„Hallo Du“: Gemeinsames Lied aus Israel und den VAE wird YouTube-Hit

Der israelische Sänger Ellkana Marziano und der emiratische Künstler Walid Aljasim bekommen mehr als eine Million Zugriffe auf einen Clip, der Normalisierung feiert, getrennt in Dubai und Tel Aviv aufgenommen wurde.

The Times of Israel, 18. Oktober 2020

Die Szene springt von Dubai nach Tel Aviv um, der Text von Arabisch auf Hebräisch, dann auf Englisch und das Lied ist ein leicht kitschiges Elektro-Pop-Duett von Künstlern, die – im Moment – getrennt bleiben.

Die Normalisierung der Verbindungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat eine erste musikalische Zusammenarbeit hervorgebracht: „Ahlan Bik“ oder „Hallo du“ auf Arabisch.

„Das ist ein historischer Moment“, sagte der israelische Sänger Elkana Marzioano, dessen Duett mit dem emiratischen Künstler Walid Aljasim merh als 1,1 Millionen Zugriffe auf YouTube bekommen hat, seit es am 30. September eingestellt wurde.

Marziano (28) ist ein ehemaliger Gewinner der israelischen Version von The Voice, eines Gesangswettbewerbs im Fernsehen, sowie Arabisch sprechender, der von der Mizrahi-Kultur der  Juden aus der arabischen Welt beeinflusst ist. Er sagte gegenüber AFP, dass er und Aljasimüber den Video-Konferenzdienst  Zoom zusammenarbeiteten, wobei einige Teile des Liedes in Dubai und andere in Israel aufgenommen wurden. „Wir haben uns sofort verstanden“, sagte Marziano über die Partnerschaft.

Eine Online-Kommentatorin, die unter dem Nahen Shaked Sharon postete, sagte: „Mit diesem Lied spürst du den neuen Nahen Osten.“

Im August kündigten Israel und die VAE an, dass sie einen von den USA vermittelten Deal erzielt hatten ihre Beziehungen zu normalisieren; dieser folgte Jahren diskreter wirtschaftlicher und Sicherheitskooperation. Israels Parlament genehmigte den VAE-Deal am Donnerstag.

Bahrain schloss sich dem als „Abraham-Vereinbarungen“ bekannten Pakt sofort an, der letzten Monat im Weißen Haus unterschrieben wurde, was es und die VAE zum dritten und vierten Staat machte, die volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufnahmen. Israel unterzeichnete 1979 eine Friedensvereinbarung mit Ägypten und 1994 eine mit Jordanien.

Palästinenserführer haben die Vereinbarungen verurteilt und die arabische Welt aufgefordert die Aufnahme von Beziehungen zu Israel zu verweigern, bis es einen existenzfähigen Frieden mit den Palästinensern erzielt hat.

Einige Kommentierende auf YouTube haben „Ahlan Bik“ gefeiert, andere haben das Lied und die israelisch-emiratische Normalisierung verurteilt, während sie die Gründung eines Palästinenserstaates fordern.

Der israelische Sänger Elkana Marziano (28) singt am 15. Oktober 2020 während deines Interviews mit AFP in seinem Haus in Giv’at Schmuel bei Videoclip eines Liedes mit, an dem er mit dem emiratischen Künstler Walid Aljasim (nicht im Bild) zusammenarbeitete. (Foto: Jack Guez/AFP)

Live-Konzert

Das Lied wurde von Doron Medalie geschrieben, der auch Netta Barzilais „Toy“ schrieb, mit dem sie 2018 den Eurovision Song Contest für Israel gewann.

Der Refrain – „Ich höre dich, mein weit weit entfernter Freund“ – wird in drei Sprachen wiederholt, während die Handlung im Musikvideo vom Israel mit Freunden tanzenden Marziono zu Aljasim in Dubai schwenkt.

Marziano sagte, Frieden sei ein gemeinsames Thema in der Musik Israels, das sich siet seiner Gründung 1948 regelmäßig in Konflikten mit seinen Nachbarn und unter ständiger Bedrohung durch Angriffe befand.

Er sagte, es sei ein „persönlicher Sieg“ junge Israelis und Emiratis online miteinander interagieren zu sehen, um das Lied auf seiner YouTube-Seite zu diskutieren und fügte hinzu, er plane ein Live-Konzert mit Aljasim, wenn die Coronavirus-Pandemi vorbei ist. „Ich bin sehr bewegt von der Idee dieses Lied – und andere – auf einer Bühne (mit Aljasim) zu singen“, sagte Marziano gegenüber AFP.

