historische Fotos aus Israel (32): Erster Weltkrieg

gefunden auf Facebook – Foto einer türkischen Strandkanone in Haifa am Ende des Ersten Weltkriegs. Sie war im Sand „begraben“ und wurde 2013 wieder ans Tageslicht gebracht und abtransportiert.

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historische Fotos aus Israel (25): Erster Weltkrieg

Am 31. Oktober 1917 eroberten Australische Kavalleristen der 4. und 12. Leichten Kavallerie-Brigade Beer Sheva, ein Wendepunkt im Kampf gegen die Türken in Palästina.
Das Foto ist vermutlich eine Nachstellung des Angriffs. (gefunden auf Facebook)

historische Fotos aus Israel (19): Erster Weltkrieg

Eine Abteilung der 1. Leichten Kavallerie auf Patrouille in der Wüste des Sinai. Das Foto zeigt den Kavalleristen Frank Willis, der am 4. August 1916 in Romani fiel. Er bekam dieses Foto nie zu sehen. (gefunden auf Facebook)

Historische Fotos aus Jerusalem (23) – heute vor 100 Jahren: Einzug in Jerusalem

Am 11. Dezember 1917 zogen die britischen Streitkräfte unter Genral Allenby in Jerusalem ein. Um seien Respekt zu erweisen, ging der Eroberer mit seinen Adjutanten zu Fuß durch das Jaffa-Tor.

1917 und die Schlacht von Beer Sheva

Barry Shaw, 16. Oktober 2017

Die Premierminister von Israel, Australien und Neuseeland werden am 13. Oktober einen Großteil des in Israel befindlichen diplomatischen Corps anführen, wenn der 100. Jahrestag der Eroberung von Beer Sheva begangen wird. Warum ist dieses Ereignis so besonders?

Die Schlacht von Beer Sheva war der erste wichtige Sieg der Briten im Ersten Weltkrieg. Beachten Sie:

Als die Schlacht begann, waren die Briten von der türkischen Armee viermal geschlagen worden. Der Fehlschlag der Briten beim Kampf um die Dardanellen führte zum Rücktritt von Winston Churchill als Erstem Lord der Admiralität. Seine Initiative einen Marineinvasion von Gallipoli zu starten hatte 400.000 Opfer auf beiden Seiten und einen unehrenhaften Rückzug der Alliierten zur Folge.

Die britische Armee erlitt eine demütigende Niederlage im Irak (damals Mesopotamien), als sie von den Türken in der Schlacht von Kut eingekesselt wurde und sich ergab.

Unter General Sir Archibald Murray wurde die britische Armee in den Schlachten um Gaza zweimal schwer geschlagen. Murray versuchte dieser demütigenden Niederlage mit Gleichmut zu begegnen, indem er die Opferzahlen falsch darstellte und behauptete, das sei eine höchst erfolgreiche Operation gewesen, wobei neben und nur die wasserfreie Natur des Landes den Feind vor einer völligen Katastrophe bewahrte.

Das Kriegskabinett sah das nicht so und Murrey wurde von seinem Posten entfernt und als Kommandeur der „Ägyptischen Expeditionsstreikräfte“ von General Edmund Allenby ersetzt.

Dieser nüchterne, 2 Meter große militärische Führer, wegen seiner Statur und seines Autretens auch als „Der Bulle“ bekannt, erhielt Anweisungen vom britischen Premierminister David Lloyd George, einem walisischen Baptisten, er solle der britischen Öffentlichkeit ein Geschenk in Form der Eroberung Jerusalems bis Weihnachten machen.

Allenby übernahm eine neue Taktik militärischer Täuschung, indem er den Feind dazu verleitete zu glauben, er würde Murrays Beispiel folgen und einen dritten Großangriff auf Gaza beginnen. Stattdessen wurde Allenby mit Hilfe eines palästinensischen Juden und eines christlichen Zionisten überzeugt sich von Gaza seitlich zu wenden und Beer Sheva anzugreifen, weil – wie der Agronom Aaron Aaronsohn aus Zichron Yaakov ihm sagte – „das der Ort ist, an dem es Wasser gibt“. Aaronsons Recherche überzeugte ihn, dass große Wasserreserven unter der heißen Oberfläche der Wüste Negev verborgen lagen. Wie er dem empfänglichen Allenby gegenüber herausstellte, hatte er ohne ausreichendes Wasser für die Hunderttausende Männer, zehntausende Pferde und Kamele und seine motorisierten Fahrzeuge keine Chance den Palästina-Feldzug zu gewinnen.

