Als Personal von Alitalia Juden vor einem Pogrom rettete

Als in Libyen zu Beginn des Sechstage-Kriegs Krawalle ausbrachen, kam unerwartete Rettung

Yossi Melman, Ha’aretz, 6. Juni 2022

Ein Kämpfe gegen Gaddafi schaut sich die Dar Bischi-Synagoge in Tripolis an, 2011 (Foto: Reuters / Suhaib Salem)

Rom – Rund zwei Dutzend Männer und Frauen in ihren Siebzigern und Achtzigern, alle voller Emotionen, stiegen nacheinander die  Bühne hinauf. Einige hatte Probleme mit dem Gehen und ihnen wurde von jungen Familienmitgliedern geholfen. Es handelte sich um Mitarbeiter der Alitalia, die einst im Büro der Fluggesellschaft in Tripolis in Libyen arbeiteten, samt ihren Familien.

Bei der Feier, die von der Vereinigung Libyscher Juden in Italien gefördert wurde und im Mai in einem Hotel in Roms Villa-Borghese-Park stattfand, erhielten alle Urkunden der Anerkennung dafür, dass sie während des Pogroms und der Krawalle in Libyen während des Sechstage-Kriegs vor 55 Jahren 2.500 gefährdete Juden retteten.

Die meisten der Geehrten hatten nie jemandem etwas von den Ereignissen erzählt, nicht einmal der engsten Familie, die jetzt bei der Feier zum ersten Mal von ihren anteilnehmenden und mutigen Taten hörten, mit denen sie ihr eigenes Leben riskierten.

Eine Straße in der Altstadt von Tripolis, Libyen 1949. Rechts ist eine jüdische Frau, die ein Barakanas und ein Taschentuck um den Kopf trägt. (Foto: Freer / AP)

„Wir taten, was getan werden musste. Wir glaubten damals nicht und wir glauben heute nicht, dass wir Helden sind. Es war für uns alle eine offensichtliche humanitäre Tat“, sagte Umberto Vaccarini, nachdem er die Bühne verließ, in der Hand die Anerkennungs-Urkunde mit seinem Namen.

Der heute über 80-jährige Vaccarini war damals stellvertretender Manager des Alitalia-Büros in Tripolis. Jeder einzelne der jetzt nicht mehr anonymen Alitalia-Helden erhielt eine Urkunde mit seinem oder ihrem Namen und dne Worten „mit besonderer Wertschätzung“.

Die Urkunden wurden von Dr. Sileno Candelaresi überreicht, dem Präsidenten der Stiftung Goldener Löwe von Venedig, die auch die Preise beim renommierten Filmfestival der Stadt verleiht.

Dr. Sileno Candelaresi, Präsident der Stiftung Goldener Löwe (2. v.l.) neben Walter Arbib und Umberto Vaccarini bei der Feier zur Ehrung des Alitalia-Personals, das Juden half im Juni 1967 aus Libyen herauszukommen. (Foto: Yossi Melman)

Jahrelanger Kampf

Die ersten Juden kamen nachweislich vor rund 2.800 Jahren nach Libyen und ließen sich an der Mittelmeerküste nieder. Im Lauf der Jahre fanden weiter Juden ihren Weg dorthin, als die Region nacheinander von den Römern, den Byzantinern, den Spaniern, den Arabern, den Türken und die Italienern erobert wurde. Jeder Eroberung hinterließ ihr Zeichen bei der örtlichen jüdischen Gemeinschaft – aber der größte Eindruck wurde von der italienischen Besatzung hinterlassen, die 1911 begann.

Unter italienischer Herrschaft  erweiterte die jüdische Gemeinschaft sich und blühte auf; viele Juden wurden wohlhabende Grundbesitzer. Jedenfalls bis 1936.

Die Urkunde mit der Anerkennung des Muts des Alitalia-Mitarbeiters Umberto Vaccarini. (Foto: Yossi Melman)

Unter Benito Mussolini erließ das damals faschistische Italien die Rassengesetze, die Juden verbot Universitäten zu besuchen, Arbeitsplätze bei der Regierung zu haben und bei Ausschreibungen Gebote abzugeben; Juden, die ausländische Staatsbürgerschaft hatten, was bei vielen der Fall war, wurde verboten das Land zu verlassen.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs verschlimmerte ihre Lage sich und die libyschen Juden lebten in sehr harten Umständen. Juden, die die Staatsbürgerschaft alliierter Länder hatten, wurden ausgewiesen und andere wurden in Internierungslager, Arbeitslager und Konzentrationslager gesteckt. Rund 500 starben im Lager Giado (alias Jado) im westlichen Libyen und hunderte weitere wurden nach Italien geschickt und von dort in die Konzentrationslager Bergen-Belsen in Deutschland und Reichenau in Österreich deportiert.

Erst im Oktober 2010, nach einem Jahre dauernden Kampf, stimmte die israelische Regierung endlich zu Holocaust-Überlebenden aus Libyen Entschädigungen im Rahmen der Beihilfefähigkeits-Kriterien gemäß des Gesetzes für die Opfer von Nazi-Verfolgung von 1957 zu gewähren.

Ein Alitalia-Flugzeug rollte auf dem internationalen Flughafen von Rom. Die nationale Fluggesellschaft Italiens spielte eine nicht bekannt gemachte Rolle bei der Rettung vieler 1967 in Libyen festsitzender Juden. (Foto: Alessia Pierdomenico / Bloomberg)

Im Dezember 1942 befreiten die Briten und Alliierten Libyen und Tunesien von der deutsch-italienischen Besatzung und das Leben der Juden war schienbar wieder in geordneten Bahnen. Aber nicht lange. 1951 wurde Libyen unabhängig und wurde zu einer konstitutionellen und vererblichen Monarchie erklärt. Noch davor, besonders nach Beginn des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948/49, hatten die Beziehungen zwischen Juden und den libyschen Behörden allerdings eine Wende zum Schlimmeren genommen und von Zeit zu Zeit gab es Krawalle und Ausbrüche von Gewalt gegen Juden.

Libyen wurde für Juden allmählich zu einem gefährlichen Ort. Rudn 38.000 Juden wohnte 1948 in Libyen, aber sieben Jahre später waren nur 7.000 übrig. Die meisten derer, die weggingen, waren nach Israel ausgewandert, während eine Minderheit nach Italien zog. Die Juden, die in Libyen blieben, wurden von den Regierungen von König Idris regelmäßig schweren Schikanen ausgesetzt.

Am 5. Juni 1967, dem Tag des Ausbruchs des Sechstage-Kriegs, versammelten sich hunderte Araber auf den Straßen von Tripolis und setzten jüdische Geschäfte und Wohnhäuser in Brand.

