5 Arten, wie die Medien die Berichterstattung zum Konflikt zwischen Hamas und Israel verdrehen

Emanuel Miller, HonestReportig, 20. Mai 2021

Das Thema Israel und die Palästinenser ist bekanntermaßen umstritten. Ein kleiner Zusammenstoß in Jerusalem hat das Potenzial weltweit Schlagzeilen zu generieren, im gesamten Nahen Osten die Stimmung aufzuwühlen und im Gegenzug zu mehr Kämpfen und sogar Krieg zu führen.

Das ist der Grund, weshalb es unerlässlich ist, dass die Medien die Story akkurat berichten. Aber Nachrichtenorgane verdrehen immer wieder Geschichten, die mit dem Konflikt zu tun haben.

Hier sind fünf Arten, wie die Nachrichtenorgane das weiterhin tun:

1. Israel wird für palästinensische Gewalt verantwortlich gemacht

Ab Beginn der jüngsten Eskalation ist Israel für die Entscheidungen der palästinensischen Terroristen verantwortlich gemacht worden. Bedenken Sie zum Beispiel die Schlagzeile der New York Times, die nahelegt, dass Raketenfeuer aus dem Gazastreifen in Reaktion auf das Handeln israelischer Sicherheitskräfte in Jerusalem erfolgte: „Nach Razzia auf Aqsa-Moschee, Raketen aus Gaza und israelische Luftangriffe“.

Wiederholt haben Journalisten die Entscheidung der Hamas Projektile auf israelische Zivilisten im ganzen Land zu schießen als Reaktion auf eine israelische „Razzia“ manipuliert. In Wirklichkeit waren israelische Sicherheitskräfte gezwungen die Moschee zu betreten, nachdem Palästinenser sie in eine Festung verwandelt hatten, in der sie Steine und Felsbrocken horteten, die auf Juden geworfen werden sollten, sowie Feuerwerkskörper als behelfsmäßige Raketen verwendeten. Gleichzeitig bewarfen Araber an zahlreichen Orten jüdische Fußgänger und Autofahrer massiv mit Steinen und versuchten mindestens einen Juden nahe des Tempelbergs zu ermorden. Ungeachtet der „Razzia“ hatte die Hamas keine Rechtfertigung auf israelische Zivilisten zu schießen. Zu suggerieren, dass Raketenangriffe durch palästinensische Terroristen erfolgten, „nachdem“ Israel gewalttätige Randalierer niederzwingt, bringen – ob nun absichtlich oder böswillig – Ursache und Wirkung durcheinander.

Vor kurzem nahm der Komiker John Oliver einen Beitrag auf, in dem er Israel beschuldigte im Gazastreifen „Kriegsverbrechen“ und „Kindermord“ zu begehen. Aber die Verantwortung für den Tod von Zivilisten im Gazastreifen liegt bei der Hamas, die einen Modus Operandi hat militärische Anlagen in dicht besiedelte Wohngebieten zu platzieren. Das Völkerrecht ist hierzu sehr klar: Die Hamas, nicht Israel, ist für die Opfer verantwortlich, die das Ergebnis ihrer Verwendung von Palästinensern als menschliche Schutzschilde sind.

2. Es wird nicht beachtet, dass aus dem Gazastreifen auf israelische Zivilisten gefeuerte Raketen Kriegsverbrechen sind

Es ist erstaunlich, dass das betont werden muss, aber Medienberichte über die jüngste Runde der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hamas haben es üblicherweise versäumt Letztere wegen Kriegsverbrechen anzuprangern. Jedes Mal, wenn eine Rakete aus dem Gazastreifen gewollt israelische Zivilisten treffen soll, ist das ein Kriegsverbrechen. Jedes Mal, wenn eine Rakete aus einer dichtbesiedelten zivilen Gegend im Gazastreifen abgefeuert wird, ist auch das ein Kriegsverbrechen.

