Von der Entnazifizierung zur EntPLOisierung

The Media Line, 11.2.2002, Bereich „Analyse arabischer Medien“ (Autor: Media Line-Mitarbeiter; Link nicht mehr vorhanden)

„Was machen wir mit Yassir Arafat?“ und: „Was machen wir nach Yassir Arafat?“

Dies sind einfach klingenden Fragen, die klare Antworten benötigen, denn die Antworten zu diesen Fragen könnten die Möglichkeiten jeglichen arabisch-israelischen Friedens in der nahen Zukunft genauso bestimmen, wie die Chancen für jede Art regionaler Stabilität.

Zusätzlich gibt es viele in der Bush-Administration, die glauben, dass seine Verfügbarkeit oder seine Absetzung Auswirkungen auf Amerikas Krieg gegen islamistische orientierten Terror, vom Iran, Irak und Nordkorea unterstützt und angestiftet, haben könnte.

Es ist kein Zufall, dass in den letzten Tagen die Internetseite von Arafats offizieller Presseagentur (WAFA) und sein offizieller Radiosender (Voice of Palestine) voll des Lobes für Arafat waren, das ausgerechnet aus – Nordkorea kam.

Das sollte genügen um uns zu sagen, dass Arafat ein Zuhause auf der koreanischen Halbinsel haben könnte (oder auch in Libyen), wenn und falls er aus seinen belagerten Büros in Ramallah im Norden von Jerusalem entfernt werden sollte. (Es gibt nur sehr wenige Länder, die Arafat als permanenten Einwohner haben wollen, auch nicht Tunesien, wohin er nach seinem Rauswurf aus dem Libanon in den 80-er Jahren ging.)

80 Prozent der Israels (einschließlich der arabischen Israelis) sind der Meinung, dass Arafat Teil des Problems ist und nicht Teil der Lösung des jetzigen palästinensisch-israelischen Abnutzungskriegs; und obwohl viele Amerikaner und Europäer dem zustimmen, fällt es ihnen schwer die Konsequenzen daraus zu ziehen: ihr Handeln darauf auszurichten, dass Arafat von der Bühne entfernt wird.

Viele in der Europäischen Union und im US-Außenministerium äußern immer noch die bedeutungslosen Parolen von „Frieden jetzt“ oder „Frieden in unserer Zeit“, zu denen sich schon Winston Churchill abschätzig äußerte.

Churchill, der vor allen anderen die Natur Hitlers und Stalins erkannte, warnte davor, Politik durch Schlagwort-Äußerungen zu ersetzen und sprach sich gegen die aus, die „in gut klingenden Plattitüden schwelgen“ und die es ablehnen „unangenehmen Tatsachen ins Auge zu sehen“, während sie „ohne Rücksicht auf die lebenswichtigen Interessen des Staates ein Streben nach Popularität und Wahlgewinnen“ vorzögen.

Churchill hat nichts als Verachtung für die übrig, die eine „tiefe Liebe zum Frieden“ mit dem „pathetischen Glauben, dass dieser nur und ausschließlich durch Liebe erreicht werden kann“ verbinden. (So in seinen Memoiren zum Zweiten Weltkrieg auf S. 45.)

Es muss anerkannt werden, dass Arafat ein Meister der Diplomatie ist und darin, Botschaften an verschiedene Zuhörerschaften anzupassen. Die Führer vieler demokratischer Gesellschaften haben „Worte des Friedens“ aus Arafats Mund kommen hören. In den meisten Fällen hörten sie nur, was sie hören wollten.

Arafat ist offensichtlich nicht Adolf Hitler und die Palästinensische Autonomie nicht Nazideutschland. Aber Arafats diplomatische Techniken und seine Medienmanöver ähneln Hitlers Manipulation der westlichen Regierenden.

In einem der jüngsten Bestseller untersuchte ein bekannter amerikanischer Historiker, Harvard-Professor Ernest May, Hitlers Verführung der britischen und französischen Führer. In „Strange Victory“ (Seltsamer Sieg) schreibt er auf Seite 453: „Eine offensichtliche Schlussfolgerung, die gezogen werden muss, ist die, dass Hitler die französische und die britische Regierung besser verstand als diese Regierungen ihn… Der Grund für dieses bessere Verständnis schloss die Tatsache mit ein, dass er sich mehr auf die politischen Führer und die öffentliche Meinung als auf die augenscheinlichen nationalen Interessen oder Fähigkeiten konzentrierte; und begleitende Tatsache war, dass seine Einschätzung dieser Regierungen keine verhandelbare Einschätzung war…“

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass Hitler dem deutschen Zuhörer gegenüber ehrlicher war als gegenüber der im Ausland. Der Historiker Sir John Wheeler-Bennett erkennt: „Außer in den Fällen, wo er sein Wort gab, meinte Hitler immer, was er sagte.“ (Wheeler-Bennett, Nemesis of Power, S. 461, in: May: Strange Victory, S. 453)

Mit anderen Worten: Wenn Hitler seiner deutschen Zuhörerschaft sagte, er wolle die Welt erobern, dann meinte er das auch so. Als Hitler den westlichen Staatsmännern versprach, er würde sein Wort und die unterschriebenen Vereinbarungen einhalten, log er.

Das klingt wie eine perfekte Beschreibung von Yassir Arafat.

Und genauso wenig, wie man Hitler bessern oder umerziehen konnte, kann man auch Arafat weder bessern noch umerziehen.

Damit haben wir unsere erste Frage beantwortet: Arafat muss weg – und je früher, desto besser.

Die zweite Frage ist die nach Arafats Nachfolger.

Als die West-Alliierten Deutschland geschlagen hatten, suchten sie keinen Nachfolger unter Hitlers engsten Mitarbeitern. Das wäre eine Torheit gewesen.

Der Westen bestand auf der Entnazifizierung Deutschlands.

Israel darf nicht auf weniger bestehen.

Der stoppelgesichtige Arafat ist natürlich das dickste Haar auf dem Schädel, aber seine Entfernung ist ohne eine Gesamt-Enthaarung nicht möglich.

Lassen Sie es uns beim Namen nennen: Ent-PLO-isierung.

