Erinnerung an die Bedrohung vom Mai 1967

Michael Freund, Jerusalem Post, 18. Mai 2017

Während die Nation sich darauf vorbereitet den 50. Jahrestag der Wiedervereinigung von Jerusalem und die Befreiung von Judäa, Samaria und dem Golan zu feiern, liegt es vielleicht in der Natur der Sache, dass wir uns vorrangig auf den wunderartigen Ausgangs des Sechstage-Kriegs im Juni 1967 zu konzentrieren. Nach 1.900 Jahren des Sehnens war das jüdische Volk endlich mit dem herzen unseres angestammten Heimatlandes wiedervereint, als göttliche Fügung Israel einen schallenden Sieg über unsere Gegner schenkte.

Zum ersten Mal seit die römischen Legionen unter Titus Jerusalem in Brand setzten, standen heilige Orte wie der Tempelberg, Schiloh und Hebron wieder unter voller jüdischer Souveränität und Kontrolle.

Es war ein Sieg für die Ewigkeit, ein Wendepunkt in der Geschichte, der das jüdische Schicksal neu formte, als die Träume unserer Vorfahren in Wirklichkeit verwandelt wurden; Juden konnten wieder in den Hügeln von Judäa, den Weinbergen von Samaria und den mit Steinen gepflasterten Gassen Jerusalems leben und spielen, beten und arbeiten.

Doch inmitten der Festlichkeiten ist es nicht weniger wichtig sich der Ereignisse des Mai 1967 zu erinnern, als die Drohung der Vernichtung über der Nation lastete, weil unsere Nachbarn schworen dem jungen jüdischen Staat den Gnadenstoß zu versetzen.

Inbesondere heute, wo die Palästinenser und ihre Anhänger haben Erfolg damit gehabt die historische Wahrheit mit Hirngespinsten und Unwahrheiten zu vergiften, wird ein kurzer Blick zurück auf das, was sich vor dem Krieg abspielte dazu dienen das falsche Narrativ zu untergraben, das von unseren Feinden bemüht wird.

Erst einmal behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass es im Mai 1967 keine israelische „Besatzung“ gab, keine jüdischen „Siedlungen“ und keine „Verjudung“ von Jerusalem. Trotzdem gab es jede Menge arabischer Anfeindungen, der Äther war angefüllt mit schaurigen Drohungen die Juden ins Meer zu treiben.

Am 8. Mai 1967 erklärte Syriens Informationsminister Mahmud Zuabi offen, dass sein Land bald „ernstere Schlachten führen wird, bis Palästina befreit und die zionistische Präsenz beendet ist“.

Acht Tages später, am 16. Mai, fiel Radio Kairo ein und verkündete: „Die Existenz Israels hat schon zu lange Bestand… Wir heißen die Schlacht willkommen, auf die wir so lange gewartet haben. Die Stunde des Höhepunkts ist gekommen. Die Schlacht ist gekommen, mit der wir Israel vernichten werden.“

Für den Fall, dass jemand ihre Botschaft nicht begriffen haben sollte, war das Radio in Kairo am nächsten Tag noch unverblümter: „Ganz Ägypten ist vorbereitet, um in totalen Krieg zu tauchen, der Israel ein Ende bereiten wird.“

Unter diesen Drohungen unternahm der ägyptische Diktator Gamal Abdel Nasser konkrete Schritte zur Vorbereitung für Völkermord am jüdischen Staat; er verdoppelte die ägyptischen Truppen im Sinai und stationierte hunderte Panzer nahe der südlichen Grenze Israels. Nasser orderte dann, dass die 3.400 Mann starke United Nations Emergency Force sofort abgezogen wird, die seit einem Jahrzehnt im Gazastreifen und dem Sinai stationiert war, um Konflikt zu verhindern.

Weniger als eine Woche darauf, am 22. Mai machte die UNO genau das; die Truppen verließen feige ihre Posten, womit sie die Bühne für eine ägyptische Invasion bereiteten.

Ägyptens Radiosender „Stimme der Araber“ strahlte hämisches Feiern des Abzugs der UNO aus und verkündete: „Es gibt kein Leben, keinen Frieden und keine Hoffnung für die Banden des Zionismus im besetzten Land zu bleiben. Von heute an gibt es keine internationale Notfalltruppe mehr, um Israel zu beschützen… Die einzige Methode, die wir gegen Israel anwenden werden, ist ein totaler Krieg, der die Vernichtung der zionistischen Existenz zur Folge haben wird.“

Mit dem Abgang der UNO machte Nasser mit der Schließung der Straße von Tiran für israelische Schiffe weiter, eine Handlung, die zehn Jahre zuvor, 1957, US-Präsident Dwight D. Eisenhower gesagt hatte, sie würde als Kriegshandlung betrachtet werden.

Am 25. Mai verlegten Syrien, Jordanien, der Irak und Saudi-Arabien Truppen an Israels Grenzen, womit sie den jüdischen Staat wie Aasgeier, die sich darauf vorbereiten sich auf ihre Beute zu stürzen.

Sechs Tage später nahm der irakische Präsident Abdel-Rahman Aref kein Blatt vor den Mund, als er erklärte, warum sein Land Soldaten in das Gebiet schickte; er behauptete: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Das ist unsere Gelegenheit die Schmach auszulöschen, die uns seit 1948 begleitet. Unser Ziel ist klar – Israel von der Landkarte zu wischen.“

Derweil machte sich auch die 1964 gegründete PLO für den Krieg bereit. Auf die Frage in einem Interview, was mit Israels Juden im Fall eines Krieges geschehen würde, erklärte PLO-Gründer Ahmed Schukairy am 1. Juni schlagfertig: „Diejenigen, die überleben, werden in Palästina bleiben. Ich schätze, dass keiner von ihnen überleben wird.“

Vier Tage später brach der Krieg aus und der Rest ist Geschichte.

Oder etwa nicht?

Trotz der Umstände, die eindeutig demonstrieren, dass Israel im Sechstage-Krieg in einen Verteidigungskrieg um seine Existenz verwickelt war, stellt ein Großteil der internationalen Gemeinschaft heute die Übernahme von Territorium 1967 fälschlich als aggressive Handlung oder „Besatzung“ dar.