Rund 4.000 Raketen sind im Verlauf der 10 Tage nach Israel geschossen worden. Nur weil das weiter passiert, heißt das nicht, dass es irgendwie akzeptabler und weniger ein Kriegsverbrechen ist. Das macht es schlimmer. Und indem versäumt wird diese Taten als solche zu beschreiben, erlauben die Medien den Terroristen weiter zu schießen, ohne dass öffentlich Druckgegen sie aufgebaut wird, im Gegensatz zum massiven öffentlichen Druck auf Israel, es solle nicht weiter zurückzuschlagen.

3. Kaschieren der chronologischen Abläufe, falsche Äquivalenzen ziehen

Die aktuelle Runde der Gewalt kann auf eine Reihe willkürlicher Angriffe von Palästinensern auf israelische Juden Mitte bis Ende April zurückverfolgt werden. Die Angriffe wurden gefilmt und auf der Video-Plattform TikTok verbreitet. Bilder der nicht provozierten Angriffe gingen viral, veranlassten zusätzliche Nachahmungsangriffe auf israelische Zivilisten, führten dazu, dass eine kleine Zahl randständiger jüdischer Aktivisten als „Vergeltung“ Araber angriff.

Zwei auffällige Tatsachen wurden in den Berichten jedoch nicht erwähnt:

  1. Die Gewalt wurde von den Arabern initiiert.
  2. Die Zahl der verwerflichen und weithin verurteilten Angriffe, die von Juden begangen wurden, wurde von den durch Araber begangenen weit übertroffen.

Stattdessen tendieren die Medien dazu beide in einen Topf zu werfen, wobei sie es oft versäumen deutlich zu machen, wie die Gewalt begann. Diesbezüglich betitelte die New York Times einen ihrer Artikel zum Thema mit „Zusammenstöße zwischen Israelis und Palästinensern um Jerusalems Altstadt“. Das schafft eine falsche Äquivalenz. Gleichermaßen wurde ein Bericht von CBS überschrieben mit: „Beamte verletzt, 40 in Jerusalem verhaften, als jüdische Hardliner-Gruppe und Palästinenser während des Ramadan mit Polizei zusammenstoßen“.

Israelis und Palästinenser um Jerusalems Altstadt zusammen. Die Gewalt brach aus, als eine extremistische jüdische Vorherrschaftsgruppe durch die Stadt marschierte und „Tod den Arabern“ skandierte.

Derweil veröffentlichte die Huffington Post einen Artikel mit der Schlagzeile: „Israelische Extremistengruppe skandiert ‚Tod den Arabern‘ bei Jerusalemer Protesten“; und Australiens ABC News brachte einen Artikel mit dem Titel: „Warum skandieren Mobs in Jerusalem ‚Tod den Arabern‘?“ Beide konzentrierten sich auf die jüdischen Extremisten, während sie das größere Problem des arabischen Rowdytums ignorieren.

4. Palästinensische Gewalt wird heruntergespielt und ausgelöscht

Medienanalysten haben schon lange festgestellt, dass palästinensische Gewalt in Medienberichten regelmäßig nicht als solche bezeichnet wird. Oft wird das unter Verwendung von Modifikatoren wie „Israel sagte“ gemacht. In anderen Fällen haben Redakteure und Journalisten effektiv palästinensische Kriegslust verschwiegen, indem sie von „Angriffen“ sprachen, ohne die dafür Verantwortlichen zu benennen. Nehmen Sie z.B. die Schlagzeile der BBC: „Israel schließt nach Mörserangriff Gaza-Grenze“. (Die Schlagzeile wurde später abgeändert, nachdem der Artikel wichtige Veränderungen erfuhr.)

Die BBC versagt in einer Reihe von Fällen. Erstens identifiziert sie nicht, dass die Hamas dafür verantwortlich war. Zweitens macht sie nicht ersichtlich, wo der Angriff stattfand: an einem Grenzübergang und zu einer Zeit, in der dort humanitäre Hilfe weitergeleitet wurde.

