Die vergessenen Feiertage des David Ben-Gurion

Der „Tag der Sammlung der Exilanten“ – dazu gedacht, dass sich eingewanderte Soldaten willkommen fühlen – war einer in einer Reihe von „Festen“, die das Nationalethos zu formen halfen.

Zack Rothbart, the Librarians, 5. Januar 2022

David Ben-Gurion mit Soldaten in Sarafend, 1949. (Foto: Rudi Weissenstein, alle Rechte bei Pri-Or PhotoHouse; teil der digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels)

Dem Staat Israel fehlte während der ersten Jahre seines Bestehens vieles – Frieden und Wohlstand, Lebensmittel, wirtschaftliche Stabilität, Wohnungen und grundlegende Infrastruktur, um nur ein paar zu nennen.

Nationale Feiertage hingegen gab es reichlich.

Keine Feiertage im traditionellen Sinn des Feierns; sondern Feiertage, die bewusst geschaffen, ausgerufen und begangen wurden, um unter den komplexen Umständen und Realitäten des entstehenden jüdischen Staates wichtige nationale Ziele zu erreichen.

Auf Drängen David Ben-Gurions wurden diese Feiertage alle mit großem Symbolismus gefüllt – sowohl zeitlosem als auch zeitgemäßem.

David Ben-Gurion 1994 (Foto: Rudi Weissenstein, alle Rechte bei Pri-Or PhotoHouse; teil der digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels)

Symbolisch und buchstäblich ging es bei den Feiertagen weitgehend um die Armee, die nicht nur für die Verteidigung verantwortlich war, sondern auch für die Eingliederung von Immigranten, Bildung der Massen und das Einflößen zionistischer Werte.

Als Israels Premierminister und Verteidigungsminister hatte Ben-Gurion die direkte Aufsicht und das Kommando über die Armee, wobei er ihrer Rolle als gewaltig formgebendem Spieler in der Gesellschaft und Kultur des Landes besondere Aufmerksamkeit schenkte.

Während des ersten vorübergehenden Waffenstillstands im Krieg 1948, nur einen Monat nach der offiziellen Gründung der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF), wurde auf allen Militärbasen des Lands und darüber hinaus der erste solche Feiertag begangen, der „Vereidigungstag“.

„Oberhäupter des Staates am Vereidigungstag“. (Aus der National Photography Collection der Familie Pritzker in der Nationalbibliothek Israels)

Dann kam der „Staatstag“ zum Jahrestag des Todes von Theodor Herzl, an dem Israels erste offizielle Militärparade stattfand.

Während des Festes Sukkot (Laubhüttenfest) feierte das Land den „Siedlungstag“, mit dem die Rolle der Armee bei der Hilfe zur Erfüllung des zionistischen Auftrags und Traums das Land zu besiedeln betont wurde.

Dann wurde während Hanukka, das Ende Dezember 1948 auf Januar 1949 stattfand, der „Tag der Sammlung des Exilanten“ gefeiert, der die Bedeutung eines weiteren zentralen israelischen Wertes feierte: Immigration.

Der Name des Tages ist auf Hebräisch ausgesprochen natürlicher: „Yom Kibbutz Galuyot“ – ein deutlicher Verweis auf traditionelle jüdische Texte, die die fast magische messianische Zeit beschreiben, in der Juden endlich von allen vier Enden der Welt ins Land Israel zurückkehren werden. In einer berühmten Zeile aus dem Talmud z.B. behauptet Rabbi Yochanan, dass der Tag der Sammlung der Exilanten noch größer ist als der Tag, an dem der Himmel und die Erde geschaffen wurden (Pesachim 88).

Auf manche Art und Weise war die massive Immigration nach Israel während dieser Zeit wahrlich nicht weniger als übernatürlich. Rund 100.000 Neuankömmlinge waren im Verlauf von nur ein paar Monaten gekommen.

Immigranten in Pardes Hanna, 1948. (Foto: Rudi Weissenstein, alle Rechte bei Pri-Or PhotoHouse; teil der digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels)

Während das Ideal der Immigration natürlich ein wichtiger Wert war, der betont und anerzogen werden soll, war der Sinn des Tages auch ein sehr praktischer. Die Eingliederung all dieser Immigranten lief kaum reibungslos ab, besonders in der Armee, in der erfolgreiche Eingliederung im Zusammenhang mit dem Konflikt buchstäblich den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten konnte.

