Die Liste dessen, was David Cameron schockiert hat: Terrorismus, Flugzeugabstürze, Häuser bauende Juden

Elder of Ziyon, 25. Februar 2016

Hier ist eine kurze Liste dessen, was den britischen Premierminister David Cameron in den letzten Jahren schockiert hat:

1. die Flugzeugkatastrophe von Malaysia, 239 Tote
2. das Massaker in der Schule in Peshawar, 141 Tote
3. das Erdbeben in Nepal, 9000 Tote
4. die Terroranschläge in Tunesien, 38 Tote (31 Briten)
5. die Terroranschläge in Paris, 130 Tote
6. dass Juden in ihrer historischen Hauptstadt Häuser bauen

Tatsächlich waren seine Worte über Häuser bauende Juden noch härter, als die zu den anderen Ereignissen, denn das war das Einzige, was er
Actually, his words about Jews building houses were even stronger than those of the other events, because that was the only one he termed „genuinely shocking.“

Do you get the impression that world leaders, including those who call themselves Israel’s friends, have a fairly twisted sense of priorities?

Cameron-2016-02-25

Wie es früher war, David Cameron

Real JStreets, Israellycool, 25. Februar 2016

Sobald die Dinge im kanadischen Parlament anfingen positiv auszusehen und vielleicht, nur vielleicht Leute hinter die arabische Propaganda sehen, kommt dieses Video aus dem britischen Parlament.

In Antwort auf eine Frage im Parlament erwähnt David Cameron diese sachgerechte Tour durch Jerusalem.

Wie es in der Vergangenheit war.

Was mich an dieses Gemälde von Ludwig Blum denken ließ, „Die Sicht vom britischen Regierungsgebäude“ (Armon HaNatziv) von 1954.

Wie die Dinge waren, 1954 von Britischen Regierungsgebäude aus gesehen.

Sehen Sie selbst: kaum ein Haus. Kaum irgendein arabisches Haus wurde gebaut, selbst ein paar Jahre nachdem Jordanien die Altstadt und das Land um die Mauern nicht mehr besetzte.

Es so belassen, wie es in der Vergangenheit war? „Rubbish“ sagt man dazu in Britannien.

Wie ich es sehe: Konfuse Juden und die Islamophobie-Phobie

Melanie Phillips, Jerusalem Post, 24. Dezember 2015 (übersetzt von Cora)

Die Anschuldigung der Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der berechtigten Kritik am Islam und der Sorge vor islamischen Extremismus.

Der große Kampf gegen den radikalen Islam wird im Westen durch die Angst vor einer Islamophobie verkompliziert.

Natürlich müssen Vorurteile gegen Muslime verurteilt werden. Doch der Vorwurf einer Islamophobie verwechselt Vorurteile mit der legitimen Kritik am Islam und Sorgen wegen islamischem Extremismus.

Ein Beispiel dafür zeigt sich im Vereinigten Königreich in einer Veröffentlichung einer Organisation, die sich „Hope not Hate“ (HnH – Hoffnung, nicht Hass) nennt und den Titel trägt: „Die Anti-Jihad Bewegung: Antimuslimischer Hass, von einer Randerscheinung in den Mainstream.“

Dieses Dokument benennt 920 Organisationen und Personen aus 22 Ländern. Es besagt, dass diese keinen Unterschied zwischen moderaten und extremistischen Muslimen machen, dass sie den Hass auf Muslime in die Mitte der Gesellschaft tragen und dass ihre „Rhetorik gegen die Muslime die politische Diskussion vergiften – mitunter auch mit tödlicher Wirkung.“

Unerhörterweise stellt dieses Papier Neonazis und faschistische Gruppen auf eine Stufe mit Nahost-Experten wie Dr. Daniel Pipes oder sogar mit mutigen muslimischen Reformern wie Dr. Zuhdi Jasser, dem Präsidenten des American Islamic Forum for Democracy [Amerikanisch-Islamisches Forum für Demokratie] und herausragenden Anti-Jihadisten, wie die somalische Aktivistin Ayyan Hirsi Ali.

Eine große Anzahl dieser Antijihadisten lebt derzeit unter permanenter Lebensbedrohung durch die Islamisten. Dennoch beschuldigt sie HnH erstaunlicherweise antimuslimischen Hass zu verbreiten.