Genauso haben die täglichen Briefings der New York Times oft die Folgen und das Ausmaß des palästinensischen Terrorismus bagatellisiert, wobei manchmal „vergessen“ wurde die palästinensischen Angriffe einzubeziehen.

(Sie konnten das gesamte Update im Daily Briefing der New York Times lesen und keine Ahnung haben, dass die Hamas heute hunderte Raketen auf israelische Zivilisten schoss.)

Vergleichbare Probleme wurden in der britischen Berichterstattung beobachtet, wobei ein Bericht Ashlie Blakelys von der Manchester Evening News falsch nur „hunderte Raketen“ beschrieb, die auf Israel geschossen wurden, während die Zahl weit höher lag, deutlich in die Tausende. Ihre Formulierung versäumte es auch deutlich zu machen, dass die Hamas auf Zivilisten schoss, während Israel Hamas und andere Terroristengruppen ins Visier nahm.

 

Seit letztem Montagabend hat die militante Palästinensergruppe Hamas hunderte Raketen auf Israel geschossen, dessen Militär mit unablässigem Beschuss des Gazastreifens durch Panzer und Luftangriffe reagierte.

All das oben Beschriebene kann mit Artikeln verglichen werden, die sich auf die israelische Reaktion auf Raketenangriffe konzentrieren.

Beispielsweise veröffentlichte die New York Times am 18. Mai in allen Einzelheiten, dass das einzige Coronavirus-Testlabor im Gazastreifen unbrauchbar gemacht wurde – aber erst ganz spät in dem Text wurde deutlich, dass das Labor nicht von Israel beschossen wurde, keinen beträchtlichen Schaden erlitt und innerhalb von ein paar Tagen wieder im Einsatz sein würde. Aller angerichtete Schaden war das Ergebnis eines Angriffs, der auf der anderen Straßenseite erfolgte.

5. Terroristen und Zivilisten zusammenzählen

Seit dem jüngsten Gewaltausbruch haben einige Nachrichtenorgane aus dem Zusammenhang genommene Opferzahlen veröffentlicht. Betrachten Sie z.B. die Schlagzeile unten, die der Guardian produzierte: „Konflikt Israel-Gaza: 200 Palästinenser innerhalb einer Woche getötet, sagt Funktionär

Diese Formulierung wurde vom New Yorker wiederholt, der beschrieb, dass „zweihundert Palästinenser getötet worden sind, darunter Dutzende Kinder“.

Die problematische Terminologie erschien überall in den Medien; eine Schlagzeile von Fox News anfangs der Woche lautete: „Gaza-Funktionäre: Opferzahl durch israelische Angriffe steigt auf 43.

Es ist unerlässlich, dass die Leser begreifen, dass zivile Opfer komplett die Schuld der Hamas sind, weil sie das Feuer auf Israel eröffnete und jeder bedauernswerte Vorfall, bei dem Zivilisten im Nebel des Krieges gestorben sein können, letztlich die Folge der Entscheidung der Hamas war einen Krieg zu beginnen.

Zusätzlich ist die fehlende Klarheit bezüglich getöteter Zivilsten und Kombattanten die Schuld der Hamas, des Islamischen Jihad und anderer Terrororganisationen, deren Mitglieder es verfehlen sich von der urbanen Umgebung zu unterscheiden, aus der heraus sie regelmäßig agieren. Im Gazastreifen agierende Journalisten werden von der Hamas darin behindert ihren Job zu tun; Reporter werden von ihr drangsaliert und bedroht, wenn sie den Missbrauch von Zivilisten aufdecken. Da sie nicht in der Lage sind ihren Job frei zu erledigen, müssen Journalisten sich auf die von der Hamas betriebenen Ministerien verlassen.

