Der Halimi-Mord und Frankreichs geistige Gesundheit

Manfred Gerstenfeld und Irena Kuruc (direkt vom Autor)

Am 4. April 2017 wurde die 66-jähirge Jüdin Sarah Halimi von dem 27 Jahre alten Kada Traoré ermordet. Er brach mitten in der Nacht in ihre Wohnung ein. Traoré folterte Halimi und warf sie hinterher aus dem Fenster ihrer Wohnung im vierten Obergeschoss im Viertel Belleville im nördlichen Paris.

Zeugen hörten, wie Traoré, ein Muslim afrikanischer Herkunft, „Allahu Akbar“ (Allah ist größer) brüllte, während er sein Verbrechen beging.[1] Traoré hatte Halimi gegenüber in der Vergangenheit schon viele antisemitische Äußerungen getätigt; dabei bezeichnete er sie und ihre Verwandten als „dreckige Juden“.[2] Die Behörden versuchten den antisemitischen Charakter des Mordes herunterzuspielen.[3] Sie behaupteten, der Mörder sei geistig krank, obwohl er keine derartige Geschichte hat. Die Mainstream-Medien ignorierten dieses religiös motivierte Verbrechen.

Gilles-Willam Goldnadel, ein Anwalt, der Halimis Familie vertritt, verurteilte, was er „die ‚systematische Psychiatrisierung‘ radikalislamisch-antisemitischer Morde“ nannte.[4] Am Anfang dieses Jahrhunderts hatte der französische Soziologe Shmuel Trigano bereits eine ähnliche Haltung der Behörden des Landes offengelegt.

Ende 2000 und Anfang 2001 gab es in Frankreich einen riesigen Ausbruch antisemitischer Gewalt. Fast alle Täter waren Immigranten aus muslimischen Ländern bzw. deren Nachkommen. Trigano berichtete, dass die antisemitische Gewalt von Presse wie Behörden weitgehend unberichtet blieb. Er fügte hinzu, es gab überzeugende Hinweise, dass die jüdische Gemeinschaft von der sozialistischen Regierung Jospin aufgefordert wurde der vermehrten antijüdischen Aggression keine große Öffentlichkeit zu geben. Als Grund wurde angeführt, das zu tun könnte die Lage anheizen. Die französische Regierung wollte einen damals schon illusorischen „sozialen Frieden“ bewahren.[5]

Der Ausdruck „sozialer Frieden“ ist in einem solchen Zusammenhang eine beschönigende Umschreibung für das Ignorieren oder Reinwaschen antisemitischer Aggression durch Muslime. Eine gerade durchgeführte Studie zu Antisemitismus in sieben europäischen Ländern kam zu dem Schluss: „Verfügbare Täterdaten legen nahe, dass in Westeuropa Einzelpersonen mit muslimischem Hintergrund unter den Tätern antisemitischer Gewalt herausstechen, anders als in Russland, wo rechtsextreme Täter vorherrschen. Untersuchungen zu Einstellungen bestätigen dieses Bild insofern, als antisemitische Haltungen bei Muslimen weit stärker verbreitet sind als in der der allgemeinen Bevölkerung Westeuropas.“[6]

Trigano erwähnte auch einen Fall des Versteckens der Wahrheit zu einem mit Ideologie verbundenen Mord ohne Bezug zu Juden: „2002 wurde der stellvertretende Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Beziers von einem Muslim ermordet. Die offizielle Geschichte lautete, dass der Mörder ein Geisteskranker war.“ Später beschuldigte der Bürgermeister der Stadt den Innenminister Daniel Vaillant, dieser habe der Stadtverwaltung diese Version aufgezwungen. Der Bürgermeister sagte, nach dem Mord kam Vaillant nach Beziers und unterbreitete die Geschichte des Geisteskranken als „offizielle Wahrheit“. Trigano fügte hinzu: „Später wurde bekannt, dass die französischen Geheimdienste entdeckt hatte, dass der Mörder mit Al-Qaida in Verbindung stand.“[7]

2003 wurde der jüdische Discjockey Sebastien Selam von seinem muslimischen Freund aus Kindertagen und Nachbarn Adel Amastaibou getötet. Medizinische Experten befanden den Mörder für geistesgestört. Als die Richter diese Schlussfolgerung akzeptierten, verhinderte der Befund ein Gerichtsverfahren, in dem Antisemitismus in beträchtlichen Teilen der französisch-muslimischen Gemeinschaft hätte diskutiert werden können.

Richard Prasquier, damals Vorsitzender der Dachorganisation der französischen Juden CRIF, verfolgte den Fall. Er sagte, es sei skandalös, dass Amastaibou in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert wurde, er aber die Erlaubnis hatte deren Gelände an Wochenenden zu verlassen. Prasquier sagte: „Die Ärzte glaubten, es wäre gut für seine psychische Verfassung nach Hause zurückzukehren, zogen aber nie die Gesundheit und Sicherheit der Familie des Opfers, der Familie Selam, in Betracht.“[8]

2006 wurde der junge Jude Ilan Halimi entführt und 24 Tage lang gefoltert, bevor er getötet wurde. Seine Entführer, angeführt von Youssouf Fofana, nannten sich die „Barbaren-Bande“. Als 2009 sein Verfahren begann, rief Fofana „Allahu Akbar“. Als seine Identität gab er „arabisch-afrikanischer Aufstand der barbarisch-salafistischen Armee“ an.[9]

