loyalität beschuldigt zu werden, wenn einer von ihnen einen größeren Fehltritt begeht. Der extremste Fall war Jonathan Pollards Spionage für Israel. Er ist die einzige Person, die jemals eine lebenslange Strafe wegen Spionage gegen die USA im Auftrag eines Verbündeten erhielt.[9]

Es kann leicht gezeigt werden, dass auf grundlegenden Fragen großer Bedeutung für Israel die Beschuldigung der geteilten Loyalität amerikanischer Juden im Wesentlichen gelogen ist. Bisher ist Donald Trump der pro-israelischste US-Präsident gewesen. Wenn es geteilte Loyalität von Juden gäbe, sollte die große Mehrheit der amerikanischen Juden heute ihn heute unterstützen. 2016 stimmten 71% der Juden für Hillary Clinton; landesweit waren im Vergleich dazu 48%. Nur 24% der Juden stimmten für Trump.[10] Im neu gewählten Kongress wird von einer Vielzahl jüdisch-demokratischer Ausschuss-Leiter erwartet, dass sie den Präsidenten auf bedeutende Weise angreifen.[11]

Es gibt viele weitere Belege dafür, dass das Konzept der geteilten Loyalität amerikanischer Juden falsch ist. Barack Obama gehörte zu den Israel gegenüber unfreundlichsten US-Präsidenten, doch Juden stimmten in großer Zahl für ihn. 2008 stimmten 78% der Juden für Obama, landesweit waren es 53%. 2012 stimmten 69% der Juden für ihn, landesweit waren es 58%.[12][13] Die Mehrheit der amerikanischen Juden, die für Obama stimmten, taten das anscheinend gegen ihre eigenen Interessen. Er und seine Frau waren lange Zeit Mitglieder einer Kirche, deren Pastor Jeremiah Wright Antisemit ist.[14]

Wie wackelig Behauptungen der geteilten Loyalität von Juden sind, lässt sich auch in anderen Ländern zeigen. In einer in den Niederlanden während des Wahlkampfs durchgeführten Meinungsumfrage wurde festgestellt, dass 19% der niederländischen Juden beabsichtigten für die antiisraelische Arbeitspartei (PvdA) zu stimmen, während nur 6% der Gesamtbevölkerung für diese stimmte.[15]

In Großbritannien sagten 13% der Juden, sie würden bei den Parlamentswahlen 2017 immer noch für die Labour Party stimmen.[16] Und das trotz der Tatsache, dass Parteichef Jeremy Corbyn Sympathisant völkermörderisch-terroristischer Angreifer Israels und ein Anti-Israel-Hetzer ist.[17] Mehrere Menschen in seinem Umfeld hetzen extreme gegen Israel.

Stark verwässerte Versionen der geteilten Loyalität sind in vielen Ländern zu finden. Immigranten mögen beim Sport ihr Herkunftsland gegen das Land, in dem sie leben, unterstützen. Manchmal gerät dies jedoch radikal außer Kontrolle. Ein sehr bekannter Fall ist das Fußball-Freundschaftsspiel 2001 in Paris zwischen Frankreich und Algerien. In Frankreich lebende Algerier pfiffen, als die französische Nationalhymne gespielt wurde. Das Spiel musste abgebrochen werden, als Algerier das Spielfeld stürmten.[18]

Viele Länder haben eine problematische Diaspora. Anschuldigungen geteilter Loyalität ist jedoch ein typisches und weit verbreitetes, antijüdisches Stereotyp. Es gibt Fälle anderer Ethnien, wo das Problem geteilter Loyalität offensichtlich ist. Ein Beispiel ergibt sich aus der Tatsache, dass die Türkei ihren im Ausland lebenden Bürgern gestattet an Wahlen teilzunehmen. Mehr als 450.000 Türken oder 65% derer, die in Deutschland an der Wahl teilnahmen, unterstützten bei den Parlamentswahlen von 2018 Erdoğans AKP. Das ist beträchtlich mehr als der Anteil derer, die in der Türkei für sie stimmte. Trotzdem führte das nicht zu allgemeiner Entrüstung in Deutschland darüber, dass diese Leute eine Partei im Ausland unterstützen, deren Ansichten mit demokratischen Normen und Werten nicht kompatibel sind.

Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir war fast der einzige deutsche Politiker, der die offensichtlichen Schlüsse zog. Er sagte: „Die feiernden deutsch-türkischen Erdoğan-Anhänger jubeln nicht nur ihrem Alleinherrscher zu, sondern drücken damit zugleich ihre Ablehnung unserer liberalen Demokratie aus. Das muss uns alle beschäftigen.“[19]

Intelligente Wege zu finden, diese falschen Behauptungen geteilter Loyalität gegen Juden zu entlarven, könnte der Anfang eines neuen Typs des Kampfs gegen Antisemitismus sein.

[1] https://ucr.fbi.gov/hate-crime/2017/topic-pages/tables/table-1.xls

[2] https://global100.adl.org/public/ADL-Global-100-Executive-Summary.pdf

[3] http://global100.adl.org/#country/usa/2015

[4] https://global100.adl.org/public/ADL-Global-100-Executive-Summary.pdf.

[5] ebenda

[6] http://global100.adl.org/#country/usa/2015

[7] ebenda

[8] http://www.timesofisrael.com/us-jewish-group-slams-dual-loyalty-smears-on-iran-deal/

[9] http://www.theguardian.com/world/2015/nov/20/spy-jonathan-pollard-to-be-free-after-30-years-but-still-a-thorn-in-us-israeli-ties

[10] http://www.jewishvirtuallibrary.org/jewish-voting-record-in-u-s-presidential-elections

[11] http://www.jpost.com/Diaspora/Jewish-Americans-are-now-the-face-of-Trump-resistance-571399

[12] ebenda

[13] http://www.jta.org/2018/10/17/news-opinion/politics/poll-shows-jewish-voters-favor-democrats-midterms-dislike-trump

[14] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/19883

[15] http://www.niw.nl/enquete-joods-nederland-kiest-555/

[16] http://www.thejc.com/news/uk-news/labour-support-just-13-per-cent-among-uk-jews-1.439325

[17] https://besacenter.org/perspectives-papers/corbyn-against-jews-israel/

[18] http://www.leparisien.fr/sports/france-algerie-pourquoi-le-match-a-degenere-08-10-2001-2002494338.php

[19] http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-06/reaktionen-tuerkei-wahl-cem-oezdemir

Kann ein Europa ohne Juden Europa sein?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte vor kurzem: „Europa ohne Juden kann nicht Europa ein.“[1] Sein Land ist derzeit bis Ende diesen Jahres Inhaber der Vorsitzes des Rats der Europäischen Union. Österreich organisiert für den 20.-21. November mit dem European Jewish Congress eine Konferenz zu Antisemitismus in Wien.[2]

Kurz‘ Äußerung sollte etwas detaillierter betrachtet werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben Juden wieder sehr hochrangige Positionen in einer ganzen Reihe westeuropäischer Länder inne gehabt. Frankreich, Österreich und die Schweiz haben jüdische Premierminister gehabt. Belgien hatte einen jüdischen stellvertretenden Premierminister gehabt. In Großbritannien, Frankreich, Irland, Italien, Dänemark und den Niederlanden hat es jüdische Minister gegeben. Das Vereinte Königreich und Frankreich haben aktuell jüdische Minister. In Großbritannien haben sowohl die Konservative als auch die Labour Party jüdische Parteichefs gehabt, als ihre Parteien in der Opposition waren. Gibt es aber irgendetwas besonders Jüdisches zur Art, wie diese Leute ihre Pflichten wahrnahmen?

Man kann mit Modellen spielen. Nimmt man theoretisch an, dass alle Juden Europa verlassen, was könnte es Wichtiges geben, das dem Kontinent widerfährt? Die von Juden gehaltenen Jobs würden von anderen übernommen. Gleichermaßen können andere einen Teil der Geschäfte der Juden weiterführen. Neue Einwohner würden in den Häusern und Wohnungen leben, die bis dahin von Juden bewohnt wurden. Die Abwesenheit von einigen Juden würde vielleicht ein paar Jahre zu fühlen sein. Die deutsche Besetzung vieler europäischer Länder während des Zweiten Weltkriegs hat gezeigt, dass Gesellschaften ohne Juden fast schmerzfrei weiter funktionieren können. Damals wurden Juden schnell vertrieben. Heutzutage würde ihr Verschwinden, das kaum total wäre, sukzessive erfolgen.