Indem sie es unterlassen zu erwähnen wie viele der in Gaza Getöteten bestätigte Terroristen oder solche zu sein verdächtig sind, tragen die Nachrichtenseiten zu falschen Anschuldigungen bei, Israel „massakriere“ Gazaner.

Das systembedingte Versagen der öffentlichen Diplomatie Israels

Oberst (a.D.) Dr. Raphael G. Bouchnik-Chen, BESA Center, 24. Mai 2021

Israelische Artillerie schießt in den Gazastreifen; 18. Mai 2021 (Bild: IDF via Wikipedia)

Die jüngste militärische Kampagne im Gazastreifen war die grundlegende Aktion, die der Staat Israel angesichts des Raketenterrors der Hamas und des Islamischen Jihad unternahm. Dieselbe Art asymmetrischer Konfrontation ist zudem das Rezept für eine potenzielle Konfrontation mit der Hisbollah, sollte eine solche ausbrechen.

Israels angesammelte Erfahrung in Kriegszeiten zeigt ein verstörendes Muster, das zum Ritual geworden ist: Eine ernsthafte Lücke, die sich immer zwischen dem militärisch Erreichten und dem Scheitern nationaler öffentlicher Politik auftut.

Es scheint so, als habe Israel den vollen Wert entweder der Dynamik öffentlicher Diplomatie oder durchdachter psychologischer Kriegsführung nicht verinnerlicht, trotz der Tatsache, dass militärische Denker seit uralten Zeiten Kriegspraktiken aus diesen Disziplinen als Multiplikatoren klassifiziert haben. Der chinesische Denker und Militärstratege Sun Tzu erklärte zum Beispiel vor mehr als 2.000 Jahre: „Wir müssen den Feind ohne Kampf überwältigen.“

Die Tatsache, dass Israel, ein demokratischer Staat, gezwungen ist Terror- und Jihadistenorganisationen zu bekämpfen, die in vielen westlichen Ländern verboten sind, ist ein idealer Ausgangspunkt, von dem aus man das Land diplomatisch vertreten kann.

Gezielte öffentliche Botschaften gegenüber bestimmtem Publikum in der internationalen Arena sollten sich auf eine Weise auf den jihadistischen Charakter der Hamas und des Islamischen Jihad konzentrieren, die diese Organisationen mit wichtigen terroristischen Elementen wie Al-Qaida und ISIS verbindet, bei denen die Legitimität des Kampfes unbestritten ist.

Das sollte eine Gewinnerkarte für Israel bei seinen Botschaften gegenüber dem Westen sein. Sie wird jedoch nicht ausgespielt, weil die israelische Diplomatie es versäumt die Ströme internationaler Wut anzugehen, die sich immer wegen Behauptungen willkürlicher Tötungen von Frauen und Kindern seitens der IDF gegen Israel richtet. Diese Behauptung widerspricht direkt den Fakten, da Israels Luftschläge – weit davon entfernt willkürlich unschuldige Zivilisten anzugreifen – penibel chirurgische Angriffe sind, so geschaffen, dass sie nur auf Terroristen zielen und bei Unbeteiligten minimale Schäden verursachen. Die Tatsache, dass dies die operationelle Leitlinie des israelischen Militärs ist, wenn es sich auf terroristische Ziele konzentriert, ist von Israels diplomatischem Korps nicht effektiv vermittelt worden.

Bezüglich des jüngsten Konflikts hat es die israelische Diplomatie auch versäumt herauszuheben, dass Sprecher der US-Regierung wie auch anderer westeuropäischer Regierungen die Legitimität von Israels casus belli untergraben, indem sie die Verantwortung der Hamas für den Beginn der Kampagne ignorieren.