Da etwa ein Drittel aller im Kampf eingesetzten Soldaten in Israels Unabhängigkeitskrieg Immigranten waren, war es entscheidend für den Erfolg der gesamten Anstrengung, dass sie akzeptiert wurden, aber in vielen Fällen sahen die, die im Mandat Palästina Geborenen oder erst ein paar Jahre zuvor Immigrierten auf die vor Kürzerem gekommenen Immigranten in ihrer Mitte herab.

Sie hatten oft wenige Empathie oder Mitgefühl für die kürzlich angekommenen Holocaust-Überlebenden, von denen sich viele zum Militär gemeldet hatten, als sie sich noch in Vertriebenenlagern in Europa befanden. Immigranten aus der arabischen Welt wurden wegen der dramatischen Unterschiede in Kultur und Sprache oft als weniger wert und barbarisch betrachtet.

Immigranten aus Nordafrika, 1949. (Foto: Rudi Weissenstein, alle Rechte bei Pri-Or PhotoHouse; teil der digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels)

Darüber hinaus hatte Israel aus Gründen der Diplomatie weitgehend darauf verzichtet die Tatsache zu betonen, dass viele seiner Soldaten aus dem Ausland kamen.

Bis Hanukka im ersten Jahr waren die Umstände und Bedürfnisse reif, dass der neue Staat und die Armee sich bemühten die Akzeptanz und Wertschätzung seiner neuen Immigranten zu fördern, besonders derer, die an der Front kämpften.

Der „Tag der Sammlung der Exilanten“ wurde überwiegend aus der Erkenntnis dieser Notwendigkeit geboren und tatsächlich waren die Immigranten-Soldaten der Fokus des Feiertags.

Es war kein Zufall, dass er für Hanukka geplant wurde, das höchst militärische Heldenfest im jüdischen Kalender.

Feiern und besondere Veranstaltungen zum „Tag der Sammlung der Exilanten“ fanden in Gemeinden im gesamten Land und auf praktisch jeder IDF-Basis statt; bei ihnen wurden immigrierte Soldaten eingeladen ihre Geschichte zu erzählen und Sondermaterial wurde auf Hebräisch sowie in ihren Geburtssprachen verteilt.

Ein Flugblatt mit Gedichtversen und einigen Illustrationen, wie sie von der IDF zum ersten „Tag der Sammlung der Exilanten“ 1949 verteilt wurden. Aus der Sammlung der Nationalbibliothek Israels

Bei der offiziellen nationalen Feier verglich Ben-Gurion die diplomatischen und militärischen Schwierigkeiten, denen sich das junge Land beim internen Kampf um die erfolgreiche Eingliederung der Migranten gegenüber sah.

Die Verbindung zwischen dem weltweiten jüdischen Volk war nie enger, sagte er und nannte die Immigranten-Soldaten eine „klare, lebende Manifestation“ dieser Verbindung und wies darauf hin, dass sie aus 50 Ländern in aller Welt, aus allen Ethnien, Stämmen und sozio-ökonomischen Hintergründen gekommen waren.

„Die Verbindung zwischen der Nation und der Diaspora erkennt in unserer Armee keine Unterscheidungen zwischen Ost und West an. Es gibt Soldaten aus dem Westen und es gibt welche aus dem Osten, Habasch [Äthiopien], Burma, Indien und China. Aus Ost und West kamen alle als eins zur Befreiungsarmee.“

Auch zivile Institutionen wurden aufgerufen mitzumachen; das Ziel war jeden Immigranten sich in seinem modern-antiken Heimatland zuhause fühlen zu lassen.

Dieses offizielle IDF-Poster für den ersten „Tag der Sammlung der Exilanten“ übermittelte diesen Geist sehr einfach, aber kraftvoll:

Poster für den „Tag der Sammlung der Exilanten“, Januar 1949. (Design: Yohanan Simon / IDF-Kulturdienst; aus der Sammlung Ephemera der Nationalbibliothek Israels)

Das von Yohanan Simon gestaltete Poster zeigt die neue Armee und den Staat als Gravitationszentrum für die über den Globus verstreuten Juden und trägt die Worte:

Und sie werden aus dem Osten und dem Westen zu uns gebracht, eine große Armee, um der Nation zu helfen…“

Diese Zeile voller prophetischer Bibel-Konnotationen stammt aus dem Gedicht des hebräischen Poesie-Preisträgers Hayim Nahman Bialk „LaMeitnadvim Ba’am“ (An die Freiwilligen unter den Völkern), einer Arbeit, die für ihre allegorischen Verweise auf die Makkabäer bekannt ist. Das von Bialik 1899 in Odessa geschriebene Gedicht wurde in der zionistischen Bewegung schnell populär durch seinen bewegenden, von Hanukka durchdrungenen Aufruf nach nationaler Erneuerung, Einheit und Besiedlung des Landes Israel.

