Wie ich es sehe: Konfuse Juden und die Islamophobie-Phobie

Melanie Phillips, Jerusalem Post, 24. Dezember 2015 (übersetzt von Cora)

Die Anschuldigung der Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der berechtigten Kritik am Islam und der Sorge vor islamischen Extremismus.

Der große Kampf gegen den radikalen Islam wird im Westen durch die Angst vor einer Islamophobie verkompliziert.

Natürlich müssen Vorurteile gegen Muslime verurteilt werden. Doch der Vorwurf einer Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der legitimen Kritik am Islam und Sorgen wegen islamischem Extremismus.

Ein Beispiel dafür zeigt sich im Vereinigten Königreich in einer Veröffentlichung einer Organisation, die sich „Hope not Hate“ (HnH – Hoffnung, nicht Hass) nennt und den Titel trägt: „Die Anti-Jihad Bewegung: Antimuslimischer Hass, von einer Randerscheinung in den Mainstream.“

Dieses Dokument benennt 920 Organisationen und Personen aus 22 Ländern. Es besagt, dass diese keinen Unterschied zwischen moderaten und extremistischen Muslimen machen, dass sie den Hass auf Muslime in die Mitte der Gesellschaft tragen und dass ihre „Rhetorik gegen die Muslime die politische Diskussion vergiften – mitunter auch mit tödlicher Wirkung.“

Unerhörterweise stellt dieses Papier Neonazis und faschistische Gruppen auf eine Stufe mit Nahost-Experten wie Dr. Daniel Pipes oder sogar mit mutigen muslimischen Reformern wie Dr. Zuhdi Jasser, dem Präsidenten des American Islamic Forum for Democracy [Amerikanisch-Islamisches Forum für Demokratie] und herausragenden Anti-Jihadisten, wie die somalische Aktivistin Ayyan Hirsi Ali.

Eine große Anzahl dieser Antijihadisten lebt derzeit unter permanenter Lebensbedrohung durch die Islamisten. Dennoch beschuldigt sie HnH erstaunlicherweise antimuslimischen Hass zu verbreiten.

Auch ich gehöre zu dieser grotesken Liste, obwohl ich wieder und wieder auf die vielen Millionen Muslime hingewiesen habe, die weder extrem noch gewalttätig sind und ich stets hervorgehoben habe, dass die Sicht der Islamisten nur eine einzelne Auslegung des Islam ist. Außerdem werde ich als „Unterstützerin Israels“ beschrieben – als sei grundsätzlich jeder Unterstützer Israels ein Muslim-Basher.

Wie viele andere Opfer der Verunglimpfung durch diesen Artikel habe ich den Fall meinem Anwalt übergeben. Aber es gibt noch einen wesentlich verstörenderen Aspekt an diesem Rufmord. Hinter HnH stehen die Hauptvertreter der jüdischen Bewegungen im Vereinigten Königreich und sie unterstützen diese auch.

Tatsächlich kann ich zeigen, dass sie auch vom Community Security Trust (CST) finanziert wurden – der sonst eine herausragende und begründete Reputation darin hat, die britischen Juden gegen Angriffe zu schützen. Es stellte sich heraus, dass CST nichts von dem Bericht wusste, bis er veröffentlicht wurde.

Nichtsdestotrotz muss man sich die Frage stellen, wie eine Organisation unterstützt werden konnte, die derartiges vertritt.

HnH ist ein Ableger der antifaschistischen Postille „Searchlight“, von der sich der geschäftsführende Direktor Nick Lowles 2011 abspaltete. Lowles, ein äußerst linker Aktivist, setzte Antifaschismus nicht mit dem Kampf gegen den totalitären Islamismus gleich, sondern mit dem Angriff auf die Islamophobie.

Obwohl er al-Muhajiroun als „Hass Gruppe“ verurteilte und das Verbot eines radikalen Predigers an der London School of Economics lobte und den Islamischen Staat lobte, waren die meisten seiner Attacken nicht gegen die islamistischen Extremisten gerichtet, sondern gegen jene, die sie bekämpfen.

Trotz seiner „Solidaritätsadresse“, die Lowles den ermordeten Charlie Hebdo Journalisten nachrief, unterstellte er 2012 dem Magazin, dass es regelrecht darum betteln würde, indem es „obszöne Zeichnungen des Propheten Mohammed veröffentlicht“ habe. „Diese Muslim Hasser“, schrieb er in seinem Blog, „wissen, dass jedes dumme Kunststück eine Reaktion nach sich zieht, unter Umständen auch eine gewalttätige, wie diese …“.

Er ging noch weiter. Alle Anti-Jihadisten, so behauptete er, seien tatsächlich „Muslimhasser“. So machte er keinen Unterschied zwischen jenen, die tatsächlich gegenüber Muslimen voreingenommen sind und jenen, die gegen islamistischen Extremismus und Gewalt kämpfen.

Und er geht immer noch weiter. „Es gibt eine deprimierende Symbiose zwischen Muslimhassern und jenen Leuten, die behaupten, gegen diese zu stehen. Sie brauchen einander. Tatsächlich begrüßen sie deren Aktionen um ihre eigenen Aktivitäten zu rechtfertigen.“

Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, merkt man, dass damit die Schuld an allen jihadistischen Gewalttaten jenen zugeschoben wird, die sich dem islamischen Extremismus entgegen stellen.

Wusste der CST wirklich nichts davon? Sogar jetzt will es weder HnH noch den Artikel verurteilen. Ich fragte sie, warum sie HnH nicht dafür verurteilten, mutige muslimische Reformer weiter in Gefahr zu bringen, indem sie sie beschuldigen, Hass über den Islam zu verbreiten und dafür, dass sie den Unterstützern Israels per definitionem unterstellen, hasserfüllte Ansichten zu teilen.

Und das war die Antwort: „Die zurückliegende Unterstützung von HnH durch CST liegt in den Jahren des Kampfes gegen die extremen Rechten. Wir haben erfahren, dass es betreffend des Artikels zu einer Klage gekommen ist. Daher möchten wir zu diesem Fall keinen Kommentar abgeben.“

Der CST ist nicht die einzige britisch-jüdische Organisation, die mit HnH gemeinsame Sache macht.

Im letzten Sommer taten sich eine Kommission der Abgeordneten und das Londoner jüdische Forum mit HnH in der Initiative „Golders Green Together“ zusammen, um eine geplante Demonstration von Neonazis durch das mehrheitlich jüdische Viertel im Londoner Norden zu verhindern.

Diese unheilige Allianz basiert auf der Annahme vieler Diaspora-Juden, insbesondere jener aus dem linken Milieu, dass Antisemitismus und aggressive politische Gewalt einzig und allein bei den Neonazis oder noch weiter rechts anzutreffen sind. Es ist geradezu ein Glaubensgrundsatz, dass alles, was nicht links ist, rechts ist – und was rechts ist, ist böse und damit ist alles, was nicht links ist, böse.

Das erklärt auch den höchst erstaunlichen Kommentar von Abe Foxman, dem ehemaligen Vorsitzenden der amerikanischen Anti-Defamations League, der vor einiger Zeit auf einer Konferenz in Jerusalem sagte, dass es bei den Linken Europas keinen Antisemitismus gäbe, sondern nur auf Seiten der Rechten.

