Was Obama nicht sagte: Frieden verlangt mehr als die Willenskraft der Israelis

Barry Rubin, 27. März 2013

Ich habe keine sonderlichen Probleme mit dem, was Präsident Barack Obama in seinem Vortrag vor israelischen Studenten sagte. Er sagte, dass Frieden gut ist, dass Frieden gut für Israel ist, dass Frieden möglich ist und dass die Menschen für Frieden und Ausgleich arbeiten sollten.

Alles schöne Gedanken. Die Studenten applaudierten wild, weil sie glaubten er griffe Israel an, indem er Empfindungen ausspricht, die sie bereits haben, die tatsächlich die meisten Israelis und ihre Führungspolitiker seit Jahrzehnten haben. Das einzige dabei Problem ist: Obama scheint diese Tatsache nicht zu begreifen.

Junge Menschen tendieren dazu zu glauben, dass die Welt komplett veränderbar ist. Sie betrachten die derzeitige Wirklichkeit und sehen darin Dummheit und Leid und Widersprüche. Sie glauben, dass es möglich ist sich die Welt neu vorzustellen.

Natürlich ist Veränderung oft wünschenswert, solange sie möglich und eine Veränderung zum Besseren ist. Es ist viel geschehen – der Sturz des Regimes in Ägypten, der syrische Bürgerkrieg usw. – das früher für unwahrscheinlich gehalten wurde.

Und doch gibt es Gründe, dass die Dinge sind, wie sie sind. Was man geschehen sehen will, muss mit den Realitäten verbunden werden, sonst kann es gründlich schiefgehen. 1979 – daran erinnere ich mich lebhaft – schien den meisten Leuten die Idee unbestreitbar zu sein, dass der Sturz des iranischen Schahs etwas Besseres bringen müsste. Das Thema einer willkommen geheißenen Revolution, die dann zum Blutbad wurde, reicht bis zur französischen Revolution zurück.

Obama sagte: „Doch im Moment legt die Pläne und den Prozess beiseite. Ich bitte euch stattdessen darüber nachzudenken, was getan werden kann, um zwischen Menschen Vertrauen aufzubauen.“

Das ist nicht neu. Es ist etwas, worüber die Israelis nachgedacht und Jahrzehnte lang daran gearbeitet haben, besonders während der letzten zwanzig Jahre. Israels Unabhängigkeitserklärung vom 14. Mai 1948 erklärte: „Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden den und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Während der Ära des „Friedensprozesses in den 1990-er Jahren arbeiteten die Israelis angestrengt daran solche Brücken zu bauen. Ich lehrte einen Kurs zu politischer Analyse an der palästinensischen Universität (Yassir Arafats Nichte war eine meiner Studentinnen) und wusste, dass dies zu tun ein gewisses Risiko für mein Leben bedeutete. Als danach der Öffentlichkeitsbericht herauskam, war ich der einzige aus dem Lehrkörper, bei dem sein Land nicht genannt wurde. Sie konnten oder wollten nicht zugeben, dass sie einen Professor aus Israel hatten. Ein israelischer Arzt, der ehrenamtlich half die Menschen im Gazastreifen zu heilen, erlitt ein schlimmeres Schicksal: Er wurde mit Beilen zu Tode gehackt.

Es ging allerdings noch darüber hinaus. Die PA ordnete an, dass es keine „Normalisierung“ geben sollte und Menschen und Institutionen wurde befohlen solche Vertrauen bildende Maßnahmen nicht zu unternehmen – und sie wurden bedroht. Ein israelisches Zentrum lud 35 Palästinenser ein, um Aussöhnung zu diskutieren. Zwei kamen zum ersten Treffen und nur einer (kein Araber) kam zum zweiten. Der Widerstand gegen solches Brücken bauen kommt von der palästinensischen Seite, selbst wenn die Menschen mitmachen wollen; aber sie werden eingeschüchtert.

Obama fuhr fort: „Vor vier Jahren stand ich in Kairo vor einem Publikum junger Menschen – politisch, religiös, es muss scheinen als seien sie sehr weit weg. Doch in dem, was sie wollen, unterscheiden sie sich nicht von dem, was die jungen Menschen hier wollen. Sie wollen die Möglichkeit ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und eine Ausbildung zu erhalten, einen guten Job bekommen, Gott auf ihre eigene Weise anzubeten, zu heiraten, eine Familie zu gründen.“

Vielleicht. Doch das Problem ist, wie ihre Bedürfnisse interpretiert werden müssen. Es ist ein Wunder der selbst auferlegten Ignoranz, dass Obama nicht erwähnt, was in diesen vier Jahren geschehen ist. In einem Land nach dem anderen haben radikale Islamisten die Macht übernommen; und diese definieren, was sie wollen als Völkermord an den Juden und dass Israel von der Landkarte gewischt wird. Die moderaten jungen Leute, die Obama beschrieben hat, werden unterdrückt. Einige sind aus Ägypten geflohen. Obama hat nichts unternommen ihnen zu helfen.