2012 tötete Mohammed Merah, ein französischer Muslim algerischer Herkunft, vor ihrer Schule Otzar Hatorah in Toulouse einen jüdischen Lehrer und drei Kinder. Etwas zuvor im selben Monat hatte er drei französische Soldaten ermordet. Später veröffentlichte sein Bruder Abdelghani Merah ein Buch, in dem er beschrieb, dass ihre Eltern sie zu fanatischen Antisemiten erzogen hatten. Er schrieb, seine Schwester Souad und sein Bruder Abdelkader seien ebenfalls extreme Antisemiten.[10] Als Mohammed Merah bei einem Schusswechsel mit der französischen Polizei getötet wurde, gab es keinen konkreten Grund ihn für geisteskrank zu erklären.[11]

2015 ermordete der afrikanische Muslim Amedy Coulibaly im Pariser Supermarkt Hyper Cacher vier Juden. Er wurde später von Sicherheitskräften getötet.[12]

Eines hat sich allerdings geändert: Anders als zu Beginn dieses Jahrhunderts schweigen die Juden nicht länger. Im Viertel Belleville fand ein Marsch zum Protest gegen das Schweigen der Medien statt.[13] Eine Reihe Intellektueller, einige von ihnen Nichtjuden, veröffentlichte eine Erklärung zum antisemitischen Wesen des Mordes an Halimi.[14]

CRIF-Präsident Francis Kalifat veröffentlichte ein Op-Ed im Figaro, in dem er schrieb: „Es gibt Beweise dafür, dass dies ein Paradebeispiel für einen antisemitischen Mord ist. Dieses abscheuliche Verbrechen ist nicht als das anerkannt worden, was es ist.“ Er fügte hinzu, dass Halimi „aus dem absolut einzigen Grund ermordet wurde, dass sie Jüdin war“. Kalifat schrieb auch, dass er weiterhin Druck auf die Behörden ausüben werde, bis die Wahrheit ans Licht kommt.[15]

Frankreich ist das Land mit der zahlenmäßig und prozentual größten Anzahl an Muslimen in Westeuropa. Eine weithin zitierte Pew-Studie aus dem Jahr 2010 schätzt, dass Frankreich 4,7 Millionen Muslime hat. Bei einem Bevölkerungsanteil von 7,5 Prozent bedeutet das, dass das Land die größte muslimische Bevölkerung in Westeuropa hat.[16] Viele französische Juden erkennen, dass sich die wichtigsten antisemitischen Probleme, denen sie in Frankreich begegnen, durch eine Kombination aus dem Hass und der Aggression seitens eines großen Teils der muslimischen Präsenz mit dem fehlenden Willen der Behörden sich der Wahrheit zu stellen ergeben. Damit handelt es sich für das französische Judentum eher um strukturelle als um zufällige Probleme.[17]

Es gibt im Land 751 Gebiete, die von den Franzosen als „sensitive städtische Zonen“ bezeichnet werden.[18] Ein Teil davon sollte besser „No-Go-Areas“ genannt werden. Trigano sagte damals, dass Antisemitismus ein Barometer zum Messen der Perversität der französischen Gesellschaft ist.[19] Der neue französische Präsident Emmanuel Macron hat versprochen in Frankreich viel zu verändern. Was er sagt ist ambitioniert. Angesichts des Mordes an Halimi und dem, was danach kam, könnte sich Macron auch einige Gedanken über die geistige Gesundheit Frankreichs machen.

[1] www.liberation.fr/france/2017/06/06/meurtre-sauvage-a-paris-demence-ou-antisemitisme_1574941; www.gatestoneinstitute.org/10513/france-islamic-antisemitism

[2] www.lefigaro.fr/vox/politique/2017/05/22/31001-20170522ARTFIG00202-g-w-goldnadel-ce-que-revele-l-indifference-vis-a-vis-de-la-mort-de-sarah-halimi.php

[3] www.jpost.com/Diaspora/French-intellectuals-decry-cover-up-of-Jews-slaying-by-Muslim-neighbor-496393

[4] www.jpost.com/Jerusalem-Report/In-a-state-of-fear-492154

[5] http://www.jcpa.org/phas/phas-26.htm

[6] http://www.hlsenteret.no/publikasjoner/digitale-hefter/antisemittisk-vold-i-europa_engelsk_endelig-versjon.pdf

[7] http://www.jcpa.org/phas/phas-26.htm

[8] http://www.jpost.com/Magazine/Features/Two-sons-of-France-166298

[9] http://www.dailymail.co.uk/news/article-1175046/Trial-begins-French-gang-barbarians-accused-killing-young-Jew-24-day-torture.html

[10] http://www.independent.co.uk/news/world/europe/how-my-hate-filled-family-spawned-merah-the-monster-8307341.html

[11] http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/france/9157126/Toulouse-siege-as-it-happened.html

[12] www.lemonde.fr/police-justice/article/2015/11/07/attentats-de-paris-les-messages-du-commanditaire-au-tueur-de-l-hyper-cacher_4805099_1653578.html

[13] http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2017/04/09/01016-20170409ARTFIG00193-marche-blanche-a-paris-en-hommage-a-une-femme-defenestree-par-un-voisin.php