Solch eine Tunnelsicht wird durch die kollektive Erinnerung der Juden an ihre lange Geschichte der Verfolgung, ethnischer Säuberungen und des Exils noch verstärkt.

Als Ergebnis dieser Wahrnehmung verschmelzen Neonazis mit demokratisch gesinnten Nationalisten, die lediglich die Massenimmigration, die Europa zu überschwemmen droht, aufhalten wollen. Das Ergebnis dessen ist eine leichtsinnige Aufgabe der Selbsterhaltung der Juden in der Diaspora, indem sie versuchen jene zu umarmen, die Juden ermorden oder gar Israel zerstören wollen.

Dazu gehören auch die Kampagnen der orthodoxen und progressiven Juden in Großbritannien, all die syrischen Flüchtlinge willkommen zu heißen, trotz aller fundierter Warnungen, dass eine unbekannte Anzahl dieser vom Islamischen Staat oder anderer Islamisten rekrutiert sein könnten.

Dieses seltsame Verhalten basiert zum Teil auf Angst und Ignoranz, aber auch auf der höchst oberflächlichen Identifikation mit anderen religiösen Minoritäten, deren äußere Erscheinung und Rituale sich ebenfalls von der Mehrheit unterscheiden.

Und es zeigt die Wirkung der interreligiösen Arbeit. Diese schließt jedes Aussprechen der Wahrheit, sei sie noch so widerwärtig, aus, denn das würde dazu führen, dass die Muslime ausscheiden würden, was ihre Unterstützung bei Fällen von offensichtlich gemeinsamen Interessen wie der Verteidigung der rituellen Schlachtung oder der Beschneidung gefährden würde.

In jedem Fall zeigt es aber die Gleichsetzung, die von Juden in der Diaspora bei Antisemitismus und Islamophobie gemacht wird. Diese Gleichsetzung ist jedoch völlig falsch. Antisemitismus ist eine reine Bigotterie, er ist ein Hass auf Juden, nicht für das, was sie tun, sondern nur für das, was sie sind. Islamophobie ist, im Gegensatz dazu, nichts anderes als eine bewusstseinsverändernder Verleumdung, die dazu geschaffen wurde, all jene zum Schweigen zu bringen, die versuchen gegen den islamischen Extremismus und den Heiligen Krieg aufzustehen und zu kämpfen.

Das Ergebnis dieser falschen Gleichsetzung ist, dass die jüdische Führung Großbritanniens die Gemeinden auf die Kampagnen zur Ausrottung der Islamophobie eingeschworen hat.

Es bedeutet, dass alle als islamophob stigmatisiert werden können – auch Juden und mutige nichtjüdische Unterstützer Israels – die Aspekte der Religion oder Kultur des Islams kritisieren. Sogar das Ansprechen des muslimischen Antisemitismus, der schon unzählige jüdische Leben gekostet hat, wird als islamophob erachtet.

Das ist der Grund, weshalb Juden ihre Unterstützung einer Organisation schenken, die eher Hass fördert denn Hoffnung – auch wenn dies beängstigend und selbstmörderisch ist.

 

Wir sind nicht der Fußabtreter der Welt

Judith Bergman, Israel Hayom, Dec. 16, 2015 (übersetzt von Yvaine de Winter)

Ein Jude, ein Moslem und ein Christ landen an einem britischen Flughafen. Erst geht der Moslem durch die Passkontrolle — völlig problemlos. Auch der Christ gelangt problemlos hindurch. Der Jude wird verhaftet und stundenlang wegen “Kriegsverbrechen” verhört.

Wäre das ein Witz, würde die linke Gedankenpolizei ihn aus Gründen, die zu begreifen mein Hirn einfach nicht ausgelegt ist, für politisch unkorrekt erklären. Es ist aber leider kein Witz. Vor einigen Wochen wurde ein im Ruhestand befindlicher IDF-Offizier festgenommen, als er im Rahmen einer Geschäftsreise im Vereinigten Königreich landete. Ihm wurde zur Last gelegt, beim Gazakrieg im Sommer 2014 in “Kriegsverbrechen” verwickelt gewesen zu sein und er wurde hierzu verhört.

Das Verhör zog sich über Stunden, und der Offizier wurde erst nach einer Intervention des Außenministeriums und des Operations Directorate and International Law Department der IDF freigelassen. Zudem ließ man ihn laut Medienberichten nur frei, weil es sich um eine Verwechslung handelte. Die britischen Behörden entschuldigten sich daraufhin bei dem Offizier, aber eben nur dafür, dass sie jemand festgenommen hatten, der gar nicht auf der Liste stand.

Bei einem Interview mit der Tageszeitung The Algemeiner sagte Avi Bell, Experte für internationales Recht: „Die britischen Behörden nahmen unter dem Vorwand universeller Gerichtsbarkeit einen Israeli fest. Offenbar haben antiisraelische Aktivisten eine Liste mit Israelis aufgestellt, welche sie auf Basis falscher Anschuldigungen von ‚Kriegsverbrechen‘ im Vereinigten Königreich festgenommen sehen wollten, und die entsprechenden britischen Behörden gehorchen den Forderungen dieser antiisraelischen Aktivisten. Laut Medienberichten ließen die Briten den Israeli aus einem einzigen Grund frei und zwar, weil er nicht auf der Liste mit Menschen stand, welche die antiisraelischen Aktivisten für einen Schauprozess festgenommen sehen möchten. Diese Berichte zeigen nicht, dass die Briten sich für die Unverfrorenheit entschuldigt hätten sich bereit zu erklären auf einer von antiisraelischen Aktivisten erstellten Liste stehende Israelis auf der Grundlage erfundener Anschuldigungen festzunehmen. Statt dessen besagen sie, dass sich die Briten nur dafür entschuldigt haben jemanden festgenommen zu haben, der gar nicht auf dieser Liste stand.“

Wurde im Vereinigten Königreich das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit abgeschafft? Wie können britische Strafverfolgungsbehörden nach Weisung antiisraelischer Aktivisten handeln? Hat das britische Parlament ein Gesetz verabschiedet, dass israelische Offiziere zum Abschuss freigegeben sind, sobald sie ihren Fuß auf britischen Boden setzen?

Die Briten haben eine ziemlich elende Vergangenheit, was die Festnahme von Juden betrifft, denn sie betrieben dies mit bemerkenswerter Schadenfreude und Hinterlist, während sie das Mandat Palästina hielten. Dem heimtückischen Albion fällt es schwer seine Gewohnheiten zu ändern.

Israel sollte diese Entschuldigung nicht annehmen. Es ist Zeit, in derselben Weise zu antworten. Wenn möglich, sollte Israel Anzeige erstatten und sich nicht mit einer unaufrichtigen Entschuldigung der britischen Behörden abfinden. Was die Briten da taten, ist eine sehr ernste Sache. Wenn Israel keine harte Antwort darauf findet, dann signalisieren wir damit, dass man jüdische Rechte einfach so verletzen kann, ohne Strafe befürchten zu müssen.