„Dasselbe gilt für diejenigen jungen Palästinenser, die ich heute Morgen traf. Dasselbe gilt für junge Palästinenser, die sich im Gazastreifen nach einem besseren Leben sehnen.“

Vielleicht werden sich die Dinge ändern, wenn diese jungen Leute die Macht von diesem repressiven, undemokratischen Staat übernehmen. Aber muss Israel dann nicht warten, bis diese Veränderungen eintreten? Und für jeden dieser Menschen gibt es tausend, die Gewalt unterstützen, an den totalen Sieg glauben und Israel tot sehen wollen.

Selbst innerhalb Israels wurde Obama von einem israelisch-arabischen Studenten gestört, der wegen der „pro-Israel“-Äußerungen des Präsidenten entsetzt war und Interviewern später sagte, er wolle, dass Israel als Staat verschwindet. Der war wohl keiner dieser jungen Leute. Würden bitte alle Palästinenser, die bereit sind in ihrem arabisch-muslimischen Staat an der Seite Israels als jüdischem Staat zu leben, die Hand heben?

„Hier fängt der Frieden an“, fuhr Obama fort, „nicht nur in den Plänen der Führer, sondern in den Herzen der Menschen.“ Doch was ist in den Herzen der Menschen auf der anderen Seite passiert? Genau hier liegt das Problem. Und wenn sie Frieden im Herzen haben, dann sollten sie ihn besser versteckt halten, denn sonst…

In seinem Buch über das Südafrika der Apartheid aus dem Jahr 1948 – Cry the Beloved Country – schrieb Alan Paton: „Ich habe eine große Angst im Herzen, dass sie, wenn sie sich eines Tages dem Lieben zuwenden, feststellen werden, dass wir uns dem Hassen zugewandt haben.“

Aber welche Seite sagt das in diesem Fall? Israel? Die Palästinenser und andere Araber? Beide? Gibt es ein Spiegelbild der Gleichwertigkeiten? Wenn Obama die Situation wirklich verstehen würde, würde er die palästinensische Seite viel mehr unter Druck setzen. Jedes Mal, als er um Hilfe bat, hat Israel „Ja“ gesagt; die PA und die Hamas sagten „Nein“.

Obamas Sicht, wie die vieler anderer, übersieht diese Realität. Stellen Sie sich vor, wie Obama ohne die Miene zu verziehen sagen konnte: „Führungspolitiker werden niemals Risiken in Kauf nehmen, wenn die Menschen sie nicht drängen Risiken einzugehen. Ihr müsst den Wandel schaffen, den ihr sehen wollt.“

Doch die Leute haben die israelischen Führungspersönlichkeiten seit den 1970-er Jahren gedrängt Risiken einzugehen, die Führungspolitiker haben selbst die Übernahme von Risiken für Frieden initiiert und einer von ihnen starb in diesem Streben. Premierminister Yitzhak Rabin. Ging Premierminister Ariel Sharon mit einem einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen keine großen Risiken ein? Wurde er nicht mit Raketen der Hamas vergolten?

Wie ist Israel für die bereits eingegangenen Risiken belohnt worden? Mit immer mehr Risiken und internationaler Kritik.

Wer drängt in der palästinensischen Politik? Die einzige Kraft, die dort zählt, ist die, die eine noch radikalere und gewalttätigere Strategie verfolgt. Kann man sich vorstellen, dass auf einem palästinensischen Campus eine Friedensgruppe gebildet wird? Die Vorstellung ist lächerlich. Obama kann die andere Seite nicht zum Frieden bringen – er kann sie nicht einmal dazu bringen zu verhandeln – der Präsident bürdet den Job jemand anderem auf.

Ja, wir wollen eine Zweistaatenlösung. Ja, wir steigen in die Schuhe der Palästinenser und solche Empathie und Reportagen finden sich täglich in allen israelischen Zeitungen. Es ist die Gegenseite, für die das nie zutrifft.

