Sogenannte Antirassisten sind die schlimmsten Rassisten von allen

Giulio Meotti, Israel National News, 15. Juni 2020

PLO-Flaggen bei einer Black Lives Matter-Kundgebung in Paris (Reuters)

Adama Traoré starb vor vier Jahren nach einer Festnahme. Er wird der „französische George Floyd“ genannt, weil beide starben, nachdem sie während der Festnahme protestierten, sie seien nicht länger in der Lage zu atmen. „Je ne peux plus respirer.“ Aktivisten verurteilen daher ein „rassistisches Verbrechen“, das Minneapolis und das Val d’Oise eint.

„Rassenkrieg hat Amerika von Anfang an bedroht“, schreibt Eric Zemmour in Le Figaro. „Mit einem verbissenen Willen zum Suizid importierten unsere Eliten ihn auf unseren Boden (d.h. Frankreich) über Jahrzehnte unglaublicher Immigration aus unseren früheren Kolonien, ohne Angst davor ihre fremden, merkwürdigen Kulturen zu verstimmen, die kaum assimilierbar waren, oder das die, die wir früher kolonisiert hatten, uns grollen würden. Für diese in den Mantel des Humanismus und der Großzügigkeit gekleidete Blindheit zahlen wir heute – und wir werden auch morgen noch dafür zahlen.

Wer steckt hinter den Protesten, die das Zentrum von Paris in den letzten Tagen gefüllt haben? Leute wie Éric Coquerel von der linkspopulistischen Partei France Insoumise, der das Departement Seine-Saint-Denis vertritt.

Es ist die antifaschistische Aktion Paris-Banlieue, eine ultralinke Gruppierung. Da sind Adamas Brüder und Schwestern, Söhne der polygamen Ehen des Vaters mit vier Ehefrauen. Almamy Kanouté, Gründer der Anti-Negrophobie-Brigade und Mitglied der Nation of Islam, wird als graue Eminenz des Komitees betrachtet, das alle Medieninterventionen beaufsichtigt. Er schloss sich den aktuellen Black Lives Matter-Aktivisten an, die in Frankreich von Amals Bentounsi vertreten werden. Kanouté hat Verbindungen in die Salafisten-Bewegung.

Dann ist da Samir Elyes, Gründer der Bewegung für Immigration und Vororte (Mib). Es gibt propalästinensische Militante wie Hocine R.; Aberaouf A. von der salafistischen Bewegung. Ebenso Madjid Messaoudène, ein Volksvertreter, der im mehrheitlich muslimischen Departement Saint-Denis gewählt wurde, Organisator eines „berühmten Marsches gegen Islamophobie“.

Das „Adama-Komitee“ baute Kontakte zu profilierten Politikern auf.

Es handelt sich um eine Koalition aus Feinden Frankreichs: Islamisten, Aktivisten der verlorenen Banlieu, linke Politiker, Antizionisten.

Weiße gegen Schwarze, Polizei gegen „Viertel“, Kommnitarismus gegen Säkularismus, Klassenkampf wird durch Rassenkampf ersetzt. Sie genießen die Gunst der Medien, deren Publicity Quelle von Macht, Einfluss und Sichtbarkeit ist.

Und diese „Staatsmärtyrer“ sind um so sichtbarer, weil andere Opfer unsichtbar sind, nämlich die, die vom französischen Antirassismus im Stich gelassen wurden, so wie Sarah Halimi, Mireille Knoll, Ilan Halimi, deren Schuld im doppelten Stigma besteht weiß und jüdisch zu sein; die französischen Opfer desselben Multikulturalismus, der an diesen Tagen des Protests im Namen von Gerechtigkeit und Gleichheit verteidigt wird.

Nicht nur das: Antirassistische Organisationen sind jetzt stark damit beschäftigt französische jüdische Journalisten und Essayisten zu verklagen und zu dämonisieren, die dem Multikulturalismus gegenüber kritisch eingestellt sind: der Historiker George Bensoussan, der Journalist Eric Zemmour, der Philosoph Alain Finkielkraut.

Paul-François Paoli erklärte in „Pour en finir avec l’idéologie antiraciste“ (Die antirassistische Ideologie beenden), dass der französische Antirassismus, entstanden aus edlen Prinzipien, sich in eine „Ideologie entwickelt hat, die die freie Meinungsäußerung bedroht“.

Und es ist mehr als das. In Paris brüllen Antirassisten „sale Juif“ – Drecksjuden. Übersetzt hier für die Medien: Sogenannte Antirassisten sind die schlimmsten Rassisten von allen.

Souveränität – kann die israelische expandieren, während die französische schwindet?

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Frankreich hat sich in den Medien als Führer der Länder vorgestellt, die von der Europäischen Union verlangen Strafmaßnahmen gegen Israel einzuführen, sollte es Teile der Westbank annektieren.[1] Bei dem Treffen der EU-Außenminister am 15. Mai wurde jedoch nicht einmal eine Vereinbarung zu einem milderen Antrag erzielt.[2]

Dieser Versuch antiisraelischer Führung durch Frankreich kommt zu einem Tiefpunkt in der Geschichte dieses Landes. Bis 17. Mai hatte Frankreich mehr als 27.000 Corona-Tote, wodurch es zu den am schlimmsten betroffenen europäischen Staaten gehört.[3] Es hat beträchtliche wirtschaftliche Probleme. Bereits vor der Pandemie hatte Frankreich ein schlechtes Verhältnis des Bruttosozialprodukts zum Schuldenstand, bei fast 100%. Die EU sagt ihrer Mitgliedstaaten eine Quote von etwa 60% anzustreben und das Haushaltsdefizit nicht über 3% geraten zulassen. Bis Mitte April sagten französische Minister für 2020 ein Haushaltsdefizit von 9% und ein BSP/Schulden-Verhältnis von 115% voraus,[4] was durchaus optimistisch sein könnte. Präsident Emmanuel Macrons Beliebtheit nimmt ab. Gegen Ende April lag sie bei 38%. Während des Ausbruchs der Pandemie hat sie zugenommen.[5]

Lange wurde die EU von einer deutsch-französischen Achse gesteuert. Jahrzehnte lang waren die Deutschen bereit Frankreich in der EU eine größere Rolle zu geben, als es das aufgrund seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts verdiente. Das hing mit Deutschlands grausamer Kriegsvergangenheit zusammen. Den Deutschen gefiel ihre stärker als erforderliche Zurückhaltung. Während Angela Merkels lang andauernder Kanzlerschaft, die 2005 begann, wurde Deutschland dominanter. Das um so mehr, als der vorige sozialistische französische Präsident François Hollande (2012-2017) ein schwacher Führer war.

