Die Rolle der Fatwas in der Aufhetzung zu Terrorismus

MEMRI, 18. Januar 2002

Der liberale tunesische Kolumnist Al-‚Afif Al-Akhahdar diskutierte die Rolle der islamischen religiösen Rechtssprüche (Fatwas) in der Aufhetzung zum Terrorismus in einem Artikel, der in der arabischsprachigen Londoner Tageszeitung Al-Hayat unter dem Titel „Gibt es eine Antwort auf zu Verbrechen aufhetzende Fatwas?“ Es folgen Auszüge aus dem Artikel:

Fatwas erlauben Mord

Im bin Laden-Video [das vom Pentagon veröffentlicht wurde] informierte ihn ein nicht identifizierter Gast, dass Scheich Salman Al-‚Alwan entschieden hätte, dass bin Ladens Anschlag auf die USA in Übereinstimmung mit der Schariah [dem islamisch-religiösen Gesetz] war.

Als zum Beispiel Pakistan eine Atombombe in Händen hatte, entschied Abu Hamsa [Al-Masri, der in London wohnt]: „Wenn ein Atomkrieg ein Mittel ist, die Muslime zu verteidigen, dann müssen wir diesen Krieg führen. Der Islam erlaubt es, wie er es einem Mann erlaubt Schweinefleisch zu essen, wenn dabei ist zu verhungern.“

In Abdallah ‚Amamis Buch „Terroristen-Organisationen in der islamischen Welt: Das Al-Nhdhah-Modell“(1) lesen wir, dass (tunesische) Soldaten, die [heimlich] zur Islamisten-Bewegung Al-Nhdhah gehörten, sich weigerten an einem Anschlag gegen [den damaligen tunesischen Präsidenten] Bourguiba teilzunehmen, bevor sie eine Fatwa erhielten, die ihnen erlaubte, ihre Kameraden und notfalls Bourguiba selbst zu töten… Die von Scheich Saleh Karkar, Stellvertreter von Rashed Al-‚Ghanushi, der damals im Gefängnis saß, verfasste Fatwa erlaubt die Tötung eines jeden, der sich dem Anschlag widersetzte. Sie erlaubte auch die Tötung von Bourguiba, wenn dieser [dem Anschlag] Widerstand entgegen setzte…

Die Verbindung zwischen der Fatwa und Terrorismus liegt in der Tatsache, dass der religiöse Rechtsspruch den Sadismus und den Mörderinstinkt des Terroristen frei gibt. Sie befreit ihn von allen moralischen Fesseln und schreddert, was von seinem Gewissen noch übrig ist. [Sie befreit ihn] von jedem gesunden Schuldempfinden.

Nachträgliche Fatwas

Die Fatwas der letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts waren geheim, so wie die Organisationen, die sie trafen. Im Gegensatz dazu werden die heutigen Fatwas von weithin bekannten Scheichs getroffen, von denen die meisten anerkannt wind. Sie werden in der Presse, im Fernsehen und im Internet öffentlich gemacht, als seien sie eine religiöse Pflicht… Religiöse Autoritätsträger wetteifern miteinander, indem sie Fatwas heraus geben, die es erlauben, Menschen, Gruppen und Nationen zu töten…

Mord-Fatwas sind [auch] nach dem [entsprechenden] Mord aufgetaucht… als machiavellische List, die den Ermordeten daran hindern, sich zu verteidigen. So wurde z.B. Ganushis Fatwa, dass die Ermordung Sadats in Übereinstimmung mit der Schariah geschah, zwölf Jahr nach dieser Ermordung getroffen; die Fatwa, die die Tötung des [marokkanischen Oppositionsführers] Bin Barkah gestattete, wurde von Abd Al-Bari Al-Zamzami 36 Jahre nach dem Mord getroffen.