Es ist eine Verleumdung Israels über die Lage zu reden, als würden alte Leute jungen Leuten Hass überstülpen. 1993 war die Nation überwältigend von Hoffnung geeint. Bis etwa 1999 waren selbst meine konservativen Freunde offen für eine Zweistaatenlösung. Israelische Schulbücher beinhalteten keinen Hass; dasselbe gilt für Unterricht, Filme und Fernsehen.

Obama sagt: „Seht auf die jungen Leute, die noch keinen Grund zum Misstrauen erfahren haben oder … gelernt [haben] eine Hinterlassenschaft des Misstrauens zu überwinden, das sie von ihren Eltern geerbt haben, weil sie einfach erkennen, dass wir mehr Hoffnung gemein haben als Angst, die uns auseinander treibt.“

Wo? Ein einzelner ägyptischer Blogger, der sich nach 30 Jahren Friedensvertrag für Frieden mit Israel ausspricht und sich ernsten Drohungen und Schikanen ausgesetzt sieht? Lasst uns die Namen solcher jungen Leute wissen. Sie gibt es fast ausschließlich, muss ich leider sagen, in der Einbildung.

Warum jubelten die israelischen Studenten? Nicht weil sie aufgerüttelt wurden gegen ihre eigene Regierung zu revoltieren, sondern weil sie verständlicherweise glauben wollen, dass sie den Frieden herbeiführen können, indem sie das einfach versuchen, ohne Rücksicht darauf, was die andere Nation tut.

Von wem auf der palästinensischen Seite kann man sagen, er habe so etwas, wenigstens öffentlich? Von sehr wenigen. Wie viele auf der israelischen Seite haben so etwas getan? Hunderttausende.

Man sollte die Hoffnung nicht ertränken. Mein Ziel ist es die Bedingungen zu definieren, die einen Weg vorwärts bieten, in eine Hoffnung, die verwirklicht werden kann, statt ein Wunschdenken, das furchtbare Kosten beinhalten würde. Als einer, der in der Vergangenheit laut von Hoffnung sprach, habe ich in Großem und Kleinem gefunden, dass ich nur einmal falsch lag – als ich dem Rat Obamas folgte.

Auf welcher Grundlage schlägt Obama vor, dass die Dinge sich ändern können? Stärke – genau der Faktor, den er unter anderen Umständen herunterspielt. „Es wird viele geben, die sagen, dieser Wandel ist nicht möglich; aber erinnert euch – Israel ist das stärkste Land in dieser Region. Israel hat die unerschütterliche Unterstützung des mächtigsten Landes der Welt. Israel geht nicht weg.“

Aber verwandelte die israelische Stärke einen Abzug aus dem größten Teil der Westbank und dem gesamten Gazastreifen in Frieden? Wie wird Israels Stärke von islamistischen Regimen in Ägypten, dem Gazastreifen, dem Libanon, dem Iran, der Türkei, Tunesien und bald in Syrien beeinflusst? Wie wird das verringert, wenn der Iran Atomwaffen bekommt? Ich habe keinen Zweifel, dass Israel gewinnen wird, aber zu welchem Preis? Welche zusätzlichen Risiken können in einer solchen Situation gerechtfertigt werden?

Und wie „unerschütterlich“ ist die US-Unterstützung? Ja, die Grundallianz ist unerschütterlich, aber das wird – natürlich – nicht in Unterstützung für alles israelische Handeln umgesetzt diese Stärke einzusetzen, was daher die Nutzbarkeit dieser Stärke reduziert. Gibt es z.B. unerschütterliche Unterstützung der USA für den Sturz des Hamas-Regimes im Gazastreifen und die Übergabe dieses Gebiets an die „moderaten“ „Friedenspartner“ der palästinensischen Autonomie?

Zu sagen „Israel geht nicht weg“ bedeutet, die Israelis sollten keine Angst vor einem zweiten Holocaust haben oder davor von der Landkarte gewischt zu werden. Sie müssen davor auch keine Angst haben, wenn das Land angemessenen Strategien folgt. Und die Kosten des Überlebens wiederum können höher oder geringer sein.

Es ist eines, Optimismus und Hoffnung auf Frieden zum Teil der Gleichung zu machen – was der Grund ist, dass ich kein großes Problem mit dem habe, was er sagte – aber was ist mit dem Rest?

