Jeremy Corbyn, der Antisemiten legitimiert

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Ausbruch von Antisemitismus und Antiisraelismus in der britischen Labour Party sollte vor dem Hintergrund der Einstellungen und dem Verhalten ihres aktuellen Parteichefs Jeremy Corbyn sowie einiger seiner Stellenbesetzungen gesehen werden. Dieser extreme Linke wurde im September 2015 mit fast 60% der Stimmen zum Parteichef gewählt.[1] Das durch sein Erscheinen als Leiter von Labour geschaffene Klima hat antiisraelische und antisemitische Parteimitglieder ermutigt eine Kakofonie an Hassäußerungen von sich zu geben.

In der Vergangenheit trug Corbyn auf verschiedene Weisen zu Antiisraelismus und Antisemitismus in der Labour Party bei. Er lud z.B. Vertreter der Terrororganisationen Hisbollah und Hamas ins britische Parlament ein und nannte sie „meine Freunde“.[2] Seine Einstellung zur Hamas, einer Organisation, die für Völkermord an Juden wirbt,[3] erhielt das Lob einer Führungskraft der palästinensischen Terrorgruppe.[4] Obwohl sich mehrere ranghohe Sozialdemokraten z.B. in Norwegen[5] mit Hamas-Vertretern getroffen haben, brachte keiner von ihnen ähnliche Wärme gegenüber den Terroristen zum Ausdruck.[6]

Corbyn hat auf Spendenveranstaltungen für die Organisation Interpal gesprochen und erschien in einem ihrer Werbevideos. Der Interpal-Vorsitzende Ibrahim Hewitt – ein Mann, dem die Einreise in die USA, Kanada und Australien verboten ist und bekannt für Ansichten wie der Empfehlung Ehebrecher zu steinigen – ist Corbyns „guter Freund“.[7] Die Daily Mail berichtete, dass Interpal Geld für ein Festival in Gaza gespendet hat, auf dem Kinder vorspielten, wie man auf israelische Soldaten einsticht.[8]

Soweit es Antisemitismus betrifft hat Corbyn eine langjährige Beziehung zum Holocaustleugner Paul Eisen, mit dem er sich bei mehreren Gelegenheiten getroffen hat. Eisen behauptet Corbyn habe fünfzehn Jahre lang an Treffen mit seiner extremen Gruppe Remember Deir Yassin[9] teilgenommen und ihrer Sache Geld gespendet.[10] Der Jewish Chronicle warf sieben Fragen zu höchst problematischen Themen aus Corbyns Vergangenheit auf.[11] Schließlich gab ein Sprecher eine ausweichende und nicht eindeutige Antwort.[12]

Nichts davon macht Corbyn zum direkten Antisemiten. Man kann ihn viel besser als jemanden bezeichnen, der Terroristen und Antisemiten durch sein Auftreten und seine Worte legitimiert. Solches Tun wird in keiner Definition des Antisemitismus erscheinen. Sie sind jedoch typisch für viele „Mitreisende“ antijüdischer und antiisraelischer Hassverbreiter.

Von rund zwanzig der Mitglieder, die von der Labour Party bislang suspendiert wurden, sind die Namen bekannt. Zwar sind es mehrheitlich Muslime, der prominenteste suspendierte Hassverbreiter ist aber Ken Livingstone, ein einheimischer Engländer, ehemaliger Bürgermeister von London und enger Vertrauter Corbyns. Als Corbyn zum Parteichef aufstieg, ernannte er Livingstone zum Labour-Vizevorsitzenden für die Überprüfung von Verteidigungsangelegenheiten.[13]

Nicht alle in den vergangenen Wochen aufgedeckten Verleumdungen gehen auf die Zeit von Corbyns Parteiführung zurück. Doch das Scheinwerferlicht der Medien auf Labours Antisemitismusproblem hat die Aufmerksamkeit auch auf früheren Antiisraelismus und Antisemitismus gelenkt, wie er von gewählten Funktionären und Mitgliedern der Partei zum Ausdruck gebracht wurde.

Nachdem er zum Labour-Parteichef gewählt wurde, musste Corbyn etwas behutsamer sein als während seiner Arbeit als Abgeordneter am Rand der Partei. So holte er z.B. die proisraelische jüdische MP Luciana Berger in sein Schattenkabinett und gab ihr das Gesundheits-Portfolio.[14] Während der jährlichen Labour-Konferenz im September 2015 musste er auch vor den Labour Friends of Israel sprechen. Er tat das, erwähnte Israel aber nicht ein einziges Mal.[15]

Seamus Milne, einer der engsten Mitarbeiter Corbyns, hat ebenfalls seinen Hass auf Israel zum Ausdruck gebracht. Dieser Journalist der Tageszeitung The Guardian wurde vom neuen Parteichef kurz nach dessen Wahl in die Position des Exekutivdirektors der Partei für Strategie und Kommunikation ernannt.[16] Mit anderen Worten: Er ist Corbyns Imageberater. Es wurde ein Video veröffentlicht, in dem Milne die Gründung Israels als ein Verbrechen beschreibt. Er ist außerdem ein Hamas-Unterstützer und sagte: „Trotz der entsetzlichen Verluste ist die Hamas nicht gebrochen und wird wegen des Widerstandsgeistes des palästinensischen Volks auch nicht gebrochen werden.“[17]