Frankreich droht weiterer Verfall. Die deutsche Tageszeitung Die Welt schrieb, dass Frankreich auf die Pandemie furchtbar schlecht vorbereitet war, wofür es mit vielen Toten bezahlte. Sie fügte hinzu, dass Frankreich heute wirtschaftlich weit hinter Deutschland zurückliegt. Es hat einen enormen Vertrauensverlust der französischen Bürger in die politische Führung ihres Landes gegeben. Die Zeitung behauptete auch, dass es in der Vergangenheit in Frankreich ein Gefühl gab, es habe eine Mittelposition zwischen den EU-Staaten Nordeuropas und dem wirtschaftlich problematischen Südeuropa eingenommen. Nach der Corona-Krise gehört es eindeutig zur Südgruppe.[6]

Es gibt andere extrem hetzerisch-antiisraelische Mitgliedstaaten der EU.[7] Warum sollte Frankreich der Führer des Lagers gegen die israelische Annexion sein? Sollte Frankreich in diesem kritischen Moment des nationalen Versagens nicht nach innen blicken? Warum tatsächlich international eine führende Rolle einnehmen?

Eine Reihe Faktoren scheint ins Spiel zu kommen. Die französische Außenpolitik ist die Domäne des Präsidenten des Landes. Ein Assistent des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (2007-2012) sagte mir jedoch, dass es für seinen Chef sehr schwierig war das Außenministerium unter Kontrolle zu halten. Das Quai d’Orsay – wie es nach seiner Adresse oft genannt wird – verhält sich sehr unabhängig. Es hat seit dem 19. Jahrhundert eine proarabische Politik betrieben.

2008 veröffentlichte David Pryce-Jones sein Buch Betrayal: France, the Arabs and the Jews.[8] Seine Recherche beinhaltete Dokumente, zu denen er in den Archiven des französischen Außenministeriums Zugang hatte. Er kam zu dem Schluss, dass Frankreich im Nahen Osten mehr Schaden angerichtet hat als jedes andere Land.

Frankreich hat zwar sein Imperium verloren, versucht aber immer noch ein Image der Größe beizubehalten, das weit über sein wirkliches politisches und wirtschaftliches Gewicht hinausgeht. Das bedeutet auch auf Israel herabzusehen. 2001 ereignete sich bei einer privaten Dinnerparty bei Conrad Black, damals der Eigentümer des Daily Telegraph, ein diplomatischer Vorfall, an den man sich durchaus erinnert. Der französische Botschafter in Großbritannien Daniel Bernard bezeichnete Israel als „kleines Scheißland“.[9] Als Blacks Ehefrau Barbara Amiel das publik machte, versuchte Bernard sich herauszuwinden. Der Skandal brachte ihm in Frankreich keine Probleme ein; Bernard wurde zum Botschafter in Algerien ernannt, ein weiterer wichtiger Posten. Dort starb er 2004.

Gérard Araud wurde 2003 zum französischen Botschafter in Israel ernannt. Er hatte seine Legitimation noch nicht vorgelegt, als er sagte: „Sharon (damals Israels Premierminister) ist ein Verbrecher und Israel ist paranoid.“[10] Das kostete ihn beinahe seinen Job. Mit der Verwendung des Begriffs „paranoid“ demonstrierte er die französische Mischung aus Politik und Psychologie noch deutlicher.

Vielleicht haben wir hier einen Hinweis für einen Grund, dass Frankreich immer noch das Lager gegen die Annexion durch Israel anführen will. Der psychologische Faktor mag eine wichtige Rolle spielen. Frankreich ist auf seinem eigenen Territorium nicht völlig souverän. Es gibt eine große Zahl Gegenden, in die zu gehen für die Behörden „schwierig“ ist. Die französische Polizei hat Probleme diese Bereiche unbeschadet zu betreten und zu verlassen. Es ist ein Zeichen totaler Machtlosigkeit und Inkompetenz der Regierung, dass diese Situation sich entwickelt hat.

Ist es ein zu großer psychologischer Sprung zu glauben, dass Frankreich einerseits einiges an Souveränität auf dem eigenen Territorium abgegeben hat? Andererseits will das „kleine Scheiß-Israel“ seine Souveränität ausweiten. Das ist mental nicht zu verkraften. Warum sollte Frankreich einen Schwerpunkt auf das Völkerrecht legen, wenn es Zuhause nicht einmal seine eigenen Gesetze voll durchsetzen kann? Man kann ein Land nicht auf die Couch legen. Aber es lohnt sich den Gedanken zu äußern.

[1] hwww.theguardian.com/world/2001/dec/20/israel2

[2] https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage_en/79450/Video%20conference%20of%20Foreign%20Affairs%20Ministers:%20Remarks%20by%20High%20Representative%20Josep%20Borrell%20at%20the%20press%20conference

[3] http://www.worldometers.info/coronavirus/country/france/

[4] www.latribune.fr/economie/france/croissance-a-8-dette-de-115-le-gouvernement-aggrave-encore-ses-previsions-economiques-pour-2020-845085.html

[5] www.lefigaro.fr/politique/les-popularites-de-macron-et-philippe-sont-en-baisse-20200424

[6] www.welt.de/politik/ausland/plus207646603/Corona-Krise-Frankreich-fuehlt-sich-von-Deutschland-endgueltig-abgehaengt.html

[7] www.welt.de/politik/ausland/plus207646603/Corona-Krise-Frankreich-fuehlt-sich-von-Deutschland-endgueltig-abgehaengt.html

[8] Verrat: Frankreich, die Araber und die Juden. – David Pryce-Jones: Betrayal: France, the Arabs and the Jews (NY, Encounter Books, 2008)

[9] http://www.theguardian.com/world/2001/dec/20/israel2

[10] http://jcpa-lecape.org/la-diplomatie-francaise-deraille-aveuglee-par-la-nostalgie-du-levant/

Macron, die französischen Juden und Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Shmuel Trigano (direkt vom Autor)

Wenn ich auf den Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim Holocaust-Forum in Jerusalem zurückblicke, erkenne ich das Wesen des französischen Syndroms bezüglich Israels. Es ist Teil der Medien, der öffentlichen Meinung, die von der nationalen Presseagentur AFP sowie auch dem Außenministerium am Quai d’Orsay gefüttert wird.

Macrons Besuch hat die Agenda festgelegt. Sie schien ein Happening aufeinander folgender symbolischer Szenen zu sein. Zuerst wird Yad Vashem besucht, um Mitgefühl zu zeigen und große Wort zum Gedenken zu sprechen. Er heckte den Skandal des Besuchs in der St. Anna-Kirche aus, eine fast komische Neuauflage des Besuchs von Präsident Jacques Chirac dort im Jahr 1996. Es war eine sehr symbolische Örtlichkeit: eine Frankreich gehörende Kirche. Dort residieren zwei pro-palästinensische NGOs. Schließlich besuchte Macron die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah. Das war das Gegenstück zum Besuch in Yad Vashem.

Shmuel Trigano ist ein Prof. em. für Soziologie an der Universität Paris. Er hat verschiedene Institute für jüdisches Lernen gegründet und ist Autor zahlreicher Bücher, die sich auf jüdische Philosophie und jüdisches politisches Denken konzentrieren.