Will man analysieren, ob Europa ohne Juden in der Tat noch Europa ist oder nicht, muss man in anderen Richtungen forschen. Eine wichtige symbolische Rolle der Juden ist für europäische Gesellschaften die des Sündenbocks gewesen. Das wird jetzt von Migranten geteilt. Würden Juden weggehen, müssten radikale Muslime und Rechtsextreme ihrer Gewalt anderen gegenüber Ausdruck geben.

Dass Juden in europäischer Gesellschaft leben, macht es leichter verbal antisemitisch anzugreifen. Es gibt aber Belege, dass es keine anwesenden Juden braucht, um antisemitisch zu sein. Darüber hinaus richten viele antisemitische Stereotype und Lügen sich jetzt gegen Israel. Namen und Bedeutung von Shylock und Rothschild sind nachhaltig in die europäische Kultur eingebettet und das wird auch lange nach dem hypothetischen Weggang der letzten Juden Europas so bleiben.

Eine weitere symbolische Rolle, die Juden in Europa spielen, ist die des Indikators der demokratischen Gesundheit eines Landes. Das ist am stärksten in Deutschland der Fall. Sollten alle Juden das Land verlassen, dann würde das bedeuten, dass Deutschlands Gesellschaft und seine Kultur in großen Schwierigkeiten stecken. Die Anwesenheit von mehr als hunderttausend Juden legitimiert die deutsche Demokratie. 2015 wie 2016 sagte der französische Premierminister Emanuel Valls, damals noch Sozialist: „Ohne die französischen Juden wird Frankreich nicht Frankreich sein.“ Seine erste Äußerung kam nach dem Mord eines Muslims an vier Juden in einem Pariser Supermarkt. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zehntausende Juden aus dem Land ausgewandert.[3] Das ist ein Teilindikator des unlösbaren Antisemitismusproblems Frankreichs.

Eine Meinungsumfrage des Jewish Chronicle stellte fest, dass vierzig Prozent der britischen Juden ernsthaft überlegen würden das Königreich zu verlassen, wollte Labour-Chef und Terroristen-Sympathisant Jeremy Corbyn Premierminister werden.[4] Selbst wenn das geschehen sollte, wird es kaum einen Massenexodus britischer Juden geben. Aber über den Weggang nachzudenken ist bereits ein Indikator für Unbehagen.

Juden stellen weniger als 0,2% der Bevölkerung von Schweden, dennoch sind sie ein wichtiger Indikator des heiklen Zustands in diesem ultraliberalen Land. Schweden ist das einzige Land in Europa, in der eine jüdische Gemeinde, die in der Stadt Umea, den Beschluss fasste sich infolge von Neonazi-Drohungen aufzulösen.[5] Man kann eine ganze Reihe weiterer Beispiele von Antisemitismus als Indikatoren für den schlimmen Zustand des schwedischen Rechtsstaats anführen.

In der gedachten Annahme, dass keine lebenden Juden in Europa übrig bleiben, werden aber viele tote Juden verbleiben. Diese sind oft beliebter als die lebenden. Jüdische Friedhöfe werden bleiben. Allein in Polen gibt es mehr als tausend.[6] In bestimmten Regionen ist die Asche verbrannter Juden nicht aus dem Boden zu holen.

Nach dem Holocaust wurden viele Synagogengebäude vernichteter Gemeinden anderer Nutzung zugeführt. Dasselbe dürfte mit vielen der bestehenden jüdischen Gebäude geschehen. Die meisten nach Juden benannten Straßen werden wohl nicht umbenannt werden. Holocaust-Mahnmale werden nicht unbedingt abgeschafft. Besuche in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern können weitergehen. Man braucht keine Juden, um jedes Jahr der Kristallnacht zu gedenken oder den internationalen Holocaust-Gedenktag zu begehen.

