Linke haben ein Problem mit anständigem Benehmen

Dieser Tage können wir wieder einmal ein Schauspiel der Antitoleranz und des offen gelebten Hasses erleben. Und dieses Verhalten kommt von Links, wird gerade von linken Politikern, Politikerinnen geradezu demonstriert.

Warum? Weil sie es so wollen, weil sie es können und niemand ihnen deswegen die Hammelbeine langzieht. Eher im Gegenteil. Bei der derzeitigen Stimmung wird das sogar als positiv und „Haltung zeigen“ propagiert. Von denen, die eigentlich dazu da sind, den Leuten „da oben“ auf die Finger zu schauen und gegebenenfalls mal zu klopfen: der Presse, lange Zeit als „die vierte Gewalt“ gehandelt. Heute sind sie die Schoßhündchen gewisser Kreise, der Mächtigen; sie verstehen sich als Volkserzieher statt als kritische Beobachter; als Leute, die „Haltung“ propagieren statt Fakten zu berichten.

Beispiel Nummer eins war die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Speaker Nancy Pelosi, eine US-Demokratin. Die 80-jährige Mehrheitsführerin ist eine erklärte Trump-Hasserin, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit „Lüge“ brüllen würde, hätte Trump die Frechheit zu behaupten 2 plus 2 sei 4. Sie hat das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump in die Gänge gebracht, in die Länge gezogen, getrickst, den Republikanern Zugang und Akten verweigert und nie eine Gelegenheit ausgelassen ihren Hass auf Trump zu zeigen. Aktuell zerriss sie demonstrativ ihre Kopie des Protokolls der Rede Trumps zur Lage der Nation, als der Präsident sie beendete. Und behauptete darauf angesprochen später, das sei noch das Höflichste gewesen, was sie hätte tun können.

Vor seiner Rede übergab Trump seinem Vize Mike Pence sowie Pelosi jeweils eine Mappe mit dem Redetext. Dabei verweigerte er nach Darstellung Pelosis der Parlamentspräsidentin den traditionellen Handschlag, sie habe ihm die Hand entgegengestreckt, denn: „Demokraten werden niemals aufhören, die Hand der Freundschaft auszustrecken.“ Was angesichts ihres sonstigen Verhaltens der reine Hohn ist. Aber in schlechter Demokraten-Tradition steht, erinnert man sich an Barack Obamas Behauptung mit allen regieren zu wollen, dann aber nach seinem Wahlsieg den Republikanern nicht nur die kalte Schulter zeigte, sondern sie regelrecht als Konsultation unwürdig abtat, weil Opposition und Feinde.

Trump hatte Pelosis Hand nicht genommen. Vielleicht wegen der Geschichte der beiden im Verlauf der letzten 3 bis 4 Jahre, vielleicht auch, weil er von ihr nicht wie sonst üblich mit ehrenden Worten, sondern reichlich lapidar angekündigt wurde. Was aber reine Spekulation bleibt. Das war nicht freundlich, aber eine typische Trump-Reaktion auf bisheriges Verhalten. Rechtfertigt das das übrige Verhalten von Pelosi? Oder sähe nicht vielmehr Souveränität etwas anders aus? Nämlich Anstand zu zeigen und sich wie ein zivilisierter Mensch zu benehmen?

Mit dem demonstrativen Zerreißen toppte sie noch ihr Verhalten vom letzten Jahr, als sie auf demonstrativ höhnisch-abfällige Weise klatschte. Und das gesamte linke poltische Spektrum applaudiert dem kindischen Benehmen, das einer solch ranghohen Persönlichkeit alles andere als angemessen ist.

Amerikanische Zustände? Möchte vielleicht mancher sagen, natürlich nicht die, die sonst kein gutes Haar an diesen lassen können – die linken Amerikahasser. Die können es hier bei uns nämlich genauso. Zu erleben heute im thüringischen Landtag.

Dort wurde „versehentlich“ der FDP-Politiker Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten gewählt. Er war in der dritten Runde eigentlich nur angetreten, damit nicht nur ein linksextremer und ein AfD-Kandidat zur Verfügung standen – als Feigenblatt sozusagen. Womit niemand gerechnet hatte: Die AfD stimmte praktisch geschlossen nicht für den eigenen Kandidaten, sondern für Kemmerich, so dass dieser die relative Mehrheit erhielt, weil die CDU nicht für den Linke-Kandidaten und bisherigen Ministerpräsidenten Ramelow samt seiner rot-rot-grünen Minderheitskoalitionstruppe stimmte. Das Irre an der Situation: Kemmerich muss jetzt erst einmal sehen, wie er überhaupt seine Regierung bilden wird, wer ins Kabinett seiner Minderheitsregierung aus FDP und CDU kommt usw.

Was dann passierte, passt ins Bild: Die Partei- und Fraktionschefin der Linke, Susanne Hennig-Wellsow, „gratulierte“ Kemmerich mit einem (offenbar für Ramelow vorgesehenen) Blumenstrauß, den sie ihm nicht überreichte, sondern wütend vor die Füße warf. Sie wütet: Das sei von langer Hand geplant gewesen, ein Unding, dass er sich mit den Stimmen der Extremisten habe wählen lassen. CDU und FDP hätten dem demokratischen Konsens verlassen.

Auch die SPD tobt. Sich von der AfD wählen zu lassen sei „komplett verantwortungslos“, gegen die AfD müssten alle zusammenstehen (Außenminister Maas). Partei-Co-Chef Walter-Borjans nörgelte von einem „unverzeihlichen Dammbruch“, SPD-Generalsekretär Klingbeil von einem Tiefpunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und so weiter.

Seitens der Grünen wird von einem „bewussten Verstoß gegen die Grundwerte des Landes“ geschimpft. Eine Vokabel, die auch die Bundesvorsitzende Baerbock verwendet, die auch gleich hinterher schiebt, dass sie erwartet, Kemmerich müssen sein Amt niederlegen, ansonsten müssten die Bundesparteien die Landesverbände der Thüringer CDU und FDP ausschließen.

Die Truppen, die mauscheln und planen, um mit ihren Tricks an die Macht zu kommen oder dran zu bleiben, beschweren sich also jetzt, andere würden genau das tun und das gehöre sich nicht. Und den Anstand einem gewählten Ministerpräsidenten zu gratulieren oder wenigstens einfach nichts zu tun, muss die Chef-Rote sich wie ein unerzogenes Kind verhalten, das seinen Lolli nicht bekommt.

