Denkmal für jüdische Flüchtlinge in Jerusalem

Point of No Return, 26. Januar 2021

Zum ersten Mal wird in Jerusalem ein Denkmal für die 850.000 Juden errichtet, die gezwungen waren arabische Länder zu verlassen. Es wird erwartet, dass das Projekt diese Woche die endgültige Genehmigung des Bürgermeisters erhalten wird.

Die Inschrift wird lauten: „Mit der Geburt des Staates Israel wurden mehr als 850.000 Juden gezwungen arabische Länder und den Iran zu verlassen. Diese verzweifelten Flüchtlinge wurden in Israel willkommen geheißen. Die Knesset hat festgelegt: der 30. November ist der jährliche Gedenktag von Weggang und Vertreibung.“

Das Denkmal ist von der Jewish American Society for Historic Preservation gespendet worden, unterstützt von der Stadt Jerusalem und der World Sephardi Federation.

Ein Modell des Denkmals

Jerry Klinger von der Jewish American Society for Historic Preservation sagt, er hat die vorläufige Genehmigung für den Standort dieses großen Projekts in Jerusalem erhalten.

Auch wenn das Denkmal nicht direkt nach Jerusalem ausgerichtet ist, wird es an der Haas-Promenade in Talpiot stehen, mit einer beeindruckenden Sicht auf die Altstadt.

„Es wird Spitzen-Sichtbarkeit und Bedeutung haben“, sagt Klinger. „Das ist in Israel nie gemacht worden. Das war lange, lange überfällig.“

Die Gruppenskulptur gründet auf diesem Foto mit Kultstatus, das inzwischen die Flucht und Vertreibung der Juden aus arabischen Ländern symbolisiert. Das Foto zeigt eine Familie jemenitischer Juden, die 1949 den ganzen Weg zur Hafenstadt Aden zu Fuß ging, die der Ausreisepunkt nach Israel war.

Nie wieder?

Es ist gesagt worden, dass die Welt im Angesicht von Gräueltaten nie wieder schweigen wird. Aber wie kann man das behaupten, wenn im Verlauf der letzten Jahrzehnte den Morden an Millionen Menschen rund um die Welt mit Stille begegnet wurde?

Nadav Shragai, Israel HaYom, 2. Mai 2019

Im Zentrum des Konzentrationslagers Dachau befindet sich ein Denkmal aus Glas und Stein, auf das in zahlreichen Sprachen „Nie wieder“ geschrieben wurde. Auch im Zentrum des Todeslagers Treblinka ist ein ähnliches Mahnmal zu finden, das den von so vielen über die Jahre hinweg zu dieser Zeit im Jahr von uns wiederholten Schwur trägt.

Aber 80 Jahre nach dem Holocaust scheint es so, als sei die Zeit gekommen diesem Eid ein Fragezeichen hinzuzufügen.

In Europa wie auch bei radikalen Gruppen in den USA breitet sich Judenhass aus und Zurschaustellungen von Antisemitismus in seinen verschiedenen Formen sind mit zunehmender Regelmäßigkeit ausgebrochen. Manchmal handelt es sich um religiösen Hass, andere Male beruht er auf Kultur oder Rasse. In weiteren Fällen ist der Judenhass sozio-ökonomischer Natur.

Diese Erscheinungsformen des Hasses sind jedoch von geringerem Interesse. Seit dem Holocaust hat es unter unseren Feinden solche gegeben und gibt es weiter, die öffentlich erklärten, dass der Plan zu unserer Auslöschung in Kraft bleibt. Es gibt solche, die es schwer finden diese Tatsache zu akzeptieren, insbesondere den Fakt, dass die Nation, die jetzt in Zion wohnt, ihre Beziehung zur Gegenwart zu einem Großteil auf den Lektionen aus der Vergangenheit aufbaut.

Einer dieser Menschen war der verstorbene Professor Yehuda Elkana, selbst ein Holocaust-Überlebender, der das Cohn-Institut für Geschichte und Philosophie der Naturwissenschaften an der Universität Tel Aviv leitete. In den 1980-er Jahren lehnte Elkana es ab die Erinnerung an die Vergangenheit als politisches Argument zu verwenden; er sagte, das sei so, als lasse man die Toten am demokratischen Lebensprozess teilnehmen.

