Der „Dennoch“-Club und die Welt

Amir Taheri, Asharq al-Awsat, 25. September 2020

Die letzten Jahre hat sich den Außenminister der Islamischen Republik Mohammed Javad Zarif zu Gast zu haben in ein jährliches Ritual des Council on Foreign Relations (CFR) entwickelt. Dieses Jahr entfachte die Einladung Zarifs durch das CFR jedoch einen Proteststurm jenseits der Blase, in der die amerikanischen Außenpolitik-Junkies spielen, sich ihren Fantasien hingeben und ihre Hauptaufgabe erledigen – Spenden sammeln.

Den Sturm triggerte der vorgeworfene Mord an Navid Afkari, einem beliebten Ringer-Meister und pro-demokratischem Protestler in einem Gefängnis in Teheran. Die Tötung schickte Schockwellen durch den gesamten Iran, einschließlich einiger Elemente des khomeinistischen Establishments.

Das CFR erhielt viele E-Mails und Anrufe, mit denen als Anteilnahme für die Iraner die Ausladung Zarifs gefordert wurde.

Das CFR lehnte es jedoch ab dem nachzugeben. Sein Direktor Richard Haas, ein ehemaliger Vertreter des Außenministeriums, veröffentlichte diesen Tweet: „Wie viele andere verurteile ich die Hinrichtung von Navid Afkari. Ich bin auch der Ansicht, dass Menschenrechte eine wichtige Dimension der US-Außenpolitik ist. Dennoch glaube ich, dass das CFR gut daran tut sich mit dem Außenminister des Iran zu treffen.“

Der Tweet beinhaltet interessante Indikatoren dazu, wie Haas versucht dem Problem aus dem Weg zu gehen. Er stellt Afkaris Tötung als gerichtliche „Hinrichtung“ dar, womit er es Zarif ermöglicht zu sagen: „Nun, in einigen Staaten der USA habt ihr auch Hinrichtungen.“ Die Obrigkeit in Teheran selbst spricht hingegen von „qissas“ (Vergeltung), während Afkaris Anwälte darauf bestehen, dass weder er noch sie informiert wurden, dass es eine Hinrichtung gibt. Als nächstes versucht Haas Zarifs Image abzumildern, indem er ihn als Außenminister des „Iran“ statt der „Islamischen Republik“ vorstellt.

Der interessanteste Teil von Haas‘ Tweet ist das „dennoch“, denn es stellt Afkaris tragisches Ende und die angebliche Achtung des CFR für Menschenrechte auf dasselbe Niveau wie die Bedeutung einem khomeinistischen Propagandisten eine Plattform zu bieten. Die Rechtfertigung lautet: „Dennoch müssen wir die andere Seite anhören.“

Selbstverständlich hat das CFR den „Dennoch“-Club nicht erfunden, dessen Mitglieder moralisch nicht fähig sind – Aristoteles sagte „akates“ – zu begreifen, dass es falsch ist Gleichwertigkeit zwischen einer ethisch gesunden Haltung und ihrer sophistischen Negierung vorauszusetzen.

Haas‘ „dennoch“ erinnert an andere „dennochs“ in Literatur und Geschichte.

Achilles sagt am Ende des Trojanischen Krieges zu Priamos: „Dennoch, alter Mann, warst auch du einmal glücklich.“

Im November 1938, ein paar Tage nach der Kristallnacht, berichtete der französische Botschafter in Berlin Robert Coulondre das Ereignis nach Paris; er beschrieb die Grausamkeit im Herzen Europas und schloss: „Dennoch (néanmoins auf Französisch) sollte man für deutschen Groll gegen die Juden Verständnis haben.“

Westliche Intellektuelle, die die Sowjetunion unter Stalin besuchten, gaben stillschweigend zu, dass vom Regime Tausende getötet wurden und man Millionen verhungern ließ; sie nutzten den „dennoch“-Talismann aber, um zu zu dem Schluss zu kommen, dass in dieser besten aller Welten alles zum Besten war.

Der britische Abgeordnete Konni Zilliacus nutzte „dennoch“ als erster, um seine Bewunderung für Stalin zu rechtfertigen und setzte es dann, nachdem Nikita Chruschtschow den Personenkult des Tyrannen anprangerte, gegen ihn ein. Edgar Snow war nicht kurzsichtig genug, die Grausamkeiten der von seinem Idol Mao Tsetung losgelassenen Banden nicht zu bemerken. Aber auch er rechtfertigte unter Nutzung des „dennoch“ seine Rolle des Propagandisten für die chinesischen Kommunisten in den USA.

Der französische Journalist Jean Lacoutre nutzte „dennoch“, um seine Unterstützung für die Roten Khmer in Kambodscha zu rechtfertigen. Ja, die Khmer töteten Millionen. Dennoch konnten wir sie nicht verurteilen, weil sie gegen den amerikanischen Imperialismus kämpften, was ja immer eine edle Sache ist.

Vor Jahren fragten wir den deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, warum er vorgab die Islamische Republik in Teheran sei einfach so wie jedes andere Regime, wenn auch ein wenig unartiger. Er behauptete, trotz haufenweise vorhandener Beweise gebe dennoch nicht genug Informationen, um das zu beurteilen.

Einige Mitglieder des „dennoch“-Clubs nutzen die Suche nach „mehr Informationen“ als Rechtfertigung für einen „kritischen Dialog“ mit dem khomeinistischen Regime und andere schräge Akteure auf der internationalen Bühne. Sie erinnern an Jacob Bernhardts Spott über die, die „unerwünschte Fakten und nutzlose Informationen“ suchen (auf gut Deutsch: Quisquilienforschung betreiben).

Auch Haas spricht davon, dass Zarif zuzuhören uns helfen würde die Machtstruktur des khomeinistischen Regimes zu verstehen. Und das erinnert an Montaignes Witz: „Sie sind wunderbar mit Galen bekannt, wissen aber nichts von der Erkrankung des kranken Mannes.“

Mitglieder des „dennoch“-Clubs reden auch von der Notwendigkeit von Nuancen, um die Diplomatie zu schmieren, die immer eine raue Maschine ist. Aber Nuancen machen nur dann Sinn, wenn eine Melodie geschrieben wurde. In diesem Fall muss man einen allumfassenden Blick über das khomeinistische Regime haben, der eine langfristige Politik leitet. Da der „dennoch“-Club keine solche Politik entwickeln kann, ist sein Gerede von Nuancen eine Ausrede dafür, die Echokammer der Mullahs in Teheran zu geben.

Wie auch immer, in seinem Exposé beim CFR-Treffen wiederholte Zarif dieselben Behauptungen, um nicht zu sagen Lügen, die er dem illustren Publikum seit Jahren austeilt. Und es scheint so, dass es das mit demselben Appetit wie vorher schon schluckt. Um sein Publikum zu täuschen verwendete Zarif nie den Begriff „Islamische Republik“ und gab vor, dass der „Oberste Revolutionsführer“ Ali Khamenei nicht existiert. Er sprach auch nicht von der Strategie des Islam wie die Teherans „die islamische Revolution in die Welt zu exportieren“, auch nach New York, wo das CFR seinen Sitz hat.

Nach der Darstellung von Zarif ist das khomeinistische Regime ein Unternehmen des Friedens und der Liebe mit unabhängiger Justiz, bei dem alle Freiheiten geachtet werden und dessen strategisches Ziel darin besteht Frieden und Harmonie überall auf der Welt zu etablieren. Es gibt im Iran keine politischen Gefangenen. Teherans Unterstützung von Hisbollah und Hamas ist etwas Kulturelles und die Anwesenheit von Iranern in Syrien ist nur Beratertätigkeit auf Einladung der syrischen Regierung. Es gibt natürlich keine amerikanischen oder sonstige ausländischen Geiseln im Iran. Wenn es im Nahen Osten Ärger gibt, ist das der Fehler der USA – gut, nicht der guten Amerikaner wie John Kerry und Barack Obama, sondern von Leuten wie Donald Trump und Mike Pompeo.