Diese beleidigten Leberwürste – die Pelosi-Truppen in den USA wie die Rot-Rot-Grün-Kompanien in Deutschland – sind nicht in der Lage einzugestehen, dass sie selbst Mist gebaut haben, dass da etwas passiert ist, mit dem sie nicht gerechnet haben, mit dem sie sich abfinden und das Beste draus machen müssen. Statt dass die Linken-Chefin hingeht und sagt: „Gut, dann sorgen wir jetzt dafür, dass FDP und CDU mit uns zusammenarbeiten“, demonstriert sie eine nicht vorhandene Kinderstube, die zeigt, dass sie für Hass und Feindschaft steht statt für Ausgleich und das Wohl des Landes und seiner Einwohner. So wie Pelosi in den USA ausschließlich ihrem Hass frönt, machen es die linken Menschenfeinde genau das, was sie immer anderen unterstellen: Spalten, spalten und nochmal spalten. Es darf keine anderen neben ihnen geben. Und diese toleranzfreie Einspurigkeit nennen sie dann progressiv und Demokratie.

Deutscher jüdischer Leiter übt scharfe Kritik an Boykott-Aktivitäten

Vorwurf gegen linken Politiker, er nutze Mitgliedschaft in DIG um vorzugeben er sei ein Freund des jüdischen Staates

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 2. August 2012

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, forderte Montag die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) auf hart gegen die zunehmenden antiisraelischen Boykott-Aktivitäten in ihren Reihen vorzugehen. „Jeder, der einen Boykott israelischer Waren als legitime Reaktion auf das eine oder andere betrachtet, hat nichts begriffen, sollte in den  Spiegel sehen und die DIG verlassen“, schrieb Kramer in einer E-Mail an die Jerusalem Post.

„Ich denke, den Aufruf zum Boykott eines demokratischen Landes – wie es Israel ist – zu unterstützen und gleichzeitig Mitglied in der DIG zu sein, ist ein unlösbarer Widerspruch und eine Belastung für die DIG und ihre Mitglieder. [Der thüringische Landtagsabgeordnete Bodo] Ramelow ist Teil einer langen Tradition antiisraelischer Linker und wir können das nicht länger schön reden.“

Bodo Ramelow ist DIG-Mitglied und Politiker der Partei DIE LINKE; er schrieb auf seiner Facebook-Seite, wenn die Schweizer Supermarktkette Migros israelische Produkte aus der Westbank extra etikettiere, dann sei das eine „legitime Maßnahme“.

Dr. Shimon Samuels, Direktor für internationale Angelegenheiten des Simon Wiesenthal-Zentrums in Paris, sagte der Post, das Handeln der Migros sei eine Boykottmaßnahme und müsse als „Fortsetzung des Nationalsozialismus“ betrachtet werden.

In einem Brief an die Supermarktkette – die größte der Schweiz – verurteilten verschiedene Vertreter der jüdischen Gemeinden des Landes die Aktion der Migros als „Diskriminierung des Staates Israel“.

Ramelow ist in Deutschland vorgeworfen worden, er nutze seine Mitgliedschaft in der DIG, um Israel zu delegitimieren und vorzugeben, er sei ein Freund Israels. In einer E-Mail an die Post vom Dienstag schrieb er: „Ich habe weder zu einem Boykott israelischer Waren aufgerufen“ noch „den Aufruf von Pax Christi unterschrieben“, der zum Boykott israelischer Waren aufruft. Der deutsche Zweig der linken katholischen Friedensorganisation Pax Christi hat eine aggressive Kampagne zum Boykott israelischer Waren auf die Beine gestellt; dazu gehört der Aufbau von Ständen in Fußgängerzonen, um Menschen zu ermutigen keine israelischen Güter zu kaufen.

Auf die wiederhole Anfrage der Post seine Äußerungen zur Migros klarzustellen, schrieb Ramelow: „Die Firma Migros entschied sich eigenständig von Erzeugern eine Herkunftsbeschriftung zu verlangen, wenn sie ihre Produkte über die Migros verkaufen wollen. Ich erwähnte dies und wusste nicht, dass die Erwähnung von Tatsachen verboten werden sollte.“

Kramer sagte der Post in Reaktion darauf, dass Ramelows Formulierung zur Bezeichnung des Vorgehens der Migros als „legitime Maßnahme“ eindeutig ein Aufruf zum Boykott israelischer Produkte ist.

Ramelow fügte hinzu, als er Ramallah besuchte, „sah ich genug Produkte, die mit ‚Palästina‘ beschriftet wurden und ich betrachte das als eine zulässige Herkunftsbezeichnung“. Er fragte, worin denn das Problem besteht, wenn die Migros Produkte durch deren Erzeuger etikettieren lässt.

Nach Angaben der Kritiker der Migros – einschließlich schweizerischer jüdischer Gruppen – hat die Migros Israel für einen einzigartig herabsetzenden Umgang ausgesondert.

Melody Sucharewicz, eine deutsch-israelische Expertin, die ausgiebig über antiisraelische Aktionen in Deutschland geschrieben hat, sagte der Post am Dienstag: „Die DIG sollte nicht nur eine klare Politik verfolgen sich schon von Mitglieder zu distanzieren, die die am harmlosesten präsentierte Form von ‚Kaufverzicht‘ – also Boykott gegen Israel – unterstützen oder rechtfertigen. Sie sollte es weiterhin zu einer Priorität machen solche Kampagnen als das zu entlarven, was sie sind: destruktiv für die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen und destruktiv für den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern.“

Pro-israelische Deutsche haben den Vorsitzenden der DIG Erfurt, bei der Ramleow Mitglied ist, aufgefordert, diesen hinauszuwerfen; sie haben ebenfalls gefordert, dass der DIG-Bundesvorsitzende Reinhold Robbe Ramlow in die Wüste schickt und etwas gegen antiisraelische Gesinnungen innerhalb der DIG und bei deutschen Politikern unternimmt. Robbe beantwortete mehrere Anfragen der Post zur Tolerierung antiisraelischer Gesinnung und der Ramelow vorgeworfenen Verteidigung der Migros nicht. Der Vorsitzende der DIG Erfurt, Dr. Manfred Borowsky, lehnte es ebenfalls ab Anfragen der Post zu beantworten.