Arafats Statthalter (Abu Mazen, Abu Alla, Faruk Kadumi, Jibril Rajoub, Sari Nusseibeh und Mohammed Dahlan) teilen seine Ansichten und seine Methoden, wenn auch einige ein besseres Englisch sprechen und im Fernsehen eine bessere Figur abgeben. Immerhin schrieb der „moderate“ Abu Mazen seine „Doktorarbeit“ mit der Behauptung, dass „geheime Verbindungen“ zwischen den Nazis und der „zionistischen Führung“ bestanden. Nusseibeh half Saddam Hussein dabei, auf Orte in Israel zu schießen, die sich 1991 für seine Scud-Raketenangriffe Erfolg versprachen.

Genau so, wie die Alliierten des Zweiten Weltkriegs alle Top-Nazis entfernten und ihnen den Prozess machten (und auch mit den kaiserlichen Beamten in Japan), muss jeder, der eine führende Stellung in der PLO oder PA hatte, aus dem Apparat entfernt werden.

Palästinensische Wahlen durchzuführen und wie die palästinensische Gesellschaft wieder auf verfassungsgemäße Grundlagen zu stellen, ist keine einfache Aufgabe; aber das war auch in Deutschland und in Japan nicht einfach. Es wird mehrere Jahre dauern und es gibt keine Garantie für politischen Erfolg.

Das ist unglücklicherweise das dauerhafte Erbe der Oslo-Verträge: durch sie wurde ein echter Dialog zwischen den Israelis und den Palästinensern für lange Zeit verhindert.

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

Aaron Lerner, IMRA Weekly Commentary, 16. Oktober 2003

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht.“

Dieser Glaube, dieser Glaubensgrundsatz, treibt die gesamte Logik jeden Schemas, das die israelische Linke seit 1967 aufgeboten hat.

Aber warum wollen die Araber nur, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?

Israels militärischer Sieg, nachdem die IDF im Yom Kippur-Krieg von 1973 äußerst unvorbereitet getroffen wurde, liefert die Antwort: „Der Krieg bewies den Arabern, dass sie Israel nicht auf dem Schlachtfeld besiegen können.“

Da die Araber wissen, dass sie niemals in der Lage sein werden, Israel zu schlagen, so wird argumentiert, wird es immer währenden Frieden geben, sobald die Araber den Golan, die Westbank und den Gazastreifen zurück bekommen, da ein Krieg gegen Israel zum Scheitern verurteilt sein wird.

Und sobald man diese „Wahrheiten“ akzeptiert, folgt daraus, dass jedes Programm – egal, wie ungereimt es auch sein mag –, das für den vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 sorgt, Israel immerwährenden Frieden bringt.

Warum sollten sich dann Yossi Beilin und die pensionierten Peacenik-Generale überhaupt die Mühe machen, überhaupt nur den Anschein zu erwecken, sie seien an den Sicherheitsvorkehrungen interessiert, die mit den verschiedenen Plänen zusammenhängen, die sie über die Jahre hinweg vertreten haben, wenn sie meinen, dass der Rückzug an sich Israel bereits den Frieden sichert?

Sie brauchen die Fassade der Sicherheit und anderer Vorkehrungen, um das zu überwinden, was sie als einzige Sache als zwischen sich und dem Frieden in unserer Zeit stehen sehen: die israelische Öffentlichkeit.

Das ist der Grund, dass bei einem langen und gründlichen Blick auf jeden israelischen Rückzugsplan, sei es von den Golanhöhen oder der Westbank und aus Gaza, man letztlich feststellen wird, dass er aus einem Kartenhaus besteht, das auf einer Ansammlung von Wunschdenken und „Best case“-Szenarien beruht.

Es ist nicht so, dass diejenigen, die die Rückzugsschemata entwerfen und verfechten, von Natur aus nachlässig oder oberflächlich wären. Sondern sie sind überzeugt, dass es einfach keine Rolle spielt, da es, zieht Israel sich erst einmal zurück, immer währenden Frieden geben wird.

Das ist auch der Grund, warum Rückzugsvertreter sich in dem Jahrzehnt von Oslo niemals sonderlich um die palästinensische Erfüllung von Vertragsverpflichtungen kümmerten. Was die Palästinenser tun oder nicht tun, bevor Israel sich vollständig zurückzieht, ist für schlichtweg nicht von Bedeutung.

Ist dieser Glaube, ist diese „Rückzugs-Religion“ logisch?

Die Araber lernten 1973 nicht, dass die IDF nie geschlagen werden kann. Sie lernten, dass Ausrüstung und Training des Westens der der Sowjetunion überlegen waren. Und sie haben dieser Lehre entsprechend gehandelt. Alleine Ägypten hat Milliarden amerikanischer Hilfen in fortschrittliche amerikanische Waffensysteme investiert, um sich auf den nächsten Krieg gegen den jüdischen Staat vorzubereiten.

„Alles, was die Araber wollen, ist, dass Israel sich auf die Grenzen von 1967 zurückzieht?“ Welche Araber? Das sagen sie in ihren Moscheen aber nicht. Das sagen sie in ihren Schulen auch nicht. Das sagen sie auch in ihren Medien nicht.

Was ihre Führer aber sagen, ist, dass es zulässig ist, Israel in Phasen zu vernichten, statt in einem schnellen Schlag.

Der malaysische Premierminister Datuk Seri Dr. Mahathir Moahmmed erklärte das auf der Eröffnung der 10. Sitzung der Islamischen Gipfelkonferenz so:

„Der Koran sagt uns, dass, wenn der Feind Frieden einklagt, wir positiv darauf reagieren sollen. Es stimmt, der angebotene Vertrag ist für uns nicht günstig. Aber wir können verhandeln. Der Prophet macht das in Hudaibiyah. Und am Ende triumphierte er. [Anmerkung A.Lerner: indem er den Vertrag brach, als er stark genug war den Feind zu schlagen.] … De rFeind wird vermutlich diese jüngsten Vorschläge begrüßen, … denn wegen ihrer Macht und ihrer offensichtlichen Erfolge sind sie arrogant geworden. Und arrogante Leute, wie wütende Leute, werden Fehler machen, werden vergessen zu überlegen. Sie haben schon angefangen Fehler zu machen. Und sie werden weitere Fehler machen. Es wird für uns jetzt und in der Zukunft Gelegenheiten geben. Wir müssen diese Gelegenheiten nutzen.“

Werden Yossi Beilin und seine Kameraden den Arabern diese „Gelegenheiten“ bieten?

Nicht, wenn die israelische Öffentlichkeit und die Freunde Israels in der Lage sind, über die falschen Versprechungen der „Rückzugsreligion“ hinaus zu sehen.

Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (17.-23.04.2016)

Sonntag, 17.04.2016:

Es soll eine Vereinbarung zwischen Israel und der PA geben, dass die IDF sich aus den Area A in Judäa und Samaria zurückzieht, die seit den Oslo-Vereinbarungen unter voller Zivil- und Sicherheitskontrolle der PA stehen; die Israelis waren aufgrund der Terrorwelle auch in diesen Gebieten aktiv geworden.

Zahlen: In der aktuellen „Messer-Intifada“ ermordeten die Terroristen 34 Personen und verletzten 361; weitere 125 mussten wegen Schock behandelt werden.

Mahmud Abbas beschuldigt Israel „naziartige“ Gefangenenlager zu betreiben, in denen „Freiheitskämpfer“ festgehalten werden. Es werde keinen Frieden geben, solang es noch arabische Gefangene dort gibt.

Montag, 18.04.2016:

Dank einer technischen Neuerung, mit der Hamas-Tunnel entdeckt werden können, hat die IDF einen Terrortunnel aus dem Gazastreifen nach Israel orten und „neutralisieren“ können. Es handelte sich um einen ungewöhnlich großen und komplexen Tunnel. Die Hamas prahlt, die Entdeckung sei nur „ein Tropfen im Ozean“.

Der Oberste Gerichtshof hat die Gefängnisstrafe von Islamistenführer Raed Saleh von 11 auf 9 Monate reduziert; diese muss Saleh wegen Aufstachelung zu Gewalt absitzen. Er hatte beantragt das Urteil aufzuheben.

Wegen des Widerstands der PalAraber wird Jordanien jetzt doch keine Überwachungskamera auf dem Tempelberg installieren.

Die Hamas ist überzeugt, dass Israel ihre Tunnel durch eine neue Technologie entdecken kann und die Daten auch an Ägypten weitergibt.

Etwas sehr irre geworden: Ein Redakteur von Walla News namens Roy Baharir Perl forderte die Terroristen auf eine Demonstration in Tel Aviv am Dienstag zugunsten des Soldaten anzugreifen, der in Hebron einen Terroristen erschoss und wegen Totschlag vor ein Militärgericht gestellt wird.

Dienstag, 19.04.2016:

Die Fatah lobte den gestrigen Bombenanschlag auf den Bus.

Der Shin Bet konnte aufgrund der Aussagen zweier festgenommener terroristischer Teenager Anfang März bei Nablus eine weitere Terrorzelle der PFLP festnehmen und konkret geplante Anschläge verhindern.

Der (jüdische) Mörder eines arabischen Teenagers wurde von einem israelischen Gericht verurteilt (das Strafmaß muss anscheinend noch festgelegt werden, es wird im Artikeln nicht genannt). Seine beiden minderjährigen Komplizen wurden bereits im Januar zu verurteilt, einer zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe, einer zu 21 Jahren Gefängnis. (Bei den PalArabern werden Mörder von Juden gefeiert, statt vor Gericht gestellt.)

Mahmud Abbas behauptete: „Wir Palästinenser sind gegen alle Formen des Terroismus“ – am Tag des Anschlags in Jerusalem. Ach ja, ich vergaß: Judenmord ist kein Terror, sondern „Widerstand“…

Mittwoch, 20.04.2016:

Schon wieder Hetze der Fatah: Sie veröffentlichte ein Video, das junge Leute dazu anhält Juden zu erstechen und zu überfahren sowie das „Märtyrertum“ anzustreben.

Der Schabak gab bekannt, dass Mitglieder einer vermutlichen jüdischen Terrorzelle festgenommen wurden. Eine Anwaltsorganisation sagte, die Festgenommenen hätten seit zehn Tagen (seit ihrer Festnahme) nicht die Möglichkeit bekommen einen Anwalt zu treffen und die beweisfähigen vorgeworfenen Taten hätten nicht nur keine Opfer (Verletzte oder gar Tote) zur Folge gehabt, sondern seien Streitigkeiten gewesen.

Eine der beim Bombenanschlag von Montag verletzten Personen verstarb jetzt; es handelt sich um den vermuteten Bomber. Die Hamas sagt, dieser sei einer der ihren.

Das Hetzmaul Hanin Zoabi hat wieder einmal Israel mit Nazideutschland gleichgestellt. Sie behauptete zudem, Holocaust-Bildung diene dazu zur Erniedrigung und Unterdrückung anderer zu motivieren. Natürlich sind dabei die Juden die Unterdrücker und die Araber die Erniedrigten.)

Donnerstag, 21.04.2016:

Hamas-Mitglieder aus dem Raum Bethlehem wurden im Zusammenhang mit dem Bus-Bombenanschlag vom Montag festgenommen.

Der Terrorist von Bombenanschlag von Montag hatte vorher auf Facebook schon Juden bedroht.

Heckmeck:
Frankreich kündigte ein Treffen von Ministern aus 20 Ländern am 30. Mai an; die Konferenz soll Israel Friedensgespräche aufzwingen – Israel und die PA sind nicht zu dem Treffen eingeladen.

Freitag, 22.04.2016:

Die PA ruft wieder zu „Widerstand“ auf, weil angeblich die Al-Aqsa-Moschee „verjudet“ werden soll. Zudem wurde (wieder) der Vorwurf erhoben, Israel führe einen Religionskrieg gegen die „Palästinenser“ und verhalte sich rassistisch. Die Stellungnahme endete mit einem „Gruß an unsere gefangenen Helden, die in den Gefängnissen der israelischen Besatzung schmachten.“

Die Polizei nahm am Morgen zwei Juden fest, die einen Ziegenbock auf den Tempelberg bringen wollten (offenbar um ihn dort zu opfern). Die Festnahme erfolgte wegen „Verhaltens, das geeignet ist den Frieden zu stören“.

Ein dreifaches Hurra auf Terroristan

Ein Traum? Ein Alptraum? Wer weiß das schon.

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 1. Oktober 2015/Israel National News, 4. Oktober 2015
(übersetzt von Cora)

Wir brauchen einen Terror-Staat. Einen, in dem die Politiker Terroristen sind, die Polizisten Terroristen sind und auch die Menschen, die an dem Tisch sitzen, an dem du dich niederlässt, Terroristen sind.

Es gibt Staaten, die Terroristen unterstützen und ihnen eine sichere Zuflucht geben. Aber das reicht nicht. Wir wollen kein weiteres Pakistan oder Iran. Diesmal machen wir keine halben Sachen. Was wir wollen ist das echte Produkt. Terroristen von ganz oben bis ganz unten. Terroristen überall. Einen Staat in dem jeder Teil der Regierung und das ganze Land aus nichts anderem als Terroristen besteht.