Auch ich gehöre zu dieser grotesken Liste, obwohl ich wieder und wieder auf die vielen Millionen Muslime hingewiesen habe, die weder extrem noch gewalttätig sind und ich stets hervorgehoben habe, dass die Sicht der Islamisten nur eine einzelne Auslegung des Islam ist. Außerdem werde ich als „Unterstützerin Israels“ beschrieben – als sei grundsätzlich jeder Unterstützer Israels ein Muslim-Basher.

Wie viele andere Opfer der Verunglimpfung durch diesen Artikel habe ich den Fall meinem Anwalt übergeben. Aber es gibt noch einen wesentlich verstörenderen Aspekt an diesem Rufmord. Hinter HnH stehen die Hauptvertreter der jüdischen Bewegungen im Vereinigten Königreich und sie unterstützen diese auch.

Tatsächlich kann ich zeigen, dass sie auch vom Community Security Trust (CST) finanziert wurden – der sonst eine herausragende und begründete Reputation darin hat, die britischen Juden gegen Angriffe zu schützen. Es stellte sich heraus, dass CST nichts von dem Bericht wusste, bis er veröffentlicht wurde.

Nichtsdestotrotz muss man sich die Frage stellen, wie eine Organisation unterstützt werden konnte, die derartiges vertritt.

HnH ist ein Ableger der antifaschistischen Postille „Searchlight“, von der sich der geschäftsführende Direktor Nick Lowles 2011 abspaltete. Lowles, ein äußerst linker Aktivist, setzte Antifaschismus nicht mit dem Kampf gegen den totalitären Islamismus gleich, sondern mit dem Angriff auf die Islamophobie.

Obwohl er al-Muhajiroun als „Hass Gruppe“ verurteilte und das Verbot eines radikalen Predigers an der London School of Economics lobte und den Islamischen Staat lobte, waren die meisten seiner Attacken nicht gegen die islamistischen Extremisten gerichtet, sondern gegen jene, die sie bekämpfen.

Trotz seiner „Solidaritätsadresse“, die Lowles den ermordeten Charlie Hebdo Journalisten nachrief, unterstellte er 2012 dem Magazin, dass es regelrecht darum betteln würde, indem es „obszöne Zeichnungen des Propheten Mohammed veröffentlicht“ habe. „Diese Muslim Hasser“, schrieb er in seinem Blog, „wissen, dass jedes dumme Kunststück eine Reaktion nach sich zieht, unter Umständen auch eine gewalttätige, wie diese …“.

Er ging noch weiter. Alle Anti-Jihadisten, so behauptete er, seien tatsächlich „Muslimhasser“. So machte er keinen Unterschied zwischen jenen, die tatsächlich gegenüber Muslimen voreingenommen sind und jenen, die gegen islamistischen Extremismus und Gewalt kämpfen.

Und er geht immer noch weiter. „Es gibt eine deprimierende Symbiose zwischen Muslimhassern und jenen Leuten, die behaupten, gegen diese zu stehen. Sie brauchen einander. Tatsächlich begrüßen sie deren Aktionen um ihre eigenen Aktivitäten zu rechtfertigen.“

Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, merkt man, dass damit die Schuld an allen jihadistischen Gewalttaten jenen zugeschoben wird, die sich dem islamischen Extremismus entgegen stellen.

Wusste der CST wirklich nichts davon? Sogar jetzt will es weder HnH noch den Artikel verurteilen. Ich fragte sie, warum sie HnH nicht dafür verurteilten, mutige muslimische Reformer weiter in Gefahr zu bringen, indem sie sie beschuldigen, Hass über den Islam zu verbreiten und dafür, dass sie den Unterstützern Israels per definitionem unterstellen, hasserfüllte Ansichten zu teilen.

Und das war die Antwort: „Die zurückliegende Unterstützung von HnH durch CST liegt in den Jahren des Kampfes gegen die extremen Rechten. Wir haben erfahren, dass es betreffend des Artikels zu einer Klage gekommen ist. Daher möchten wir zu diesem Fall keinen Kommentar abgeben.“

Der CST ist nicht die einzige britisch-jüdische Organisation, die mit HnH gemeinsame Sache macht.

Im letzten Sommer taten sich eine Kommission der Abgeordneten und das Londoner jüdische Forum mit HnH in der Initiative „Golders Green Together“ zusammen, um eine geplante Demonstration von Neonazis durch das mehrheitlich jüdische Viertel im Londoner Norden zu verhindern.