Die einzige und fortdauernde palästinensische Vision

Die von der Vernichtung des jüdischen Staates träumen

Joseph Puder, FrontPage Mag, 22. September 2020

(Foto: Bloomberg)

James Zogby vom Zogby Research Service (ZRS) ist nicht dafür bekannt ein Freund Israels zu sein. Tatsächlich dient er als effektiver Sprecher für die Palästinenser. Selber arabisch-palästinensisch, ist Zogby ein harscher Kritiker Israels gewesen. In einem Kommentar in Ahramonline aus Kairo (der Online-Version der großen Zeitung Al-Ahram vom 7. September 2020) gab Zogby jedoch Enttäuschung über die fehlende Vision der Palästinenserführung Ausdruck. Das machte er in seinem Artikel Aber benötigt: eine palästinensische Vision.

Zogby stellte heraus: „Was mit der Sache der Palästinenser damals (und heute) falsch gelaufen“ ist, ist „visionäre Führung“. Er führte näher aus, dass sie (die Führung) „nach wiederholten, teuren Rückschlägen ihren Schwung und die Richtung verloren: ihre Vertreibung aus Beirut 1982, und ihre törichte Umarmung von Saddam 1990“. Diese beiden Aktionen waren Entscheidungen, die Yassir Arafat unternahm, um eine israelische Reaktion auf wiederholte Terroranschläge durch von Arafat befehligte Terroranschläge zu provozieren, darunter die versuchte Ermordung von Schlomo Argov, den israelischen Botschafter in London, was zum ersten Libanonkrieg führte.

Es war Arafats Entscheidung 1990 die brutale Invasion Kuwaits durch den irakischen Diktator Saddam Hussein zu unterstützen. Als Ergebnis von Arafats Handeln vertrieb die kuwaitische Regierung eine halbe Million Palästinenser, die in dem ölreichen Scheichtum lebten. Was Zogby zu erwähnen unterließ, war die Tatsache, dass Arafat auch die zweite Intifada provozierte, bei der mehr als 1.000 Israelis getötet wurden und die den Palästinensern in der Westbank und dem Gazastreifen Zerstörung und wirtschaftlichen Ruin brachte. Arafat, der der Hamas „grünes Licht“ für Selbstmord-Bombenanschläge gegen israelische zivile Ziele gab, befand sich in kompletter Verletzung der Oslo-Vereinbarungen. Er hoffte, das würde Israel schwächen und demoralisieren, dann würde Israel auseinanderfallen, sobald die Palästinenser den offenen bewaffneten Kampf beginnen.

Zogby legte nahe, dass vor kurzem die PA-Führung mit ihrer heftigen Reaktion auf den Friedens-Deal zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten „durch Konzentration ihrer Wut auf die VAE-Israel-Vereinbarung die Palästinenserführer das Ziel verfehlte. Der Normalisierungsschritt der VAE, um die Annexion zu stoppen, ist nicht Ursache der palästinensischen Probleme; er ist ein Symptom des Zustands, der zu lange die edle Sache der Gerechtigkeit für das lange unterdrückte palästinensische Volk heimsuchte.“ Die Palästinenser haben eindeutig einmal mehr eine Gelegenheit verpasst Teil einer positiven Entwicklung zu sein, die vom Deal „Jahrhundertfrieden“ der Administration Trump herbeigeführt wurde. Dieser hätte nicht alle palästinensischen Ansprüche zufriedengestellt, darunter das Verschwinden des jüdischen Staates, aber er hätte dem palästinensischen Volk einen wirtschaftlichen Anteil gegeben, der sein Leben und das seiner Kinder verbessert hätte.

Zogby ist stolz und gab seiner Liebe zu Palästina in den frühen 1970-ern Ausdruck. Er sagte, er habe „in seiner Zeit im Libanon und in den jordanischen Flüchtlingslagern den Funken gefangen“. Man fragt sich, wie stolz Zogby auf die vielen palästinensischen Leben war, die in Jordanien verloren wurden, als seine palästinensischen Brüder westliche Flugzeuge entführten und sie in Jordanien sprengten, was einen blutigen Krieg zwischen den palästinensischen Terroristen/Entführern und der jordanischen Armee herbeiführte. Im Libanon löste Arafats „Staat im Staat“ in dem, was damals im Südlibanon „Fatah-Land“ genannt wurde, den libanesischen Bürgerkrieg aus, der den Libanon verheerte und das Leben zehntausender Libanesen und Palästinenser kostete. Zählt man die palästinensisch-arabischen Opfer in Jordanien und dem Libanon, so stellen diese alle durch die Hände von Israelis erlittenen palästinensischen Opfer in den Schatten.