In der Echokammer des CFR ist die Erörterung von Meinungen ohne ethisches Barometer bestenfalls eine triviale Verfolgung und schlimmstenfalls ein Verrat an den Wissenschaften.

(Vervollständigende Auskunft: Ich bin zweimal eingeladen worden vor dem CFR zu reden, beide Male zum Irak, nie zum Iran!)

Die Terroristen können nichts falsch machen

Warum die Linke Iran unterstützt und Trump die Schuld zuweist.

Daniel Greenfield, FrontPageMag, 17. Januar 2020

Nachdem der Iran Ukraine International Airlines Flug 752 abschoss, füllten iranische Demonstranten die Straße und verurteilten das Kriegsverbrechen ihrer eigenen Regierung, während die [US-] Demokraten und ihre Medien Trump die Schuld zuschrieben.

„Das ist nur ein weiteres Beispiel für Kollateralschäden durch Taten, die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten auf provokative Weise unternommen wurden“, sagte die Jackie Speier gegenüber CNN.

„Das ist eine dieser Folgen dieser Eskalation und dieses Kriegszustandes, in dem wir uns befinden. Mit Weitblick und in der Lage zu betrachten, welche Konsequenzen es hat gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, denke ich, ist etwas Ernstes und Verantwortung für den aktuellen Oberkommandierenden“, insistierte die Abgeordnete Tulsi Gabbard.

In der Weltsicht von Linken wie Speier und Gabbard ist der Iran nicht wirklich für irgendetwas verantwortlich. Der islamische Terrorstaat initiiert nichts, er reagiert auf unser provokatives Handeln. Wenn der Iran ein ukrainisches Flugzeug abschießt, bedeutet das, dass Amerika etwas falsch gemacht haben muss, um den Angriff herbeizuführen.

Die Linke verbrachte die letzten 40 Jahre damit, beharrlich zu behaupten, der Iran könne für keines seiner Verbrechen verantwortlich gemacht werden, weil sie alle aus der Unterstützung Amerikas für den Schah stammen. Das ist nicht nur übertrieben. Es ist Regierungspolitik.

Obama sagte den Unterhändlern im Iran-Deal: „Teil der Psychologie des Irans wurzelt in dem Gefühl, dass ihr Land untergraben wurde, dass die Vereinigten Staaten oder der Westen in ihrer ersten Demokratie hineinpfuschten und dann den Schah unterstützten.“ Er drängte sie, dem „defensiven Iran gegenüber, der sich verletzbar fühlt“, sensibel zu sein.

Gemäß Obama entwickelte der Iran Atomwaffen nicht um Israel zu vernichten oder in der Region ein schiitisches Imperium zu schaffen, sondern weil er von der Politik der Administration Carter emotionelle Narben davontrug.

Dritte-Welt-Außenpolitik wandte die moralisch herablassende Haltung Linker gegenüber Minderheiten in globalem Ausmaß an. Dasselbe soziale Gerechtigkeitsdenken, dass Unterschicht-Kriminelle vor der Verantwortung für ihre Verbrechen befreite, indem eine unterdrückerische Gesellschaft für sie verantwortlich gemacht wurde, befreite ganze Staaten von moralischer Rechenschaftspflicht.

Die Theokraten des Iran sind, wie der Räuber an der Straßenecke, Opfer von Unterdrückung, nicht eigenverantwortlich Handelnde.

Dieselbe simplifizierende Mathematik der sozialen Gerechtigkeit teilt die Welt in die Unterdrücker und die Unterdrückten ein. Die Unterdrücker sind die Stärksten und die Fähigsten, die Kapitalistenschweine und die Fahnenschwenker westlicher Staaten, während die Unterdrücker jeder ist, der sie mit jedem Mittel bekämpft.

Nur die Unterdrücker haben moralische Instanz, während die Unterdrückten einzig auf ihre Unterdrückung reagieren.

Als das iranische Regime ein ukrainisches Verkehrsflugzeug abschoss, reagierte es auf Präsident Trumps Unterdrückung und die gesamte Geschichte amerikanischer Unterdrückung des Iran, die bis in die 1970-er Jahre zurückgeht. Nicht der Iran schoss das Flugzeug ab, das machten 40 Jahre amerikanischer Unterdrückung. So wie der Obdachlose einer alten Frau ins Gesicht boxte, das nicht tat. Gentrifizierung und unser Klassensystem machten das.

Das iranische Regime machte nichts aus eigener Initiative. So wie der Typ, der dein Auto aufbrach, nichts machte. Er ist ein Opfer der Gesellschaft. So wie General Soleimani. Und der Typ, der diese Raketen abfeuerte. Unterdrückte Leute haben keine moralische Instanz. Ihre einzige moralische Aktivität ist Widerstand. Und wenn der Widerstand einen ganzen Haufen iranischer Studenten am Himmel und auf der Straße tötet, dann ist das nachvollziehbar.

Ein gewisser Reporter der New York Times mit einem Pulizer-Preis sagte eins über kommunistische Massenmörder: „Um es brutal zu sagen – man kann kein Omelett machen ohne Eier zu zerschlagen.“ Denken Sie einfach von all diesen nach Kanada fliegenden Menschen als Eier und die Revolutionsgarden und Soleimanis alte Bande als die, die Omeletts von Utopia braten.

Die Linke reagiert auf eine Enthauptung durch MS-13-Mitglieder in einem Vorort an Washington DC oder auf Irans Raketenangriffe auf ein ukrainisches Passagierflugzeug mit der scharfen Antwort moralischer Idioten: „Was erwartet ihr von unterdrückten Leuten?“

Unterdrückte Leute haben keine moralische Instanz. Von ihnen kann man nicht erwarten keine Flugzeuge zu entführen, Millionen kambodschanische Bauern zu ermorden, ein Mädchen in Queens zu vergewaltigen, das von der Arbeit kommt oder einen koreanischen Lebensmittelstand umzuwerfen.

Sie sind unterdrückt.

Die traditionelle Religion glaubt, dass wir alle, Adlige wie Leibeigene, die Reichen und die Armen, die Oberen und die Niederen, eine moralische Beziehung zu Gott haben. Die Kirche der sozialen Gerechtigkeit lehnt diese göttliche Beziehung ab und definierten Moral über unsere feststehenden Macht-Beziehungen untereinander. Und diese Beziehungen wurden über Gruppenidentitäten definiert, zuerst nach Klassen, dann nach Rassen, Geschlecht, Religion, Sexualität und eine hereinkommende Masse neuer Identitäten , die von dem sich entwickelnden System des intersektionalen Opfertums vermittelt wird.

Die Mitglieder der mächtigen Gruppen waren die unterdrückerischen Sünder und die Unterdrückten waren die Heiligen.

Das einzige Gesetz war die Unterdrückung zu bekämpfen. Jedes Verbrechen existierte innerhalb dieses Kampfes, des Klassenkampfs, des Rassenkampfs und all der anderen vielfältigen Konflikte gegen Sexismus, Homophobie, Islamophobie, Transphobie und all die neuen Ismen und Phobien, ihre offensichtlichen Widersprüche innerhalb des größeren Kontextes sind irrelevant.

Es spielt keine Rolle, dass der Iran Schwule tötet, denn die wirklich Homophoben sind weiße amerikanische Christen. Genauso wenig spielt es eine Rolle, dass ein schwarzer Nationalist eine Synagoge mit einer Machete angriff, denn die wirklichen Antisemiten sind weiße amerikanische Christen. Es spielt keine Rolle, dass der Iran ein Passagierflugzeug mit eigenen Leuten abschoss, denn die wirklichen „Flugzeugabschießer“ sind Präsident Trump und seine Anhänger.

Das schlechte Verhalten unterdrückter Völker ist eine Reaktion auf unsere Unterdrückung. Sie internalisierten unsere Homophobie, Rassismus, Massenmord an braunen Menschen und wenn wir vernichtet werden, werden sie geläutert.