Diese unheilige Allianz basiert auf der Annahme vieler Diaspora-Juden, insbesondere jener aus dem linken Milieu, dass Antisemitismus und aggressive politische Gewalt einzig und allein bei den Neonazis oder noch weiter rechts anzutreffen sind. Es ist geradezu ein Glaubensgrundsatz, dass alles, was nicht links ist, rechts ist – und was rechts ist, ist böse und damit ist alles, was nicht links ist, böse.

Das erklärt auch den höchst erstaunlichen Kommentar von Abe Foxman, dem ehemaligen Vorsitzenden der amerikanischen Anti-Defamations League, der vor einiger Zeit auf einer Konferenz in Jerusalem sagte, dass es bei den Linken Europas keinen Antisemitismus gäbe, sondern nur auf Seiten der Rechten.

Solch eine Tunnelsicht wird durch die kollektive Erinnerung der Juden an ihre lange Geschichte der Verfolgung, ethnischer Säuberungen und des Exils noch verstärkt.

Als Ergebnis dieser Wahrnehmung verschmelzen Neonazis mit demokratisch gesinnten Nationalisten, die lediglich die Massenimmigration, die Europa zu überschwemmen droht, aufhalten wollen. Das Ergebnis dessen ist eine leichtsinnige Aufgabe der Selbsterhaltung der Juden in der Diaspora, indem sie versuchen jene zu umarmen, die Juden ermorden oder gar Israel zerstören wollen.

Dazu gehören auch die Kampagnen der orthodoxen und progressiven Juden in Großbritannien, all die syrischen Flüchtlinge willkommen zu heißen, trotz aller fundierter Warnungen, dass eine unbekannte Anzahl dieser vom Islamischen Staat oder anderer Islamisten rekrutiert sein könnten.

Dieses seltsame Verhalten basiert zum Teil auf Angst und Ignoranz, aber auch auf der höchst oberflächlichen Identifikation mit anderen religiösen Minoritäten, deren äußere Erscheinung und Rituale sich ebenfalls von der Mehrheit unterscheiden.

Und es zeigt die Wirkung der interreligiösen Arbeit. Diese schließt jedes Aussprechen der Wahrheit, sei sie noch so widerwärtig, aus, denn das würde dazu führen, dass die Muslime ausscheiden würden, was ihre Unterstützung bei Fällen von offensichtlich gemeinsamen Interessen wie der Verteidigung der rituellen Schlachtung oder der Beschneidung gefährden würde.

In jedem Fall zeigt es aber die Gleichsetzung, die von Juden in der Diaspora bei Antisemitismus und Islamophobie gemacht wird. Diese Gleichsetzung ist jedoch völlig falsch. Antisemitismus ist eine reine Bigotterie, er ist ein Hass auf Juden, nicht für das, was sie tun, sondern nur für das, was sie sind. Islamophobie ist, im Gegensatz dazu, nichts anderes als eine bewusstseinsverändernder Verleumdung, die dazu geschaffen wurde, all jene zum Schweigen zu bringen, die versuchen gegen den islamischen Extremismus und den Heiligen Krieg aufzustehen und zu kämpfen.

Das Ergebnis dieser falschen Gleichsetzung ist, dass die jüdische Führung Großbritanniens die Gemeinden auf die Kampagnen zur Ausrottung der Islamophobie eingeschworen hat.

Es bedeutet, dass alle als islamophob stigmatisiert werden können – auch Juden und mutige nichtjüdische Unterstützer Israels – die Aspekte der Religion oder Kultur des Islams kritisieren. Sogar das Ansprechen des muslimischen Antisemitismus, der schon unzählige jüdische Leben gekostet hat, wird als islamophob erachtet.

Das ist der Grund, weshalb Juden ihre Unterstützung einer Organisation schenken, die eher Hass fördert denn Hoffnung – auch wenn dies beängstigend und selbstmörderisch ist.

 

Wir sind nicht der Fußabtreter der Welt

Judith Bergman, Israel Hayom, Dec. 16, 2015 (übersetzt von Yvaine de Winter)

Ein Jude, ein Moslem und ein Christ landen an einem britischen Flughafen. Erst geht der Moslem durch die Passkontrolle — völlig problemlos. Auch der Christ gelangt problemlos hindurch. Der Jude wird verhaftet und stundenlang wegen „Kriegsverbrechen“ verhört.

