Hamas riegelt Gazastreifen ab

Elder of Ziyon, 14. März 2020

Palestine Today berichtet, dass der Hamas-Offizielle Mohamed Awad eine Reihe von Maßnahmen verkündete, die getroffen wurden, um die Verbreitung des neuen Coronavirus im Gazastreifen zu verhindern.

Awad sagte während einer Pressekonferenz im Gesundheitsministerium am Samstagabend: „Es wurde beschlossen die Übergänge des Gazastreifens in beide Richtungen bis auf Weiteres zu schließen, außer für Notfälle.“

Noch am Vortag beschwerte sich IfNotNow, dass Israel mit der zwangsweisen Teilschließung des Gazastreifens den dort eingeschlossenen Gazanern das Leben erschwert. Irgendwie glaube ich nicht, dass sie gegen die Hamas wegen deren weit drastischeren Abriegelung des gesamten Streifens auch nur ein Wort sagen werden.

Denn sie sind Verbündete der Terrororganisation.

Die Oslo-Amnesiasten

David Gerstman, Elder of Ziyon, 12. April 2019

Aaron David Miller, eine ehemaliger Unterhändler beim Oslo-Prozess, twitter das hier als Kommentar zu den israelischen Wahlen:

Fazit aus Israels Wahlen vom 9. April – ein tief gespaltenes Land, zerrissen zwischen einem echten Wunsch nach Veränderung und den Realitäten funktionsgestörter Politik; eine grausame Region und ein Premierminister, der erpicht darauf ist an die Ängste einer Nation zu appellieren, statt an ihre Hoffnungen.

In Reaktion darauf gab der Journalist David Gerstman Miller auf Twitter eine dringend notwendige Lektion in Geschichte:

1993 stimmte Israel zu die PLO als Friedensverhandlungspartner zu akzeptieren. Die PLO stimmte zu den Terror aufzugeben und zu verhandeln, wofür sie nicht länger als Terrororganisation ausgewiesen werden sollte.

Trotz einer Zunahme des Terrors hatte Israel bis Ende 1995 seine Truppen aus den Hauptbevölkerungsgebieten der Palästinenser in der Westbank abgezogen, womit rund 90% der Palästinenser unter der Kontrolle der PA lebten, der Nachfolgeorganisation der PLO.

Anfang 1996 wurde Israel von einer Wellt Selbstmord-Anschläge auf Busse getroffen. In der Folge wurde Netanyahu zum ersten Mal in seine Amtszeit als Premierminister gewählt.

Nachdem Netanyahu 1999 aus dem Amt gewählt wurde, traf sich sein Nachfolger Barak 2000 mit Arafat und bot dem PA-Führer eine Friedensabmachung an. Arafat lehnte ab und zwei Monate später begann ein blutiger Terrorkrieg.

Im Jahr 2000 zog Israel alle seine Truppen aus dem Libanon ab. Der Rückzug wurde von der UNO als vollständig attestiert.

Die Hisbollah baute ihr Arsenal und ihre Terrorinfrastruktur im Südlibanon auf, was zu einem Krieg im Jahr 2006 führte; sie blieb eine erhebliche Bedrohung an Israels nördlicher Grenze.

Israel zu 2005 seine Truppen und Bürger aus dem Gazastreifen ab. In der Folge baute die Hamas ihr Arsenal und ihre Terrorinfrastruktur auf, was zu Kriegen Ende 2008, 2012 und 2014 führte; sie bleibt eine erhebliche Bedrohung an Israels Südgrenze.

Palästinenserführer (Arafat im Jahr 2000 und Abbas im Jahr 2008 – mindestens) lehnten Friedensabkommen ab, die den Konflikt beendet hätten.

Abbas lehnte es ab mit Israel zu verhandeln und bezahlt Terroristen, womit er die von Arafat akzeptierten Prinzipien verletzt.

In den ersten beiden Fällen (1996 und 2000) waren Sei Teil des Teams, das die Ereignisse formte. Heute sagen Sie, dass Netanyahu an Israels Ängste appelliert statt an seine Hoffnungen.

Mein Gott, Israel hörte auf Sie (und dann auf gleichgesinnte Einzelne) und zahlte einen gewaltigen Preis dafür. Wie können Sie es wagen israelische Ängste abzutun?