Israel scheitert regelmäßig am zweitwichtigsten Element im Kampf gegen die Hamas und den Islamischen Jihad und sieht sich daher immer wieder extremem internationalen Druck ausgesetzt die Kämpfe einzustellen, bevor die Ziele seiner Operationen erreicht sind. Dieses Muster, das sich jedes Mal wiederholt, wenn Israel seine Bürger gegen Terrorangriffe verteidigt, veranschaulicht die systembedingte Inkompetenz der öffentlichen Diplomatie Israels.

Israel scheitert auch im Bereich der operationellen Propaganda. Ohne verfügbare Sendemittel auf Arabisch ist Israel nicht in der Lage Echtzeit-Botschaften an die Zivilbevölkerung des Gazastreifens zu senden. Dass Israel das arabischsprachige Medienspektrum aufgegeben hat, hat zur Folge, dass die Einwohner des Gazastreifens ausschließlich der Propaganda von Al-Jazira und Hamas ausgesetzt sind. Statt einen Keil zwischen Hamas und die Zivilbevölkerung des Gazastreifens zu treiben, erlaubt Israel den Massen sich mit den Terrororganisationen zu identifizieren. Das ermöglicht im Gegenzug die zynische Ausnutzung der Zivilsten als menschliche Schutzschilde durch die Terroristen, um ihre Verstecke zu schützen und dem Anschein nach unschuldige Tarnung für ihr Personal und ihre Waffen bereitzustellen.

Das systematische Versäumnis der israelischen öffentlichen Diplomatie ist ein langjähriges offenes Geheimnis. Weil die diplomatischen Gremien des Landes auf ein ganzes Sortiment ministerieller und Sicherheitsgefüge verstreut sind, ist es höchst unwahrscheinlich, dass das System als Ganzes jemals gestärkt und wiederbelebt wird. Der oberste Revisionsbeamte des Staates hat versucht Israels diplomatische Versäumnisse anzusprechen, aber eine Formel für ein zentrales und synchronisiertes Gremium für öffentliche Diplomatie muss erst noch gefunden werden.

Dieses systembedingte Versäumnis ist inakzeptabel und vermutlich im Status quo nicht zu reparieren. Die zwangsläufige Lösung besteht in der Privatisierung des Systems der öffentlichen Diplomatie Israels und ein professionelles, unabhängiges diplomatisches Gremium zu schaffen, das sich mit offiziellen Regierungskörperschaften koordiniert. Es ist unerlässlich der Notwendigkeit Israels öffentliches diplomatisches Problem konzentrierte Aufmerksamkeit zu schenken.

Zu Gaza spielen die Medien weiter mit uns

David Lange, Israellycool, 18. May 2021

Haben Sie sich je gefragt, wie im Gazastreifen Kinderspielzeug und Möbel es scheinbar immer völlig intakt aus dem Schutt schaffen, ohne einen Hauch von Staub?

Früher schon auf Israellycool: Palästinensische Spielzeuge werden die Erde erben.

Gedankensplitter: Heiko Maas will Waffenstillstand verursachen

Heute ist Heiko Maas, wie angekündigt, nach Israel geflogen, um am liebsten einen Waffenstillstand herbeizuführen.

Er ist nicht alleine und es gibt noch eine ganze Reihe anderer Stimmen, die nach Waffenstillstand rufen.

Warum? „Um die Zivilbevölkerung auf beiden Seiten zu schützen“, „damit es nicht noch mehr Tote gibt“ usw.

Was können wir diesen Leuten attestieren? Nur eines: Sie haben aus der Vergangenheit nichts, aber auch gar nichts gelernt.

Wir erleben das übliche Ritual: Die Terroristen fangen an zu schießen (und werden dafür nicht kritisiert). Sobald Israel sich wehrt, gehen die Wellen hoch. Pallywood wird in Gang gesetzt, die pawlowschen Hunde der NGOs, der Medien und der Politik fangen an zu bellen und es wird gejammert, dass Menschen umkommen, weil Israel so unverhältnismäßig agiert. Es muss ein Waffenstillstand her, schnellstens, damit wieder Ruhe einkehrt! Und in der Regel wird es Israel angelastet, wenn das nicht gleich funktioniert.