Wäre das ein Witz, würde die linke Gedankenpolizei ihn aus Gründen, die zu begreifen mein Hirn einfach nicht ausgelegt ist, für politisch unkorrekt erklären. Es ist aber leider kein Witz. Vor einigen Wochen wurde ein im Ruhestand befindlicher IDF-Offizier festgenommen, als er im Rahmen einer Geschäftsreise im Vereinigten Königreich landete. Ihm wurde zur Last gelegt, beim Gazakrieg im Sommer 2014 in „Kriegsverbrechen“ verwickelt gewesen zu sein und er wurde hierzu verhört.

Das Verhör zog sich über Stunden, und der Offizier wurde erst nach einer Intervention des Außenministeriums und des Operations Directorate and International Law Department der IDF freigelassen. Zudem ließ man ihn laut Medienberichten nur frei, weil es sich um eine Verwechslung handelte. Die britischen Behörden entschuldigten sich daraufhin bei dem Offizier, aber eben nur dafür, dass sie jemand festgenommen hatten, der gar nicht auf der Liste stand.

Bei einem Interview mit der Tageszeitung The Algemeiner sagte Avi Bell, Experte für internationales Recht: „Die britischen Behörden nahmen unter dem Vorwand universeller Gerichtsbarkeit einen Israeli fest. Offenbar haben antiisraelische Aktivisten eine Liste mit Israelis aufgestellt, welche sie auf Basis falscher Anschuldigungen von ‚Kriegsverbrechen‘ im Vereinigten Königreich festgenommen sehen wollten, und die entsprechenden britischen Behörden gehorchen den Forderungen dieser antiisraelischen Aktivisten. Laut Medienberichten ließen die Briten den Israeli aus einem einzigen Grund frei und zwar, weil er nicht auf der Liste mit Menschen stand, welche die antiisraelischen Aktivisten für einen Schauprozess festgenommen sehen möchten. Diese Berichte zeigen nicht, dass die Briten sich für die Unverfrorenheit entschuldigt hätten sich bereit zu erklären auf einer von antiisraelischen Aktivisten erstellten Liste stehende Israelis auf der Grundlage erfundener Anschuldigungen festzunehmen. Statt dessen besagen sie, dass sich die Briten nur dafür entschuldigt haben jemanden festgenommen zu haben, der gar nicht auf dieser Liste stand.“

Wurde im Vereinigten Königreich das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit abgeschafft? Wie können britische Strafverfolgungsbehörden nach Weisung antiisraelischer Aktivisten handeln? Hat das britische Parlament ein Gesetz verabschiedet, dass israelische Offiziere zum Abschuss freigegeben sind, sobald sie ihren Fuß auf britischen Boden setzen?

Die Briten haben eine ziemlich elende Vergangenheit, was die Festnahme von Juden betrifft, denn sie betrieben dies mit bemerkenswerter Schadenfreude und Hinterlist, während sie das Mandat Palästina hielten. Dem heimtückischen Albion fällt es schwer seine Gewohnheiten zu ändern.

Israel sollte diese Entschuldigung nicht annehmen. Es ist Zeit, in derselben Weise zu antworten. Wenn möglich, sollte Israel Anzeige erstatten und sich nicht mit einer unaufrichtigen Entschuldigung der britischen Behörden abfinden. Was die Briten da taten, ist eine sehr ernste Sache. Wenn Israel keine harte Antwort darauf findet, dann signalisieren wir damit, dass man jüdische Rechte einfach so verletzen kann, ohne Strafe befürchten zu müssen.

Israel sollte dort jedoch hier noch nicht aufhören. Israelfeindliche Maßnahmen sollten entsprechend beantwortet werden, z. B. mit der Verweigerung von Zusammenarbeit in wichtigen Bereichen, wo die Hilfe Israels unverzichtbar ist. Die EU will israelische Waren aus Judäa und Samaria boykottieren, also sollte sie einen Preis für diese extrem feindselige Maßnahme bezahlen. Und zwar auf mehreren Ebenen: diplomatisch, rechtlich, und am schmerzhaftesten: beim Austausch von Geheimdienstinformationen.

