Waffenstillstand und Friedfertigkeit? (25.-31.03.2012)

Montag, 26.03.2012:

In Rabat (Marokko) musste ein israelischer Diplomat heimlich aus dem Parlament schmuggelt und ausgeflogen werden; mehrere Zehntausend „Demonstranten“ verbrannten vor dem Parlamentsgebäude israelische Flaggen und wollten dagegen vorgehen, dass ein Israeli sich in Marokko aufhält.

Israel bricht alle Verbindungen zum UNO-Menschenrechtsrat ab: „Wenn von denen einer anruft, werden wir einfach nicht ans Telefon gehen“, sagte ein Vertreter Israels. Grund ist die erneute „Untersuchung“ israelischer „Menschenrechtsverletzungen“.

Dienstag, 27.03.2012:

Marwan Barghouti, immer wieder als möglicher Retter des Friedens mit Israel gehandelt (obwohl er wegen fünffachen Mordes fünfmal Lebenslänglich bekam und in Israel einsitzt), hat sich wieder als Gegenteil dessen geoutet, wofür er gehalten wird: Er fordert, dass alle Sicherheitskooperation mit Israel abgebrochen wird (wo existiert die noch?), alle Wirtschaftskoordination ebenfalls (damit man den Juden wieder das Elend der PA-Araber in die Schuhe schieben kann?) und außerdem einen groß angelegten „Volkswiderstand“ startet. Sprich: Terror gegen Israel. Super-Hoffnung!

Die Terroristen lassen schonmal üben: Mehrere Dutzend Araber marschierten im Gazastreifen auf den Grenzzaun zu und schwenkten Flaggen und Schilder als Vorspiel für Freitag.

Vor 10 Jahren fand das Netanya-Park Hotel-Massaker statt: ein vorwiegend von Holocaust-Überlebenden besuchtes Seder-Abendessen wurde von einem Selbstmord-Attentäter „beendet“ – 30 der 250 Gäste wurden getötet, 140 weitere zum Teil schwer verletzt. Die Hamas feiert den Jahrestag des Anschlags überschwänglich.

Mittwoch, 28.03.2012:

Marsch auf Jerusalem:
Die jordanischen Behörden gestatten den geplanten Marsch von Islamisten im Jordantal „zur Unterstützung Jerusalems“, wenn auch mit „massiver Präsenz von Sicherheitskräften“.
Libanesische Aktivisten sagen, dass Dutzende Delegationen aus dem Ausland in Beirut eintreffen; es gibt Befürchtungen der Organisatoren, dass die Auslandsaktivisten dafür sorgen könnten, dass die Proteste gewalttätig werden.

Einwohner von Elon Moreh in Samaria blockierten eine Straße und ließen keine PA-Araber passieren. Sie protestierten damit gegen drei in jüngster Zeit erfolgte Versuche von PA-Arabern in den jüdischen Ort einzudringen.

Donnerstag, 29.03.2012:

Mahmud Abbas lügt wieder so offen, dass sich keiner drum kümmert: Vor der Arabischen Liga schwafelte er erneut von „ethnischen Säuberungen“ an Arabern in Jerusalem. (Fakt ist: Seit 1967 hat sich die Zahl der arabischen Einwohner Jerusalems verfünffacht; sie stellen heute 35%, gegenüber 26% 1967.)

Marsch auf Jerusalem:
– Der Marsch steht noch bevor, da ist schon von der nächsten Aktion die Rede: „palästinensische“ „Aktivisten“ wollen am 15. und 16. April einen neuen „Flytilla“-Versuch starten (an den beiden aufkommensstärksten Tagen des Ben Gurion-Flughafens, nämlich den beiden Tagen nach Ende des Pessah-Festes).

Freitag, 30.03.2012:

In Syrien durften Jugendliche die „Palästinenser“ solidarisch grüßen:

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(Die Ereignisse zum „Globalen Marsch auf Jerusalem sind in den Friedfertigkeiten 2012 zu finden.)

Samstag, 31.03.2012:

Mehrere Hundert israelische Araber nahmen an „Tag des Boden“-Demonstrationen in Jaffa statt, z.B. gegen Hauskäufe durch Juden in der Stadt. Hanin Zoabi redete von „rassistischer Politik“ der Regierung gegenüber den Arabern in Jaffa. Außerdem sei die „Deportation von Arabern aus Jaffa“ (zum zweiten Mal!) eine „Kriegserklärung an die Existenz der Araber“.

Zur Erinnerung: die „täglichen Vorkommnisse“ (verhinderte Terroranschläge, versuchte Morde usw.) finden sich auf der Seite „Friedfertigkeiten 2012“; die humanitären Lieferungen und Maßnahmen Israels unter „Humanitäres“ (beides in der Sidebar zu finden).

Global March to Jerusalem: Hasserfüllte Ignoranz zur Schau gestellt

Jonathan Kay, National Post, 28. März 2012

Als israelische Fallschirmjäger während des Sechstage-Kriegs 1967 die Altstadt von Jerusalem betraten, mussten sie sich auf einen vorbeikommenden Schaulustigen – einen alten arabischen Einwohner Jerusalems – verlassen, damit er sie zur Westmauer des lange zerstörten herodianischen Tempels führte.