Saudische Fatwa rechtfertigt den 11. September

[Der saudische] Scheich Safar Abd Al-Rahman Al-Hawali, der es vorzieht, das Internet zu nutzen um seine religiösen Rechtsentscheide zu veröffentlichen, die die Tötung ganzer Gruppen und Nationen erlauben, entschied, dass die Nordallianz [in Afghanistan] Ungläubige seien, weil sie die Amerikaner gegen die islamische Regierung der Taliban unterstützen. In der Fatwa stand: „Jegliche Unterstützung Ungläubiger gegen Muslime, auch wenn sie nur verbal ist, bildet schreiende Ketzerei und Heuchlerei und jeder, der sie begeht, wendet sich gegen den Islam… Mitglieder der afghanischen Opposition oder andere, die so handeln, müssen Buße tun, diese abscheuliche Tat widerrufen und ihre muslimischen Brüder unterstützen…“ Die Fatwa besagte, dass die Tragödie vom 11. September ein strikt angemessener Akt ist, besonders „eine Antwort auf Clintons Raketen-Aggression gegen Al-Qaida nach der Bombardierung der amerikanischen Botschaft in Nairobi.“ Scheich Al-Hawali bietet folgende religiöse Rechtfertigung des Angriffs auf das Pentagon und das World Trade Center: „Der Feind führte einen psychologischen Krieg gegen uns und fand unter uns die, die zuhören und seine Konzepte verbreiten. Davon abgesehen, seit wann ist das Pentagon ‚unschuldig‘? Der berühmte amerikanische Intellektuelle Gore Vidal selbst nannte es die ‚Hölle und ein Nest von Teufeln’…, einen Hort der Spione und ein Mafia-Nest, ganz zu schweigen vom Zentrum des Wuchers und der Geldwäsche… dem World Trade Center…“

Auch Scheich Ali bin Khdheir Al-Khdheir stellt seine Fatwas ins Internet. Er stellte seine Fatwas zum 11. September als Antwort für seine Studenten im Jemen dar… „Das Weinen, die Trauer und der Schmerz über die [amerikanischen] Opfer unter denen, die ‚unschuldig‘ genannt werden, sind seltsam. Diese Opfer waren… ungläubige Amerikaner, die man nicht betrauern muss, weil der ungläubig Amerikaner als Kämpfer angesehen wird, wegen der Verbindung zu seiner Regierung oder weil er sie mit Geld oder Meinung oder Rat unterstützt, wie es in seinem politischen Regime normal ist, möge Allah solche Regime nicht vermehren… Es ist erlaubt, die Kämpfer unter ihnen zu töten, genauso wie die, die keine Kämpfer sind, z.B. der alte Mann, der blinde Mann und der Dhimmi, darin stimmen die Gelehrten überein.“

Diese Fatwa erlaubt das Blut aller Amerikaner, ohne Ausnahme und wurde von Scheich Yussef Al-Qaradhawi und den Führern der Islamischen Bewegung bekräftigt, die sich ihm in seiner religiösen Rechtsprechung anschlossen, die Hamas und den Islamischen Jihad ermutigte israelische Zivilisten zu töten. Warum? Weil Fanatismus – wie Hass auf jeden, der anders ist – das Tuch der Logik aus dem Gehirn des Fanatikers entfernt…

Der Islam verbietet die Tötung von Frauen und Kindern

Zusätzlich zu Versen, die die Blutrache der Stämme verboten, eine unschuldige Person für die Tat einer schuldigen Person zu bestrafen und Unschuldige zu töten, haben die Kleriker des Terrorismus gerade heraus die Traditionen des Propheten Mohammed verworfen, die die Tötung derer verbietet, die wir in unserer modernen Sprache „Zivilisten“ nennen. In einer seiner Invasionen fand der Prophet des Islam eine Frau, die getötet worden war und verurteilte die Tat. Er sandte einen Boten zu Khaled [Ibn Al-Walid], den Kommandeur der muslimischen Armee: „Sage Khaled, dass eine Frau oder ein angestellter Arbeiter nicht getötet werden dürfen.“ Die Zusammenstellung der religiösen Gesetze, die als „Sunan Abu Dawood“ bekannt ist, erklärt, dass, wenn der Prophet Mohammed seine Armee aussandte, er ihnen sagte: „Geht voran im Namen Allas, aber tötet kein kleines Kind oder eine Frau und übertreibt nicht“, was bedeutet: Geht nicht zu weit beim Töten…

Wie Fatwa-Aufrufe zum Mord gestoppt werden können

Was kann getan werden, um den zu Mord aufhetzenden religiösen Rechtssprüchen ein Ende zu setzen? Zwei Richter am obersten saudischen Gericht, Ibrahim bin Saleh Al-Khdheri und Mohammed bin Abdallah Al-Jar Allah, erklärten: „Es ist jedermann verboten, wer auch immer er sein mag, sogar, wenn er zu den Klerikern und den religiösen Autoritäten gehört, gegen eine Regierung Widerstand zu leisten, indem man das Blut eines Mannes oder einer Gruppe von Menschen vergießt…“

Es ist entscheidend, dass bestrafende Rechtssprüche streng in der Hand der Gerichte verbleiben, wie die beiden Richter verlangten… Dies ist eine Bedingung für den Erhalt von Freiheiten, Rechten und Leben der Menschen. Aber das ist nicht genug, denn die militärisch-politisch-religiösen Fatwas schaffen eine Gefahr eines Bürgerkriegs in der islamischen Welt und eines Religionskrieges auf internationaler Ebene.