Israel sollte dort jedoch hier noch nicht aufhören. Israelfeindliche Maßnahmen sollten entsprechend beantwortet werden, z. B. mit der Verweigerung von Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen, wo die Hilfe Israels unverzichtbar ist. Die EU will israelische Waren aus Judäa und Samaria boykottieren, also sollte sie einen Preis für diese extrem feindselige Maßnahme bezahlen. Und zwar auf mehreren Ebenen: diplomatisch, rechtlich, und am schmerzhaftesten: beim Austausch von Geheimdienstinformationen.

Es war eine Warnung des israelischen Geheimdienstes, welche die deutschen Behörden am 17. November zur Absage eines Fußballspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden veranlasste, wie deutsche Medien berichteten. Ungefähr zur selben Zeit nahmen deutsche Supermärkte israelische Weine aus den Regalen, weil Deutschland Teil der EU ist, welche gerade ihre neuen Regelungen über die Etikettierung israelischer Waren aus Judäa und Samaria veröffentlicht hat.

Warum versorgt Israel Deutschland mit Geheimdienstinformationen, während Deutschland israelische Waren kennzeichnet und sogar aus seinen Supermärkten entfernt?

In ähnlicher Weise versorgt Israel die ganze Welt mit erstaunlichen Technologien und Medikamenten, welche selbst die grässlichsten Judenhasser völlig ohne Skrupel nutzen, so lange es ihrem jämmerlichen Leben hilft.

Staatsführer, von denen einige Israel nicht nur boykottieren möchten, sondern es komplett vom Antlitz der Welt hinweggefegt sehen wünschen, wurden während des 11-tägigen Klimagipfels in Paris von einem in Israel hergestellten “Skystar 180”-Aerostat-Überwachungsballon geschützt. Der Skystar 180 ist eines von mehreren Flugmodellen, die von RT Systems in Yavne für die Nutzung im Rahmen von Geheimdiensten, Überwachung, Aufklärung und Kommunikation entwickelt und hergestellt wurden.

Natürlich sollte Israel die Welt auch weiterhin an seinen einzigartigen Erfindungen teilhaben lassen. Unsere Erfindungen werden auch weiterhin von Leuten genutzt werden, die uns feindselig gegenüberstehen. Ein Versuch, das zu unterbinden, wäre kindisch.

Es gibt jedoch Grenzen. Denen, die uns auf irgendeine Weise verletzen wollen — wie z. B. die EU –, aktiv unter die Arme zu greifen und dafür nur Feindschaft zu ernten, ist keine kluge Politik. Das ermutigt Respektlosigkeit und führt nur zu noch mehr Geringschätzung und Feindseligkeit.

Wir schulden der Welt nichts. Alles, was wir je erreichten, schafften wir trotz der langen und intensiven Bemühungen anderer Weltmächte uns zu vernichten. Wir müssen uns nicht beweisen, uns nicht erklären und auch keine Schulden begleichen.

Wir sind nicht der Fußabtreter der Welt. Können wir also bitte aufhören, uns wie einer zu verhalten?

Großbritannien: Die Bombardierung Syriens, Scheinheiligkeit und die Unterstützung von Terroristen

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Wichtige Parlamentsdebatten in Europa beinhalten oft Elemente, die Israel sorgfältig beobachten sollte. Das gilt zum Beispiel auch für den parlamentarischen Prozess in Großbritannien, wo Scheinheiligkeit, getarnt durch die Illusionen von Fair Play und guten Manieren, durch die genaue Untersuchung von Reden und Abstimmungsgeschichte entlarvt werden kann. Ein Fall davon ist die wichtige Debatte vom 2. Dezember, in der das Unterhaus mit einer Mehrheit von 174 Stimmen den Vorschlag der Regierung genehmigte, die Luftangriffe auf die Bewegung Islamischer Staat aus dem Irak nach Syrien auszuweiten.

Der pazifistische Labour-Parteichef Jeremy Corbyn eröffnete die Debatte für die Opposition und sprach sich gegen die Bombenangriffe aus.[1] Dieser Linksextreme hat Hamas und Hisbollah als „meine Freunde“ beschrieben und vor mehreren Jahren an Treffen teilgenommen, die von einem Holocaustleugner organisiert wurden.[2] Corbyns Rede wurde jedoch von der des Labour-Schattenaußenministers Hilary Benn in den Hintergrund gedrängt. Der sprach sich für die Luftschläge aus und sagte, Großbritannien müsse die „Faschisten“ des Islamischen Staats in Irak und der Levante angreifen, weil „wir niemals auf der anderen Straßenseite gegangen sind und gehen sollten“.[3] Im gegenwärtigen britischen Umfeld ist es immer noch politisch unkorrekt für die völkermörderische Bewegung ISIS die angemessenere Formulierung „Islamo-Nazis“ zu benutzen.

Die Tageszeitung The Telegraph schrieb, dass die Rede „als eine der großen Ansprachen in unserem Parlament“ bestehen bleiben würde.[4] Das mag sein, aber Benns Worte werden auch als ein weiteres Beispiel extremer Scheinheiligkeit in den Reihen der Führung der Labour Party stehen bleiben.

Unter ihrem vorigen linken Parteichef Ed Miliband legte die Labour Party 2014 im Parlament einen Antrag vor, Großbritannien möge den Palästinenserstaat anerkennen. Benn stimmte dafür und beschrieb später seine damaligen Gefühle: „Ich war als Parlamentsmitglied der Labour Party letztes Jahr stolz darauf in dieser Abstimmung zur Anerkennung der Palästinenser im Unterhaus durch diese Teilungs-Lobby zu gehen und ich wollte sagen, dass ich zu der Stimmabgabe an diesem Tag stehe.“[5] Als Labours Schatten-Außenminister ist Benn mit dem Nahen Osten ausreichend vertraut, um sich durchaus bewusst zu sein, dass er, als er seine Stimme abgab, genau das tat, was er an seinen Gegnern in seiner Rede zu Luftangriffen in Syrien verurteilte. Als er für die Anerkennung Palästinas stimmte, „ging er auf der anderen Seite der Straße“, wobei er gewollt ignorierte, dass die größte Palästinenser-Partei Hamas Islamo-Nazis sind und dass ihre Charta den Völkermord an Israelis und Juden fordert.

Benn ignorierte auch, dass die zweitgrößte Palästinenserfraktion Fatah und ihr Führer Mahmud Abbas die Mörder israelischer Zivilisten auf viele Weisen verherrlicht und weiterhin zur aktuellen terroristischen Mordserie anstachelt. In der Debatte zu Syrien sagte Benn über ISIS: „Sie verachten uns. Sie verachten unsere Werte, sie verachten unsere Überzeugungen zu Toleranz und Anstand, sie verachten unsere Demokratie – die Regeln, nach denen wir unsere Entscheidung heute Abend treffen.“[6] All das kann gleichermaßen über die Palästinenser gesagt werden, deren nicht existenten Staat er anerkennt.