Dennoch sehe ich kein Risiko in dem, was Obama sagte. Erstens ist das US-Standardpolitik. Zweitens ist Israel inzwischen durch Erfahrung dagegen immunisiert dumme Risiken einzugehen und unerwiderte Zugeständnisse zu machen. Drittens, weil es nicht israelische Präferenzen spiegelt. Wenn Obama gönnerhaft sein will, dann ist das akzeptabler als wenn er bereit ist Israels Schutzherr zu sein, statt sich zu distanzieren.

Die überwiegende Mehrheit der Israelis weiß oder sollte wissen, dass sie nicht einseitig Frieden herbeiführen kann – ein Schritt, der bereits mehrfach ausprobiert wurde. Sie wissen oder sollten wissen, dass sie nicht einseitig die Haltung der anderen Seite verändern können indem sie den Palästinensern und anderer arabischer Öffentlichkeit beweisen, dass sie brav sind. Selbst viele der westlichen Eliten und Massenmedien glauben nach Jahrzehnten solcher Bemühungen nicht, dass Israel Frieden will.

Von dem, was Obama sagte, ist das hier das Wahrste: „Israel hat die Weisheit die Welt so zu sehen, wie sie ist, aber – das ist eure Art – Israel hat den Mut die Welt so zu sehen, wie sie sein sollte.“

Obama sprach über den Teil, wie die Welt sein sollte. Er vergaß den Teil über Israel, das die Welt sieht, wie sie wirklich ist.

Klartext – Dr. Aaron Lerner: Es ist dringend geboten zu warten, bis der Staub sich legt

IMRA, 24. Februar 2011

Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben das Fenster der Gelegenheit dafür zugeschlagen, uns Blätter Papier gegen Land auf der Grundlage von Best Case-Szenarien anzudrehen. Pläne, die sich auf das korrekte Verhalten von Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und anderen in der Region verließen, klingen nun dumm. Selbst die Möglichkeit der Vereinigten Staaten „felsenfeste“ Garantien zu liefern, um die Sicherheitsrisiken auszugleichen, ist heute nicht sicher.

Wenn 2011 das „Jahr der Revolution“ im Nahen Osten ist, dann könnte 2012 das „Jahr der Enttäuschung“ sein, gefolgt von 2013 als dem Jahr, in dem die Führung versucht die Wut des Mobs umzulenken.

Wenn dieser Tag kommt, dann spielt es keine Rolle, ob es einen souveränen Staat Palästina gib oder nicht. Es wird keine Rollen spielen, ob eine Palästinenserflagge auf der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem weht. Es wird immer einen Grund geben den jüdischen Staat anzugreifen, wenn die Alternative darin besteht vom Mob aus dem Amt gejagt zu werden.

Es wird Jahre dauern, bis wir eine klare Vorstellung davon bekommen, in welche Richtung unsere Region sich tatsächlich bewegt.

Bis dahin ist die Ungewissheit einfach zu groß, als dass es möglich wird eine funktionsfähige und dauerhafte Vereinbarung erzielen zu können.

Die Gefahren des Friedenmachens

Yaacov Lozowick, 21. Januar 2010

Nur allzu oft ist es das Ziel von Diplomaten und andere Friedensschaffenden, ein Dokument zu erzielen, das irgendwie all die Fragen anspricht oder frisiert oder konstruktiv umgeht, zu denen ein eine Parteien ernsthaft verschiedener Ansicht sind, vielleicht sogar einander bekämpfen. Es wird angenommen, dass, wenn alle Seiten auf der gepunkteten Linie unten auf dem Dokument unterschreiben, die Probleme aufhören weh zu tun und für alle das Leben ohne Zankerei weiter geht. Bei größerem Streit könnten die Architekten des Dokuments sogar die Chance auf einen Preis aus Oslo haben.

Und dann?

Was, wenn nicht? (Sorg dafür, dass die Probleme aufhören weh zu tun und verschwinden?) Und dann?

Der Punkt ist, dass bei all die manchmal teuflisch komplizierten Fragen des Schmiedens einer Vereinbarung letztlich die gesamte Anstrengung nur der Prolog ist. Die wahre Anstrengung besteht darin die Realität zu verändern, damit die Vereinbarungen sich darin wiederfinden.

Das war nicht immer so. Die meiste Zeit der Geschichte über wurden Kriege ausgefochten und gewonnen; an diesem Punkt diktierte die Siegerseite das meiste von dem, was sie verlangte und die Seite der Verlierer akzeptierte das grimmig. Manchmal ließen Weise auf beiden Seiten den Besiegten genug Spielraum, um Irredentismus abzuwehren. Was nicht immer funktionierte.