Es gibt viele in unserer Generation, die Elkanas Sichtweise teilen. Sie verstehen nicht, dass die Direktive zum Erinnern sich nicht gegen die Streuung und Verbreitung von Hass richtet, sondern die Sicherstellung eben dieser Existenz und Fortsetzung des Lebens ist, tatsächlich dazu dient sicherzustellen, dass der Holocaust niemals wieder begangen wird. Die Art das zu erreichen besteht darin zu fragen und zu forschen und zu fordern und zu untersuchen und fast ständig zu überlegen: Wird das wirklich nie wieder geschehen?

Eine Welt, die nicht erhebt

Solange Menschen herumlaufen, die bereit sind die Nazi-Rassentheorie und den Judenhass zu verbreiten und entsprechend zu handeln, ist diese Frage nicht nur legitim, sondern unverzichtbar. Nach dem Holocaust waren es der Jerusalemer Großmufti Haddsch Amin al-Husseini und der Feldkommandeur der Arabischen Befreiungsarmee, Fawzi al-Qawuqji, die davon sprachen, dass die „Endlösung die komplette Auslöschung aller Juden“ ist.

Etwa zu der Zeit des Sechstagekrieges 1967 waren es die Führer der arabischen Staaten oder ihre Sprachrohre, die von ihrer Doktrin in diesem Geist sprachen oder verbreiteten. In unserer Generation sprechen die Führer des Iran offen davon und große Teile der „aufgeklärten“ Welt verschließen vor ihren Äußerungen die Ohren. Auch das Phänomen des Islamischen Staates, das sehr stark an die Nazi-Ideologie erinnert, muss diese Welt noch verlassen.

Es ist gesagt worden, dass die Welt niemals wieder schweigen oder nicht handeln wird. Aber wie kann man diese Behauptung aufstellen, wenn im Verlauf der letzten Jahrzehnte an verschiedenen Orten überall auf der Welt Millionen von ihren Feinden ermordet worden sind, während die Welt mit Schweigen reagierte, mit Schweigen reagiert und mit aller Wahrscheinlichkeit weiterhin mit Schweigen reagieren wird.

Es reicht in diesem Zusammenhang aus, die Ermordung von 3 Millionen Muslimen und Hindus durch die westpakistanische Armee in Ostbengalen 1971 anzuführen, den Völkermord an 2 Millionen Kambodschanern durch das Regime der Roten Khmer, den Massenmord an einer halben Million Menschen in Darfur im Westsudan seit 2003 und die 400.000 Ermordeten im blutigen syrischen Bürgerkrieg.

Die Welt erhob und erhebt sich nicht wirklich gegen diese Gräueltaten auf, so wie sie sich nicht gegen den Völkermord an den Juden erhob. Es gibt nicht wirklich einen Grund anzunehmen, es würde etwas von Bedeutung unternommen werden, wenn – was der Himmel verhüten möge – die Existenz des jüdischen Volks in Israel oder weltweit bedroht würde.

Die Worte „Nie wieder“ müssen daher in unserer Generation nicht nur als Eid oder Versprechen dargelegt werden, sondern als unablässige Klarstellung und Frage, die ständig gestellt werden muss.

Vergleich: hebräische und arabische Wikipedia-Einträge zum Krieg von 1973

Prof. Hillel Frisch, BESA Center Perspectives Paper Nr. 992, 31. Oktober 2018

IDF-Panzer überqueren den Suez-Kanal während des Kriegs 1973 (Foto über IDF Flickr)

Zusammenfassung: Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Yom Kippur-Krieg ist es aufschlussreich zu festzustellen, wie von den Hauptprotagonisten an den Krieg erinnert und er verstanden wird

Für Israelis ist es der Yom Kippur-Krieg. Für Ägypter ist es der Oktober- (Tishrin), Ramadan oder Freiheitskrieg. Vor 45 Jahren ausgekämpft, behält der Krieg für beide Gesellschaften eine Bedeutung, die weit über viele andere Kriege hinaus geht. In Israel ist der Krieg von 1973 eine Quelle sowohl des Streits als auch des Stolzes. Auch in Ägypten ist er eine Quelle des Stolzes – und noch wichtiger, er ist eine Quelle der Rechtfertigung für Kairos Entscheidung von diesem Zeitpunkt an aufzuhören Krieg gegen Israel zu führen.