Warum kannten diese Soldaten den Weg zum heiligsten Ort des gesamten Judentums nicht? Weil niemand von ihnen ihn je besucht hatte. Als die Jordanier über Jerusalem herrschten, waren jüdische Besucher persona non grata und viele Synagogen wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Ich führe dies Fakten in Erwartung des 30 März an, dem Datum, das die Aktivisten für das ausgesucht haben, was sie den „Globalen Marsch auf Jerusalem“ nennen.

„Der Marsch wird Freiheit für Jerusalem und sein Volk fordern und der Apartheid, den ethnischen Säuberungen und der Judaisierungspolitik ein Ende setzen, die die Menschen, das Land und die Heiligkeit Jerusalems beeinträchtigen“, informiert uns ihre Internetseite. „Wir streben die Beleuchtung der Sache der Stadt Jerusalem (die Stadt des Friedens) an, die als Schlüssel zum Frieden und Krieg in der Region und der Welt angesehen wird. Der Marsch wird bestätigen, dass die Politik und das Handeln des rassistischen zionistischen Staates Israel gegenüber Jerusalem und seinem Volk ein Verbrechen nicht nur an den Palästinensern, sondern an der gesamten Menschheit sind.

Mit nur ein paar Sätzen fasst die Internetseite die dominierenden Verdrehungen der antiisraelischen Propaganda zusammen, die in den arabischen und muslimischen Welten zirkulieren (ebenso beim UN-Menschenrechtsrat, der gerade fünf neue Resolutionen gegen Israel verabschiedete, darunter eine von Syrien geschriebene). Besonders bezüglich Jerusalem betonen die Organisatoren des Globalen Marsches das Bild der Stadt als einer Art einst friedvollen, einst toleranten Eden, das erst vor kurzem durch von Hass erfüllte Juden korrumpiert und geschändet wurde.

Also sollte man sich einen Augenblick Zeit nehmen, um daran zu erinnern, wie Jerusalem und seine Umgebung aussahen, bevor die Israelis vor 45 Jahren die Kontrolle darüber übernahmen.

Weit entfernt davon ein florierendes Zentrum für Tourismus und spirituelles Leben zu sein, das die Stadt unter den Israelis geworden ist, war das haschemitische Jerusalem eine Art Kaff im Abseits. Selbst der Tempelberg – der damals wie heute von Muslimen kontrolliert wird – zog wenige islamische Besucher an. Jüdisches Gebet an der Westmauer existierte praktisch nichts. Die Gläubigen waren auf eine winzige, einzwängende Grube beschränkt, die die Größe einer Bowlingbahn hatte.

Und wie sieht es heute aus? Aus der Art, wie Israels schrillste Feinde den jüdischen Staat beschreiben, sollte man denken, die Moscheen seien alle zerstört oder in Schweineställe verwandelt worden. Doch die Al-Aqsa und heiligen muslimischen Gebäude in ihr sind ein aktiver Ort der Anbetung für Muslime aus der gesamten Welt geworden. Tatsächlich haben die Muslime die Freiheit in Moscheen überall in Israel zu beten (und, anders als in vielen muslimischen Staaten, müssen schiitische und sunnitische Betende sich keine Sorgen machen, dass sie von den jeweils anderen beim Gebet in die Luft gejagt werden), so wie Christen sich frei in der Grabeskirche versammeln und beten können und die Bahai sich frei im Weltzentrum der Bahai in Haifa versammeln.

Wenn man die komischen Vögel von „Juden für Jesus“* nicht zählt, dann gibt es keine einzigen religiösen Glauben, der in Israel nicht volle Religionsfreiheit genießt. Nur eine winzige, militante, weithin verachtete Randgruppe von Juden versucht den Tempelberg aus muslimisch-religiöser Obhut zu holen.

Als die Jordanier 1967 erst einmal rausgeworfen waren, fielen Archäologen aus aller Welt in Jerusalem ein, um die Schätze auszugraben, von denen die Muslime gefürchtet hatten, dass sie ihren Anspruch auf die Stadt schwächen würden. In den letzten Jahrzehnten, schildert Simon Sebag Montefiore in seinem neuesten Buch, wurden „kanaanitische Festungen, judäische Siegel, herodianische Grundmauern, makkabäische und byzantinische Mauern, römische Straßen, Omajjaden-Paläste, ayyubidische Tore und Kreuzfahrer-Kirchen“ freigelegt.

Muslimische Führer andererseits, als man ihnen Mittel der 1990-er Jahre die Chance zu Ausgrabungen unter dem Tempelberg gab, nutzten die Gelegenheit Tonnen nicht durchgesehenen Materials wegzuwerfen, darin ungezählte historische Schätze. Bis zu seinem Todestag gab Yassir Arafat die bizarre Verschwörungstheorie weiter, Jerusalem sei nie eine jüdische heilige Stadt gewesen. Solche Ignoranz durchzieht bis heute die palästinensische Propaganda.