Schlimmer noch: Sie spielen das palästinensische Märchen mit, dass es beim arabisch-israelischen Konflikt nur um Jerusalem, Judäa und Samaria geht, obwohl es in Wirklichkeit, wie die Ereignisse von 1967 zeigen, die zugrunde liegende Ursache in der Weigerung der Araber eine dauerhafte jüdische Präsenz in der Region zu akzeptieren besteht.

Während wir uns also der Erinnerung an Israels wunderbaren Sieg vor fünf Jahrzehnten erfreuen, wollen wir unsere Anstrengungen verstärken die Welt an die einfache Wahrheit zu erinnern, die viele von uns nicht sehen wollen. Der Auftakt zum Krieg von 1967 ist ein entscheidender Teil der Geschichte, einer, der den ihm folgenden Ereignissen dringend notwendige Klarheit und Kontext schafft.

Einfach gesagt: Der jüdische Staat schuldet niemandem eine Entschuldigung dafür, dass er seine Feinde niederstarrte und das Territorium einnahm, das genau diese Feinde als Plattform nutzten, von der aus sie uns vernichten wollten.

Israels Präsenz in Jerusalem, Judäa und Samaria ist historisch gerechtfertigt, moralisch recht, biblisch bevollmächtigt und militärisch notwendig, um unser Überleben sicherzustellen. Und wir werden bis ans Ende der Zeiten in diesen Gebieten bleiben, ob das der Welt gefällt oder nicht.

Werbeanzeigen

Die „Gewaltspirale“ ist eine Lüge des Nahen Ostens

Jossi Klein-Halevi, Los Angeles Times, 23. Januar 2002 (Kommentar)

Es gibt keine Gewaltspirale.

Die eine Seite hat religiöse Fanatiker, die gewalttätig und voller Hass sind, aber bei der Mehrheit der Öffentlichkeit verrufen sind und von den meisten der religiösen Führer abgelehnt werden. Die andere Seite hat religiöse Fanatiker, die gewalttätig und hasserfüllt sind und von der Mehrheit als heilige Männer gefeiert werden.

Die eine Seite ist bereit für Kompromisse für den Frieden und hat ihren Traum vom vollständigen Besitz des umstrittenen Landes aufgegeben. Die andere Seite besteht auf dem absoluten Besitz des Landes. Die eine Seite ist bereit dazu, die Diskussionen über die Geschichte zu beenden und der Zukunft Vorrang einzuräumen. Die andere Seite kämpft immer noch mittelalterliche Kriege gegen Ungläubige.

Die eine Seite hat schmerzlich zu dem Schluss gefunden, dass beide Seiten in diesem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt Ungerechtigkeiten verübt und erlitten haben. Die andere Seite glaubt, dass nur sie Ungerechtigkeit erlitten hat und schreibt alle Übeltaten ihrem Feind zu.

Die eine Seite glaubt, dass es sich um den tragischen Konflikt zwischen zwei legitimen nationalen Bewegungen handelt. Die andere Seite glaubt, es sei ein Konflikt zwischen Einheimischen und fremden Eindringlingen.

Die eine Seite war es so leid Besatzer zu sein, dass sie ihren Erzfeind an die Macht brachte und seine terroristischen Kräfte bewaffnete und ihm gemeinsame Oberhoheit über ihre Hauptstadt anbot. Die andere Seite stürmt gegen eine Besatzung, von der der Besatzer angeboten hat sie zu beenden.

Die eine Seite hat internationale Kompromisse für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts akzeptiert, angefangen mit der Peel Kommission von 1937, weiter mit dem UN-Teilungsplan von 1947 und schließlich bis Camp David 2000 und Taba 2001. Die andere Seite hat auf jeden dieser Kompromisse mit Terrorismus und Krieg geantwortet und beschwert sich gegenüber der Welt über die Ungerechtigkeit ihrer Niederlagen.

Die eine Seite wandte sich erst ihrem derzeitigen Hardliner als Anführer zu, nachdem ihr Frieden stiftender Führer von Verhandlungen zurückkehrte, die Krieg als Gegenangebot brachten. Die andere Seite brachte nie eine Führung hervor, die Kompromisse einzugehen bereit war.

Die eine Seite lehrt ihre Kinder Friedenslieder. Die andere Seite lehrt ihre Kinder Lieder über Blut und Feuer.

Die eine Eine Seite sorgt für freie Medien, die ihre eigene Regierung und Armee kritisieren und vom Leiden der anderen Seite berichtet. Diese andere Seite sorgt dafür, dass ihre kontrollierten Medien den Menschen erzählen, der Holocaust habe nie stattgefunden und dass der 11. September ein wohl verdienter Schlag gegen die USA waren.

Die eine Seite steht Qualen aus und debattiert, wenn ihre Armee eine unmoralische Tat begeht. Die anderes Seite tanzt auf den Straßen, wenn in ihrem Namen Gräueltaten begangen werden.

Die eine Seite versucht den Tot von Zivilisten im Kampf zu vermeiden. Die andere Seite definiert Kampf als einen Krieg gegen Zivilisten.

Die eine Seite bringt Mütter hervor, die dagegen protestieren, dass ihre Söhne in den Krieg geschickt werden. Die andere Seite bringt Mütter hervor, die mit dem Selbstmord-Toden ihrer terroristischen Söhne prahlen und ihre Bereitschaft erklären noch mehr Söhne für die Sache zu opfern.

Es gibt keine Gewaltspirale.

Ja, Fotos lügen

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 22. Juni 2006

Als eine Explosion an einem Strand des Gazastreifens diesen Monat einige Palästinenser tötete, dachten die internationalen Medien nicht einen Moment nach, recherchierten oder stellten Fragen zum Vorfall. Sie stürzten sich drauf. Auf Israel.

Während das Bild eines Mädchens, das über der Leiche ihres toten Verwandten trauerte, weltweit verbreitet wurde und auf die Titelseiten von Zeitungen wie der New York Times kam, gab es wenig Zweifel darüber, wer für ihr und das Leid aller Palästinenser verantwortlich zu machen war: die israelischen „Besatzer, deren Brutalität einmal mehr das Leben arabischer Unschuldiger gefordert hatte.

Das einzige Problem dieser Story wie so vieler anderer, die diesem Konflikt entstammen, ist, dass ihre Grundannahme nicht richtig ist. Granatensplitter, die einigen der bei dem Vorfall Verwundeten entnommen wurden, die in israelischen Krankenhäusern behandelt wurden, und weitere Faktoren zeigten, dass die israelischen Streitkräfte nicht verantwortlich waren.