Was notwendig ist, ist dies:

1. Fatwas, die zu Mord und Hass anderer anstacheln, als Verbrechen zu definieren… und diejenigen vor Gericht zu stellen, die für sie verantwortlich sind. 2. Mittelalterliche religiöse Studien stoppen, die sich feindselig gegen Frauen, Kinder, „andere“, die Menschheit, das Bewusstsein und das Leben richten. Zusätzlich müssen vergleichende Geschichte der Religionen, des Humanismus, der Menschenrechte und moderner Gesetze gelehrt werden.

Diese beiden Punkte durchzusetzen ist eine riesige Aufgabe, die örtliche und internationale Zusammenarbeit der Menschenrechtsorganisationen … und der internationalen Diplomatie benötigt. Diese Fatwas sind nicht nur deshalb gefährlich, weil es die Möglichkeit gibt, dass sie umgesetzt werden…, sonder auch, weil sie Hass gegen andere und die Geringschätzung des Lebens ins kollektive islamische Gewissen einimpfen… Wir haben keine andere Wahl: Entweder werden wir modern sein oder wir werden überhaupt nicht mehr sein.(2)

Fußnoten:
(1) Tunesiens islamistische Bewegung.
(2) Al-Hayat (London), 13. Januar, 2002

Die Regeln des Islamischen Staats für Vergewaltigung

Fatwas des Islamischen Staats zu den Verhaltensregeln der Sex-Sklaverei sind übersetzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Hier das, was darin steht.

The Clarion Project, 30. Dezember 2015

Theologen des Islamischen Staats haben in einer ausführlichen Fatwa detaillierte Entscheidungen dazu ausgegeben, wer Sexsklavinnen vergewaltigen darf und wann.

Die Fatwa wurde vom US-Militär als Teil eines Fundes von Dokumenten sichergestellt, die im Mai dieses Jahres bei einem Angriff erbeutet wurden, bei dem der Finanzchef des Islamischen Staats (ISIS/ISIL), Abu Sayyaf getötet wurde. Reuters hat Exposés einiger der dabei sichergestellten Dokumente gebracht, darunter diese Fatwa.

Fatwa Nr. 64 mit Datum vom 29. Januar 2015 und ausgegeben vom Komitee für Forschung und Fatwas des Islamischen Staats ist als Warnungen an „einige der Brüder“ gegliedert, die „Verstöße in Sachen Umgang mit den Sklavinnen begangen haben“, von denen ISIS das Gefühl hat sie „sind vom Scharia-Recht nicht erlaubt“.

Um zukünftige Missverständnisse zu vermeiden, kodifiziert die Fatwa die Regeln für Sexsklaverei folgendermaßen:

  • Ein Sklaveneigner darf keinen Geschlechtsverkehr (Vergewaltigung) mit seiner Sklavin haben, wenn diese schwanger ist oder menstruiert.
  • Er darf nicht Mutter und Tochter vergewaltigen, wenn ihm beide Frauen gehören.
  • Er darf nicht zwei Schwestern vergewaltigen, wenn ihm beide gehören – er muss sich für eine entscheiden. Verkauft er sie aber, wird die andere erlaubt.
  • Ein Sohn darf die Sklavin seines Vaters nicht vergewaltigen, auch der Vater nicht die Sklavin seines Sohnes. Genauso wenig darf ein Ehemann die Sklavin seiner Frau vergewaltigen. Das Mädchen zu verkaufen oder zu verschenken ändert dies.
  • Einem Sklaveneigentümer ist es nicht erlaubt einen Fötus seiner Sklavin abzutreiben, die von ihm geschwängert wurde.

Es gibt auch gerichtliche Verfügungen, dass Sklaven gut zu behandeln sind:

  • Der Eigentümer einer Sklavin sollte ihr gegenüber Mitgefühl zeigen, freundlich zu ihr sein, sie nicht erniedrigen und ihr keine Arbeit zuweisen, die auszuführen sie nicht in der Lage ist.

