Die wahre Lektion aus 9/11 ist keine Geschichte über Islamophobie

Die Entschuldigung der ADL, weil ihr ehemaliger Direktor gegen eine Moschee am Ground Zero war, ist eine weiterer Art den Jahrestag zu verwenden, um das Narrativ über den Anschlag zu ändern.

Jonathan S. Tobin, Israel HaYom, 12. September 2021

Einer der seltsamsten Aspekte Amerikas nach dem 9/11 ist der Drang so vieler das Narrativ zum Anschlag von vor 20 Jahren zu ändern. Daran werden wir erinnert durch der bizarren Entscheidung der Anti-Defamation League des Anschlags auf Amerika zu gedenken, indem der Beschluss der Organisation überdacht wird gegen den Bau eines islamischen Zentrums im Schatten der eingestürzten Twin Towers des World Trade Centers zu sein.

Unmittelbar nach dem Terroranschlag war klar, was passiert war. Al-Qaida, eine von Osama bin Laden geführte radikal-islamische Terrororganisation, trug ihren Kampf gegen den Westen in die USA und töteten fast 3.000 Amerikaner. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, eine Variante des Islam, die auf beträchtliche Unterstützung und Sympathie extremistischer Gläubiger zählen konnte, zwang den Westen zu erkennen, dass er, ob es uns gefällt oder nicht, sich in einem Krieg gegen diese Kräfte befand.

Präsident George W. Bush und der Rest der Regierung sowie die amerikanischen Medien und die Unterhaltungsindustrie unternahmen alles um herauszustellen, dass der Konflikt nur mit den Radikalen bestand, die Amerika angegriffen hatten, nicht mit allen Muslimen. Aber fast sofort wurde damit begonnen ein Gegen-Narrativ zum 9/11 vorzutragen. Nach dieser Lesart ging es in der wahren Geschichte nicht um diejenigen, die die Gräueltaten begingen, ihre Ideologie und die Art, wie sie mit anderen gefährlichen Gruppen verbunden waren, die moderate arabische Regierungen stürzen und die Krieg gegen die Existenz des Staates Israel führen wollten. Stattdessen war für einige das Wichtigste am 9/11, er würde einen Anstieg der Islamophobie verursachen.

Obwohl es wenig oder gar keine Beweise dafür gab, wurde das Märchen, es habe eine Gegenreaktíon gegen Muslime in Amerika gegeben, von einem Großteil der Mainstream-Medien und anderen, die behaupten für Bürgerrechte einzutreten, akzeptiert. Zu den Führern dieser Bemühung gehörte das Council of American-Islamic Relations (CAIR), eine Gruppe, die ihre Ursprünge darin hatte als Fassade in den USA Spendengelder für Hamas-Terroristen zu sammeln.

In diesem Zusammenhang wurde 2010 ein Versuch unternommen in Lower Manhatten an der Stelle eines der Gebäude, das von Trümmern des einstürzenden World Trade Centers getroffen wurde, eine Moschee zu bauen. Aus der Sicht elf Jahre später war der Versuch mehr eine PR-Nummer einer Muslimgruppe als ein realistisches Projekt. Aber er provozierte damals eine massive Auseinandersetzung.

Es bestritten zwar nur wenige Extremisten das Recht jeder religiösen Gruppe ein Gotteshaus oder ein Gemeindezentrum da zu bauen, wo sie will, aber die Idee genau diese Stelle – buchstäblich in den Spuren des Anschlags – in eine große islamische Einrichtung umzuwandeln, erboste Familien der Opfer und die öffentliche Meinung in einer Stadt, die immer noch von den Gräueln des 11. September traumatisiert waren. Abe Foxman, damals der Direktor der Anti-Defamation League, lehnte den Bau der Ground Zero-Moschee in einem mutigen Schritt ab; völlig zurecht bezeichnete er den Plan als unsensible Geste, die mehr tun würde religiösen Konflikt zu schüren als die Stadt zu heilen, wie seine Befürworter unaufrichtig behaupteten.

Linke Meinung stützte das Projekt und diejenigen, die Foxman zustimmten, dass der Plan unangemessener Natur war, wurden als islamophob verunglimpft, während das Märchen einer muslimfeindlichen Gegenreaktion wiederbelebt und als Tatsache statt als Fiktion behandelt wurde. Trotzdem scheiterte der Plan in der Umsetzung und bisher war er nur eine polarisierende Fußnote in der Geschichte des 9/11.

Aber am Vorabend des 20. Jahrestags der Anschläge war die nie entstandene Moschee am Ground Zero wieder in den Nachrichten.

Der Grund ist ein von Jonathan Greenblatt, Foxmans Nachfolger bei der ADL, geschriebenes Op-Ed. Er führt die Verpflichtung der Juden an, vor Yom Kippur ihre Sünden wieder gut zu machen und deshalb entschuldigt sich Greenblatt dafür, dass seine Organisation sich gegen die Ground Zero-Moschee stellte, was seiner Behauptung nach fehlgeleitet war und half Fanatismus zu schüren. Der frühere Mitarbeiter der Administrationen Clinton und Obama recycelt nicht nur das Märchen von der muslimfeindlichen Gegenreaktion, sondern auch die arglistige Behauptung, das Verbot der Immigration aus fünf mehrheitlich muslimischen Staaten, die Terrorbrutstätten waren, sei ein von der Administration Trump eingeführtes „Muslimverbot“.