Sucharewicz, die 2006 die zweite Staffel des Wettbewerbs HaShagrir („Botschafter“) des Senders Kanal 2 gewann, sagte: „Die DIG hat mittels ihrer Mitglieder, Infrastruktur und Image in Deutschland die Macht einen substanziellen Beitrag dazu zu leisten Israelis und Deutsche auf allen Ebenen enger zusammenzubringen, wie sie das viele Jahre lang gemacht hat. Bei dieser wichtigen Rolle gibt es keinen Raum für Leute, die mit BDS [Boykotte, De-Investition, Sanktionen] flirten. Genauso wenig gibt es Raum für Leute, die öffentlich diejenigen schützen, die mit BDS flirten.“ Sucharewicz ist eine Öffentlichkeits-Botschafterin in der Bundesrepublik; das Massenblatt BILD hat sie als eine der Top-100 unter den jungen deutschen Führungspersönlichkeiten bezeichnet.

Sacha Stawski, ein deutscher Jude, der die pro-israelische Medienwatchdog-NGO Honestly Concerned aus Frankfurt leitet, meinte, bundesweit befänden sich DIG-Vorsitzende in einem Interessenkonflikt. Er sagte gegenüber der Post , dass Robbe als ehemaliger sozialdemokratischer Politiker davor zurückscheut sozialdemokratische Politiker zu kritisieren, die Israel herunterputzen, weil seine Partei darum ringt 2013 Teil der nächsten Regierung zu werden. Viele nationale DIG-Führungspersönlichkeiten sind Mitglieder politischer Parteien und damit abgeneigt ihre Kollegen zu kritisieren. Die deutsche Regierung stellt der DIG Geldmittel zur Verfügung.

Die DIG hat etwa 5.500 Mitglieder in 52 Ortsvereinen. Nach Angaben von Kritikern der passiven Haltung der Bundes-DIG in Berlin streben viele dieser Ortsvereine – darunter Berlin-Brandenburg, Freiburg und Nürnberg – an, die Politik der DIG zu reformieren, damit sie bundesweit robuster mit der Israelsolidarität umgeht, einschließlich der Forderung nach Maßnahmen, über die Mitglieder, die Israel-Boykotte unterstützen, aus der DIG ausgeschlossen werden.

Scharfe Kritik von NGOs an deutschem Politiker wegen Israel-Boykott

Unterstützung für Boykotte gegen den jüdischen Staat durch Abgeordneten der Linkspartei sorgt letzte Woche für Krise in DIG

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 22. Juli 2012

Die Unterstützung eines Abgeordneten der Linkspartei für Boykotte gegen den jüdischen Staat sorgte letzte Woche für eine Krise in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Es gab Forderungen zum Ausschluss des Politikers aus der DIG und Vorwürfe, der Bundesvorsitzende der DIG versage darin steigende antiisraelische Meinungen innerhalb des deutschen politischen Establishments zu bekämpfen.

Bodo Ramelow (56), Abgeordneter der Linkspartei in Bundesland Thüringen und Mitglied der DIG in der Landeshauptstadt Erfurt, schrieb auf seiner Facebook-Seite, dass eine Schweizer Firma israelische Produkte ins Visier nahm, sei „eine legitime Maßnahme“. Die größte Schweizer Supermarktkette Migros entschied sich in der Westbank und Ostjerusalem hergestellte israelische Produkte für gesonderte Kennzeichnung in ihre Läden herauszuheben. Die Firmensprecherin sagte, die Migros unterstütze keine Boykotte, sondern wolle die Kunden informierte Entscheidungen treffen lassen.

Dr. Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen am Simon Wiesenthal-Zentrum, sagte der Jerusalem Post in einem Telefoninterview am Freitag, das Handeln der Migros „schadet dem jüdischen Staat und ist eine Fortsetzung des Nationalsozialismus“.

„Sie müssen Ramelow rauswerfen“, sagte Samuels über die DIG. „Das ist ein Testfall“ für den Präsidenten der Bundes-DIG, Reinhold Robbe; „man sollte sich genau ansehen, was in der DIG geschieht“, befand Samuels.

Sacha Stawski, der sich derzeit in Israel befindet und die in Frankfurt ansässige, pro-israelische Medien-Watchdog-NGO Honestly Concerned leitet, sagte, Robbe habe keine Lust gezeigt aufhetzerische, antiisraelische Rhetorik innerhalb der Sozialdemokratischen Partei zu bekämpfen. Robbe ist ein ehemaliger Bundestags-Abgeordneter der SPD und übernahm 2010 die Leitung der DIG.

Staswki sagte, die SPD „hat Aussichten die nächste Regierung zu stellen und das Letzte, das er [Robbe] wolle, sei den Vorsitzenden der Sozialdemokraten zu kritisieren“. Im März kommentierte Parteichef Sigmar Gabriel während eines Besuchs in Israel: „Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“

Nach Angaben von Stawski vollführte Robbe in einem E-Mail-Austausch zwischen beiden einen Eiertanz um das Thema der Kritik an Gabriel auf und lehnte eine DIG-Presseerklärung ab, mit der Gabriels Äußerung kritisiert wird. Robbe sagte dem Massenblatt BILD damals, Gabriel sei lediglich „missverstanden“ worden.

Die DIG hat rund 5.500 Mitglieder in 52 Ortsgruppen.

Stawski, der auch die Gruppe „I like Israel“ leitet, ist ein langfristiger Beobachter pro-israelischer Aktivitäten in der Bundesrepublik. Er sagte, in scharfem Gegensatz zu Robbes Führungsstil hatte sein Vorgänger in der DIG, Johannes Gerster (2006-2010) „keine Probleme sich deutlich zur Unterstützung Israels zu positionieren und Parteigenossen zu kritisieren“. Gerster war CDU-Abgeordneter im Bundestag und führte von 1997 bis 2006 die der CDU nahe stehenden Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem.

Stawski forderte Robbe und die DIG Erfurt auf Ramelow aus der DIG auszuschließen. In einer E-Mail an die Post schrieben fünf Mitglieder des Vorstands der DIG in Freiburg (Baden-Württemberg): „Jedes DIG-Mitglied, das zum Boykott israelischer Waren aufruft, sollte aus der DIG ausgeschlossen werden.“

Nach der wachsenden Zahl der Forderungen nach seinem Ausschluss Ramelows gefragt, lehnte Robbe jeden Kommentar ab. Er lehnte es ebenfalls ab der Post die Satzungsabschnitte zu DIG-Mitgliedern zu überlassen, die Boykotte für gegen den jüdischen Staat eintreten. Er schrieb der Post allerdings: „Ich habe bei vielen Gelegenheiten klar gemacht, das der DIG-Vorstand Pax Christis Boykottaufruf gegen israelische Produkte ablehnt.“

Der sozialdemokratische Bürgermeister von Jena, Albrecht Schröter, und der deutsche Zweig der katholischen Friedensgruppe Pax Christi forderten Ende Mai einen Boykott israelischer Handelsgüter.