Naja, diesmal ist es ein klein wenig anders: Die üblichen Verdächtigen üben sich in den leeren Worten, dass Israel das Recht hat sich zu verteidigen. Dass die Hamas aufhören soll zu schießen. Aber Verständnis für den Raketenbeschuss haben sie schon noch, die Herrschaften. (Oder muss ich in der Genderwahn-Epoche auch von Damschaften schreiben?)

Und was passiert? Die Terroristen machen weiter, bis sie nicht mehr können. Dann jammern sie und die „internationale Gemeinschaft“ übt noch mehr Druck auf Israel aus, damit es sich gegen die Terroristen nicht weiter wehrt. Dann tritt eine Weile „Ruhe“ ein, die Terroristen rüsten wieder auf, bis sie sich wieder stark genug fühlen Israel wieder anzugreifen. Und legen wieder los.

So sieht der von den Friedensbesoffenen so oft beschworene „Kreislauf der Gewalt“ aus: Sie lassen die Terroristen bestimmen, was passiert und wie der Krieg geführt wird. Sie üben keinen Druck auf die Terroristen aus, damit die endlich aufhören und das „Spiel“ nicht jedes Mal von vorne beginnen.

Die Maasniks wollen nicht sehen, dass das alles ein vorhersagbarer Ablauf ist, der sich jedes Mal zuverlässig wiederholt. Der sich nicht ansatzweise ändert. Und immer dieselben Folgen hat, nur jedes Mal für Israel schlimmer. Waren 2008/09 „nur“ die unmittelbar am Gazastreifen liegenden Ortschaften unter Raketenfeuer, steigert sich das bei jeder „Auseinandersetzung“, heute reichen die Raketeneinschläge bis kurz vor Jerusalem, hinter Tel Aviv und fast nach Eilat. Umgekehrt geht die Zahl der zivilen Todesopfer bei den Gazanern immer weiter zurück; waren es 2014 noch mehr als 2.000 insgesamt (davon zwei Drittel bis drei Viertel Terroristen), sind es jetzt (aktuell) knapp über 200, fast alles Terroristen – und die zivilen Opfer sind vorwiegend durch noch im Gazastreifen einschlagende Terrorraketen verursacht. Und trotzdem wird Israel wieder Unverhältnismäßigkeit vorgeworfen, noch verlogener, als es bisher schon immer war.

Aber da liegt das Problem: Alles wie immer – wie es anfängt, warum es anfängt, wie es läuft und wie es zu Ende geht/gehen soll. Trotzdem glauben diese Friedensbesoffenen, es werde diesmal anders sein. Auch wie immer.

Fazit: Diese Leute, wie das Maas-Männchen, weigern sich aus der Vergangenheit zu lernen. Erfahrung zählt nichts, die wollen einfach nur ihre ideologische Verblendung leben, ohne Rücksicht auf die Realität, ohne jedes Verständnis für die Fakten vor Ort.

Es gibt da ein berühmtes Zitate das (fälschlich) Einstein zugeschrieben wird: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Sehr geehrter Herr Maas (und viele andere), dementsprechend ist es nicht falsch, Ihnen Wahnsinn zu attestieren. Vorausgesetzt, Sie glauben tatsächlich, was Sie da von sich geben.

Die Gaza-Raketenkriege seit 2009 im Bild

gefunden auf Facebook (17.05.2021):

Ulrich J. Becker hat mal dargestellt, wie das mit den Raketen in den Gazakriegen seit 2009 war. Fazit: Die Terroristen haben immer mehr zugelegt, weil Israel nicht wirklich konsequent gegen sie vorgegangen ist. Die Reichweite und Anzahl der Geschosse hat zugenommen, inzwischen ist fast ganz Israel allein schon aus dem Gazastreifen bedroht.