Zivile Gefangene mit erhobenen Armen, als die israelische Armee im Juni 1967 die Altstadt von Jerusalem betrat. (Foto: Fondation Gilles CARON/Gamma-Rapho via Getty Images)

Die Polizei war nicht in der Lage die Mobs zu kontrollieren und der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Es war nicht ungewöhnlich festzustellen, dass Polizisten mit den Randalierern kollaborierten oder nicht eingriffen, um sie vom Wüten abzuhalten. An diesem Tag wurden 60 Prozent der privaten und öffentlichen Aktiva abzuhalten. Die Synagoge Bet El und ihre 10 prachtvollen, mit Silber und Elfenbein dekorierten Thora-Rollen wurden zusammen mit hunderten religiöser Bücher und Judaica am Tag der Krawalle komplett zerstört.

Während des Pogroms, das mehrere Tage anhielt, wurden mindestens zehn Juden getötet und Dutzende weitere verletzt. Aus Angst um ihr Leben versteckten sich die Juden ihren Häusern. Sie wagten sich nicht herauszukommen und ihre Vorräte schwanden stetig dahin.

Juden mit ausländischer Staatsbürgerschaft flehten die Botschaften und Konsulate dieser Länder um Hilfe an, aber diese konnten nicht viel tun. Und dann, auf der Höhe des Terrors, kam die Rettung aus einer unerwarteten Quelle. Sein Name war Renato Tarantino – ein nichtjüdischer Italiener, der das Alitalia-Büro in Tripolis leitete und echten Adel und Mitgefühl an den Tag legte, als er wah, was in der Stadt geschah.

Überlebende Mitglieder der Familie Tarantino nehmen für Renato Tarantino die Urkunde im Empfang; er leitete in den 1960-er Jahren das Alitalia-Büro in Tripolis (Libyen). (Foto: Yossi Melman)

Vor Hass schäumend

Tarantino und sein Stellvertreter, Vaccarini, machten sich sofort daran so viele Juden wie möglich zu retten, zusammen mit anderen Alitalia-Mitarbeitern, die beeindruckende Kreativität zeigten. Unter Verwendung ihres Status und ihrer Verbindungen im Land führten sie eine Reihe Listen, direkt unter der Nase der libyschen Behörden.

Sie retteten verzweifelte Juden, die es irgendwie in der Hoffnung zum Flughafen geschafft hatten ein Flugticket zu kaufen, nur um festzustellen, dass sie von libyschen Gepäckträgern umgeben waren, die vor Hass schäumten und sie verfluchten und anspuckten. Die Alitalia-Mitarbeiter schirmten die Juden körperlich ab, schlugen die Randalierer zurück und setzten die Juden in ihre Autos und fuhren sie in Sicherheit.

Bei anderen Gelegenheiten setzten sie die Juden in die erste Reihe. „Wir erfanden Ausreden, um Passagiere von Flügen zu nehmen und wir setzten die Juden an Bord, weil wir wussten, dass ihr Leben wirklich in Gefahr war“, sagte Vaccarini.

Im Inneren der Synagoge Dar al-Bischi in der ummauerten Altstadt von Tripolis in Libyen (Foto. Diaa Hadid / AP)

Er schätzte, dass die Alitalia-Mitarbeiter in diesen dramatischen Tagen rund 2.500 Juden retteten, indem sie sie nach Rom flogen.

Eine weitere List der Alitalia-Mitarbeiter ermöglichte es Juden einiges von ihrem Eigentum aus Libyen hinauszuschmuggeln. Einer dieser Juden war Victor Magiar, der heute in Rom lebt. „Die Leute von Alitalia ermöglichten es mir und meiner Familie Dutzende Tickets zu den am weitesten entfernten Zielen zu kaufen, die man sich vorstellen kann: New York, Rio de Janeiro, Miami. Als wir sicher in Rom landeten, nehm die Firma die Tickets schnell zurück und erstattete großzügig das Geld“, erinnerte er sich bei der Feier.

Ein anderes Mal beschloss das Personal, als ein Flugzeug sich auf den Start vorbereitete, zögerten sie das hinaus. Dann öffneten sie die Tür des Frachtraums, entfernten eine Menge Gepäck und brachen jüdische Passagiere an Bord, die keinen Sitz für den Flug bekommen hatten bekommen können.

„Wir sind wegen Ihres Vaters hier“, sagte Magiar der Frau, Tochter und den Enkeln des verstorbenen Renato Tarantino. „Wir werden das nie vergessen.“

Zur Vervollständigung: Der Abend wurde vom libysch-italienisch-israelisch-kanadischen Geschäftsmann und Philantropen Walter Arbib organisiert. Sein Familienheim wurde bei dem Pogrom niedergebrannt und er und seine Mutter Yolanda wurden Dank Tarantino gerettet.

Israel hilft Gazaner bei Flucht aus der Ukraine

David Lange, Israellycool, 2. März 2022

Der ehemalige US-Botschafter in Israel David Friedman hat das folgende Foto samt Erklärung getwittert, das die Herzen aller vernünftigen Menschen erwärmen muss – während es dafür sorgt, dass bei den Israelhassern das FITH-Syndrom wieder einmal aufflammt.

Ein Student aus Gaza flog aus der Ukraine, als der Krieg begann. Er überquerte die Grenze nach Moldawien und sah zwei Freiwillige von Hatzalah mit einer Israelflagge auf ihrem Auto. Als er ihre Flagge sah, ersuchte er sie sofort um Hilfe und sie sorgen dafür, dass er nach Hause kommt. (Bild unten) Kann man nicht erfinden!

David ist ein Verwalter von United Hatzalah, der Gruppe israelischer freiwilliger Ersthelfer, die so ziemlich überall an der Grenze Moldawiens zur Ukraine und andernorts eingesetzt werden, von denen einige in diesem Foto zu sehen sind. Und sie haben seinen obigen Tweet retweetet, was andeutet, dass er tatsächlich zeigt, was er behauptet.

Nicht, dass wir überrascht sein sollten. Es ist nicht so, als sei es das erste Mal, dass ein angeblicher „Feind“ entdeckt hat, dass wir jedem helfen, dem wir helfen können:

Ein Staatsbürger des Libanon, der mit einer Gruppe arabischer Israelis in der Ukraine war, sagte mir, er bekomme keine Hilfe zu fliehen. Also sagte ein israelischer Beamter jetzt in Reaktion: „Wir haben kein Problem damit Libanesen oder auch anderen arabischen Bürgern zu helfen. Er kann in den israelischen Bus einsteigen.“

Aber die Hasser werden weiterhin verzweifelt versuchen alles zu verdrehen, was wir tun, um Leben zu retten:

Hinter der „Hilfe“ für Ukraine-Flüchtlinge profitiert Apartheid-„Israel“ vom Krieg zwischen der Ukraine und Russland.
„Israel“ füttert sein Apartheid-Regime durch die Erhöhung der Zahl der Kolonialsiedler.