Terroristan ist ein uralter Traum, seit 1973 – oder war es schon seit 1967? Eine Generation Keffyieh tragender Gangster, KGB Genossen und Menschenrechtsaktivisten blickte in die Dunkelheit und rief ihn ins Leben. Es ist die Vision eines Landes, in dem jeder ein Mörder ist und die Kinder von klein auf beigebracht bekommen, dass es ihre Aufgabe im Leben ist jeden zu töten, der nicht ihrer Religion angehört.

Heute, nach Jahrzehnten der Verhandlungen, Verträgen, Selbstmordanschlägen, Verstümmelungen, Milliarden von Dollars, die auf Schweizer Konten verschwanden und dem AIDS-Tod des in Ägypten geborenen Anführers, ist die Entstehung Terroristans näher denn je.

Abbas, der nicht gewählte Diktator, der so lange und hart dafür gekämpft hat, dass einer seiner Söhne das Zigarettenmonopol in Gaza erhält, kam vor die UNO um zu versprechen, dass Terroristan „heute Beiträge zur ökonomischen, kulturellen und humanen Verbesserung der Zivilisation beisteuern kann.“

Wer zweifelt daran? Sicher nicht die Einwohner Terroristans, die keine freie Wahlen und keine freie Presse haben.

Terroristan, dessen edle Flagge (die im übrigen fast so wie jede andere arabische Fahne aussieht) nun über der UN weht, hat für die Zivilisation schon Wunder vollbracht. Denkt an die Flugzeugentführungen. Die Selbstmordattentäter. Hat es je eine Zivilisation gegeben, die soviel für das zivilisierte Leben getan hat, wie Terroristan?

Jedes Mal, wenn du am Flughafen abgetastet wirst, danke Terroristan. Ohne die Beiträge Terroristans an die Zivilisation wärst du unter Umständen in der Lage ungestört das Flugzeug zu besteigen. Oder die Zwillingstürme (World Trade Center, New York) zu besuchen.

Die Beiträge Terroristans für die menschliche Entwicklung stehen außer Frage. Nur eine einzige Sache steht der Entfesselung des gesamten Potenzials Terroristans im Wege.

Sie! Dieses nervtötende Volk, das in dem Land lebt, das immer im Weg ist. Man kennt sie; die mit dem zu viel an Nobelpreisen, den neu entwickelten Tomaten und Mikrochips. Sie stehen den großartigen kulturellen Beiträgen Terroristans im Weg. Sie müssen sterben damit Terroristan leben kann.

Sie müssen aus ihren Häusern vertrieben werden, Dorf für Dorf, Stadt für Stadt, damit das edle Terroristan seine Raketen auf den Trümmern ihrer Häuser, den verkohlten Überresten ihrer Felder aufstellen und auf ihre Städte ausrichten kann.

Der Versuch, Terrorismus zu beenden, indem man einen terroristischen Staat errichtet, ist so, als wolle man Feuer mit Feuer bekämpfen. Das funktioniert nicht – aber wir müssen es versuchen. Dann können wir wenigstens sagen, wir hätten es versucht. Immer wieder. Wir versuchen es, bis wir kein Land mehr haben, mit dem wir es versuchen könnten oder keine Menschen, mit denen man es versuchen könnte.

Bis nichts mehr übrig ist als überall Terroristan. Bis die ganze Welt ein Terroristan ist. Die Frage ist – schaffen wir das? Ja, wir schaffen das. Oh süßer Allah, ja, wir schaffen das.

Israel muss sich auf die Grenzen von 1967 zurückziehen, tatsächlich gemeint sind die Grenzen von 1948. Aber warum sind die Grenzen vom 1948er Krieg so viel besser als die des 1967er Krieges? Weil die Terroristaner damals näher daran waren, den Krieg zu gewinnen. Sie waren näher daran, die Jahud (Arabisch für „Jude“) ins Meer zu werfen und über Kilometer von Leichen vor Freude zu jubilieren.

Aber dieser Traum scheiterte. Farmer, bewaffnet mit uralten Gewehren. Hilfspiloten aus Amerika und Kanada. Reparierte Lastkähne, angefüllt mit halbtoten Männern, Frauen und Kindern direkt aus den Todeslagern. Gebrauchte tschechische Gewehre. Sie hielten die Armeen von sieben terroristanischen Nationen auf. Hof für Hof standen sie gegen Panzer und Infanterie. In Jerusalem kämpften sie um jedes Haus. So überlebte das zionistische Gebilde.

Allah verfluche sie! Sie überlebten!

Aber jetzt geht es wieder zurück zu 1948. Jeder Krieg wird ungeschehen gemacht. Jede Niederlage wird zum Sieg. Trennt Jerusalem in zwei Teile. Vertreibt die Farmer. Verbrennt ihr Land. Grabt ihre Gräber. Marschiert zurück auf die Grenzen von 1948. Und lasst die Fahne von Terroristan über Staub und Trümmern wehen.

Hätten sie 1948 gesiegt, dann gäbe es kein Israel und kein Terroristan. Das Land wäre ein Teil Syriens, Ägyptens und Jordaniens geworden. Und erst wenn der Mob der Gläubigen die Tyrannen vertrieben und sie durch islamistische Staaten ersetzt hätte, gäbe es endgültig ein Terroristan.

Entgegen dem, was Abbas sagt, gibt es immer noch eine Hoffnung auf eine Zwei-Staaten Lösung. Und wir müssen alles in unserer Kraft stehende tun, um die Zwei-Staaten Lösung zu retten, damit es auf der einen Seite einen zivilisierten Staat geben wird und auf der anderen Seite einen Staat der Terroristen. Krankenhäuser hier, Abschussrampen dort. Schulen hier, Bombenfabriken dort. Leben hier, Tod dort. Wir alle kennen die Geschichte. Olivenbäume hier, Bombengürtel dort. Felsbrocken und tote Familien in brennenden Autos am Straßenrand. Kinder mit aufgeschlitzten Kehlen. Eltern, die totgeschossen werden, während ihre Kinder auf dem Rücksitz kauern.

Ein Traum. Ein Alptraum. Wer weiß das schon.