Die Fakten zu den palästinensischen Toten im Krieg 2014 auf die Reihe bekommen

Prof. Hillel Frisch, BESA Center Perspectives Papar Nr. 1.978, 26. März 2021

IDF-Soldaten während der Operation Fels in der Brandung, 1. August 2014 (Bild via IDF Flickr CC)

Zusammenfassung: Die mögliche Ermittlung des Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zu Israels Verhalten im Gazastreifen wird wahrscheinlich das Interesse an der Konfrontation von Hamas und Israel im Jahr 2014 erneuern. Es gibt viele Belege, die nahelegen, dass die Zahl der palästinensischen Todesfälle übertrieben wrude und dass die meisten von ihnen Terroristen waren, nicht Zivilisten.

Ob Israel mit einem juristischen Team des Internationalen Strafgerichtshofs kooperiert oder nicht, es wird jetzt wahrscheinlich eine erneute Konzentration auf die Konfrontation zwischen Israel und der Hamas vom 8. Juli bis 26. August 2014 geben. Insbesondere zwei Dinge sollten ins Blickfeld geraten: Die Zahl der palästinensischen Opfer und die Aufteilung in zivile und terroristische Todesopfer.

Nach Angaben sowohl der IDF als auch palästinensischer Quellen gibt es mindestens 2.000 palästinensische Tote durch die 50-tägige Konfrontation. Es gibt jedoch Gründe diese Zahl zu anzuzweifeln.

Nach Angaben des palästinensischen statistischen Zentralbüros gab es 2013 im Gazastreifen 4.609 Tote bzw. einen monatlichen Durchschnitt von 430 Toten. Im Jahr darauf, als die Konfrontation stattfand, wurden 6.774 Tote registriert, eine nie da gewesene Zunahme von 2.165 Toten, die vordergründig dem Konflikt zugeschrieben werden könnte. Da er über 50 Tage verlief, scheint es in dieser Zeit fast dreimal so viele Tote wie bei der natürlichen Auftretenshäufigkeit der monatlichen Toten im Gazastreifen gegeben zu haben.

Diese hohe Todesrate veranlasst einige Fragen.

Angesichts der hohen Kosten für das Betreiben von Leichenhallen würden selbst die am weitesten entwickelten Staaten der Welt keinen Überschuss für Notfälle aufrecht erhalten. Das bedeutet, wenn eine beträchtliche Zunahme an Todesfällen auftritt – sagen wir von 13 bis 40 Toten pro Tag – müsste es Szenen übervoller Leichenhallen und eine enorme Zunahme von Beerdigungsaktivitäten auf Friedhöfen geben. Die Phänomene sind insofern miteinander verzahnt, als fehlender Platz in Leichenhallen schnelle Beerdigungen erfordert, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Rasche Bestattung ist in einer religiösen Gesellschaft wie der des Gazastreifens auch eine islamische religiöse Verpflichtung.

Man kann sicher davon ausgehen, dass diese Szenen, wären sie aufgetreten, von den gut geölten, der palästinensischen Sache verständnisvoll gegenüber stehenden Propagandaorganen, sowie dem gewaltigen Spektrum an palästinensischen „Menschenrechts“-Organisationen, der OCHA der UNO, antiisraelische Medien wie Al-Jazira und natürlich Hamas, Fatah, die PA und den vielen Medienorganen, die sie finanzieren und kontrollieren, ausgenutzt worden wären.

Aber das gewaltige Filmmaterial der Konfrontation von 2014 brachte weder Beweise für überfüllte Leichenhallen noch für zunehmende Bestattungsraten.