Für eine Organisation, die für ihre drakonischen Umgang zu Verbrechen und Bestrafung berüchtigt ist, fehlen auffälligerweise Strafen Verstöße gegen diese Regeln.

Eine weitere Broschüre, die vom Forscher und Experten für den Islamischen Staat Jawad al-Tamimi übersetzt wurde, legt die Basis der Scharia für die Gefangennahme im Krieg dar, einschließlich der von Sexsklavinnen; sie bietet Anleitung dazu, wen Kämpfer gefangen nehmen und versklaven dürfen.

„Für die Ungläubigen, die keinen Dhimmi-Pakt, Waffenstillstand oder Sicherheit zwischen sich und den Muslimen haben, lautet das Prinzip zu ihnen, dass ihr Blut und Eigentum als Beute freigegeben sind, wenn sie nicht zum Islam konvertieren oder die Jizya zahlen und unter die Herrschaft des Islam kommen“, heißt es in der Broschüre weiter.

„In dieser Hinsicht dürfen ihre Frauen und Nachwuchs gefangen genommen werden.“

Die Broschüre legt fest, dass es nicht erlaubt ist weibliche Gefangene zu vergewaltigen, bis sie als Sklavinnen bestätigt sind, da der Imam (Kalif) entscheiden kann sie entweder freizulassen oder Lösegeld für sie zu fordern. Nur Nichtmuslime dürfen gefangen genommen werden und von diesen keine Juden und Christen, die zugestimmt haben sich dem Kalifat in einem Dhimma-Pakt zu unterwerfen.

Die schrägsten Fatwas 2011

Elder of Ziyon, 30. Dezember 2011

Ich bin froh, dass Al-Arabiya sie veröffentlichte, denn wenn irgendjemand anders das täte, würde er als islamophob bezeichnet (und ihm könnte seine Internetseite gelöscht werden).

Eine der schrägsten und kontroversesten Fatwas des Jahres 2011 wurde eine von einem islamistischen Prediger in Europa ausgegeben. Nach Angaben dieses Predigers ist es Frauen verboten phallisch geformte Früchte und Gemüse zu essen, z.B. Gurken, Bananen und Karotten. Diese zu berühren und zu konsumieren, argumentierte er, würde Frauen anmachen und sie sündige Fantasien haben lassen.

In Marokko schürte der Chef der Marokkanischen Vereinigung für Jurisprudenz-Forschung sowohl Empörung als auch Streit, als er eine Fatwa ausgab, die es muslimischen Männern erlaubt Sex mit ihren gerade verstorbenen Frauen zu haben; als Grund führte er an, dass nichts im Islam den Sex mit Leichen verbietet. Dieser Fatwa folgte eine Reihe weitere zu Sex, die derselbe Kleriker ausgab.

In Somalia gab die ultrakonservative Al-Shabaab al-Mudschaheddin-Bewegung während des heiligen Monats Ramadan eine Fatwa aus, die den Konsum von Sambousak verbietet, einem dreieckigen Gebäck, das mit Fleisch, Käse oder Gemüse gefüllt ist. Der populäre Snack, erklärten sie, sei ein Symbol der Dreieinigkeit im Christentum und dürfe daher von Muslimen nicht konsumiert werden.

In Ägypten waren die Erlasse in den meisten Fällen mit Politik gemischt. Scheik Amr Sotouhi, Chef des Islamischen Prediger-Komitees an der Al-Ahzar, gab im November eine Fatwa aus, die es Vätern verbietet ihre Töchter an Mitglieder der ehemals regierenden Nationaldemokratischen Partei zu verheiraten; der Grund: deren „Korruption“.

Eine ähnliche Fatwa wurde vom verstorbenen Scheik Emad Effat ausgegeben; sie verbreitete sich schlagartig während der jüngsten Zusammenstöße zwischen ägyptischen Demonstranten und der Armee. Effats Fatwa verbot Muslimen für die Mitglieder derselben, aufgelösten Partei zu stimmen und führte denselben Grund an: Korruption.

Mohammed Abdel Hadi, stellvertretender Vorsitzender der salafistischen Al-Nour-Partei im Gouvernement Dakahliya, ging so weit zu sagen, dass die Ergebnisse der Parlamentswahlen, bei denen seine Partei einen unerwarteten Sieg davon trug, im heiligen Koran erwähnt worden seien.