Wenn du begreifst, wie jeder Linke es tut, dass Amerika die Quelle des Bösen der Welt ist, dann wirst du begreifen, so wie Parlamentspräsidentin Pelosi, dass das, was der Iran mit dem Jet oder seinen Demonstranten tut, keine Rolle spielt.

Die Linke verteidigt die Architekten eines kommunistischen Völkermords in Kambodscha, bei dem Millionen getötet wurden, weil auf die Krise des amerikanischen Imperialismus reagiert wurde. Kommunistische Gräueltaten in China waren genauso eine Reaktion auf die US-Außenpolitik. Stalins Verbrechen, einschließlich seiner Allianz mit Hitler, wurden aus denselben Gründen verziehen, als Reaktionen auf amerikanische und europäische Politik gegenüber der UdSSR.

Selbst Hitler wurde anfänglich verteidigt, er würde auf die unfairen Lasten reagieren, die [Deutschland] am Ende des Ersten Weltkriegs auferlegt wurden.

Auf diese Weise kommen wir zu der Vorstellung, dass der Iran ein Passagierflugzeug abschießen kann und das unser Fehler ist.

Die Demokraten, die Medien, die akademische Welt und der Rest des Zugs der moralisch mit Fehlern behafteten und immerwährenden Widerstandskämpfer, die für Utopia eine Million Vorschriften und Leichen gleichzeitig aufrichten, betrachten jeden, der gegen Amerika ist, besonders gegen Präsident Trump, als Verbündeten ihres gerechten Widerstands.

In dieser Rückwärtsrechnung sind Iran und China Mitglieder des Anti-Trump-Widerstands, die Vorhut der unterdrückten Völker der Welt, während die Gegner dieser totalitären Regime, die ihr Leben riskieren um Xi und Khamenei zu verdammen, die Hunde der kapitalistischen Ordnung sind und es verdienen erschossen zu werden.

Die Unterdrücker sind die Unterdrückten. Und die Unterdrückten sind die Unterdrücker. Freiheit ist Sklaverei und Sklaverei ist Freiheit. Das ist so einfach, dass man keinen Doktorandenkus in Orientalismus braucht, um es zu verstehen.

Verbringen Sie einfach ein paar Wochen damit MSNBC zu sehen, bis Ihr Gehirn weich ist.

Ein Jahrhundert an Verbrechen wurde von Progressiven entschuldigt, die einen Kampf zwischen „uns/wir“ und „denen/die“ sahen. „Die“ waren Flaggen schwenkender, bougeoiser Kapitalistenabschaum, der sich dem Erhalt der bestehenden Ordnung verschrieben hat. „Wir“ waren eine zusammengewürfelte Mannschaft, zu der jeder gehörte, von westlichen Akademikern und Reportern bis zu massenmordenden Kommunisten und in jüngerer Zeit islamischen Terroristen, die für Allah Schwule von Gebäuden stürzen.

Was die „Wir“-Fraktion eint, war ihre Gegnerschaft zur unterdrückerischen Ordnung der Vereinigten Staaten. Die Mitglieder dieses „Widerstands“ könnten diese Gegnerschaft durch die Ermordung von Millionen Kambodschanern, russische Bauern verhungern zu lassen, Juden zu erschießen und ukrainische Verkehrsflugzeuge abzuschießen zum Ausdruck bringen, aber das sind reine Reaktionen auf die Unterdrückung durch die Vereinigten Staaten. Oder wie die Abgeordnete Speier sie beschreibt: „Kollateralschäden“.

Die Weltsicht, die die Ermordung von Brillen tragenden Kambodschanern erlaubt oder von iranischen Studenten, die nach Kanada unterwegs sind, geht davon aus, das das einzige moralische Ziel eine Weltrevolution gegen das Hauptübel Kapitalismus, Globalismus, Neoliberalismus ist oder wie auch immer der aktuelle Modebegriff für die bestehende Ordnung lautet.

Diese neue Weltordnung wird utopisch sein. Sie wird nicht länger Massaker an Protestierenden auf den Straßen, Bauern verhungern zu lassen benötigen; sie wird die Gänge der Revolution mit menschlichem Blut schmieren, sei es eine sozialistische, islamische oder sonstige.

Aber bis dieser gesegnete Tag kommt, kann niemand, der Überstunden leistet, um die bestehende Ordnung zu stürzen und die neue Ordnung einzuleiten, für die Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden, egal, wie viele Millionen Menschen sie töten.

Die Ziele der neuen Weltordnung rechtfertigen jede und allen mörderischen Mittel.

Die Medien fühlen sich verpflichtet den Iran als Mitglied der Koalition des Widerstands gegen Amerika zu schützen. Und gegen die derzeitige reaktionäre Inkarnation in der Form von Präsident Trump, MAGA-Mützen und Anstecknadeln.

Sie konspirieren beim Massenmord brutaler Tyranneien im Namen einer besseren Welt.

Diese bessere Welt, wird uns erzählt, wird den Rassismus beenden. Aber Menschen ihrer moralischen Instanz zu berauben, weil sie anders sind, ist immer der wahre Rassismus gewesen. Es gibt kein schlimmeres Verbrechen als einem Menschen die Moral wegzunehmen.

Ambitionen, nicht Verzweiflung

Die Verehrung des Todes durch die palästinensischen Selbstmord-Attentäter verstehen

Itamar Marcus und Barbara Crook, Jerusalem Post, 29. Januar 2004 (den aktuellen Link finde ich derzeit nicht)

(Im Schatten des Schreckens des Selbstmord-Anschlags heute Morgen in Jerusalem verbreitet PMW einen Leitartikel, der Einblick in das Denken der Selbstmord-Terroristen gibt. Der Artikel wurde heute (29.01.04) in der Jerusalem Post veröffentlicht. Alle Zitate aus dem Fernsehen sind auf die PMW-Internetseite gestellt worden und können durch Anklicken geladen werden.)

„Ich wollte immer die erste Frau sein, die ihr Leben für Allah opfert. Meine Freude wird vollkommen sein, wenn meine Körperteile in alle Richtungen davon fliegen.“

Das sind die Worte der Selbstmord-Terroristin Reem Reyaschi, auf Video aufgenommen unmittelbar bevor sie vier Israelis und sich selbst vor einer Woche in Gaza umbrachte. Was an dieser furchtbaren Erklärung überraschte: Sie gab ihrer Verstümmelung und ihrem Tod einen positiven Wert, getrennt von ihrem Ziel andere umzubringen. Sie war angetrieben von ihrer Ambition das zu erreichen, was die Palästinenser „Schahada“ nennen, Tod für Allah. Sie hatte zwei verschiedene Ziele: Zu töten und getötet zu werden. Diese voneinander unabhängigen Ziele, für sie beide positiv besetzt, waren höhere Ziele als die Verpflichtungen und emotionalen Ziele gegenüber ihren beiden Kindern. Diese Ambition zu sterben, die dem menschlichen Grundinstinkt zum Überleben widerspricht, ist der Kern der Inbrunst des Selbstmord-Terrorismus. Nur, wenn diese Komponente der Anbetung des Todes als Grundlehre des palästinensischen Glaubens erkannt wird, wird es möglich sein die Herausforderungen zu begreifen, denen Israel und die Welt sich durch den Selbstmord-Terror gegenüber sehen.

Die palästinensisch Gesellschaft wirbt aktiv für die religiöse Lehre, dass ihr Gott ihren Tod begehrt. Die Worte eines populären Musik-Videos, das sich an Kinder wendete, Hunderte Male im PA TV gesendet wurde und das die Erde als nach dem Blut von Kindern dürstet, sollte man sich merken: „Wie süß ist die Duft des Schahiden, wie süß ist der Geruch der Erde, ihr Durst vom Strom des Blutes gelöscht, das aus dem jugendlichen Körper fließt.“

Diese Überzeugung, dass die Gottheit nach dem menschlichen Tod als Tribut und Opfer begehrt, hat ihre Wurzeln in alt hergebrachtem Glauben.