Stattdessen sieht man sogenannte Leichen in Grabtüchern, die von Müttern und Verwandten bei Prozessionen getragen oder auf den Boden gelegt (selten auf dem Friedhof beerdigt) werden. Das Problem mit diesen Fotos ist, dass sie der Wirklichkeit verfaulender Leichen in der Sommerhitze des Juli und August im Gazastreifen trotzen. Eine menschliche Leiche ist sehr penetrant. Zuschauer bedecken in Anwesenheit von Leichen, die der Hitze ausgesetzt sind, automatisch ihre Nasen, um widerliche Gerüche abzuwehren. Dennoch zeigen die Fotos Menschen, die lässig um diese „Leichen“ herumlaufen. Da wird etwas vorgegaukelt.

Ein weiteres bezeichnendes Merkmal der unverhüllten „Leichen“, die auf dem Boden liegen, besteht darin, dass sie keine Zeichen von Verletzungen zeigen. Wären sie von Kugeln oder größerer Munition getroffen worden, die die israelische Luftwaffe (oder eigentlich jede Luftwaffe) einsetzt, wären die Ergebnisse weit blutiger gewesen.

Man muss diese Fotos nur mit den grausigen Fotos vergleichen, die von der Propagandaabteilung der syrisch-arabischen Armee von Leuten verbreitet wird, die aus der Luft oder bei Kämpfen am Boden getötet wurden. Sie sind fast nie intakt, so wie man es von Zielen geschmolzenen Bleis und keine Unterscheidungen machenden Granatsplittern zu erwarten ist.

Die Hamas sollte Erster sein einzuräumen, dass Fotos intakter Körper der Realität widersprechen. Als Israel bestimmte Terroristen aus der Luft beschoss, wurden die Opfer von den  Hamas-Medien oft so beschrieben, dass sie in Fetzen gerissen wurden, wodurch sie oft nur schwer identifizierbar waren.

Zusätzlich zur Debatte über die Zahl der Getöteten, in der man ernsthaft die von der IDF selbst veröffentlichten Zahlen infrage stellen sollte, gibt es eine noch stärkere Debatte darüber, wer getötet wurde – Zivilisten oder Terroristen. Israelische Quellen argumentieren, dass die meisten Terroristen waren, während die Palästinenser behaupten, die Mehrheit waren Zivilisten.

Videoaufnahmen können helfen das aufzuklären. Eines der auffälligen Merkmale der Aufnahmen ist, dass Einwohner des Gazastreifens zu sehen sind, wie sie auf getroffene Gebiete zulaufen, statt von ihnen weg. Die automatische Reaktion auf einen ballistischen Angriff besteht darin, vor ihm zu fliehen. Außerhalb von Hollywood gibt es nur selten Personen, die einem solchen Angriff entgegenlaufen.

Ein weiteres seltsames Charakteristikum eines Großteils der Aufnahmen des Konflikts von 2014 ist das Spektakel von Gazanern, die in Bereichen direkt neben dem Angriffsort herumlungern. Angriffe von F-16-Kampfflugzeugen oder Kampfhubschraubern sorgen, um es vorsichtig auszudrücken, im Allgemeinen dafür Zivilisten in den Häusern und von der Straße fernzuhalten.

Warum also verhalten sich die Gazaner so? Offenbar weil die zivilen Einwohner des Gazastreifens wissen, dass die israelische Luftwaffe sehr sorgfältig auf ihren Feind zielt und sie selbst hatten eine starke Ahnung, was in ihrer direkten Umgebung beschossen wurde – ein Raketensilo, ein Waffenlager oder ein Tunnel, in dem Terroristen Zuflucht suchten. Im engen Gazastreifen ist es schwierig diese Orte vor den Einheimischen geheim zu halten.

Wird irgendetwas von diesen Belegen eine Rolle spielen? Wahrscheinlich nicht. Das Urteil wird vermutlich gefällt, bevor die juristische Ermittlung überhaupt beginnt. Aber es ist wichtig, dass der Staat Israel sein Material den Israelis und der Welt zeigt. Wie der Sieg der Alliierten über die Achsenmächte zeigte, obsiegt rationaler Anstand langfristig über irrationalen Hass.