[14] www.lefigaro.fr/vox/societe/2017/06/01/31003-20170601ARTFIG00316-l-appel-de-16-intellectuels-que-la-verite-soit-dite-sur-le-meurtre-de-sarah-halimi.php

[15] www.lefigaro.fr/vox/societe/2017/06/25/31003-20170625ARTFIG00156-francis-kalifat-pour-sarah-halimi-je-ne-me-tairai-pas.php

[16] www.pewresearch.org/fact-tank/2016/07/19/5-facts-about-the-muslim-population-in-europe/

[17] www.jpost.com/Opinion/The-structural-uneasiness-of-French-Jews-494417

[18] http://sig.ville.gouv.fr/Atlas/ZUS/

[19] http://www.jcpa.org/phas/phas-26.htm

Advertisements

Wenn das IKRK das Gefühl hat, es müsse sich dafür entschuldigen die Wahrheit zu sagen

Evelyn Gordon, 12. Mai 2015 (ursprünglich auf Commentary veröffentlicht)

Es ist nicht schwer Beispiele für zweierlei Maß gegenüber Israel zu finden. COMMENTARY hat erst aus den letzten zwei Tagen zwei Beispiele aus der akademischen Welt und dem Sport veröffentlicht. Doch es ist es wert zu wiederholen, dass solche Vorfälle nicht durch die fanatischen Israelhasser möglich gemacht werden, die eine kleine Minderheit bleiben, sondern von all den „guten“ Menschen, die es besser wissen, aber zu eingeschüchtert sind den Mund aufzumachen. Nirgendwo ist das offenkundiger als in der sogenannten Menschenrechts-Gemeinschaft. Und Beweisstück A ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Jacques de Maio, der die Delegation des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in „Israel und den besetzten Gebieten“ leitet.

Das IKRK hat seinen Teil an Israelhassern hervorgebracht, aber De Maio gehört gewiss nicht dazu. Er erkennt nicht nur, dass Israel nicht der Große Satan ist, als der es allgemein von „Menschenrechts“-Aktivisten dargestellt wird, er ist sogar bereit, das gelegentlich zu sagen – was ihn weit mutiger macht als viele seiner Kollegen. Doch selbst dieses mutiger als der Durchschnitt-Mitglied der Menschenrechtsgemeinschaft ist derart eingeschüchtert, dass wann immer er etwas Positives über Israel sagt, er das Gefühl hat sich entschuldigen zu müssen. Und so erhält man erstaunliche Äußerungen wie diesen Tweet vom letzten November: „Es mag provokant erscheinen, aber ich würde behaupten, dass humanitärer Zugang in Israel und den besetzten Gebieten vergleichsweise außerordentlich gut ist.“

Der Verstand stutzt nur. Es ist „provokant“ die schlichte Tatsache zu äußern, dass Israel, wie jede westliche Demokratie, humanitären Hilfsgruppen uneingeschränkten Zugang gewährt? In seinem nächsten Tweet fügte De Maio hinzu: „Ich kann mich keines anderen Kontextes erinnern, wo wir weltweit operieren, bei dem wir Zugang für humanitäre Organisationen haben, der so gut ist wie hier.“ Aber wenn das die Wahrheit ist, warum sollte es „provokant“ sein das zu sagen? Sollte es nicht genauso natürlich sein, dass Menschenrechtsorganisationen Länder loben, dass sie ihren Zugang ermöglichen, wie es ist sie zu kritisieren, wenn sie das nicht tun?

Aber natürlich ist es das, wenn es um Israel geht, nicht so. Immerhin sind die lautesten Stimmen in der „Menschenrechts“-Gemeinschaft, zu der De Maio gehört, Leute wie Human Rights Watch-Direktor Ken Roth, der bekanntlich Israel letzten Monat dafür kritisierte, dass es das größte medizinische Team der Welt – 30 Prozent allen medizinischen Auslands-Personals – nach Nepal schickte, um den Opfern des Erdbebens zu helfen. In einer Welt, in der „Menschenrechts-Aktivisten“ Israel sogar dafür niedermachen, dass es humanitäre Hilfe bietet – obwohl Roth noch erklären muss, wie seiner Meinung nach die Welt ein besserer Ort wäre, wenn Israel das unterließe – ist es eindeutig nicht selbstverständlich es wegen der Ermöglichung von humanitärem Zugang zu loben. Also entschuldigt sich De Maio dafür, dass er die Wahrheit sagt. Und unzählige seiner weniger mutigen Kollegen entscheiden sich den einfacheren Weg zu gehen und gar nichts zu sagen.

Israel ist auch nicht der einzige, der den Preis für ihr Schweigen zahl – etwas Weiteres, das De Maio recht gut begreift. „Warum gibt es so viel mehr Konzentration auf Israel als auf Syrien [und] andere Orte, wo so viele Zivilisten mehr sterben?“, forderte er im Dezember. „In anderen andauernden Kriegen sterben mehr Zivilisten in einer Woche als in israelischen Kriegen in einem ganzen Jahr.“ Doch sogar der mutiger als der Durchschnitt-De Maio äußerte sich so bei einer Konferenz in Israel, dem einen Ort, wo es relativ „sicher“ ist solche Dinge zu sagen. Und Unzählige seiner weniger mutigen Kollegen werden es überhaupt nie sagen.