Kevin Zdiara, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der DIG Erfurt, gab als Protest seinen Posten am 17. Juni auf, weil Ramelow eine Kampagne zum Schutz Schröters vor Kritik wegen dessen antiisraelischen Aktionen inszenierte. Die Post bekam den E-Mail-Austausch zwischen Ramelow und Mitgliedern der örtlichen DIG in die Hand, die dass Ramelows Versuche zeigen, eine Kampagne zu koordinieren, mit der Zdiara niedergemacht werden und Bemühungen unternommen werden sollten Kritik an Schröter zu stoppen.

Das Wiesenthal-Zentrum hat Zidaras Bemühungen gelobt die Kampagne von Schröter und Pax Christi zur Delegitimierung des jüdischen Staats zu stoppen. Zdiara, der von pro-israelischen Aktivisten deutschlandweit als einer der stärksten Unterstützer Israels betrachtet wird, schrieb der Post per E-Mail: „Die Deutsch-Israelisch Gesellschaft hat sich in der Vergangenheit gegen jede Form antiisraelischer Boykotte geäußert. Die Gesellschaft muss jedoch darüber nachdenken, wie sie mit Mitgliedern umgeht, die Verständnis für die BDS-Bewegung (Boykott, De-Investitionen und Sanktionen) oder öffentlich verbreitete Unwahrheiten über Israel zeigen. Aus meiner Sicht sollten Mitglieder ausgeschlossen werden, wenn sie die Satzung der DIG verletzten.“

Dr. Martin Borowsky, Kopf der DIG Erfurt, antwortete auf Anfragen der Post noch nicht.

Zidara setzte einen Aufsatz mit der Überschrift „Christ, Sozialis und Judenhasserfreund“ auf die Internetseite „Die Achse des Guten“.

Ramelow pflegte eine freundschaftliche Twitter-Korrespondenz mit einem bekannten Poster namens Glamypunk, der vorher Sachen schrieb wie „Juden stinken“, „Wir hasse diese jüdischen Schweinespione auch auf Facebook“ und „Juden schneiden kleinen Kindern den Penis ab, ist das okay?“ Ramelos antwortete auf Anfragen der Post zur gegen ihn gerichteten Kritik und zu seinem herzlichen Twitter-Austausch mit einem wütenden Antisemiten nicht.

Samuels sagte der Post, das die „Infiltrierung“ der DIG mit antiisraelischen Politikern die Arbeit der Gesellschaft untergräbt. Zu Ramelows Partei, die LINKE, gehören die antizionistischsten Politiker Westeuropas. LINKE-Abgeordnete argumentierten gerade erst im Parlamen für den Pax Christi-Boykott israelischer Waren und nahmen am Mavi Marmara-Versuch zum Blockadebruch zum Gazastreifen 2010 teil. Die LINKE verabschiedete vor kurzem auf ihrem Parteikongress eine pro-iranische Resolution und ging mit Israel hart ins Gericht.

Samuels sagte, Ramelow und seine LINKE-Parteigenossen sollten sich der Deutsch-Iranischen Gesellschaft anschließen.

Stawski merkte an, dass der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz seine Mitgliedschaft bei der DIG ins Feld führte, um sich vor Kritik zu schützen, weil der Irena Wachendorff förderte, eine deutsche Dichterin und Friedensaktivistin, die auf Israel einschlug und dabei vorgab Jüdin zu sein.

Narren-Flottille Richtung Gaza abgelegt

Phyllis Chesler, FrontPageMag.com, 23. Jun 2011

Die Flotille kommt, die Flottille kommt.

Europäische und nordamerikanische Aktivisten, Journalisten und Söldner haben auf fünfzehn Schiffen mit Passagieren aus zweiundzwanzig hauptsächlich westlichen Ländern die Segel gesetzt – oder sind dabei das zu tun – um „die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen“. Angetrieben von antipotemkinschen Dorfbildern palästinensischer Araber, die in erbärmlichen Flüchtlingshütten leben, eingezäunt von einer israelischen, angeblichen „Apartheid“-Mauer, unterdrückt von israelischen „Nazi“-Soldaten, aus „rassistischen“ Gründen (und nicht weil die Palästinenserführung sowohl islamische Geschlechter- Religionsapartheid sowie Terrorismus praktiziert) – die Guten Menschen fahren, um sie zu retten.

Schlimm genug, dass Israel von zweiundzwanzig feindlichen arabischen Staaten umrundet sowie einem völkermörderischen antijüdischen und antiisraelischen Iran, der Soldaten im Libanon, dem Gazastreifen und Syrien stationiert hat.

Schlimm genug, dass die Vereinten Nationen und die Palästinenserführung planen einseitig einen Palästinenserstaat auf souverän israelischem Land zu gründen.

Schlimm genug, dass die westlichen Mainstream-Medien und Universitäten die bösartigsten Antisemiten und Antizionisten ehrbar gemacht und Studenten mit endlosen Wiederholungen von Gaza am Hudson, Gaza am Atlantik und Gaza am Pazifik eingeschüchtert haben – jetzt kommt also auch noch die Flottille. Sie sagen, sie planen Israel „gewaltlos“ zu „provozieren“, dass es ein verbotene Selbstverteidigung zur Schau stellt.

Schiffe legen aus Irland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, der Schweiz, Norwegen, Griechenland, der Türkei, Kanada wie auch den USA ab oder haben das schon getan. Diese Europäer glauben eindeutig nicht, dass im europäischen Holocaust ausreichend Juden starben und/oder wollen nicht sehen, dass die Nachkommen der Holocaust-Überlebenden weiterhin in Israel gedeihen. Vielleicht glauben ein paar Europäer, dass ihre linke Antiisrael-Politik ihnen bei den Islamisten zugute kommt, die Europa auf eine Weise rasch überwältigt, die nur Jean Raspail, Autor von The Camp of the Saints vorhersah und es zu würdigen weiß.