Aber die Fakten zählten selbst einige Tage später wenig, als die leichtgläubigen Medien die üblichen, schrillen Vorwürfe von Palästinenser-Sprechern und ihre linken Verbündeten aus Nichtregierungs-Organisationen zu Israel vor Ort für bare Münze nahmen.

Die Wahrheit spielt keine Rolle

Der Kontext dieser Story, der eine palästinensische Qassam-Raketenoffensive gegen israelische Städte war, von Territorium das der jüdische Staat im letzten Sommer verlassen hatte, wurde weit gehend ignoriert. Dass die Auseinandersetzungen selbst ein direktes Ergebnis der Entscheidung eines Teils der Palästinenserführung war, weiter Gewalt auszuüben statt Friedensverhandlungen zu führen, ging im Aspekt des „menschlichen Interesses“ der palästinensischen Opfer verloren.

Seit sie Israel als prinzipiell im Unrecht befindlich verstanden, selbst wenn es Orte beschoss, von denen Raketen auf sein Territorium abgeschossen wurden, scheinen viele in den Medien zu handeln, als sei es in Ordnung den Mythos auf Kosten der Wahrheit zu verbreiten.

Klingt das alles bekannt? Sollte es. Die Story vom Strand von Gaza war nur die jüngste Wiederholung desselben Szenarios, das wir alle schon gesehen haben. Wir hatten dasselbe, als ein palästinensischer Junge namens Mohammed al-Dura angeblich von israelischen Scharfschützen in den Armen seines Vaters am Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 ermordet wurde, während er in Wirklichkeit durch palästinensisches Gewehrfeuer getötet wurde.

Und dasselbe Szenario wurde im Frühjahr 2002 gespielt, als viele in den Medien die Lüge über ein Massaker an arabischen Zivilisten in Jenin während einer Gegenoffensive der israelischen Armee nach einer Welle palästinensisch Selbstmord-Bombenanschläge kauften. Selbst die UNO musste schließlich akzeptieren, dass auch dies falsch war.

Warum passiert das immer weiter? Wie kommt es, dass die Bilder und die Fakten so weit von einander entfernt zu sein scheinen, wenn es um Israel geht? Für eine glaubwürdige Antwort auf diese Fragen gibt es keine bessere Stelle zum Nachsehen als ein Buch, das letztes Jahr mit wenig Tamtam vorgestellt wurde: „The Other War: Israelis, Palestinians and the Struggle for Media Supremacy“ (Der andere Krieg. Israelis, Palästinenser und die Kampf um die Vorherrschaft in den Medien) der Journalistin Stephanie Gutmann.

Gutmann, deren Buch von den meisten Mainstream-Medien wie nicht anders zu erwarten ignoriert wurde, verbrachte die meiste Zeit der zweiten Intifada als Mitglied der arbeitenden Presse und sah aus der Nähe, wie sich alles abspielte. Das Ergebnis ist ein schlankes Buch, das ein Lese-Muss für jeden ist, der verstehen möchte, warum so viele in den Medien dieselben Fehler immer und immer wieder begehen.

Wie Gutmann berichtet, ist im Alter des 24/7-Nachrichtenzyklus des Internet und reiner Nachrichten-Kanäle im Fernsehen der Einsatz in dieser Sache nie höher gewesen. „Wenn du die Weltmedien dominieren kannst und die Meinung der Welt auf deine Seite ziehst“, schreibt sie“, kannst du deinen Feind besiegen.“

Das ist eine Weisheit, von der sie sagt, dass „ein Meister der Manipulation der Medien“ wie der verstorbene Yassir Arafat nur zu gut verstand. Und mit 350 dauerhaft in Jerusalem anwesenden Auslands-Nachrichtenbüros, die jeden Tag bis zu 900 Artikel produzieren, gibt es eine Menge Medien, die man manipulieren kann. Diejenigen, die bereit waren die Lüge über Gaza, al-Dura oder Jenin zu glauben, machten das, weil sie glauben sie würden den Konflikt begreifen, denn „sie vertrauen der BBC und der Times“ und denken: „Die Bilder, die sie auf CNN sehen, lügen nicht.“

In ihrer Einleitung erklärt Gutmann: „Ich habe dieses Buch geschrieben, weil die Menschen offensichtlich daran erinnert werden müssen, dass Bilder lügen – Die zweite Intifada wurde der Öffentlichkeit als Serie von Bildern erklärt – Bilder, die uns nicht die Wahrheit bringen.“

Der gesamte Kurs des palästinensischen Terrors gegen Israel, der die letzten Jahre wütete, gründete darauf die Medien zu benutzen, um die Unterstützung Israels Zuhause wie im Ausland zu untergraben. In der Tat, schreibt sie, „ist es unmöglich eine Analyse der zweiten Intifada von der Medienberichterstattung zu trennen“. Der Punkt ist: Hat eine Seite erst einmal ihre Sichtweise als die von Reportern und Redakteuren akzeptierte etablieren können, ist nicht wirklich wichtig, was tatsächlich passierte.

Das klassische Beispiel dafür war ein gefeierter Fehler der New York Times, bei dem die Zeitung ein Bild von Associated Press abdruckte, von dem gesagt wurde es zeige einen israelischen Soldaten, der auf dem Tempelberg einen blutenden palästinensischen Jugendlichen verprügelt. Wie die Times herausfinden musste, war der Jugendliche in Wahrheit ein amerikanischer Jude, der von Arabern angegriffen wurde. Der Soldat, von dem den Lesern der Times erzählt wurde, dass er den Jungen prügelte, war in Wirklichkeit ein israelischer Polizist, der ihn vor dem Mob rettete, der ihn lynchen wollte.

‚Freud’sche Fehlleistung“

Auf der Suche nach einer Erklärung für diesen schlampigen Journalismus vergleicht Gutmann den Fehler mit einer „Freud’schen Fehlleistung, die etwas über die Zeitung verrät: die Vorurteile und Annahmen zum Konflikt, die das Denken der meisten Redakteure bestimmt.“

Jeder dieser symbolischen Taktlosigkeiten, die die tollpatschige Behandlung des Konflikts durch die Mainstream-Medien kennzeichnen, widmet Gutmann ein Kapitel. Darin zerlegt sie die al-Dura-Story, den Jenin-Mythos, wie auch die furchtbare Geschichte des Versagens des größten Teils der Medien über den Lynchmord an zwei israelischen Soldaten durch einen palästinensischen Mob in Ramallah zu berichten.