Die Bibel zitiert antike Kulte des Landes Israel: „Ihr Söhne und ihre Töchter opferten sie ihren Göttern“ (5. Mose 12). Selbst die Israeliten wurden davon angezogen: „Und sie haben die Höhen des Baal gebaut, die im Tal Ben-Hinnom , um ihre Söhne und ihre Töchter für den Moloch durch gehen zu lassen – was ich nicht geboten habe und mir nicht in den Sinn gekommen ist, dass sie solche Gräuel verüben sollten -, um so Juda zur Sünde zu verleiten“ (Jeremia 32,35). Vor nur 500 Jahren ließen südamerikanische Stämme Kinder auf Berggipfeln zum Sterben zurück – als Opfer für ihre Götter. Die gemeinsame Nenner, der menschliche Opferkulte antrieb, war der Glaube, dass die Gottheit den Tod von Unschuldigen begehrte.

Das ist genau der Glaube, den die Führer der palästinensischen Gesellschaft ihrem Volk einimpfen. Darüber hinaus werden die die Palästinenser durch ihre religiösen Leiter im PA-TV gelehrt, dass sie nur geboren wurden, um für Allah zu sterben: „Der Gläubige wurde geschaffen um seinen Herrn zu kennen und den Islam hoch zu halten, indem er Schahid wird oder die Absicht hat ein Schahid zu sein. Wenn der Muslim die Schahada nicht anstrebt, wird er wie in der Jahiliya (im vor-islamischen Glauben) sterben. Wenn wir sie wirklich von Allah verlangen, wird Er uns seine Belohnungen selbst dann gewähren, wenn wir im Bett sterben.“

Diese Botschaft hat größte Bedeutung. Nach dem palästinensischen Islam wird der Muslim geboren, damit er den richtigen Tod stirb. Der Tod muss nicht die zu vermeidende Beendigung des Lebens sein, sondern kann durch die ultimative Leistung verwandelt werden – unter der Bedingung, dass er für die Gottheit erfolgt. Denjenigen, die diesen Tod erreichen, werden von den religiösen Führern im PA-Fernsehen Belohnungen versprochen: „All seine Sünden werden durch das erste Fließen von Blut vergeben; er ist von den Qualen des Grabs (dem Gottesurteil) ausgenommen… er heiratet 72 Dunkelaugen (Jungfrauen oder Jungfern des Paradieses)… auf seinen Kopf wird eine Ehrenkrone gesetzt, von der ein einzelner Stein mehr wert ist als alles, das es in der Welt gibt.“

Sogar Kinder werden von der Indoktrination nicht ausgenommen, dass die Gottheit ihren Tod begehrt. Ein viel sagendes Beispiel ist die Geschichte des 14-jährigen Faras Ouda, einem Jungen, der von der Palästinenser-Führung zum Heldentum erhoben wurde.

Yassir Arafat benennt Ouda regelmäßig als explizites Vorbild für Kinder, indem er die Kinder im Fernsehen mal als „Altersgenossen, Freunde, Brüder und Schwestern von Faras Ouda“ anspricht, ihnen ein anderes Mal sagt: „Eure Generation wird von eurem Kollegen, dem Helden-Schahiden, Faras Ouda repräsentiert!“ Ein weiteres Mal sagte er: „Wir grüßen den Geist unseres Helden, Schahid Faras Ouda, Faras Ouda, Faras Ouda!“

Was war die große Leistung von Faras Ouda, dass Arafat ihn zu einem archetypischen Vorbild erhob? Das Lebensziel des Jungen war, für die Gottheit zu sterben, wie die PA-Zeitung Al-Hayat Al-Jadida berichtete: „Am Tag seines Todes verließ Faras Ouda sein Haus mit einer Steinschleuder, nachdem er ein Kranz mit Fotos von sich angefertigt und auf ihn geschrieben hatte: „Der mutige Schahid Faras Ouda.“

Faras Ouda wollte für die Gottheit sterben, schaffte dies und wurde zum Helden Arafats.

Palästinensische Mütter sind gelehrt worden, dass ihre Kinder den Tod für Allah anstreben sollen. Eine Mutter erklärte vor Kurzem im PA-Fernsehen, warum sie Freude zum Ausdruck brachte, als sie vom Tod ihres Sohnes hörte: „Eine Mutter drückt ihre Freude laut aus, weil sie sich wünscht, dass er Schahada schafft. Er wird ein Schahid für Allah, den Allmächtigen. Ich wollte das Beste für ihn; dies ist das Beste für [meinen Sohn] Schaadi.“

Die PA-Ideologie lehnt den Wert „Leben“ ab, den andere Gesellschaften an die oberste Stelle setzen. Ein hochrangiger Historiker, Professor Issam Sissalem, drückte das in einem Vortrag im PA-Fernsehen so aus: „Wir haben keine Angst vor dem Sterben und lieben das Leben nicht.“

Wie ihre erwachsenen Vorbilder haben palästinensische Kinder gelernt, das Sterben für die Gottheit als ihr Lebensziel zu betrachten. In einem Talkshow-Interview, das einem kalte Schauer den Rücken hinunter laufen ließ, erklärten zwei 11-jährige Mädchen fröhlich und sprachgewandt, was sie und ihre jungen Freundinnen anstreben:

Walla: „Schahada ist sehr, sehr schön. Jeder will Schahada erreichen. Was könnte besser sein als ins Paradies zu kommen?“
Interviewer: „Was ist besser, Frieden und volle Rechte für das palästinensische Volk oder Schahada?“
Walla: „Schahada.“
Yussra: „Natürlich ist Schahada süß. Wir wollen diese Welt nicht, wir wollen das Leben danach. Dieses Leben nutzt uns nichts, sondern erst das Leben danach… Jedes palästinensische Kind im Alter von, sagen wir, 12 Jahren sagt: Oh Herr, ich möchte ein Schahid werden.“

Meinungsumfragen zeigen, dass Yussra und Walla für eine überwiegende Mehrheit der palästinensischen Kinder stehen, die sich diesen Glauben zu eigen machen. Nach drei verschiedenen Umfragen wollen 70 bis 80 Prozent der palästinensischen Kinder Schahide werden.

In der Antike gab es den weit verbreiteten Glauben, dass die Gottheit als ultimative Form der Anbetung wollte, dass Menschen sterben. Die Leute übergaben ihre Kinder den Gottheiten Moloch und Baal. Dieser antike Glaube ist nun zurückgekehrt um die Welt heimzusuchen.

Die Welt hat angenommen, dass die palästinensischen Selbstmord-Terroristen sich dem Dilemma ausgesetzt sähen, zwischen dem „Wert“ einen Juden zu töten und dem Wert des Leben wählen zu müssen. Das ist ganz klar falsch.

Juden zu töten ist der eine „Wert“. Der Tod für die Gottheit selbst ist ein Wert, und zwar ein größerer als das Leben. Schahada anzustreben ist nicht Verzweiflung, sondern Ambition. So erklärte eine Mutter nach dem Tod ihres Sohnes ihre Freude: „Ich wollte für ihn das Beste.“

 

Religion des Friedens

Daniel Greenfield, Sultan Knish, 3. August 2010

Worte sind kniffelige Dinge. Praktisch jeder Tyrann, egal, wie blutrünstig, hat von seinen Eroberungsplänen mit Begriffen des „Friedens“ geredet. 1939 zum Beispiel unterzeichneten Nazi-Deutschland und die UdSSR eine Erklärung, in der sie ihre Eroberung Polens als Schaffung „einer sicheren Grundlage für einen dauerhaften Frieden in Osteuropa“ beschrieben. Im selben Jahr, in dem Saddam Hussein in Kuwait einmarschierte, hielt er auf dem Gipfel in Amman eine Rede, in der er darauf bestand, dass „die Araber Frieden und Gerechtigkeit in der ganzen Welt anstreben“. Und wie kann man etwas gegen Frieden einwenden?