Corbyn hat widerwillig auf die Vorwürfe zum Antisemitismus in seiner Partei reagiert. Er zog es vor abzustreiten, dass das Problem existiert. Ende April diesen Jahres erklärte Corbyn in Reaktion auf die Antisemitismus-Beschuldigungen in der Labour Party: „Nein, es gibt kein Problem. Wir sind absolut gegen Antisemitismus in jeder Form innerhalb der Partei. Mit der sehr geringen Zahl der Fälle, auf die wir aufmerksam gemacht worden sind, wurde rasch und direkt umgegangen und das wird auch weiter geschehen.“[18]

Während der Fragen an den Premierminister am 4. Mai des Jahres griff David Cameron Corbyn mehrmals wegen dessen Freundschaft mit Hamas und Hisbollah an. Er bezeichnete diese Terrororganisationen als Corbyns Freunde und fragte: „Sind sie Ihre Freunde oder nicht?“ Cameron fügte in seiner Attacke auf den Labour-Chef hinzu: „Weil diese Organisationen in ihren Satzungen an die Verfolgung und das Töten von Juden glauben, sind sie antisemitische Organisationen, sie sind rassistische Organisationen; er muss aufstehen und sagen, dass sie keine Freunde sind.“[19] Corbyn beantwortete die Frage typischerweise nicht mit einem klaren Ja oder Nein.

David Hirsch, ein jüdischer Akademiker, der in der akademischen Welt seit Jahren gegen britischen Antisemitismus kämpft, hat die Einstellungen von Corbyn und den Linken, die er repräsentiert, methodisch analysiert. Er fasste die Ansichten des derzeitigen Labour-Chefs wie folgt zusammen: „Die corbynistische Weltsicht ist eine, die einige autoritäre Staaten, einige Terrorbewegungen und einige Arten von Antisemitismus als objektiv auf unserer Seite gegen Imperialismus sieht, als Teil der globalen progressiven Bewegung. Manchmal erfolgt ein Eingeständnis, dass die Gewalt und der Antisemitismus dieser ‚Genossen‘ nicht ganz mit unseren eigenen Werten in Einklang stehen; sie sind zugegebenermaßen nicht schön, aber wer sind ‚wir‘, die Unterdrückten über Werte zu belehren?“[20]

Es stellt sich heraus, dass Antiisraelismus und Antisemitismus als nützliches Prisma dienen, durch das die moralische Degeneration einer weiteren sozialdemokratischen Partei Europas betrachtet werden kann. Es ist meist auch ein Indikator für weitere große Probleme. Corbyns politische Ansichten zum Beispiel gefährden die britische Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Angesichts des derzeitigen Zustands der Labour Party ist es höchstwahrscheinlich, dass über die bereits problematische Durchdringung der Wählerrepräsentation durch Antisemiten und Beschöniger von Hassverbreitung viele weitere Probleme ans Licht kommen werden.

[1] http://www.theguardian.com/politics/2015/sep/12/jeremy-corbyn-wins-labour-party-leadership-election

[2] http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/13/jeremy-corbyn-labour-leadership-foreign-policy-antisemitism

[3] http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp

[4] http://www.breitbart.com/jerusalem/2016/05/02/exclusive-hamas-corbyns-willingness-talk-us-painful-hit-zionist-enemy

[5] http://news.bbc.co.uk/2/hi/6470669.stm

[6] http://sicsa.huji.ac.il/pdf/ACTA37.pdf, S. 8-9.

[7] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3561337/As-Labour-anti-Semitism-row-deepens-revealed-Jeremy-Corbyn-s-pet-charity-funded-Palestinian-festival-hate-children-dressed-terrorists-acted-murdering-Jews.html

[8] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3561337/As-Labour-anti-Semitism-row-deepens-revealed-Jeremy-Corbyn-s-pet-charity-funded-Palestinian-festival-hate-children-dressed-terrorists-acted-murdering-Jews.html

[9] „Erinnert an Deir Yassin“ oder „Gedenkt Deir Yassin“

[10] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3187428/Jeremy-Corbyn-s-links-notorious-Holocaust-denier-revealed.html

[11] http://www.thejc.com/news/uk-news/142144/the-key-questions-jeremy-corbyn-must-answer

[12] http://www.thejc.com/news/uk-news/142656/jeremy-corbyn-responds-jc%E2%80%99s-seven-questions

[13] http://www.telegraph.co.uk/news/politics/labour/12002961/Ken-Livingstones-appointment-shows-Jeremy-Corbyns-contempt-for-his-MPs.html

[14] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/jeremy-corbyn-creates-new-dedicated-minister-for-mental-health-in-his-shadow-cabinet-10500075.html

[15] http://www.thejc.com/news/uk-news/146106/jeremy-corbyn-heckled-after-labour-friends-israel-speech

[16] http://www.newstatesman.com/politics/media/2015/10/jeremy-corbyn-appoints-seumas-milne-head-strategy-and-communications