* Fucked in the Head-Syndrome

Etwas humanitäre Arbeit Israels durch die Augen einer Frau aus Kenia

David Lange, Israellycool, 7. Februar 2021

Eine Kenianerin hat in den sozialen Medien für Wellen gesorgt; sie sprach über Kompetenzen der Landwirtschaft in der Wüste, die sie in Israel erlernte und die sie jetzt, zurück in Kenia, gut einsetzen kann.

Rachel Ngina hat die Nutzer sozialer Medien mit ihren landwirtschaftlichen Fähigkeiten im Landkreis Turkana bezaubert.

Hätte jemand vor sechs Jahren angedeutet, dass sie ausgezeichnet Landwirtschaft betreiben würde, hätte sie sich darüber ausgeschüttet vor Lachen.

2017 wurde Ngina für ein Studentenprogramm des Arava International Centre for Agricultural Training (AICAT) in Israel angenommen, das für Studenten der Landwirtschaft eingerichtet ist.

Elf Monat lang studierte sie, wie man Feldfrüchte wie Zwiebeln, Kürbisse, Pomelos, Wassermelonen und einige andere unter trockenen Bedingungen anbaut.

Ngina kam im Juni 2019 aus Israel zurück nach Hause. Sie ruhte sich zwei Wochen aus, dann machte sie sich auf nach Turkana.

„In Turkana schloss ich mich einer israelischen NGO an, die mit AICAT verbunden ist und den Menschen in Turkana helfen will die unsichere Lebensmittellage zu überwinden“, sagt sie.

Ngina ist 25 Jahre alt. Von Statur ist sie klein und schlank, aber im Kopf ist sie gut ausgestattet. Sie arbeitet als Freiwillige bei der NGO Furrows in the Desert. Zu ihrer Arbeit gehört die Ausbildung von Einwohnern Turkanas, wie sie beim Anbau von Feldfrüchten trotz des harten Klimas ausgezeichnete Leistungen bringen können.

„Ich wuchs mit dem Bild von Hunger in Turkana auf. Wenn Sie Turkana erwähnen, dann ist das erste, was mir durch den Kopf geht, dass die Leute sterben, weil sie keinen Zugang zu Lebensmitteln haben. Israel lehrte mich, dass Anbau nicht vom Klima abhängt. Ganz Israel ist eine Wüste – mit durchschnittlichen Tagestemperaturen, die fast 50°C erreichen. Alles, was in Israel wächst, wird fachmännisch gewässert und gepflegt. Das Land hat genügend Lebensmittel.

Verglichen mit Israel ist Turkana ein viel besserer Ort für Landwirtschaft, bedenkt man, dass Israel teilweise Mutterboden importiert, um Landwirtschaft zu betreiben. Als ich beschloss nach Turkana zu gehen, hatte ich das starke Gefühl, dass die örtlichen Einwohner von dem profitieren würden, was ich beim AICAT über Landwirtschaft gelernt hatte“, sagt sie.

Furrows in the Desert, sagt Ngina, bietet den Menschen in Turkana kostenlose Ausbildung zu Feldfrucht-Anbau. Jeder Praktikant bekommt bei Beendigung des Kurses einen kompletten Satz Bewässerungsausrüstung. „Der Satz besteht aus einer Pumpe, Sicherheitsausrüstung, Schläuchen zur Tröpfchenbewässerung und einem Speichertank“, sagt sie.

Tröpfchenbewässerung, sagt sie, liefert die exakte Wassermenge, die die Feldfrüchte benötigen. Das Wasser wird zudem direkt an die Pflanze gebracht und so Verschwendung enorm reduziert.

Lesen Sie den ganzen Artikel (s. unten: Absolventin kommt mit großen Ideen für das trockene Turkana aus Israel zurück).

Der Staat hat zudem einen interessanten Text über Racheals Arbeit mit dem Titel Women of passion: I visited Israel and got a passion to save the Turkana through farming veröffentlicht.

Die Hasser werden eine problematische Zeit haben die Menschen zu überzeugen, dass diese irgendwie „Agrikultur-Washing“ oder „humanitarian washing“ ist, bedenkt man, dass dies alles von Racheal kommt!

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Absolventin kommt mit großen Ideen für das trockene Turkana aus Israel zurück

Gardy Chacha, FarmKenya, 6. Februar 2021

Rachel Ngina hat im Kreis Turkana die User der sozialen Medien mit ihren landwirtschaftlichen Kenntnissen begeistert.

Ngina wuchs in Kayole auf – das vom Betondschungel der Stadt Nairobi umgeben ist. Landwirtschaft war ihr so fremd wie Kayole es jemandem vom Lande sein würde.

Nach der Highschool wollte sie an der Universität Handel studieren. „Ich begann dort als normale Studentin. Ich hatte 39 Punkte. Aber um Handel studieren zu können, brauchte ich 40“, sagt sie.

Landwirtschaftskurse waren hingegen machbar. Statt komplett auf eine Universitätsausbildung zu verzichten, entschloss sie sich an der Egerton University Gartenbau zu studieren.

Gartenbau klang lebhaft und weniger bauernhofintensiv. Nur musste sie in den ersten Wochen feststellen, dass zum Lehrplan gehörte, dass sie tatsächliche landwirtschaftliche Tätigkeiten wie Pflügen, Unkraut jäten, beschneiden usw. ausüben muss.

„Ich wollet diese Art von Arbeit nicht machen. Ich hatte mich nie damit gesehen. Ich wusste sofort, dass ich das nicht überleben würde“, sagt sie.

Sie wechselte die Seiten und ging zur Agrarwirtschaft über. „Ich sagte mir, dass ich mit Geschäft in der Landwirtschaft klarkommen würde, aber nicht mit der eigentliche Landwirtschaft“, sagt sie.

2017 wurde Ngina für ein Studienprogramm für Studenten der Landwirtschaft am Arava International Centre for Agricultural Training (AICAT) in Israel angenommen. „Ich verschob mein letztes Semester an der Universität auf 2018 und nahm an dem Programm teil.“

Elf Monat lang studierte sie, wie man Feldfrüchte wie Zwiebeln, Kürbisse, Pomelos, Wassermelonen und einige andere unter trockenen Bedingungen anbaut.

Was interessierte sie an dem Programm? Das weiß sie selbst nicht.

Sie erfüllte jedoch ihre Verpflichtungen als Studentin: Teilnahme am Unterricht und sogar die Erledigung von Landarbeit. Dafür erhielt sie ein Diplom in allgemeiner Landwirtschaft.