Es wurde von einer Reihe verschiedener Komponisten Anfang des 20. Jahrhunderts vertont und bei zionistischen Treffen und Veranstaltungen aufgenommen und gesungen.

Alle Elemente des Posters – sehr bewusst zusammengestellt – bildeten eine Botschaft, die sich an Israels Bürger wandte, besonders seine Neuimmigranten.

Im Verlauf des nächsten Jahres sollten 300.000 weitere Neuankömmlinge aus aller Welt ankommen und Israels zweiter „Tag der Sammlung der Exilanten“ sollten unter einem anderen Namen bekannt werden: „Tag der Million“, um zu feiern, dass die jüdische Bevölkerung die Million überschritt.

Die Feiern dieses Jahres fanden überall in Israel und der jüdischen Welt statt: von Los Angeles bis zum Jemen, Rumänien bis Libyen, Australien und an weiteren Orten, auch auf Schiffen, die auf dem Weg waren, die nächste Million Neuankömmlinge zu bringen.

Diese Werbung für eine Feier „Sammlung der Exilanten“ / „Tag der Million“ erschien in der australischen Jewish News vom 16. Dezember 1949; verfügbar als Teil digitalen Sammlung der Nationalbibliothek Israels.

Zwei Flüge mit Immigranten aus dem Jemen erreichten den Flughafen und die Stimmung war bei ihrer Willkommensfeier allgemein sehr gut, obwohl mindestens ein Bericht die Festlichkeiten mit der „Parade, die nicht paradierte“ verglich, weil Chaos regierte und Menschenmengen sich rufend drängten und Regierungsangestellte „kämpften wie die Löwen am Buffet, die einen guten Teller Essen bekommen wollen…“

Eine echte Familienheimkehr!

Andere Berichte erzählten eine zivilisiertere, wenn nicht sogar herzerwärmende Angelegenheit. Ein Kapitel aus dem Buch Hesekiel und Gedichte von Natan Alterman und David Schimoni wurde vorgetragen, die Polizeikapelle spielte und Hanukka-Kerzen wurden angezündet.

Nach tausenden Jahren Exil wurden diese Immigranten mit uralten und modernen Worten Zuhause willkommen geheißen, mit denen sie der „Rückkehr nach Zion“ lauschten.

Auch wenn der „Tag der Million“ und die anderen israelischen Feiertage von 1948/49 lange vergessen sein mögen, halfen sie alle die Grundlage eines nationalen Narrativs und Ethos zu legen, auf dem der junge Staat trotz allem, was während dieser schwierigen frühen Jahre fehlte, aufbauen konnte.

Neueste israelischen Menschenrechtsverletzung: Jüdische Feiertage

Elder of Ziyon, 2. September 2021

Al-Jazira (Arabisch) schreibt über die Not der palästinensischen Araber, die in Israel arbeiten, wo sie gezwungen werden während der anstehenden jüdischen Feiertag diesen Monat nicht zu arbeiten.

Israel schließt während der israelischen Feiertage die Übergänge in die Gebiete.

Natürlich schließt Ägypten seine Übergänge in den Gazastreifen an ägyptischen Feiertagen, aber niemanden scheint das wirklich kümmern.

Das ist nicht die einzige erschreckende Menschenrechtsverletzung, über die die Palästinenser sich wegen jüdischer Feiertage beschweren. Sie sind auch empört, dass Juden an jüdischen Feiertagen jüdische Heiligtümer besuchen, darunter das Rahelgrab in Bethlehem, das Josefgrab in Nablus, die Patriarchenhöhle in Hebron, den Tempelberg in Jerusalem und viele weitere.

Der Spezialist in Israel-Angelegenheiten Ismat Mansour beschreibt die Schließungen, die unter dem Vorwand jüdischer Feiertage ausgeführt werden, als ein Ritual die Palästinenser einzuschränken und ihr Leben aus Sicherheitsgründen zu stören, obwohl die Situation heute näher an Ruhe ist… Das Problem mit den jüdischen Feiertagen ist – nach Angaben von Mansour – dass es von ihnen viele gibt und die Schließungen sich über lange Tage erstrecken, wie es zum Pessah-Fest der Fall ist, bei dem die Schließungen sich über eine Woche erstrecken.