Macrons Politik gegenüber Israel unterscheidet sich nicht von der seiner zwei Vorgänger, dem Sozialisten François Hollande und dem Mitte-Rechten Nicolas Sarkozy. Die französische Außenpolitik wird am Quai d’Orsay konzipiert, einem Staat innerhalb des französischen Staates. Seine Politik ändert sich nicht, wenn ein neuer Präsident kommt, sie wird auch nicht öffentlich im Publikum oder im Parlament diskutiert. Das Quai d’Orsay verfolgt seit dem 19. Jahrhundert eine pro-arabische Politik. Typisch dafür war, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg dem von Frankreich festgenommenen Mufti von Jerusalem half nach Ägypten zu fliehen. Damit vermied er als Kriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen verurteilt zu werden. Das war ein wichtiger Akt, um sich bei arabischen Nationalisten anzubiedern.

Soweit es Frankreichs Juden angeht, hatte Sarkozy mehr Empathie gegenüber ihnen als seine beiden Nachfolger. Doch in Bezug auf Israel waren die Abstimmungen Frankreichs unter Sarkozy in internationalen Gremien pro-palästinensisch und die Haltung des Landes fiel permanent zugunsten der palästinensischen Sache aus.

Macron hat nichts Besonderes gegen den französischen Antisemitismus unternommen. Er hat allerdings anerkannt, dass Antizionismus eine Form von Antisemitismus ist. Diese Äußerung wird sowohl von seiner Politik als auch der aktuellen öffentlichen Debatte in Frankreich entwertet, die das palästinensische Narrativ übernimmt.

Man muss daher fragen: „Was steckt hinter Macrons überraschender Haltung zum Antizionismus?“ Ich kann mir nur denken, dass seine Berater ihm vorgeschlagen haben das zu tun. Die Äußerung hatte keine konkreten Folgen. Macron hat sich darauf spezialisiert etwas zu sagen und das Gegenteil zu tun. Zum Beispiel bejubelt er regelmäßig die französische Republik. Trotzdem ist er extrem pro-europäisch, was dem nationalen und republikanischen Zusammenhalt zuwider läuft.

Macron gab eine wütende Äußerung über die Beurteilung des Mörders von Sara Halimi ab. Er wurde von den Richtern für „nicht kriminell verantwortlich für sein Tun“ befunden. Macrons Bemerkungen können nur als Versprecher erklärt werden. Man kann sich nicht vorstellen, dass der Präsident der Republik die Gerichte kritisiert. Es gab zu seiner Äußerung keine nachfolgende Erklärung.

Macron sagt implizit, dass Israel aufgrund der europäischen Schuld wegen des Holocaust existiert. Das widerspricht der Wahrheit nicht nur in Bezug auf die jüdische und zionistische Geschichte. Es verzerrt auch, was die Schoah und die Vertreibung praktisch aller Juden aus der arabischen Welt beweist: die objektive Schlussfolgerung, dass es ein kollektives jüdisches Schicksal gibt. Ich analysiere dieses europäische Syndrom bezüglich der europäischen Erinnerung an die Schoah in meinem Buch The  Auschwitz Frontier (Die Auschwitz-Grenze).

Macron sagt implizit auch, dass Jerusalem nicht den Juden gehört. In seiner Rede in Yad Vashem warnte er vor der Instrumentalisierung der Schoah. So wie ich den Text verstanden habe, richtete sich das auch an die Juden. Die französische Außenpolitik hat immer vorgezogen Jerusalem solle nicht in Israel, sondern ein corpus separatum sein (eine abgesonderte Einheit). Mit dem Blocken der israelischen Sicherheitsleute in der Kirche St. Anna und mit seiner Rede spielte Macron ein anderes Spiel. In dieser französisch-katholischen Kirche übermittelte er die Botschaft, dass Jerusalem nicht israelisch ist, während Frankreich Anwesenheit dort mehr Legitimität hat. Das Theaterspiel Macrons in der Kirche richtete an die palästinensische Autonomiebehörde und die  PLO. Es handelte sich um eine Art Entschuldigung dafür nach Yad Vashem gekommen zu sein. Seine Botschaft lautete: „Yad Vashem ist jüdisch, Jerusalem ist es nicht.“

Im Flugzeug auf dem Heimflug rief Macron drei französische Journalisten zu sich und sagte ihnen, dass das, was die Erinnerung an die Schoah für seinen Vorgänger Chirac war, der Algerienkrieg für ihn sei. Das gründete auf einer großen Lüge. Die Kolonisierung Algeriens ist nicht mit einem Verbrechen gegen die Menschheit vergleichbar. Darüber hinaus hat die FLN, die algerische Unabhängigkeitsbewegung, schwere rassistische und politische Verbrechen an Teilen der arabischen Bevölkerung begangen und sie hat eine Million Nichtmuslime ethnisch gesäubert.

Was steckt hinter diesem ideologischen Trugschluss? Macron wollte die Erinnerung an die Schoah in eine Pseudo-Erinnerung an französische Verbrechen in Algerien verdrehen. Auf gewisse Weise versorgte er die palästinensischen Araber mit einem wettbewerbsfähigen Mittel gegen die Juden. Es stützt die palästinensische Erfindung der Nakba, die das Zerrbild eines fehlgeschlagenen arabischen Vernichtungskriegs gegen die israelischen Juden in etwas wie die Schoah kehrt. Es sollte erwähnt werden, dass eine jüdische Delegation Macron in Jerusalem begleitete. Sie schwiegen dazu. Das sollte für die Geschichtsbücher aufbewahrt werden.

Um es zusammenzufassen: Es ist klar gewesen, dass die französischen Juden im Kampf gegen den Ausbruch von Antisemitismus von Macron und seiner Regierung absolut nichts erwarten können.

Antisemitismus lässt sich nicht mit Lippenbekenntnissen bekämpfen

Die Botschaft der EU zu den Siedlungen erlaubt stillschweigend Israel verantwortlich zu machen und damit auch die Juden zu hassen. Um das zu bekämpfen reichen Worte nicht aus; Handeln ist gefragt.

Fiamma Nirenstein, Israel HaYom, 23. Februar 2020

Antisemitismus wird richtig gefährlich, wenn er zum Organisationsprinzip der Gesellschaft wird. Das geschah während des letzten Jahrhunderts unter dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus und es passiert heute wieder.

Erbarmungslose Einseitigkeit gegen Israel, Zionismus und damit das jüdische Volk sind zunehmend mit institutioneller Macht miteinander verwoben. Er hat die Mentalität all derer durchdrungen, die unter dem Dach der „Intersektionalität“ leben, d.h. derer, die sich unterdrückt fühlen und die sozialen Frust in verschiedenen Formen hegen. Zionismus und damit auch das jüdische Volk werden als Unterdrücker dargestellt und dieser Sichtweise ist durch Organisationen wie die Europäische Union und die Vereinten Nationen politische Legitimität gewährt worden.