Es war eine Warnung des israelischen Geheimdienstes, welche die deutschen Behörden am 17. November zur Absage eines Fußballspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden veranlasste, wie deutsche Medien berichteten. Ungefähr zur selben Zeit nahmen deutsche Supermärkte israelische Weine aus den Regalen, weil Deutschland Teil der EU ist, welche gerade ihre neuen Regelungen über die Etikettierung israelischer Waren aus Judäa und Samaria veröffentlicht hat.

Warum versorgt Israel Deutschland mit Geheimdienstinformationen, während Deutschland israelische Waren kennzeichnet und sogar aus seinen Supermärkten entfernt?

In ähnlicher Weise versorgt Israel die ganze Welt mit erstaunlichen Technologien und Medikamenten, welche selbst die grässlichsten Judenhasser völlig ohne Skrupel nutzen, so lange es ihrem jämmerlichen Leben hilft.

Staatsführer, von denen einige Israel nicht nur boykottieren möchten, sondern es komplett vom Antlitz der Welt hinweggefegt sehen wünschen, wurden während des 11-tägigen Klimagipfels in Paris von einem in Israel hergestellten „Skystar 180“-Aerostat-Überwachungsballon geschützt. Der Skystar 180 ist eines von mehreren Flugmodellen, die von RT Systems in Yavne für die Nutzung im Rahmen von Geheimdiensten, Überwachung, Aufklärung und Kommunikation entwickelt und hergestellt wurden.

Natürlich sollte Israel die Welt auch weiterhin an seinen einzigartigen Erfindungen teilhaben lassen. Unsere Erfindungen werden auch weiterhin von Leuten genutzt werden, die uns feindselig gegenüberstehen. Ein Versuch, das zu unterbinden, wäre kindisch.

Es gibt jedoch Grenzen. Denen, die uns auf irgendeine Weise verletzen wollen — wie z. B. die EU –, aktiv unter die Arme zu greifen und dafür nur Feindschaft zu ernten, ist keine kluge Politik. Das ermutigt Respektlosigkeit und führt nur zu noch mehr Geringschätzung und Feindseligkeit.

Wir schulden der Welt nichts. Alles, was wir je erreichten, schafften wir trotz der langen und intensiven Bemühungen anderer Weltmächte uns zu vernichten. Wir müssen uns nicht beweisen, uns nicht erklären und auch keine Schulden begleichen.

Wir sind nicht der Fußabtreter der Welt. Können wir also bitte aufhören, uns wie einer zu verhalten?

Großbritannien: Die Bombardierung Syriens, Scheinheiligkeit und die Unterstützung von Terroristen

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Wichtige Parlamentsdebatten in Europa beinhalten oft Elemente, die Israel sorgfältig beobachten sollte. Das gilt zum Beispiel auch für den parlamentarischen Prozess in Großbritannien, wo Scheinheiligkeit, getarnt durch die Illusionen von Fair Play und guten Manieren, durch die genaue Untersuchung von Reden und Abstimmungsgeschichte entlarvt werden kann. Ein Fall davon ist die wichtige Debatte vom 2. Dezember, in der das Unterhaus mit einer Mehrheit von 174 Stimmen den Vorschlag der Regierung genehmigte, die Luftangriffe auf die Bewegung Islamischer Staat aus dem Irak nach Syrien auszuweiten.

Der pazifistische Labour-Parteichef Jeremy Corbyn eröffnete die Debatte für die Opposition und sprach sich gegen die Bombenangriffe aus.[1] Dieser Linksextreme hat Hamas und Hisbollah als „meine Freunde“ beschrieben und vor mehreren Jahren an Treffen teilgenommen, die von einem Holocaustleugner organisiert wurden.[2] Corbyns Rede wurde jedoch von der des Labour-Schattenaußenministers Hilary Benn in den Hintergrund gedrängt. Der sprach sich für die Luftschläge aus und sagte, Großbritannien müsse die „Faschisten“ des Islamischen Staats in Irak und der Levante angreifen, weil „wir niemals auf der anderen Straßenseite gegangen sind und gehen sollten“.[3] Im gegenwärtigen britischen Umfeld ist es immer noch politisch unkorrekt für die völkermörderische Bewegung ISIS die angemessenere Formulierung „Islamo-Nazis“ zu benutzen.

Die Tageszeitung The Telegraph schrieb, dass die Rede „als eine der großen Ansprachen in unserem Parlament“ bestehen bleiben würde.[4] Das mag sein, aber Benns Worte werden auch als ein weiteres Beispiel extremer Scheinheiligkeit in den Reihen der Führung der Labour Party stehen bleiben.