Die empörendste Fatwa in Ägypten war eine, die im Juni erlassen wurde in mit der der ägyptische Prediger Mohammed al-Zoghbi sagte, das Essen des Fleisches eines Jinn [Dschinn] sei im Islam erlaubt und ließ alle sich darüber wundern, wie man diese überhaupt zu fassen bekommt, ganz zu schweigen davon ihr Fleisch zu essen.

Kein Problem, sie können Jinn-Fleisch im Lebensmittelladen ihres Wohnviertels kaufen!

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Übrigens: Über diese und weitere schräge Fatwas hat auch Kopten ohne Grenzen geschrieben.

Spaß am Fatwa-Freitag: Jesus hat nie Wein getrunken

Aus dem Fatwa-Bereich von Islam Online:

Frage: Wie antwortet man darauf, wenn jemand sagt: „Ich sehe nichts Falsches dabei Alkohol zu trinken, da Jesus selbst trank, als er Wasser in Wein verwandelte?“

Antwort: Salam, lieber Fragesteller.
Danke für die Frage.

Auf Annahmen gründende Argumentation

Wie bei anderen derartigen Streitfragen, gründet dies auf der Annahme, dass etwas wahr ist, damit die Argumentation Sinn macht.
Mit anderen Worten: Es wird als Tatsache angenommen, dass Jesus Wein trank, weil in den christlichen Evangelien steht, dass er das tat.
Wenn jedoch so etwas nicht als Tatsache akzeptiert wird, dann fällt das ganze Argument in sich zusammen. Im Koran wird nirgendwo erwähnt, dass Jesus (Friede sei mit ihm) Wein trank, also glauben Muslime nicht, dass das tat.

Christen z.B. werden uns sagen, dass Jesus am Kreuz starb. Im Koran wird uns gesagt, dass
*{… sie ihn gewiss nicht kreuzigten.} (An-Nisaa’ 4,157)

Der Koran widerspricht sich nicht.. Wie könnte der Allmächtige Allah Fehler machen? Wenn man an vielen Stellen liest, dass es verboten ist Alkohol oder sonstige Rauschmittel zu trinken, dann wäre es ein Widerspruch zu glauben, dass Jesus, einer er Propheten des Islam, etwas tat, das verboten ist.

… Mit anderen Worten: Weder auf die Torah noch auf die Evangelien kann man sich als glaubwürdige Quellen verlassen. Warum? Weil sowohl die Torah als auch die Evangelien einem bestimmten Volk zu einer bestimmten Zeit in ihrer Geschichte offenbart wurden.

Der Koran jedoch wurde für alle Völker und für alle Zeit offenbart; und das ist der Grund, dass Allah nicht erlaubt hat, dass er durch Übersetzung oder irgendein anderes Mittel korrumpiert wird.

Dann einem Muslim zu sagen, dass Jesus dies und jenes sagt, weil in den Evangelien aufgeschrieben ist, dass er es sagte, ist kein Argument, das ihn überzeugen wird. Muslime glauben, dass die einzig verlässliche Quelle von allem, was Jesus sagte oder tat, daher im Koran zu finden ist.

Schön zu wissen, dass Muslime nicht in die Falle tappen Annahmen zu machen, so wie es Juden und Christen tun.

Allerdings habe ich da die eine oder andere Frage an die Fatwa-Schreiber: Es heißt doch sonst, die Juden wie auch die Christen hätten Torah bzw. das Neue Testament verfälscht – sie hätten die wahre Botschaft Allahs (den Koran) empfangen und umgeschrieben. Wie geht das damit zusammen, dass

  • die Torah und die Evangelien „einem bestimmten Volk zu einer bestimmten Zeit in ihrer Geschichte offenbart wurden“?
  • Allah nicht erlaubt, dass am Koran manipuliert wird?
  • das Neue Testament explizit für die Juden und für die Heiden ist? (Ach ja, das ist ja nur in den Evangelien geschrieben, also falsch.)
  • Wenn der Koran für alle Völker bestimmt war, warum hat Allah ihn dann nicht so geschrieben, dass er auch für alle Völker übersetzt werden kann? Deutet es nicht viel mehr darauf hin, dass der Koran nur für die Mohammedaner gedacht war, wenn man ihn auf Arabisch lesen muss, damit nichts von seinem Inhalt verloren geht?

Das mit den Widersprüchen sollte er gute Mann vielleicht doch mal überdenken…