Das Schiff aus den USA ist „The Audacity of Hope“ genannt worden. (Wo nochmal haben wir diesen Titel schon gehört?*) Darauf befinden sich 36 Passagiere und vier Mann Besatzung, darunter einige Mitglieder des von Soros finanzierten Code Pink. Journalisten von The Nation, CNN, NPR, CBS, der New York Times, Democracy Now und der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma’an sind in die Flottille „eingebettet“. „Eingebettet“? Ist das nicht das Wort, das Journalisten beschreibt, die Soldaten in aktive Kämpfe begleiten?

Entschuldigen Sie: Ich nehme Worte sehr ernst.

Diese selbsternannten Aktivisten und mutmaßlichen Antirassisten mischen sich unter das gemeine Volk, feiern, machen eine Kreuzfahrt für billige Aufregung und noch billigere Publicity. Sie sehnen sich nach preiswertem Ruhm, bei dem sie sich nicht die Finger verbrennen. Sie sind die ultimativen Konformisten, Karrieristen, „machen ihr Ding“, füllen ihre Aktivisten-Lebensläufe, indem sie es den Juden zeigen. Das soll beweisen, dass sie mutig und von Prinzipien geleitet sind.

Im Wesentlichen beschäftigen sie sich mit einer höchst selbstzerstörerischen Form des politischen Theaters: Sie manipulieren konkret Symbole auf dieselbe Art, wie Osama bin Laden es am 9/11 tat. Im Namen der „Sorge“ kapitulieren diese Aktivisten vor dem höchst gefährlichen, totalitären und frauenfeindlichen islamistischen Regime – allerdings im Namen von „Freiheit“ und „Gerechtigkeit“.

Das ist etwas, das Orwell geschätzt hätte.

Die Flottillenaktivisten kümmern sich nicht um Fakten vor Ort, sie lehnen es ab zu verstehen, dass der Gazastreifen mit Luxus-Hotels, Bürogebäuden, palastartigen Villen, Nachtclubs, Beachclubs und gut bestückten Märkten angefüllt ist. Sie konzentrieren sich nur auf die künstlich beibehaltenen, von Armut geplagten Gegenden und nicht auf die wahren Gründe dafür, nämlich dass die arabische und Palästinenserführung mehr als 60 Jahre damit verbracht hat den Westen zu melken – seine Schuldgefühle und sein Geld – für diese eine, falsch geschaffene Flüchtlingspopulation.

Die Romanautorin und Dichterin Alice Walker ist ebenfalls an Bord der „The Audacity of Hope“. Sie hat Interviews gegeben und Kommentar-Artikel zu ihrem anstehenden Flottillen-Torheit veröffentlicht.

Ah, die Alice. Sie und ich kennen uns seit Ewigkeiten und wir haben im Verlauf der Jahre auf bedeutende Weise aufeinander aufgepasst. Ihre derzeitige Haltung ist schmerzhaft, verwirrend, unausgewogen und verräterisch. Walker stand in der ersten Reihe der amerikanischen Bürgerrechts-, feministischen, „Frauen“- und ökologischen wie Tierrechtsbewegungen; Jahre lang war Walker eine Aktivistin gegen weibliche Genitalverstümmelung – eine Gepflogenheit von Afrikanern und afrikanischen Muslimen. Am bekanntesten und geliebt ist sie wegen ihres Romans „Die Farbe Lila“, aus dem ein populärer Film und ein Theaterstück am Broadway gemacht wurden.

Tragischerweise, aber typisch, glaubt Walker, dass die Israelis eine diabolischere Ausgabe der weißen Südstaaten-Rassisten sind, die die schwarzen Amerikaner versklavten und dann lynchten, arm machen, ausbeuteten und ausgrenzten. Sie stellt sich vor, dass die Palästinenser eine noch reinere Version der unterdrückten Afroamerikaner sind. Noch schlimmer ist, dass sie die Palästinenser und sich selbst als „gewaltlos“ Agierende in diesem großen Drama betrachtet.

Walker betrachtet die Juden nicht als indigene Bevölkerung des Nahen Ostens oder als Äquivalent der „Schwarzen“ in Europa oder als die derzeit meist bedrohte Ungläubigen-Rasse im muslimischen Nahen Ostne. Walker lehnt es ab anzuerkennen, dass Araber und Muslime immer noch Sklaverei (hauptsächlich mit Afrikanern und auf Grundlage der Hautfarbe) und echte Geschlechter- und Religionsapartheid betreiben. Stattdessen macht Walker die Juden, insbesondere israelische Juden, zu Sündenböcken für die schweren Sünden und Verbrechen krassen Rassismus, die von ethnischen arabischen Muslimen in mehrheitlich muslimischen Ländern wie dem Sudan, dem ägyptischen Sinai, Saudi-Arabien und andernorts begangen werden.

Walker scheint keine Vorstellung davon zu haben, dass Muslime einen lange, lange Geschichte des Sklavenhandels, der Sex-Sklaverei, des Imperialismus, Kolonialismus, Bekehrung durch das Schwert und barbarische Frauenfeindlichkeit hat. Sie scheint tatsächlich nichts von der Terrorherrschaft zu begreifen, die die Hamas über die Frauen, Schwulen, Künstler und verletzlichen lebenden Wesen im Gazastreifen gebracht hat.

Walker beherrscht die Fakten nicht; sie ist von kruder Propaganda schicksalhaft verunreinigt worden, diese aus vollem Herzen glaubt. Zum Beispiel behauptet Walker, dass während der Operation Gegossenes Blei 1.400 Gazaner starben, sie stellt aber nicht heraus, dass zwischen 600 und 700 davon nach Eingeständnis der Hamas bewaffnete Hamas-Militante waren. Sie behauptet, dass während des Krieges 300 Kinder getötet wurden, lässt aber aus, dass viele dieser Kinder genau genommen an den Kriegsanstrengungen der Hamas teilnahmen, als Kindersoldaten dienten, als Beobachter für Mörserschützen und als Unterstützungspersonal.

Wie zwei israelische Forscher dokumentiert haben, war bei der Opferrate der unter 18-jährigen das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Personen in der Altersklasse für 11 Jahre und jünger fast 1:1 – mit anderen Worten: völlig zufällig – während die Rate der männlichen und weiblichen Opfer für die 17- und 18-jährigen bei mehr als 6 männlichen für jedes weibliche Opfer betrug. Falls die israelischen Wissenschaftler nicht irgendeine Art Y-Chromosome suchende Raketen entwickelt haben, die nur auf pubertierende männliche Personen zielt, ist die offensichtliche Schlussfolgerung, dass viele dieser Teenager Kämpfer waren.