Ethnie, Geschlecht, Kultur, etc. – sind miteinander vermischt worden. Und alle – Feministen, Professoren an Universitäten, Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft, Hollywood-Regisseure, Kinderrechts-Verfechter – griffen Israel an, aus variierenden Gründen, die vom „Pinkwashing“ über weißes Herrenmenschentum bis zu Neokolonialismus reichen. Es stehen scheinbar unendlich viele Themen zur Verfügung. Diese Vermischung animiert nicht nur zu Voreingenommenheit, sondern stärkt diese auch. Dieser Gedankenstrom behauptet, der Staat Israel betreibe Kriegstreiberei, die in ihrer Natur kolonialistisch und rassistisch ist; das Judentum, das Israel erzeugte, wird dafür verantwortlich gemacht. Die schlichte Idee, dass das Judentum das gesamte jüdische Volk einschließt, schließt dann den Kreis des Antisemitismus.

Die wichtigsten Institutionen der Welt von heute puschen diesen Gedankengang, wenn auch nicht ausdrücklich. Die Eltern des zeitgenössischen Antisemitismus sind dieselben, die bei Konferenzen, Institutionen, Synagogen und sogar in Israel auftauchen, um ihre Kampagnen gegen den Antisemitismus zu verkünden.

Was kann also getan werden? Die allgemein anerkannte Antisemitismus-Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) ist ein positiver Schritt, denn er verbindet Antisemitismus und „Israelophobie“ miteinander. Das reicht aber nicht aus. Nur mit politischem Handeln, nicht mit Vorwürfen oder Versprechen die Geschichte der Schoah zu lehren, kann Antisemitismus bekämpft werden. Das ist der Grund, weshalb US-Präsident Donald Trumps Präsidentenverfügung gegen Antisemitismus so notwendig ist; sie ist aus politischen Schritten zusammengesetzt, die das Paradigma des politischen Antisemitismus zerstören.

Auch in Europa hat es einigen Fortschritt gegeben. Ungarn und die Tschechische Republik haben große Schritte gegen Antisemitismus gemacht, indem sie sich 2017 bei der Abstimmung in der UNO-Vollversammlung enthielten, mit der Trumps Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels verurteilt wurde. Sechs EU-Mitgliedstaaten (darunter einmal mehr die vier Visegrad-Staaten) stellten sich Anfang diesen Monats gegen Antisemitismus, indem sie sich gegn einen Beschluss des Hohen EU- Repräsentanten für Äußeres und Sicherheit Josep Borell stellten, der zu einer gemeinsamen Verurteilung von Trumps Plan „Frieden zu Wohlstand“ aufrief. Durch ihr Tun öffneten sie eine echte Diskussion um Israels Sicherheitsbedürfnisse und die Rechtmäßigkeit der Siedlungen.

Frankreich, Deutschland und Großbritannien zeigten, nachdem sie lange die entsetzliche Vereinbarung Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) der P5+1 mit dem Iran von 2015 verteidigten, Bereitschaft Teheran infrage zu stellen, als sie den Streitschlichtungs-Mechanismus des Deals in Gang setzten, der unter Umständen zu Sanktionen führen kann.

Der Iran und seine Drohungen Israel auszulöschen sind ein besonders wichtiges Element der modernen Institutionalisierung des Antisemitismus. Solange Institutionen beim Iran nicht gegen die wiederholt zum Ausdruck gebrachten, verbotenen Drohungen die Juden auszulöschen protestiert wird, wird es kein Aufhalten des Antisemitismus geben und „Nie wieder“ bleiben leere Worte.

Antisemitismus kann nicht besiegt werden, solange die Europäische Union weiter antiisraelische Hetze fortsetzt, die auf der Fiktion der „Illegalität“ der Siedlungen und der Präsentation von Waffenstillstandslinien als Staatsgrenzen gründet. Die Siedlungen sind nicht illegal; sie sind umstritten. Sie sind ein wesentlicher Teil der Wiege der jüdischen Geschichte und indem dieser Punkt komplett ignoriert wird, propagiert die Europäische Union die Verleumdung vom jüdischen Kolonialismus und damit alle damit verbundenen antisemitischen Lügen.

Die Botschaft der Europäischen Union bezüglich der Siedlungen räumt den Siedlungen stillschweigende Erlaubnis ein Israel die Schuld zuzuschreiben und es zu hassen. Die Europäische Union verbindet sich damit wieder mit der uralten Tradition des mörderischen europäischen Antisemitismus.

Der einzige Weg das zu bekämpfen besteht in politischem Handeln. Solches Handeln muss beinhalten, dass die diskriminierende Etikettierung in Europa verkaufter israelischer Produkte aufgehalten wird, schwarze Listen zu geschäftlichen Aktivitäten in den umstrittenen Gebieten abgeschafft werden und die BDS-Bewegung geächtet wird.

Als der französische Präsident Emmanuel Macron im Januar nach Jerusalem kam um am Fünften Welt-Holocaust-Forum teilzunehmen, das den Titel „An den Holocaust erinnern, Antisemitismus bekämpfen“ trug, hielt er eine bewegende Rede voller tragischer Erinnerungen und guter Absichten. Während eines Besuchs bei PA-Führer Mahmud Abbas wirkte er jedoch restlos blind gegenüber der Tatsache, dass Abbas die Schoah leugnet, antisemitische Äußerungen von sich gibt, zu Terrorismus aufstachelt und es ablehnt den jüdischen Staat anzuerkennen. Diese Kurzsichtigkeit ist ein politisches Versagen, das verhindert, dass Frankreich den Antisemitismus bekennt.

Kurz gesagt: Um den institutionalisierten Antisemitismus von heute zu bekämpfen, sind Schlachten an zwei Fronten nötig: Iran und die umstrittenen Gebiete. (Es ist kein Zufall, dass US-Präsident Barack Obamas letzter Zug als Präsident gegen Israel in den Vereinten Nationen erfolgte, nämlich mit Resolution 2334 im Dezember 2016).

Obwohl eine entscheidende Schlacht gegen diskriminierende Etikettierung israelischer Produkte, die in Europa verkauft werden hat zwar noch nicht stattgefunden, auch wenn osteuropäische Länder sich dagegen auflehnen, ist das politische Handeln der USA, das israelische Souveränität in Judäa und Samaria sowohl im Sicherheits- als auch dem juristischen Bereich ermöglicht, ein effektives Gegengift zu den Ansprüchen der Europäischen Union und der UNO. Es hebt die Idee auf, dass Juden illegitim, grausam, kolonialistisch und illegale Eindringlinge im Land Israel sind.

Es überrascht nicht, dass europäische Opposition zu dieser amerikanischen Haltung und zur US-Politik gegenüber dem Iran unglaublich robust gewesen ist.