Er behauptet, dass er helfen wollte Unterstützung für afghanische Flüchtlinge aufzubauen; damit ist klar, dass der wichtigste Aspekt jeden Gedenkens an den 11. September nicht darin besteht an den Anschlag in Amerika zu erinnern, wer ihn verübte und warum oder gar die Familien der Opfer zu trösten. Aus seiner Sicht – und der vieler anderer Linker – besteht der wichtigste Aspekt der Anschläge in angeblichem Rassismus und religiösem Eifer, für den die Anschläge als Ausrede dienen.

Greenblatts Islamophobie-Polemik passt in die Argumente zu kritischer Rassentheorie und Geschichte wie dem „1619 Projekt“ der New York Times, die versuchen die Amerikaner glauben zu machen, ihre Nation sei hoffnungslos rassistisch. Aufgrund der Art, wie er versucht den Jahrestag des 9/11 sich um mythische Islamophobie und nicht um islamistischen Terror drehen zu lassen, ist das aber besonders beleidigend.

Obwohl Greenblatt behauptet FBI-Statistiken würden seine Behauptungen muslimfeindlicher Gegenreaktionen stützen, beweist ein Blick in die Daten der letzten 20 Jahre genau das Gegenteil. Die Zahl der Angriffe auf Muslime ist niedrig geblieben, auch wenn vorübergehend Spitzen auftraten. Den ganzen Zeitraum über zeigen die Zahlen, dass die überwiegende Mehrzahl religiös begründeter Angriffe sich gegen Juden richtete, nicht gegen Muslime.

Während Greenblatt das Lieblings-Steckenpferd der Linken reitet, wird der Jahrestag andernorts für andere Zwecke benutzt.

In Afghanistan und anderen Orten, an denen Islamisten herrschen, wird der 11. September kein Tag der Trauer und der Gelegenheit zum Reden über Islamophobie sein. Es ist kein Zufall, dass die Taliban – die Islamistengruppe, die die Terrorgräuel der Al-Qaida beherbergte – ihre neue Regierung an diesem Tag einführen werden. Sie glauben bewiesen zu haben, dass diejenigen, die die USA früher oder später angreifen werden, mit genügend Geduld eine Demokratie überdauern werden, der der Wille fehlt sich ihnen in einem lange hingezogenen Kampf zu widersetzen.

Wie Michael Pregent, ein strategischer Analyst und Kriegsveteran beim Hudson Institute sagte: Afghanistan wird jetzt wieder als Basis für islamistische Radikale eröffnen. Zwar haben vier aufeinander folgende Administrationen beider politischer Parteien zu dieser Katastrophe beigetragen, aber die untaugliche Entscheidung der Administration Biden ihrem afghanischen Verbündeten den Stecker zu ziehen und das Land praktisch diesem Feind zu überlassen, wird helfen andere für verschiedene islamistisch-radikale Terrororganisationen zu rekrutieren. Sie wird zudem den Iran ermutigen – ein Schurkenregime, das Biden auch unbedingt beschwichtigen will – an seinem Ziel des Erwerbs von Atomwaffen festzuhalten.

Das wird amerikanische Verbündete wie Israel weniger sicher machen und die Chancen eines regionalen Kriegs erhöhen. Es wird auch – im Gegensatz zum Glauben vieler Amerikaner sowohl der Rechten wie der Linken, die denken, der Konflikt im Nahen Osten könne ignoriert werden, soweit Amerikaner nicht länger dort stationiert sind – es absolut möglich machen, dass zukünftige Angriffe näher an Zuhause stattfinden statt in Kabul.

Diese grausamen Fakten sollten an diesem traurigen Jahrestag an oberster Stelle stehen. Stattdessen versuchen Greenblatt und andere Linke das Thema zur Islamophobie zu wechseln. Im Rückblick ging es bei der Kontroverse um die Ground Zero-Moschee um die Art, wie radikale Gruppen wie CAIR mit Hilfe der linken Medien versuchten das Narrativ zum 9/11 zu verändern, um die Amerikaner von einer mächtigen Bedrohung abzulenken, während sie sie in selbstzerstörerischem und verlogenem Gespräch über Vorurteile versinken zu lassen. Trotzdem: Wer hätte vor 10 Jahren geglaubt, dass die ADL, die Gruppe, die mit der Verteidigung der Juden gegen die Ideen und die Leute hinter dem 9/11 beauftragt ist, diesem schändlichen Versuch ihren beträchtlichen Einfluss zur Verfügung stellen würde?

Bad Education @TheFamousPeople

First One Through, 13. Oktober 2020

Die Menge an Hass und Antisemitismus in der Welt wird oft Ignoranz zugeschreiben, wenn sie man sie schlechter Bildung zuweisen müsste. Zahlreiche Artikel, Internetseiten und Schulbücher schreiben eklatante Lügen, die von den Lesern als Fakten aufgenommen werden.