Es gibt europäische Führungspolitiker neben Kanzler Kurz, die starke Worte gegen Antisemitismus in den Mund nehmen. Das mag manchen Juden ein gutes Gefühl geben. Ob diese Äußerungen in der Praxis irgendetwas bedeuten, bleibt abzuwarten und benötigt detaillierte Recherche.

Weit wichtiger sind die Ergebnisse der anstehenden Konferenz in Wien. Eine Reihe notwendiger Empfehlungen ist einfach zu definieren. Dazu gehört die Zuwanderung weiterer Antisemiten nach Europa zu stoppen, die Gründung eines einheitlichen Systems für die Meldung antisemitischer Vorfälle in allen EU-Ländern und die Durchführung einer verlässlichen Studie zu antisemitischen Erfahrungen von Juden. Die aktuell von der FRA, der Europäischen Agentur für Fundamentale Rechte, durchgeführten Studie kann nicht genau sein. Darüber hinaus sollten in allen EU-Ländern Antisemitismus-Beauftragte ernannt werden, die dem deutschen Beispiel folgen. Zusätzlich sollte die Zahl der Mitarbeiter, die für den EU-Kommissar für Antisemitismus arbeiten, stark erhöht werden. Man könnte viele weitere Empfehlungen geben.

Die Äußerung von Kanzler Kurz war zweifellos gut gemeint. Doch wenn der letzte Jude Europa verlassen haben oder sterben sollte, würde eine wichtige und bequeme Veränderung erfolgen: Europas nicht lösbarer Kampf gegen Antisemitismus könnte aufgegeben werden.

[1] https://kurier.at/politik/inland/kurz-europa-ohne-juden-ist-nicht-mehr-europa/400310580

[2] ebenda

[3] http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2016/01/10/97001-20160110FILWWW00025-valls-sans-les-juifs-de-france-la-france-ne-serait-pas-la-france.php

[4] http://www.thejc.com/news/uk-news/nearly-40-per-cent-of-british-jews-would-seriously-consider-emigrating-if-corbyn-became-pm-1.469270

[5] http://www.jta.org/2018/07/10/news-opinion/caught-between-jihadists-and-neo-nazis-swedish-jews-fear-for-their-future

[6] http://jewish-heritage-europe.eu/2017/11/01/the-state-of-jewish-cemeteries-in-poland-2017/

Kann das organisierte Judentum in Deutschland sich „normal“ verhalten?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Juden füllen in europäischen Gesellschaften viele Funktionen und Rollen aus. Viele Jahrhunderte lang dienten sie Mehrheitsbevölkerungen als Sündenböcke. Das hat dazu geführt, dass Antisemitismus ein integraler Bestandteil der europäischen Kultur geworden ist. Die symbolische Rolle der Juden als Inbegriff des Fremden hat jedoch seit dem massiven Zustrom von Arabern und Afrikanern abgenommen. Dasselbe gilt für Juden als charakteristisch exotische Gestalten.

Juden sind auch oft frühe Gradmesser für soziale Probleme. Regelmäßige verbale und physische Angriffe auf Juden durch einige Muslime haben geholfen die Aufmerksamkeit auf verschiedene der vielen Probleme zu lenken, die durch beträchtliche Segmente dieser Migrantengruppen nach Europa gebracht wurden. Infolge des Holocaust sind neue Rollen entstanden. Dazu gehören in einigen Fällen der Jude als typisches Opfer und Juden als Maßstab der Moral in der Gesellschaft.

Der Ermordung von Juden durch einen Muslim in einem Pariser Supermarkt im Januar 2015 ließ mehr französische Juden über die Idee nachdenken ihr Land zu verlassen. Der damalige französische Premierminister Manuel Valls sagte: „Frankreich wird ohne die Juden nicht mehr Frankreich sein.“[1] Die tieferliegende Botschaft war klar: Wenn Juden zunehmend Frankreich verlassen, weil sie bedroht sind, dann verschwindet ein legitimierender Faktor der französischen Demokratie.