Zusätzlich werden die nationalen Feiertage, besonders der Unabhängigkeitstag, als eine Geschichte der Katastrophe des palästinensischen Volks angesehen.

Da haben Sie es. Jüdische Feiertage sind eine Verletzung palästinensischer Rechte und israelische Feiertage sind geschaffen, um Palästinenser zu demütigen.

Das Lustige ist: Wenn sie dieses Zeug erfinden, dann um sich selbst wichtig zu fühlen. Denn die Wahrheit ist, dass jüdische Feiertage und besondere israelische Tage nichts mit den Palästinensern zu tun haben, was die beleidigt, die darauf bestehen das Zentrum des Universums zu sein.

Die Opposition gegen den ersten Tag der Wiedervereinigung Jerusalems

Die Einwände um die Schaffung des „Jerusalem-Tags“ als nationalem israelischem Feiertag

Dr. Hezi Amiur, the Librarians, 2. Juni 2019

Auf dem Weg zur Westmauer, 1967; Bitmuna-Sammlung

Der „Jerusalem-Tag“ oder „Tag der Wiedervereinigung Jerusalems“ ist in Israel ein offiziell anerkannter nationaler Feiertag, der im Land heute breite Akzeptanz findet. Aber das war nicht immer so. Im Jahr nach der Wiedervereinigung Jerusalems im Sechstage-Krieg widersprachen der Premierminister Israels und der Bürgermeister Jerusalems offen der Schaffung des Feiertags. Erst nachdem die Öffentlichkeit ihre Meinung zugunsten des neuen nationalen Feiertags deutlich gemacht hatte, zogen die städtischen und Regierungsinstitutionen nach.

Nach Israels Unabhängigkeitskrieg 1948 war Jerusalem eine geteilte Stadt. 19 Jahre lang gehörte  Westjerusalem zu Israel, während Ostjerusalem von Jordanien gehalten wurde. Erst 1967, genauer gesagt am dritten Tag des Sechstage-Kriegs, durchbrachen die Soldaten der IDF-Fallschirmjägerbrigade unter dem Kommando von Oberst Motta Gur (ein zukünftiger Generalstabschef) die jordanische Verteidigung und eroberten die Altstadt und Ostjerusalem. Die Wiedervereinigung Jerusalems war mit Motta Gurs heute berühmten Erklärung „Der Tempelberg in unserer Hand!“ abgeschlossen.

Mordechai „Motta“ Gur war der IDF-Offizier, der erklärte „Der Tempelberg ist in unserer Hand!“ Abgebildet ist hier ein Brigadegeneral während der Feiern zum Jerusalem-Tag 1969. (Foto: Jacob Elbaz, Dan Hadani-Sammlung in der Nationalbibliothek.)

Nach dem Krieg entstand der Wunsch einen besonderen Tag einzurichten, der der wiedervereinigten Stadt Jerusalem, der Hauptstadt Israels gewidmet war. Die erste Initiative kam am ersten Jahrestag der Wiedervereinigung vom Oberrabbinat. Die Leiter des Rabbinats wollten den 28. Tag des hebräischen Monats Iyar als Danksage-Tag für die Wunder, die in der Wiedervereinigung der Stadt unter israelischer Kontrolle einrichten.

Die Stadtverwaltung Jerusalems folgte der rabbinischen Initiative und kündigte ihre Feierlichkeiten zum Begehen des neuen Jerusalem-Tag-Feiertags an, aber die israelische Regierung versuchte die Entscheidung zurücknehmen zu lassen; sie lehnte es ab Gelder für die geplanten Feiern zur Verfügung zu stellen.

Sogar der Bürgermeister Jerusalems, Teddy Kollek, beantragte, dass seine Kommunalbehörden ihre Pläne streichen, weil er fürchtete, dass die Festlichkeiten die arabische Bevölkerung Ostjerusalems vor den Kopf stoßen könnten. Premierminister Levi Eschkol zögerte ebenfalls die Feiern in ihrem vorgesehenen Format abzuhalten. Das Büro des Premierministers veröffentlichte eine Erklärung, dass Eschkol die „Ehrenbürgerwürde der Stadt“ ablehnen würde, die die Stadt Jerusalem ihm bei der Feier verleihen wollte.