Wozu brauchen wir Terroristan? Frieden. Es kann keinen Frieden ohne einen terroristischen Staat geben. Keine Chance. Der einzige Weg, damit wir jemals Frieden bekommen, besteht darin den Terroristen einen eigenen Staat zu geben. Ein Land, das ganz dem Terrorismus gewidmet ist. Erst dann werden die Terroristaner endgültig mit dem Morden aufhören und sich der medizinischen Forschung hingeben, zur Quantenmechanik und Kunst beitragen. Das ist bis jetzt nicht möglich. Aber es wird so kommen. Fragt einfach die Linken.

Nachdem es Jahrzehnte als autonomes Gebiet Tod und Zerstörung verbreitet hat, ist es nun an der Zeit, dass Terroristan endgültig als unabhängiger Staat anerkannt wird. Mit verbundenen Grenzen, die Israel in zwei Hälften teilt. Das ist die einzige Hoffnung für die Region. Würden sich sonst Sunniten und Schiiten vom Irak bis Jemen gegenseitig ermorden? Ganz gewiss nicht. In dem Moment, in dem die Fahne Terroristans über die verwüsteten Hügel weht und die friedliche Hymne „Palästina ist unsere Vergeltung“ überall im Land zu hören sein wird, wird ein weit hallender Seufzer aus dem Mund von einer Milliarde Muslime aufsteigen. Und die Gewalt wird enden.

Die internationale Gemeinschaft ist ungeduldig. Sie will Terroristan und sie will es jetzt. Was immer Israel in der Vergangenheit angeboten hat, es war nicht genug. Es muss immer mehr und noch mehr anbieten. Was immer es auch kostet. Wir wissen, dass die Terroristaner ihren eigenen Staat wollen. Jedes Mal, wenn sie von den Verhandlungen zurücktreten oder sie mit einer Runde terroristischer Anschläge beenden, zeigen sie ihre tiefe und beständige Leidenschaft für einen Staat. Sie wollen ihn so sehr, dass sie dafür zu keiner einzigen Konzession bereit sind. Oder auch nur zu Verhandlungen.

Das zeigt, wie engagiert sie sind um ihren Traum von Terroristan zu verwirklichen. Und wer kann es ihnen verdenken? Hat irgendein Volk mehr gelitten als die Terroristaner? (Abgesehen von den Menschen, die die Terroristaner in den letzten 1400 Jahren ermordet haben.) Ist irgendein Volk je so vollständig von einer UN-Behörde, die nur ihnen gewidmet ist, unterstützt worden? Hat irgendein ein Volk jemals zu einem solch modischen Statement inspiriert? Keine weiteren Entschuldigungen. Die Welt verlangt nach Terroristan. Der Friede im Nahen Osten verlangt nach Terroristan.

Wie lange glaubt Israel noch, die nötigen Zugeständnisse mit seinen schwachen Terrorismusbegründungen hinauszögern zu können? Wir alle wissen, dass sie Terroristen sind. Deshalb geben wir ihnen ja einen Staat. Wenn keine Terroristen wären, könnten sie sich ja in die Reihe zurück stellen, gemeinsam mit den Juden, den Kurden und Armeniern.

Von der einen Ecke der muslimischen Welt zur anderen erschallt der Ruf: „Wir sind alle Terroristaner.“ Sie rufen es in Kairo und Damaskus, in Teheran und Islamabad, in Dubai und Paris. Moscheen sprießen hervor, Hintern gehen in die Höhe und Bomben gehen hoch. Und wir gehen los zu Friedensgesprächen.

Alle sind ungeduldig. Jeder steht in Flammen. Vor allem die Terroristaner. Fensterscheiben jüdischer Geschäfte werden in London eingeworfen, Terroristaner schlachten Rabbiner in Jerusalemer Synagogen ab, wütende Terroristaner schießen auf amerikanische Rekrutierungszentren. Und die Menge jubelt: „Wir sind jetzt alle Terroristaner.“

Es ist ein großartiger Tag, sage ich euch. Ein großartiger Tag für Verhandlungen. ISIS köpft ungeduldig Ungläubige, um sein eigenes Terroristan zu erschaffen. In Afghanistan geht die Parole um: „Wir sind die Taliban, wir sind das afghanische Volk, wir sind Terroristaner.“ In Ägypten und in der Türkei schreien sie: „Khaybar ya Yahood“ (Mordaufruf gegen Juden). Kirchen brennen. Soldaten sterben. Rauch steigt gen Himmel. Ein Mann wartet in der Reihe am Flughafen. Er hat einen niederländischen, einen gefälschten, einen deutschen, einen amerikanischen Pass. Völlig egal. Er ist ein Terroristaner. Yallah.

Eines Tages werden sich die Grenzen Terroristans von Spanien bis Pakistan erstrecken. Oder noch weiter. Warum sich mit Jerusalem zufrieden geben, wenn wir auch London, Paris oder Hamburg haben können. Warum sollten wir uns mit irgendetwas zufrieden geben? Allah ist großzügig zu seinen Gläubigen. Unsere Leute sind in Afrika. Sogar in China. Selbst der große Satan (USA/amerikanischer Präsident) verbeugt sich in Richtung Mekka. Die alten Regierungen fallen. Die Schachfiguren der Ungläubigen fliehen bei unserem Anblick.

Wir sind jetzt alle Terroristaner. Es gibt außer dem Koran kein anderes Buch mehr in unseren Regalen. Kein Gesetz mehr außer der Sharia. Der Geist Chamberlains steht vor der Downing Street 10 und verspricht Frieden. Ein Flüchtling aus Terroristan enthauptet ihn und hält den Geisterkopf in die jubelnde Menge. Raketen segeln aus dem Himmel.

Die Menge jubelt. Hip Hip Hurra! Hierosylima est perdita (Jerusalem ist zerstört). Ein dreifaches Hoch auf Terroristan.

Notiz an das Quartett

Vic Rosenthal, Abu Yahuda, 11. Oktober 2015

Nachrichtenmeldung:

Vertreter des Nahost-Quartetts werden nächste Woche die Region besuchen, um sich mit israelischen und palästinensischen Führungspersönlichkeiten zu treffen und einen erneuerten Versuch voranbringen den feststeckenden Friedensprozess wiederzubeleben.