Selbst wenn sie mit offensichtlichen Manipulationen zur Produktion von Gräuelgeschichten über die Israelis konfrontiert wurden oder mit der Wahrheit über palästinensische Terrortaktiken, zogen es viele Journalisten bei ihrer Arbeit in Jerusalem vor die falschen Mitteilungen der Palästinenser als glaubwürdig zu behandeln. Und sie verachteten ehrliche Israelis. Sogar dann, wenn sich die Beweise direkt vor ihrer Nase befanden.

Gutmann gibt weiter, dass ein europäischer Reporter ihr gegenüber gestand, er würde die Geschichte eines Selbstmord-Bomberjungen nicht berichten, der gefangen genommen wurde, bevor er seine Bombe zünden konnte, weil er das Gefühl hatte, dass „die Israelis versuchten das auszuschlachten“. Die Ausnutzung eines Kindes, das die Palästinenser als Menschenopfer zu benutzen versuchten, schien ihn nicht zu beunruhigen.

Gutmann schließt mit einer hoffnungsvollen Bemerkung, in der sie voraus sagt, dass Blogs und alternative Medienquellen das „imperiale Medienmonopol“ untergraben und Verantwortlichkeit in einen Berufsstand bringen, der diese verzweifelt benötigt.

Ich hoffe, sie hat recht, aber angesichts der Art, wie antizionistische und antiamerikanische Verschwörungstheorie-Bekloppte diese alternativen Ressourcen nutzen, um die Wahrheit genau so stark zu untergraben wie die Lügner von Jenin, teile ich diesen Optimismus nicht.

Inzwischen würden die allgemeine Öffentlichkeit und die Journalisten gut daran tun ihre warnende Erzählung einer Geschichte zu lesen, die weiterhin falsch aufgefasst wird – und sie todernst zu nehmen.

Phoenix „dokumentiert“

Freitag, 25. November 2004:
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Das Feilschen der Agenten
Film von Hubert Seipel – Phoenix, 20.15 – 21.00 Uhr

Die Dokumentation beginnt mit einer drastischen Fehldarstellung: Es wird explizit behauptet – und durch den ganzen Film hindurch immer wieder wiederholt – dass die Israelis Hisbollah-Mitglieder (in dubiosen und illegalen Aktionen) nur deshalb gefangen nehmen, um sie als Verhandlungsmasse benutzen zu können. Dass die gefangen Genommenen Terroristen sind – aktiv oder im Hintergrund – die nichts als die Vernichtung Israels predigen und leben, ist offensichtlich. Dass Israel diese aus dem Verkehr ziehen will, ebenfalls, damit sie „entschärft“ werden. Nur dem Autor dieses Films nicht. Dass ausgerechnet die Hisbollah umgekehrt Israelis entführt und umbringt, um damit ihre Leute in israelischen Gefängnissen freizupressen, wird – natürlich? – mit keinem Wort erwähnt. Da hat die Hisbollah auf einmal aus völlig unerfindlichen Gründen (ach nein, die Israelis sind ja ständig in aggressivem Kampf gegen die Hisbollah tätig, da kommt die dann automatisch dazu) drei tote israelische Soldaten in der Hand, die sie austauschen können. Dass die gezielt in eine Falle gelockt und umgebracht wurden – und das auch noch unter den Augen der UN-Schutztruppen, die das filmten und die Information nicht herausrückten (!) – darf nicht erwähnt werden, es würde das Bild verzerren, das gemalt wird.

Aber diese Art der Darstellung passt ins Bild: „Mehrfach ist Israel im Nachbarland einmarschiert – ‚aus Sicherheitsgründen’, sagen die Militärs.“ Unverschämter kann man die Tatsachen kaum noch auf den Kopf stellen, ohne explizit auch noch im Wortlaut zu lügen. Denn die Gründe für den „mehrfachen Einmarsch“ werden wieder verschwiegen: den Terrorkrieg der PLO – und später der Hisbollah – gegen Israel. Der Zuschauer muss zu dem Eindruck gelangen: Israel hat aggressiv und expansiv gehandelt, die Araber wehren sich nur. Dieser Eindruck wird den ganzen Film hindurch vermittelt. Da werden zu israelischem Handeln Adjektive gewählt, die einen eindeutig negativen Touch haben; da wird am Ende gesagt, dass Israels Arroganz und Handeln die Aufklärung des Schicksals von Ron Arad verhinderte. (Die vollmundige Behauptung der Ankündigung der Sendung, das Schicksal Arads stehe vor der Aufklärung ist damit auch erledigt.) Aber umgekehrt kein Wort der Kritik oder auch nur der angedeuteten moralischen Wertung des Handelns von Hisbollah oder Iran. Nach dem, was man in diesem Film „erfährt“, ist einzig Israel schuld an allem, was da im Nahen Osten schief geht. Israel ist aggressiv, Israel ist skrupellos und damit basta.

Das ist Geschichtsklitterung reichlich übler Sorte. Dieser Film ist es nicht wert, dass man ihm Beachtung schenkt; wenn man alle Wertungen heraus nimmt, gibt es ein paar interessante Einblicke in die Versuche des BND zu vermitteln und in die Arroganz der iranischen Staatsführung, die sich beleidigt gab und entsprechend böse reagierte, als ein deutsches Gericht ein auf eindeutigen Beweisen beruhendes Urteil fällte. Und darüber hinaus, wie verbohrt verzerrend in deutschen Medien dafür gesorgt wird, dass im Nahost-Konflikt nur ja keiner auf die Idee kommt, dass die Israelis nicht die Täter sind, sondern die Opfer.

Wenn die Medien zuschlagen… (5)

April/Mai 2006

06.07.2006: Reuters ist der Meinung, dass die Verkündung „Zionismus = Nationalsozialismus“ keine Bemerkung wert ist, sondern die Aufmerksamkeit auf etwas ganz anderes gelenkt werden muss: Al-Reuters lenkt ab


07.05.2006, 17.05 Uhr, ZDF:
„Auf kleine Raketen aus dem Gazastreifen antwortet Israel mit Artilleriebeschuss.“
Die sind ja auch so harmlos, die „kleinen Raketen“, nicht wahr, liebe „heute“-redaktion? Die mit Artillerie zu beantworten, ist vermutlich „unverhältnismäßige Gewalt“, richtig? Und überhaupt, wie kommen die Israelis dazu scharf zu schießen? Der arme Mahmud Abbas, so kann der die Hamas nicht in den Griff bekommen!