Während Benn jetzt die extreme Bombardierung von ISIS unterstützt, einer Organisation, die zwar üble Absichten äußert, aber selten britische Bürger angreift, fand er keinerlei Unterstützung für Israel, als es endlich auf die vielen Raketen reagierte, die die Hamas über die Jahre ins Land schoss, bis Israel schließlich im Sommer 2014 massiv zurückschlug. Benn hatte das Gefühl, dass Israel seine Hände über Sanktionen auf britische Militärexporte gefesselt bekommen und den Streit per Diskussionen mit den Islamo-Nazis von Hamas und Fatah lösen müsse.[7] Vielleicht sollten seine Wähler ihn fragen, warum er dafür stimmte die Bombardierung des Islamischen Staats zu forcieren, statt sich anzubieten in die ISIS-Hauptstadt Raqqa zu reisen und zu versuchen den Streit durch politischen Dialog zu lösen.

Der unaufrichtige Benn und der Terroristen-Sympathisant Corbyn repräsentieren zwei Aspekte des weit verbreiteten Verfalls in vielen sozialdemokratischen Parteien Europas.

Die Verwendung des Begriffs „Terroristen-Sympathisant“ in diesem Zusammenhang wurde am Tag vor der Parlamentsdebatte von Premierminister David Cameron geprägt, der zu den wenigen neuen konservativen Abgeordneten sprach, die gegen die Involvierung der Regierung in Syrien waren. Er warnte sie, sie sollten nicht mit „Jeremy Corbyn und einem Haufen Terroristen-Sympathisanten“ stimmen.[8] Während der Debatte gab es mehrere Forderungen von Abgeordneten aus der Labour und der Scottish National Party Cameron solle sich für den Gebrauch dieses Ausdrucks entschuldigen. Der Premierminister lehnte das ab, milderte aber seine Äußerung damit, dass er sagte, es liege „Ehre“ sowohl für als auch gegen militärisches Handeln zu stimmen.[9] Später sagte Bildungsministerin Nicky Morgan in der BBC, Corbyn und ein Schatten-Schatzkanzler John McDonell wirkten auf sie wie Terroristen-Sympathisanten.[10]

Dass Cameron den Begriff „Terroristen-Sympathisanten“ für Gegner britischer Luftangriffe auf ISIS in Syrien benutzt, wirft Fragen zur Zaghaftigkeit israelischer Politiker auf. Sie machen selten ähnliche Äußerungen über die vielen antiisraelischen, Hass verbreitenden Politiker, einseitigen Medien, NGOs, linken Kirchenführer und Gewerkschafter, so verdient die Bezeichnung auch wäre. Diese Hetzer verurteilen Israel und schweigen zu palästinensischem Islamo-Nazismus und diejenigen, die das Töten von Zivilisten verherrlichen.

Andere diese Debatte umgebende Elemente betreffen ebenfalls israelische Interessen. Es gibt immer noch Israelis, die glauben Großbritannien sei das Land des Fair Play. Sowohl vor wie auch nach der Abstimmung gab es beträchtliche Bedrohungen und Beleidigungen – die sich nicht auf die sozialen Medien beschränkten – gegen Labour-Abgeordnete, die die Regierung unterstützten. Fotografien toter syrischer Kinder wurden unter den Türen einiger MPs durchgeschoben. Nach seiner Rede wurde Benn als Mörder beschimpft und erhielt über die sozialen Medien Morddrohungen. Die Abgeordnete Stella Creasy wurde einem Twitter-Eintrag ausgesetzt: „Genießen Sie den Schlaf, wenn das erste Kind stirbt. Vielleicht können Sie eine seiner Gliedmaßen als Souvenir behalten?“ MP Neil Coyle sagte: „Ich habe mehrere Bedrohungen meiner Sicherheit erhalten und eine der Polizei gemeldet. Es ist für mich das erste Mal, mit Gewalt von Leuten bedroht zu werden, die behaupten Pazifisten zu sein.“[11] Der Holocaust wurde ebenfalls in die Drohungen eingebaut. Ein Labour-Mitglied sagte, die ehemalige Kandidatin Liz Kendall und andere sollten eine naziartige „Endlösung“ erleiden.[12]

Während der Debatte wurde gefragt, warum es ISIS trotz allen bisherigen Luftangriffen westlicher Streitkräfte immer noch gibt. Nach der Debatte sagte Verteidigungsminister Michael Fallon voraus, dass die Bombardierung in Syrien mindestens drei Jahre dauern würde.[13] Das ist vielleicht ein Beispiel für britisches Understatement. Die Debatte macht klar, dass der Westen keine genaue Strategie hat, um die Herrschaft von ISIS über ein Gebiet zu beenden. Da diese radikalmuslimische Bewegung auch für Israel eine Bedrohung ist, ist es wichtig zu erkennen, dass ISIS wahrscheinlich noch einige Jahre da sein wird.

[1] Michael Wilkinson: Jeremy Corbyn: Syria air strikes are “another ill-fated twist in never-ending war on terror”. The Telegraph, 2. Dezember 2015.

[2] Tamara Cohen: I might have given cash to Holocaust denier, says Corbyn: Labour leadership candidate admits attending “two or three” events but was unaware of his views at the time. The Daily Mail, 18. August 2015.

[3] Ben Riley-Smith/Michael Wilkinson: Syria airstrikes vote: Britain to begin bombing within hours after MPs overwhelmingly back action. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[4] Col Tim Collins: Hilary Benn’s speech was the speech of a true leader. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[5] Jon Stone: The Palestinian people have the right to a state, says Labour’s Hilary Benn. The Independent, 5. Oktober 2015.

[6] Ben Riley-Smith/Michael Wilkinson: Syria airstrikes vote: Britain to begin bombing within hours after MPs overwhelmingly back action. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[7] Hilary Benn: Statement on Gaza. http://www.hilarybennmp.com

[8] Nicholas Watt: David Cameron accuses Jeremy Corbyn of being “terrorist sympathiser”. The Guardian, 2. Dezember 2015.

[9] Syria vote: Cameron and Corbyn clash over air strikes. BBC News, 2. Dezember 2015.

[10] Ebenda.

[11] Martin Robinson/Matt Chorley: Labour MP who voted for Syria airstrikes calls in police after Twitter death threat as Corbyn urges party members not to bully the 66 rebels on “traitor list”. The Daily Mail, 3. Dezember 2015.

[12] Martin Robinson: Anti-war campaigners send female Labour MPs photos of dead Syrian children as they prepare to vote on airstrikes against ISIS. The Daily Mail, 2. Dezember 2015.

[13] Jon Stone: Bombing campaign in Syria set to last for years, Defence Secretary Michael Fallon says. The Independent, 3. Dezember 2015.

 

Britische Gewerkschaften gegen Israel

Manfred Gerstenfeld interviewt Ronnie Fraser (direkt vom Autor)

London ist eines der Zentren für die Delegitimierung Israels in Europa. Sein Kern steckt in der Kollaboration zwischen in Großbritannien lebenden Islamisten und radikalen britischen Linksaktivisten. Deren gemeinsames Ziel besteht in der Dämonisierung und Delegitimierung Israels. Das Ergebnis davon ist, dass die antiisraelische Bewegung Boykotte, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) vermutlich in Britannien mehr Unterstützung gefunden hat als in jeder anderen westlich-demokratischen Gesellschaft.