In der angeblich besseren Welt jedoch, in der wir heute leben, sollen kriegsartige Konflikte nicht ihren blutigen Verlauf nehmen; stattdessen hat man sie wegzuverhandeln. Ob das wirklich funktioniert und wenn, ob das wirklich eine Verbesserung ist, sind Fragen, über die ich weit mehr nachdenken müsste, bevor ich sie beantworte. Das Beste, was ich jetzt sagen könnte, ist: vielleicht. Was aber klar sein sollte und den meisten nicht klar ist: Die intervenierenden Außenstehenden tragen weit mehr Verantwortung für den letztendlichen Ausgang.

Was passiert, wenn sie den Folgen ausweichen? In den meisten Fällen brechen die Konflikte, wie die Natur, wenn sie künstliche Barrieren überwindet, wieder aus – oder haben vielleicht überhaupt nie aufgehört, egal, wie viel Lob gesungen wurde und Preise ausgegeben wurden. Als jemand mit persönlicher Erfahrung mit dem Leben in einer solchen Kastastrophe nach dem Erfolg kann ich Ihnen sagen, dass das nicht angenehm ist.

Lernen die Friedensmacher aus ihren Fehlern, um sie nicht zu wiederholen? Nein. Das ist jedenfalls nicht die Regel. Hier ist die bedrückende Geschichte davon, wie die Friedensmacher im Sudan im Jahr 2005 jämmerlich darin versagten ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, sobald die Feierlichkeiten vorbei waren. Und es sind nicht sie, die den Preis dafür bezahlen.

Aber diese geplanten Wahlen sind zum Opfer der allgemeinen Malaise geworden, die das Umfassende Friedensabkommen von Anfang an durchdrungen haben. Der Handel wurde dem Sudan weitgehend durch unablässigen Druck des Auslands aufgedrückt, in erster Linie den der USA. Um Erfolg zu haben, hätten die Außenstehenden denselben Grad an Druck aufrecht erhalten müssen, nachdem das Abkommen unterzeichnet war. Doch der Krieg in der westlichen Region Darfur, der sein gewalttätigstes Level erreichte, als das Abkommen in trockene Tücher gebracht wurde, hatte den größten Teil der diplomatischen und finanziellen Ressourcen des Auslands aufgefressen, die man versprochen hatte, um die Vereinbarung zwischen Norden und Süden auszupolstern. So ist die Umsetzung des Friedensabkommens, eines außerordentlich komplexen Dokuments, weit hinter den Zeitplan zurückgefallen. Von dem für den Aufbau solcher Dinge wie gemeinsamer Militäreinheiten, die Kräfte des Nordens und des Südens zusammenzubringen, um Vertrauen zwischen den beiden Seiten aufzubauen versprochenen Geld ist nur wenig gekommen.

Obama machte einen schwer wiegenden Fehler

Micah Halpern schreibt am 23. Januar:

Präsident Obama hatte im TIME Magazine ein Interview gegeben, das in der Ausgabe dieser Woche stand. Er gibt zu, dass er sein Vermögen überschätzte, die Palästinenser und die Israelis zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu bringen.

„Unterschätzt“ ist Understatement.
Bevor Obama an der Macht war, gab es Dialog und Diskussion.
Jetzt, buchstäblich seit den ersten Tagen der Präsidentschaft Obamas, hat es keinen Dialog gegeben, keine Diskussion und keine unabhängigen Treffen.

Mit anderen Worten: Die guten Absichten des Präsidenten haben in Verbindung mit seinen schlechten Briefings und völligem Missverstehen der Lage dazu geführt, dass beide Seiten weiter von einander entfernt sich als vor seinen Einmischungen.

Genau ein Jahr ist es her, dass der neue Präsident auf einem totalen Einfrieren der Siedlungen als Vorbedingung für Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern bestand. 365 Tage später hat es keinerlei Fortschritt gegeben.

Nahost-Experten singen jetzt eine Runde „Hab‘ ich doch gesagt“.
Vielleicht wird er nächstes Mal auf uns hören.

Es ist frappierend zu erleben, wie von unseren Eliten, Meinungsbildnern und sonstigen Leuten, die tatsächlich oder vermeintlich etwas zu sagen haben, Fakten einfach ausgeblendet werden. Alle, die behaupten „vernünftigen Menschenverstand“ zu benutzen und damit „allgemeingültige Wahrheiten“ zu kennen und zu verbreiten, das Problem bei Netanyahu und seiner „rechtsgerichteten“ Hardliner-Regierung verorten, ohne daran zu denken, dass die PalAraber in dem Moment alles fallen ließen, sich zurücklehnten und nur noch Forderungen stellten, als Obama den Mund aufgemacht und Israel eine völlig unsachliche Bedingung gestellt hatte.