Unglaublich, dass Walker erklärt: „Ich habe nie einen derart eklatanten Terrorismus gesehen, wie in Gaza. Von Israel gemacht; von Amerika gemacht. Es ist bedauernswert, dass Offizielle aus Israel so wenig darüber zu wissen scheinen, was ihre Regierung in der Abteilung Terrorismus tut.“

Hat Walker die islamistischen Angriffe auf das World Trade Center 1993 verschlafen? Hat ihr nie jemand vom 9/11 (New York City) erzählt, vom 3/11 (Madrid), 7/7 (London) und vom 11/26 (Mumbai)? Hat sie völlig vergessen, dass seit fast fünfzig Jahren palästinensische Terroristen Verkehrsflugzeuge entführt, Bomben an Synagogen gelegt und israelische Zivilisten in Einkaufszentren, kleinen Geschäften, Bussen, Hotels und Diskotheken in die Luft gejagt haben? Ja, Alice, selbst die Kinder; besonders die Kinder.

Walker erwähnt keines all dieser Ereignisse in ihrer Terror-Litanei, die sie strikt auf israelische Angriffe auf den Gazastreifen beschränkt.

Walker liegt jedes Mal falsch. Sie schreibt:

„Eines der Dinge, an die sich im rassegetrennten Süden zu erinnern so schmerzt, ist, dass, egal, was Weiße ihnen antaten, den Schwarzen nicht gestattet wurde sich zu wehren, nicht einmal mit einem Wort oder einen Blick, woher der Ausdruck ‚leichtfertiges Glotzen“, was dazu führte, dass viele Schwarze verprügelt oder getötet wurden. Die Vorstellung, dass die Menschen Palästinas sich, nach allem, was ihnen angetan wurde, nicht einmal verteidigen können sollen, ist grausam und unmenschlich, weil sich selbst und seine Familie, sein Land und Lebensgrundlage zu verteidigen ein Instinkt ist, den wir mit allen Kreaturen des Planeten teilen. Sie kollektiv zu bestrafen (durch Bomben und Hunger), weil sie ihre Regierung in einer demokratischen Wahl wählten, die von den meisten Beobachtern als fair eingestuft wird, ist sadistisch und wird international als illegal verurteilt.“

Was sie wirklich sagt ist, dass es nur das Volk Israel ist, das sich nicht verteidigen dürfen soll, wenn es angegriffen wird. Offensichtlich stimmt sie hier dem von ihr angebeteten Präsidenten (und damaligen Senator) Obama nicht zu, der 2008 einem israelischem Publikum in Sderot sagte: „Wenn Raketen dort fielen, wo meine beiden Töchter schlafen, würde ich alles tun, um das zu beenden.“

Begreift Walker nicht, dass die Hamas von 2001 bis 2007 2.496 Qassam-Raketen nach Südisrael schickte, die die Kinder und Erwachsenen für den Rest ihres Lebens traumatisierten? Diese zivilen Einwohner hören eine Sirene und haben fünfzehn höchst Angst erfüllte Sekunden, um in einen Luftschutzbunker zu kommen. Der Lärm ist quälend. Die Angst auch. Erst nach sechs langen und furchtbaren Jahren fühlten sich die Israelis genötigt die Operations Gegossenes Blei zu beginnen. Weil sie es wagten sich zu verteidigen, verfluchte sie die Welt. Und verleumdete sie. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis die wahren Fakten ans Licht kamen, nämlich dass die Türkei an Bord der Mavi Marmara Söldner mit tödlichen Waffen geschickt hatte. Die Mörder waren geschickt in die so genannten Friedensaktivisten „eingebettet“.

Walker glaubt, dass „die Menschen auf der Mavi Marmara angegriffen wurden und dass die getöteten Menschen massakriert wurden. Wir wissen, dass die israelischen Soldaten praktisch die kompletten Bild- und Videoaufzeichnungen dessen beschlagnahmten, was von den Passagieren auf diesem Schiff ausschwitzen. Dann schickten ihr eigenes Video und brachten die unscharfen Bilder auf eine Weise in Form, dass das ihr Narrativ unterstützt, sie seien von den Menschen auf dem Schiff angegriffen worden!“

Es gibt aber nichts „Unscharfes“ an einem Foto eines der Flottillen-„Aktivisten“, wie er mit dem Messer in der Hand über einem blutenden israelischen Soldaten steht. Ein IDF-Soldat berichtete:

„Sie hatten Metallknüppel, Messer, Zwillen, Glasflaschen… In einem Moment wurde auch scharf geschossen… Ich gehörte zu den letzten, die sich abseilten und sah, dass die Gruppe verstreut war, jeder in einer anderen Ecke, umgeben von drei oder vier Männern. Ich sah einen Soldaten am Boden und zwei Mann, die auf ihn einschlugen. Ich zog sie von ihm herunter und sie stürzten sich auf mich und schlugen mich mit den Knüppeln… Es waren rund 30 Männer; die kamen einfach, um Krieg zu machen. Wir kamen, um die Dinge zu glätten, mit denen zu sprechen, die hinunter gingen, aber jeder von uns, der hinunter ging, wurde schlichtweg angegriffen.“

Walker reserviert sich die Wirklichkeit für ihre Zwecke. Genau genommen hat sie sich von der Wirklichkeit komplett getrennt.

Warum genau brauchen die Palästinenser überhaupt eine Flottille? Von welcher Art Blockade reden wir wirklich? Israel gestattet jede Woche die Lieferung von über eintausend LKW-Ladungen Waren in den Gazastreifen. Die Israelis überprüfen die Schiffe auf Waffen und dann schicken sie alles andere auf dem Landweg nach Gaza. Ägypten kontrolliert jetzt den Übergang Rafah. Die Muslimbruderschaft hat Krieger und Waffen fortlaufend Waffen in den Gazastreifen geschickt. Was ist der wirkliche, humanitäre Gesichtspunkt dieser Flottille?