Die Palestine Soldarity Campaign (PSC – Solidaritätskampagne Palästina), die größte palästinensische Interessenvertretungsorganisation in Großbritannien, hat in den letzten 10 Jahren Verbindungen zu den britischen Gewerkschaften aufgebaut. Das ist durch die politische und historische Verbindung der Linksextremen zur Labour-Regierung möglich gewesen, was antizionistischen Gruppen wie der Sozialistischen Arbeitspartei (SWP) erlaubt hat zu gedeihen. Die Struktur der Gewerkschaften und ihre Verfahrensweisen eigenen sich außerdem dafür, dass eine kleine Anzahl Aktivisten die Agenda für antiisraelische Politik festsetzt. Durch die Arbeit mit der britischen Gewerkschaftsbewegung ist die PSC, eine einst marginale Interessenvertretungsorganisation, in der Lage gewesen beträchtlichen Einfluss zu nehmen. Die sich daraus ergebende Glaubwürdigkeit hat ihr gestattet mit NGOs wie War on Want und Amnesty International zu arbeiten.

Ronnie FraserRonnie Fraser ist der Direktor der Academic Friends of Israel – eine ehrenamtliche Position – die sich gegen den akademischen Boykott Israels und gegen Antisemitismus auf dem Campus engagiert. Seine Dissertation konzentriert sich auf die Haltung der britischen Gewerkschaftsbewegung (TUC) zu Israel in den Jahren 1945 bis 1982.

Fraser fügt an: Die antiisraelischen Gewerkschafts-Aktivisten üben innerhalb der Labour Party enorme Macht aus. Meine Dissertation zeigt, dass die Annahme falsch ist, die Labour Party habe in der Vergangenheit Israel sehr unterstützt, was aber auch für ihre Partner in der Arbeiterbewegung gilt, der TUC und die Einzelgewerkschaften galt. Seit 1945 hat die TUC Israel oder den israelische Allgemeine Gewerkschaftsbund Histradrut öffentlich nie sonderlich unterstützt, außer während einer kurzen Zeit nach dem Sechstage-Krieg.

Die britischen Gewerkschaftsbewegung wandte sich schließlich zur Zeit des Ersten Libanonkriegs 1982 von Israel ab. In dem Jahr fasste der TUC-Kongress einen Beschluss, in dem Israels Invasion des Libanon verurteilt wurde und der „die nationalen Rechte des palästinensischen Volks auf Selbstbestimmung in einem unabhängigen, souveränen Staat“ anerkannte.

Von da an haben die TUC und ihre Mitgliedsgewerkschaften regelmäßig Beschlüsse gefasst, die antiisraelische und pro-palästinensische Rhetorik enthielten, wobei es Missbilligung palästinensischer Terroraktivitäten nur in begrenztem Maß gibt. Diese Beschlüsse haben manchmal die Grenze zum Antisemitismus überschritten. Eine Generation britischer linker Gewerkschaftsaktivisten ist mit diesen Konferenzanträgen aufgezogen worden, die Israel einzig in Verbindung mit seiner „Brutalität“ und „Unterdrückung“ des palästinensischen Volks erwähnen.

2001 verabschiedete das NGO-Forum der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban (Südafrika) einen Achtpunkte-Plan auf Grundlage der Antiapartheid-Kampagne der 1980-er Jahre. Dieses Programm hat seitdem die Basis für die BDS-Kampagne gebildet. Im folgenden Jahr – zur Zeit der Intervention Israels in Jenin – riefen britische Akademiker zu einem akademischen Boykott Israels auf. Seit damals hat Großbritannien an vorderster Front der Aufrufe zu akademischen, gewerkschaftlichen, Medien-, medizinischen und kulturellen Boykotten Israels gestanden.

Die TUC ist die größte Organisation, die die PSC unterstützt. Sie repräsentiert sechs Millionen Arbeiter innerhalb ihrer 52 angeschlossenen Gewerkschaften. Neunzehn der größten britischen Gewerkschaften sind mit der PSC verbunden und finanziert sie. Dazu gehören die beiden größten Gewerkschaften, Unite und Unison sowie die GMB, die RMT, die National Union of Teachers (NUT) und die Vereinigung der Hochschuldozenten (UCU). Diese Gewerkschaften repräsentieren Arbeiter der meisten Arbeitsbereiche im Vereinten Königreich. Die NUT ist nur eine von mehreren britischen Gewerkschaften, die ihren beträchtlichen Einfluss in der globalen Arbeiterbewegung nutzt, um Gewerkschaften in Europa und rund u die Welt zu überzeugen BDS anzunehmen. Ein paar der kleineren Gewerkschaften unterstützt allerdings immer noch Israel, so die Prison Officers Union (Gewerkschaft der Justizvollzugsbeamten) und USDAW, die Gewerkschaft der Beschäftigten im Einzelhandel.

Die TUC enthielt sich bis 2010 der Unterstützung der PSC-Politik; damals startete sie eine gemeinsame Kampagne mit der PSC, die „Würden Sie gestohlen Güter kaufen?“ zum Titel hatte. Die Kampagne führte als oberste Anschuldigung an, dass Erzeugnisse aus den israelischen Siedlungen, die auf „gestohlenem palästinensischem Land“ gebaut wurden, nach dem internationalen Recht illegal seien. Zu Beginn des Gazakriegs von 2014 gab die TUC eine Erklärung aus, die von der PSC oder jeder die Hamas unterstützenden Gruppe hätte geschrieben sein können.

Zwei der Bildungsgewerkschaften sind heute die wahrscheinlich antiisraelischsten, pro-palästinensischsten Gewerkschaften Großbritanniens. Das Werben für einen akademischen Boykott Israels im Verlauf der letzten zehn Jahre durch die UCU ist weithin dokumentiert worden. Die NUT wirbt aktiv für alle PSC-Kampagnen. Im August 2015 wurde sie jedoch gezwungen Lehrmaterial und einen Film zurückzuziehen, in denen das Foto eines palästinensischen Kindes in Tarnkleidung und mit einem Gewehr abgebildet war.

Fraser fasst zusammen: „Unite, Unison und all die anderen Gewerkschaften folgen den Erlassen der PSC und der BDS-Bewegung blind. Sie fordern Boykotte, obwohl sie wissen, dass dies zu zunehmendem Elend für die Palästinenser führen wird. Diese Gewerkschaften gaben Zehntausende Pfund für diese Kampagnen aus, haben aber wohl nichts getan, um das Leben der gewöhnlichen Palästinenser zu verbessern.

Höflicher Hass – Wir sind jetzt alle Zionisten

Wie EasyJet und der Antizionismus aus britischen Juden Israelis machen

Ben Judah/Josh Glancy, The Tablet, 30. April 2015

Dies ist der fünfte Teil der Serie “Höflicher Hass” des Magazins Tablet.

Auf der Höhe des Kriegs im Gazastreifen im letzten Sommer hatte das kleine Theater Tricycle im Norden Londons ein Anliegen. Es forderte das U.K. Jewish Film Festival, für das es die acht Jahre zuvor Gastgeber war, auf den kleinen finanziellen Beitrag zurückzugeben, den es von der israelischen Botschaft erhalten hatte.