Die Römer hatten die Pax Romana, was Frieden unter römischer Oberherrschaft bedeutete. Der „Frieden“, den Hitler, Stalin und Saddam sich vorstellten, war von gleicher Art. Diktatoren und Tyranneien, national wie ideologisch, formulieren die Welt als chaotisch und Ordnung brauchend. Nur unter ihrer Führung und nur auf ihre Weise wird die Welt endlich Frieden erfahren.

Als Lenin erklärte: „Ohne den Sturz des Kapitals ist es unmöglich den Krieg mit einem wahrhaft demokratischen Frieden zu beenden“, legte er dieselbe Grundthese eines jeden Tyrannen, wie auch des Islam vor. Dass es keinen „wahren Frieden“ geben kann, ohne die Schaffung einer Gesellschaft, die seiner Ideologie folgt. Für Lenin musste sich jeder dem Kommunismus unterwerfen. Für Hitler dem Nationalsozialismus. Für Mohammed dem Islam. Jeder sprach von Frieden, aber sie definierten Frieden nur in Begriffen ihrer eigenen Ideologie und Herrschaft.

Wenn Apologeten darauf bestehen, dass der Islam eine Religion des Friedens ist, dann haben sie Recht. Insoweit, als er an Frieden durch Eroberung glaubt und sein beabsichtigter Staat des Friedens Nichtmuslime in einen zweitklassigen Status reduziert. Da aber der Islam global ist und für seine Grenzen kein Limit kennen, besteht seine Art des „Friedens“ darin, ständig Krieg zu führen, um das Territorium der Nichtmuslime zu erobern – und der Muslime, deren Legitimität sie nicht anerkennen. Damit erreichen sie „Frieden“.

Der Frieden des Islam hat mit dem, was die meisten Leute sich unter Frieden vorstellen, so viel gemein wie Hitlers und Stalins Versicherung mit der Realität zu tun hat, sie würden eine Grundlage für dauerhaften Frieden legen. Der Frieden des Islam war und ist, wie der Frieden Hitlers, ein Ausdruck von Machtwillen, eines Glaubens, dass die Welt nicht recht wäre, ohne dass Mohammed oder Adolf oder ihre Anhänger ihn bestimmen.

Während die meisten Menschen Frieden als die Abwesenheit von Krieg definieren, betrachtet der Islam Krieg als ein Mittel Frieden zu schaffen. Die Pax Islamica umspannt den Globus mit dem Ziel des Jihad. Und so dreht der vor-orwellianische Doppelsprech des Islam Krieg in Frieden und Gewalt in Gnade – solange sie von Muslimen und gegen Nichtmuslime praktiziert werden. Muslime mögen töten, aber sie können keine Mörder sein. Muslime mögen Terror ausüben, aber sie können keine Terroristen sein. Sie mögen Völkermord begehen, aber sie sind nur besser dadurch, dass sie das tun. Denn ihr Ziel ist immer „Frieden“.

Auf diese Weise dreht das islamische System schwarz in weiß und weiß in schwarz. Nationen, die versuchen sich gegen islamischen Terror zu wehren, sind die Verbrecher, weil sie den Frieden blockieren. Und die Terroristen selbst wollen nur Frieden, der nur zustande kommen kann, wenn ihre Opfer ihre Autorität akzeptieren. Ziemlich so, wie Nazi-Deutschland und die Sowjetunion diese „dauerhafte Grundalge für Frieden“ dadurch legten, dass sie die Bedrohung durch Polen beendeten.

Wenn Westler von Frieden reden und wenn Muslime von Frieden reden, mögen sie das in der Übersetzung selbe Wort benutzen, aber sie meinen jeweils etwas anderes. Für Westler ist Frieden nicht von einer Ideologie abhängig. Für Muslime jedoch ist Frieden vom Islam nicht trennbar. So, wie im Russischen „Mir“ sowohl „Frieden“ als auch „Welt“ bedeutete, was eine ironische Interpretation jeglicher Erklärung von Frieden durch die UdSSR zur Folge hatte, schafft im Arabischen die Verbindung zwischen Islam und Salaam eigene linguistische Komplikationen.

Aslim, Taslim war die Botschaft, die Mohammed nicht uslimischen Herrschern schickte; wörtlich bedeutet sie: „Unterwerft euch und es wird euch gut gehen.“ Seitdem ist diese Botschaft von muslimischen Führern, politischen wie religiösen, an westliche Führer geschickt worden. Die vielfältigen Bedeutungen von „Frieden“, „Unterwerfung“, „Ganzheit“ und „Sicherheit“, die mit dem Namen der Religion selbst zusammenhängen, spielen mit der Mehrdeutigkeit von Ideen. Frieden wird zu Kapitulation. Islam wird zu Sicherheit. Und Sicherheit bedeutet Unterwerfung.

Für Westler kann Frieden unabhängig von Religion existieren; für Muslime ist Frieden ein theologischer Zustand statt eines politischen. Ein politischer Frieden wird von Muslimen niemals als etwas anderes als ein zeitlich begrenzter Waffenstillstand betrachtet werden, über den man einen strategischen Vorteil erwirbt. Wahrer Frieden muss theologisch sein, bei dem Nichtmuslime die Überlegenheit des islamischen Gesetzes und des Koran zugestehen. Um „Ganzheit“ mit dem Dar al-Islam zu erreichen, muss man sich ihm erst unterwerfen. Aslim, Taslim.

Westliche Apologeten des Islam heben hervor, dass er eine „Religion des Friedens“ sei. Das impliziert, dass der Islam Frieden predigt, obwohl Muslime in Wirklichkeit Frieden als nur im Kontext des Islam existent betrachten. Diese Theologie der Pax Islamica macht jede Vorstellung einer friedlichen Koexistenz zu einem absurden Witz, denn sie definiert Frieden nur in eigenen Begriffen und behandelt jeden anderen als widerspenstigen Ketzer, der unterdrückt und dem Islam gegenüber gefügig gemacht werden muss.

Der Islam ist gewiss nicht friedlich. Er behauptet einfach, er sei das einzige Mittel, durch das Frieden erreicht werden kann. Und er sieht kein Paradox darin, Krieg zur Erzielung dieses Friedens zu nutzen. Nicht anders als Lenin es tat, als er die Pazifisten dafür verurteilte, dass sie den Kampf gegen die Kapitalisten aufgaben, die die wahre Ursache für den Krieg waren. So sehen auch die Muslime Nichtmuslime als Ursache für Krieg. Ein Muslim mag ein Jihadist sein, aber das heißt nur, dass er für den Frieden kämpft. Ganz wie die Roten Brigaden. Und so integrieren Muslime ihre Mittel in ihre Ziele. Mord wird zu einem Akt des Friedens, ganz so wie die Religion, die ihn befiehlt.

Jede Erwähnung der Religion des Friedens sollte uns daran erinnern, dass der Islam selbst den Frieden als ein Nullsummenspiel betrachtet, in dem nur Muslime und diejenigen, die sich unterwerfen, Frieden haben können. Und alle anderen bleiben eine Quelle von Krieg und Konflikt. Als die Israelis versuchten ihren guten Glauben zu zeigen, indem sie „Shalom, Salaam“ sangen, machten sie sich nur zur Lachnummer, denn die Worte mögen gleich sein, die Vorstellungen dahinter sind es nicht. Und Nichtmuslime, die von Frieden reden, werden als solche behandelt, die entweder ihre Unterwerfung signalisieren oder einen zeitlich begrenzten Waffenstillstand. Da die Existenz eine nicht muslimischen Landes im Dar al-Islam nicht gestattet werden kann, wie auch eine Synagoge nicht größer sein darf als eine Moschee, kann Israel niemals einen Frieden erzielen, den Muslime anerkennen werden. Nur zeitlich begrenzte Waffenstillstände, wenn überhaupt etwas.