Wird aber Israels tolerante Haltung gegenüber der Präsenz anderer Religionen in Jerusalem durch, sagen wir, Saudi-Arabien gespiegelt, in dem Nichtmuslimen nicht einmal erlaubt wird muslimische heilige Städte zu betreten, geschweige denn Kirchen oder Synagogen zu bauen?

Und doch hören wir nie von einem „globalen Marsch auf Mekka“. Ist doch seltsam, nicht?

Juden und Araber werden wahrscheinlich noch viele Jahre weiter um die Kontrolle Jerusalems kämpfen. Doch lassen Sie uns die Idee verzichten, dass die israelische Anwesenheit auf eine „rassistische“ Entweihung einer ansonsten „friedlichen“ Stadt hinaus läuft. Wenn die moralische Schlacht zwischen Juden und Arabern auf der Grundlage gekämpft würde, wer Jerusalem auf eine tolerantere und zivilisiertere Art regierte, würde es nicht schwer sein, über den Sieger zu befinden.

* Anmerkung heplev: Das könnte auch als „Spinner“ oder „Verrückte“ übersetzt werden. Ich bevorzuge die harmlosere Variante für die Übersetzung und finde, die Leute sollten nicht beschimpft werden.

Wenn die Medien über „Protestierende“ lügen

Meryl Yourish, 18. März 2012

Terroristen planen einen Marsch auf Israels Grenzen; sie wollen einen Medien-Blitzkrieg der Art der Mavi Marmara verursachen. Die Welt wird sie „Protestierende“ nennen, nicht Eindringlinge; doch gegen was werden sie protestieren? Seien wir ehrlich: gegen Israels Existenz. Hier der Lebenslauf eines der Organisatoren:

Amru wurde zu sieben Mal lebenslänglicher Haft verurteilt, weil er am Einsatz des Selbstmordbombers beteiligt war, der das Cafe Hillel in Jerusalem am 9. September 2003 in die Luft jagte. Sieben Israelis wurden bei dem Anschlag getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Unter den Toten war der in Detroit geborene Dr. David Applebaum, Direktor der Notaufnahme des Shaare Zedek Medical Center, sowie seine Tochter Nava, deren Hochzeit für den nächsten Tag geplant war.

Sie benutzen bewusst die Sprache Südafrikas, weil sie glauben, dass das funktioniert. Sie nennen Leute wie ihn „politische Gefangene“. Denn alle politischen Gefangenen planen und finanzieren Terroranschläge.

Derweil zieht Frankreich Truppen aus der UNIFIL ab, also funktionieren die mörderische Angstmache der Hisbollah.

Eine Bombe am Straßenrand verletzte im Dezember fünf französischen Friedensschützer im südlichen Libanon; es war der dritte Anschlag auf die UNO-Kräfte in dieser Gegend.

Italien zieht nach. Und die UNIFIL ist sowieso völlig nutzlos – während ihrer Wächterzeit ist die Hisbollah noch stärker als vorher bewaffnet worden und schaffte es einen Angriff auf Israelis in Sichtweite der UNIFIIL-Offiziellen durchzuführen, bei dem ein israelischer Offizier an der Grenze in Israel ermordet wurde.

Und natürlich werden die Medien ständig zugunsten der Terroristen lügen. NPR ignoriert die Widerlegung dieser erfundenen Geschichte völlig, dass die Hamas Israel nicht angreifen wird, wenn Israel den Iran angreift. Der Artikel bei NPR trägt als Veröffentlichungsdatum den 14. März. Die Hamas-Story wurde vom Guardian am 6. März gebracht. Sie wurde am 7. März dementiert.

Doch nach den Revolutionen im Nahen Osten blickt die Hamas nicht mehr auf Teheran, sondern nach Ägypten und zur Muslimbruderschaft. Die Hamas wurde als Ableger der Bruderschaft gegründet und ihre Führer streben danach diese Beziehung zu stärken. Die Hamas sagt jetzt, dass sie in keinem Konflikt zwischen dem Iran und Israel wegen Teherans mutmaßlichem Atomwaffenprogramm nicht intervenieren wird.

Jawoll, es geht nur um den Frieden, den die Muslimbruderschaft fordert, die danach strebt den Friedensvertrag von Camp David auf jede ihr mögliche Weise zu brechen. Das von der Bruderschaft dominierte ägyptische Parlament erklärte gerade erst Israel zu seinem erbitterten Feind.

Wenn dieser „Protest“-Marsch gelingt, dann erwarten Sie, dass die Medien eine weitere Mavi Marmara mit Israel abziehen. Man muss hoffen, dass Israel seine PR-Lektionen daraus gelernt hat; doch wenn man nach der jüngsten Antwort der IDF auf das Raketenfeuer aus dem Gazastreifen geht, glaube ich, haben sie endlich angefangen zu begreifen, das sie beim Medien-Blitzkrieg die Initiative ergreifen müssen statt zu reagieren.