Es folgte ein erbitterter Streit. Das Tricycle argumentierte, angesichts des laufenden Konflikts im Gazastreifen sei es für das Festival unangemessen finanzielle Unterstützung von irgendeiner beteiligten Regierungsbehörde zu erhalten. Das Theater bot an für den finanziellen Verlust aufzukommen, aber das Filmfestival zog sich zurück; es argumentierte, das Tricycle habe „einen Boykott sinnvollem Engagement vorgezogen“. Stephen Pollard, der Herausgeber des Jewish Chronicle, sagte, das Theater sein nun „offiziell antisemitisch“, weil es den jüdischen Staat einen Boykott ausgesondert habe. Im Gegenzug unterstützte der Direktor des britischen Nationaltheaters, Nicholas Hytner, den Boykott „vorbehaltlos“. Auf den Straßen von Kilburn fanden vor dem THater Pro-Israel-Demonstrationen statt.

Gaza trat in den Hintergrund: Die tatsächliche Schlacht fand nun zwischen den Zionisten und den sentimentalen Linken statt, die in den britischen Medien einen Kampf über etwas Prinzipielles ausfochten. Man versuchte auf Politiker Einfluss zu nehmen, wütende Kolumnen wurden geschrieben und Druck wurde ausgeübt. Schließlich machte das Tricycle einen Rückzieher und nahm seinen Einwand zur Finanzierung zurück, allerdings war es bis dahin zu spät, als dass das Festival 2014 noch dort hätte stattfinden können. Es heißt, dass es dieses Jahr eine Wiederannäherung geben soll.

Doch in der wilden Diskussion darüber, ob das Handeln des Tricycle antisemtiisch, zur rechtfertigen oder nur furchtbar schlecht durchgeführt war, hielten wenige inne, um die passendere Frage zu stellen, warum ein Streit um £1.500 (€2.070) ein solch gefühlsbezogene Reaktion der jüdischen Gemeinschaft ausgelöst hat. Die meisten von ihnen lehnten eine Anfrage an ein großes Gemeinschaftsorgan (das Filmfestival) ab sich in einer Zeit extremen Stress‘ und Emotion von seiner Verbindung zu Israel zu distanzieren. Doch warum fühlte sich das antisemitisch an? Was der Streit wirklich offenbarte ist, dass Antisemitismus allein eine viel zu eng gefasst Kategorie ist, um zu erklären, was hier vor sich geht.

Die Bande zwischen der jüdischen Gemeinschaft in Britannien und Israel sind so eng geworden, dass ein Angriff auf Israel von vielen in der Gemeinschaft als persönlicher Affront gewertet wird. Manchmal haben diese Attacken antisemitische Motivation, oft aber auch nicht: Es kann schwierig sein, das zu sagen. Aber antisemitisch oder nicht, sie sind Angriffe auf Britanniens neue Art des jüdischen Lebens.

„Es gibt einen zunehmenden Transnationalismus zu jüdischen Gemeinden, der sie mit Israel verbindet“, sagte der israelische Demograph Sergio Della Pergoal. „Es gibt viel mehr Kommunikation, Kreuzungspunkte und Komplexität. Twitter, Facebook, Ha’aretz Englisch schafft für diese Gemeinden eine intensivere Erfahrung Israels. Ich glaube, dass alte Vorstellungen von sehr klarer Unterscheidung nicht länger gelten. Doch das ist nicht einzigartig jüdisch, nicht im Geringsten – das ist Globalisierung und das ist nur die Art, wie es die Juden betrifft.“

Wie Della Pergola andeutet, ist ein Großteil der britischen jüdischen Gemeinden zunehmend transnational zwischen London und Israel. Die orthodoxen Rabbiner Großbritanniens werden zunehmend dort ausgebildet. Rund 5 Prozent der in Großbritannien lebenden Juden sind israelische Staatsbürger. Fast 70 Prozent der britischen Juden haben Familie oder enge Freunde, die in Israel leben. Diese statistischen Angaben bedeuten konkret dies: Wenn sich Israel im Krieg befindet, unter anhaltende Bombardierung durch Hamas-Raketen kommt, macht die Mehrheit der britischen Juden sich Sorgen um jemanden in Israel, der ihnen nahe steht und in Gefahr ist.

Der neue Antisemitismus, der immer stärker hervortritt, fühlt sich genauso an wie Antisemitismus: Herausgegriffen, diskriminiert, sie wenden sich gegen uns. Ein Grund für diese Gleichsetzung des Gefühls, dass es ein sehr reales Element des Antisemitismus gibt, das in glühend antizionistische Ansichten eingepackt wird. Ein weiterer besteht darin, dass britische Juden in den vergangenen 50 Jahren kulturell zum Teil israelisch geworden sind. Der Zionismus befindet sich im Herzen der jüdischen Identität. Israels Mühsal treibt einen Großteil ihres politischen Engagements. Israelische Kultur ist Teil ihres täglichen Lebens.

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Zum Teil füllt der Zionismus eine Lcke im Herzen der anglo-jüdischen Identität, die nie sonderlich gut definiert war. Durch das britische Klassensystem und einen Wunsch sich einzupassen etwas geschwächt, haben die britischen Juden nie dieselbe tiefe Kultur wie amerikanische Juden entwickelt; die Literatur, der Humor, das Essen, New York. Als Juden im späten 19. Jahrhundert erstmals aus Russland hierher kamen, griffen die meisten auf ihr altes Land als kulturelle Stütze zurück. Heute stützen sich die meisten von ihnen auf Israel.

Dieser Wandel kann in einem einzige Wort zusammengefasst werden: „Wir.“ Viele britische Juden sagen eher „wir“ als „sie“, wenn sie von Israel reden. Niemand weiß genau, wann das anfing, aber angesichts dieser Pronomen-Wahl überrascht es vielleicht nicht völlig, dass Nichtjuden auch „ihr“ sagen können. Beide identifizieren Juden kollektiv mit Israel.

Es hat in der Entwicklung der neuen, israelisierten anglo-jüdischen Identität drei deutliche Phasen gegeben. Die erste war die Zunahme des Zionismus als Maintream-Ideologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Von 1881 bis 1914 wanderten etwa 120.000 Juden nach Großbritannien ein, nach einer Welle von Pogromen, die nach der Ermordung Alexanders II. über Russland hinwegfegte.

Viele dieser Immigranten brachten einen im politischen Schmelztiegel der Leichen geformten Zionismus mit. Als diese Immigranten sich niederließen und etwas mehr Sicherheit fanden, „Zustimmer“ wurden, erblühte in der zweiten und dritten Generation der Zionismus. Als sie begannen sich zu säkularisieren und sich vom blinden Folgen der Religion und Tradition des Chaim entfernten, konnten die Zustimmer die Leere mit einer neuen Form des nationalen Judentums füllen, was Gideon Shimoni, Professor emeritus der Israel-Diaspora-Beziehungen an der Hebräischen Universität eine „säkularisierte Identität“ nennt, „die in gewissen Normen des mit Religion gesättigten kulturellen Erbes des jüdischen Volks verwurzelt ist“.