[17] http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/211571

[18] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/04/28/ken-livingstone-suspended-labour-party-anti-semitism/

[19] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/david-cameron-jeremy-corbyn-hamas-hezbollah-friends-pmqs-labour-antisemitism-row-a7012821.html

[20] http://fathomjournal.org/the-corbyn-left-the-politics-of-position-and-the-politics-of-reason/

Die bedeutende Rolle von Muslimen bei den antisemitischen Hetzern der Labour Party

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Explosion antisemitischer Verleumdungen in der britischen Labour Party und der Debatte darüber voll gerecht zu werden würde einen ausführlichen Aufsatz erfordern. Darin müssten Themen wie die negative Rolle des neuen Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn untersucht werden, außerdem wie sein Vorgänger Ed Miliband den Boden für die aktuelle Situation bereitete, die unverhältnismäßige Präsenz von Muslimen unter den Tätern, die Reaktionen auf die antisemitischen Verleumdungen in der Partei selbst sowie die Kommentare von außerhalb, einschließlich derer jüdischer Stimmen, sowie die propalästinensische Einseitigkeit der Labour Party und die lange Geschichte des britischen Antisemitismus. Unten wird eines dieser Themen behandelt: die übergroße Anzahl der Muslime unter denen, die den Antisemitismus in der Partei betreiben.

Jeremy Corbyn ist ein linksextremer Parlamentarier, der im September 2015 den Parteivorsitz gewann, wobei er fast 60% der Stimmen erlangte. Corbyn beschrieb es einmal als seine „Ehre und Vergnügen“, „unsere Freunde“ von Hamas und Hisbollah als Gäste im Parlament zu begrüßen.[1] Als Premierminister David Cameron ihn ausdrücklich dazu aufforderte diese Wertungen zurückzunehmen, mauerte Corbyn und weigerte sich das zu tun.[2] Es wurde zudem bekannt, dass er regelmäßigen Kontakt mit dem Holocaust-Leugner Paul Eisen hatte.[3]

Nach mehreren Wochen der Enthüllungen zu antisemitischen Äußerungen von Labour-Repräsentanten wurde plötzlich Anfang Mai bekannt, dass die Partei bis zu fünfzig Menschen wegen rassischer und antisemitischer Aussagen suspendiert hatte.[4]

Zwar wurden nicht alle der extremsten aufgedeckten antisemitischen Verleumdungen von muslimischen Repräsentanten der Partei getätigt, aber sie stellen einen unverhältnismäßig großen Anteil der antisemitischen Täter. Salim Mulla war einer der Suspendierten. Dieser Stadtverordnete und ehemalige Bürgermeister von Blackburn behauptete, Israel stecke hinter ISIS. Wie so oft bei muslimischen Antisemiten rund um die Welt griff er nicht nur Israel an, sondern hetzte auch gegen Juden. Mulla schrieb: „Zionistische Juden sind eine Schande für die Menschheit.“[5] Beinazir Lasharie, eine Labour-Stadtverordnete in Kensington, postete auf Facebook eine Botschaft, in der es hieß: „Viele Menschen wissen, wer hinter 9/11 steckte und auch wer hinter ISIS steckt. Ich habe nichts gegen Juden … ich teile das nur!“[6]

Eine muslimische Sozialdemokratin in den Niederlanden tat 2014 die gleiche Meinung kund. Yasmina Haifi, eine nicht praktizierende Muslima, hatte eine bescheidene Position auf der Kandidatenliste der niederländischen Arbeitspartei für die Parlamentswahl 2012 inne.[7] 2014 war sie Projektleiterin für das nationale Cybersicherheits-Zentrum der Niederlande und damals twitterte sie: „ISIS hat nichts mit dem Islam zu tun. Das war ein wohlüberlegter Plan der Zionisten, um den Islam schlechtzumachen.“[8]

Der Haifi-Tweet erhielt große Aufmerksamkeit, weil sie eine Position in der wichtigsten Terrorbekämpfungsorganisation der niederländischen Regierung inne hatte. Als sie daraufhin ihres Postens enthoben wurde,[9] nahm die Haifi-Affäre eine neue Wendung, als eine Internetseite zu ihrer Unterstützung angelegt wurde.[10]

Der Moderator der Seite, Ismail Selvi, der in der Vergangenheit aus der niederländischen Militärakademie geworfen wurde, schrieb: „Diese Seite ist für Menschen gedacht, die Haifi unterstützen, also für die, die glauben, dass es eine Beziehung zwischen dem Zionismus und ISIS gibt.“[11] Die Seite bekam viele Tausend Unterstützer. Haifi verließ später die niederländische Arbeitspartei, höchstwahrscheinlich weil sie befürchtete hinausgeworfen zu werden.[12]

Die Labour-Unterhausabgeordnete Naz Shah aus Bradford hatte angeregt Israel in die Vereinigten Staaten zu verlegen. Als das öffentlich gemacht wurde, entschuldigte sie sich und trat von ihrem Posten als Referentin für den Labour-Schattenfinanzminister John McDonell zurück.[13] Shah wurde auch von der Partei suspendiert. Eine weitere muslimische Labour-Abgeordente, Rupa Huq, Vertreterin des Wahlkreises Ealing, verteidigte Shah in der BBC-Fernsehsendung „Today“; sie sagte dort, Shah habe sich nicht antisemitisch geäußert, sie habe lediglich die Äußerungen anderer geteilt.[14]