Während das Kalifat sich in der Welt ausbreitet, wird das nicht nur für Länder wie Israel oder Indien gelten, die keinen Frieden zu welchen Bedingungen auch immer gewinnen können, sondern für jedes Land, egal, wie bereitwillig es Appeasement betreibt. Waffenstillstände werden auslaufen und an ihre Stelle wird Krieg treten.

Die hysterische Gewalt des Terrorismus ist die Antwort der Muslime, die ihre persönliche Ehre mit der des Islam als ganze identifizieren. Er ist die Überschneidung des Stammes und der Theologie; dieselbe Familienehre, die dafür sorgt, dass Väter ihre Töchter töten, steht hinter den Selbstmord-Bombenanschlägen im Namen des Jihad. Ein Nichtmuslim, der in irgendeiner Art besser ist als ein Muslim, entehrt ihn individuell. Ein Land Ungläubiger, das muslimischen Ländern überlegen ist, entehrt den gesamten Islam. Ein muslimischer Führer, der einen Handel mit einem Ungläubigen eingeht, entehrt den Islam und wird dafür umgebracht. Ein muslimisches Land, das in Frieden mit Ungläubigen lebt, wird Terroristen haben, die sich gegen es erheben und einen Umsturz herbeiführen.

Die zwei Gesichter des Islam – die Gewalt und des weit entfernten Friedens, der niemals kommt – bilden die Grenze zwischen seiner Wirklichkeit und seiner Mythologie. Ganz so, wie die UdSSR auf der Not und den Entbehrungen der Arbeiter bestand, damit sie eines Tages unter dem wahren Kommunismus leben könnten, kultiviert der Islam die Gewalt im Namen des Frierdens, der niemals kommen wird. Denn das zugrunde liegende schmutzige Geheimnis des Islam besteht darin, dass er von Anfang an nicht mehr als ein Werkzeug für Eroberung, Raub, Vergewaltigung und Mord gewesen ist. Von Mohammed bis heute sind die Führer des Islam Männer, die Macht wollen. Der Islam ist ihr Mittel, sie zu bekommen. So wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus für andere da war. Der Islam ist eine Ideologie der Macht, die sich Frieden nur in Begriffen der Eroberung vorstellen kann.

„Gib mir dein Geld und niemand kommt zu Schaden“, sagt der Straßenräuber. Er bringt dieselbe Idee zum Ausdruck. Er verspricht Frieden im Tausch für Kooperation. Mohammeds Vereinbarungen mit Nichtmuslimen waren dieselbe Art von Frieden. Aber wo der Straßenräuber raubt und verschwindet, schuf Mohammed ein permanentes System Verpflichteter, in dem die Nichtmuslime Dhimmis werden mussten, die Schutzgeld an die Muslime zahlten und die ihn zum obersten Schiedsrichter aller Streitigkeiten machten. Irgendwann sollte es dann, trotz aller Vereinbarungen, damit enden, dass Mohammed die restlichen Nichtmuslime der Gegend tötete, versklavte und vertrieb. Und damit war der erste Dar al-Islam geboren.

Der Index freie Presse von Reporter ohne Grenzen: Lügen, linke Idiotie

Giulio Meotti, Israel National News, 4. August 2016

Als erstes ist das durchschlagende Erfolg von Israel HaYom, der erfolgreichsten israelischen Zeitung, die dem amerikanischen Kasino-Mogul Sheldon Adelson gehört, der auch ein Geldgeber von Premierminister Benjamin Netanyahu ist.

Dann gibt es Netanyahus Interim-Amtszeit als Kommunikationsminister.

Und schließlich gibt es die Reform der Israelischen Rundfunkbehörde.

Jetzt lügt die New York Times, die nie eine Gelegenheit auslässt den israelischen Premierminister zu dämonisieren, über Israels freie Presse. Netanyahu ist wie Erdoğan. Das ist eine Realität, die von einer konformistischen Presse fabriziert wird. Die freie Meinungsäußerung wird von Bibi „zerquetscht“, während in Wirklichkeit eine lebhafte, freie israelische Presse ihn weiter ohne Angst und Zögern tagtäglich angreift? Lächerlich.

Die Presse in Israel ist völlige frei und sie ist auch heftig, taucht in das Leben des Premierministers (und seiner Frau Sara) ein, sucht nach ein paar Schekeln, die für Auslandsreisen ausgegeben wurden, Flaschenpfand, das nicht dem Finanzministerium gegeben wurde, stellt die Armee unter Verdacht und spornt Diskussionen über die demokratische Natur des Landes an. Israel hat weit mehr Zeitungen pro Kopf der Bevölkerung als die meisten westlichen Demokratien.

Um diese unglaubliche Dreistigkeit zu verstehen, brauchen Sie nur die Wochenendausgabe von Ha’aretz zu öffnen, dieser Zeitung der Verlierer der jüdischen Diaspora: „Israel ist ein übler Staat.“ Warum versuchen sie nicht diese Art Leitartikel in irgendeinem anderen Staat mit Grenzen zu Israel zu veröffentlichen?

Was die Medien Netanyahu nie vergeben werden: Er hat ihre progressiven Lieblinge bei den Wahlen dreimal deklassiert.

Aber das ist nicht nur ein Problem der New York Times. Im flachen und unbedeutenden Finnland sind Journalisten gewiss Freier als in Großbritannien. Aber wie erklärt man, dass nach Angaben des Pressefreiheits-Index 2016 von Reporter ohne Grenzen (RSF auf Französisch) die britische Presse, die den Journalismus schuf, weniger frei ist als diese Liberalen in Ghana?

Die Niederlande stehen an der Spitze der Liste und niemand weiß warum, da sie das Land von Theo van Gogh, Ayaan Hirsi Ali, verhafteten Karikaturisten und Geert Wilders-Gerichtsverfahren ist. Dänemark dominiert die Liste, obwohl im letzten September Jyllands-Posten, u die Planetenkrise der freien Meinungsäußerung zu feiern, dieselbe Seite aus dem Jahr 2005 wieder veröffentlichte, aber die zwölf Mohammed-Karikaturen löschte. Das Ranking von RSF verweist auf 2015: War das nicht das Jahr des Anschlags auf das Café in Kopenhagen, in dem Journalisten und Karikaturisten über freie Meinungsäußerung diskutierten?

Und wie kommt es, dass Deutschland hinter Jamaica liegt? Offenbar wegen rechtsgerichteter Anschläge auf Journalisten während Pegida-Demonstrationen. Was für ein Angriff auf die Demokratie.

Und in der merkwürdigen Logik von Reporter ohne Grenzen ist Vatileaks wichtiger als die zwölf bei Charlie Hebdo getöteten Journalisten, denn Frankreich liegt vierzig Plätze vor Italien. Und die Vereinigten Staaten, die vor 240 Jahren den ersten Verfassungszusatz erfand? Hinter Namibia, Belize und Tonga. Machen Sie die Affäre Edward Snowden dafür verantwortlich, der im russischen Paradies wieder hergerichtet wird, und eine Steinigung in Ferguson (Missouri):

Reporter ohne Grenzen setzt Israel auf Platz 100, direkt vor Nigeria, wo die Liberalen von Boko Haram die freie Meinungsäußerung schützen. Israel, dem vorgeworfen wird während des letzten Kriegs in Gaza die Antennen der Hamas bombardiert zu haben, liegt weit hinter Bastionen der freien Meinungsäußerung wie Mozambik und dem Libanon.

Anastas Mikoyan, ein sowjetischer Offizieller unter Stalin und Chruschtschow, fasst sie zusammen diese Pressefreiheit: „Wenn ein Millionär zehn Zeitungen besitzt und zehn Millionen Menschen keine Zeitungen haben, dann ist das keine Pressefreiheit.“ Im Prinzip genau die Idee des Pluralismus unserer dummen Journalistenzunft.