Präsident Emmanuel Macron erklärte zudem, dass manche Erfahrungen der Juden Indikatoren des Wohlergehens des Landes sind. Auf dem jährlichen Dinner der CRIF, der Dachorganisation der französischen Juden, sagte er im März 2018: Antisemitismus ist das „Gegenteil der Republik“ und „die Entehrung Frankreichs“.[2]

Am wichtigsten ist diese legitimierende Rolle der Juden in Deutschland. Seit den 1990-er Jahren haben deutsche Regierungen Juden aus Russland ins Land einwandern lassen, obwohl diese Immigranten keine historische Verbindung zu ihm hatten. Dieser Zustrom betrug etwa 200.000, was sie bei weitem zur größten Herkunftsgruppe des Judentums in Deutschland machte.

Die symbolisch legitimierende Bedeutung von in Deutschland lebenden Juden ist offenkundig. Wenn Juden trotz der grauenhaften Vergangenheit unter dem Nazi-Regime im Land zunehmend präsent sind, sollte das so interpretiert werden: Deutschland ist eine „normale“ Demokratie geworden. Manchmal hat das zu stolzen Äußerungen geführt, dass Deutschland das einzige europäische Land mit einer wachsenden jüdischen Bevölkerung ist. In den letzten Jahren sinkt die Zahl der Mitglieder des organisierten Judentums in Deutschland; es zählt heute weniger als 100.000.

Heutzutage werden im „normalen“ Deutschland durchschnittlich vier antisemitische Vorfälle pro Tag zur Anzeige gebracht. Es gibt starke Hinweise darauf, dass die tatsächliche Zahl beträchtlich höher liegt. Offizielle Statistiken schreiben fast alle Angriffe fälschlicherweise rechten Tätern zu. Diese Fehlrechnung wurde zum Beispiel vom Antisemitismusbeauftragten des Landes, Felix Klein offengelegt. Er erklärte, dass die physischen Angriffe auf Juden durch Muslime weit zahlreicher sind als berichtet wird.[3] Doch diese verfälschten Statistiken werden weiter veröffentlicht.

Vor kurzem schien ein recht bedeutendes Ereignis die angebliche „Normalität“ des jüdischen Lebens in Deutschland zu stören.[4] Rund zwanzig Juden bildeten eine jüdische Gruppe in der rechtspopulistischen und antiislamischen Partei AfD.[5] Keine dieser Personen hatte eine Position in einer der großen jüdischen Organisationen, aber die jüdische Gemeinschaft zeigte eine starke Überreaktion. Siebzehn jüdische Organisationen sprachen sich gegen diese jüdische AfD-Gruppe aus.[6] Das ist fast eine jüdische Organisation pro Mitglied. Die Dachorganisation, der Zentralrat der Juden in Deutschland, bezeichnete die AfD als „rassistisch“ und „antisemitisch“. Das mag für einige ihrer Führungskräfte gelten, aber nicht für alle und gewiss nicht für beträchtliche Teile ihrer Wähler.

Zum Teil wegen der Überreaktion des organisierten Judentums erlangte das Gründungstreffen der kleinen jüdischen AfD-Gruppe großes landesweites Interesse.[7] Es wäre wohl weit angemessener gewesen, hätte die Dachorganisation eine Erklärung abgegeben, in der es hauptsächlich hieß, dass ein paar einzelne Juden nicht für die Gesamtgemeinschaft stehen.

Seit den Wahlen im September 2017 ist die AfD die drittstärkste Partei im deutschen Parlament und damit die größte Opposition. Derzeit gewinnt sie in Umfragen etwa 15% der Wähler. Die AfD wird von allen anderen Parteien gemieden; diese beschuldigen sie Rassisten und Neonazis in ihrer Mitte zu haben. Etwas übertrieben wird die AfD als stockfinster dargestellt, woraus fälschlich verstanden werden soll, dass alle anderen Parteien blütenrein sind.

