Israel führt immer noch einen Dreifronten-Krieg

Nachdenken: Die Hamas baut eifrig Tunnel aus dem Gazastreifen, die Hisbollah hat 150.000 Raketen an der Grenze angehäuft und die PA-Araber steinigen immer noch Juden. Op-Ed.

Stephen M. Flatow, Israel National News, 27. Oktober 2020

Gaza-Terrortunnel (Foto: IDF-Sprecher)

Von der Sicht von meinem Balkon in Jerusalem scheint es so, als befinde sich Israel im Frieden. Aber sieht man etwas genauer hin, dann erkennt man, dass das nicht der Fall ist. Die Entwicklungen an allen dreien der Fronten Israels in den letzten Tagen erinnert uns an die Kriegsführung auf niedrigem Niveau, den arabische Kräfte weiter führen – und an die Gefahren der Zugeständnisse, die zu machen die Kritiker Israels immer fordern.

Im Süden entdeckte die israelische Armee wieder einmal einen „Terrortunnel“, der von der Stadt Khan Junis im Gazastreifen aus in israelisches Territorium reichte. Nur weil die Tunnel nicht mehr in den Schlagzeilen sind, heißt das nicht, dass sie nicht dort sind. Israel hat im Lauf der Jahre Dutzende davon zerstört oder versiegelt; aber die Hamas baut weitere.

Wann immer ich an die Tunnel denke, werde ich an das unglaubliche „mea culpa“ erinnert, von dem der frühere Friedensvermittler des US-Außenministeriums Dennis Ross vor ein paar Jahren in der Washington Post schrieb. Er erinnerte daran, dass die Israelis, als die Hamas sich in der Frühphase des Tunnelbaus befand, die Einfuhr von Baumaterial in den Gazastreifen einzuschränken begann, das für diesen Zweck verwendet werden konnte. Also schickte die Administration Obama Ross in die Region – um Israel unter Druck zu setzen.

Ross schrieb später: „Ich stritt mit israelischen Führern und Sicherheitsvertretern, sagte ihnen, sie müssten mehr Baumaterial, darunter Zement, in den Gazastreifen lassen, damit Häuser, Schulen und grundlegende Infrastruktur gebaut werden könnte. Sie entgegneten, dass die Hamas es missbrauchen würde und sie hatten recht.“

Weil die Administration Obama darauf bestand, dass der Zement nicht für militärische Zwecke verwendet werden würde, erlaubte Israel seinen Import. Das Ergebnis? Die Hamas baute „ein Labyrinth an Untergrundtunneln, Bunkern, Kommandoposten und Schutzräumen für ihre Führer, Kämpfer und Raketen“, gestand Ross ein. Sie bauten sie mit „geschätzten 600.000 Tonnen Zement“, von dem einiger „von dem in den Gazastreifen erlaubte Baumaterial abgezweigt wurde“.

Ich frage mich, ob der gerade entdeckte Tunnel von Khan Junis mit Teilen der Tonnen an Beton gebaut wurde, der Dank Ross‘ Druck in den Gazastreifen kam. Ross mag glauben, wenn er einen Artikel schreibt, in dem er einen Fehler zugibt, sei alles vergeben – aber die Israelis, die sich in der Schusslinie der Hamas befinden, müssen noch auf Jahre hinaus mit den Folgen dieses Fehlers leben.

Inzwischen endete an Israels östlicher Front ein palästinensischer Araber, der versuchte Juden zu Tode zu steinigen, selbst als Toter. Wie üblich verbreitet die palästinensische Autonomiebehörde absonderliche Behauptungen, beschuldigt israelische Soldaten den Steinewerfer zu Tode geknüppelt zu haben.

Was wir wissen: Der Terrorist, dessen Name Amer Snobar war, verließ seine Heimatstadt Yatma und fuhr mit einem Freund an eine Stelle nahe des Dorfes Turmus Aya, wo sie Felsbrocken auf vorbeifahrende israelische Autos warfen – in der Hoffnung sie würden eines der Autos dazu bringen außer Kontrolle zu geraten und einen Unfall zu haben. Da die PA das Werfen von Felsbrocken als legitim und gewaltfrei betrachtet, wird jedes israelische Vorgehen gegen arabische Steinewerfer von der PA als Mord angesehen.

Interessant ist es festzustellen, dass Yatma und Turmus Aya beide von der PA regiert werden. Israels Kritiker behaupten, arabische Steinewerfer würden verständlicherweise gegen die „Besatzung“ „Widerstand leisten“. Aber Israel hörte schon 1995 auf Yatma und Turmus Aya besetzt zu halten. Es gibt dort keine israelischen „Besatzer“. Also mussten Snobar und sein Terrorfreund PA-Gebiet verlassen, um ihr tödliches Ziel zu verfolgen.

Stellen Sie sich vor, was passiert wäre, wenn die PA-Gebiete zu einem souveränen Staat gemacht worden wären, wie es so viele Leute fordern. Snobar und sein Kumpel hätten einige Juden steinigen und dann zum Schutz nach „Palästina“ zurückfliehen können. Die israelische Armee wäre dann hilflos gewesen, sie nicht über eine international anerkannte Grenze verfolgen können.

An Israels nördlicher Front hat die Armee letzte Woche ein großes Militärmanöver durchgeführt, mit dem Krieg simuliert wurde. Der erwartete Feind war nicht Syrien oder der Libanon, sondern die Hisbollah, die sich in den letzten Jahren von einer buntgemischten Terrorgruppe in eine komplette Armee verwandelt hat.