Unter ihrem vorigen linken Parteichef Ed Miliband legte die Labour Party 2014 im Parlament einen Antrag vor, Großbritannien möge den Palästinenserstaat anerkennen. Benn stimmte dafür und beschrieb später seine damaligen Gefühle: „Ich war als Parlamentsmitglied der Labour Party letztes Jahr stolz darauf in dieser Abstimmung zur Anerkennung der Palästinenser im Unterhaus durch diese Teilungs-Lobby zu gehen und ich wollte sagen, dass ich zu der Stimmabgabe an diesem Tag stehe.“[5] Als Labours Schatten-Außenminister ist Benn mit dem Nahen Osten ausreichend vertraut, um sich durchaus bewusst zu sein, dass er, als er seine Stimme abgab, genau das tat, was er an seinen Gegnern in seiner Rede zu Luftangriffen in Syrien verurteilte. Als er für die Anerkennung Palästinas stimmte, „ging er auf der anderen Seite der Straße“, wobei er gewollt ignorierte, dass die größte Palästinenser-Partei Hamas Islamo-Nazis sind und dass ihre Charta den Völkermord an Israelis und Juden fordert.

Benn ignorierte auch, dass die zweitgrößte Palästinenserfraktion Fatah und ihr Führer Mahmud Abbas die Mörder israelischer Zivilisten auf viele Weisen verherrlicht und weiterhin zur aktuellen terroristischen Mordserie anstachelt. In der Debatte zu Syrien sagte Benn über ISIS: „Sie verachten uns. Sie verachten unsere Werte, sie verachten unsere Überzeugungen zu Toleranz und Anstand, sie verachten unsere Demokratie – die Regeln, nach denen wir unsere Entscheidung heute Abend treffen.“[6] All das kann gleichermaßen über die Palästinenser gesagt werden, deren nicht existenten Staat er anerkennt.

Während Benn jetzt die extreme Bombardierung von ISIS unterstützt, einer Organisation, die zwar üble Absichten äußert, aber selten britische Bürger angreift, fand er keinerlei Unterstützung für Israel, als es endlich auf die vielen Raketen reagierte, die die Hamas über die Jahre ins Land schoss, bis Israel schließlich im Sommer 2014 massiv zurückschlug. Benn hatte das Gefühl, dass Israel seine Hände über Sanktionen auf britische Militärexporte gefesselt bekommen und den Streit per Diskussionen mit den Islamo-Nazis von Hamas und Fatah lösen müsse.[7] Vielleicht sollten seine Wähler ihn fragen, warum er dafür stimmte die Bombardierung des Islamischen Staats zu forcieren, statt sich anzubieten in die ISIS-Hauptstadt Raqqa zu reisen und zu versuchen den Streit durch politischen Dialog zu lösen.

Der unaufrichtige Benn und der Terroristen-Sympathisant Corbyn repräsentieren zwei Aspekte des weit verbreiteten Verfalls in vielen sozialdemokratischen Parteien Europas.

Die Verwendung des Begriffs „Terroristen-Sympathisant“ in diesem Zusammenhang wurde am Tag vor der Parlamentsdebatte von Premierminister David Cameron geprägt, der zu den wenigen neuen konservativen Abgeordneten sprach, die gegen die Involvierung der Regierung in Syrien waren. Er warnte sie, sie sollten nicht mit „Jeremy Corbyn und einem Haufen Terroristen-Sympathisanten“ stimmen.[8] Während der Debatte gab es mehrere Forderungen von Abgeordneten aus der Labour und der Scottish National Party Cameron solle sich für den Gebrauch dieses Ausdrucks entschuldigen. Der Premierminister lehnte das ab, milderte aber seine Äußerung damit, dass er sagte, es liege „Ehre“ sowohl für als auch gegen militärisches Handeln zu stimmen.[9] Später sagte Bildungsministerin Nicky Morgan in der BBC, Corbyn und ein Schatten-Schatzkanzler John McDonell wirkten auf sie wie Terroristen-Sympathisanten.[10]

Dass Cameron den Begriff „Terroristen-Sympathisanten“ für Gegner britischer Luftangriffe auf ISIS in Syrien benutzt, wirft Fragen zur Zaghaftigkeit israelischer Politiker auf. Sie machen selten ähnliche Äußerungen über die vielen antiisraelischen, Hass verbreitenden Politiker, einseitigen Medien, NGOs, linken Kirchenführer und Gewerkschafter, so verdient die Bezeichnung auch wäre. Diese Hetzer verurteilen Israel und schweigen zu palästinensischem Islamo-Nazismus und diejenigen, die das Töten von Zivilisten verherrlichen.