Der Bürgermeister von Jerusalem Teddy Kollek war ursprünglich gegen den neuen Feiertag, gab aber später nach. Hier ist er (rechts) während der Feierlichkeiten von 1980 zu sehen. (Foto: Paula Rubin, Dan Hadani-Sammlung in der Nationalbibliothek)

Trotz der von Levi Eschkol und Teddy Kollek gezeigten Abneigung beschloss die städtische Obrigkeit die Zeremonie weiter zu planen.

Ein starkes Gefühl nationaler Freude diente als Triebfeder hinter den Festlichkeiten, die am Ende stattfanden wie geplant, einschließlich der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an den Premierminister. Jerusalem war illuminiert und üppig dekoriert, die der berühmt ungehemmten Feiern zum Unabhängigkeitstag Konkurrenz machte.

Der israelische Premierminister Levi Eschkol mit seiner Frau Miriam, 1968 (Foto: Dan Hadani, Dan Hadahin-Sammlung in der Nationalbibliothek)

Aber anders als der Unabhängigkeitstag hatten die ersten Feiern zum Jerusalemtag einen spontaneren Charakter. Abgesehen von der Stadtverwaltung war nur eines der offiziellen Gremien an den Vorbereitungen das Oberrabbinat, das Massengebete an der Westmauer organisierte.

Tausende versammeln sich 1969 während der Feiern zum Jerusalemmtag an der Westmauer. (Foto: Jacob Elbaz, Dan Hadam-Sammlung in der Nationalbibliothek)

Verschiedene Delegationen kamen in der Hauptstadt zusammen, darunter Studentengruppen von der Bar-Ilan-Universität und dem Technion-Institut aus Haifa, die vergeblich versuchten mit ihrer Begeisterung die örtlichen Studenten der Hebräischen Universität mitzuziehen. In der ganzen Stadt fand eine Vielzahl von der Basis organisierten Veranstaltungen statt: Paraden, öffentliche Versammlungen, Schulaktivitäten sowie „gewöhnliche“ aufgeregte Menschenmengen, die auf die Straßen der Hauptstadt strömten. Es gab auch eine Reihe Gedenkveranstaltungen für gefallene Soldaten.

Die Schlagzeile lautet: „Hunderttausend strömten zur Westmauer“

Erst volle vier Monate später stimmte die israelische Regierung endlich zu den 28. Iyar zum „Jerusalem-Tag“ zu erklären; das israelische Parlament, die Knesset, gab ihre Genehmigung noch später.

Heute ist der Jerusalem-Tag ein nationaler Feiertag. Er wird mit Feiern in Städten in ganz Israel begangen, in Schulen, in den Medien und in Jerusalem selbst. Wenige sind sich des Widerstands bewusst, der den ersten Feiern des Tages vorausging und dass ihn zu haben nicht für selbstverständlich genommen werden sollte.

Das Beste vom Yom HaZikaron und vom Yom Ha’atzmaut in Jerusalem

The Real Jerusalem Streets, 3. Mai 2017

Jerusalem in Israel war, wie gewöhnlich zu den Yoms,
überladen mit Veranstaltungen,
viele davon dieses Jahr im Vorgriff auf 50 Jahre

Wiedervereinigung Jerusalems beeinflusst.
Israelische Flaggen wurden an den Seiten von Gebäuden aufgehängt.

Diese befinden sich am Eingang des Israel Museum,
wo die Kuppel des Schreins des Buches zu sehen ist.

Yom HaZikaron, der israelische Gedenktag
für gefallene Soldaten und Terroropfer,
begann Sonntagabend mit den Gedenkfeiern in ganz Israel.
und waren begleitet von Gebeten, Reden und Gedenkflammen.

Die im Fernsehen live übertragene offizielle Staatsfeier
wurde an der Kotel, der Westmauer (Klagemauer) abgehalten,
wo Präsident Reuven Rivlin das Gedenklicht anzündete.

Eine vom Lone Soldier Center zur Erinnerung an Michael Levin gesponserte
Gedenkfeier fand am Givat HaTachmoschet, dem Ammunition Hill, statt,
wo es 1967 tödliche Kämpfe zur Verteidigung Jerusalems gab.
Das englischsprachige Programm wurde live gestreamt
und von mehr als 16.000 Menschen weltweit angesehen.

Den ganzen Montag über besuchten zehntausende Israelis Friedhöfe.