So werden alle Hilfsappelle von Menschen weltweit, die tatsächlich humanitäre Hilfe brauchen – in Syrien und „anderen Orten, wo viele Zivilisten mehr sterben“ – weiterhin ungehört bleiben, weil die einzigen „Menschenrechts“-Aktivisten, die ihre Stimmen erheben, diejenigen sind, die von Israel besessen sind. Die anderen sind zu sehr damit beschäftigt einmal mehr zu beweisen, dass alles, was nötig ist, damit das Böse triumphiert, dass gute Menschen nichts tun.

Auf ins Getümmel: Es ist der Islam, Dussel! – Islam ist für Terror, was Regen für Überflutungen ist

Martin Sherman, Jerusalem Post, 8. Januar 2015 (Übersetzung: Yvaine de Winter)

Ein Sechstel aller Menschen weltweit ist muslimisch… der Versuch, irgendeine verallgemeinernde Aussage über diese große Gemeinschaft – 1,5 Milliarden Menschen – zu treffen, wird danebengehen… Die große Mehrheit dieser Populationen haben nichts mit dem zu tun, was weltweit an Gewalt und Terror geschieht… Ich glaube nicht, dass es etwas Wesentliches gibt, das diese große und historisch wichtige Religion mit all dem Terrorismus verbindet.

Sami Abu Shehadeh, Generalsekretär von Balad, Tel Aviv-Jaffa

Mit diesen Worten beendete Sami Abu Shehadeh von der antizionistisch-arabischen Balad-Partei letzten Monat in den Nachrichtenstudios des Senders i24 eine Debatte mit mir zum Thema „Die wachsende antimuslimische Stimmung im Westen“.

Die Geschehnisse diesen Mittwoch in Paris, wo 12 Menschen brutal niedergeschossen wurden, verlieh dem Thema eindeutig eine neuerliche und drängende Relevanz.

Islam verhält sich zum Terror, wie Regen zu Überschwemmungen

Natürlich steckt in Abu Shehadehs Behauptung, die meisten Muslime wären nicht aktiv im Terrorismus involviert, viel Wahrheit. Faktisch ist diese Behauptung korrekt, aber im Wesentlichen ist sie bedeutungslos.

Für jeden mit einem Funken intellektueller Integrität, der halbwegs über die Ereignisse in der Welt informiert ist, sollte die Antwort auf die Frage, ob Islam und Gewalt und Terrorismus in ursächlicher Verbindung stehen oder nicht, unmissverständlich klar sein. Ob der Islam mit Terrorismus in Verbindung steht, klingt ein wenig wie die Frage, ob Regen mit Überschwemmungen in Verbindung steht. Natürlich tut er das! Und dies kann sogar unwiderlegbar aus Abu Shehadehs Versuch, den Islam zu entlasten, abgeleitet werden.

Wenn ein Sechstel der Welt Muslime sind, dann bedeutet dass, dass fünf Sechstel keine Muslime sind. Richtig? Gäbe es also keine übermäßige Affinität des Islam zu Gewalt und Terrorismus, sollten muslimische Terrorakte ein Sechstel zählen und nichtmuslimische fünf Sechstel – d. h. falls der Islam keinen größeren Hang zum Terrorismus hätte als andere, sollte man erwarten, dass es fünf Mal (!) mehr nichtmuslimische Terrorhandlungen gäbe als muslimische.

Das ist eindeutig nicht der Fall. Terroranschläge von Islamanhängern überwiegen denjenigen von Nichtmuslimen in beträchtlicher Weise.

Daher scheint es, dass es – in grober Verletzung der Gepflogenheiten der politischen Korrektheit – kaum eine Wahl gibt, als den Schluss zu ziehen, den viele Westler instinktiv erkannt haben: Es gibt eine unverhältnismäßige ursächliche Verbindung zwischen Islam auf der einen Seite und Handlungen ideologisch-politisch motivierter Gewalt gegen zivile Populationen, also Terrorismus, auf der anderen Seite.

Die biblische Schrift an der Wand?

Ich will nicht gefühllos wirken, aber das Blutbad in Paris geschah kaum unerwartet. In vielerlei Hinsicht war die Schrift an der Wand seit Jahren zu sehen.

Letzten Endes ereignete sich das Blutbad im Verlauf einer Reihe von Vorfällen mordlüsterner, islamisch motivierter Gewalt im ganzen Land.

Mitte März 2012 wurden mehrere dienstfrei habende Soldaten in Montauban und Toulouse von einem in Frankreich geborenen Moslem algerischer Herkunft niedergeschossen.

Einige Tage später schlachtete er bei einem Angriff auf eine jüdische Tagesschule in Toulouse einen Rabbi und drei Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren ab.

Und erst vor kurzem, gerade vor Weihnachten, wurde Frankreich von einer Flut von Terroranschlägen im Stil „Einsamer Wolf“ in Dijon, Nantes und Tours erschüttert, was den British Independent dazu brachte, die Vorfälle unter der unheilverkündenden Schlagzeile „Frankreich an Weihnachten nach dritter Straßenattacke innert drei Tagen von Angst ergriffen“ (23. Dezember 2014). Sowohl in Dijon als auch in Tours wird berichtet, dass der Angreifer „Allahu akbar“ geschrien hat, was jeden Verdacht zerstreut, die Angriffe könnten von buddhistischen Extremisten ausgeführt worden sein.