Zogby beklagte den aktuellen Zustand der palästinensischen Autonomiebehörde. Er schrieb: „Heute müssen wir traurig anerkennen, dass die Palästinenserbewegung keine klare Vision und keine Strategie hat um voranzukommen. Die Palästinensische Befreiungsorganisation ist in jeder Hinsicht zu einer hohlen Hülle ihres früheren Selbst geworden. Palästinensische Flüchtlinge sind ohne Hoffnung oder Unterstützung. Die PA ist zu einem abhängigen Gebilde geworden, das auf internationale Unterstützung angewiesen ist, um ihre aufgeblähte Bürokratie und Sicherheitskräfte zu bezahlen. Durch ein unterdrückerisches Israel wird ihnen die Möglichkeit verweigert eine unabhängige Wirtschaft zu entwickeln und so sind mehr als 100.000 Palästinenser, wie in der Zeit vor Oslo, gezwungen auf Tagelöhner-Arbeit in Israel oder israelischen Siedlungen zu vertrauen.“

Zogby ignoriert die Korruption in der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) und in der Führung der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Stattdessen macht er Israel dafür verantwortlich „den Palästinensern die Gelegenheit zu verweigern ihre eigene Wirtschaft zu entwickeln“. Tatsache ist hingegen, dass die PA die Kontrolle über die palästinensische Wirtschaft hat. Israel mischt sich nicht in die palästinensischen Angelegenheiten der PA ein und wenn überhaupt, überweist Israel der PA die Steuern, die es von den in Israel arbeitenden Palästinensern einzog. Fakt ist, dass die meisten Palästinenser es vorziehen in Israel zu arbeiten, weil es dort höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gibt. Die PA hat keine Arbeitsplätze im Privatsektor geschaffen und wie Zogby angedeutet hat, hat sie „ihre aufgeblähte Bürokratie und Sicherheitskräfte“. Zogby hingegen verdreht die Realität, wenn er erklärt, dass 100.000 Palästinenser „gezwungen“ sind sich auf Tagelöhner-Arbeit in Israel oder israelischen Siedlungen zu verlassen. Ohne Israel würden diese Palästinenser und ihre Familien verhungern. Israel ist für sie ein Gottesgeschenk und sie schätzen es.

Bassam Eid, ein palästinensischer Bürgerrechts-Aktivist und ehemaliger Flüchtling, zeigte diesem Reporter, dass „Israel uns eine Möglichkeit gegeben hat unsere Würde zu behalten. Wir müssen nicht wegen unserer Identität herumbrüllen, wir wissen, wer wir sind. Wir brauchen die Würde, die damit kommt einen Arbeitsplatzen zu haben und den Lebensunterhalt selbst zu verdienen und die PA hat es versäumt das für meine palästinensischen Geschwister zu tun.“ Leider hat der palästinensische Terror Israel gezwungen die Einreise von mehr Palästinensern nach Israel zu begrenzen. Die Tatsache, dass die PA (die internationale Spendengelder nutzt) „für Mord zahlt“, nämlich Zahlungen an die Familien palästinensischer Terroristen leistet, die Israelis ermordet haben, genauso an palästinensische Terrorhäftlinge in israelischen Gefängnissen, die wegen der Tötung oder Verletzung von Israelis verurteilt wurden, schreckt Israel davon ab mehr palästinensische Arbeiter zuzulassen.

Die ZRS-Umfrage zeigte nach Angaben von James Zogby, dass „die Palästinenser die Hoffnung verloren haben“ und „nicht sehen, wie die aktuelle Palästinenserführung sie dorthin bekommen“ (zu einem unabhängigen Staat). Sie haben auch „den Respekt für die Palästinenserführung verloren“. Bedenkt man die Tatsache, dass die Palästinenserführer von heute und in der Vergangenheit jede Friedensinitiative, die Eigenstaatlichkeit beinhaltete, mit einem dröhnenden „Nein“ abgelehnt haben – den Vorschlag der Briten (Peel-Kommission 1937), den der UNO (Teilungsplan von 1947), den der USA (Clintons Camp David-Gipfel im Jahr 2000 und Ehud Olmert 2008) – dann weist das auf fehlendes Interesse daran hin ihren eigenen Staat zu haben. Zu guter Letzt wurden die Oslo-Vereinbarungen von 1993 durch Arafat verletzt, der die zweite und blutige Intifada initiierte.