Wenn Netanyahu Widerhall in der israelischen Wählerschaft findet, dann nicht nur, weil er sie besser versteht als Sie es tun. Es ist auch so, dass die Israelis sehen, dass sie Ihnen und Leuten wie Ihnen nicht vertrauen können für sie einzutreten, wenn sie tun, was Sie als richtig ansehen und darunter leiden.

Sie sehen jemanden wie Sie, der verlangt, dass Israel Frieden zum eigenen Wohl und Legitimität macht, aber kaum mehr als Lippenbekenntnisse für die Vorstellung abgibt, dass die Palästinenser irgendeine Behörde haben, die Frieden schließt und moralische Verantwortung dafür übernimmt.

Also überlegen Sie bitte dreimal, bevor sie die israelische Wählerschaft dafür verspotten, dass sie Ängste hat.

Manchmal fühlt es sich an, würde eine Amnesie um sich greifen zu dem, was zwischen Oslo und heute geschah, einschließlich des Terrorismus in den 1990-er Jahren, zur Zeit des Oslo-Prozesses.

Die Vorstellung von Oslo und „zwei Staaten“ ist derart in die Denkweise der Leute eingebettet, dass sie zwanglos annehmen, die Israelis, die die dunklen Jahre durchlebten, die die direkte Folge der heiteren Vorhersagen von Frieden waren, seien irrational und diejenigen, die Israel kritisieren, ohne die echte Angst in Busse einzusteigen oder in Supermärkten einzukaufen sind den Israelis überlegen, die Für und Wider besser als jeder sonst kennen.

Es lohnt sich die Leute daran zu erinnern, dass Israel heute weniger Terror erlebt und die Grenzen ruhiger sind als vielleicht zu irgendeiner Zeit in seiner Geschichte. Das ist nicht wegen des Friedensprozesses so – der bracht nur Tod. Das ist so, weil es die Priorität auf Sicherheit legt.

Diejenigen, die bereit sind israelisches Leben auf ihre persönliche Verbundenheit zu einem fehlgeschlagenen Friedensprozess zu setzen, sind erbärmlich.

Die Gaza-Krawalle von heute richten sich ausdrücklich gegen Frieden

Elder of Ziyon, 12. Juli 2019

Jede Woche haben die von der Hamas organisierten Demonstrationen am Gazastreifen eine andere Parole.

Die heutige Parole lautet „Keine Verhandlungen, kein Frieden, keine Anerkennung des Gebildes“.

Ich frage mich, ob irgendeine der angeblichen „Friedens“-Gruppen aufgebracht sein wird, dass die Leute, von denen sie behaupten sie wollten Frieden mit Israel, ausdrücklich sagen, dass sie unter keinen Umständen einen Frieden wollen.

Ich erwarte keine Stellungnahme von Peace Now, die die Parole verurteilt.

Todenhöfer verdirbt Palliwood-Propaganda-Szene

Der berüchtigte Israelfreund Jürgen Todenhöfer, Spitzename Herr Hodentöter, war mal wieder im Gazastreifen aktiv. Dort gerierte er sich als jemand, der für die volle Souveränität Israels ist, „aber“… Dazu hielt er ein Schild hoch, das einen Appell an Israel enthielt. Die Einzelheiten kann man bei ihm auf Facebook suchen oder hier (Ulrich Sahm berichtete für n-tv) ansehen.

Der Mann hat sich ganz wagemutig dem Grenzzaun genähert, seine große Sorge zum Ausdruck gebracht, dass er die Israelis nicht provozieren will und trotzdem alles gefährlich ist. Er erzählte von Schüssen (die nicht zu hören waren). Dann ging er wieder ein paar Schritte zurück und sagte, dort, wo er eben gestanden habe, seien Gasgranaten hingeschossen worden. War ein paar Meter weiter, aber was soll’s. Und „Gasgranaten“ hört sich schön nach Giftgas-Kriegsführung an, nicht nach Tränengas.

Und dann bekommt er was ab. Hat er sich doch sicher gewünscht. Jedenfalls, wenn es so harmlos ist, wie er im Video sagt.

Auf Facebook jammert er, dass ihn ein israelisches Gummigeschoss getroffen habe. Ulrich Sahm hat sich das Video mal genauer angesehen und festgestellt, dass ein dosenartiges Objekt geflogen kam. Und das auch noch von seitlich. (Hat n-tv natürlich nicht, das muss man auf Facebook nachsehen.)