Solange wie Macron dem iranischen Außenminister Mohammed Javad Zarif die Hand schütteln und ihm auf die Schulter klopfen kann, kann er kein wahrer Kämpfer gegen Antisemitismus sein. Sein Handelt legitimiert die irren Schwüre des iranischen obersten Revolutionsführers Ali Khamenei den jüdischen Staat zu vernichten.

EU-Außenpolitikchef Borrell sagt: „Der Iran will Israel auslöschen; das ist nichts Neues. Damit mus man leben.“ Mit dieser hochmütigen Haltung wird Antisemitismus institutionell gefördert.

Das Märchen vom psychisch kranken Jihadisten

Französischer Psychiater vernichtet die Wahnsinn-Rechtfertigung

Stephen Brown, FrontPageMag, 21. Mail 2019

Heutzutage wird nur allzu oft nach einem islamischen Terroranschlag der Täter praktisch sofort für psychisch krank erklärt. Oft wird das erklärt, bevor irgendeine psychische Untersuchung des Jihadisten vorgenommen oder andere Beweise offeriert werden. Diese Schlussfolgerung wird dann der Welt als Fakt und außerhalb jeglicher Diskussion präsentiert.

Zum Beispiel wurde der Jihadist/Mörder, der in Frankreich Sarah Halimi, eine 65-jährige jüdische Ärztin, 2017 bei einem antisemitischen Anschlag aus einem Fenster warf, nachdem er sie verprügelte, von den Behörden sofort „in eine psychiatrische Einrichtung, ohne dass er eine Gefängniszelle gesehen hatte“.

In Frankreich sind psychiatrische Einrichtungen für Jihadisten aufgebaut worden, die von den Kämpfen für den Islamischen Staat in Syrien zurückkehren. Den Franzosen wird zu verstehen gegeben, dass ihr Anschluss an und Kampf für eine solche völkermörderische Organisation schlicht eine psychische Abweichung sei, die medizinisch behandelt werden muss. (Wer ist hier irre?)

Und er französische Innenminister Gerard Collomb wollte „die psychiatrischen Krankenhäuser mobilisieren, um die radikalisierten Individuen zu identifizieren … um all diejenigen Profile zu finden, die morgen dazu übergehen könnten einen Anschlag zu verüben.“

Der französische Psychiater Yann Andretuan, Leiter des psychologischen Dienstes der französischen Marine, der mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen französischen Krankenhäusern gearbeitet hat, bestreitet diese psychiatrische Interpretation islamischer Terroranschläge; er betrachtet sie als falsch.

„Ich bin Psychiater und ich glaube nicht, dass Terrorismus Wahnsinn im psychopathologischen Sinne des Begriffs ist“, schreibt Andretuan in einem Artikel in Le Figaro,  einer französischen Zeitung.

Zuerst verficht Andretuan, dass Psychiatrie und Psychologie „nichts sagen, um diesen Wahn zu erklären und zu heilen“; er deutet an, dass es keine medizinischen Wurzeln gibt und eine medizinische Heilung daher unmöglich ist.

Andretuan fährt dann mit seiner eigenen Erfahrung als Psychiater fort. In seinen 12 Jahren Praxis in verschiedenen französischen Krankenhäusern erklärt er, er musste erst einmal einen Patienten physisch ruhig gestellt und wurde, ebenfalls erst einmal, von einem Demenzpatienten angegriffe, der über neunzig Jahre alt war.

„Geschlossenen Abteilungen können laut sein, es ist aber selten gewalttätig“, erklärt der erfahrene Psychiater.

Der französische Arzt führt dann eine Studie aus den 1990-ern an, die zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit „von einer Einzelperson angegriffen zu werden, die einen Psychiater konsultierte, zehnmal geringer ist als durch jemanden, bei dem das nicht der Fall ist“.

Manche haben argumentiert, dass die psychische Erkrankung der Jihadisten infolge der Tatsache offensichtlich ist, dass sie, manchmal leicht, für eine so mörderische Sache wie islamischem Terrorismus rekrutiert werden.

„Manche Individuen werden einen Grund finden, der ihnen in ihrem Delirium einen Sinn gibt … aber wie viele?“, fragt er. „Man muss keine Epidemie in geschlossenen Psychiatrien befürchten.“

Andretuan führt dann als Beispiel für die Schwierigkeit und Untauglichkeit des Anwerbens von Geisteskranken Kommandoeinheiten an, die die Engländer im Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben.

„Die Engländer glaubten, dass sie Soziopaten wegen deren fehlenden Hemmungen zu Töten anwerben könnten“, erklärte er. „Das war ein Fehlschlag. Also suchten sie nach Männern, gebildet und oft Produkt der englischen guten Gesellschaft, die keinerlei psychische Probleme aufwiesen…“

Außerdem, sagte Andretuan, haben Armeen instabile Rekruten immer ausgemustert, weil sie sie für zu schwierig unter Kontrolle zu halten betrachteten.

Indem sie die Terroristen als Verrückte bezeichnen, sagt Andretuan, suchen Politiker wie Collomb nicht nach einer Erklärung für die Terrorakte der Terroristen, sondern sie suchen nach „Konsequenzen dieser Schlussfolgerungen“, im Glauben sie könnten geheilt werden wie die Mitglieder einer Sekte.

„Alles in allem: Wenn man ein Opfer einer Sekte überzeugen kann diese zu verlassen, dann ist das mit einem Terroristen genauso möglich“, schreibt Andretuan über diese falsche Vorstellung. „Man kann Terrorkandidaten daher mit psychologischen Techniken ‚entradikalisieren‘, auf eine gewisse Art und Weise den Prozess der Konditionierung umkehren und sie damit in gute Bürger aus ihnen machen.“

Mit anderen Worten: „Die Wissenschaft darf nicht nur erklären … sie muss auch handeln“, was, wie Andretuan behauptet, „die Funktion von Ingenieuren ist“.

Andretuan glaubt, dass Frankreich mit seinem Missbrauch der Psychiatrie so langsam die ehemalige Sowjetunion übernimmt. Die Sowjetunion sperrte diese Störern der Gesellschaft, die Dissidenten, in psychiatrische Krankenhäuser, während Frankreich dasselbe mit Unruhstiftern n seiner Gesellschaft, den Jihadisten, macht. Und wie die Sowjets mit ihren Dissidenten scheinen die französischen Behörden die Gründe der Jihadisten für deren mörderisches Verhalten mit ähnlicher Gleichgültigkeit zu behandeln, wie ein Ärgernis, das irgendwann verschwinden wird, „wie Mücken im Sommer“, obwohl die Jihadisten, anders als die sowjetischen Dissidenten, „ohne Ansehen der Person töten.“

Andretuan stellt mit der Psychiatrisierung der Jihadisten „einen Trend“ seitens der französischen Regierung fest, nämlich ihr Verhalten zu „naturalisieren“, in ihnen „eine biologische oder wissenschaftliche Wahrheit“ zu finden. In unserer Zeit, erklärt er, gibt diese Naturalisierung eine Art „Legitimität“.