Ngina kam im Juni 2019 aus Israel nach Hause zurück. Sie machte zwei Wochen Pause und machte sich dann auf nach Turkana. „In Turkana schloss ich mich einer israelischen NGO mit Verbindungen zu AICAT an, die den Menschen von Turkana helfen will Lebensmittelunsicherheit zu überweinden“, sagt sie.

Es ist mehr als ein Jahr vergangen, seit Ngina nach Turkana ging. Sie liebt jede Einzelheit ihrer Arbeit. Ironischerweise gehört zu ihrer Arbeit ein großer Teil echter bäuerlicher Arbeit: Bodenbearbeitung mit einer hacke, Rinnen mit einem Panga ziehen, harten Boden mit gegabelten Jembe aufbrechen und so weiter. „Heute liebe ich es“, sagt sie, ohne genau u wissen, warum sie es früher hasste.

Ngina ist 25 Jahre alt. Von Statur ist sie klein und schlank, aber im Kopf ist sie gut ausgestattet. Sie arbeitet als Freiwilige bei Furrows in the Desert – der NGO.

Ihre Arbeit beinhaltet die Ausbildung der Einwohner von Turkana, wie sie Feldfrüchte trotz des harten Klimas hervorragend anbauen können. „Ich wuchs mit dem Bild des Hungers in Turkana auf. Wenn Sie Turkana erwähnen, dann sind sterbende Menschen das erste, was mir vor Augen steht, weil sie keinen Zugang zu Lebensmitteln haben. Israel lehrte mich, dass Anbau nicht vom Klima abhängt. Ganz Israel ist eine Wüste – mit Temperaturen, die tagsüber fast 50°C erreichen. Im Vergleich zu Israel ist Turkana ein viel besserer Ort für Feldanbau, bedenkt man, dass in Israel mancherorts Mutterboten importiert wird, um darauf Landwirtschaft zu betreiben. Als ich beschloss nach Turkana zu gehen, hatte ich das starke Gefühl, dass die Leute vor Ort von dem profitieren würden, was ich bei AICAT über Feldanbau gelernt hatte“, sagt sie.

Landwirtschaft in Trockengebieten, sagt sie, ist nicht nur möglich: Es wird in vielen Teilen der Welt auch gemacht.

Ein Teil ihrer Arbeit in Turkana besteht darin den Menschen zu erklären, wie sie das hinbekommen. Also sagt sie, wie es gemacht wird.

Sie brauchen Wasser

Trockene und halbtrockene Bereiche (ASAL – Arid and Semi-Arid Areas) in Kenia leiden unter Wasserknappheit. Feldfrüchte-Anbau ist ohne Wasser unmöglich. In ASAL-Bereichen können Wasserquellen Ströme und Flüsse sein. Aber diese sind oft saisonal. Brunnen haben sich manchmal als nützlich erwiesen, aber sie können nur in Grenzen Wasser liefern.

Die beste Lösung für Wasser, sagte Ngina, wäre ein Tiefen-Bohrloch: hunderte Meter unter der Oberfläche.Tiefen- Bohrlöcher produzieren das ganze Jahr über jede Menge Wasser.

In Turkana hat Furrows in the Desert sich mit Missionaren des heiligen Paulus zusammengetan, die nach Angaben von Ngina gelernte Bauern ansiedeln und Tiefen-Bohrlöcher für sie graben. „Ein Bohrloch zu graben ist teuer: Eine Durchschnittsperson könnte sich das nicht leisten. Da kommen Organisationen wie die Missionare des Heiligen Paulus ins Spiel“, sagt Ngina.

Besorgen Sie sich ein Tröpfchen-Bewässerungssystem

Furrows in the Desert, sagt Ngina, sorgt für kostenlose Ausbildung zu Feldfrüchte-Produktion durch die Menschen von Turkana. Jeder Praktikant bekommt bei Beendigung des Kurses einen kompletten Bewässerungssatz. „Die Sätze bestehen aus einer Pumpe, Sicherheitsausrüstung, Schläuche für Tröpfchenbewässerung und einem Speichertank“, sagt sie.

Tröfpchenbewässerung, sagt sie, liefert die exakte Wassermenge, die die Feldfrüchte benötigen. Das Wasser wird zudem direkt an die Pflanze gebracht und so Verschwendung enorm reduziert.

Rachel Ngina ist eine 25-jährige Agrarwissenschaftlerin. Sie arbeitet als Freiwillige in Turkana, um Einheimischen Feldanbau in Trockenzonen beizubringen, was mit Bewässerung anfängt.

Sei aktiv und pack mit an. Sei nicht träge.

Sie möchten von einer Farm in ASAL-Bereichen gute Ernte einfahren? Dann sollten Sie bereit sein dafür zu arbeiten.

Trockengebietslandwirtschaft, sagt Ngina, erfordert, dass der Bauer Einsatz zeigt. „Du musst selbst dort sein; du kannst nicht jemand anderen bezahlen, damit er deine Arbeit erledigt“, sagt sie. Die für Trockengebiet-Landwirtschaft nötigen Management und Arbeit sind sowohl wichtig als auch zeitintensiv. Man kann es sich nicht leisten bequem zu sein.

Bequemlichkeit – was Ngina treffend als Landwirtschaft vom Sofa aus bezeichnet – wird natürlich zu Scheitern führen. Bei AICAT, sagt sie, nehmen Studenten einen Tag am Unterricht teil. Die restlichen Lerntage fanden auf der Farm statt. „Wir alle mussten ums um halb sechs morgens auf der Farm melden“, sagt sie. „Wir arbeiteten fast 10 Stunden auf der Farm. Von jedem, einschließlich unserer Vorgesetzten, wurde erwartet, dass sie auf der Farm arbeiten.“

Weil sie die israelische Bauernethik erlebte, ist Ngina überzeugt, dass der Grund dafür, dass viele Bauern in Kenia scheitern, der ist, dass sie dafür nicht schwitzen wollen.

Bittet um professionelle Hilfe

Nach Angaben von Ngina sind Profis – wie Agrarwissenschaftler – bei Trockengebietslandwirtschaft besonders wichtig. „Als Agrarwissenschaftlerin verstehe ich, dass auch die kleinsten Wetter-Veränderungen die gesamte Ernte kosten könnten. Für Trockengebietslandwirtschaft ist es wichtig Agronomen hinzuzuziehen, wenn Situationen entstehen, in denen sie nicht wissen, was tun ist“, sagt sie.

Agronomen beraten zu passenden Abstand, Gesundheitszustand und Fruchtbarkeit des Bodens, Wasserbedarf, Bewässerung, Seuchenkontrolle und vielen anderen Aspekten der Landwirtschaft. In Turkana ist eine der Lektionen, die Ngina ihre Schüler lehrt, biologische Schädlingsbekämpfung. Turkana ist ein ressourcenarmes Umfeld, in dem solche Fähigkeiten sich als nützlich erweisen.