Screenshots:

Wie auch immer, etwas hat ihn da wohl erwischt. Und sofort sind die Pallywood-Sanis da und wollen eine große Show draus machen. Was der Hodentöter aber nicht begreift. Er hält das für echte Sorge und erklärt ihnen, dass ihm nichts passiert ist: „Alles in Ordnung, mir fehlt nichts.“

Da konnten sich die beflissenen Show-Helferlein noch so sehr bemühen, der seltsame alte, weiße Mann ließ sich nicht behandeln. Aller Kamera-Aktivismus umsonst. Keine Pallywood-Verletztenproduktion, mit der man schöne Propaganda machen kann. Nicht so, wie vor fast fünf Jahren, als er fotogen und propagandagewaltig mit nagelneuem, gezielt platzierten Spielzeug in Ruinen posierte. Hier war das spontan, nicht abgesprochen, nicht geplant. Und schon funktioniert das Ganze nicht so, wie die Pallywooder sich das vorstellten. Dafür ist der Hodentöter denn dann doch zu doof. Und vermasselt den Propagandisten ihren Einsatz.

Der Dussel hat es nicht begriffen: Am Gaza-Grenzzaun geht es nicht um Freiheit oder Selbstbestimmung, es geht einzig darum Propagandamunition gegen Israel zu schaffen. Das hat er ihnen vermasselt.

Hoffentlich sind sie ihm nicht allzu böse. Nicht, dass sie ihn jetzt nicht mehr reinlassen…

Hütet euch vor falschen Propheten

Yehuda Shalem, Israel HaYom, 16. Oktober 2018

„Und als es Mittag wurde, verhöhnte Elija sie und sprach: Ruft mit lauter Stimme, denn er ist ein Gott. Sicher ist er gerade beschäftigt, oder er ist weggegangen und ist nun unterwegs; vielleicht schläft er auch und muss erst aufwachen.“ (1. König 18,27)

An diese Begebenheit aus der Bibel, in der Elia bewies, dass die Baals-Anhänger einem falschen Gott huldigten, erinnerte ich mich, als ich Premierminister Netanyahu neulich sah. Netanyahu hatte sich entschieden keine Mühen zu scheuen um Fragen von Reportern zu beantworten: „Bitte rufen Sie ihre Redaktionen an, die werden Ihnen einige peinliche Fragen schicken“, sagte er, als er bei einer Veranstaltung sprach, die sich auf Wirtschaftsfragen beschränkte. Die anwesenden Reporter waren verblüfft und verfielen auf die Stellung der langweilen Fragen über die verschiedenen Ermittlungen, denen sich Netanyahu ausgesetzt sieht.

Netanyahus impliziter Spott über diese Reporter unterstrich den traurigen Zustand der israelischen Medien, die Tiefe und Kreativität verloren haben. Zur Verteidigung der Wirtschaftsreporter vor Ort: Es war nicht zu erwarten, dass sie sich mit Themen jenseits ihres Gebiets auskennen und das ist der Grund dafür, dass sie Netanyahu keine politischen Fragen stellten.

Doch selbst bei Wirtschaftsthemen hätten sie es besser machen können. Sie hätten zum Beispiel fragen können, warum die Regierung eine Politik verfolgt hat, die nur zu Überbevölkerung in Zentralisrael ermutigte, statt den Israelis Anreize zu geben sich im Jordantal oder auf den Golanhöhen niederzulassen.

In den 1930-er Jahren besuchte der Literatur-Nobelpreisträger André Paul Guillaume Gide die Sowjetunion. Rund 20 Jahre später schrieb er in seinem Buch „The God That Failed“ (Der Gott, der versagte): In der Sowjetunion wird ein für allemal akzeptiert, dass es zu jedem Thema – welche Angelegenheit auch immer das ist – es nur eine einzige Meinung geben kann, die richtige. Und jeden Morgen sagt die Prawda den Leuten, was sie wissen, glauben und denken müssen.“

In totalitären Regimen konnte man erwarten, dass die Medien ihre Marschbefehle vom Großen Bruder annehmen, aus Angst, was den Reportern geschehen könnte, wenn sie die Herrscher herausfordern.