„Durch die Naturalisierung des Problems des Terrorismus“, erklärt Andretuan jedoch, „entleert man dessen politische Dimension. Man kann sich ja nicht mit Verrückten im Krieg befinden.“

Und sehr wichtig: Mit der Räumung der politischen Dimension müssen die französischen Politiker, in Angst vor ihrer großen muslimischen Minderheit, die Wurzeln der Terroranschläge nicht untersuchen, die im Islam selbst zu finden sind.

Der französische Autor Gilles William Goldnadel glaubt, dass diese „gedankenlose und unverantwortliche Verpflichtung“ islamische Terroristen als geistesgestört zu betrachten „an sich ein soziale5, politische5 und psychologischer Wahn“ ist. Goldnadel glaubt zurecht, dass islamische Terroristen nicht in psychiatrische Betreuung gehören, sondern ins Gefängnis.

Der französische Pychiatrieprofessor Raphael Gaillard glaubt auch, dass „die große Mehrzahl der Terroristen keine Verbindung zu Psychiatrie haben“, während der französische Terrorismusexperte Romain Caillet dabei bleibt, dass die „Mehrheit der Psychiater und Terrorismusexperten „nichts tun, um die Radikalisierung psychiatrisch zu erklären“.

Die Weigerung der französischen Regierung auf die Worte ihrer Terrorismus- und Psychiatrie-Experten zu hören, führt jedoch zu verstörenden Schlüssen. Mit der „Räumung der politischen Dimension“ und dem Versuch die Terroranschläge psychiatrisch zu erklären, konstatiert Caillet, wird „das Stellen beunruhigender Fragen vermieden“. So, wie bereits erwähnt, die islamischen Wurzeln der Anschläge.

Als genauso wichtig betrachtet Goldnadel in der Psychiatrisierung islamischer Terroranschläge den Versuch der Regierung die Terroristen von aller persönlichen Verantwortung für ihr Tun freizusprechen. Immerhin: Wenn man keinen Krieg gegen Verrückte führt, wie Adretuan behauptet, dann macht man Verrückte auch nicht für ihr Tun verantwortlich.

Aber Goldnadel sieht etwas Gefährlicheres, sogar Perverses in der Psychiatrie-Verteidigung islamischer Terroristen.

„Ich bestätige… dass diese Tendenz zur psychiatrischen Ausrede auch eine Unentschlossenheit sich selbst physisch und mit tödlichen Waffen zu verteidigen versteckt und stattdessen Entradikalisierung vorziehen….“

Andretuan gibt aber zurecht an: „Widerstand zu leisten heißt weiterzuleben.“ Und das französische Volk sollte sich nicht erlauben „von der Angst erschüttert zu werden, die die Terroristen erzeugen wollen.“

Es ist aber diese Weigerung die Jihadisten zu bekämpfen, sie mit psychiatrischen Glacéhandschuhen anzufassen und dem französischen Volk die Sicherheit zu verweigern, die es verdient und für die zu sorgen es ihre Pflicht ist, die das größte Verbrechen der französischen Politiker darstellt. Der französische Autor Shmuel Trigano fasst das treffend so zusammen: „Sie opfern die Opfer, um die Schlacht nicht an die Henker abgeben zu müssen.“

Andretuan stellt allerdings richtigerweise heraus: „Es ist nicht nötig eine Suche nach den Hauptursachen des Wahnsinns durchzuführen… um zu bestätigen, dass es Monster gibt und dass es notwendig ist sie zu bekämpfen.“

Die fast perfekte Manipulation: Israel zukünftiger Verbrechen beschuldigen

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor; auf Englisch veröffentlicht bei BESA)

Der aus dem Amt scheidende französische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Gérard Araud, ist ein längjähriger Hetzer gegen Israel und gerissener Anwender antisemitischer Anschuldigungen. In einem Abschiedsinterview mit dem Atlantic sagte er, Israel werde die Palästinenser entweder komplett staatenlos oder zu israelischen Staatsbürgern machen müssen. Er fügte an: „Sie werden sie nicht zu israelischen Bürgern machen. Also werden sie es amtlich machen müssen, was heißt, dass wir die Lage kennen und die ist eine Apartheid. Es wird offiziell zum Apartheidstaat werden. Faktisch ist es das schon.“[1]

Dass das semantisch armselig ist, ist eine Randerscheinung. Arauds clevere Manipulation nutzt eine Anschuldigung über das, was in der Zukunft geschehen könnte. Das ist extrem schwierig zu widerlegen. Beschuldigt man jemanden, indem man sagt: „Du bist ein Vergewaltiger“, dann mag ein Beweis erforderlich sein. Sagt man jedoch: „Du wirst ein Vergewaltiger sein“, muss nichts bewiesen werden. Nur mit dem Tod des Beschuldigten wird voll klar werden, dass die hasserfüllte Anschuldigung falsch war. Indem er in seiner Anschuldigung betont, dass Israel in der Zukunft zum Apartheidstaat werden wird, konnte Araud nebenbei als Bemerkung einwerfen, dass Israel aktuell bereits ein solcher Staat sei.

Eine der wenigen Optionen, um Anschuldigungen über das Begehen von Verbrechen in der Zukunft gegenzusteuern, besteht darin die Person zu untersuchen, die die Manipulation betreibt. Ein französischer Botschafter sollte zu den letzten gehören, die Israel Apartheid vorwerfen. Nach Frankreichs Niederlage gegen die Deutschen 1940 und dem folgenden Waffenstillstand beendete das gewählte Parlament der französischen Dritten Republik deren Bestehen, indem sie Philippe Pétain zum Staatschef ernannten, der Allgewalt bekam. Die folgenden Regierungen machten aus Frankreich ein Land, das weit schlimmer als ein Apartheidstaat war. Vichy-Frankreich, noch autonom, verbannte Juden aus vielen Berufen, darunter im öffentlichen Dienst. Danach beschlagnahmte es jüdische Unternehmen. Es hielt zehntausende jüdischer Flüchtlinge in Konzentrationslagern. Das Vichy-Regime übergab viele zehntausende Juden den Deutschen, die sie dann in den Tod deportierten.

Es gab im Krieg massive Kollaboration zwischen den Franzosen und den Deutschen. Nach dem Krieg wollten französische Regierungen keine Verantwortung für das Tun Vichys übernehmen. Das war so, obwohl Pétain legal an die Macht gekommen war. Der sozialistische Präsident François Mitterand, 1981 bis 1995 im Amt, war ursprünglich ein Vichy-Mitarbeiter. Er wechselte die Seiten und schloss sich 1942 der Résistance an. Damit war Mitterand sich der Verbrechen Vichys durchaus bewusst. Er lehnte es trotzdem ab Frankreichs Verantwortung dafür anzuerkennen.