Ein bekannter früher britisch-jüdischer Zionist ist Simon Marks, der half das Supermarkt-Imperium Marks & Spender aufzubauen; er beschrieb diese Ersetzung: „Manchmal glaube ich als Zionist vergessen zu haben Jude zu sein.“ Um mit ihrem neuen Umfeld klarzukommen entwickelte Marks mit seinen frühen Mitzionisten die Idee eines Judentums, das sowohl von jiddischer als auch anglo-jüdischer Assimilation unabhängig ist.

Das anglo-jüdische Establishment, das sich Assimilierung zueigen machte, erwärmte sich nur langsam für den Zionismus; es fürchtete, man könnte dem Heimatland gegenüber illoyal erscheinen. Der prominente jüdische Journalist Lucien Wolf argumentierte, der Zionismus würde Juden „zu Fremden in ihren Heimatländern“ machen. Doch nachdem die Idee eines jüdischen Staates von der britischen Regierung in der Balfour-Erklärung von 1917 erst einmal begrüßt wurde und es sich auf seine Existenz zubewegte, weichte diese Haltung auf. Die Schrecken von Auschwitz dienten dazu die meisten verbleibenden Vorbehalte zur Notwendigkeit eines jüdischen Staates zu zerstreuen. Bis 1950 war der Zionismus ein zentraler Bestandteil der anglo-jüdischen Identität geworden.

Als dieser Staat dann geboren war, entwickelte sich eine neue Form anglo-jüdischen Zionismus und die zweite Phase begann. Für die Generation der Babyboomer war Israel eine Realität. Junge Romantiker wurden vom Kibbutz-Ideal angezogen. Sie waren die 67-er-Generation, ihre Leidenschaft und ihre Hoffnung für Israel gestärkt durch Erinnerungen an den Holocaust und die sehr reale Drohung mit der bevorstehenden Vernichtung des Staats durch seine arabischen Feinde.

Als der Sechstage-Krieg ausbrach strömten Tausende junger Juden aus aller Welt nach Israel, um ihre Teil beizutragen. Israel war für die 67-er das Tanzend es Hora, Geld in die Sammelbüchse des JNF zu stecken, im Carmel-Wald Bäume zu pflanzen, der zionistischen Jugendbewegung beizutreten, Amos Oz zu lesen, A-Ba-Ni-Bi und Baschana Haba’ah mitzusingen und der gelegentliche Trip ins Gelobte Land, wo sie wegen der judäischen Berge einen verschleierten Blick bekamen und ein gekritzeltes Gebet in die Ritzen der neu zugänglichen Kotel steckten.

Für die anglo-jüdischen Babyboomer war Israel ein mutiger und stolzer Cousin, der gelegentlich besucht und finanziell unterstützt wurde. Das waren die Lehnstuhl-Zionisten, die alle paar Jahre die Flugbegleiterin ertragen und ihre Knieescheiben auf einem Flug der El Al riskieren, um den jüdischen Staat zu besuchen und zu bestaunen.

Doch im Gefolge der Globalisierung und weiterer 30 Jahre Entwicklung in Israel sind aus diesen Lehnstuhl-Zionisten und ihren Kindern EasyJet-Zionisten geworden, für die die Strände von Tel Aviv nur einen schnellen, kostengünstigen Pendelverkehrstrip entfernt ist. Viele besuchen das Heilige Land fünf oder gar zehnmal im Jahr, weit öfter als die meisten Juden in Amerika es jemals könnten. Das ist die dritte Phase des anglo-jüdischen Zionismus.

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Für Großbritanniens EasyJet-Zionisten ist Israel der Leitstern ihrer jüdischen Identität. Das fängt jung an: Mehr als 60 Prozent der britisch-jüdischen Kinder gehen auf jüdische Schulen, wo Israel ein zentraler Bestandteil ihrer Bildung ist. Im Alter von 16 Jahren gehen Hunderte junger, britischer Juden zusammen auf eine einmonatige Tour durch das Verheißene Land, ein Zusammentreffen der Stämme des jüdischen Nordlondon in der judäischen Wüste. Ungefähr die Hälfte der jungen britischen Juden durchläuft diese Initiation.

Die Engagierteren von ihnen – rund 10 Prozent – bleiben dann ein Jahr im Land, widmen sich dem zionistischen Ideal, arbeiten für Wohlfahrtsorganisationen in Bat Yam, verbringen zwei Monate Marva in der Armee und tun so, als seien sie Soldaten. Sie bringen Nargilah-Pfeifen mit nach Hause, eine handvoll Hebräisch und sind in den feineren Teilen der Hasbara geübt. Einige gehen weiter und machen Aliyah, verrichten ihren Nationaldienst als „einsame Soldaten“ und werden ausgewachsene Israelis.

Zurück in Großbritannien ist zu Nachrichten aus Israel auf dem Laufenden zu bleiben nicht länger ein Warten auf einen knisternden Anruf von Cousin Gideon in Givatayim. Stattdessen kann man dem Geschehen Minute um Minuten auf Ha’aretz, der Jerusalem Post, i24 und Twitter online folgen. Viele britische Juden klebten während des Kriegs im letzten Sommer an diesen Nachrichtenquellen und waren gleichermaßen am umkämpften Wahlkampf im März beteiligt. Sie reden mit fast inländischer Vertrautheit von Bibi und Tzipi.

Diese Nähe spiegelt sich ebenfalls in der hareidischen Gemeinschaft, von denen noch mehr Freunde und Verwandte in Israel haben. Die Gemeindezeitung Hamodia ist voller Nachrichten aus Israel. Und auch sie können einfacher Besuche durchführen, Zeit in den großartigen Jeschiwot von Jerusalem verbringen, in den Mystizismus von Safed eintauchen, an den Gräbern der großen Rabbiner in Tiberias beten, bevor sie in ihre Häuser in London oder Manchester zurückkehren.

Der anglo-jüdische Kühlschrank ist dieser Entwicklung gefolgt. Für Aschkenasen sind Tscholent und Chrain, Rezepte für von Oma aus Polen mitgebrachte Rezepte gefilte Fisch und Gulasch Vergangenheit. An ihrer Stelle stehen Pita, Baba Ganusch, Schakschuka und Hummus. Eine Imbiss-Leckerei ist nicht länger Salzfleisch-Sandwich von Blooms Deli in Golden Green, sondern Hühnchen-Schwarma von Sollys am Ende der Straße. Eine Dinnerparty wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der Küche des Jerusalemer Kochs Yotam Ottolenghi versorgt, der früher unbekannte Gewürze wie Za’atar und Ras el-Hanut in die Küchen Nordlondons brachte. Israelische Worte wie „yalla“ werden in Gesprächen neben Jackie-Mason-artigen Jiddisch-Worten fallen gelassen, um ein Gefühl jüdischer Identität zu bestätigen.

Bei jüdischen Festen in Großbritannien werden selbstverständlich Hora und Rikudim getanzt, aber das ist nicht immer so. Erst in den späten 1970-er und frühen 1980-er Jahren wurde das zu einer Tradition, bevor diese Dinge sehr passend und britisch wurden. In den letzten 15 Jahren haben viele wohlhabendere Babyboomer Land am Strand von Herzliya oder zwischen den Boutiquen von Neve Tsedek und Emek Refaim in Israel gekauft. Rund 7 Prozent der Gemeinschaft hat ein Zweithaus in Israel. Da die interne Sicherheitslage sich jetzt nach der zweiten Intifada beruhigt hat, freuen sich Eltern ihre Kinder die Sommer in Israel verbringen zu lassen, wo sie in Tel Aviv schwimmen, schoppen und ausgehen.