Bedenken Sie die Internetseite TheFamousPeople.com. Sie listet Informationen zu Leuten aus bestimmten Ländern durch die Geschichte hindurch. Die Liste und Hintergrundinformationen ist erstaulich und haarsträubend.

Die Site erklärt: „Palästina ist ein anerkannter Staat des Nahen Ostens, der die Westbank und den Gazastreifen der palästinensischen Region belegt.“ Fakt ist, dass Palästina von den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Großbritannien (praktisch fast der Gesamtheit der englischsprachigen Welt) und vielen anderen Ländern nicht anerkannt ist. Solch ein theoretischer Staat hat offensichtlich kein definiertes Territorium und ist gewiss keine Untereinheit der „palästinensischen Region“, in die, wie man nur annehmen kann, die Autoren Israel gehören lassen.

Das berühmte palästinensische Volk auf der Seit beginnt mit Yassir Arafat, bevor als zweites Herodes der Große, König von Judäa aufgeführt wird. Ja, dieser wahnsinnige jüdische König, der den jüdischen Tempelberg baute, der bis heute existiert, der gut 100 Jahre vor der Umbenennung der Region in „Palästina“ durch die Römer lebte. Sogar Absalom, König Davids Sohn, der 1.000 Jahre vor König Herodes lebte, wird irgendwie als Palästinenser aufgeführt.

Wen, um Himmels willen, führt diese bizarre Liste als berühmte Israelis, möchte man fragen.

Zum Glück schafft es König Salomo auf ihre Liste berühmter Israelis. Aber genauso Judas Ischariot, der „Verräter Jesu“, der auf Platz 8 der berühmtesten Israelis landet. Weder König David noch Jesus sind Teil der Liste berühmter Israelis.

Berühmte Israel nach Angaben der Website TheFamousPeople.com listet Judas Ischariot auf.

Antisemitismus ist überall in den Medien und online zu finden, ohne direkt Hass auf Juden und/oder den jüdischen Staat zu äußern. Es ist wichtig das anzuerkennen und es laut zu sagen, wenn man es sieht. Hier ist der Link zu ihrer Kontaktseite. Fühlen Sie sich frei diesen Artikel zu verlinken.

Israel kritisiert deutschen Außenminister hart wegen „unredlichem Umschreiben“ von Anne Franks Vermächtnis

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post, 13. Juni 2019

Fotos von Anne Frank im Museum Anne-Frank-Hause in Amsterdam, Niederlande, 21. November 2018 (Foto: REUTERS/Eva Plevier)

Deutschlands Außenministerium feierte im Februar die iranische Revolution in der Botschaft Teherans in Berlin.

Emmanuel Nahschon, Sprecher des israelischen Außenministeriums, gab eine kraftvolle Erklärung gegen den deutschen Außenminister Heiko Maas ab, weil der es durch Fehlinterpretation des Vermächtnisses von Anne Frank versäumt die Lektionen des Holocaust zu internalisieren.

Nahschon, einer der erfahrensten Diplomaten, schrieb auf twitter: „Anne Franks Tagebuch ist KEINE Warnung vor wischiwaschi-pseudouniversalen Werten! Anne Franks Vermächtnis ist eine Warnung vor dem Hass und der Verfolgung von JUDEN. Der Versuch ‚Lektionen der Schoah [Holocaust] zu universalisieren, ist nichts anderes als eine unlautere Umschreibung der Geschichte‘.“

Nahschons Tweet vom Mittwoch war eine Reaktion auf einen Tweet des deutschen Außenministeriums, geschrieben zu Ehren von dem, was Anne Franks 90. Geburtstag gewesen wäre. „Außenminister Heiko Maas: #AnneFrank wäre heute 90 geworden“, schrieb das Außenministerium. „Ihr Tagebuch ist heute wichtiger als je zuvor als Warnung vor Diskriminierung, Marginalisierung und Verfolgung und als Symbol der Menschlichkeit. Wir können von ihr lernen.“

Nahschon hat als stellvertretender Missionschef in Israels Botschaft in Deutschland gedient und wird nächster Botschafter Israels in Belgien sein.

Maas kam diese Woche gerade erst von einem Treffen mit den Führern des Regimes im Iran zurück; dabei traf er auch Außenminister Mohammed Javad Zarif. Maas, der sagte, er sei „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen, arbeitet daran einen Finanzmechanismus in Gang zu bringen, der US-Sanktionen gegen das klerikale Regime in Teheran umgeht.

Der Iran wird von Antisemitismus-Experten als führender internationaler Staatssponsor von Holocaust-Leugnung und Antisemitismus betrachtet. Das US-Außenministerium klassifizierte die Islamische Republik Iran als Top-Staatssponsor von Terrorismus.

Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Dekan des Simon Wiesenthal Center, sagte gegenüber der Jerusalem Post: „Warum diese Verzweiflung Deutschlands die serienlügenden Möchtegern-Tyrannen in Teheran zu retten? Es ist Zeit friedliche Sanktionen zu nutzen, um Tyrannen Paroli zu bieten und für das Volk des Iran einzustehen.“

Maas‘ Außenministerium feierte im Februar Irans Revolution in Teherans Botschaft in Berlin. Maas‘ Staatssekretär Niels Annen hat gesagt, Deutschland werde die Hisbollah nicht als Ganzes ächten; die Hisbollah ist der Haupt-Erfüllungsgehilfe des iranischen Regimes. Nach Angaben eines deutschen Geheimdienstberichts aus Niedersachsen hat sie in Deutschland 1.050 Agenten.

Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier twitterte ebenfalls zu Frank: „#AnneFrank könnte heute immer noch leben, könnte Kinder, Enkel & Urenkel haben. Doch sie wurde durch die Ermordung und Auslöschung der Juden um Jugend, Leben und Alter, um Freunde und Leid betrogen. Ihr bleibendes Vermächtnis: Nie wieder! und: Wehret den Anfängen!“

Altmaier hat tatkräftig daran gearbeitet die Geschäfte mit dem iranischen Regime anzukurbeln und es abgelehnt Anfragen der Post zu seiner pro-iranischen Geschäftspolitik und wie das mit Deutschlands Politik der Gewährleistung der Sicherheit Israels und des Kampfs gegen Antisemitismus zusammenpasst zu beantworten. Merkel sagte Israels Knesset 2008, dass Israels Sicherheit für ihre Regierung „nicht verhandelbar“ sei.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas beantwortete eine Anfrage der Post bisher nicht.

Herkunft der Geschichte der Palästinenser

gefunden auf Facebook:

Im Juni n1964 hielt ein ägyptischer Opportunist auf der Gehaltliste der Muslimbruderschaft
einen jordanische Flagge hoch, auf der der Stern entfernt worden war.
Und so begannen 3.000 Jahre „palästinensische Geschichte“

Wow: Jeremy Corbyn glaubt tatsächlich, dass Juden nicht vor 1945 ins damalige Palästina immigrierten!

Daled Amos, Elder of  Ziyon, 4. September 2018

Letzte Woche zeigte Elder of Ziyon, dass Jeremy Corbyn die Geschichte ignoriert:

Hier ist das, was Corbyn sagte:

Ich wurde damit aufgezogen, dass Israel auf einem leeren Stück Land gegründet wurde und dass sie es schafften die Wüsten zum Blühen zu bringen und dass sie Sachen bauten, wo vorher nichts war. Jeder, der die Geschichte der Region studiert, weiß, dass Palästina am Ende des Zweiten Weltkriegs – im Zeitraum von 1945 bis 1948 – Medien hatte, Industrie hatte, Bildung, Universitäten, einen für die gesamte Region relativ hohen Lebensstandard und eine einheitliche Gesellschaft und ein einheitlicher Staat war. Es war eine Verunglimpfung dessen, die es ermöglichte die westliche Meinung zur Unterstützung Israels zusammenzusetzen.

Corbyn behauptet, dass die bereits um 1945 bis 1948 vorhandene Infrastruktur beweise, dass Juden wenig zum Land beitrugen.

Aber warum 1945 bis 1948?

Offenbar nimmt Corbyn an, dass Juden erst 1945 anfingen in das damalige Palästina zu immigrieren – als Holocaust-Flüchtlinge.

Die erste große Welle jüdischer Immigration fand während der Aliyah Aleph von 1882 bis 1903 statt, der von 1934 bis 1948 die Aliyah Bet folgte, eine Reaktion auf Nazideutschland. Selbst die Aliyah Bet teilt sich in zwei Phasen: 1934 bis 1942 war sie ein Versuch Juden zu helfen der Verfolgung und dem Völkermord durch die Nazis zu entkommen; 1945 bis 1949 (die Daten, auf die Corbyn sich bezieht) waren der Versuch Heime für jüdische Überlebende zu finden.

Aber jüdische Beiträge zu Gründung der Infrastruktur Palästinas gehen mehr als ein Jahrhundert weiter zurück.

In seinem Buch „Jerusalem: A Biography“ vermerkt Simon Sebag Montefiore nebenher die Verhältnisse des Landes 100 Jahre vor 1948:

Es gab keine Kutsche, nur verhängte Sänften. Sie besaßen praktisch keine Hotels oder Banken, die Besucher übernachteten in Klöstern; am komfortabelsten war das Amerikanische mit seinen eleganten, luftigen Innenhöfen. Aber 1843 gründete ein russischer Juden namens Menachem Mendel das erste Hotel, das Kaminitz, dem bald das Englische Hotel folgte; und 1848 eröffnete eine sephardische Familie, die Valeros, die erste europäische Bank in einem Raum ein paar Stufen abseits der David-Straße. (S. 360, Hervorhebung hinzugefügt)

Werfen wir einen Blick auf diese und andere Beiträge, die Juden zur palästinensischen Infrastruktur beitrugen, die zur Wiedergründung Israels führten.

Hotels

Die Jerusalem Post hat einen Artikel zum Hintergrund des Kaminitz von Menachem Mendel:

Er und seine Gattin kamen am ersten Tag des Monats Elul [1833] in Haifa an und reisten weiter nach Safed, wo sie sich einer Gemeinschaft frommer Jünger des Gaon von Wilna anschlossen. Diese Gemeinschaft wurde 1810 gegründet, zwei Jahrhunderte vor heute [2010] und 138 Jahre vor der Gründung des Staates Israel.