Später wurde bekannt, dass Huq selbst auf einem Treffen der Palestininan Solidarity Campaign gesprochen hatte, wo sie gefragt wurde ob Britannien sich wegen der Balfour-Erklärung entschuldigen sollte. Sie antwortete: „1948, das geschah unter einer britischen Regierung. In meinen Augen, eine Entschuldigung: Ja. Man könnte eine geben. Eine Labour-Regierung könnte das vermutlich durchkriegen.“ Als das öffentlich bekannt wurde, sagte sie der Daily Mail, das spiegele nicht ihre tatsächlichen Ansichten und sie hätte die Labour Friends of Israel unterstützt.“[15]

Es wurde auch berichtet, dass Shah den Labour-Stadtverordneten Mohammed Shabbir in Bradford als parlamentarischen Assistenten eingestellt hatte. Shabbir wird vorgeworfen antisemitische Äußerungen getätigt zu haben; von ihm wird gesagt, er behauptete russisch-orthodoxe Juden seien im „Sex-Menschenhandel“ involviert und er habe Tweets über einen „palästinensischen Holocaust im Gazastreifen“ gepostet.[16]

Ilyas Aziz aus Nottingham war ein weiterer muslimischer Labour-Stadtverordneter, der von der Partei wegen Ermittlungen suspendiert wurde. Auch er deutete an, Israel solle in die Vereinigten Staaten verlegt werden. Aziz schien darüber hinaus Aktionen Israels gegen die Palästinenser denen der Nazis gegen Juden gleichzusetzen.[17]

Am 2. Mai, demselben Tag, an dem Aziz und Mulla von der Labour Party suspendiert wurden, wurde ein dritter Stadtverordneter der Liste hinzugefügt – Shah Hussain aus Burnley. Er hatte dem israelischen Fußballer Yosi Benayoun getwittert, Israel mache mit den Palästinensern genau dasselbe, was Hitler den Juden antat.[18]

Aysegul Gurbuz, Labour-Stadtverordnete in Luton, twittete, Adolf Hitler sei der „größte Mann der Geschichte“. Sie fügte an: „Dass die Juden in den USA so mächtig sind, ist widerlich.“ Ein weiterer ihrer Post – inzwischen gelöscht – besagte: „Ohne meinen Helden Hitler hätten diese Juden die Palästinenser schon vor Jahren ausgelöscht. Sorry, aber das ist eine Tatsache.“ Gurbuz hoffte, der Iran würde Atomwaffen einsetzen, um „Israel von der Landkarte zu wischen“. Sie behauptete, dass die Tweets von ihrer Schwester gepostet worden wären.[19]

Ebenfalls suspendiert wurde Khadim Hussain, ein ehemaliger Oberbürgermeister von Bradford und heute dort Stadtratsmitglied.[20] Er geteilteeinen Facebook-Eintrag, in dem es hieß, dass der Tod von Millionen Afrikanern in Schulen nicht gelehrt wird, aber „euer Schulbildungssystem erzählt euch nur von Anne Frank und den sechs Millionen Zionisten, die von Hitler getötet wurden“.

Und noch ein muslimischer Stadtrat wurde von Labour suspendiert, der im Irak geborene Miqdad Al-Nuaimi‘ aus Newport.[21] Zu seinen Tweets gehörte: „Juden, in deren Namen das #israelische #zionistische Regime Kriegsverbrechen begeht, sollten sich sorgen: Es ist dieselbe arrogante Mentalität wie die der #Nazis.“ Ein weiterer Tweet aus dem Jahr 2014 lautete: „#Israel Regime & Armee nehmen zunehmend Arroganz & Völkermordcharakter der #Nazis an. Seltsame&starke Ironie hier.“

Muhammad Butt ist der Leiter des Stadtrats von Brent. Er teilte im April 2016 einen Post, der behauptete „Israel ist ein Terrorstaat wie ISIS“. Er entschuldigte sich später, als das öffentlich wurde, und sagte, er hätte den Post nicht bemerkt. Später trat er als führendes Mitglied für Gleichberechtigung der parteiübergreifenden Organisation der Londoner Stadträte zurück, der alle zweiunddreißig Boroughs der City of London repräsentiert.[22] Butt hatte zudem Kollegen eine E-Mail geschickt, in der er sie davor warnte ihre Privatsphäre-Einstellungen in den sozialen Medien zu ändern. In der Praxis bedeutet das, dies würde verhindern, dass ihre antisemitischen Bemerkungen in der Vergangenheit entdeckt würden.[23]

Waseem Zaffar, ein Labour-Stadtratsmitglied in Birmingham City, hat behauptet, die Regierung Großbritanniens stütze Israels Stimulierung extremistischer Gruppen wie ISIS. Er wurde zudem gefilmt, wie er die israelische Regierung beschuldigte staatlich unterstützten Terrorismus zu befürworten und forderte einen Boykott Israels.[24]