Alice Walker glaubt, sie folge mit dem, was sie tut, Mahatma Gandhi. Mir wird kalt im Herzen, aber vielleicht es genau das, was sie tut. 1938 schrieb Gandhi in einem offenen Brief an die Juden:

„Sich freiwillig Leiden zu unterziehen wird [den Juden] innere Stärke und Freude bringen… die kalkulierte Gewalt Hitlers könnte sogar in ein allgemeines Massaker an den Juden münden… Aber wenn der jüdische Geist auf freiwilliges Leiden vorbereitet werden könnte, könnte selbst das Massaker, das ich mir vorgestellt habe, sich in einen Tag des Dankes und der Freude wenden, dass Jehovah der Rasse selbst durch die Hand des Tyrannen Befreiung geschmiedet hat. Für die Gottesfürchtigen hat der Tod keinen Schrecken.“

1946, nachdem dieses freudige Leiden die europäischen Juden ereilt hatte, schrieb Gandhi: „Hitler … töteten fünf Millionen Juden. Das ist das größte Verbrechen unserer Zeit. Doch die Juden hätten sich dem Schlachtermesser selbst anbieten müssen. Sie hätten sich selbst von den Klippen ins Meer werfen sollen… Es hätte die Welt und das Volk Deutschlands wachgerüttelt… Wie die Dinge liegen, erlagen sie ohnehin zu Millionen.

Das ist die in den Wahnsinn treibende und gefährliche Sehnsucht der Flottillen-Teilnehmer. Sie glauben – nein sie fühlen – dass die israelischen Juden, wenn sie sich alle selbst töten (siehe Gandhi oben) oder alle ermordet werden (lesen Sie, was Ahmadinedschad gesagt hat und was fast jeder arabisch-muslimische Führer und Zivilist ebenfalls gesagt hat), dass unser Tod ein Zeitalter des Friedens und der himmlischen Gerechtigkeit einleiten würde.

Krieg führende arabische Stämme, brudermordende muslimische Sekten, Dritte-Welt-Rassisten und frauenfeindliche Barbaren würden sich alle zusammen niederlegen und ihr animalisches und menschliches Opfer einstellen. Ist es das, was Sie glauben, Alice?

* The Audacity of Hope (Die Dreistigkeit Hoffnung zu haben) ist der Titel eines Buches von Barack Obama.

Deutschland wetteifert mit Großbritannien beim Israel-Bashing

Benjamin Weinthal, The JC.com, 19. Mai 2011

Britannien ist in Europa der Hauptausgangspunkt für Gruppen gewesen, die für Boykott, De-Investionen und Sanktionen (BDS) gegen den jüdischen Staat werben. Doch Deutschland hat Politik beschlossen, die es jetzt zu einem großen Konkurrenten der hardcore-antiisraelischen Bewegung des Vereinigten Königreichs macht.

Man denke über die Berichte der letzten Woche nach, als die deutsche Regierung die Deutsche Bahn AG (DB) aufforderte ihre Beteiligung am lange geplanten Eisenbahnprojekt von Tel Aviv nach Jerusalem zu beenden, weil die Strecke durch einen kleinen Teil des umstrittenen Territoriums der Westbank verläuft. Der Bundesverkehrsminister und CSU-Abgeordnete Peter Ramsauer bot die folgende Begründung für die Beendigung des Projekts: „Der palästinensisch Außenminister Riyad Al-Malki, Mitglieder des deutschen Parlaments und der Medien haben ein Projekt kritisiert, bei dem die DB International als Berater für die staatliche Eisenbahn Israels agiert.“

Eine der deutschen Bundestagsabgeordneten, die ihm schrieben, war Inge Höger von der LINKEN. Letzten Monat verbreitete sie wilde Verschwörungstheorien, die israelische Regierung habe zwei pro-palästinensische Aktivisten ermordet, weil deren Tod der – vorgesehenen – zweiten Flottille nach Gaza einen „schweren Schlag“ versetzen würde.

Im Mai stimmte der Bürgermeister Wuppertals, CDU-Mitglied Peter Jung, der Vermietung eines städtischen Zentrums an mit der Hamas verbundenen Terrorgruppen zu. Zu den kooperierenden Sponsoren der Konferenz – die die BDS-Taktiken begrüßen – gehört das Palestinian Return Centre (PRC – Palästinensisches Rückkehrzentrum), eine Gruppe mit starken Banden zur Hamas, so Berlins Inlands-Geheimdienst. Das Amt listet das PRC in seinem Bericht in der Rubrik „regionale, Gewalt ausübende Praktizierer des Islam“.

Im April stellte der Duisburger Zweig der Partei DIE LINKE einen Flyer auf ihre Website, in dem ein Hakenkreuz in einen Davidstern überging und forderte einen Boykott israelischer Produkte. „Treten Sie der moralischen Erpressung mit dem so genannten Holocaust entgegen“, heißt es auf dem Flyer, der Israel einen „Schurkenstaat“ und „Kriegstreiber“ nennt. Seit 2009 hat ein Stadtrat der Linkspartei in der Stadt, Hermann Dierkes, eine Boykott-Kampagne gegen Israel angeführt und Israels Existenzrecht als „läppisch“ genannt.

Im März veranstaltete eine Gruppe namens „Bremer Friedensforum“ in der norddeutschen Stadt Bremen – mit Unterstützung der Website der örtlichen LINKSPARTEI – Proteste vor Supermärkten, mit denen die Deutschen gedrängt wurden israelische Produkte zu boykottieren. Die Demonstranten des Forums zeigten auf ihren Plakaten Bilder blutiger Orangen.

Was zum Aufkommen der BDS-Bewegung in Deutschland vielleicht am meisten verunsichert, ist die offensichtliche Ironie, dass der Geburtsort behördlich zugelassener Angriffe auf Juden das faschistische Deutschland war.

Der Linken neuer Feind: das „Imperium“

von Daniel Pipes, National Review Online, 22. Juni 2010

Englischer Originaltext: The Left’s New Enemy: „Empire“
Übersetzung: H. Eiteneier

Wir wissen, was Marx, Lenin, Stalin und Mao wollten (staatliche Kontrolle über alles und jeden) und wie sie dieses Ziel erreichten (brutaler Totalitarismus); aber was wollen ihre Nachfolger heute und wie hoffen sie das zu erreichen? Das ist ein seltsam ununtersuchtes Thema.

Antworten bietet Ernest Steinberg von der Universität in Buffalo in einem die Augen öffnenden Artikel der letzten Ausgabe von Orbis: „Purifying the World: What the New Radical Ideology Stands For.“ (Die Welt reinigen: Wofür die neue radikale Ideologie steht.) Er beginnt damit, dass er umreißt, wogegen die extreme Linke (im Gegensatz zur „anständigen Linken„) sich stellt und was sie will.