Zogby lügt, was die Hoffnungen der Palästinenser angeht. Sowohl Arafat (im Jahr 2000) als auch Mahmud Abbas (2008) wollten eine Beendigung des Konflikts mit Israel nicht genehmigen, trotz großzügiger Angebote seitens Israels und der USA zu palästinensischer Eigenstaatlichkeit. Die aktuelle Initiative „Frieden des Jahrhunderts“ der Administration Trump hätte die Lebensbedingungen der Palästinenser enorm verbessert. Abbas lehnte sie trotzdem ab, noch bevor sie vorgelegt wurde.

Die einzige Erklärung dafür, dass die Palästinenserführung immer „Nein“ sagt, lautet: Mehrere Generationen lang wurden die Palästinenser jetzt von ihren Führer indoktriniert die Vernichtung des jüdischen Staates zu erwarten, statt Frieden und Freundschaft mit Israel anzustreben. Leider hat Israel zu vernichten eine größere Motivation als sich darum zu kümmern einen eigenen, unabhängigen Staat zu schaffen. Alle oben erwähnten Gelegenheiten hätten für einen Palästinenserstaat gesorgt.

Progressive: Friedensvereinbarung zwischen Israel und VAE furchtbar für den Nahen Osten

The Mideast Beast, 16. August 2020

Bild von La Prensa Latina Media auf https://bit.ly/2FgZfAU

Es war einmal, vor dem Aufkommen von Twitter, wäre eine Beziehung zwischen einem arabischen Land und Israel Grund für Feiern, aber angesichts des aktuellen Limas im Nahen Osten ist mancher unsicher, was die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angeht.

Der historische Deal zwischen Israel und den VAE wurde zwar von vielen als historische Leistung gelobt, aber es gab auch manche, die Sorge hatten, das würde ihre persönlichen Überzeugungen darüber schädigen, wie die Wirklichkeit auszusehen hat. Meade Benjamin, eine Mitgründerin von Code Pink, sagt, dass die Vereinbarung zwischen Israel und den VAE für den Nahen Osten ein Schritt in die falsche Richtung ist und dass „wir im Nahen Osten niemals Frieden haben werden, wenn die weiter Friedensabkommen mit Israel unterzeichnen“. Code Pink ist eine progressive Organisation, die andere friedliche Bewegungen in der Region unterstützen will, so die iranischen Revolutionsgarden, Hamas, Hisbollah und so ziemlich jede beliebige Gruppe Männer, die es genießen samstags zu diesen besonderen Wochenend-Prügel für Frauen und kleine Kinder zusammenzukommen.

Ebenfalls in Sorge wegen der Aussichten auf einen weiteren Buch-Deal und Vortragsreise ist der frühere Vertreter der Administration Obama Ben Rhodes, der feststellte: „Ich kann nicht falsch liegen, die Geschichte ist das Problem.“ Vom ehemaligen Außenminister unter Obama John Kerry, der einst sagte, dass Israel sich weiter isoliert und als Pariastaat wiederfinden würde, wurde zuletzt durch seine Schlafzimmertür gehört, wie er weinte; er lehnte es ab herauszukommen.

 

Von Europa finanzierte Ma’an News sagt, sie wollen Israel vernichtet sehen: „Tel Aviv, wir kommen!“

Elder of Ziyon, 2. Juni 2020

Das Nachrichtennetzwerk Ma’an ist im Lauf der Jahre Empfänger von Millionen Dollar Fördergeldern aus europäischen Quellen gewesen, darunter 2016 bis 2019 Spenden von hunderttausenden Euros aus der EU, die für die „Nutzung von Medieninitiativen zur Förderung partizipativen Engagements im Friedensprozess“ vorgesehen waren.

Ich weiß nichts zur Finanzierung für 2020, weil Ma’an bezüglich seiner Geldlquellen nicht transparent ist, aber Ma’an gibt nicht einmal vor heute Frieden mit Israel zu unterstützen.

In einem Editorial hieß es letzte Woche:

Was immer Netanyahu tut … und was immer er sagt

Wie immer er bettelt … und wie immer er droht

Wir werden die Vorstellung des einen Staats nicht aufgeben

Lebe wohl, Vergangenheit

Lebe wohl, Area A

Lebt wohl, halbe Lösungen

Oh Tel Aviv, wir kommen

Das klingt reichlich deutlich gegen Frieden – und gegen die Agenda der EU.