Aslam Choudry ist Labour-Stadtverordneter in Brent; er teilte einen Eintrag in den sozialen Medien, in dem es hieß „Zionisten waren schlimmer als Tiere“. Als eine Beschwerde eingereicht wurde, entschuldigte er sich.[25]

Ebenfalls suspendiert wurde Musabbir Ali aus Tower Hamlets in East London; er war ein Wahlkampfleiter der Labour Party. Ali hatte den Link zu einem Artikel voller Verschwörungstheorien über jüdische Kontrolle Englands seit hunderten von Jahren getwittert. Zuvor hatte er über die ISIS-Bombenanschläge in der türkischen Hauptstadt Ankara im Oktober getwittert, bei denen mehr als 100 Menschen getötet wurden: „Ich denke, es muss das Werk des üblen #Israel sein.“ Genauso twitterte er im November: „#Juden werden 7mal mehr für ihre #Sünden bezahlen – #Islam wird die #religiöse Welt #einigen“[26]

Andere prominente Muslime in der Partei haben in der Vergangenheit ebenfalls antisemitische Äußerungen getätigt. 2014 sagte MP Jasmin Qureshi, die Bolton South East repräsentiert, es sei „ziemlich seltsam“, dass die israelische Regierung „selbstgefällig und glücklich“ sei Palästinensern zu erlauben wie „Juden behandelt zu werden, die Völkermord erlitten“. Später entschuldigte sie sich.[27] Das geschah, als Ed Miliband, ein Jude, Labour-Parteichef war.

2014 lag mit Shabana Mahmood, eine weitere muslimische Labour-Parlamentarierin, zusammen mit Dutzenden propalästinensischer Aktivisten auf der Straße vor einem Sainsbury-Geschäft in Birmingham, um gegen den „Warenbestand aus illegalen Siedlungen“ zu protestieren. Das Geschäft musste eine halbe Stunde lang schließen. Simon Johnson, Vorstandsvorsitzender des Jewish Leadership Council, reagierte: „Für ein Mitglied des Parlaments es ist völlig unangemessen öffentliche Störung zu fördern, die einen Supermarkt zwang zu schließen.“[28]

Labour hat jedoch keinen Ausschließlichkeitsanspruch auf antiisraelische muslimische Hassverbreiter. Ahmjed Hussain ist ein Aktivist für die Scottish National Party; sein Bild tauchte neben Parteichefin Nicola Sturgeon und anderen führenden Parteimitgliedern bei der Einführung des Parteiprogramms auf. Es wurde herausgefunden, dass er vor kurzem ein Foto mit der Parole „Israel hat keine Geschichte – nur eine Strafakte“ teilte. Er teilte auch ein Video, in dem behauptet wurde, dass die Terroranschläge vom 11. September 2001 eine Operation waren, die vom Mossad ausgeführt wurde, dem Auslandsgeheimdienst Israels. Ein weiterer von Hussain geteilter Post legte nahe, dass Israel hinter ISIS steckt. Als das bekannt wurde, wurde er aus dem Wahlkampf entfernt.[29]

Die obigen Darstellungen sind aus einer Reihe von Gründen wichtig. Jeder ausführliche Blick in ein westliches Land wird extreme muslimische, antisemitische Hetzer aufdecken, die üblicherweise aus religiösen Gemeinden heraus agieren. Hier liegt die Aktionsbasis in einer großen politischen Partei. Zusätzlich demonstrieren die derzeitigen Leiden der Labour Party, was geschieht, wenn eine Partei sich zerreißt, um für muslimische Wähler attraktiv zu sein, etwas, das für viele sozialistische Parteien unserer Zeit typisch ist. Wenn ein linker Führungspolitiker wie Corbyn die Islamo-Nazi-Bewegung Hamas „meine Freunde“ nennt, ermöglicht das antisemitische Hetze durch Parteimitglieder.

[1] http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/aug/13/jeremy-corbyn-labour-leadership-foreign-policy-antisemitism

[2] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/04/labour-crisis-local-elections-2016-chief-rabbi-sadiq-khan-pmqs/

[3] http://www.theguardian.com/politics/2015/aug/13/jewish-chronicle-accuses-jeremy-corbyn-associating-holocaust-deniers

[4] http://www.telegraph.co.uk/news/2016/05/02/labour-has-secretly-suspended-50-members-for-anti-semitic-and-ra/

[5] http://www.itv.com/news/granada/2016-05-02/former-mayor-of-blackburn-zionist-jews-are-a-disgrace-to-humanity/

[6] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/khadim-hussain-former-lord-mayor-of-bradford-suspended-by-labour-party-over-anti-semitism-a6948856.html

[7] http://www.pvda.nl/berichten/2012/06/Onze-concept-kandidatenlijst

[8] www.trouw.nl/tr/nl/4500/Politiek/article/detail/3899328/2015/03/12/Commissie-Cohen-ambtenaar-niet-ontslaan-om-IS-tweet.dhtml

[9] „Ministerie schorst Haifi,“ Telegraaf, 13 August 2014.