Erst 1995 unter Jacques Chirac, Mitterands Mitte-Rechts-Nachfolger als Präsident der Fünften Französischen Republik, änderte sich die Politik des Landes plötzlich. Am 16 Juli 1995 gestand Chirac Frankreichs Rolle bei der Ermordung der Juden ein, die es nicht beschützt und stattdessen ihren Henkern ausgeliefert hatte. Bei einer Gedenkfeier sagte er, dass Frankreich den Nazis Hilfe bei der Verhaftung von Juden als Schritt auf dem Weg zu ihrer Ermordung gab. Er fügte hinzu: „Wir haben ihnen gegenüber eine untilgbare Schuld.“[2]

Die jüngste Hetze Arauds gegen Israel kommt viele Jahre nach der ersten. Freddy Eytan, ein ehemaliger israelischer Botschafter, der derzeit beim Jerusalem Center for Public Affairs aktiv ist, erinnerte an früheres Fehlverhalten Arauds. Dieser war 2003 bereits als Botschafter in Israel bestellt, hatte aber seine Referenzen noch nicht vorgelegt, als er sagte: „Sharon ist ein Verbrecher und Israel ist paranoid.“ Das kostete ihn beinahe den Job.[3]

Yassir Arafat starb 2004 in einem französischen Krankenhaus. Frankreich erwies ihm militärische Ehren. Damals war bereits bekannt, dass Arafat – nachdem er Nobelpreisgewinner wurde – persönlich die Dokumente unterschrieb, wie viel Geld einzelne palästinensische Mörder von Israelis erhalten sollten. Diese Dokumente wurden gefunden, nachdem das Orienthaus, der ehemalige Sitz der PLO in Jerusalem, 2001 von Israel besetzt wurde.[4]

Araud war damals Botschafter in Israel. Er äußerte, dass es in Israel eine antifranzösische Neurose gebe.[5] Neurose ist eine Art Geistesgestörtheit, aber tatsächlich hatten diese Israelis, die das extreme Fehlverhalten einer französischen Regierung offenlegten, die einem Massenmörder an Israelis Ehren erwiesen, sehr viel gesunden Menschenverstand.

Nach heftiger Kritik an seinen Äußerungen im Atlantic erklärte Araud in Tweets, dass er sich auf die Westbank bezog, nicht auf Israel, das kein Apartheidstaat sei. Vergleicht man jedoch diese Tweets mit seinen Äußerungen in dem Interview, dann passen sie nicht zusammen. Seine Erklärung macht einfach keinen Sinn.

Arauds Äußerungen in dem Interview schließen sich verschiedenen anderen Paradigmen verbaler Dämonisierung an, die auf Anschuldigungen zu zukünftigem kriminellen Handeln gründen.[6] Eine davon lautet, dass Israel vor hat die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg zu zerstören.[7] Nadav Shragai, ein israelischer Journalist, der auf die Geschichte des palästinensisch-israelischen Konflikts mit Blick auf Jerusalem spezialisiert ist, sagt: „Diese Falschmeldung wird von führenden palästinensischen, arabischen und muslimischen Gruppen und Einzelpersonen verbreitet. Haddsch Amin al-Husseini, vor dem Krieg Großmufti von Jerusalem, war der erste, der in den 1920-er Jahren diese Verleumdung propagierte. Es war Teil der enormen antisemitischen Aktivitäten dieses Verbündeten Hitlers.“

Shragai fügte an: „Die Lüge ‚Al-Aqsa ist in Gefahr‘ ist 1967 massiv ausgebaut worden. Sie wird von offiziellen iranischen Quellen propagiert – Al-Qaida, Hama, Hisbollah usw. Ikrama Sabri, ehemaliger Mufti von Jerusalem, ernannt von der palästinensischen Autonomiebehörde, ist ein weiterer führender Verbreiter der Al-Aqsa-Verleumdung.“[8]

Eine weitere Anschuldigung zu zukünftigen Taten, die Israel begehen wird, wurde vom deutschen Literatur-Nobelpreisträger Günther Grass erhoben. Er behauptete in einem Hass-Gedicht – ohne irgendwelche Beweise vorzulegen – Israel wolle mit Atombomben Völkermord am iranischen Volk begehen. Dieser linke Dichter, in seiner Jugend Mitglied der Waffen-SS, muss gewusst haben, dass die Führer des Iran Israel mit Völkermord drohen. Trotzdem suggeriert er das Umgekehrte.

Grass‘ Gedicht wurde von großen europäischen Tageszeitungen veröffentlicht, darunter der deutschen Süddeutsche Zeitung,[9] der italienischen La Republicca,[10], dem britischen Guardian,[11], der spanischen El País,[12], der dänischen Politiken[13] und der norwegischen Aftenposten.[14] Derart ausgedehnte Veröffentlichung ist für ein Gedicht so außergewöhnlich, dass das nur mit den antiisraelischen Einstellungen der Herausgeber der Zeitungen erklärt werden kann.[15]

Vom rechten ehemaligen Premierminister François Fillon wurde ein weiterer haltloser Vorwurf erhoben. 2014 behauptete er, dass Israel eine Bedrohung des Weltfriedens sei. Er formulierte diese Lügengeschichte mit der Aussage, Israel stelle eine solche Bedrohung dar, weil es nicht half einen Palästinenserstaat zu schaffen.[16]

Alle oben angeführten Anschuldigungen sind weit schwieriger zu bekämpfen als Lügen über zeitgenössische Dinge. Das bedeutet aber nicht, dass man es nicht versuchen sollte.

[1] www.theatlantic.com/politics/archive/2019/04/conversation-outgoing-french-ambassador-gerard-araud/587458/

[2] Discours du President de la Republique, M. Jacques Chirac, lors des ceremonies commemorant la grande rafle des 16 et 17 juillet 1942 (Rafle du Vel’d’hiv). Paris, 16. Juli 1995, http://www.ambafrance-us.org/news/statmnts/1998/wchea/vel2.asp.

[3] http://jcpa-lecape.org/la-diplomatie-francaise-deraille-aveuglee-par-la-nostalgie-du-levant/

[4] http://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/15297

[5] http://www.worldjewishcongress.org/en/news/french-ambassador-to-israel-criticizes-quot-anti-french-neurosis-quot

[6] https://www.jpost.com/Israel-News/French-envoy-summoned-after-ambassador-to-US-calls-Israel-apartheid-state-588263

[7] Nadav Shragai: The “Al-Aksa is in Danger” Libel: The History of a Lie. Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs) 2012.

[8] Manfred Gerstenfeld, Interview mit Nadav Shragai: Libel: Israel Intends to Destroy the Al-Aksa Mosque, Israel National News, 16. Oktober 2013.

[9] Günther Grass: Was gesagt werden muss. Sueddeutsche.de, 10. April 2012.

[10] Günter Grass: Quello che deve essere detto. La Repubblica, 4. April 2012; Ugo Volli: Poesia dedicata a Günter Grass; Andrea Tarquini: Una poesia contro Israele, l’ultima provocazione di Grass Le sue atomiche una minaccia; Adriano Prosperi: Se la storia viene capovolta in un brusio di responsabilità, Informazione Corretta, 4. April 2012.