Wobei natürlich auch völlig unterschlagen wird, dass die Terrorgruppen auf Zivilisten zielen, die israelische Armee aber nur auf die Abschuss-Orte – meistens leeres Feld. Wenn man schon kritteln will, dann wäre es angebracht die Israelis mal zu fragen, was die Munitionsverschwendung soll. Die Armee kann allerdings nichts dafür, die handeln im Auftrag und auf Anweisung der Regierung. Kommt aber alles in der Berichterstattung des ZDF hier nicht vor. Da schießen die Israelis einfach ohne wirklichen Grund. Und behindern den Einflussnahme von Abbas auf die Hamas. Und der Einfluss, den der „Präsident“ nehmen kann, ist ja soooo grooooß!


25.04.2006, Kölner Stadtanzeiger: Israel bespitzelt Iran aus dem All
Ich frage mich, ob ein arabischer Satellit auch „bespitzelt“, wenn er auf Israel ausgerichtet wird. Ich wette, das geschieht nicht. Denn die degradierenden Vokabeln sind Israel vorbehalten. (Oder den Amerikanern.) Französische Satelliten (oder britische, deutsche etc.), die sich über Krisengebieten befinden „bespitzeln“ nicht, sie sammeln Informationen. Und selbst, wenn sie das so tun, dass Kritiker auf die Barrikaden gehen, wird ein anderes Vokabular benutzt als beim israelischen Satellitenstart. Ein weiterer Stein im Berg der Belege für die Einseitigkeit und durch Antipathie belastete „Berichterstattung“ eines deutschen Medienorgans in Sachen Naher Osten.


02.04.2006 „Der erste Selbstmordanschlag…“
Verlinkt eine etwas ausführlichere Stellungnahme zu einer aktuellen Formulierung deutscher Medien, die reichlich in die Irre führt und Stimmung gegen Israel macht.

Wenn die Medien zuschlagen… (4)

aus dem November 2005

22.11.2005, 15.10 Uhr: ZDF- Teletext, Tafel 133
„Vier Tote bei Gefechten an israelisch-libanesischer Grenze“
Bei den schwersten israelischen Angriffen im Südlibanon seit Juli sind vier Kämpfer der Hosbollah-Miliz getötet worden. Dies berichtete der Hisbollah-Fernsehsender El Manar. Zuvor war von drei Toten die Rede gewesen.
Die israelische Luftwaffe hatte am Montag die seit Monaten heftigsten Angriffe gegen Stellungen der Miliz im Süden Libanons geflogen. Laut Augenzeugen feuerten israelische Kampfjets Raketen auf zwei Ziele im Grenzbereich ab. Zugleich lieferten sich die israelische Armee und Hisbollah-Kämpfer Artillerie-Gefechte.

ZDF http://www.heute.de, 22.11.2005, 15.30 Uhr: ein winziger Kasten in einem langen Artikel über Ariel Scharon und seine neue Partei:
Gefechte an israelisch-libanesischer Grenze
Israelische Soldaten und Kämpfer der Hisbollah-Miliz haben sich an der israelisch-libanesischen Grenze Gefechte geliefert. Die pro-iranische Hisbollah habe Stellungen auf dem Gebiet der umstrittenen Scheeba-Region mit Granaten oder Raketen angegriffen, wie ein Armeesprecher in Tel Aviv sagte. Nach libanesischen Angaben feuerte israelische Artillerie zurück. Beide Seiten liefern sich Schusswechsel.

Liebes ZDF,
eure Redakteure scheinen die geborenen Propaganda-Tröten zu sein. Da wird im ZDF-Text nicht einmal darauf hingewiesen, dass die Hisbollah – und zwar massiv! – Israel beschossen hat – so heftig, dass die Armee die Israelis im Norden angewiesen hat in die Luftschutzkeller zu gehen; im Internet wird diese Information so auch nicht gegeben, sondern die Aggression durch Nutzung des Konjunktivs bei der israelischen Darstellung angezweifelt. Statt dessen scheint der Hisbollah-Hetzsender Al-Manar als eine sehr zuverlässige Quelle angesehen zu werden, jedenfalls zuverlässiger als die israelischen Quellen. Und schwupps, sind die vier „Kämpfer“ durch die israelische Luftwaffe im Südlibanon getötet worden, statt bei den Angriffen der Terroristen auf israelische Stellungen – das ZDF gibt also Lügen wieder, die es einfach hätte überprüfen können. Durch die Wortwahl wird Israel wieder einmal in die Rolle des Aggressors gerückt, statt eindeutig die Verursacher auf der anderen Seite zu nennen. Auch im Internet scheint der Libanon eine zuverlässigere Quelle zu sein als Israel. Was die Redaktion nicht davon abhält, die Aggression der Terroristen (Verzeihung: „Kämpfer“) hintan zu stellen und das Beiderseitige zu betonen („Beide Seiten liefern sich Schusswechsel“), damit der „Kreislauf der Gewalt“ auch nur ja stimmt.
Es wäre vielleicht besser gewesen, das ZDF hätte die Sache totgeschwiegen wie die meisten anderen auch.

Hier dieselbe Begebenheit im Newsletter der israelsichen Botschaft:

Die Terrororganisation „Hisbollah“ hat am Montagnachmittag (21. November 2005) zivile und militärische Ziele in Israel angegriffen. Die Hisbollah griff mit Katjuscha-Raketen, Panzer-Abwehr-Raketen, Mörsergranaten und Gewehrfeuer das Gebiet von Metula, Rajar und Har-Dov an. Zwei israelische Wachposten, ein Offizier und ein Soldat, wurden schwer verletzt. Raketen und Mörsergranaten landeten in zivilen Wohngebieten. Ein Haus in der Stadt Metula wurde getroffen. Zum ersten Mal seit langem wurden alle Bewohner der Nordgrenze Israels aufgefordert, ihre Luftschutzbunker aufzusuchen.
Zeitgleich kam es zu mehreren Angriffen auf israelische Stellungen in den Gebieten Rajar und Har-Dov, in deren Verlauf israelische Soldaten entführt werden sollten. Die Armee konnte die eingedrungenen Terrorzellen erfolgreich abwehren. Insgesamt wurden elf israelische Soldaten verletzt. Mindestens vier Angreifer wurden getötet.
In Reaktion auf diese Angriffe zerstörte die israelische Luftwaffe ein Gebäude, das die Terrororganisation im Libanon als Kommandozentrale nutzte sowie Zufahrtsstraßen.
Der Leiter der Nord-Kommandantur, Generalmajor Udi Adam, kommentierte: Die Hisbollah brachte bei den Angriffen ihr gesamtes Waffenarsenal auf. Vor den Angriffen verhielt sich die Armee in der Region völlig ruhig. Der Angriff war seit langer Zeit geplant. Seit langem haben wir nicht mehr einen so groß angelegten und koordinierten Angriff der Hisbollah gesehen.