Arabische Sicht: Palästinenser, Araber „müssen die Lektionen der Naksa lernen“

Vorab-Kommentar: Wenn der Autor hier vom falschen Vertrauen auf Frieden seitens Israels schreibt, unterlässt er es offensichtlich bewusst alle Friedensbemühungen Israels und die permanente Verweigerung seitens der Araber auch nur ansatzweise zu registrieren. Anscheinend wendet sich der Text vor allem an ahnungslos-gutgläubige Westler, die ebenfalls nicht bereit sind sich mit den Tatsachen auseinanderzusetzen.

Daoud Kuttab, Arab News, 6. Juni 2020

  • Der jordanischen Parlamentarier Kais Zayadin sagte, der größte Fehler der arabischen Länder bestand darin darauf zu vertrauen, dass der Besatzerstaat Frieden schließen und eine dauerhafte Lösung für die Sache der Palästinenser erreichen würde.

AMMAN: Führende palästinensische und arabische Persönlichkeiten haben den 53. Jahrestag der Naksa – die Vertreibung und Besatzung von arabischem Territorium, die dem Sieg Israels im Krieg von 1967 gegen Ägypten, Syrien und Jordanien folgte – genutzt, um politische Fehler herauszuheben, die während und nach dem Konflikt gemacht wurden.

Adnan Abu-Ode, politischer Berater der jordanischen Könige Hussein und Abdallah II., sagte gegenüber Arab News, dass arabische Länder und die Palästinenserführung es versäumt hatten die Ziele des Zionismus zu begreifen.

„Regierungen, die am Krieg teilnahmen, waren naiv, als sie eine Wiederholung der Invasion des Sinai 1956 erwarteten, als die USA einen israelischen Rückzug befahlen. Dem folgte der irrige Glaube, dass wir das Land mit Guerilla-Krieg befreien könnten“, sagte er.

Kommentar: Der Krieg zur Verteidigung Israels wird hier natürlich als Aggression hingestellt, die völlig unprovoziert gewesen sein soll. Kein Wort von den arabischen Kriegshandlungen wie der Sperrung eines internationalen Seewegs, des Aufmarsches der Armeen dreier Staaten gegen Israel, der Drohungen die Juden ins Meer zu treiben usw.

Anis Sweidan, Generaldirektor für Außenbeziehungen in der PLO, sagte Arab News, die Sache der Palästinenser erlebe eine komplizierte Phase, in der es nur eingeschränkte politische Chancen gibt.

„Die Einseitigkeit der USA zugunsten Israels und das Fehlen von Einigkeit hat die Palästinenserbewegung in eine schwierige Lage gebracht. Es ist schwerer externe Unterstützung zu generieren und die Finanzkrise soft viel Leid trotz der Tatsache, dass wir in der UNO und in Europa Wichtiges erreicht haben.“

Kommentar: Dass Jahrzehnte lange Einseitigkeit für die sogenannten Palästinenser nichts brachte und die jetzige Einseitigkeit der USA eine (endlich einmal) konsequente Folge der Verweigerungshaltung der Araber sein könnte, auf die Idee kommt der Herr Generaldirektor natürlich nicht.

Abdelqader Husseini, der Vorsitzende der Faisal-Husseini-Stiftung, sagte, die Möglichkeiten, die der Jahrestag bietet, sollten nicht ignoriert werden.

„Wir müssen erkennen, dass das eine illegale Besatzung ist, die sich weiter tief eingräbt und jeden Tag eskaliert, bis dahin, dass die internationale Gemeinschaft das Interesse verloren hat und das Gewissen der Welt gegenüber israelischen Methoden empfindungslos geworden ist. Wir in Jerusalem haben keine Normalisierung mit den Besatzern gemacht und wir haben die neue Lage nicht als unausweichliche Realität akzeptiert, die wir akzeptieren müssen.“

Kommentar: Nein, haben sie nicht. Sie haben ihre eigene „Normalität“, in der sie das Opfer sind, nachdem sie jeglichen Ausgleich verweigerten, ständig zu Mord und Totschlag aufforderten und sich dann noch wundern und beschweren, dass das irgendwann langweilt und nicht mehr akzeptiert wird.

Der jordanische Abgeordnete Kais Zayadin sagte, der größte von den arabischen Ländern begangene Fehler war darauf zu vertrauen, dass der Besatzerstaat Frieden schließen und eine dauerhafte Lösung für die Sache der Palästinenser erzielen würde.