Wogegen die Linke ist: Der Hauptfeind ist etwas, das „Imperium“ genannt wird (im Englischen ohne bestimmten Artikel), ein angebliche globaler Monolith, der die Welt dominiert, ausbeutet und unterdrückt. Sternberg fasst die alles umfassende Anklage gegen das Empire zusammen:

Die Menschen leben in Armut, Lebensmittel sind kontaminiert, die Produkte künstlich, es wird verschwenderischer Konsum erzwungen und die Natur selbst wird zersetzt. Eindringende Spezien greifen um sich, Gletscher schmelzen und die Jahreszeiten werden aus dem Lot gebracht, womit eine Weltkatastrophe droht.

„Empire“, der Schlüsseltext des Linksfaschismus.

Das Imperium erreicht seine Ziele über „Wirtschaftsliberalismus, Militarismus, multinationale Konzerne, die Massenmedien und Überwachungstechnologien“. Weil der Kapitalismus Millionen Tote verursacht, was ein nicht kapitalistisches System eliminieren würde, ist er auch des Massenmordes schuldig.

Die Vereinigten Staaten sind natürlich der Große Satan, dem das Horten unverhältnismäßig vieler Ressourcen vorgeworfen wird. Ihr Militär unterdrückt die Armen, damit ihre Konzerne diese ausbeuten können. Ihre Regierung wirbt mit der angeblichen Gefahr des Terrorismus, um im Ausland aggressiv vorgehen und im Inland unterdrücken zu können.

Israel ist der Kleine Satan, der dem Imperium als finsterer Verbündeter dient – oder vielleicht ist der jüdische Staat in Wirklichkeit der Gebieter? Von den Treffen des Weltsozialforums in Brasilien bis zur Antirassismus-Konferenz der UNO in Durban und von den großen Kirchen bis hin zu den NGOs wird der Zionismus als das absolut Böse dargestellt. Warum Israel? Jenseits von nicht allzu subtilem Antisemitismus lebt von den westlichen Staaten einzig Israel unter einem Trommelfeuer ständiger Bedrohungen, wodurch es im Gegenzug gezwungen ist ständig Krieg zu führen. „Aller Zusammenhänge entkleidet“, vermerkt Sternberg, „passt Israels Handeln in das notwendige Image eines Aggressors.“

Um die überlegenen Ressourcen des Imperiums zu bekämpfen, muss die Linke sich mit jedem verbünden, der auch dagegen kämpft – insbesondere den Islamisten. Die Ziele der Islamisten widersprechen denen der Linken, aber egal; so lange die Islamisten das Imperium zu bekämpfen helfen, haben sie einen geschätzten Platz in der Koalition.

Was die Linke anstrebt: Ein Schlagwort ist Authentizität: Imperien machen indigene Kulturen demnach zu gefährdeten Arten. Kultur sollte indigen, organisch und vor dem krassen Kommerzialismus (z.B. Hollywood), seinem falschen Rationalismus und seinen falschen Freiheitskonzepten geschützt sein.

Ein zweites Schlagwort ist Demokratie: Die Linke lehnt die ferne und formalistische Struktur einer reifen Demokratie ab und feiert stattdessen eine nicht hegemoniale Basisdemokratie, die mehr direkten Einfluss bietet. Der demokratische Prozess, erklärt Steinberg, „wird über Treffen vorankommen, die frei von den manipulativen Zügeln von Gesetz, Verfahren, Präzedenzfällen und Hierarchien sind“. Diese hochfliegenden Worte verschleiern allerdings ein Rezept für Despotismus; diese Gesetze, Verfahren und Hierarchien haben einen sehr realen Sinn.

Die Geschichte hat offensichtlich nicht geendet.

Ein drittes ist Nachhaltigkeit: Um Wirtschaften in das Ökosystem der Welt zu integrieren, wird die neue Ordnung „mit alternativen Energien, organischer Landwirtschaft, lokalen Lebensmittelmärkten und Industrie mit geschlossenen Kreisläufen betrieben, wenn Industrie denn gebraucht wird. Die Menschen werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen oder Autos fahren, die mit der Erde sanft umgehen oder noch besser: Fahrrad fahren. Sie werden in grünen Häusern leben, die aus Material vor Ort gebaut wurden und in Städten, die innerhalb von Bioregionen organisch wachsen. Das Leben wird von Karbon-Emissionen befreit sein. Es wird ein dauerhafter, friedfertiger Lebensstil sein.“

Der Sozialismus formt definitiv einen Teil dieses Bildes, aber die Wirtschaftslehre dominiert nicht länger, wie sie es früher tat. Das neue linksextreme Ziel ist komplexer als purer Antikapitalismus; es bildet einen kompletten Lebensstil. Sternberg nennt diese Bewegung „Weltpurifikationismus“, ich aber bevorzuge Linksfaschismus.

Dann stellt Sternberg die entscheidende Frage: Wird die jüngste Inkarnation der Linken einmal mehr totalitär werden? Er findet, es ist zu früh, um eine definitive Antwort zu geben, zeigt aber mehrere „Warnschilder des Totalitarismus“ auf, darunter die Entmenschlichung der Feinde und Massenmord-Vorwürfe. Er warnt vor einem Wendepunkt, an dem die Linksfaschisten „ihre Katastrophen-Rhetorik wahr machen und sich Selbstmord-Gürtel umschnallen oder zu den Waffen greifen, um Märtyrer zu werden“. Mit anderen Worten: Die Gefahr ist real und gegenwärtig.

So viel zu den modischen Theorien von vor zwei Jahrzehnten – hinaus posaunt, als die Berliner Mauer fiel – über ein Ende der Ideologie. Die Linke hat sich nach dem Fall des Leninismus in neuen Gräben verschanzt und bedroht die Menschheit mit einer neuen Version ihrer antiwestlichen, antirationalen, antifreiheitlichen, antiindividualistischen Ideologie.

Antisemitismus „getarnt“

Links – das assoziiert sich für mich immer mehr mit Bevormundung. Uns wird gesagt, was gut für uns sein soll; was uns glücklich machen soll; was wir gut oder schlecht finden sollen. Und so wird uns von links auch vorgeschrieben, was wir von Israel und den Juden halten sollen.

In welchem größerem Zusammenhang das dann zum „getarnten“ Antisemitismus namens Antizionismus passt, beschreibt ein Artikel von David Greenfield, der auch den Blog SultanKnish betreibt und sich vor allem mit dem Krieg gegen den (islamischen) Terror und die Bedrohung der westlichen Zivilisation beschäftigt. Die Übersetzung findet sich hier.