Newsletter der israelischen Botschaft – Stellungnahme zur Nachrichtensendung „RTL Aktuell“, am 8.11.05 um 18:45 Uhr

Betr.: Nachrichtensendung „RTL Aktuell“, am 8.11.05 um 18:45 Uhr, Bericht von Israel-Korrespondent Christoph Sagurna

Der Bericht von RTL-Korrespondent Christoph Sagurna zeigt eine Konfrontation zwischen israelischen Polizisten und palästinensischen Schülern am 8. November 2005 in Anata, im Ostteil Jerusalems.

In der Anmoderation sagte Peter Kloeppel: „Soldaten schießen Tränengas-Granaten auf Schulkinder.“ Herr Sagurna sprach von israelischer Provokation, die von Palästinensern mit Steinwürfen beantwortet wurde. Danach hätten die israelischen Polizisten Tränengas-Granaten auf die Schule geworfen.

Es ist sehr bedauerlich, dass Herr Sagurna in seinem Bericht Beweis-Material, das ihm die israelische Polizei zur Verfügung stellte, nicht verwendet hat und Israel der Provokation beschuldigt, während der Vorfall ganz anders verlaufen ist.

In der Umgebung der Grundschule in Anata finden Bauarbeiten der vom Obersten Gerichtshof in Jerusalem genehmigten Sicherheitsanlage statt.

Jeden Tag werden die Bauarbeiter der Sicherheitsanlage von palästinensischen Jugendlichen mit Steinen angegriffen. Um diese Bauarbeiter zu schützen, sind Polizeikräfte in Anata im Einsatz.

Am 8. November haben einige Jugendliche in der Pause um 10 Uhr das Schulgelände verlassen und Steine auf die Polizisten geworfen. Die Polizisten haben die Jugendlichen gefilmt. Dann kamen vermummte Personen aus der Schule und brachten weitere Schüler mit sich, um Steine auf Bauarbeiter und auf Polizisten zu werfen. Zu ihrer Verteidigung haben die Beamten Tränengas-Granaten geworfen. Auch dies wurde gefilmt. Dieses Film-Material wurde Herrn Sagurna zur Verfügung gestellt.

Es muss betont werden, dass sich diese Ereignisse auf der Straße außerhalb des Schulgeländes abgespielt haben. Auch wenn der Bericht von Herrn Sagurna einen anderen Eindruck vermittelt, so zeigt auch sein Bildmaterial, dass auf keinen Fall Tränengas innerhalb des Schulgeländes zum Einsatz kam.

Es ist bedauerlich, dass der deutschsprachigen Öffentlichkeit wieder einmal eine Situation im palästinensisch-israelischen Konflikt mit unvollständigen Informationen und Bildern vermittelt wird, ohne die wahren Umstände zu zeigen.

Juedische.at: Hier die Antwort des Chefredakteurs des Senders RTL, Peter Kloeppel:

Sehr geehrter Herr Laster,
Haben Sie herzlichen Dank für Ihre mail, in der Sie Ihre Gedanken und Ihre Kritik zu dem von uns gesendeten Beitrag aus Israel übermitteln. Ich freue mich, dass Sie uns schreiben. Erlauben Sie mir zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen.
Unser Korrespondent lebt seit mehreren Jahren in Israel und informiert sich nach bestem Wissen und Gewissen über die Verhältnisse in diesem Land. Wir haben in seiner Berichterstattung noch nie Grund zu der Annahme gefunden, dass er mit Vorurteilen oder unterschwelligen Assoziationen arbeitet. Der von ihm geschilderte Fall spielt sich tatsächlich häufig (ich habe Herrn Sagurna ausdrücklich noch einmal gefagt, ob dieser Vorfall ein EINZELFALL war – Antwort: klares Nein!) in der von ihm geschilderten Form ab, ansonsten hätten wir das Thema nicht in unsere Sendung aufgenommen. Ob das Thema in den israelischen Medien tatsächlich nicht behandelt wird, und wenn nicht, warum nicht, dies kann ich persönlich nicht beurteilen.
Wir alle wissen: zu einem Konflikt gehören immer Zwei. Wer wen zuerst provoziert hat (ist das Auftauchen in einem Armee-Jeep eine Provokation und in wessen Augen? Und wer warf von wo den ersten Stein?), lässt sich wahrscheinlich nicht eindeutig klären. Fakt ist: auf einen Schulhof werden Tränengas-Granaten geschossen, und Kinder leiden darunter. Wir halten das durchaus für berichtenswert.
Ich kann Ihnen versichern: es liegt uns fern, in diesem Konflikt (über den wir ja in all seinen Facetten seit vielen Jahren berichten) eine einseitige Haltung einzunehmen. Ich sehe nicht, dass wir einen Abfall ins Bodenlose vollziehen oder auch nur kurz davor stehen.
Auch wenn ich Ihnen also nicht zustimmen kann würde mich freuen, wenn Sie unsere Nachrichten weiter mit kritischem Blick verfolgen.
Mit bestem Gruß
Ihr
Peter Kloeppel

Halten wir fest: Wenn der Herr Journalist sagt, das passiert so, dann sieht Herr Kloeppel keinerlei Anlass sich auf Hinweise einzulassen, die aufzeigen, dass der Journalist NICHT richtig berichtet hat. Fakten spielen also keine Rolle, wenn sie nicht vom Korrespondenten selbst kommen. Das ist der Journalismus von RTL.
Und die „nicht einseitige“ Haltung von RTL konnte man immer besonders dann bewundern, wenn Maßnahmen der israelischen Regierung mit kräftigsten kommentierenden Worten verurteilt wurden – was ich bei persönlich bei Aktionen der Palästinenser so nicht erlebt habe, geschweige denn bei dem Larifari-Gefasel der PA-Führung.
Herr Sagurna schreibt als Stellungnahme, das Material der Israelis sei nicht brauchbar gewesen und unterstellt Israel mindestens gleichermaßen zu provozieren wie die Steinewerfer. Außerdem sei es unerheblich, wer angefangen habe. (Warum moniert er dann, das israelische Video sei erst Stunden nach dem Beginn der Auseinandersetzung gemacht worden?) Da kommt der Gedanke auf, dass man sich auch gerne mal Dingen versperrt, die nicht in das passen, was man unbedingt rüber bringen will.