[10] www.facebook.com/pages/Wij-steunen-ambtenaar-Yasmina-Haifi/676154822465592?fref=nf

[11] Alexander Bakker: Omstreden ambtenaar krijgt bijval. Telegraaf, 17. August 2014.

[12] Haifi uit PvdA na ophef om tweet. Elsevier, 19. September 2014.

[13] http://www.newstatesman.com/politics/staggers/2016/04/naz-shah-resigns-labour-frontbench

[14] http://blogs.spectator.co.uk/2016/04/listen-rupa-huqs-disastrous-turn-on-today/

[15] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3578892/We-say-sorry-creating-Israel-suggests-Labour-MP-party-continues-reel-Livingstone-s-suspension-remarks-Hitler.html

[16] http://www.thejc.com/news/uk-news/157406/labour-mp-naz-shah-hired-zio-tweet%E2%80%99-councillor-parliamentary-aide

[17] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/labour-antisemitism-row-suspends-councillor-ilyas-aziz-facebook-posts-israel-us-jeremy-corbyn-a7009771.html

[18] http://metro.co.uk/2016/05/02/labour-suspends-a-third-councillor-in-a-day-over-anti-israeli-posts-5854895/

[19] http://www.dailymail.co.uk/news/article-3531852/Labour-councillor-20-suspended-claims-called-Hitler-greatest-man-history-latest-anti-Semitic-scandal-hit-Corbyn-s-party.html

[20] http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/khadim-hussain-former-lord-mayor-of-bradford-suspended-by-labour-party-over-anti-semitism-a6948856.html

[21] http://www.bbc.com/news/election-2016-wales-36202016

[22] http://www.kilburntimes.co.uk/news/leader_of_brent_council_resigns_from_equalities_post_following_anti_israel_facebook_post_1_4528440

[23] http://www.thejc.com/news/uk-news/157955/labour-council-leader-warns-colleagues-after-his-israel-isis%E2%80%99-facebook-post-reve

[24] http://www.thejc.com/news/uk-news/157976/labour-reminds-councillor-responsibilities-after-israel-claims

[25] http://www.jpost.com/Diaspora/Zionists-worse-than-animals-post-shared-by-UK-Labor-official-reads-453042

[26] http://www.thejc.com/news/uk-news/158154/labour-suspend-activist-over-%E2%80%9Cjewish-genocide-british-people%E2%80%9D-tweet

[27] http://www.thejc.com/news/uk-news/115505/labour-mp-yasmin-qureshi-apologises-gaza-holocaust-comparison

[28] http://www.dailymail.co.uk/news/article-2729178/Labours-Shabana-Mahmood-accused-encouraging-mob-rule-anti-Israel-protest.html#ixzz47iU385bS

[29] http://www.scotsman.com/news/politics/snp-sidelines-party-activist-over-antisemitic-online-posts-1-4118195#ixzz47zjQXJth

Die Liste dessen, was David Cameron schockiert hat: Terrorismus, Flugzeugabstürze, Häuser bauende Juden

Elder of Ziyon, 25. Februar 2016

Hier ist eine kurze Liste dessen, was den britischen Premierminister David Cameron in den letzten Jahren schockiert hat:

1. die Flugzeugkatastrophe von Malaysia, 239 Tote
2. das Massaker in der Schule in Peshawar, 141 Tote
3. das Erdbeben in Nepal, 9000 Tote
4. die Terroranschläge in Tunesien, 38 Tote (31 Briten)
5. die Terroranschläge in Paris, 130 Tote
6. dass Juden in ihrer historischen Hauptstadt Häuser bauen

Tatsächlich waren seine Worte über Häuser bauende Juden noch härter, als die zu den anderen Ereignissen, denn das war das Einzige, was er
Actually, his words about Jews building houses were even stronger than those of the other events, because that was the only one he termed „genuinely shocking.“

Do you get the impression that world leaders, including those who call themselves Israel’s friends, have a fairly twisted sense of priorities?

Cameron-2016-02-25

Wie es früher war, David Cameron

Real JStreets, Israellycool, 25. Februar 2016

Sobald die Dinge im kanadischen Parlament anfingen positiv auszusehen und vielleicht, nur vielleicht Leute hinter die arabische Propaganda sehen, kommt dieses Video aus dem britischen Parlament.

In Antwort auf eine Frage im Parlament erwähnt David Cameron diese sachgerechte Tour durch Jerusalem.

Wie es in der Vergangenheit war.

Was mich an dieses Gemälde von Ludwig Blum denken ließ, „Die Sicht vom britischen Regierungsgebäude“ (Armon HaNatziv) von 1954.

Wie die Dinge waren, 1954 von Britischen Regierungsgebäude aus gesehen.

Sehen Sie selbst: kaum ein Haus. Kaum irgendein arabisches Haus wurde gebaut, selbst ein paar Jahre nachdem Jordanien die Altstadt und das Land um die Mauern nicht mehr besetzte.

Es so belassen, wie es in der Vergangenheit war? „Rubbish“ sagt man dazu in Britannien.