Doch es gibt bereits die ersten kleinen Anzeichen dafür, dass einige christdemokratische Politiker mit der AfD zusammenarbeiten wollen. Im sächsischen  Meißen gab es im September 2018 Bürgermeisterwahlen. In der zweiten Runde zog sich der AfD-Kandidat zugunsten des Christdemokraten zurück, der dann gewählt wurde.[8]

Die CDU hat bei den Bundestagswahlen 2018 stark verloren und ihre Unterstützung in den Umfragen ist seitdem beträchtlich zurückgegangen. Daher können weitere Brüche im Boykott gegen die AfD erwartet werden, damit man in einigen Orten an der Macht bleiben kann. Dasselbe ist bereits einige Jahre lang mit der SPD geschehen, die Koalitionen mit der linksextremen Partei Die Linke eingegangen ist, der früheren Herrscherpartei der DDR

Die Initiatoren der jüdischen AfD-Gruppe luden Beatrix von Storch, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei, zu ihrem Gründungstreffen ein. Sie sagte, dass für viele Juden, der muslimische Antisemitismus ein großes Thema ist. Von Storch fügte hinzu: Für diese Menschen ist die AfD eine natürliche Heimat. Sie sagte auch, dass die AfD Muslimen offen stünde.[9]

Analysiert man die deutsche Wirklichkeit, dann ist es nicht die AfD, die die größte Bedrohung für die Zukunft der Juden im Land kreiert hat. Dieser riesige Schatten über Deutschland ist von den etablierten Parteien, der CDU und der SPD verursacht worden. Ihre Regierungen haben in den letzten Jahrzehnten Millionen Migranten ohne sonderliche Auswahl ins Land gelassen, die Mehrheit davon Muslime.

Bei diesen Neuankömmlingen ist Antisemitismus prozentual weit stärker vorhanden als bei der einheimischen Bevölkerung. Er ist zudem extremer. Eine aktuelle Studie zu Antisemitismus in Bayern führte an, dass ein Muslim seinem jüdischen Nachbarn sagte, er habe seine Kinder aus der Koranschule genommen, weil diese lehrt Juden sollten getötet werden.[10] Welche normale Schule in Deutschland lehrt irgendetwas, das dem auch nur nahe kommt?

Dennoch waren die jüdischen Organisationen, die sich so heftig gegen die kleine Gruppe Juden in der AfD aussprachen, weit weniger lautstark, als dieser große Zustrom stattfand, der eine gewaltige Bedrohung der Zukunft ihrer Mitglieder darstellt.

Es gibt durch diese nicht-selektive Zuwanderung und die von einigen Migranten begangenen Verbrechen eine indirekte weitere, negative Auswirkung auf die Juden: Die Rechtsextremen, die beständigste Bedrohung der Juden, hat einen starken neuen Impuls erhalten.

Juden werden weiterhin Gradmesser wichtiger Entwicklungen in Deutschland bleiben. Die gegenwärtige deutsche Gesellschaft ist immer noch weit davon entfernt „normal“ zu sein. Die Auswirkungen des großen Migranten-Zustroms hat das Fortbestehen dieser „Anomalie“ um viele Jahre verlängert.

[1] http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2016/01/10/97001-20160110FILWWW00025-valls-sans-les-juifs-de-france-la-france-ne-serait-pas-la-france.php

[2] http://www.rtl.fr/actu/politique/diner-du-crif-macron-denonce-l-antisemitisme-le-deshonneur-de-la-france-7792537547

[3] http://www.welt.de/politik/deutschland/plus179337122/Extremismus-Antisemitismus-ist-unislamisch.html

[4] http://www.echo-online.de/politik/deutschland/judische-afd-mitglieder-grunden-umstrittene-vereinigung_19105757#

[5] http://www.freiewelt.net/interview/die-stimmung-in-den-juedischen-gemeinden-ist-in-richtung-afd-gekippt-10075836/

[6] http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32895

[7] http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-gruppierung-alibi-juden-in-der-afd-1.4160330

[8] http://www.welt.de/politik/deutschland/article181642662/Wahl-in-Meissen-Frank-Richter-sorgt-sich-wegen-Tabubruch.html

[9] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/muslime-in-der-afd-beatrix-von-storch-zeigt-sich-offen-15825604.html

[10] https://report-antisemitism.de/media/RIAS_BK_Problembeschreibung_Antisemitismus_in_Bayern.pdf, S. 20