Jedes Mal, wenn ein „Partner“ und „Freund“ des jüdischen Staates sich aufmacht, das Problem Nahost-Konflikt zu lösen, indem er auf Israel Druck ausübt, kommt nichts dabei heraus, das von Wert wäre. Normalerweise kommt alles ins Stocken; Oslo war die Ausnahme, weil Arafat einen Fuß auf den Boden bekommen wollte, um seinen Terrorkrieg vorzubereiten – und am Ende stellten wir dann fest, dass „Oslo“ nicht nur ein Fehlschlag war, sondern das Sprungbrett der Terroristen war, über das sie ihren Mordfeldzug gegen die Juden im Nahen Osten wieder effektiv aufnehmen konnten. Und auch hier wurde Israel weniger vom Westen unter Druck gesetzt, sondern von der israelischen Regierung stark vorangetrieben.

Das Verhaltensmuster der Palästinenserführer wird ignoriert oder geleugnet. Obama ist nicht anders. Er wollte nicht wahr haben, was offensichtlich war. Und richtete Schaden an, von dem ungewiss ist, ob er wieder gut gemacht werden kann – wenn, dann von einem neuen Präsidenten, der einen anderen Stil den Terroristen gegenüber an den Tag legt.

Posted via email from abseits vom mainstream – heplev

Gesucht: die palästinensische „Frieden Jetzt“-Bewegung

Khaled Abu Toameh, Hudson New York, 8. Dezember 2009

Viele Palästinenser, die mit internationalen oder israelischen Organisationen arbeiten, deren Aufgabe ist für Frieden und Miteinander im Nahen Osten zu werben, haben oft Angst oder zögern die Art ihrer Arbeit zu sprechen, obwohl es weit wichtiger ist palästinensische Kinder Miteinander, Frieden und Normalisierung zu lehren als Mahmud Abbas unter Druck zu setzen an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

In der Westbank und dem Gazastreifen wird jedes Reden darüber immer noch mit Verrat und Defätismus in Zusammenhang gebracht. Das Handeln und die Worte der Palästinenserführung haben folgende Botschaft an ihre Bevölkerung geschickt: Jeder Mensch, der über Normalisierung oder Koexistenz mit dem jüdischen Staat nachdenkt, wird streng bestraft.

Durch hartes Durchgreifen gegen die Palästinenser, die für die Normalisierung und Koexistenz mit Israel arbeiten, haben sowohl die palästinensische Autonomiebehörde als auch die Hamas das Aufkommen eines echten Friedenslagers unter den Palästinensern verhindert. Hat irgendjemand jemals von einer authentischen und ernsthaften „palästinensischen Frieden-Jetzt“-Bewegung in der Westbank oder dem Gazastreifen gehört? Wo sind all die amerikanischen, europäischen und lokalen Nichtregierungs-Organisationen, die Steuergelder der USA und Europas nutzen, um für Frieden, Moderatheit und Koexistenz zu werben?

Als Saiten der Freiheit-Orchester nach Hause ins Flüchtlingslager Jenin in der nördlichen Westbank zurückkehrte, wurde seine Dirigentin Wafa Yunis entlassen und ihr Studio-Apartment im Lager versiegelt. Die PA, deren Führer seit mehr als 15 Jahren mit Israel reden, beschuldigten Yunis der „Ausnutzung von Kinder zum Zweck der Normalisierung der Verbindungen zu Israel“.

Während Israel im Verlauf der letzten dreißig Jahre die Bildung zahlreicher Organisationen erlebt hat, die auf die Erreichung von Frieden mit den arabischen Nachbarn des Landes hin arbeiten, ist es in den von der PA kontrollierten Gebieten immer noch ein Tabu über Normalisierung und Koexistenz zwischen Palästinensern und Juden zu reden. Eine palästinensische Frau aus Ramallah, die für eine von der EU finanzierte Gruppe arbeitet, die für die Förderung der friedlichen Koexistenz zwischen den beiden Gemeinschaften arbeitet, sagt, sie habe viele Warnungen von Palästinensern erhalten, dass sie aufhören müsse oder sich Vergeltung aussetze. Ihr Verbrechen, wurde ihr gesagt, sei, dass sie und ihre Gruppe die Normalisierung mit Israel anstrebt.