Wie ich es sehe: Konfuse Juden und die Islamophobie-Phobie

Melanie Phillips, Jerusalem Post, 24. Dezember 2015 (übersetzt von Cora)

Die Anschuldigung der Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der berechtigten Kritik am Islam und der Sorge vor islamischen Extremismus.

Der große Kampf gegen den radikalen Islam wird im Westen durch die Angst vor einer Islamophobie verkompliziert.

Natürlich müssen Vorurteile gegen Muslime verurteilt werden. Doch der Vorwurf einer Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der legitimen Kritik am Islam und Sorgen wegen islamischem Extremismus.

Ein Beispiel dafür zeigt sich im Vereinigten Königreich in einer Veröffentlichung einer Organisation, die sich „Hope not Hate“ (HnH – Hoffnung, nicht Hass) nennt und den Titel trägt: „Die Anti-Jihad Bewegung: Antimuslimischer Hass, von einer Randerscheinung in den Mainstream.“

Dieses Dokument benennt 920 Organisationen und Personen aus 22 Ländern. Es besagt, dass diese keinen Unterschied zwischen moderaten und extremistischen Muslimen machen, dass sie den Hass auf Muslime in die Mitte der Gesellschaft tragen und dass ihre „Rhetorik gegen die Muslime die politische Diskussion vergiften – mitunter auch mit tödlicher Wirkung.“

Unerhörterweise stellt dieses Papier Neonazis und faschistische Gruppen auf eine Stufe mit Nahost-Experten wie Dr. Daniel Pipes oder sogar mit mutigen muslimischen Reformern wie Dr. Zuhdi Jasser, dem Präsidenten des American Islamic Forum for Democracy [Amerikanisch-Islamisches Forum für Demokratie] und herausragenden Anti-Jihadisten, wie die somalische Aktivistin Ayyan Hirsi Ali.

Eine große Anzahl dieser Antijihadisten lebt derzeit unter permanenter Lebensbedrohung durch die Islamisten. Dennoch beschuldigt sie HnH erstaunlicherweise antimuslimischen Hass zu verbreiten.

Auch ich gehöre zu dieser grotesken Liste, obwohl ich wieder und wieder auf die vielen Millionen Muslime hingewiesen habe, die weder extrem noch gewalttätig sind und ich stets hervorgehoben habe, dass die Sicht der Islamisten nur eine einzelne Auslegung des Islam ist. Außerdem werde ich als „Unterstützerin Israels“ beschrieben – als sei grundsätzlich jeder Unterstützer Israels ein Muslim-Basher.

Wie viele andere Opfer der Verunglimpfung durch diesen Artikel habe ich den Fall meinem Anwalt übergeben. Aber es gibt noch einen wesentlich verstörenderen Aspekt an diesem Rufmord. Hinter HnH stehen die Hauptvertreter der jüdischen Bewegungen im Vereinigten Königreich und sie unterstützen diese auch.

Tatsächlich kann ich zeigen, dass sie auch vom Community Security Trust (CST) finanziert wurden – der sonst eine herausragende und begründete Reputation darin hat, die britischen Juden gegen Angriffe zu schützen. Es stellte sich heraus, dass CST nichts von dem Bericht wusste, bis er veröffentlicht wurde.

Nichtsdestotrotz muss man sich die Frage stellen, wie eine Organisation unterstützt werden konnte, die derartiges vertritt.

HnH ist ein Ableger der antifaschistischen Postille „Searchlight“, von der sich der geschäftsführende Direktor Nick Lowles 2011 abspaltete. Lowles, ein äußerst linker Aktivist, setzte Antifaschismus nicht mit dem Kampf gegen den totalitären Islamismus gleich, sondern mit dem Angriff auf die Islamophobie.

Obwohl er al-Muhajiroun als „Hass Gruppe“ verurteilte und das Verbot eines radikalen Predigers an der London School of Economics lobte und den Islamischen Staat lobte, waren die meisten seiner Attacken nicht gegen die islamistischen Extremisten gerichtet, sondern gegen jene, die sie bekämpfen.

Trotz seiner „Solidaritätsadresse“, die Lowles den ermordeten Charlie Hebdo Journalisten nachrief, unterstellte er 2012 dem Magazin, dass es regelrecht darum betteln würde, indem es „obszöne Zeichnungen des Propheten Mohammed veröffentlicht“ habe. „Diese Muslim Hasser“, schrieb er in seinem Blog, „wissen, dass jedes dumme Kunststück eine Reaktion nach sich zieht, unter Umständen auch eine gewalttätige, wie diese …“.

Er ging noch weiter. Alle Anti-Jihadisten, so behauptete er, seien tatsächlich „Muslimhasser“. So machte er keinen Unterschied zwischen jenen, die tatsächlich gegenüber Muslimen voreingenommen sind und jenen, die gegen islamistischen Extremismus und Gewalt kämpfen.

Und er geht immer noch weiter. „Es gibt eine deprimierende Symbiose zwischen Muslimhassern und jenen Leuten, die behaupten, gegen diese zu stehen. Sie brauchen einander. Tatsächlich begrüßen sie deren Aktionen um ihre eigenen Aktivitäten zu rechtfertigen.“

Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, merkt man, dass damit die Schuld an allen jihadistischen Gewalttaten jenen zugeschoben wird, die sich dem islamischen Extremismus entgegen stellen.