Andere diese Debatte umgebende Elemente betreffen ebenfalls israelische Interessen. Es gibt immer noch Israelis, die glauben Großbritannien sei das Land des Fair Play. Sowohl vor wie auch nach der Abstimmung gab es beträchtliche Bedrohungen und Beleidigungen – die sich nicht auf die sozialen Medien beschränkten – gegen Labour-Abgeordnete, die die Regierung unterstützten. Fotografien toter syrischer Kinder wurden unter den Türen einiger MPs durchgeschoben. Nach seiner Rede wurde Benn als Mörder beschimpft und erhielt über die sozialen Medien Morddrohungen. Die Abgeordnete Stella Creasy wurde einem Twitter-Eintrag ausgesetzt: „Genießen Sie den Schlaf, wenn das erste Kind stirbt. Vielleicht können Sie eine seiner Gliedmaßen als Souvenir behalten?“ MP Neil Coyle sagte: „Ich habe mehrere Bedrohungen meiner Sicherheit erhalten und eine der Polizei gemeldet. Es ist für mich das erste Mal, mit Gewalt von Leuten bedroht zu werden, die behaupten Pazifisten zu sein.“[11] Der Holocaust wurde ebenfalls in die Drohungen eingebaut. Ein Labour-Mitglied sagte, die ehemalige Kandidatin Liz Kendall und andere sollten eine naziartige „Endlösung“ erleiden.[12]

Während der Debatte wurde gefragt, warum es ISIS trotz allen bisherigen Luftangriffen westlicher Streitkräfte immer noch gibt. Nach der Debatte sagte Verteidigungsminister Michael Fallon voraus, dass die Bombardierung in Syrien mindestens drei Jahre dauern würde.[13] Das ist vielleicht ein Beispiel für britisches Understatement. Die Debatte macht klar, dass der Westen keine genaue Strategie hat, um die Herrschaft von ISIS über ein Gebiet zu beenden. Da diese radikalmuslimische Bewegung auch für Israel eine Bedrohung ist, ist es wichtig zu erkennen, dass ISIS wahrscheinlich noch einige Jahre da sein wird.

[1] Michael Wilkinson: Jeremy Corbyn: Syria air strikes are “another ill-fated twist in never-ending war on terror”. The Telegraph, 2. Dezember 2015.

[2] Tamara Cohen: I might have given cash to Holocaust denier, says Corbyn: Labour leadership candidate admits attending “two or three” events but was unaware of his views at the time. The Daily Mail, 18. August 2015.

[3] Ben Riley-Smith/Michael Wilkinson: Syria airstrikes vote: Britain to begin bombing within hours after MPs overwhelmingly back action. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[4] Col Tim Collins: Hilary Benn’s speech was the speech of a true leader. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[5] Jon Stone: The Palestinian people have the right to a state, says Labour’s Hilary Benn. The Independent, 5. Oktober 2015.

[6] Ben Riley-Smith/Michael Wilkinson: Syria airstrikes vote: Britain to begin bombing within hours after MPs overwhelmingly back action. The Telegraph, 3. Dezember 2015.

[7] Hilary Benn: Statement on Gaza. http://www.hilarybennmp.com

[8] Nicholas Watt: David Cameron accuses Jeremy Corbyn of being “terrorist sympathiser”. The Guardian, 2. Dezember 2015.

[9] Syria vote: Cameron and Corbyn clash over air strikes. BBC News, 2. Dezember 2015.

[10] Ebenda.

[11] Martin Robinson/Matt Chorley: Labour MP who voted for Syria airstrikes calls in police after Twitter death threat as Corbyn urges party members not to bully the 66 rebels on “traitor list”. The Daily Mail, 3. Dezember 2015.

[12] Martin Robinson: Anti-war campaigners send female Labour MPs photos of dead Syrian children as they prepare to vote on airstrikes against ISIS. The Daily Mail, 2. Dezember 2015.

[13] Jon Stone: Bombing campaign in Syria set to last for years, Defence Secretary Michael Fallon says. The Independent, 3. Dezember 2015.