Aber was in Israel am meisten beunruhigt, einer Demokratie, trotz der Wunden von 30 Jahren Mapai-Regierung, ist, dass manche Medienorgane immer noch einen monolithischen Ansatz zu allerlei Themen haben, egal, wer sendet oder schreibt. Das ist wie in dem berühmten Lied von Shalom Hanoch: „Dieselben Antworten, dieselben Fragen, sie sind von da her klein und sie von dort her groß und sie sind alle genau dieselben.“

Das ist der Grund, dass die Geschichte von Elia und den Baal-Propheten in unserer Zeit so aktuell ist, in der die falschen Propheten der Medien die Öffentlichkeit täuschen. Lasst uns die Schwarzmaler nicht vergessen, die uns erzählten Israel würde wegen der „demografischen Bedrohung“ und der „korrumpierenden Besatzung“ zerstört werden. Solche Phrasendrescherei hat oft zum Ergebnis gehabt, dass Israel selbstmörderische Entscheidungen traf wie die der Abkoppelung des Gazastreifens und des nördlichen Samaria im Jahr 2005.

Das sind keine isolierten Vorfälle, sondern ein andauernder Trend des Messianismus, der Think Tanks dazu inspiriert hat Friedenspläne zu formulieren. Amos Yadlin, Leiter des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien, enthüllte gerade einen Plan, der folgendermaßen lautet: „Das Ziel lautet die Bedingungen zu schaffen, die eine Zweistaaten-Realität fördert, die ein demokratisches, jüdisches, sicheres und moralisches Israel gewährleistet.“

Dieser einzelne Satz demonstriert eindeutig den Einfluss dieser falschen Prophezeiungen zur demografischen Bedrohung und moralischen Korruptheit. Yadlin sagt auch, dass der Friedensplan würde ergänzt durch ein „Wirtschaftsprogramm, das kurzfristig darauf abzielt die Lebensqualität der Palästinenser zu stärken“.

Aber vielleicht sollte Yadlin entgegen dieser utopischen Vision daran erinnert werden, dass sich die Palästinenser im Gazastreifen in den Jahren seit der Abkoppelung 2005 einer humanitären Krise gegenüber sehen.

Die unermüdlichen Bemühungen das falsche Versprechen der Zweistaatenlösung zu propagieren, obwohl Brandballons aus dem Gazastreifen die Felder der nahe gelegenen Kibbuzim in Brand setzen, belegen das Fehlen von Moral auf Seiten dieser Zweistaaten-Träumer und beweist, dass ihr falscher Messianismus immer noch nicht der Vergangenheit angehört.

Der Faktor Angst: Der Libanon und die europäische Art der Friedenssicherung

Sören Kern, The Brussels Journal, 18. September 2007

Die europäisch geführte UN-Friedenssicherungstruppe im Libanon, UNIFIL, ist positiver Beleg, sollte solcher denn gebraucht werden, warum Europa kaum jemals einen globale Supermacht sein wird. Als die 13.400 Personen starke Truppe nach dem 34-tägigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im letzten Sommer zusammengekratzt wurde, sagten die Europäer, dass ihr „Soft Power“-Ansatz zur Friedenssicherung die USA ein oder zwei Dinge über die globale Politik lehren würde. Während die USA Kriege beginnen, beendet Europa sie – behauptete man.

Aber heute steht der Libanon kurz vor dem politischen Zusammenbruch, eine aufsässige Hisbollah hat sich bis zum Geht-nicht-mehr wieder bewaffnet und es gehen Gerüchte, dass ein weiterer Krieg mit Israel vor der Tür steht. Und während der Libanon weiter ins Chaos schlittert, ist die UNIFIL selbst zu einem Ziel der Versuchung geworden – so sehr, dass sie jetzt die meiste Zeit damit verbringt sich selbst zu schützen.

Was die Frage aufwirft: Was genau tun die Europäer im Libanon?

Nicht viel, sagt die UNIFIL. Was UNIFIL-Sprecherin Yasmine Bouziane am 29. August sagte, dürfte die Untertreibung des Jahres sein: Die UNIFIL-Mission „hat ihre erklärten Ziele nicht erreicht, auch nicht die, die von der UNO-Resolution 1701 diktiert wurden“. Wahrscheinlich zielte sie auf ihre europäischen politischen Herren, als sie fortfuhr: „Zu diesem Zeitpunkt kann nicht darauf verzichtet werden an die Hauptaufgabe der UNIFIL zu erinnern, die darin besteht die Sicherheit und Stabilität im Südlibanon wieder herzustellen.“ Das ist sie in der Tat.

Aber da der UNO-Sicherheitsrat gerade das UNIFIL-Mandat um ein weiteres Jahre verlängert hat, könnte dies ein guter Zeitpunkt sein einen Überblick des Zustands des europäischen Spiels im Libanon zu geben.