Dieser Friedhof hat viele Gräber aus der Zeit von 1948 bis 1950,
den ersten Jahren, in denen Juden wegen der jordanischen Besatzung
nicht auf den Ölberg gehen konnten, um Stellen zu finden,
an denen sie ihre Toten beerdigen konnten.

Am Yom HaZikaron betete ein Mann an einem Grab.

Eine kleine israelische Flagge mit schwarzer Schleife
und ein kleiner Bund Blumen, yizkor, erinnert


an die, die zu jung im Krieg starben.

Der Friedhof liegt direkt neben dem Harel-Garten

und der Gedenkmauer, wo dieser einsame Kranz niedergelegt wurde.

Geht man um die Gedenkstätte herum, dann sieht man,

dass der Gush Etzion 16 Kilometer von der Kinostadt und
dem israelischen Obersten Gerichtshof und Regierungsbüros liegt.

Zehntausende kamen während des Tages
zum Militärfriedhof auf dem Herzlberg und
gedachten derer, die durch Krieg und Terror verloren wurden.

Die Menge dünnte am Ende des Tages aus

und alle machten sich vom Militärfriedhof auf dem Herzlberg aus auf den Heimweg.

Aber als die Sonne unterging, gingen
auf einem anderen Teil des Herzlbergs,

auf dieser riesigen Bühne die Lichter an,
die den Yom Ha’atzmaut, den Unabhängigkeitstag, feierten.

Dieses Jahr wurden zum ersten Mal zwei Nichtisraelis ausgesucht,
die die Ehre hatten eine der zwölf Gedenkflammen zu entzünden,
Rabbi Marvin Hier und Michael Steinhardt,

die man hier sieht, bevor das offizielle Programm begann.
Die Darbietung wurde live im Fernsehen übertragen und von tausenden angesehen,

aber wer im Fernsehen zusah, konnte nicht sehen, wie der Feuerkreis
entfernt wurde, der in einer Aufführung genutzt wurde.
Es handelte sich um ein Spektakel mit festgelegten Ritualen.

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat brach mit der Tradition,
als er sich Knessetsprecher Yuli Edelstein anschloss,
um die offizielle Flamme des israelischen Unabhängigkeitstages anzuzünden.

Sitze erhielt man gegen Aufpreis, die Flaggen schwenkende,
jubelnde Menge brauchte nicht viel Ermunterung.

Neben den zwei Amerikanern wollte ich Rabbanit Chana Henkin sehen,
die die Ehre hatte eine der zwölf Kerzenanzündenden zu sein,
eine für jeden Stamm Israels.

Dr. Ahmed Eid, ein arabischer Arzt, war ein weiterer Geehrter.

Das Programm beinhaltete Lieder und Militärfahnen.

Für dieses Bild hätte kein Sitz auf der Tribüne gereicht,

nur diese Kamera am Kran schaffte das.

Hinterher dauerten die Feiern die ganze Nacht,
an viel zu vielen Stellen, um sie aufzulisten,
mit Gebeten, Liedern und Tanz.

Am nächsten Tag wurden im Beit Hanasi, der Präsidentenresidenz,

morgens 120 herausragende Soldaten geehrt,

und am Nachmittag kamen ganze Reihen Diplomaten,

zusammen mit einem jungen Präsidentenenkel,
um Israel ihren Respekt zu erweisen und dem Premierminister
und dem Präsidenten zuzuhören, die zum Thema „nächstes Jahr in Jerusalem“ sprachen.

Während die Köpfe von Konsuln und Militär des Auslands am Beit Hanasi waren,

befanden sich tausende Israelis im Gan Sacher, dem Sacher-Park.

Die meisten der Grünflächen überall im Land waren voller Israelis.

Im Radio wurden überfüllte Straßen in die Parks des JNF angekündigt.

Diese Familie brachte ein Sofa in den Gan Sacher,
was eine Art ist sein Feiertags-mangal, Barbeque zu machen, sich Zuhause zu fühlen.

Ich weiß, das wird viel zu lang,
aber es gab so viel mehr,
wie den Bibelwettbewerb, kostenlosen Eintritt in Museen und Aufführungen,
Festessen und diese IDF-Überflüge und Kunststücke.

Israel ist mit 69 Jahren,
wie Präsident Rivlin es sagte, als Land jung,
ständig bedroht und wiederholt angegriffen,
hat aber so viel erreicht.

Also fand

von Gedenkfeiern zur Unabhängigkeit
in Jerusalem jede Menge statt.