Fast ein halbes Jahrhundert später ist es aufschlussreich festzustellen, wie man sich seitens der Hauptprotagonisten an den Krieg erinnert und ihn versteht. Ein Vergleich zwischen gut geschriebenen und gut dokumentierten Wikipedia-Einträgen zum Krieg, einer auf Hebräisch und einer auf Arabisch, ist ein guter Weg die grundlegenden Bewertungen des Krieges in der jüdischen und in der arabischen Gesellschaft zu beurteilen.

Natürlich ist der Vergleich nur zulässig, wenn die beiden Einträge nicht nur bloße Übersetzungen von einander sind. Das sind sie nicht, wie ganz einfach durch die unterschiedlichen Quellen festgestellt werden kann, die sie zitieren. Der hebräische Eintragt zitiert Arbeiten auf Hebräisch und Englisch, einschließlich Quellen wie den Memoiren von Sa’ad al-Din Shazli, dem ägyptischen Stabschef, auf Arabisch geschrieben und später ins Englische übersetzt. Der arabische Eintrag zitiert Quellen in Englisch und Arabisch, darunter solche, die in Hebräisch geschrieben und später ins Englische übersetzt wurden. Der arabische Eintrag enthält eine Quelle auf Russisch.

Beide Einträge leiden damit unter demselben Defizit, dass sie von Experten geschrieben wurden, die nicht die Sprachen beider Protagonisten kannten. Das ist für viele wissenschaftliche Arbeiten zum Krieg charakteristisch und ein Hindernis für die Objektivität.

Dass die Einträge von Experten geschrieben wurden, steht außer Zweifel. Beiden sind gut geschrieben; sind in angemessene Untersektionen organisiert; bieten reichlich politischen Hintergrund; und analysieren politische Unterschiede innerhalb der politischen, Entscheidungen treffenden Elite (die arabische zumeist auf der arabischen Seite, der hebräische Eintrag auf der israelischen Seite) und ihre Auswirkungen auf Strategie und den Ausgang der Schlacht. Der Eintrag auf Arabisch bietet Landkarten der US Army auf Englisch, die in der Militärakademie West Point archiviert sind.

Die beiden Einträge sind akademisch so beeindruckend, dass eine Übersetzung des Arabischen zur ersten Woche des Krieges – entlehnt man die unterschiedlichen Titel der Einträge, Yom Kippur-Krieg für den hebräischen, Oktoberkrieg für den arabischen Eintrag – ins Hebräische, dann würde der durchschnittliche israelische Leser kaum in der Lage sein festzustellen, dass die Quelle in Arabisch geschrieben worden war.

Das ist vom Ende der zweiten Woche des Krieges des Eintrags zur ägyptischen Front nicht der Fall, als die Ägypter anfingen Rückschläge einzustecken. Die Behauptung, ein Spionageflugzeug SR-71 der US-Luftwaffe sei am 13. August über die gesamte ägyptisch-israelische Front geflogen und habe später der israelischen Seite Informationen für ihre Gegenoffensive geliefert wird im hebräischen Eintragt nicht erwähnt.

Während er hebräische Eintrag reichliche Dokumente sowohl des massiven sowjetischen Luftbrücke zu ihren ägyptischen und syrischen Verbündeten liefert und die US-Luftbrücke am 14. Oktober begann, widmet der arabische Eintrag zur sowjetischen Luftbrücke nur einen Absatz, im Vergleich dazu der amerikanischen nach Israel vier. Die Hilfe aus den USA wird beschrieben „als der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg mit den neuesten Waffen, die Israel retteten“, während die Sowjets vor dem Krieg sicherstellten, dass ihre arabischen Verbündeten mit relativ altem Gerät ausgestattet wurden. Dieser Satz ist völlig von der ansonsten objektiven Beschreibung der Ereignisse des israelischen Gegenangriffs losgelöst, der am 15. Oktober begann und mit dem Übergang israelischer Streitkräfte auf die westliche Seite des Suezkanals und der Einkesselung der ägyptischen Dritten Armee auf seiner Ostseite endete.