[11] Günter Grass: What Must Be Said. The Guardian, 5. April 2012.

[12] Günter Grass: Lo que hay que decir. El Pais, 4. April 2012.

[13] Dokumentation: Læs Günter Grass’ digt. Politiken, 7. April 2012.

[14] Günter Grass: Det som må sies. Aftenposten, 8. April 2012.

[15] Manfred Gerstenfeld: Part-Time Anti-Semites. Israel National News, 23. April 2012.

[16] Vote sur la “Palestine Fillon: ‘Israël menace la paix mondiale.’” Le Monde Juif, 16. November 2014.

Notre Dame: Die Christenheit wird in Europa entweiht

Exklusiv: Hanne Nabintu Herland berichtet über zunehmende Vorfälle an Anschlägen auf französische Kirchen.

Hanne Nabintu Herland, WND, 8. Mai 2019

Geheimnisse umgeben den Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris, dem Symbol schlechthin für Frankreichs christliches Erbe. Noch bevor das Feuer gelöscht war, erklärten die französischen Behörden, dass das Feuer von Notre Dame „ein Fehler infolge der Renovierungen“ war. Wir konnten sie das da schon wissen? Nur ein paar Tage davor brannte am Sonntag, 17. März die Pariser Kirche St. Sulpice, durch Brandstiftung – wie es vielen Kirchen im letzten Jahr in Frankreich geschah. Trotzdem schlossen die französischen Behörden bei Notre Dame Brandstiftung aus, noch bevor die Sache untersucht wurde, was manche als politische Entscheidung beschreiben.

Die von Flammen verzehrte Notre Dame wurde sofort von den gesamten Mainstreammedien als isoliertes Ereignis beschrieben. Warum? Mehr als 1.000 Kirchen sind allein in Frankreich in Brand gesetzt, mutwillig beschädigt und Diebstahl unterworfen worden. Mehr als 80 Prozent der geschändeten Gotteshäuser in Frankreich sind nach Angaben der Polizeiberichte christliche Kirchen. Das ist ein massiver Skandal.

Die Lage ist erschreckend: Im selben Zeitraum wie der Brand von Notre Dame wurde die Basilika Saint-Denis außerhalb von Paris verwüstet und in Notre-Dame-des-Enfants in Nime wurde menschliche Kacke in Form eines Kreuzes auf eine Wand geschmiert, die Hostien im Müll aufgefunden. Menschliche Exkremente werden regelmäßig auf und in französische Kirchen geschmiert, eine durchaus bekannte Methode Hass gegen das zu demonstrieren, was heilig ist.

Jeden Tag werden jetzt zwei Kirchen geschändet, doch französische Politiker und auch Geistliche bleiben hinter einem Schweigecode weggeschlossen. Es wird sehr wenig getan, um das aufzuhalten, obwohl Gerüchte besagten, dass die Priesterschaft und Kirchenführer die Regierung verzweifelt anflehen zu reagieren. Das ist ein Skandal gigantischen Ausmaßes und ein unverhohlener Angriff auf die traditionellen Werte Frankreichs. Was, wenn Notre Dame eine Moschee oder eine Synagoge gewesen wäre? Der Aufruhr hätte ein Allzeithoch erreicht. Dennoch erwähnen die Medien die Angriffe auf die Kirchen kaum, obwohl die Wahrheit über das langesame Töten der Christenheit in Frankreich zum Schweigen gebracht wird.

Es scheint Beispiele ohne Ende zu geben. Der Islamwissenschaftler Raymond Ibrahim schreibt: Die katholische Kirche St. Nicholas in Houilles wurde im Februar bei drei verschiedenen Gelegenheiten vandalisiert, eine als unersetzlich eingeschätzte Statue der Jungfrau Maria wurde komplett pulverisiert und ein aufgehängtes Kreuz wurde auf den Boden geworfen. Die Kathedrale Saint-Alain in Lavaur wurde geschändet und Kreuze zerschlagen, das Altartuch verbrannt und die Arme eines gekreuzigten Christus auf verhöhnende Weise verstümmelt. Ibrahim fügt hinzu, dass eine Studie aus dem Januar 2017 enthüllte, dass islamistische Extremisten Angriffe auf Christen in Frankreich um 38 Prozent zunahmen; sie stiegen von 273 Anschlägen im Jahr 2015 auf 376 im Jahr 2016. Da die französischen Medien die ethnische Herkunft der Täter nicht erwähnen, kann man kaum wissen, in welchem Ausmaß die Verwüstungen mit Muslimen oder säkularen Extremisten in Verbindung stehen, aber Kacke auf Kirchen zu schmieren und Exkremente auf Altären ist kaum eine typische europäische Art Verachtung zu demonstrieren.

Es gibt weitere treibende Kräfte. Notre Dame ist Staatsland und war nicht versichert. Das Gebäude befand sich in schlechter Verfassung; die Regierung hatte Jahren lang das Drängen der Geistlichen auf Renovierung blockiert. Das Holzdach, wo das Feuer „begann“, wurde angeblich nicht renoviert, es gab dort keine Arbeiter und die französische Regierung entfernte vor kurzem die wertvollen Kunstgegenstände.

Eines ist sicher: Die Flut an Anschlägen auf Kirchen in Frankreich wird von den radikal-säkularen Eliten nicht als wichtig betrachtet, die seit Jahrzehnten danach streben Frankreichs christlich-traditionelle Werte als überholt zu untergraben. Würde es sie kümmern, hätten sie etwas deswegen unternommen.

Seit der Französischen Revolution ist die Verspottung der Religion und Verachtung für Priester ein nationaler Charakterzug gewesen. Als das Magazin Charlie Hebdo sich entschied ein Jahr nach dem Terroranschlag von 2015 ein blasphemisches Bild abzudrucken, das Gott mit Blut auf der Kleidung darstellte und sagte, er sei der wahre Täter, erklärte der Vatikan, das Titelbild sei frevelhaft: „Hinter der irreführenden Flagge eines kompromisslosen Säkularismus vergisst die französische Wochenzeitschrift einmal mehr worauf religiöse Leiter eines jeden Glaubens seit Ewigkeiten drängen – Gewalt im Namen der Religion abzulehnen und das Gott zu nutzen um Hass zu rechtfertigen waschechte Blasphemie ist.“ Es wurde hinzugefügt, dass Charlie Hebdo den Glauben der Gläubigen an Gott nicht respektieren will.

Nach dem Brand in Notre Dame haben französische Offizielle sich weitgehend auf ihren kulturellen Wert konzentriert; Milliardäre retten jetzt den französischen Staat vor den Restaurationskosten, konzentrieren sich jedoch auf das spirituelle Erbe der Kirche als wertvollstes Element. War Religion in Frankreich – und mit ihr die traditionelle europäische Kultur – tot, lange bevor Notre Dame brannte?