Die richtigen Feldfrüchte anbauen

In Trockengebieten wird nicht jede Feldfrucht wachsen, selbst wenn sie mit Wasser versorgt wird, sagt Ngina. Es ist wichtig, dass ein Bauer angemessen beraten wird, welche Pflanzen angebaut werden sollten – Rat, der bei Bezirksregierungen vorhanden ist.

„Selbst beim Kauf von Saatgut bitten sIe um Samen die für das Klima und den Boden gedacht sind, in der du deine Feldfrüchte pflanzt“, erklärt sie.

Wenn es nicht unmöglich ist, rät Ngina, wäre es gut Bodentests durchzuführen, um die Bodengesundheit und Fruchtbarkeit festzustellen, was dann darüber Auskunft geben würde, welche Pflanzen in dem Bereich angebaut werden können.

Humanitäre IDF-Hilfsmissionen retten die Welt

Simon Plosker, HonestReporting, 20. Januar 2020

Soldaten, Reservisten und ständiges Personal retteten bei humanitären IDF-Hilfsmissionen weltweit tausende Menschen und behandelten sie medizinisch. Die erste Mission gab es 1953; die jüngste endete am 14. Dezember 2019. Der Ethos der IDF – des Staates Israel – lautet, dass menschliches Leben an erster Stelle steht. Die Such- und Rettungsteams des Heimatfront-Kommandos, Ärzte und anderes militärisches Personal reagierten schnell, effektiv und mitfühlend auf Naturkatastrophen und andere Krisen. Die IDF blieb Tage, Monate oder Jahre lang vor Ort. Die humanitäre Hilfe der DF für syrische Zivilisten, unten beschrieben, lief 5 Jahre lang.

Arten von Naturkatastrophen und anderen Krisen

  • Erdbeben
  • ein Taifun
  • ein Tsunami
  • Hochwasser
  • Bürgerkriege
  • ein geborstener Staudamm
  • ein eingestürztes Gebäude
  • Bomenanschläge

Menschen, nicht Politik

Die IDF schätzt menschliches Leben höher ein als politische oder religiöse Differenzen. Humanitäre Hilfe der IDF gründet auf jüdischen Werten. UNO-Botschafter Danny Danon sprach 2019 bei einer Ausstellung über Israels humanitäre Hilfe und Anstrengungen:

Für Israel hat Menschenleben immer Vorrang vor Politik. Die jüdische Tradition lehrt: Wenn man ein Leben rettet, dann ist das so als rettet man das gesamte Universum. Krisen und Tragödien machen keinen Unterschied, also können wir das auch nicht. Lasst uns Leben mit allen notwendigen Mitteln schützen und zusammen bauen wir eine stärkere und fürsorglichere Welt.

Schnelles Eingreifen

Die Hilfsmission der IDF war die erste vor Ort, als bei der US-Botschaft in Kenia 1998 eine Bombe explodierte und nachdem in Mexiko 2017 zwei Erdbeben 469 Menschen töteten und 250.000 Menschen obdachlos zurückließen (s. IDF-Internetseite). Danon sagte:

Trotz Jahren der Provokation und Raketenangriffe ist Israel immer als erstes da, wenn es um Menschenleben geht.

Mexico Stadt, 2017

Juan Ramón de la Fuente, Botschafter bei den Vereinten Nationen, sprach bei der UNO-Ausstellung. Er sagte:

Andere Länder können „absolut“ von Israels schneller Reaktionszeit und seiner Fähigkeit lernen vor Ort zu sein, Feldlazarette zu bauen und die notwendigen menschlichen Ressourcen und Infrastruktur nur Stunden nach einer Naturkatastrophe irgendwo in der Welt vor Ort zu haben.

Höchst effektiv

Zehn Experten aus dem Heimatfront-Kommando sorgten vom 4. bis 14. Dezember 2019 humanitäre Hilfe der IDF in Albanien, nachdem ein Erdbeben mehr als 50 Menschen tötete und 3.000 verletzte. Die IDF berichtete, dass als Folge der Hilfe Schulen und Krankenhäuser wieder öffneten und mehr als 1.600 Familien in ihre Häuser zurückkehrten.

Fürsorge

Humanitäre Hilfe der IDF verkörpert die Hingabe des Staats Israel sich um andere zu kümmern. De la Fuente sagte, Israels Hilfe unterscheide sich von der der anderen 25 Staaten, die Hilfe nach Mexiko schickten, nachdem zwei aufeinander folgende Erdbeben 2017 nicht nur für Israels „koordinierte Bemühungen Lebensmittel, Matratzen und Decken zu schicken“, sondern auch für Premierminister Netanyahus persönlichen Besuch in Mexiko und den Einsatz von 72 Ingenieuren, Rettern und anderen Experten, die die betroffenen Gebiete besuchten und Hilfe boten. De la Fuente sagte:

Wir honorieren mit unserem tiefsten Dank die Hilfe, die aus Israel kam. Die Unterstützung, die wir aus Israel erhielten, sticht aus verschiedenen Gründen heraus. Noch einmal Danke für Ihre Solidarität, Ihre effiziente Hilfe und vor allem für Ihre Freundschaft.

Nach der Hilfsmission in Albanien vom Dezember 2019 twitterte die IDF:

Nach einem verheerenden Erdbeben in Albanien schickten wir unsere Soldaten, um dem albanischen Volk in der Zeit der  Not zu helfen. Weil Freunde das tun.

Mitfühlende Langzeit-Hilfe

Das längste humanitäre Hilfsprogramm der IDF – Hilfe für Syrer – dauerte 5 Jahre. Es begann 2013 und endete 2018. Viele Aspekte dieses Projekts demonstrieren das Mitgefühl der IDF. Die Initiative begann, nachdem ein verletzter Mann über die Grenze kam um medizinische Behandlung zu erbitten. IDF-Personal behandelte ihn und während der nächsten fünf Jahre viele andere Syrer. Oberstleutnant Dr. Tomer Koller war medizinischer Offizier der Division Baschan auf den Golanhöhen. In einem auf der IDF-Internetseite veröffentlichten Artikel vom April 2017 sagte er:

Angesichts der in Syrien stattfindenden Gräueltaten… bieten die IDF-Soldaten verletzten Syrern medizinische Hilfe, wie wir es seit mehr als vier Jahren gemacht haben. Die Behandlung von verwundeten Syrern verläuft durchgehend und wird fast täglich durchgeführt. Es ist unsere Pflicht als Mitglieder des medizinischen Korps die Verletzten zu behandeln – sowohl die Verbündeten als auch den Feind. Für uns sind es verletzte Menschen, die Hilfe brauchen. Rund 2800 verletzte Syrer sind nach Israel gekommen, um medizinische Versorgung zu erhalten und die Zahl steigt weiter.