Sucht die Hisbollah einen weiteren Kampf?

Die meisten Analysten stimmen darin überein, dass der Auftrag der UNIFIL von Anfang an gefährdet war. Obwohl die UNO-Resolution 1701, die dem Krieg im Libanon im August 2006 ein Ende setzte, unzweideutig darin war ein Waffenembargo zu fordern, wurde von der Politik absichtlich an den Einsatzvorschriften der UNIFIL herumgebastelt, um zu verhindern, dass die Truppen aktiv nach den Waffen der Hisbollah suchten. Das Fehlen einer klaren Verpflichtung die Hisbollah zu entwaffnen ist ein Mangel, den der Iran und Syrien schnell ausnutzten. Sie haben das Arsenal der Hisbollah wieder aufgebaut, während die Europäer daneben standen und zuschauten.

Bereits im Oktober 2006 berichtete Terje Roed-Larsen, UNO-Sonderbotschafter für den Libanon: „Es sind Waffen über die Grenze in den Libanon gekommen.“ Im April sagte Walid Jumblatt, ein hochrangiger libanesischer Politiker, gegenüber dem Fernsehsender Al-Jazira, dass libanesische Sicherheitskräfte den Hisbollah-Guerillas helfen Waffen über die poröse Grenze mit Syrien zu schmuggeln. Im Juni warnte Roed-Larsen erneut den Sicherheitsrat vor einem „alarmierenden und zutiefst verstörenden Bild“ eines „beständigen Flusses an Waffen und bewaffneten Elementen über die Grenze mit Syrien“. Und im Juli berichtete die Jerusalem Post, wobei sie israelische Geheimdienstquellen zitierte, dass die Hisbollah von Syrien mehrere Hundert Mittelstrecken-Raketen erhalten hat.

Aber Waffen sind nicht das Einzige, was auf der Einkaufsliste der Hisbollah steht. Die Gruppe baut derzeit ein unabhängiges Mobilfunk-Telefonnetz im gesamten Südlibanon und Beirut auf. Kürzlich wurden unterirdische Kabel entdeckt, die neben denen des staatlichen Telefonsystems lagen – eine Entwicklung, die natürlich die Informationsbeschaffung über die Hisbollah während eines zukünftigen Krieges komplizieren würde.

Das mag erklären, warum Hassan Nasrallah, der immer wichtigtuerische Führer der Hisbollah, in letzter Zeit besonders großspurig ist. Im Juli prahlte er damit, dass die Hisbollah-Guerillas ein Raketenarsenal haben, das „jede Ecke“ des Staates Israel erreichen könne, einschließlich Tel Aviv. Und in einer Rede im August zum Jahrestag des „göttlichen Sieges“ über Israel, versprach er, der jüdische Staat würde bei einer zukünftigen Auseinandersetzung mit der Hisbollah eine „große Überraschung“ erleben.

Europäisches Appeasement?

Dabei bleiben die Europäer der Hisbollah gegenüber gleichgültig, ja sogar heuchlerisch. Einerseits hat die Hisbollah bei Mord- und Bombenanschlägen rund um die Welt reihenweise Europäer getötet. Andererseits lehnen es europäische Offizielle ab, sich den USA, Kanada und Australien anzuschließen und die Hisbollah auf ihre offizielle Liste der Terrororganisationen zu setzen – ein Zug, der der Gruppe Gelder von islamischen „Wohlfahrtsorganisationen“ in Europa entziehen würde.

Javier Solana, EU-Außenpolitik-Chef, sagte im Juni 2006, es gäbe keinen Plan die Hisbollah auf die Terrorliste zu setzen, weil die EU nicht genug Informationen habe um festzustellen, ob die Gruppe als solche bezeichnet werden sollte. Solana versucht sich zu rechtfertigen, indem er sagt, die Sache sei rechtlicher, nicht moralischer Natur. Aber im März 2005 verabschiedete das Europaparlament mit 473 zu 8 Stimmen eine Resolution, die erklärte, dass es reichlich Belege gibt, dass die Hisbollah eine Terrororganisation ist, und forderte „alle nötigen Maßnahmen, um den Terroraktivitäten dieser Gruppe ein Ende zu setzen“.