… Noch in Europa [während er Gelder für die jüdische Gemeinschaft in Israel sammelte] veröffentlichte er das, was der erste Leitfaden für Immigranten und Touristen im Heiligen Land gewesen sein dürfte. Unter dem Titel Korot Ha’itim (Geschehnisse der Zeit) dokumentiert das Buch die Härten, denen im Heiligen Land lebende Juden ausgesetzt waren, insbesondere während der Krawalle in Safed und dem Erdbeben [1837]. Aber es beinhaltet auch nützliche Ratschläge und viele positive Anmerkungen zum Land trotz der Gefahren und der Schwierigkeiten, die Menachem Mendel durchlitt. Das Buch wurde 1839 in Wilna veröffentlicht. 1841 wurde in Warschau für die Menschen, die nicht ausreichend Hebräisch konnten, eine Jiddische Übersetzung veröffentlicht.

Banken

Jacob Valero immigrierte ebenfalls mehr als ein Jahrhundert vor der Wiedergründung Israels nach Israel:

Er wurde 1813 in Istanbul geboren und seine Familie kam aus der Türkei ins Israel vor der Staatsgründung. Später wurde er Geldwechsler. 1848 gründete Valero zusammen mit einer Rihe weiterer örtliche Geschäftsleute die Bank in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung in der Altstadt Jerusalems nahe des Jaffa-Tors.

… Als die Aktivitäten der Bank ausgeweitet wurden, eröffnete sie zwei weiter Filialen in Damaskus und Jaffa.

… Valero wurde wegen seiner Verbindungen zu den osmanischen Herrschern in Jerusalem und Istanbul sowie zu globalen Persönlichkeiten, die die Dienste seiner Bank nutzten, zum Lokalhelden. Er war eine vornehme Person der örtlichen Szene, die in den letzten Tagen des Osmanischen Reichs florierte und eine Reihe der Ehren erhielt, die die auseinanderfallende osmanische Regierung lokalen Würdenträgern in Regionen mit großer Entfernung zu ihrem Zentrum ausgab.

Strom

Dann gibt es noch Pinhas Rutenberg, der 1919 immigrierte. Rutenberg gründete die Palestine Electric Company, die später zur Israel Electric Company wurde. 1921 erteilten ihm die Briten die Strom-Konzession für Jaffa und später für Jordanien. Die Jaffa Electric Company erstellte 1923 ein Netz, das schließlich Jaffa, Tel Aviv, die Umgebung und britische Militäranlagen in Sarafend [zwischen Rischon Letzion und Be’er Ya‘akov] abdeckte. Er erhielt Unterstützung des damaligen Kolonialministers Winston Churchill.

Die Palestine Electric Company Ltd. In den frühen 1920-er Jahren (Foto: Public Domain)

Rutenberg hat zudem den Ruf 1925 der erste Bürger Palästinas unter dem britischen Mandat zu sein, als die Briten ein Gesetz zur Schaffung palästinensischer Staatsbürgerschaft erließen.

Flugreisen

Außerdem gründete Rutenberg die Palestine Airways.

Fünfsitziges Linienflugzeug der Palestine Airways 1934.

Beachten Sie, dass der Name auf Hebräisch „Israel Airways“ lautete, ähnlich wie die Münzen und Briefmarken während des britischen Mandats, die die Abkürzung für „Erez Yisrael“ auf Hebräisch trugen.

1937 wurde die Fluggesellschaft bis 1940 vom Britischen Luftfahrtministerium übernommen; die Absicht war sie irgendwann wieder in Privathand zu überführen. Sie operierte von Juli 1937 bis August 1940. Palestine Airways stellte den Betrieb ein, als ihr Flugzeug von RAF für den Kriegseinsatz übernommen wurde.

Pottasche

Während Rutenberg die Stromkonzession gewährt wurde, erhielt Mosche Novomeysky – unter Schhwierigkeiten – die Erlaubnis von den Briten im Bereich des Toten Meeres Material zu fördern. Er immigrierte 1920 nach Israel und entwickelte die Palestine Potash Company, die zu den Dead Sea Works wurde. Novomoeysky legte Wert darauf gute Beziehungen zu den Arabern in der Gegend zu entwickeln. Wegen seines Rufs blieben Kibbuzim, die er gründet von den antijüdischen Krawallen 1936 bis 1939 verschont.

Denkmal für Mosche Novomeysky bei den Dead Sea Works (Foto: Dr. Avishai Teicher Pikiwiki Israel)

Bäckerei

Bäckerei Angel ist nicht die erste Bäckerei in Israel – Salomon Angel kauften die Bäckerei Trachtenberg in Bayit VeGan auf, als sie 1927 bankrott war:

Es gab einen primitiven Ofen, zu dem die gesamte Nachbarschaft kam, um ihre Töpfe mit Hamin [ein langsam gekochtes Essen für den Sabbat, das Aschkenasim als Tscholent kennen] dort zu lassen und dann darüber zu streiten, wem welcher Topf gehört“, erinnert sich Vicky Angel, Dannys Witwe, als sie sich an die frühen Tag der Bäckerei Angel erinnerte.