Tödlicher Journalismus a la Nahost

Richard Landes, Augean Stables, 18. März 2015

Dass die Ausübung des tödlichen Journalismus bestimmend für die größere Kategorie Kriegspropaganda als Nachrichten auszugeben ist, hat eine lange Geschichte und eine lange Zukunft vor sich. Tödlicher Journalismus übernimmt die Geschichten, die Krieg führende schaffen, um den Feind zu dämonisieren – besonders die Beschuldigung bewusst unschuldige Zivilisten, sogar Kinder zu töten – und sie als Nachrichten darzubieten.

In den Annalen der langen Geschichte des Betreibens von Kriegspropaganda als Nachrichten haben Journalisten selten, wenn überhaupt, beständig über einen ausgedehnten Zeitraum hindurch feindliche Kriegspropaganda als Nachrichten dargestellt. Und doch kennzeichnet dieses Verhalten, eine Art „Eigentor-Journalismus“, die dominierende Schule des Journalismus in der Zeit der ersten Jahre des 21. Jahrhunderts. Und obwohl sie letztlich weit über den Nahen Osten hinaus verbreitet wird, begann diese tödliche Berichterstattung in der über den Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarn und nahm dort Gestalt an.

Diese besondere Kombination aus grundsätzlicher Kriegspropaganda, die beständig als Nachrichten wiederholt werden, durch ein Ziel dieser Propaganda – ich würde das gerne Dura-Journalismus nennen. Doch wenn ich in diesem Aufsatz den artgemäßigteren Begriff „tödlicher Journalismus“ gebrauche, dann beziehe ich mich auf dieses exzentrische Phänomen der Levante.

Der Schlüssel zu diesem Journalismus ist die Beförderung einer impliziten (vorzugshalber expliziten) Beschuldigung des Tötens – Ermordung von Kindern, Beschuss von Zivilisten – als Nachrichte oder mit den Worten des Goldstone-Berichts, der vorsätzlichen „Bestrafung“ von Zivilisten mit „unverhältnismäßiger“ Reaktion, die möglicherweise „Verbrechen gegen die Menschheit“ darstellen. Tödliche Narrative stellen die grundlegendste Form der Kriegspropaganda dar, besonders wenn die Geschichten weitgehend erfunden sind. Man versucht damit Hass undden Wunsch nach Vergeltung durch zu schüren, indem man das Publikum (Rekruten, Beobachter) überzeugt, dass der festgelegte Feind die Gewalt verdient, mit der man ihn heimsucht.

Der Begriff „tödlicher Journalismus“ beze8ichnet die Praxis dieser Journalisten, die einen systematisch leichtgläubige Haltung gegenüber tödlichen arabischen Schilderungen über Israel haben, die sie dann als „Nachrichten“ oder zumindest als absolut glaubbare Behauptungen über das Geschehene an uns weitergeben, ihre Leser und Zuhörer. Einen solchen Diskurs unterstützen macht es notwendig mit Beweismaterial Schindluder zu treiben, anormale Details zu ignorieren und auszublenden sowie die dubiosen aufzublasen. Das hinterlässt dort, wo er vorbeikommt, eine ausgeprägte Dreckspur.

Da alle Kriege ihre tödlichen Erzählweisen haben und alle Kriegstreiber Journalisten für die Verbreitung der eigenen anwerben, sind Beispiele für den tödlichen Journalismus durch die gesamte Pressegeschichte im Krieg hindurch zu finden. In der Tat besteht eine objektive Notwendigkeit für auf friedlichen Beziehungen gründende Demokratien eine Presse zu haben, die falsche Beweise akkurate identifizieren kann, besonders im Dienst der tödlichen Narrative, damit sie über Kriegspropaganda berichten, statt ein Instrument dieser Propaganda zu werden. Die Tatsache, dass westliche Medien seit über fünfzehn Jahren so schlecht abscheiden, weist auf das Ausmaß der „Glaubwürdigkeitskrise“ der Medien hin. Die Nachrichtenquelle, der am meisten vertraut wird, ist mit 29% Fox News! Demokratien können solch gestörte Beziehungen zwischen den Nachrichtenmedien und ihrem Publikum nicht überleben.

Tödlicher Journalismus im Nahen Osten, der gegen Israel zielt, begann mit der Al-Durah-Affäre, aber er hat seinen Namen „Dura-Journalismus“ von diesem Vorfall, weil Dura-Journalisten, nachdem die Ikone die Welt als „wahr“ schockierte, die hegemoniale Kontrolle über die Darstellung des Konflikts ergriff. Al-Durah bot den bis dahin fehlenden Beleg des ständigen palästinensischen Kehrverses, dass Israelis herzlos palästinensische Kinder töten. Der überbordende Ton der Zweiten Intifada, eingebläut mit der von palästinensischen Quellen gelieferten täglichen Statistik der Toten, war der eines israelischen Angriffs auf die unschuldigen palästinensischen Zivilisten.

Danach hat diese Schule des Journalismus die nächsten fünfzehn Jahre lang die Szene beherrscht, womit sie Leute entweder für sich gewann oder Widerspruch zum Schweigen brachte. In diesem Prozess pumpten Journalisten dieser Schule wissentlich oder unwissentlich und von ihren Kollegen nicht behindert, das Informationssystem des Westens systematisch mit einer ständigen Kost an Hass-Literatur voll. Nachdem Dura-Journalisten ihr die unehrliche, aggressive Entstehung wegschoren, wurden diese tödlichen Narrative, jetzt als Nachrichten, auf der Weltbühne umso machtvoller, weil Außenseiter annahmen, das sei fehlerfrei. Für Palästinenser ist „le petit Mohamed“ al-Durah der „Märtyrer der Welt“, denn dank France 2 und allen anderen, die Enderlins Beispiel folgten, „sah es die ganze Welt“.

Doch bei allem schockierenden Wert musste die Erzählung zu al-Durah, um ein tödliches Narrativ zu werden, den Israelis heimtückische Absicht zuschreiben. Als das Bild eines im Kreuzfeuer gefangenen Jungen löst Mitgefühl aus, sogar tief empfundenes Mitleid, mobilisiert aber keinen Hass. Es gib keine Möglichkeit, dass das Bild eines Jungen, der in einem unnötigen Krieg tragisch getötet wurde, mit dem Bild des Jungen im Warschauer Ghetto konkurrieren oder es gar ersetzen könnte, das Millionen von den Nazis ermordete Kinder symbolisiert.

Nur das Bild eines absichtlichen, kaltblütigen Kindesmordes kann das tun. Und die Tür für dieses Narrativ mit seinem sorgfältig abgewogenen „das Ziel des von dem israelischen Posten kommenden Feuers“ wurde von Enderlin weit geöffnet. Damit kam er den Anweisungen aus dem Gazastreifen nach. „Der Rest des Rudels tödlicher Journalisten sprang sofort auf den Köder an: Die Israelis töten mit Absicht.

Wichtige Charakteristika des Durah-Journalismus:

Erkenntnistheoretisch: 1) glaube, was immer die Palästinenser behaupten, bis bewiesen wird, dass es falsch ist; 2) zweifle an, was immer die Israelis in Reaktion sagten, bis es als richtig bewiesen ist; und 3) wenn das der Fall ist, geh über zum nächsten bisher unbewiesenen tödlichen Narrativ. Das Muster ist über den Verlauf der Zeit gleichbleibend, von den Beschuldigungen, dass die IDF 1983 in Jenin Schulmädchen vergiftete über Jenin 2002 bis zur Mavi Marmara 2010 und lässt wenig Anzeichen erkennen in den nächsten zwei Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts nachzulassen.