Regelmäßig finden Hochzeiten auf dem Wattegras der Abhänge statt, die in Caesarea einen Blick auf das Mittelmeer geben. Pessah wird oft in massigen Luxushotels verbracht, die den Strand in Eilat oder Tel Aviv säumen und man macht Pläne die Rente in Netanya oder Ra’anana zu verbringen. Insgesamt glauben 22 Prozent der britischen Juden, dass sie an einem Punkt in der Zukunft wahrscheinlich in Israel leben werden. Für viele britische Juden ist Israel eine Lebensart.

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Natürlich gibt es in Großbritannien keinen Mangel an Juden, die wenig mit Israel am Hut haben und es als Zufälligen Teil ihrer Identität betrachten oder sich dagegen definieren. Britische Juden, die vor 1980 aufhörten am Gemeindeleben teilzunehmen, teilen diese neue transnationale Kultur nicht. Das sind Erbe-Juden, für die ihre Religion Teil ihrer Familiengeschichte und ihrer kulturellen Identität, aber wenig mehr ist. Viele der berühmtesten Juden Großbritanniens – zum Beispiel der Schriftsteller Will Self oder auch der Theaterregisseur Nicholas Hytner – sind Erbe-Juden.

Diese beiden Arten von Juden – Erbe-Juden und Hummus-Juden – kämpfen zunehmend damit einander zu begreifen und viele enden damit auf gegnerischen Seiten der Debatten zu stehen, besonders in Kriegszeiten Israels; das bedeutet, dass britische Juden sich zugleich in gegensätzliche Richtungen bewegen. Ben Gidley ist einer der führenden Experten für jüdische Soziologie Großbritanniens. „Was wir bei der letzten Zählung feststellten“, sagte er, „war, dass es eine zunehmende Konzentration und zunehmende Streuung von Juden im Vereinten Königreich gibt. Zum ersten Mal gibt es Juden in jeder Kommune Britanniens. Zumeist leben diese vereinzelten Juden ein religiös ungebundenes, assimiliertes Leben, das praktisch nichts mit Israel zu tun hat.“

„Es gibt aber“, fuhr er fort, „auch eine parallele Konzentration von Juden im nordwestlichen London, die größer ist als je zuvor – dort leben mehr denn je in einer Art Blase. Was Medien-Juden lesen, spielt in dieser Blase eine große Rolle: Sie lesen zunehmend transnational israelische oder amerikanische englischsprachige jüdische Publikationen.“

Während Israel politisch weiter von Europa isoliert wird, ist die komfortable Existenz der britischen Hummus-Juden gefährdet. Historisch sind die beiden Identitäten – die britische und die zionistische – verträglich nebeneinander gesessen. Britische Juden nahmen den vornehmen Liberalismus ihres Landes auf und wurden zu Musterbürgern, während Großbritanniens politische Unterstützung für und freundschaftliche Beziehung zu Israel Zionist zu sein einigermaßen unkompliziert gemacht hat. Doch heute stellt mancher diese Beziehung infrage. Und das ist der Grund, dass so viele britische Juden sich während des Sommers eingeklemmt, paranoid und angegriffen fühlten. Das soll die Rolle nicht außer Acht lassen, die der Antisemitismus beim Antrieb antiisraelischer Stimmung spielt. Eher soll herausgestellt werden, dass das, was wir heute haben, eine verwirrte und verwirrende Lage ist.

Anders als Antisemitismus kann antiisraelische Stimmung nicht einfach als irrationaler Hass abgetan werden, obwohl sie das manchmal ist. Gleichermaßen fühlten sich viele Juden der Gemeinschaft, denen Israels Handeln im letzten nicht behagte, auch nicht wohl, das in der Öffentlichkeit zu sagen. Nicht weil es Israel gegenüber illoyal wäre, sondern weil sie in der Tat sich selbst gegenüber untreu wären.

Wenige auf beiden Seiten des Tricycle-Streits würdigen diese Dynamik nicht wirklich. Viele britischen Antizionisten dürften ernsthaft glauben, dass sie ihre Unterstützer nur lehren gegen die „Zionisten“ zu sein, nicht gegen die Juden. Doch in Wirklichkeit lehren sie ihre Unterstützer gegen die britischen Juden zu sein, nicht, wie sie sie sich vorstellen, sondern wie sie wirklich sind. „Das Problem der britischen Juden besteht darin, dass die Briten jüdische Volkszugehörigkeit nicht begreifen“, sagte Ben Gidley. „Ist sie eine Rasse? Ist sie eine Religion? Sind sie von derselben Ethnie wie die Israelis? Oder ist es rassistisch sie mit den Israelis zu assoziieren? Die Briten verstehen das nicht.“

Es könnte durchaus der Fall sein, dass viele britische Juden die Komplexität ihrer neuen Identität auch nicht voll würdigen. Oder welche Folgen das haben wird, wenn Israel in der Tat für die Europäer ein Paria-Staat werden sollte, wie er es nach der Hoffnung vieler seiner Gegner wird.

Alle sind gleich – aber eine Gruppe nicht…?

Bitte eigenen Schlüsse ziehen…

Europeans against Antisemitism (Facebook), 8. Februar 2015

Ich möchte euch von der Nachtwache in Cardiff erzählen, die nach dem Morden bei Charlie Hebdo und Hypercacher stattfand. Uns wurde gesagt, dass die Wache ALLEN Opfern der Terroranschläge in Paris gedenken und dort für freie Meinungsäußerung/Rede eingetreten werden sollte. Viele von aus, aus beiden Synagogen waren anwesend (es gibt zwei Synagogen für die 2000 Juden in Wales, beide in Cardiff, das etwa 800 jüdische Einwohner hat). Der Leiter des Muslim Council of Wales sprach und sagte uns, dass der Islam eine Religion des Friedens sei. Der Rabbiner war auch dort, aber er sagte nichts. Wir warteten die ganzen Reden über darauf den Rabbi Kaddisch für die in Paris ermordeten Juden sagen zu hören. Nicht ein Wort wurde über die Juden gesagt, NICHT EIN EINZIGES.

Hinterher fragte ich den Rabbi, warum – ich heulte wie ein Schlosshund und frage ihn, warum – warum sagte er nicht Kaddisch? Warum sagte er nichts? Der Grund? DIE ORGANISATOREN SGTEN IHM, IHM SEI NICHT ERLAUBT ZU SPRECHEN. Er war aufgefordert worden einzutreten, aber ihm war nicht erlaubt zu reden. Wir sind offenbar alle gleich – aber einige von uns sind gleicher als andere.

(Die Schreiberin legt Wert darauf, dass der junge Rabbiner auf viele Weisen sehr aktiv für die kleine jüdische Gemeinschaft ist und bitte nicht deswegen getadelt werden sollte; er hatte offenbar das Gefühl, es sei besser, wenn er still anwesend ist, als gar nicht dort zu sein.)