Muslimische Gewalt hat in Frankreich jahrelang vor sich hin gebrodelt und ist regelmäßig rund um Weihnachten und Neujahr übergekocht, als viele hundert Autos in Gebieten mit muslimischer Mehrheit niedergebrannt wurden, um den Start des Gregorianischen Jahres einzuläuten.

Für gewöhnlich vermeiden die Berichte der Mainstreammedien gewissenhaft die Erwähnung jedweder Verbindung zwischen dieser massiven kriminellen Brandstiftung und der ethnischen Herkunft der Schuldigen.

Katalog der Gemetzel

Das Gemetzel in Paris findet seinen Platz in der langen Liste von Metzeleien im Namen des Islam.

Hier ein (eindeutig unvollständiger) Katalog der Gemetzel und der blutrünstigen Vorfälle während der letzten zwei Jahrzehnte auf dem ganzen Planeten, die die Welt mit ihrer Brutalität schockiert haben.

  • New York – katastrophale Vernichtung des World Trade Centers
  • Washington – versuchte Zerstörung des Pentagons
  • London – koordinierter Angriff auf das öffentliche Transportsystem; das Zerhacken eines dienstfrei habenden Soldaten in der Öffentlichkeit am hellichten Tag
  • Madrid – Bombenattentat auf dichtgepackte Pendlerzüge mitten im Berufsverkehr
  • Nairobi – Beschlagnahme des Westgate-Einkaufszentrums und Mord an einer Vielzahl Unschuldiger
  • Burgas, Bulgarien – Bombenattentat auf einen Touristenbus
  • Mumbai – Mordanschlag auf das Tadsch-Mahal-Hotel, auf das Chabad-Haus und andere Stätten
  • Boston – Bombenattentat auf das alljährliche Marathon der Stadt
  • Bali – Bombenattentat auf dicht bevölkerte Touristenorte
  • Buenos Aires – tödliche Angriffe auf jüdische Einrichtungen und die israelische Botschaft
  • Ottawa – Angriff auf das kanadische Parlament
  • Sydney – Beschlagnahme eines Innenstadtcafés und Mord an zwei Kunden
  • In-Amenas, Algerien – Beschlagnahme einer Gas-Einrichtung und Mord an Dutzenden Zivilisten
  • Chibock, Nigeria – Entführung von fast 300 Schulmädchen, den Berichten zufolge zu dem Zweck, dass sie als Sexsklavinnen dienen

Diese blutrünstige Liste ist keineswegs vollständig, und zahlreiche weitere Vorfälle sollten addiert werden. Natürlich sind darin nicht die vielen versuchten Angriffe zu finden, die von Sicherheitsleuten in verschiedenen Ländern vereitelt wurden und noch weit schlimmere Grausamkeiten von Islamanhängern verhindert haben.

Die Schrecken interner muslimischer Streitigkeiten

Egal wie sehr man es versucht: Es ist in der modernen Welt unmöglich, eine andere Glaubensrichtung mit solcher Gewalt und solchem Terror in Verbindung zu bringen – in Ausmaß, Wirkung, Häufigkeit und weltumspannender Allgegenwart der Vorfälle.

Aber so haarsträubend muslimische Gewalt gegen Nichtmuslime sein mag, so verblasst sie bis zur Bedeutungslosigkeit anbetrachts der Gewalt unter Muslimen selbst.

Es wäre unmöglich, eine umfassende Liste der internen muslimischen Gräueltaten anzufertigen, die sich über einen Großteil des Globus zog – und noch immer zieht –, von den Küsten des Atlantik bis zu den Inseln des asiatisch-pazifischen Raums. Eine brutal abgekürzte Zusammenfassung wird genügen müssen.

Selbst bevor die unaussprechliche Barbarei von al-Nusra und dem Islamischen Staat einen Großteil der Levante zu überziehen begann, gab es endlose unbarmherzige Massaker an Muslimen durch Muslime.

Beispielsweise führten wechselseitig zerstörerische Spannungen zwischen rivalisierenden islamistischen Gruppierungen im fast zehnjährigen algerischen Bürgerkrieg zu massiven Brudermorden – mit Todeszahlen, die Schätzungen zufolge 150.000 erreichten. Unvorstellbare Brutalität löschte ganze Ortschaften aus, und die Leichen der Opfer waren völlig entstellt.

In ähnlicher Weise führten regelmäßige Bombenanschläge auf Märkte und Moscheen in Ländern wie dem Irak, Afghanistan und Pakistan zu einem massiven Verlust an muslimischem Leben durch die Hand kriegerischer Brüder – aber den Mainstreammedien ist das kaum eine Fußnote wert. Der interne muslimische Konflikt erscheint so intensiv und kompliziert, dass selbst ein halbwegs gut informierter Laie es fast unmöglich finden würde, da noch zu überblicken, wer wen tötet und warum…

Als Gradmesser des Ausmaßes der Massaker berichtete die pakistanische Website „Dawn“ in einem Beitrag mit dem Titel „Islam im Krieg – mit sich selbst“, dass Angehörige der al-Qaida und anderer extremer Islamistengruppierungen „willkürliche Gewaltakte gegen Zivilisten ausgeführt haben… was zu über 48.000 Toten führte…“

Die Mehrheit der Muslime…

Die tiefgreifende Gewalt in der muslimischen Welt führt unausweichlich zur Frage des generellen Charakters des Islam und der Art von Verhaltensmuster, die er zu generieren scheint.