Salomon Angel selbst war Jerusalemer der siebten Generation, Mitglied einer sephardischen Familie, die ihre Abstammung auf Juden zurückführt, die 1492 aus Spanien vertrieben wurden.

Sie können eine Vorstellung davon bekommen, dass nach Angaben des Historikers Howard Sachar

1930 bereits 1.500 von Juden betriebene Fabriken und Werkstätten Textilien, Kleidung, Metallwaren, Nutzholz, Chemikalien, Steine und Zement herstellten, die eine kompletten Kapitalwert von rund 1 Milliono PL (palästinensische Lira) hatten.

Aber die jüdischen Beiträge hörten 1930 nicht auf.

Radio

Das Institute für Palestine Studies hat einen Artikel zum Radio Jerusalem, das 1936 den Betrieb aufnahm, „nur zwei Jahre nach der Gründung des ersten offiziellen arabischen Radiosenders in Kairo (Mitte 1934) und ein Jahr vor dem Tod des berühmten italienischen Physikers Marconi (1937).“ Es wurde von den britischen Mandatsbehörden gegründet und sendete auf Arabisch, Hebräisch und Englisch. Aber 4 Jahre zuvor hatten die Briten 1932 Mendel Abramowitsch eine Lizenz erteilt. Sein Sender wurde als Radio Tel Aviv bekannt und sendete bis April 1935, als die Briten ihm die Lizenz wieder entzogen, um den Palestine Broadcasting Service vorzubereiten.

Krankenhäuser

Nach Angaben des Artikels „Gesundheitsdienst für Beduinen im Mandat Palästina“ während der osmanischen Herrschaft von 1516 bis 1917 mussten die palästinensischen Araber

sich in erster Linie auf traditionelle Medizin einschließlich Kräutermedizin, Knochenrichtung durch Kauterisation, Aderlass, Einsatz von Blutegeln, Schropf-Behandlung sowie Amulett-Nutzer, Hebammen und (männliche) religiöse Heiler verlassen.

Vor diesem Hintergrund wurde 1854 im Jüdischen Viertel der Altstadt das Rothschild-Krankenhaus gegründet. Als es zu viele Patienten gab, als dass man sie dort behandeln konnte, wurde außerhalb der Altstadt ein neues Krankenhaus gebaut. Das Hospital wurde von Dr. Bernhard Neumann geleitet, der aus Warschau stammte und in Krakau und Wien studiert hatte. ER war seit 1847 in Jerusalem gewesen. Es bot allen Patienten ohne Rücksicht auf Religion oder Nationalität kostenlose Behandlung; 1918 wurde es von Hadassah übernommen und wurde z u Israels erstem Hadassah-Krankenhaus. Dem Rothschild-Krankenhaus folgten in Jerusalem zwei weitere, Bikur Holim und Misgav Ladach. Ein weiteres von Rothschild finanziertes Krankenhaus wurde später in Zichron Yaakov für die Bauern und Arbeiter in der Gegend eingerichtet.

Das Originalschild des Rotschild-Krankenhauses (Foto: Yoninah)

Das Sachar rundet das Bild ab:

Hadassahs engagierte Massenmitgliedschaft hatte bis 1930 in Palästina vier Krankenhäuser eingerichtet, eine Pflegeschule, 50 Kliniken, Labore und Apotheken sowie einen exzellenten Entbindungs- und Kinderhygienedienst in den meisten Städten und einer Reihe größerer Dörfer. Die WIZO (Women’s International Zionist Organization) betrieb in Tel Aviv drei Säuglingsfürsorgezentren.

Eisenbahn

Ein Artikel im Middle East Monitor klingt fast so, als hätte er eine Quelle für Corbyns obige Äußerung über jüdische „Verunglimpfung“ arabischer Leistungen sein können.

Die Eisenbahn Jaffa-Jerusalem, die 1892 unter osmanischer Herrschaft eröffnet wurde, war die erste in Palästina gebaute Eisenbahn und eine ersten, die im Nahen Osten gebaut wurde. Als damals wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung wurde die Strecke nacheinander von den Franzosen, den Osmanen und nach dem Ersten Weltkrieg von den Briten betrieben, die beauftragt waren Palästina zu verwalten. Die Eisenbahnverwaltung wurde 1920 an die Palestine Railway übertragen, einer Gesellschaft, die der britischen Mandatsregierung gehörte.

Tatsächlich wurde die Eisenbahnlinie zwar unter osmanischer Herrschaft eröffnet, aber die Türken hatten wenig damit zu tun sie möglich zu machen, bis auf die Genehmigung, die sie anderen für den Bau gaben. Und sie wurde dann nur von den Franzosen betrieben.