David-Goliath-Gestaltung: Der dogmatische Rahmen des Dura-Journalismus ist der des palästinensischen Davids gegen den israelischen Goliath. Wenn nötig, werden Dura-Journalisten anomale Einzelheiten umetikettieren, damit sie in die nach Prokrustes-Art gestaltete moralische Erzählung passen. So wurde aus Tuvia Grossman, der von tobenden Palästinenser fast zu Tode geprügelt und von einem israelischen Grenzpolizisten gerettet wurde, durch die Hände eines AP-Bildunterschriftsautoren ein von genau diesem Grenzpolizisten geprügelter Palästinenser. Da die Palästinenser per Definition unschuldig sind, beginnt die Story mit Israels Gegenschlag, der per Definition unverhältnismäßig sein muss. Pallywood-Material wird geschaffen, um die Anforderungen dieses Gestaltungs-Narrativs zu erfüllen.

Unterordnung der Beweise unter das Gestaltungs-Narrativ: Bearbeite Storys und Filme so, dass unangenehme, anormale oder nicht hilfreiche Beweise weggelassen werden. Redakteure stellen Pallywood-Filmbilder aus Schnittmaterial zusammen, indem sie Elemente herausschneiden, die offenlegen, wie inszeniert wird und die glaubwürdigen Schnipsel aneinanderzureihen. Charles Enderlin schnitt die letzten 10 Sekunden des minimalen Filmmaterials (59 Sekunde) heraus, das Talal ihm schickte, um die vorsichtigen Bewegungen des Kindes zu entfernen, die kamen, nachdem er – Charles – ihn für tot erklärt hatte. So erscheint auch eine im PA-Fernsehen ausgestrahlte völkermörderischer Predigt in deinem Artikel der New York Times über palästinensische Hetze, ohne jeden Verweis auf ihren völkermörderischen Inhalt. In dieser Art schaffen es Dura-Journalisten echte Hassrede zu bestreiten, selbst wenn sie der Verteilungspunkt dieser Hassrede sind.

Rudeljournalismus: Enderlin löste einen Erdrutsch aus. Selbst CNN übernahm die Darstellung. Dutzende bedeutender Journalisten haben Zugang zu den nicht editierten Bildern dieser spektakulären Story und nicht ein einziger entschied sich der Öffentlichkeit die Endszene zu bieten, die Charles herausschnitt. Rudeljournalismus dominierte die ersten zehn Jahre des 21. Jahrhunderts, wenn es um Berichterstattung ging. Berichte, dass die Hamas während der Operation Gegossenes Blei (2008) Hilfslieferungen in den Gazastreifen aus Ägypten zurückwies, inspirierte Journalisten nicht dazu an die ägyptische Grenze zu gehen und die Story zu holen. Sie saßen auf einem Hügel in Israel und beschwerten sich, dass die Israelis sie aus dem Gefecht heraushielten, obwohl sie selbst einen ständigen Strom tödlicher Schilderungen brachten, dass die Vorräte ausgingen und eine humanitäre Katastrophe unmittelbar bevor stand.

Leugnung von Einschüchterung: Einer großen Vorteile, die die „schwache“ Seite eines antidemokratischen, asymmetrischen Krieges gegenüber dem stärkeren, demokratischen Feind im Umgang mit Journalisten hat, ist ihre Bereitschaft Gewalt anzuwenden. In solchen kognitiven Kriegen kommen Tötung und Entführung von Journalisten vor, wenn nicht mehrfach, dann doch oft genug, um die die Botschaft rüberzubringen. Daniel Pearls Hinrichtung als Jude und als Journalist schickte einer ganzen Generation Journalisten eine Mahnung. Leugnen ist ein wesentlicher Teil des Prozesses der Einschüchterung: Journalisten können nicht berichten, dass sie eingeschüchtert wurden, ohne die Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung infrage zu stellen. Und doch ist die Beweislage für solche Einschüchterung, auch wenn sie zyklisch auftritt (wie nach dem Lynchmord von Ramallah) bezüglich ihrer Folgen machtvoll und sollte den aufmerksamen Beobachter auf die bemerkenswerte Überschneidung zwischen der tatsächlichen Berichterstattung über den Konflikt durch Mainstream-Journalisten und dem, was man von beherrschender Einschüchterung durch die Palästinenser aufmerksam machen. (Dazu gehören auch die Bemühungen der Journalisten, wo immer sie zum Thema befragt werden, zu Israels Einschüchterungen zu wechseln.) Die Reaktion auf Alan Johnstons Entführung – „warum sollten sie ihn entführen, er war ihr bester Freund“ – spricht deutlich, wie das läuft.

Zugangs-Journalismus: Das fundamentalste Druckmittel bei Journalisten ist Zugang und in gewissem Sinne ist das ein universales Phänomen: Das Weiße Haus handhabt das so, jeder tut es. Doch in Fällen, in denen Einschüchterung vorherrscht (Saddams Irak, Arafats Westbank, Haniyehs Gazastreifen) bedeutet Zugang, dass man einen Handler hat, der einen freundlich zu dem begleitet und übersetzt und anleitet, was man fotografieren darf und was nicht. Zugang ist damit niemals „frei“ und „unbeaufsichtigt“. Und entsprechend heißt Verlust von Zugang nicht nur, dass die Leute nicht mit einem sprechen, sondern dass die eigene Anwesenheit nicht länger gestattet ist. Nachdem der früher sehr pro-palästinensischen Fotografen Mark Seager über seine Erfahrungen in Ramallah am Tag des Lynchmords schrieb – „Ich werde mein ganzes Leben lang Alpträume haben“ – wurde ihm von seinen palästinensischen Freunden gesagt, er solle lieber verschwinden.

Parteinahme-Journalismus: Die ausgeprägte ideologische Sympathie vieler Journalisten für die „schwache Seite“ vieler Konflikte ist weit verbreitet und wird oft, wie z.B. in Darfur, gerechtfertigt. In anderen Situationen, in denen Moral-Erzählung weniger klar ist (Syrien), nehmen die Probleme für viele ehrliche Reporter stark zu. Im arabisch-israelischen Konflikt ignoriert die Unterstützung für die palästinensischen „Außenseiter“ nicht nur progressive Werte, sondern klebt mit dogmatischer Beharrlichkeit am Rahmenwerk des „palästinensischen David gegen den Israelischen Goliath“. Doch die Rudel-Mentalität, der Widerwille negatives Material über die Palästinenser (Völkermord-Prediger) zu veröffentlichen, die dem palästinensischen Opfer-Narrativ gegebene erkenntnistheoretische Priorität belegen allesamt die Haltung, die mehr als die nüchterne Einschätzung der Beweismittel widerspiegelt. Man kann sogar fragen, ob die Parteinahme für die Journalisten eine Möglichkeit ist mit der kognitiven Dissonanz der Einschüchterung umzugehen: „Ich bin nicht verängstigt, ich bin mutig und ich stehe für den Kleinen ein.“

Ehre-Schande-Journalismus: Vertusche Fehler. Anne-Elisabeth Moutet formulierte es so:

In Frankreich darf man Fehler nicht eingestehen. In diesem Land gilt immer noch das Gesetz des Circus Maximus: Vae victis – Wehe den Besiegten. Gleite aus und die Daumen zeigen nach unten. Nicht umsonst war Brennus ein Gallier. Seine modernen französischen Erben entschuldigen sich ebenfalls nicht sonderlich gut oder überhaupt nicht, außer wenn es sich nicht verhindern lässt. Warum sollten sie? Sie würden damit eine Schwäche zugeben. Blinzle und du wirst der Prügelknabe sein.

Also setzt im Fall eines Fehlers die Ehre-Schande-Dynamik ein: Unternimm alles dir Mögliche, um zu vermeiden ihn einzugestehen und bewahre dadurch den guten Ruf der Journalisten und der Presse. Jeder Nachrichtenanbieter will als der vertrauenswürdigste Name im Nachrichtengeschäft bekannt sein. Im Fall der Karsenty-Affäre, wo sie riesige Geldsummen ausgaben, um einen Zivilisten zu attackieren, der sie kritisiert hatte, trägt France2 diesen Instinkt zur Vertuschung bis ins Absurde.