Wenn die Medien zuschlagen… (3)

aus dem Juli 2005:

Honestly-concerned.org zeigt am 27.7.05 einige sehr bezeichnende Beispiele dafür auf, wie Medien gezielt Stimmung machen:

„Eine neue Form der Vergeltung“
So wird aus „Antwort“ und „Reaktion auf Terroranschläge“ eine „neue Form der Vergeltung“. (Das wurde nicht nur vom „Standard“ so verbreitet!)

STANDARD – Sharon kündigt „neue Form der Vergeltung“ an – Israels Premier droht mit „sehr harten Maßnahmen“
Jerusalem – Nach dem tödlichen Angriff palästinensischer Extremisten auf Israelis im Gaza-Streifen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon mit einer „neuen Form der Vergeltung“ gedroht. Der amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice habe er mitgeteilt, dass die Armee bereits Anweisung erhalten habe, „mit Entschlossenheit gegen den Terrorismus“ vorzugehen, sagte Sharon am Sonntag in einer Ansprache während der wöchentlichen Ministerratssitzung in Jerusalem.
„Neue Form der Vergeltung“
Die israelische Regierung werde „eine neue Form der Vergeltung üben, die in sehr harten Maßnahmen gipfeln wird“, sagte der Ministerpräsident. Im Falle weiterer „Terroranschläge“ werde dies auch für die Zeit nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen gelten.

Ein Leser hatte sich die Mühe gemacht, den entscheidenden Teil der Meldung der israelischen Regierung aus dem Hebräischen zu übersetzen (die englische Meldung benutzt dieselbe Wortwahl wie die hebräische):

„Israel wird sich mit dem Terror nicht abfinden….Ich habe ihr (Rice) klar gemacht, dass weitere Weidungern an die Sicherheitsbehörden zu diesem Thema klar sind und dass die israelische Armee mit Schärfe auf Terroraktivitäten reagieren wird. Ich habe ihr klargemacht, dass die Reaktionen mit sehr scharfen Mitteln (geschehen werden), gleichgültig ob Terroranschläge während des Abzugs oder nach der Räumung von Gaza passieren.

Das kann man beim besten Willen nicht mehr als mangelnde Fremdsprachenkenntnisse deuten. Das ist eindeutig verfälschende und mit politischen Zielen versehene Stimmungsmache von Presseorganen und hat nichts mehr mit Berichterstattung zu tun!

Nur die Juden können Palästinenser umbringen

Jedenfalls, wenn man der deutschen Medienlandschaft glaubt. Am 20. Juli 2005 wurden ein palästinensischer Junge erstochen. Die PA-Propaganda-Maschinerie wusste sofort, dass es Siedler waren, die das Verbrechen begingen. Das wurde überall gleich aufgenommen und verbreitet, wie Kewil in seinem Blog „FaktenFiktionen“ auflistete. Dass die PA-Polizei schon kurz darauf einen verdächtigen Palästinenser festnahm und der Junge bei einer Clan-Auseinandersetzung getötet wurde, konnten die deutschen Medien zwar erfahren, haben es aber, wenn sie es überhaupt registrierten, nicht an die Leser/Zuhörer/Zuschauer weiter gegeben.
Hier der Auszug aus dem Blog (vom 22.07.2005):

Jugendliche Siedler erstechen 13-jährigen Palästinenser

Diese schlimme und emotionsgeladene Schlagzeile erschien vor zwei Tagen bei dpa. Sie wurde wortwörtlich kopiert, nachgedruckt, in den Nachrichtenticker und ins Internet gestellt von:

Westdeutsche Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:02 Uhr)
Saarland Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:28 Uhr)
stimme.de (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:32 Uhr)
Der Tagesspiegel (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:24 Uhr)
Kölner Stadt-Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:20 Uhr)
Kieler Nachrichten (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:09 Uhr)
Frankfurter Rundschau (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:16 Uhr)
Web.de (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:19 Uhr)
RZ-Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:21 Uhr)
Siegener Zeitung (Donnerstag, den 21. Juli 2005 – 00:20 Uhr)
Segeberger-Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:08 Uhr)
Offenbach Post (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:19 Uhr)
Aachener Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:07 Uhr)
Esslinger Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:29 Uhr)
PNP-Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:49 Uhr)
Hildesheimer Allgemeine Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:04 Uhr)
MT-Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:23 Uhr)
Remscheider General-Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:25 Uhr)
Neue Osnabrücker Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:29 Uhr)
BZ auf Draht (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:22 Uhr)
General-Anzeiger Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:17 Uhr)
Die Harke (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:33 Uhr)
RTLnews.de (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:22 Uhr)
Berliner Morgenpost (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:28 Uhr)
Lübecker Nachrichten (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:08 Uhr)
Reutlinger General-Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:17 Uhr)
Gelnhäuser Tageblatt (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:42 Uhr)
Lippische Landes-Zeitung (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:27 Uhr)
Hamburger Morgenpost (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:37 Uhr)
Uetersener Nachrichten (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:02 Uhr)
Morgenweb (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:21 Uhr)
Lauterbacher Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:42 Uhr)
Merkur Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:20 Uhr)
all-in.de (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:06 Uhr)
newsclick.de (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:15 Uhr)
Welt am Sonntag (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:31 Uhr)
tz Online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:23 Uhr)
Trierischer Volksfreund (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:24 Uhr)
Thüringer Allgemeine (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 23:14 Uhr)
Fränkischer Tag (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:31 Uhr)
bkz-online (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:35 Uhr)
mittelhessen1 (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:45 Uhr)
Kreis-Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:31 Uhr)
Landeszeitung Lüneburger Heide (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:21 Uhr)
Gießener Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:44 Uhr)
Usinger Anzeiger (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:51 Uhr)
RTL II (Mittwoch, den 20. Juli 2005 – 22:30 Uhr)

Manche Zeitungen wie FOCUS oder der Schweizer BLICK brachten sogar eine eigene Schlagzeile zusammen nach dem Muster: „Jüdische Siedler erstechen Palästinenser-Bub“.