Sie führt auch zur heiklen Frage der Handlungen der Minderheit im Vergleich mit der Nichthandlung der Mehrheit.

Zwar hat Abu Shehadeh mit seiner Behauptung vielleicht recht, nur eine Minderheit der Muslime betätige sich in verabscheuungswürdigen terroristischen Akten, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie diese Handlungen ohne die Unterstützung – oder zumindest die stillschweigende Akzeptanz – weit größerer Bevölkerungsschichten fortführen könnten.

Selbst wenn die Mehrheit das Verhalten einer verbrecherischen Minderheit nicht aktiv gutheißt, gibt es fast keine Beweise für wirksame Missbilligung, von aktiver Opposition ganz zu schweigen. (In dieser Hinsicht kann man nur hoffen, dass die außerordentlich mutige Rede des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi mit der Forderung nach einer „religiösen Revolution“ sich als Vorbote einiger radikaler Veränderungen in der Entwicklungsrichtung, die der Islam gegenwärtig eingeschlagen hat, erweisen wird.) Also gibt es entgegen Abu Shehadehs Argumentation, es sei schwierig, akkurate Verallgemeinerungen für 1,6 Milliarden Menschen zu formulieren, verschiedene lehrreiche Gradmesser, die ein beängstigendes Bild über die Ansichten eines Großteils der muslimischen Welt zeichnen.

Das angesehene Pew Research Center hat zahlreiche in die Tiefe gehende Umfragen in der muslimischen Welt durchgeführt. Die Resultate zeigen, dass solide – zuweilen sogar überwältigende – Mehrheiten in vielen Ländern (und signifikante Minderheiten in anderen) harsche körperliche Strafen (Auspeitschen / Amputieren) für Raub und Diebstahl begrüßen; Tod durch Steinigung bei Ehebruch; Tod für den Abfall vom Glauben.

Bei einem derartigen Hang zu Gewalt als weithin akzeptierte kulturelle Norm ist die Annahme nicht unplausibel, dass breite Segmente der muslimischen Bevölkerung den Einsatz von Gewalt und Terrorismus nicht für inkompatibel mit ihren Kernansichten halten.

Der Versuch einer Apologetik: Die Lüge des „Kolonialismus“

Es gab zahlreiche Versuche, einen Großteil der Herrschaft der Gewalt in der muslimischen Welt und bei ihrem Konflikt mit dem Westen wegzuerklären.

Der wohl bekannteste Apologet ist niemand anders als Präsident Barack Obama. 2009 bot er bei seiner „Outreach-Ansprache“ in Kairo die folgende Erklärung für den beklagenswerten Zustand der Verhältnisse zwischen Westen und Islam, der laut ihm „Jahrhunderten der Koexistenz und Kooperation“ folgte. (Wirklich?) Obama sagte, „seit kurzem wurden die Spannungen von Kolonialisten genährt, die vielen Muslimen ihre Rechte und Gelegenheiten vorenthielten.“

Das trifft natürlich in keinster Weise zu.

Zwar ist es wahr, dass der Großteil des Nahen Ostens jahrhundertelang unter imperialer Herrschaft stand, aber das war meist muslimischer Imperialismus – d. h. das Osmanische Reich.

Mit Ausnahme Nordafrikas bestand der westliche Kolonialismus im fraglichen Gebiet nur für eine kurze Zeit nach dem 1. Weltkrieg und endete kurz nach dem 2. Weltkrieg. Dies scheint kaum ausreichend, um die starrsinnige islamische Feindseligkeit zu erklären, der wir uns heute gegenübersehen.

Wenn es also Beschwerden über die Vorenthaltung muslimischer Rechte und Gelegenheiten durch Kolonialisten gibt, sollten diese dann nicht an die muslimischen Imperialisten gerichtet werden? Seltsamerweise waren die Schmelztiegel des heute extremsten antiwestlichen Islam kaum von Kolonisation betroffen – nämlich die Arabische Halbinsel und der Iran.

Keiner von beiden hat irgendeine imperiale – einschließlich westliche – Herrschaft irgendeiner Konsequenz erlitten, aber Erstere brachten die aus der Sunna abgeleitete Version des islamischen Radikalismus hervor, Letztere die aus der Shia abgeleitete Version. Diese Tatsache verträgt sich nicht mit der Diagnose, welche die anhaltenden Spannungen zwischen Muslimen und dem Westen dem Kolonialismus zuschreibt.

Kein Aufruf zum „Töten für Krishna“?

Zudem darf man fragen, warum das Unrecht des Kolonialismus nicht z. B. die hinduistische Mehrheit in Indien beeinflusst hat, wo das Volk unter dem Joch des britischen Imperialismus „Rechte und Gelegenheiten“ verwehrt bekam, in derselben Weise wie die Muslime Pakistans.

Trotzdem hört man aus irgendeinem Grund keinerlei Aufrufe zum „Töten für Krishna“ oder „Ganesh ist groß“ von verbitterten hinduistischen Terroristen, die sich in vollen Bussen, auf bevölkerten Märkten, in Cafés und Moscheen in die Luft sprengen, so wie wir das aus der ganzen muslimischen Welt kennen einschließlich des benachbarten Pakistan.

Und wir sehen auch keine gekränkten Shiva-Anhänger, die sich zu einem globalen heiligen Krieg aufmachen, um alle unter dem Glauben des Hinduismus zu versammeln.