Die IDF berichtete, dass 2016 in israelischen Krankenhäusern 600 Syrer behandelt wurden.

2016 schuf das IDF-Nordkommando die Operation Guter Nachbar. Das war eine Initiative, durch die „die humanitären Hilfsbemühungen ausgeweitet“  wurden, laut IDF-Internetseite auf 200.000 Einwohner des südwestlichen Syrien. Die Operation Guter Nachbar koordinierte medizinische, infrastrukturelle und zivile humanitäre Hilfe. Über dieses programm hatten mehr als 4.900 verletzte Syrer – darunter 1.300 Kinder – Zugang zu medizinischer Behandlung in Israel. Sanitäter behandelten Syrer an der Grenze und brachten sie dann in israelische Krankenhäuser. Die IDF baute an einem Militärposten auf den Golanhöhen nahe der Grenze ein Feldlazarett. 7.000 Patienten wurden in der Tagesklinik medizinisch behandelt. Sicherheit war ein wichtiges Anliegen.

Oberstleutnant A. sagte:

 Wir haben an jedes Sicherheitsdetail dieser Anlage gedacht. Wir haben einen sicheren Bunker, den Notfall-Mitarbeiter nutzen können, Sicherheitswachen patrouillieren die Gegend und operative Aktivitäten in dem Bereich, die es dem Lager ermöglicht selbst jenseits des Zauns in absoluter Routine zu arbeiten.

Zwei medizinische Anbieter beschrieben ihre Erfahrungen. Sie sprachen während der Operation Guter Nachbar mit IDF-Reportern:

Aufgrund meiner 20-jährigen medizinischen Karriere kann ich wirklich sagen, dass die medizinische Versorgung, die unseren Nachbarn hier im  Norden Israels gegeben haben, eine der bedeutendsten Bemühungen ist die Bedürftigen zu behandeln, die ich je erlebt habe“, sagte Oberst Dr. Noam Fink, chefmedizinischer Offizier des Nordkommandos. „Ich hoffe zutiefst, dass unser Beitrag eine direkte Wirkung auf das Leben unserer syrischen Nachbarn hat.“

Eine Sanitäterin der Golani-Brigade, Feldwebel Aviya, behandelte täglich verletzte Syrer. Sie beschrieb ihre erste Begegnung als Sanitäterin:

Mein Team und ich wurden gerufen, um einen 10-jährigen syrischen Jungen zu behandeln, der durch eine Explosion auf der anderen Seite der Grenze schwer verletzt worden war. Als wir ihn trafen, waren seine Augen tränenunterlaufen und er stand unter Schock wegen allem was um ihn herum geschah – er war verletzt und durcheinander. Wir leisteten ihm Erste Hilfe und bereiteten ihn für eine schnelle Evakuierung in ein Krankenhaus in Israel vor. Als wir mit der Behandlung fertig waren, schaute das Kind auf und gab uns dieses kleine, schüchterne Lächeln. Ich verstand, dass wir gerade das Leben dieses Kindes gerettet haben könnten, aber nicht weniger wichtig: Wir schufen diese Brücke zwischen zwei Welten. Das ist das Schöne daran, Teil dieses Teams zu sein.

Während die Mitarbeiter der IDF humanitäre Hilfe leisteten, kümmerten sie sich um die Grundbedürfnisse der Einzelnen. Essen, Sauberkeit, die Möglichkeit zu spielen. Oberstleutnant A. beschrieb die Erfahrungen der Syrer in der Klinik. Er sagte:

Nehmen Sie z.B. eine syrische Mutter, die mit ihren Kinder kommt. Am Ende des Tages verlässt sie die Klinik mit gesünderen Kindern und einem Hilfskit des Staates Israel, zu dem Lebensmittel, Hygiene-Grundprodukte und Medikamente gehören. Zu einem Tag in der Klinik gehören auch Zeit im Spielzimmer und eine heiße Mahlzeit.

Zusätzlich zur medizinischen Versorgung gehörte zur humanitären Hilfe der IDF in der Operation Guter Nachbar infrastrukturelle und zivile Hilfe: Kraftstoff zum Heizen, Betreiben von Brunnen und Backöfen, außerdem Generatoren, Wasserleitungen und Schulausstattung. Zur zivilen Hilfe gehörten 40 Tonnen Mehl für Bäckereien, 225 Tonnen Lebensmittel, 12.000 Pakete Babynahrung, 1.800 Pakete Windeln, 12 Tonnen Schuhe und 55 Tonnen warme Kleidung.

Die humanitäre Hilfe der IDF bei der Operation Guter Nachbar veranschaulicht das Mitgefühl und den Moralkodex, der die IDF und die israelische Gesellschaft leiten.

Koller sagte:

Die Geschichte der Behandlung all derer, die sie brauchten, ist eine Geschichte der Barmherzigkeit und des Moralkodex der IDF. Obwohl wir darauf achten nicht in die internen Kämpfe in Syrien verwickelt zu werden, steht die Behandlung einer verletzten Person, die Hilfe braucht – ungeachtet der Nationalität oder von welcher Seite der Grenze sie kommen – über allem und das ist das, wer wir als Gesellschaft sind.

Die IDF beendete die Operation Guter Nachbar 2018, nachdem der syrische Diktator Baschar Assad die Kontrolle über das südwestliche Syrien zurückerlangte.