Wusste der CST wirklich nichts davon? Sogar jetzt will es weder HnH noch den Artikel verurteilen. Ich fragte sie, warum sie HnH nicht dafür verurteilten, mutige muslimische Reformer weiter in Gefahr zu bringen, indem sie sie beschuldigen, Hass über den Islam zu verbreiten und dafür, dass sie den Unterstützern Israels per definitionem unterstellen, hasserfüllte Ansichten zu teilen.

Und das war die Antwort: „Die zurückliegende Unterstützung von HnH durch CST liegt in den Jahren des Kampfes gegen die extremen Rechten. Wir haben erfahren, dass es betreffend des Artikels zu einer Klage gekommen ist. Daher möchten wir zu diesem Fall keinen Kommentar abgeben.“

Der CST ist nicht die einzige britisch-jüdische Organisation, die mit HnH gemeinsame Sache macht.

Im letzten Sommer taten sich eine Kommission der Abgeordneten und das Londoner jüdische Forum mit HnH in der Initiative „Golders Green Together“ zusammen, um eine geplante Demonstration von Neonazis durch das mehrheitlich jüdische Viertel im Londoner Norden zu verhindern.

Diese unheilige Allianz basiert auf der Annahme vieler Diaspora-Juden, insbesondere jener aus dem linken Milieu, dass Antisemitismus und aggressive politische Gewalt einzig und allein bei den Neonazis oder noch weiter rechts anzutreffen sind. Es ist geradezu ein Glaubensgrundsatz, dass alles, was nicht links ist, rechts ist – und was rechts ist, ist böse und damit ist alles, was nicht links ist, böse.

Das erklärt auch den höchst erstaunlichen Kommentar von Abe Foxman, dem ehemaligen Vorsitzenden der amerikanischen Anti-Defamations League, der vor einiger Zeit auf einer Konferenz in Jerusalem sagte, dass es bei den Linken Europas keinen Antisemitismus gäbe, sondern nur auf Seiten der Rechten.

Solch eine Tunnelsicht wird durch die kollektive Erinnerung der Juden an ihre lange Geschichte der Verfolgung, ethnischer Säuberungen und des Exils noch verstärkt.

Als Ergebnis dieser Wahrnehmung verschmelzen Neonazis mit demokratisch gesinnten Nationalisten, die lediglich die Massenimmigration, die Europa zu überschwemmen droht, aufhalten wollen. Das Ergebnis dessen ist eine leichtsinnige Aufgabe der Selbsterhaltung der Juden in der Diaspora, indem sie versuchen jene zu umarmen, die Juden ermorden oder gar Israel zerstören wollen.

Dazu gehören auch die Kampagnen der orthodoxen und progressiven Juden in Großbritannien, all die syrischen Flüchtlinge willkommen zu heißen, trotz aller fundierter Warnungen, dass eine unbekannte Anzahl dieser vom Islamischen Staat oder anderer Islamisten rekrutiert sein könnten.

Dieses seltsame Verhalten basiert zum Teil auf Angst und Ignoranz, aber auch auf der höchst oberflächlichen Identifikation mit anderen religiösen Minoritäten, deren äußere Erscheinung und Rituale sich ebenfalls von der Mehrheit unterscheiden.

Und es zeigt die Wirkung der interreligiösen Arbeit. Diese schließt jedes Aussprechen der Wahrheit, sei sie noch so widerwärtig, aus, denn das würde dazu führen, dass die Muslime ausscheiden würden, was ihre Unterstützung bei Fällen von offensichtlich gemeinsamen Interessen wie der Verteidigung der rituellen Schlachtung oder der Beschneidung gefährden würde.

In jedem Fall zeigt es aber die Gleichsetzung, die von Juden in der Diaspora bei Antisemitismus und Islamophobie gemacht wird. Diese Gleichsetzung ist jedoch völlig falsch. Antisemitismus ist eine reine Bigotterie, er ist ein Hass auf Juden, nicht für das, was sie tun, sondern nur für das, was sie sind. Islamophobie ist, im Gegensatz dazu, nichts anderes als eine bewusstseinsverändernder Verleumdung, die dazu geschaffen wurde, all jene zum Schweigen zu bringen, die versuchen gegen den islamischen Extremismus und den Heiligen Krieg aufzustehen und zu kämpfen.

Das Ergebnis dieser falschen Gleichsetzung ist, dass die jüdische Führung Großbritanniens die Gemeinden auf die Kampagnen zur Ausrottung der Islamophobie eingeschworen hat.

Es bedeutet, dass alle als islamophob stigmatisiert werden können – auch Juden und mutige nichtjüdische Unterstützer Israels – die Aspekte der Religion oder Kultur des Islams kritisieren. Sogar das Ansprechen des muslimischen Antisemitismus, der schon unzählige jüdische Leben gekostet hat, wird als islamophob erachtet.

Das ist der Grund, weshalb Juden ihre Unterstützung einer Organisation schenken, die eher Hass fördert denn Hoffnung – auch wenn dies beängstigend und selbstmörderisch ist.