Vermutlich waren es insgesamt mehr als 60 Presseorgane mit derselben Überschrift und Nachricht wie dpa. Die Nachrichtenagentur AFP dagegen wechselte in den Singular: „Siedler ersticht palästinensischen Jungen“. Einige wenige Blätter wie die RHEINPFALZ druckten diesen Artikel nach!

Problem Nr. 1 – die Nachricht war falsch. Das Kind war von eigenen Clan-Mitgliedern im Rahmen einer palästinensischen Familienfehde erstochen worden, was laut JERUSALEM POST auch von den Palästinensern zugegeben wurde.

Problem Nr. 2 – die falsche Nachricht wurde natürlich kaum irgendwo korrigiert. FOCUS hat es gemacht, von den anderen Publikationen ist bisher nichts bekannt.

Im Internet wurde vor ein paar Monaten ein Blog überschwenglich gefeiert, der einem SPIEGEL-Redakteur nachwies, daß er aus Wikipedia abgeschrieben hatte. Mein Gott, was ist das für ein unwichtiges Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem, was unsere Presse ungesehen, ungefragt und unkritisch jeden Tag der Deutschen Presse Agentur wortwörtlich nachbetet! Und dafür zahlt sie auch noch!
Diesem Kommentar kann ich mich nur anschließen.


Kein Terror in Israel
Das legen zumindest Karten nahe, die angeblich zeigen, wo der islamistische Terror in den letzten Jahren zugeschlagen hat. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezieht sich auf „Schwere Terroranschläge seit dem 11. September“; die Spanne der jeweiligen Toten reicht von 9 bis zu den mehr als 3.000 von New York und Washington. Die können sich also nicht mit Zahlen von Opfern herausreden.
Ebenso die britische „Sun“ mit ihrer Graphik „Evil across the World“, die „Terrorangriffe durch islamische Extremisten seit 1993“ zeigt. Anscheinend sind Hizbollah, Hamas und der Islamische Jihad keine islamischen Extremisten und damit Israel kein Terrorziel solcher. Was man nicht alles unternimmt, um nicht zugeben zu müssen, dass die Israelis Terroropfer und die palästinensischen Terroristen Terroristen sind…


Die Medien bauen die Verpflichtungen der Palästinenser ab

Palestinian Media Watch-Kommuniqué vom 7. Juli 2005

Während London noch von den heutigen Anschlägen benommen ist und Israel seinen schmerzlichen Rückzug aus Gaza voran bringt, sind Beobachter zunehmend besorgt wegen des Tages nach der „Abtrennung“ – wird Gaza zum Zufluchtsort für Terroristen?

Unglücklicherweise hat die Palästinensische Autonomiebehörde fast nichts getan, um dieses Szenario zu verhindern, womit sie die von ihr unterschriebene Verpflichtung aus der Roadmap von 2003 verletzt, dass sie „terroristische Fähigkeiten und Infrastruktur abbauen“ muss – tatsächlich lädt sie die Hamas in die Hallen der Macht ein. (Hamas hat das Angebot abgelehnt.)

Die westlichen Medien haben es in der Zwischenzeit versäumt zu veröffentlichen, dass die PA ihrer Verpflichtung zur Beseitigung des Terrors nicht nachgekommen ist. HonestReporting hat in der Vergangenheit einzelne Fälle dieses Verhaltens angeführt, aber diese Art der Umschreibung hat eine neue Ebene erreicht. Inzwischen ist es Standard-Vorgehensweise praktisch aller wichtigen Medienunternehmen, die Verpflichtung der PA, den Terrorgruppen notfalls mit Gewalt entgegenzutreten, als bloße „israelische Forderung“ oder „israelische und amerikanische Forderung“ darzustellen. Beispiele:

Associated Press (3. Juli): “Die Einladung an die islamischen Gruppen ist Teil der Bemühungen des palästinensischen Führers Mahmud Abbas sie zur Zusammenarbeit zu bewegen, statt sie zu entwaffenen, wie Israel und die Vereinigten Staaten es verlangten.“

Reuters (5. Juli): „Israel und die Vereinigten Staaten haben verlangt, dass Abbas die militanten Gruppen als Teil der von den USA unterstützten ‚Road Map’ zum Frieden und einem palästinensischen Staat im Gazastreifen und der Westbank beseitigen.“

AFP (5. Juli): „Abbas hat sich bisher israelischem Druck widersetzt Fraktionen wie Hamas zu entwaffnen.“

New York Times (4. Juli): “Während Abbas anstrebt die Hamas und andere bewaffnete Fraktionen einzubinden, sagt Israel, er soll sich diesen Gruppen entgegen stellen.“

*********************

Ein Kommentar in der heutigen Washington Times (7. Juli 2005) deutet an, dass das Problem nicht mit mangelndem Potenzial seitens der PA zusammenhängt:

Lt. Gen. William Ward, der amerikanische Soldat mit der verantwortlichen Aufgabe betraut wurde den Palästinensern zu helfen ihre Sicherheitskräfte wieder aufzubauen, sagte dem außenpolitischen Ausschuss des Senats, dass nur rund 22.000 der 58.000 Personen in den PA-Sicherheitskräften sich darum kümmern überhaupt aufzutauchen. Aber auf dem Papier sollten selbst 22.000 Sicherheitsbeamte völlig in der Lage sein, sich der Hamas und den anderen ablehnenden Gruppen entgegenzustellen. Einer der Gründe, dass die Sicherheitskräfte so kläglich versagt haben, sagte der palästinensische Innenminister Nasser Yussef kürzlich freimütig vor dem Palästinensischen Legislativrat, ist der, dass zu ihnen Terroristen und Gangster gehören, die verantwortlich sind für die Schaffung der Gesetzlosigkeit, die die Westbank und den Gazastreifen im Griff halten.

Die Roadmap ist eine internationale Vereinbarung, die von den USA, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und Russland eingebracht wurde – und den die PA unterschrieb. Als Journalisten die Verpflichtung von einer palästinensischen Verpflichtung und internationalen Vorschrift zu einer bloßen „israelischen Forderung“ oder einem gemeinsamen amerikanisch-israelischen Projekt verschieben, werden sie im Effekt zum Komplizen der Bemühungen der PA sich vor ihren hochwichtigen Verpflichtungen zu drücken.

heplev: Ich sehe nicht, dass das in unseren Medien sonderlich anders wäre.