„Wir gingen in der Hoffnung nach Madrid, die Palästinenserführung ging mit dem Optimismus nach Oslo, dass sie eine Mehrphasen-Lösung erzielen würden, die zur Eigenstaatlichkeit führt. Wenn wir der Naksa gedenken, müssen wir den Weg überdenken, der dem Besatzungsgebilde erlaubt hat unser Land zu stehlen und an unserem Volk Verwüstung anzurichten, ohne Abschreckung durch die internationale Gemeinschaft“, sagte er.

Kommentar: Die von den Palästinensern Mehrphasen-Lösung entsprach dem Stufenplan der PLO – jedes Stück Land zu nehmen und zum Ausgangspunkt für weitere „Befreiungen“ (Eroberung durch Terror) zu nutzen. Arafat hat das unmittelbar nach Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen offen zugegeben. Wenn hier jemand in betrügerischer Absicht handelte, dann die PLO-Granden. Wenn hier jemand seinen Verpflichtungen nicht nachkam, weil Verweigerung und Betrug im Spiel war, dann die palästinensischen Araber.

Nibal Thawabteh, Direktor des Zentrums für Medienentwicklung an der Universität Bit Zeit, sagte, der größte Fehler seit 1967 konzentrierte sich auf Politik und die Vermeidung von Gemeindeentwicklung.

„Wir haben kein starkes Gefühl von Staatsbürgerschaft, mancher hat sich an die Religion des Islam gewöhnt. Wir müssen stärker auf Staatsbürgerschaft hin arbeiten.“ (Mit anderen Worten: Er sagt uns, dass es das Volk nicht wirklich gibt!)

Ahad Awad, Direktor des Phoenix-Zentrums für Wirtschafts- und Informatik-Studien aus Amman, sagte, es gebe einen Mangel an Anerkennung der Gründe hinter der arabischen Niederlage.

„Politische, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren verursachten unsere Niederlage und wir haben das Gefühl, die meisten arabischen Länder haben diese Lektion nicht gelernt. Statt zu lernen gehen wir rückwärts, verfehlen es ihre existenziellen Rechte zu verteidigen, wechseln in unserer Region in Isolationismus sowie in kulturelle und wirtschaftliche Rückständigkeit.“

Statt nach hinten zu sehen, wollen einige Palästinenser nach vorne schauen.

Mahdi Abdulhadi, Leiter des Thinktanks PASSIA in Jerusalem, sagte, dass die palästinensische Jugend, die nie den Schock der Niederlage von 1967 fühlte, aber die Belastung arabischer Regimes angesichts des „Deal des Jahrhunderts“ erlebt hat, wird obsiegen.

„Sie personifizieren die Bedeutung der Standhaftigkeit um der Wurde willen und sie haben den Willen unser Erbe, unsere Identität und unsere heiligen Orte zu schützen.“

Lily Habasch, die einen Abschluss der Exeter University in Politikwissenschaften hat, sagte gegenüber Arab News, dass die Dinge vor Ort anders aussehen.

„Die Welt ändert sich und Israel nutzt geopolitische und regionale Veränderungen zu seinem Vorteil“, sagte sie. Heute fördern Gefahren Verzweiflung, aber die Palästinenser werden langfristig standhaft sein, fügte sie hinzu.

„Manche sagen, wir brauchen einen Retter, um uns aus diesem Dilemma zu holen, aber ich glaube, wir brauchen Vertrauen in uns selbst und müssen an allen Fronten arbeiten.“

Kommentar:
Wir haben das übliche Schema. Die eigene Verantwortung oder Schuld besteht ausschließlich darin, in der Art der Bekämpfung Israels etwas falsch gemacht zu haben, nicht darin den eigenen Hass als etwas zu begreifen, das abgestellt werden sollte oder gar die jüdischen Rechte anzuerkennen. Und nebenbei wird den Israelis unter Leugnung aller anders lautenden Beweise unterstellt keinen Frieden und sich alles unter den Nagel reißen zu wollen. Alles wie gehabt. Frieden und Ausgleich durch die (palästinensischen) Araber unmöglich gemacht, den Juden die Schuld dafür in die Schuhe geschoben.

Der Friedenspartner Arafat im Zitat (6)

Judean Peoples Front, twitter, 15. Mail 2020

Da wir Israel nicht im Krieg besiegen können, tun wir das in Phasen. Wir nehmen jedes einzelne Gebiet Palästinas, das wir bekommen und gründen dort eine Souveränität und wir nutzen es als Sprungbrett um mehr zu übernehmen.

(s. auch: Zitate des Vorsitzenden Arafat)