Diese Frau ist nicht allein. Ein Palästinenser aus Jerusalem, der von einer anderen Gruppe angestellt wurde, um palästinensische Kinder für eine gemeinsame Reise arabischer und israelischer Kinder in die USA anzuwerben, sagt, er habe Todesdrohungen von Vertretern der PA erhalten. Letztendlich war er gezwungen aus Angst um sein Leben die Aufgabe aufzugeben.

Solche Drohungen durch die palästinensische Autonomiebehörde sollte angesichts der Bilanz ihrer Führer diesbezüglich nicht überraschen. Früher in diesem Jahr lösten palästinensische Beamte ein palästinensisches Kinderorchester auf, weil es im Zentrum für Holocaust-Überlebende bei Tel Aviv gespielt hatte.

Und es gibt noch eine Botschaft, eine, die mit dem Holocaust verbunden ist: Indem man die Kinder und ihre Dirigentin für die Vorstellung vor Holocaust-Überlebenden bestraft, verweigert die PA den Palästinensern jede Möglichkeit über diesen etwas zu lernen. Was das angeht, unterscheidet sich die Palästinenserführung in Ramallah nicht von der Hamas-Regierung im Gazastreifen, der heftige Opposition gegen die Einbindung des Holocaust in den lokalen Lehrplan ankündigte.

Im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte haben die PA und die Hamas die Palästinenser bis zu einem Punkt radikalisiert, an dem es sogar schon riskant ist Kinder für eine Vorstellung im Zentrum für Holocaust-Überlebende zu schicken oder palästinensische und israelische Frauen zu gemeinsamen Konferenzen in der Westbank und den Gazastreifen zu bringen. Solche gemeinsamen Konferenzen und Seminare finden gelegentlich statt, aber nur in europäischen Hauptstädte und an Ferienorten in Nordamerika.

Obwohl fast zwei Jahrzehnte seit der Unterzeichnung der Oslo-Vereinbarungen zwischen Israel und der PLO vergangen sind, gibt es in Ramallah oder Gaza Stadt fast keine Erwähnung eines realen Friedenslagers an der Basis. Diejenigen, die wgen des israelisch-arabischen Konflikts so leidenschaftlich sind und gerne ein Ende der Gewalt und des Hasses sehen würden, sollten anfangen nach Wegen zu suchen, das Entstehen eines ernsthaften Friedenslagers in der Westbank und dem Gazastreifen zu suchen – eines, dessen Führer und Mitglieder in der Lage sein würden, sowohl der PA als auch der Hamas die Stirn zu bieten.

Kommt alles zweimal?

Die aktuelle Katastrophe im Weißen Haus und die neue israelische Regierung erinnern ein wenig an eine frühere Katastrophe im Weißen Haus und die damalige neue israelische Regierung. Es wirkt wie die gleiche Konstellation – ein linker Feind Israels als US-Präsident und eine als „rechts“ verschriene bis verteufelte Regierung in Jerusalem. Es gibt allerdings auch Unterschiede, die meisten sehr nuanciert und im Bereich „Wahrnehmung statt Fakten“ – Netanyahu ist eigentlich eine bekannte Größe, allerdings nicht in der Art, wie er ständig verunglimpft wird. Und Dhimmi Jimmy gab damals einen Friedensengel wider schlechteren Wissens, der zum Camp David-Gipfel getragen werden musste, während Obama offen seine Friedenshetze zum Nachteil Israel betreibt. Und das trotz des größten und auffälligsten Unterschieds zwischen den beiden Konstellationen. Yaakov Kirschen bringt sie einmal mehr auf den Punkt:

Die Prostitution des Friedens

Sultan Knish, 18.06.2008

Wenn man dem derzeitigen Regime der Diplomaten und Experten glaubt, dann ist Frieden etwas, das für den richtigen Preis zu bekommen ist. Wo Frieden einst die gegenseitige Einstellung des Krieges bedeutete, ist Frieden inzwischen etwas geworden, das gekauft und verkauft werden kann. Legt die richtige Summe auf den Tisch und der Frieden kann euer sein, die Luden des Friedens schreien an jeder Straßenecke. Hinter ihnen stehen ihre schaurigen Erzeugnisse, die Terroristen und Massenmörder, die Frieden mit dir haben werden, vielleicht eine Nacht lang oder zwei, wenn der richtige Preis gezahlt wird. Die Trickser mögen glauben, dass Frieden eine langfristige Ehe ist, aber sie wissen, dass es sich nur um einen One-Night-Stand handelt. Hudna. Waffenruhe. Genug Zeit für sie, um sie wieder zu bewaffnen und zu töten.