Warum konnte Indien seine koloniale Vergangenheit ad acta legen und zu einer lebhaften Wirtschaftsmacht aufsteigen? Warum ist es nicht länger an die Vergangenheit gekettet und versinkt nicht im Sumpf massenmörderischer Frustration? Da die bei weitem größte Opferzahl muslimischer Gewalt andere Muslime sind, scheinen die angeblich von ausländischen Besatzern vor sieben Jahrzehnten verwehrten „Rechte und Gelegenheiten“ eine schwache Ausflucht für das gegenwärtige Verhaltensmuster zu sein.

Die Moderne als Missetäter?

Einige haben versucht zu erklären, der Beginn der Moderne und der Globalisierung habe einen Eindruck der Bedrohung islamischer Werte geschaffen, was zu den Spannungen mit dem Westen geführt habe.

Entsprechend sagte Obama in Kairo: „Die großen Veränderungen durch die Moderne und die Globalisierung brachte viele Muslime dazu, den Westen als islamischen Traditionen gegenüber feindlich zu betrachten.“

Auch das ist schwer zu akzeptieren.

Der Islam ist schließlich die jüngste der großen Religionen und wurde Jahrhunderte – in einigen Fällen sogar Jahrtausende – nach Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Christentum begründet. Warum sollte die neueste Religion die Entwicklungen der Moderne als Bedrohung seiner Traditionen empfinden, in einer Art und Weise, die die Traditionen viel älterer Glaubensrichtungen offenbar nicht bedroht? Würde das nicht zu denselben Spannungen mit dem Westen führen, die wir im Fall des muslimischen Glauben vorfinden? Könnte es vielleicht sein, dass der Islam fundamental inkompatibel nicht nur mit der Moderne ist, sondern mit allem, das nicht islamisch ist, und das können viele nicht sehen oder – schlimmer noch – sie verweigern sich dieser Erkenntnis?

Ein Weckruf

Europa im allgemeinen und Frankreich im speziellen sind am Scheitelpunkt einer grimmigen, möglicherweise grausamen Zukunft.

Europäische Führer täten gut daran, den Weckruf von jemandem mit intimen Kenntnissen des Islam wahrzunehmen – die in Somalia geborene ehemalige niederländische Abgeordnete Ayaan Hirsi Ali, die durch Drohungen von Muslimen, die ihre Islamkritik nicht hinnehmen wollten, zur Flucht in die USA gezwungen wurde. Sie warnte: „Islam ist keine Religion des Friedens. Islam ist eine politische Eroberungstheorie, die in jeder erdenklichen Weise die Herrschaft anstrebt. Jede Gefälligkeit gegenüber muslimischen Forderungen führt zu einer Art Euphorie und der Überzeugung, Allah befände sich auf ihrer Seite. Sie sehen jeden Akt der Besänftigung als Einladung, neuerliche Forderungen aufzustellen.“ (21. März 2009)

Europa wäre gut beraten, diese düstere Mahnung zu beherzigen und seine Politik entsprechend zu gestalten, denn wenn Europa dies nicht tut, sind die Konsequenzen grausam.

Martin Sherman (www.martinsherman.org) ist Gründer und geschäftsführender Direktor des Israel Institute for Strategic Studies www.strategicisrael.org

PC-Stereotype

Heute Abend, steht im Fernsehprogramm, läuft auf Pro7 „Der Anschlag“. Wie das mit Filmtiteln oft so ist: der deutsche ist mehr als phantasielos. Im Original heißt er „The Sum of All Fears“, genauso wie das Buch von Tom Clancy, nach dem er gemacht ist.

Aber hier liegt der Hase im Pfeffer. Der Film ist zwar noch vor dem 11. September gedreht worden, aber auch damals schon – oder gerade deswegen? Islamische Terroristen hat es aus Hollywood bis heute nicht gegeben, nur das Fernsehen hat hin und wieder einen zugelassen – hat er ziemlich wenig mit dem Buch zu tun. Hollywood traut sich einfach nicht, wirklich heiße Eisen anzufassen. Dort hetzt man auf Bush und die Neo-Cons, verteufelt mangelnden Umweltschutz und lässt Lügner wie Michael Moore hoch leben. Islamische Terroristen gibt es nicht – das wäre zum einen eine Beleidigung der Muslime und zum anderen aus genau diesem Grunde gefährlich für die Gesundheit und die Einrichtungen. Also wird aus dem arabischen Terroranschlag des Buches einer von Neonazis. Ich bin mal gespannt, wie diese Neonazis im Film an die Bombe kommen. Im Buch gibt es eine nicht allzu wahrscheinliche, aber doch plausible Erklärung dafür.

Man könnte aber auch fragen, wieso die Hollywood-Filmer ausgerechnet Neonazis die Bombe zünden lassen. Klar, Nazi macht sich immer gut, wenn es um horrende Gewalt geht – dagegen ist nichts Grundsätzliches einzuwenden. Aber wieso gibt es nicht auch mal linksextreme Terroristen? Oder haben wir davon nicht genügend gehabt? Oder zu viele? Der Hass auf die USA in der Linksaußen-Szene dürfte nicht weniger heftig sein als der der Nazis. Und dass diese Szene ihre eigenen Irren mit Umsturz-Ambitionen hat, wissen wir in Deutschland seit Baader und Meinhof zur Genüge. Wenn ich mal so zurückdenke, dann haben die Linksterroristen mehr Terror dafür veranstaltet die Herrschaft an sich zu reißen als die Neonazis (ohne die braune Brühe verniedlichen zu wollen).