Gesandte aus den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen und Russland werden direkte Gespräche mit Offiziellen in Jerusalem und Ramallah führen und „konkretes Handeln“ erkunden, um eine Zweistaatenlösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt zu ermöglichen, sagte die Gruppe. …

Mitglieder hielten in einer Erklärung fest, „dass die sich intensivierende Bedrohung durch Terrorismus, konfessionellen Extremismus und Radikalisierung im Nahen Osten die Notwendigkeit verstärkt eine verhandelte Zweistaatenlösung zu verfolgen“ und gab „tiefer Sorge“ wegen der „jüngsten Gewalt und eskalierenden Spannungen im Umfeld der heilige Stätten in Jerusalem“ Ausdruck.

Abs.: DH
An: BN
Betreff: Ihre Note an das Nahost-Quartett

Bibi, ich habe das Englisch für dich ein wenige aufpoliert.

***

Liebes Quartett,

danke, dass ihr euch selbst eingeladen habt euch wieder in unseren Angelegenheiten zu mischen sorgt, aber nächste Woche geht bei uns nicht. Wir sind im Moment in einem Krieg mit den sogenannten Palästinenser mit dringenden drängenden Dingen nationaler Sicherheit beschäftigt und ich werde nicht da sein, um darüber zu diskutieren, wie ihr wollt, dass wir uns ergeben wie die Zweistaatenlösung aussehen soll.

Wir glauben, dass diesem an Fahrt aufnehmendem Chaos im Nahen Osten ist nur ein weiterer Grund, dass Verhandlungen mit den Terroristen, die zum Judenmord in unseren Straßen aufstacheln der palästinensischen Autonomie mehr als dumm diesmal nicht produktiv sein würde.

Wir sind uns bewusst, dass ihr alle anstrebt den jüdischen Staat verschwinden einen friedlichen Nahen Osten zu sehen und tun unser Bestes das zu bewerkstelligen. Besonders verabscheue danke ich Präsident Obama, der sich als einer der größten Feinde des jüdischen Volks in der Geschichte ein Freund und Verbündeter erwiesen hat.

Ich werde mich freuen euch wissen zu lassen, dass sobald wir die PLO und die Hamas ein für allemal zerquetscht haben die aktuelle Unruhe nachlässt und wir dann ihre mörderischen Führer an den Galgen hängen können, den sie reichlich verdienen für ernsthafte Gespräche am Tisch Platz nehmen können.

Es gibt nichts Boshafteres Herzerwärmenderes als die Art, wie die ganze Welt sich in Zeiten wie diesen zusammenfindet, um Israel zu bescheißen am Frieden zu arbeiten.

Danke für nichts eure Sorge.

Benjamin Netanyahu

Der Geschichte Sinn für Humor

Genauso wie das Münchener Abkommen wurden Gegner sowohl der Oslo-Vereinbarungen wie des aktuellen Atomdeals mit dem Iran zum Schweigen gebracht und man ließ sie wie ewige Kriegstreiber aussehen. Die Iraner erkannten das Muster rechtzeitig und trieben es bis zum Sieg vor sich her.

Dror Eydar, Israel HaYom, 17. Juli 2015

Für sie ist es erst der Anfang. Die iranische Delegation kehrt diese Woche aus Wien zurück.
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Zwischen den Oslo-Vereinbarungen 1993-1995, die Israel mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation aushandelte, und der Vereinbarung von Wien rund 20 Jahre später, die die von den USA angeführten Westmächte mit der Islamischen Republik Iran aushandelten, können viele Parallelen gezogen werden. In beiden Fällen waren die eifrigen, die westliche Welt repräsentierenden Unterhändler erpicht darauf eine „historische“ Vereinbarung mit einer Terrorgruppe/einem Terrorstaat abzuschließen. In beiden Fällen bestand das endgültige Ziel darin die Terroreinheit dazu zubringen ihre aggressiven Bestrebungen fallenzulassen und Frieden zu anzunehmen.

In beiden Fällen war die andere Seite – die PLO bzw. der Iran – diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch in Bedrängnis geraten, als die Gespräche begannen. Sie hätten wahrscheinlich fast jedes Diktat akzeptiert, hätten die westlichen Mächte – im Fall des Iran – oder Israel – im Fall der PLO – geduldig und hartnäckig genug gewesen die Stellung gehalten, auf ihren Bedingungen bestanden, den wirtschaftlichen Druck aufrecht erhalten und den Terroristen weiter das zweischneidige Schwert an den Hals gehalten.

In beiden Fällen warnten rechte und konservative Persönlichkeiten, dass die Vereinbarung ein historischer Fehler sein würde. In beiden Fällen wurden Vergleiche zum Münchener Abkommen 1938 gezogen – der Friedensvereinbarung, die die Westmächte mit Nazideutschland unterzeichneten und die Tschechen ungeschützt zurückließ. Der Vergleich ist nicht ganz akkurat, aber westliches Appeasement gegenüber aggressiver Tyrannei ist ein laufender Leitgedanke. Zu den Leuten, die diesen Zeitraum dokumentierten, gehören Hitlers Mitarbeiter und sie sagen, dass Hitler nicht glaubte, dass die Westmächte sich auf die Weise verhalten würden, wie sie es taten und ihre Kapitulation überzeugte ihn von ihrer Schwäche, was den Weg zu dem folgenden schrecklichen Krieg ebnete.

Albert Speer, Minister für Bewaffnung und Kriegsproduktion im Dritten Reich, erzählte, dass Hitler nach der Annexion des Sudetenlandes mit seinen massiven Grenzbefestigungen dorthin reiste, um persönlich die Bunker und Einrichtungen zu inspizieren, die deutschen Waffentests widerstanden hatten (die Deutschen nutzten die Befestigungen, um neue Waffen zu testen und zu entwickeln). Als er zurückkehrte, sagte er enthusiastisch: „Hätten die Tschechen sich hier verteidigt, wäre es für uns sehr schwierig geworden sie zu besetzen und es hätte uns eine Menge Blut gekostet. Jetzt haben wir sie ohne einen einzigen Tropfen Blut verloren zu haben. … Was für ein wunderbarer Anfang! Wir sind über eine Bergkette gehüpft und sitzen schon tief in der Tschechoslowakei.“