Die hauptsächlich für den Betrieb der Eisenbahn Jaffa-Jerusalem verantwortliche Person war Yosef Navon, ein jüdischer Unternehmer aus Jerusalem. Er verbrachte drei Jahre in Konstantinopel, u m für das Projekt zu werben und erhielt 1888 vom Osmanischen Reich die Genehmigung, die die Erlaubnis einschloss die Linie nach Gaza und Nablus zu erweitern. Weil er nicht genug Kapital hatte, um das Projekt voranzubringen, ging Navon 1889 nach Europa, um einen Käufer für die Konzession zu finden, was ihm schließlich gelang – in Frankreich. Eine französische Firma, mit Navon als Mitglied ihres Direktoriums, baute die Eisenbahn. Sie begann ihren Betrieb 1892 und gilt als erste Eisenbahn des Nahen Ostens.

Ein Zug erreicht in den 1809-ern den Bahnhof von Jerusalem, die erste Eisenbahn im Nahen Osten. (Foto: Public Domain)

Dies ist keine vollständige Liste der jüdischen Unternehmen und Projekte, aber sie vermittelt eine Vorstellung des Ausmaßes jüdischer Beiträge zu Palästina während der etwa hundert Jahre, die dem britischen Mandat und der Wiedergründung Israels voraus gingen.

Immerhin, so schreibt Sachar, entwickelte der Jischuw zusätzlich zur industriellen und wirtschaftlichen Infrastruktur

seine eigene Quasi-Regierung, sein eigene, weitgehend autonome landwirtschaftliche und industrielle Ökonomie und seine eigenen öffentlichen und sozialen Institutionen.

Offenbar besteht eines der Probleme, die Jeremy Corbyn im freundschaftlichen Verkehr mit Terroristen hat, darin, dass seine Äußerungen über Juden und Israel nichts mehr als einer Durchschrift ihrer Narrative und Fälschungen werden.

Evangelische Kirche im Rheinland: Staatsgründung Israels „ein Datum im christlichen Märtyrerkalender“

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 22. April 2018

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Evangelischen Kirche im Rheinland reisen Mitglieder der Kirchenleitung gemeinsam mit Vertretern jüdischer Gemeinden nach Israel. Anlass ist das 70-jährige Bestehen des Staates Israels sowie eine Bekräftigung der gemeinsamen Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus in unserer Gesellschaft.“ (Pressemitteilung Nr. 67/2018 der Evangelischen Kirche im Rheinland)

Dieses historische Ereignis soll vom 26. bis 29. April stattfinden, so Jens Peter Iven, Pressesprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland. Dabei reist man nach Nes Ammim, einer christliche Siedlung zwischen Haifa und der libanesischen Grenze mit 332 Einwohnern.

Auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland findet sich eine „Gottesdienst-Arbeitshilfe“, die ebenso dem 70-jährigen Bestehen des jüdischen Staates gewidmet ist. Der Verfasser, Dr. Rainer Stuhlmann, war von 2011 bis 2016 Studienleiter in Nes Ammim. Unter dem Titel „70 Jahre Staat Israel – ein Datum im christlichen Kalender?“ (PDF, aus Israel nicht abrufbar) schreibt Stuhlmann im vierten Absatz: „Was für Juden ein Grund zum Feiern ist, das ist für andere ein Grund zur Trauer. Den einen hat die Staatsgründung Schutz, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit gebracht, den anderen Vertreibung, Zerstörung, Zwang und Unrecht.“

Die rund 2,5 Millionen Araber im Staat Israel mit eigenen Parteien in der Knesset, Generalen in der Armee und Vertretung in Regierung wie Gesellschaft wurden von Stuhlmann nicht gefragt. Er unterschlägt auch, dass unmittelbar nach der Gründung Israels aus der gesamten arabischen Welt fast alle dort seit 3000 Jahren lebenden Juden zwangsenteignet und vertrieben worden sind. Libyen und Syrien sind heute „judenfrei“. In Ägypten leben noch 10 alte jüdische Frauen. Es sind mehr Juden nach Israel geflohen, als „Araber aus Palästina“ vom Staatsgebiet Israels weggezogen sind.

Weiter schreibt Stuhlmann, „Die von den Vereinten Nationen beschlossene Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat hat zu einem grausamen Krieg geführt, in dem es auf allen Seiten Opfer gegeben hat.“ Nicht die Empfehlung der UNO-Vollversammlung von 1947 hat zu einem Krieg „geführt“. Der Krieg wurde von den arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und anderen beschlossen, weil sie keinen jüdischen Staat in ihrer Mitte dulden wollten. Deshalb fielen sie 1948 in der Nacht nach der Ausrufung Israels über den frisch gegründeten jüdischen Staat her, um ihn zu vernichten. Im Gegensatz zu Deutschland hat in Nahost noch nie jemand eingestanden, einen Krieg verloren zu haben. Die unterlegenen Angreifer weigerten sich deshalb, Verantwortung für die Folgen ihres Tuns zu übernehmen, darunter das Schicksal der von den arabischen Führern zur „zeitweiligen Flucht“ aufgerufenen Araber aus Palästina.

„Am Ende des Krieges hatten die Juden ihren Staat, der weit größer war, als es der Teilungsplan vorsah. Und die Palästinenser nichts.“

Bei Krieg weiß man vorher nie, was am Ende rauskommt. Bemerkenswert ist die Behauptung: „Und die Palästinenser nichts.“ Die haben in der Tat großes Pech gehabt, zumal es 1948 noch keine „Palästinenser“ im heutigen Sinn gab. Die Araber des britischen Mandatsgebiets Palästina haben sich erst 1968 mit der 2. von Jassir Arafat verfassten PLO-Charta als Palästinenser konstituiert und gefordert, anstelle Israels einen Staat zu errichten.