Wie leben jetzt in einer Zeit der Prostitution des Friedens. Liebe tritt da nicht ein. Brüderlichkeit tritt nicht ein. Wir haben nicht länger Frieden, weil wir beide des Krieges müde sind und ihn beenden wollen. Nein, Frieden ist etwas geworden, das das Scheusal, der Halsabschneider und das Monster der zivilisierten Welt im Tausch für Waffen, Macht und internationale Anerkennung anbieten. Und so haben wir nicht länger Frieden; statt dessen ist schon die Vorstellung von Frieden eine verlorene Hoffnung geworden, die Glückssträhne eines zwanghaften Spielers, das letzte Bier eines Alkoholikers, ein aussichtsloses Unterfangen in den dunklen Straßen der modernen diplomatischen Fehllagerung der Zivilisation.

Frieden war einmal das Ende der Gewalt, aber jetzt ist Frieden ein Prozess geworden, ein langes Ritual von Treffen und Akten verschieben, das niemals tatsächlich Frieden schafft, aber die quietschenden Räder der Diplomatie am Laufen hält. Und so kommen und gehen die Anzugträger und Fotos werden gemacht und es wird unterzeichnet und die Schlagezeilen der Zeitungen brüllen „Frieden, Frieden“, aber da ist kein Friede. Die Diplomaten, die den Frieden vom Oslo bis Camp David und von Tabe bis Ankara prostituieren, wissen ganz genau, dass sie eine von Seuchen geplagte Lüge verkaufen. In Wahrheit verkaufen sie die Illusion einer rationalen Welt an die letzten Reste einer sterbenden Zivilisation, die sich der Brutalität eines Dar al-Harb entgegen stellt, die der Vernunft ins Gesicht lacht und in Grausamkeit frohlockt.

Der Regen fällt im Dunkeln, der Wind bläst zerfetzte Zeitungen eine menschenleere Straße hinab. München. Camp David. Brüssel. Oslo. Es spielt keine Rolle mehr, nur die Hotelzimmer und der teure Alkohol, der auf Steuerzahlers Kosten in Weingläser gegossen wird. Die Luden werben, die Prostituierten posieren mit ihren Waffen und Bomben und die Trickser stellen alles auf, was sie haben, sicher, dass diesmal alles anders sein wird. Ein Toast wird ausgebracht. „Auf den Frieden!“ Frieden in unserer Zeit. Frieden in niemandes Zeit.

Die Prostitution des Friedens ist ei gespenstisch zynischer Akt, weit grausamer als die Art Verbrechen, für die Männer und Frauen jede Nacht an den Straßenecken der Zivilisation verhaftet werden. Denn die Prostitution des Friedens ist nicht nur ein falsches Versprechen von Liebe, sie ist ein falsches Versprechen des Endes des Tötens, das nur dazu dient dieses immerwährend fortzusetzen.

Linke Agitation und linker Aktivismus haben den Frieden in ein Mem verwandelt, eine Lüge, die jeder haben kann, wenn er nur laut genug singt und sei von seiner Regierung einfordert. Und so sterben sie. Und die Führer ihrer Regierung gehen in die Hotelzimmer in weit entfernten Städten und Kontinenten, um sie dort zu kaufen. Die Gläser klingen, alle jubeln und am Morgen gibt es weitere Leichen, die von den Straßen geholt werden müssen.

Die Unaufrichtigkeit des Friedens liegt im Kern der Prostitution des Friedens. Sie ist von allen Seiten ein Akt der Unverantwortlichkeit. Die Luden des Friedens in den Außenministerien blasen ihr eigenes Prestige auf, sicher, dass die richtige Transaktion endlich die Scheichs des Ostens auf ihre Seite bringen wird. Die Prostituierten des Friedens grinsen zynisch, wissend, dass sie ncihts verkaufen, das sie sich nicht morgen zurücknehmen können. Die Trickser kommen mit einer Mixtur aus Korruption und Verzweiflung, getrieben vom selbstzerstörerischen Impuls des Verfalls, um etwas zu kaufen, das sie nicht zu einem Preis haben können, den sie nicht zahlen können.

Niemand in dieser Dreifaltigkeit der Verdammten wünscht sich etwas vom moralischen Bankrott ihres Berufs oder seinem verheerenden Preis zu hören. Wieder und wieder wird der Preis gezahlt und Blut strömt in die Gosse und in den Hotelzimmern klingen die Gläser.

„Auf den Frieden.“