28 weitere humanitäre IDF-Hilfsmissionen

  • 1953, Ionische Inseln, Griechenland: Erdbeben. Mehr als 1.000 Tote. Die Marine half Überlebenden und stellte medizinische Hilfe zur Verfügung.
  • 1975, Kambodscha: Flüchtlinge vor dem Krieg zwischen Vietnam und Kambodscha. Einen Monat lang stellte ein Team in Lagern lebenden Flüchtlingen medizinische Hilfe zur Verfügung.
  • 1985, Mexiko: 4 Erdbeben, mehr als 10.000 Tote. Medizinische und Rettungsteams – 350 Reservisten wurden innerhalb von drei Tagen nach dem Erdbeben einberufen.
  • 1988, Armenien: Erdbeben. Fast 60.000 Menschen starben. Rettungsmannschaften retteten 14 Personen und hielten sie am Leben, bis sie in Krankenhäuser gebracht wurden. Medizinischer Nachschub.
  • 1989, Rumänien: Krawalle. Ärzte, Chirurgen und 8t medizinische Ausrüstung sowie Lebensmittel.
  • 1992, Kroatien: Bürgerkrieg. 13t humanitäre Hilfe.
  • 1994, Argentinien: Terroranschlag au feine große jüdische Organisation. 85 Tote, hunderte verletzt. Rettungs- und andere Teams.
  • 1994, Goma, Demokratische Republik Konto: Flüchtlinge aus dem Bürgerkrieg in Ruanda. Ein 270 Personen starkes Team auf einer 40-tägigen humanitären Mission der IDF – Feldlazarett, Ausrüstung, Lebensmittel und Kleidung.
  • 1998, Kenia: Bombenanschlag nahe der US-Botschaft in Nairobi. IDf schickt 170: Rettungsmannschaften und Mediziner.
  • 1999, Mazedonien: Flüchtlingskrise. IDF schickt 60, erstellt ein 100-Betten-Feldlazarett.
  • 1999, Türkei: Erdbeben. Heimatfront-Kommando rettete 12 Überlebende und baute ein Feldlazarett auf. Sie behandelten 1.200 Personen, führten 40 Operationen durch, brachten 15 Babys zur Welt.
  • 1999, Griechenland: Erdbeben. Rettungsmannschaften – stellten schweres Gerät bereit.
  • 2001, Indien: Erdbeben. Rettungsmannschaften bauten ein 100-Betten-Feldlazarett, behandelten 1.300, führten 52 Operationen durch, brachten 12 Babys zur Welt.
  • 2004, Ägypten: Terroranschlag. Medizinische und Rettungsmannschaften, blieben 3 Tage lang.
  • 2004, Sri Lanka: Erdbeben, Tsunami und Überschwemmungen. Ärzte, ein Mitglied eines Rettungsteams und ein Repräsentant des Außenministeriums. Medizinische und anderer Nachschub wurden geschickt.
  • 2005, New Orleans, USA: Hurricane Katrina. 80 Tonnen humanitäre Hilfe.
  • 2006, Kenia: ein Gebäude stürzte ein. IDF schickte 80 Rettungsleute.
  • 2010, Haiti und Dominikanische Republik: Erdbeben. IDF-Teams retteten Überlebende, bauen ein Feldlazarett. Behandelten mehr als 1.100 Patienten, führten 319 Operationen durch und brachten 16 Babys zur Welt, darunter drei mit Kaiserschnitt.
  • 2010, Kolumbien: Hochwasser und Erdrutsche. Medizinische Versorgung. 50t Ausrüstung: 20t Lebensmittel, 5.000 Medizin-Kästen, 2.000 Decken, 1.000 Ponchos, 1.000 Matratzen und 100 Zelte. Medizinische Versorgung.
  • 2011, Japan: Erdbeben und Tsunamiwellen. IDF errichtete eine Klinik mit Spezialisten für Kinderheilkund, Chirurgie, Entbindungen, Gynäkologie und eine Station für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, eine für Optometrie, ein Labor, eine Apotheke und eine Intensivstation. 220 Personen wurden behandelt.
  • 2011, Türkei: Erdbeben. IDF behandelte Überlebende.
  • 2012, Bulgarien: Terroranschlag. Hisbollah zündete eine Bombe an einem Bus mit 42 Israelis. Medizinische Versorgung und Hilfe beim Transport von Verletzten.
  • 2012, Ghana: Einsturz eines großen Kaufhauses. Experten mit Spezialisierung und Ausrüstung. 78 Personen gerettet.
  • 2013, Philippinen: Taifun. IDF schickte 148 Personen für Rettung und ärztliche Versorgung. Sie bauten ein „fortschrittliches Feldlazarett mit mehreren Abteilungen, ausgerüstet mit etwa 100t humanitärer und medizinischer Hilfe aus Israel“.
  • 2015, Nepal: Erdbeben. Ein Team aus 260 Rettungs- und medizinischem Personal. Sie bauten ein „hochmodernes“ Feldlazarett mit vielen Abteilungen. 1.600 Patienten behandelt, acht Babys zur Welt gebracht und 85 Operationen durchgeführt. Die IDF schickte 95t humanitäre Hilfe.
  • 2016 – 2018, syrische Grenze/Golanhöhen: Operation Guter Nachbar.
  • 2017, Mexiko: Erdbeben: Die IDF schickte 70 Helfer, darunter 25 Ingenieure zur Schadensfeststellung. Sie reisten am ersten Abend des jüdischen Feiertags Rosch HaSchanah nach Mexiko.
  • 2018, Golanhöhen: Rettung der Mitglieder der humanitären Organisation Weißhelme und ihrer Familien aus Syrien.
  • 2019, Brasilien: Zusammenbruch eines Staudamms. Verwendung von Marine-Sonar, Drohnen und zellularer Ortungstechnologie.
  • 2019, Albanien: Erdbeben. Ein Team au 10 Mann vom Heimatfront-Kommando. Resultat: Krankenhäuser und Schulen öffneten wieder und mehr als 1.600 Personen konnten wieder nach Hause ziehen.

IDF-Fotos von Soldaten, Reservisten und festen Personal offenbaren die machtvolle humanitäre Verbindung, die über die humanitäre Hilfe der IDF gebildet worden ist. Ein Arzt lächelt, als er ein Kleinking im Arm hält. Ein Kind umarmt einen Soldaten. Vier Israelis – einer davon trägt Handschuhe – betrachten freudig eine Mutter und ihr Neugeborenes. Das nächste Mal, wenn eine Natur- oder andere Katastrophe irgendwo in der Welt eintritt, sehen Sie in die Nachrichten. Die IDF könnte schon da sein.

25 syrische Kinder, alle hatten Riesenangst vor uns

Der Kommandeur der „Operation guter Nachbar“ erinnert sich an die Überraschung derer, denen von israelischen Soldaten geholfen wurde.

Oberstleutnant A., The Times of Israel blogs, 1. August 2017


Auf diesem undatierten Foto, das am 19. Juli 2017 zur Verfügung gestellt wurde, kümmert sich eine IDF-Soldatin als Teil des „Guter Nachbar“-Programms der Armee für syrische Zivilisten auf den syrischen Golanhöhen. (IDF-Sprecher)

Ich erinnere mich an den Beginn der Operation Guter Nachbar, als wäre es gestern. Die Wahrheit ist, dass wir ernste Zweifel hatten, ob das wirklich geschen würde – ob die Syrer tatsächlich kommen würden. Dann, um 3 Uhr morgens auf den eisekalten Golanhöhen, bemerkten wir, wie sie am Zaun entlang gingen.

Fünfundzwanzig Kinder an den Händen ihrer Mütter passierten die Tore, es erschien wie ein moderner Exodus. Der Satz „Die Syrer sind an der Grenze“ erhielt eine völlig neue Bedeutung.

Man konnte das Misstrauen in ihren Augen sehen. Müde und barfuß trafen sie in der Dunkelheit zum ersten Mal auf IDF-Soldaten, auf uns, die wir von ihrer Kultur so dämonisiert worden waren. Nach vielen Gesprächen mit einigen Syrern ist mir die Erkenntnis gekommen, dass es kein Mythos ist: Bis zu dem Tag, an dem sie unserer Hilfe erhielten, glaubten viele Syrer ernsthaft, IDF-Soldaten hätten Hörner und Schwänze.