Stuhlmann erwähnt, dass es „in diesen siebzig Jahren mindestens acht Kriege und zwei blutige Aufstände gegeben hat. Immer war Israel trotz schmerzlicher Verluste siegreich und die Palästinenser die Verlierer.“

Laut UNO ist Krieg eine militärische Auseinandersetzung zwischen Staaten. Davon gab es nur vier: 1948, 1956, 1967 und 1973. Alles andere waren „Militäroperationen“ gegen Freischärler, Terrormilizen und „bewaffnete Arme von politischen Parteien“. Die Israelis haben sich gegen Raketenbeschuss und Selbstmordattentate in Bussen, Schulen und Restaurants gewehrt. Hätten die Juden sich etwa massakrieren lassen sollen, um den Palästinensern einen Sieg zu gönnen? Verschärfte Sicherheitskontrollen auf Flughäfen, Verriegelung der Pilotenkanzeln und Poller um Weihnachtsmärkte: Nach jedem Terroranschlag in Europa und den USA werden Sicherheitskontrollen mit israelischer Hilfe nachjustiert. Israels Geheimdienste haben allein 2017 mehrere Dutzend tödliche Anschläge in aller Welt verhindert.

„Die Staatsgründung Israels ist auch ein Datum im christlichen Märtyrerkalender. Im Ruinenfeld von Iqrit und Bir‘am in Galiläa sind nur die Kirchen stehen geblieben. Die Bewohner dieser beiden christlichen Dörfer wurden vertrieben. Nur als Leichen dürfen sie und ihre Nachfahren zurückkehren, um auf dem Friedhof am Rande der Ruinen ihrer Häuser begraben zu werden.“ Stuhlmann übernimmt hier den ansonsten in der evangelischen Kirche unüblichen palästinensischen Märtyrerkult. Juden können nicht einmal als Leichen in die arabischen Länder zurückkehren, um sich dort neben ihren zerstörten Synagogen begraben zu lassen.

Stuhlmann beklagt weiter die späten Friedensverhandlungen, erst mit Ägypten und Jordanien und dann mit der PLO. Er erwähnt nicht das dreimalige „Nein“ der arabischen Welt 1967 in Khartum, das jegliche Kontakte mit Israel ausschloss. Und dann schreibt er: „Und doch steht die Anerkennung eines palästinensischen Staates immer noch aus – auch durch unsere Regierung.“ Ihm scheint unbekannt zu sein, dass die Palästinenser bis heute ihren Staat nicht ausgerufen haben. Denn dann würden sie Milliardensummen verlieren, die ihnen als „Aufbauhilfe für den künftigen Staat“ geschenkt werden. Sowie sie einen Staat ausgerufen hätten, stünde ihnen bestenfalls eine kümmerliche „Entwicklungshilfe“ zu. Wie kann Stuhlmann von Deutschland die Anerkennung eines Staates fordern, der nicht einmal existiert?

Den Höhepunkt der Geschichtsklitterung erreicht das Arbeitspapier der Rheinischen evangelischen Kirche mit dem Satz: „Die palästinensischen Christen leben seit zweitausend Jahren im Land.“ Dann gab es also „palästinensische Christen“ vor der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Vielleicht war ja auch Jesus ein „palästinensischer Christ“ und Araber, über 100 Jahre bevor Kaiser Hadrian die römische Provinz „Judäa“ in „Syria-Palaestina“ umbenannt hat, um jegliche Erinnerung an die Juden zu tilgen?

Kirchenrat Dr. Volker Haarmann zeichnet verantwortlich für diese „Gottesdienst-Arbeitshilfe“. Präses Manfred Rekowski hat das Grußwort verfasst. Beide nehmen an der Reise teil. Auf Nachfrage erklärte Pressesprecher Iven, dass es zwischen jenem Arbeitspapier und der „historischen Reise“ keinen Zusammenhang gebe.

Die Argumente Stuhlmanns stammen aus dem klassischen Repertoire palästinensischer Propaganda zur Delegitimierung Israels und der Juden. Es fragt sich, welchen Sinn Vertreter jüdischer Gemeinden in Deutschland in dieser „ökumenischen Reise“ sehen. Eine Stellungnahme der jüdischen Teilnehmer steht noch aus.

(C) Ulrich W. Sahm

Hass-Karikaturen der Woche

Elder of Ziyon, 6. November 2017

Hier haben Sie einige der Karikaturen, die auf der Facebook-Seite der Fatah und weiteren Medien während der vergangenen Woche veröffentlicht wurden und die sich gegen die britische Premierministerin Theresa May richteten:

Die britische Regierung sollte aufhören unsere Katastrophe zu feiern“

zKindermörder – (man beachte die Schweineschnaute und den Totenkopf)

Ja, die  Fatah hat Theresa May zur Ehrenjüdin ernannt! (mehr bei PMW)