Gestützt vom Iran hat die Hisbollah entlang der israelisch-libanesischen Grenze geschätzte 150.000 Raketen angehäuft. Die Israelis nehmen die Bedrohung ernst. Zu dem Manöver gehörten sowohl reguläre Truppen als auch Reservisten, „aus Luftwaffe, Marine und Bodentruppen sowie den Abteilungen des Geheimdienstes, aus Technologie und Logistik, Datenfernverarbeitung und Cyberverteidigung“, sagte ein Armeesprecher.

Israel stoppte 2006 sein Vorgehen gegen die Hisbollah als Reaktion auf internationale Kritik und Versprechen des UNO-Sicherheitsrats den südlichen Libanon nicht unter die Kontrolle der Terroristen kommen zu lassen. Natürlich wurden diese Versprechen nie gehalten und heute ist die Gefahr ein Mehrfaches von dem, wie sie damals war.

Beachten Sie das wiederkehrende Thema: Israel verteidigt sich, die Welt jault protestierend auf, Israel zieht sich im Tausch für Versprechen zurück und die Versprechen werden in aller Stille ad acta gelegt. Wie lange wird dieser unfassbare Kreislauf sich noch wiederholen?

Der Mordanschlag vom Josephsgrab (kurze Zusammenfassung)

Sonntag, 24.04.2011:
Mehrere israelische Zivilisten begaben sich ohne entsprechende Genehmigung und Absprache zum Josephsgrab in Schechem/Nablus um dort zu beten. Arabischer Polizisten schossen auf sie, als sie das Grabgebäude verließen, weil er dort „verdächtige Bewegungen“  gesehen hatte. Ein Mann ist tot, vier weitere Personen sind verletzt; einer musste per Hubschrauber, einer per Ambulanz in Krankenhäuser  gebracht werden. (Wirft man nicht immer den Juden vor sie seien schießwütig? Ich bin gespannt, ob es hier auch international zu Verurteilungen kommt, weil der Polizist überreagiert hat – nee, bin ich nicht, ich erwarte, dass das ausbleibt und die Stimmung dahin geht, dass gesagt wird: Was machen die ohne Genehmigung da, ist doch klar…)
Nach israelischen Angaben versucht die Gruppe (Breslower Hassidim), aus der die beschossenen Israelis stammen, immer wieder im Josephsgrab zu beten, ohne entsprechende Absprachen und Einschränkungen zu akzeptieren. Die PA-Sicherheitskräfte kennen diese Leute. Warum sie diesmal einfach schossen, ist eine unbeantwortete Frage.
Ein Augenzeuge aus einem der beschossenen Autos schildert, dass die PA-Polizisten eindeutig schossen um zu töten.
– Es gibt Berichte, dass mehrere Dutzend  Araber sich beim Josephsgrab zusammengerottet haben, Reifen verbrennen und versuchen das Gebäude zu stürmen. Sie schafften es anscheinend, das Gebäude in Brand zu stecken.
Behauptungen der PA, die Juden hätten versucht einen Straßensperre zu durchbrechen und mit Steinen auf die Sicherheitskräfte geworfen, konnten von der IDF vor Ort nicht bestätigt werden – sie fanden keinerlei Hinweise auf eine Sperre noch auf Steine.
Nach Angaben bei YNet sollen Siedler Steine auf arabische Autos geworfen und ein Kind verletzt haben. Im Gegenzug bewarfen Araber israelische Autos und verletzten einen Fahrer. Außerdem sollen zwei Häuser in Hawara angezündet worden sein.
Die Lügenpresse (Maan) behauptet, „bewaffnete Siedler“ seien in das Gebäude „eingedrungen“, hätten ihre Waffen ausgepackt und auf „palästinensische“ Polizisten zu schießen begonnen. Die IDF gibt an, dss es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass die Juden Waffen hatten.
YNet gibt an, dass „Rechte“ mit Vergeltung für den Mord in Schechem/Nablus drohen. Es soll weitere „price tag“-Aktionen gegen Araber geben.
– Die Kreuzung Hawara-Yitzhar wurde inzwischen gesperrt, nachdem es dort Zusammenstöße zwischen Trauernden und Arabern gab (wer die angefangen hat, schreiben sie bei YNet nicht).
Drei der beschossenen BreslowerHassidim wurden erst festgenommen und dann gegen Kaution (je €1000) unter Hausarrest gestellt; es soll geprüft werden, ob sie militärisches Sperrgebiet betreten haben.
Der PIJ pries den Mord in Schechem von letzter Nacht – es muss ja unheimlich heldenhaft sein Unbewaffnete zu erschießen.

Mancher Demonstrant in Bilin verdient 4000 Schekel im Monat

IMRA, 15. April 2011, Übersetzung von Dr. Aaron Lerner

Man kann kaum sagen, dass wir Freunde sind, aber es wie die Erfahrung eines Haufens Leute, die freitags Fußball miteinander spielen. Jeder kommt und macht sein Ding und geht zufrieden nach Hause. Wir kennen die regelmäßigen Demonstranten mit Namen. Vor zwei Wochen riefen sie einem unserer Kommandeure zu: „Ofir, stell‘ sicher, dass deine Soldaten diesen Punkt hier nicht überschreiten!“

Ideologie schient hier keine Rolle zu spielen. Es hat sich in eine Industrie verwandelt. Einige der Leute bekommen einen monatlichen Lohn von 4.000 Schekeln, um für eine Stunde pro Woche hier aufzutauchen und Steine zu werfen.

Das ist kein schlechtes Geschäft – finanziert von Geld aus Europa.

Oberst Saar Tzur über die wöchentlichen Proteste in Bil’in in einem Interview mit Israel Hayom-Korrespondent Ahraleh Weisberg; veröffentlicht in Israel Hayom, Sabbat-Sektion, 15. April 2011