Im Fall der Oslo-Verträge war die Vereinbarung das Ergebnis von mehr als 20 Jahren Vorbereitung innerhalb der israelischen Linken; ihr Schlüsseldogma war die Formel „Land für Frieden“. Das Wort „Frieden“ wurde bald vom Wort „jetzt“ ergänzt, im Sinne von „wenn nicht jetzt, wann dann?“; der geläufigste Wortstrang in diesem Zusammenhang ist „einmalige Gelegenheit“. Auf diese Weise errang die Linke bei den Wahlen von 1992, als die Rechte sich in streitende Fraktionen aufsplitterte und zehntausende Stimmen verlor, einen knappen Wahlsieg und kam an die Macht. Die Dringlichkeit der „einmaligen Gelegenheit“ führte zu eiligen Verhandlungen. Mit Hilfe der einseitigen Medien wurde der blutige Vertrag der Oslo-Vereinbarungen als Israels einzige Hoffnung auf Frieden und Wohlstand verkauft. Gegner der Vereinbarung wurden zum Schweigen gebracht und ihre Repräsentanten ließ man lächerlich aussehen oder wie ewige Kriegstreiber, die ständigen Konflikt suchen, genau das, was der britische Außenminister Philip Hammond diese Woche über Israel sagte, weil es die Vereinbarung von Wien mit dem Iran ablehnt. Wer sagt, dass die Geschichte keinen Sinn für Humor hat?

Der iranische Atomdeal war auch das Produkt des Weltbildes von US-Präsident Barack Obama, als er sein Amt erstmals antrat. Er hat einen schrittweisen amerikanischen Rückzug weg vom Weltpolizisten geführt und sein Land hin zu historischer Aussöhnung mit der muslimischen Welt geführt. Die Rede von Kairo 2009 war eine Erklärung von Absichten, aber das ultimative Ziel war die Aussöhnung mit dem Iran. 2009, als die iranischen Wahlen manipuliert wurden, um Mahmud Ahmadinedschad eine zweite Amtszeit als Präsident zu verschaffen, gingen Millionen auf die Straßen, was als „Grüne Revolution“ bekannt wurde. Die USA (und der Westen) hätten die iranische Opposition unterstützen, die Protestler stärken oder ihnen helfen können, das Ayatollah-Regime zu Fall zu bringen, das soziale Netzwerke und Mobiltelefone blockierte, um die Proteste auf zu behindern, auch auf unzählige weitere Weise. (Ein iranischer Oppositionsführer erzählte mir, dass die Amerikaner den Protestierenden 30.000 Satellitentelefone hätten zur Verfügung stellen können, womit die Blockade des Regimes umgangen worden wäre.) Aber alles, was Obama tat, war verbale Unterstützung und Beileidsbekundungen für die Toten.

Die Weisen unter uns, die den iranischen Atomdeal als Premierminister Benjamin Netanyahus persönliches „Versagen“ bezeichnen, als sei er bei den Verhandlungen dabei gewesen, wären gut beraten Obamas beständigem Steuern hin auf eine Aussöhnung mit dem Iran Rechnung zu tragen. In Reden und Interviews hat Obama klar dargelegt, wie er islamistische Regime sieht: Selbst wenn sie von Hass auf den Westen und pathologischem Antisemitismus motiviert sind, „nun, die Tatsache, dass man antisemitisch oder rassistisch ist, hindert einen nicht daran am Überleben interessiert zu sein. Es hält einen nicht davon ab strategische Entscheidungen zu treffen, wie man an der Macht bleibt; und so bedeutet die Tatsache, dass der Oberste Revolutionsführer antisemitisch ist, nicht, dass dies Vorrang vor all seinen übrigen Überlegungen hat.“ Das sagte Obama Jeffrey Goldberg vom The Atlantic erst im Mai. Mit anderen Worten: Obama repräsentiert eine uralte (humanistische?) Auffassung, die suggeriert, dass selbst Diktaturen, fanatische religiöse Establishments und Terrororganisationen die Vernunft des Westens teilen. Immerhin sagte einer der Architekten der Oslo-Vereinbarungen mir einmal: „Auch sie wollen leben. Auch sie wollen Kompromisse eingehen. Auch sie ziehen Reden dem Terrorismus und Krieg vor.“ Klar doch.

Dr. Harold Rhode, der in den 1970-ern im Iran studierte, war seit 1982 als Berater zu Islamfragen im Pentagon tätig. Am Ende seiner Karriere diente er auch einige Zeit unter Obama; in dieser Zeit legte er einen Aufsatz mit dem Titel „The Sources of Iranian Negotiating Behavior“ (Die Quellen iranischen Verhandlungsverhaltens) vor. Seine Recherche wurde abgelehnt, sagt er. Damals schlug das Weiße Haus eine andere Richtung ein. Rhode warnte es sei unklug mit dem Iran zu verhandeln ohne der langen Geschichte und robusten Kultur iranischer Verhandlungen Rechnung zu tragen, deren fundamentale Prinzipien sich drastisch von denen unterscheiden, wie sie im Westen und besonders in den USA üblich sind.

Zum Beispiel wird Kompromiss im westlichen Sinn von Iraner als ein Zeichen der Unterwerfung und Schwäche betrachtet. Jeder, der Zugeständnisse macht, bringt Schande über sich und seine Familie. Andererseits wird, wer anderen Kompromisse abnötigt, hoch geschätzt, als jemand betrachtet, der wahrscheinlich andere auch in der Zukunft zur Kapitulation zwingt. Die Iraner betrachten die Schwäche eines Gegners nicht als Gelegenheit ihn zu einem Kompromiss zu bringen, sondern als Gelegenheit ihn zu vernichten. Daher werden Gesten des guten Willens als Schwäche und fehlende Entschlossenheit interpretiert.

Rhode ging zu dem iranischen Konzept des „ketman“ stark ins Detail. Was Iraner wirklich glauben, behalten sie gewöhnlich für sich. Stattdessen sagen sie denen an der Macht, was sie glauben, das ihre Führer hören wollen. Das ist das Konzept des ketman oder Verstellung. Iranier betrachten ketman (auf Arabisch: taqiyyah) nicht als Lügen. Und sie haben es in eine Kunst entwickelt, die sie als positive Form des Eigenschutzes betrachten. In seinem Artikel bietet Rhode weitere Beispiele des iranischen Verhandlungsstils.

Wir können mit einer angemesseneren Feststellung Rhodes schließen: „Verhandlungen sind Gelegenheiten andere zu übertreffen, Macht zu demonstrieren und Gegner zu besiegen. Die Iraner betrachten Feilschen als eine Gelegenheit Win-Win-Situationen zu schaffen. Verträge sind wenig mehr als Papierfetzen, die die Iraner unterschreiben werden, wenn diese Papiere ihren Interessen dienen. Ihre Unterschriften sind keine Garantien, dass sie die Vertragsbedingungen erfüllen werden.“

Werden wir je lernen?