Es war surreal eine Mutter zu sehen, die die Hand ihrer kleinen Tochter festhielt, vor Schwäche beinahe zusammenbrach. Instinktiv bemerkte einer der Golani-Soldaten, wie die Frau stolperte und sprang zu ihr, nahm das Kind in seine Arme. Plötzlich schien es, als sei die Grenze verschwunden: Es war ein Moment der Menschlichkeit, geteilt von zwei Leuten, ein Augenblick der Not einerseits und des Mitgefühls auf der anderen Seite. Einen Moment, den ich nie vergessen werde.

Seitdem sind wir weit gekommen. Diese Operation war der Beginn einer intensiven Periode humanitärer Aktivität. Jeden Tag und jede Nacht, rund um die Uhr, betrieben wir ein System, das ausschließlich Gutes tat. Wir stellten Mehl, Babynahrung, medizinische Geräte und Arzneimittel in riesigen Mengen zur Verfügung und das war nur der Anfang.

Auf der anderen Seite der Grenze gibt es einen Bürgerkrieg – den grausamsten seiner Art – und unsere Aufgabe bestand darin Geschichte zu schreiben und als diejenigen in Erinnerung zu bleiben, die das Richtige taten. Heute, mit der Perspektive, die ich aus fast einem Jahr gewonnen ahbe, erkenne ich, dass dieser allererste Augenblick am Zaun historisch war. Ein Moment, so hoffe ich, der in unserem Gedächtnis eingeprägt bleiben wird – ein Moment israelischen Stolzes und jüdischer Barmherzigkeit.

Vor allem anderen erinnere ich mich daran, dass mein Auftrag darin bestand Sicherheit garantieren – gute nachbarliche Beziehungen auf beiden Seiten der Grenze – und wir tun dies, vielleicht, auf die großzügigste Art, die möglich ist. Es ist ein große Privileg eine Einheit mit diesem Auftrag, an diesem Ort und zu dieser Zeit zu kommandieren. Uns wurde die Gelegenheit gegeben die Wirklichkeit neu zu formen und mit einer Menge Motivation und guten Leuten glaube ich, dass wir weiter unser Bestes tun werden.

Im Verlauf des vergangenen Jahres kann ich Dutzende bedeutender Moment zählen, aber einer hat sich in mein Gedächtnis eingegraben und ich glaube, es gibt nichts Angemesseneres, um diese Aktivität als „ein guter Nachbar sein“ zu beschreiben. Eine Woche nach Beginn des Winters, während eines schweren Gewitterregens, fuhren wir auf Anfrage der Syrer damit fort kranke Kinder aufzunehmen, obwohl das brutale Wetter etwas anderes vorschrieb. Am Ende fand ich mich neben einem syrischen Arzt stehend wieder, der zivile Verbindungsmann zu einem der Dörfer in der Gegend. Wir beide, pudelnass, sahen uns an und lachten.

„Ich hab dir gesagt, es wird schwierig“, sagte ich ihm.

Ohne zu zögern antwortete er mit einem Lächeln: „Jeden Tag fallen hunderte Bomben auf das syrische Volk – ein wenig Regen wird uns da nicht umbringen.“

Der Arzt wurde ernst: „Jedes Mal, wenn ihr bereit seid uns aufzunehmen“, sagte er, „werden wir kommen.“

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Der Autor ist der Kommandeur der Operation Guter Nachbar der IDF, die humanitäre Hilfe für Syrer anbietet, die im blutigen Bürgerkrieg in ihrem Land Schaden erleiden. Die IDF untersagt seine Identität preiszugeben (Foto des Autors für rein illustrative Zwecke).

Israelis begleiten palästinensische Patienten vom Gazastreifen zu Krankenhäusern in Israel

Fast jeden Tag kommen israelische Freiwillige der Organisation „Straße zur Genesung“ an den Übergang Erez, um palästinensische Patienten aus dem Gazastreifen zu Krankenhäusern in Israel zu transportieren, wo sie medizinisch behandelt werden.

COGAT (Coordination of Government Activities in the Territories), 6. Juli 2018

Der Übergang Erez ist der Hauptübergang zur Ausreise für Gazaner in die Welt. Jeden Tag betreten oder verlassen hunderte Menschen den Gazastreifen, selbst in schwierigen Zeiten, wenn Terrororganisationen im Gazastreifen Raketen auf Israel schießen. Trotz der Probleme, der Störungen, der Terrorakte und der Sicherheitslage ist der zentrale Grund des Übergangs Erez geöffnet zu bleiben der humanitäre. Israel gestattet Gazanern, die medizinische Behandlung benötigen, die Reise zu Krankenhäusern in Israel, palästinensischen Krankenhäusern in Judäa und Samaria und auch im Ausland.

Nehmen wir z.B. die letzte Woche (22.05.2018). Hedva, eine dreifache Mutter und fünffache Großmutter, kam morgens zum Übergang Erez und wartete auf vier Gazaner – zwei Patienten mit ihren beiden Begleitpersonen. Hedva ist eine von hunderten Freiwilligen der Organisation „Straße zur Genesung“, die hilft Palästinenser aus dem Gazastreifen und Judäa-Samaria zu Krankenhäusern in Israel zu bringen, wo sie passende medizinische Behandlung, medizinische Untersuchungen und stationären Aufenthalt erhalten.

Hedva sagt, in den sechs Jahren, die sie Mitglied von „Straße der Genesung“ ist, hat sie viele palästinensische Patienten zu verschiedenen Krankenhäusern in Israel gebracht und eine freundschaftliche Beziehung zu einigen von ihnen entwickelt. Sie erzählt z.B. von einem Hebräisch sprechenden Jungen aus Gaza, der bereits ein Freund ihres Enkels ist und jedes Mal, wenn er zur Behandlung nach Israel kommt, trifft er Hedva und spielt mit ihrem Enkel.

Gegen 11 Uhr kamen die vier Gazaner, auf die Hedva wartete, durch den Übergang Erez. Sie nahm sie mit zum Zug und von dort fuhren sie weiter zum Assuta-Krankenhaus, so dass die beiden Patienten ihre geeignete Behandlung bekommen konnten, die sie verdienten. Solche einfachen und bewegenden Geschichten über gute Menschen, die Menschen kostenfrei helfen, ungeachtet der Religion oder Nationalität, der sie angehören, finden am Übergang Erez jeden Tag statt. Einer der Begleiter aus dem Gazastreifen, der mit Hedva reiste, fasst dies gut zusammen: „Was humanitäre Arbeit angeht, gibt es so etwas wie Israelis oder Palästinenser nicht, nur Menschen.“