Aaronsohn kannte auch die Pade und Wadis, die es Allenbys angehäuften Truppen erlauben würden ihren Weg aus Ägypten nach Beer Sheva zu finden, ohne sich im weichen Wüstensand festzufahren und damit seine vorgeschobenen Streitkräfte sich relativ unentdeckt Beer Sheva nähern konnten.

Trotz seines Namens war Richard Meinertzhagen ein verwegener Geheimdienstoffizier, der ein glühender Zionist wurde. Er entwickelte eien Reihe von Listen, die die Deutschen und Türken zum Glauben führte, dass Allenby plante Gaza erneut anzugreifen und Beer Sheva zur Ablenkung anzugreifen. Eine seiner Maßnahmen bestand darin nahe der türkischen Linien entlangzureiten, um die Türken dazu zu verführen zur Verfolgung aus ihren Stellungen zu kommen. Als die Türkein auf ihn schossen, tat er so, als sei er getroffen worden. Er ließ einen blutgetränkten Tornister fallen und machte sich aus dem Staub, als sei er verletzt. Der Tornister enthielt scheinbar geheime militärische Pläne und Landkarten, die die türkischen Verteidigungspolitionen bei Gaza zeigten, sowie einen gefälschten privaten Brief, in dem ein anderer Offizier seiner Liebsten in London darüber schrieb, dass er sich bereit mache gegen Gaza vorzugehen.

Die Irreführung funktionierte. Nach vn Aarons Schwester Sarah – sie war die einzhige Frau, die im Krieg einen Spionagering in Feindterritorium leitete – zur Verfügung gestellten Berichten sah Allenby, dass die Türken Reserven zusammenzogen, um ihre Garrison in Gaza zu stärken.

Die Schlacht gegen Beer Scheva begann am 31. Oktober 1917, aber bis Mitte des Nachmittags war kein erkennbarer Fortschritt gemacht worden. Umgeben von seinen Generälen beobachtete Allenby die den Kampf durch sein Fernglas von einer Hügelkuppe über der südlichen Ebene aus, die in die Stadt führte. In Anbetracht einer möglichen Niederlage oder eines Rückzugs der Truppen vor Einbruch der Dunkelheit wurde der 4. und der 12. leichten Kavalleriebrigade der Befehl gegeben einen Frontalangriff gegen die in wie Linien angelegten Grabenlinien des Feindes zu führen.

Siebenhundert Reiter, bewaffnet mit Bajonetten, ritten in drei aufeinanderfolgenden Linien über eine knapp 5km offenes Gelände. Sie nahmen allmählich Tempo auf, bis sie in vollem Galopp ritten. Durch gegen sie gerichtetes Artillerie- und Gewehrfeuer näherten sie sich den feindlichen Linien. Die führenden Reiter, die das Gewehrfeuer überlebten, sprangen über die in ihren Gräben stehenden türkischen Infanteristen. Ihre Aufgabe war es die Stadt einzunehmen und die wenigen Brunnen zu erreichen, die vom Feind zur Sprengung vermint worden waren. Die zweite und dritte Welle Reiter gingen die Gräben an, saßen ab und nahmen sich der Türken im Nahkampf an, gingen mit Bajonetten gegen Kugeln vor.

Das war der größte Kavallerieangriff der Militärgeschichte. Der enorme Mut der ANZAC-Soldaten brachte den Sieg, Beer Scheva wurde eingenommen und diese Schlacht öffnete den Weg zur Befreiung Palästinas und den Sturz des osmanischen Reichs.

Dieser Sieg ebnete auch den Weg für die Widerherstellung des Landes Israel.

(Lesen Sie mein monumentales Buch. Es ist ein fesselndes Buch voller Drama und persönlicher Ankedoten von Menschen, die die Geschichte veränderten.)