Warum nur sind die Europäer so ambivalent, wenn es darum geht das Richtige zu tun? Angst, Angst und noch mal Angst, nach Angaben von Experten einer Anhörung vom 20. Juni mit dem Titel „Adding Hezbollah to the EU Terrorist List“ (Hinzufügen der Hisbollah zur EU-Terrorliste), die vom Außenpolitischen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses gesponsert wurde. Die Europäer zögern die Hisbollah das zu nennen, was sie ist, weil sie sich vor Vergeltungsmaßnahmen gegen europäische Interessen Zuhause und in Übersee fürchten.

Die Europäer haben Angst, dass, wenn sie gegenüber der Hisbollah eine harte Linie fahren, ihre Truppen im Libanon angegriffen werden könnten. Sie haben ebenfalls Angst, dass die Hisbollah (von der gesagt wird, dass sie ihre Leute in jedem einzelnen EU-Land hat) Schläfer-Zellen aktivieren könnte, die Anschläge in Europa verüben. Und die Europäer haben Angst, dass die Tausende träger, junger muslimischer Einwanderer in Städten in ganz Eurabien aufgehetzt werden. Die Angst vor wütenden Muslimen ist in der Tat so durchdringend, dass, in praktischen Begriffen ausgedrückt, der Islam in Sachen Gestaltung der Außenpolitik in Europa bereits ein de facto-Veto hat.

Angst beherrscht auch den europäischen Friedenssicherungs-Auftrag im Libanon. In einer vorhersagbaren Wendung der Ereignisse sind die als neutrale Beobachter in den Libanon geschickten europäischen Friedenssicherer zu die wichtigsten Beschützern der Hisbollah gedreht worden – weitgehend deshalb, weil die Hisbollah-Guerillas jetzt die wichtigsten Beschützer der europäischen Friedensschützer sind. Was sagt uns das?

Nach einem Anschlag im Juni, durch den sechs spanische Friedensschützer getötet wurden, begann Spanien mit der Hisbollah zu kooperieren, um festzustellen, wer seine Soldaten tötete. Fakt ist, dass der spanische Premierminister José Luis Rodríguez Zapatero, ein postmoderner Jünger des „Kults der Einbindung“, der zufällig auch tödliche Angst vor negativer Publicity in Umfragen hat, entschied die Hisbollah und auch noch den Iran zu rekrutieren, um die spanischen Truppen zu schützen – als Weg seinen eigenen Job zu sichern.

Dann telefonierte der glücklose spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos mit dem iranischen Außenminister Manoucher Mottaki; bizarrerweise pries er Irans „konstruktive und effektive Rolle bei der Lösung regionaler Krisen“. Moratinos beschrieb seine Beziehung zur Hisbollah ebenfalls als „positiv“. Tatsächlich stimmten nach einem heimlichen Treffen mit spanischen Geheimdienstlern, die angeblich versprachen, dass spanische Truppen wegsehen würden, während die Hisbollah sich für den nächsten Krieg gegen Israel bewaffnet, die Militanten der Hisbollah zu die UNIFIL-Patrouillen schützend zu „eskortieren“.

Postheroische Europäer

Warum also haben die Europäer überhaupt Truppen in den Libanon geschickt? Weil der Libanon Europas Supermacht-Moment sein sollte. Die Vereinigten Staaten lieferten den Europäern, weil sie sich im Libanon in die Zuschauerrolle zurückzogen, eine Gelegenheit sich als ehrliche Vermittler im Nahen Osten zu beweisen. Und tatsächlich waren die Europäer genau deshalb dagegen eine NATO-Streitmacht in den Libanon zu schicken, weil sie sagten, diese sei zu amerikanisch.

Die heutige UNIFIL aber, wie so vieles andere Europäische, ist leere Hülle. Sie wurde von großspurigen Europäern manipuliert, die, verbittert wegen amerikanischer Macht und amerikanischen Einflusses auf der Bühne der Welt, glauben, sie könnten sich ihren Weg zur Supermacht herbeiheucheln, indem sie einen Teil davon schauspielern.

In Beschwörung der amerikanischen Erfahrung von Beirut 1983 nahmen viele Europäer tatsächlich an, dass der Libanon beweisen würde, wie viel besser die Dinge sein würden, wenn die Welt einfach nur die Europäer die Dinge regeln lassen würde. Stattdessen zeigt der Libanon der Welt, woraus das postheroische Europa wirklich gemacht ist. Denn wenn der Libanon etwas zeigt, dann dass Angst die große Achillesferse Europas ist. In der Zwischenzeit und während die Europäer zusehen, bereitet die Hisbollah sich auf einen weiteren Krieg vor.