Nicht, dass nur die PC-Soldateska von diesem Virus befallen wäre. Auch Tom Clancy, der sicher nicht im politisch linken Lager anzusiedeln ist, beweist in seinen Büchern eine Tendenz dazu die Rechtsextremen als das Übel darzustellen, während Linksterrorismus nicht unbedingt vorkommt. Ein weiteres seiner Bücher – Tom Clancy’s Op-Center: Games of Sate – spielt hauptsächlich in Deutschland, wo eine Gruppe von US-Sicherheitsspezialisten, die eigentlich nur Analysten sind Deutschland, Frankreich, Westeuropa und die USA vor der Machtübernahme durch Neonazis rettet. Wie in anderen seiner Bücher, die teilweise in Deutschland spielen, finden sich hier niedliche Fehler, die uns lauthals lachen lassen und Amerika-Hassern Futter für die Ignoranten und Dummköpfe auf der anderen Seite des Atlantiks liefern dürften. Aber wenn in Games of State „Chaos-Tage“ in Hannover vorkommen, die von Neonazis veranstaltet werden, dann hat die PC-Soldateska zwar ihre Bestätigung, dass selbst die Amis wissen, dass illegale und illegitime Gewalt nur von rechts kommt, aber das Ganze kehrt die Fakten um. Denn „Chaos-Tage“ (und auch noch in Hannover) haben hier ausschließlich Links-Autonome veranstaltet – und die waren in etwa das, was die „Jugendlichen“ in Frankreich gerne mal veranstalten.

Das passt nicht so recht in die übliche Wahrnehmung, unter deren Anleitung allgemein überreagiert wird: mit Hysterie auf Rechte, mit Achselzucken oder Rechtfertigung auf Linke.

Bei Clancy kann man auch andere Tendenzen beobachten. Die Saudis sind Freunde, da ist alles ziemlich in Ordnung, sie sind Opfer des Terrors und Jack Ryan hat einen guten Freund in einem der saudischen Prinzen. Bei Clancy gehören die Saudis zu den Guten, die helfen den Nahost-Konflikt zu lösen und Israels Existenz zu sichern, während es in der Realität nun doch etwas anders aussieht, weil die Saudis den Wahhabismus verbreiten und damit dem islamistischen Terror fördern und Israel das Existenzrecht absprechen sowie Vereinbarungen mit den Amerikanern schlicht ignorieren (so die Öffnung des Marktes im Zuge der Aufnahme in die WTO oder auch die Stationierung von F-15-Kampfflugzeugen in Tabuk, nur 150km von Eilat).

Stereotype sind also etwas Feines. Sie helfen die Welt so zu sehen, wie sie gefälligst gesehen werden soll. Die Aufdrücker der Political Correctness haben ihre Freude dran. Viel mehr, als sie selbst je zuzugeben bereit sind. Sonst wären sie nicht mehr PC und ihr Leben würde sich auf einmal wieder auf die Füße stellen. Das riskieren sie nicht. Fakten? Nein, danke!

Die fortschrittliche, waghalsige Avantgarde

In Los Angeles gibt es wieder ein unheimlich gewagtes Projekt eines absolut avantgardistischen Künstlers. Ein Digital- und Videokünstler hat sich vorgenommen eines der waghalsigsten Projekte auszustellen, das man sich denken kann: Christ Killa. Aus der Selbstbeschreibung:

Beschrieben als die ultimative Schlichtung zwischen Politik und Christenheit, ist „Christ Killa“ ein Videospiel, das zu Videoprojektoren und Fernseh-Bildschirm verlinkt ist. In dem Spiel schießt der Spieler auf Horden mordlüsterner Jesus Christusse; die Landschaft ist angefüllt mit ergoogelten Bildern von christlichen Propaganda-Plakaten, religiösen Stätten wie dem Petersdom in Rom und klischeehaften Darstellungen Christi, die ständig Botschaften der Toleranz und des Mitgefühls murmeln.
Das Publikum ist eingeladen an dem Gemetzel teilzunehmen, indem sie das Videospiel spielen und Kurzfilme des Spiels in Aktion sehen.

Ach, was sind sie stolz, der Künstler selbst natürlich am meisten, dass sie der Welt zeigen können, wie waghalsig sie sind!

Wie wär’s, fragt Michelle Malkin, mit wirklicher Waghalsigkeit? „Wie wär’s mit einem ‚Mohammed Killa’-Spiel? Ersetzt doch mal den mordlüsternen Jesus Christus durch einen mordlüsternen Mohammed, der klischeehafte Friedensbotschaften aus dem Koran murmelt. Füllt die Landschaft im Spiel mit ergoogelten Bildern muslimischer Propaganda und heiligen Moscheen, während die Mord-Mohammeds sich in mit vielen Menschen gefüllten Schulen, Restaurants, Bussen und Märkten in die Luft jagt. Stellt das aus. Los! Seid freigeistige „Künstler“. Zeigt uns, wie mutig ihr glaubende Menschen beleidigt!

Auf Leute, die nicht gewalttätig werden, schlägt man gerne ein. Da kann man mutig sein. Aber weiter geht der „Mut“ dieser „Avantgarde“ nicht. Traurige Feiglinge.