Das kurze Abgleiten in politische Fiktion durch den Autor/die Autoren des arabischen Eintrags kann politischer Fügsamkeit in die offizielle Linie zugeschrieben werden, dass die Rückschläge eine Folge der Intervention der USA waren, nicht die Mängel der ägyptischen Strategie und Leistung. Der Eintrag verdeutlicht die Diskussion zwischen den ägyptischen Generälen an der Front (Stabschef Shazli und die Kommandeure der Zweiten und Dritten Armee) und dem Kriegsminister Ahmad Isma’il. An anderer Stelle erklärt der Eintrag, dass Sadat aus politischen Gründen eine ägyptische Präsenz auf dem Ostufer des Nils[*] haben wollte, selbst wenn das bedeutete die Dritte Armee zu opfern.

Was die Auswirkungen des Krieges angeht, so erstreckten sie sich nach Angaben des arabischen Eintrags bis hin zur „Befreiung von Taba“, dem kleinen Gebiet südlich von Eilat, das Israel 1989 abgab, sowie den Oslo-Vereinbarungen und dem jordanischen Friedensvertrag. Im hebräischen Eintrag scheinen die wichtigen Auswirkungen interner Natur gewesen zu sein: der Schmerz massiver Verluste; die Agranat-Kommission; und die Ma’hapacha-Wahlen von 1977, in denen zum ersten Mal in der Geschichte des jüdischen Staates die Mapai und ihre Verbündeten durch eine Likud-Regierung verdrängt wurden. Taba, die Oslo-Vereinbarungen und der jordanische Friedensvertrag werden im hebräischen Eintrag nicht erwähnt.

Der Eintrag auf Arabisch, geschrieben mit einer ägyptischen Neigung, war erpicht darauf zu betonen, dass nicht nur Ägypten Frieden mit Israel schloss und dass der Krieg Friedensschlüsse durch andere arabische Akteure ermöglichte. Ein kurzer Abschnitt, der die Palästinenserfrage als Schlüsselproblem identifiziert, das noch gelöst werden muss, hat keine Parallele im hebräischen Eintrag.

Beide Einträge enden interessanterweise mit Abschnitten zur Memorialisierung des Krieges. Der hebräische Eintrag diskutiert israelische und ägyptische Kultur, während der arabische Eintrag so ausgeschmückt ist,, dass er auch syrische einschließt.

Insgesamt offenbart ein Vergleich der beiden Einträge, dass Einsicht und Vernunft auf beiden Seiten überwiegt, das sie versuchen dieses wichtige Ereignis zu verstehen. Das gibt Grund zu Hoffnung, dass die lange Ära des (kalten) Friedens zwischen Israel und Ägypten andauern wird.

[*] Anmerkung d. Übersetzers: Hier scheint mir ein Fehler vorzuliegen, denn das soll offensichtlich das Ostufer des Suezkanals sein.

Foto: Pflanzen, Wachstum, Rückkehr

The Jewish Press, 31. Juli 2017

Foto: Gershon Elinson/Flash90

Der stellvertretende Verteidigungsminister Eli Ben Dahan (links) und der Leiter des Gush Etzion-Rats Shlomo Neeman pflanzen am 31. Juli 2017 einen Baum im Oz Begaon-Reservat . Oz Vegaon ist nach den drei jüdischen Teenagern benannt, die von drei PA-arabischen Terroristen entführt und ermordet wurden.

Fotos vor dem Gefallenen-Gedenktag: Netanyahu am Herzl-Berg

The Jewish Press, 30.04.2017

Premierminister Benjamin Netanyahu beim Rundgang durch die neue Nationale Gedenkhalle am Eingang zum Militärfriedhof auf dem Herzlberg während der offiziellen Eröffnungsfeier in Jerusalem am 30. April 2017.

Netanyahu betrachtet den Stein, der dem Gedenken an seinen Bruder gewidmet ist, der in Entebbe getötet wurde.

Fotos: Hillel Meier / TPS