Europa kehrt zum „Friedensprozess“ zurück

Elliott Abrams, Council on Foreign Relations, 22. Juli 2015

Syrien fällt auseinander und es gibt Millionen syrische Flüchtlinge in Jordanien, dem Libanon und der Türkei. ISIS bedroht Syrien, Jordanien, den Libanon und den Irak – er ebenfalls auseinander fällt. Der neue Atom-Deal mit dem Iran wird der Islamischen Republik $150 Milliarden Bargeld liefern und die Aufhebung der Sanktionen wird den Revolutionsgarden noch mehr Geld bringen. ISIS und andere Jihadisten sind zunehmend im Sinai aktiv. Die Hamas hat einen festen den Gazastreifen fest im Griff.

Wie sieht die Reaktion der Europäischen Union auf all diesen Bedrohungen aus? Sie konzentriert sich auf den einzigen Aspekt der Nahost-Angelegenheiten, der im Moment ruhig ist und interveniert auf Wegen, die die Ruhe wahrscheinlich verringern und weitere Turbulenzen schaffen. Sie haben es vermutlich schon erraten: frisch vom großen und historischen Sieg beim Atomdeal mit dem Iran zurück, wendet man sich jetzt wieder der israelisch-palästinensischen Lage zu.

Die außenpolitische Chefin der EU, Federica Mogherini, sagte: „Wir müssen ein Rahmenwerk aufbauen – regional wie international – das zu einem positiveren Umfeld für den Beginn des Prozesses führen kann.“ Anscheinend ist ihr noch nicht aufgefallen, dass den Iran zu ermutigen und zu bereichern kein großartiger Weg ist ein „positiveres Umfeld“ zu schaffen. Genauso wenig gilt das dafür, Israel wieder mal wegen Bautätigkeit in Siedlungen anzugreifen, wie es die EU am Montag einmal mehr machte, als sie erklärte, sie sei „bereit erneut aktiv zu werden … um die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung zu schützen“. Das ist eine versteckte Drohung mit Sanktionen gegen Israel.

Zufälligerweise hat es diesen Monat in Israel eine lautstarke Diskussion um die Einschränkungen der Bautätigkeit in den Siedlungen gegeben, die die Regierung Netanyahu erlassen hat. Siedlerorganisationen haben deswegen geheult und die Regierung heftig angegriffen. Doch es scheint, Frau Mogherini und ihre Kollegen sind diesbezüglich total ignorant, genauso wie gegenüber den Folgen ihres Iran-Deals auf Israels Bereitschaft weitere Sicherheitsrisiken einzugehen.

Frankreich hat von einer neuen Resolution des UNO-Sicherheitsrats geredet, die Fortschritte hin zu einer Friedensregelung fordert und einen Zeitplan festlegt. Das Wall Street Journal berichtete, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius habe gesagt, der Friedensprozess liege „auf dem Totenbett“, denn: „Die Lage ist schlecht“. Er zog den Schluss: „Europa muss den beiden Seiten helfen Initiativen zu ergreifen und aus dieser Sackgasse herauszukommen.“. Europäische Führungspolitiker haben darüber diskutiert das Quartett, das aus der UNO, Russland, der EU und den USA besteht, durch einen neuen Mechanismus zu ersetzen.

Das wäre sinnvoll, gäbe es den geringsten Hinweis, dass es deshalb keinen Fortschritt im „Friedensprozess“ gegeben hat, weil die Mechanismen des Quartetts versagt haben. Vielleicht arbeitet es zu langsam oder dringt nicht genug durch oder irgendetwas in der Richtung. Aber das stimmt nicht und eindeutig wird jeder neue Mechanismus, der nur die EU, aber nicht die USA beinhaltet, wenig Einfluss haben. Es scheint auch so, dass den EU-Führungspolitikern die Geschichte des letzten Jahrzehnts unbekannt ist. In diesem Jahrzehnt sagte der PLO-Vorsitzende Mahmud Abbas erst Nein zu Olmerts Friedensangebot nach der Konferenz von Annapolis; dann lehnte Abbas Verhandlungen mit Israel ab, die Außenminister Kerry und Präsident Obama verabreden wollten.

Darüber hinaus gibt es überhaupt keinen Grund zu glauben, dass die beiden Parteien in Grundfragen wie denen der Flüchtlinge und Jerusalems sich irgendwo näher sind als vorher. In den letzten Jahren haben sich natürlich ein paar Dinge verändert, aber die werden eine Vereinbarung nur schwerer erreichbar machen. Die Vermehrung der Terrorgruppen um ISIS und Al-Qaida macht einen Rückzug der IDF aus der Westbank für Israel und Jordanien noch gefährlicher – aber auch für die Palästinenser. Abbas‘ fortgeschrittenes Alter macht es noch weniger wahrscheinlich, dass er einen großen Satz macht und irgendeine Vereinbarung unterschreibt; und während die Jahre seit den letzten palästinensischen Wahlen verstreichen (Abbas wurde 2005 für vier Jahre gewählt), hat er immer weniger Legitimität solche Entscheidungen zu treffen.

Die europäische Entscheidung, in ihren Bemühungen auf einem umfassenden israelisch-palästinensischen Friedensabkommen zu bestehen, sind töricht und werden zu nichts führen. Mit vielleicht einer Ausnahme: Es scheint wahrscheinlich, dass sie Israel für ihren Fehlschlag verantwortlich machen werden, also wird der Versuch zu vermehrter Kritik der EU-Regierungen an Israel führen.

Sieht man sich den Nahen Osten von heute an, sollte offensichtlich sein, dass die arabischen Regierungen, so die von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien, nicht nach diesen Bemühungen der EU schreien sondern anerkennen, dass der israelisch-palästinensische Konflikt für ihre eigenen Sicherheitsbedürfnisse und Albträume marginal ist. Nur die EU besteht blind weiter darauf, dass er eine zentrale Rolle spielt. Für die sunnitischen arabischen Regierungen sieht Israel wie ein Verbündeter gegen die Jihadisten und gegen den Iran aus. Vielleicht kann dieser neue europäische Versuch nicht abgewendet werden, aber er wird nichts Positives erreichen. Stattdessen wird er ein weiteres Beispiel für die Art Wunschdenken zu internationaler Sicherheit werden, das die EU-Diplomatie abschütteln muss, um jemals wirklich effektiv werden.