Apartheid-Israel? (76) – Ein Major der IDF

LinkedIn, 12. Oktober 2022

Sein Hebräisch ist fließen, ohne den Hauch eines Akzents und er könnte leicht für einen durchschnittlichen Einwohner von Tel Aviv gehalten werden.

Er beschreibt sich als „zionistischen israelischen Araber“.

Zusammen mit seinen Offizierskollegen besuchte er die Nazi-Vernichtungslager in Polen als Teil des IDF-Programms „Zeugen in Uniform“.

„Als Kind“, sagt er, „wuchs ich in einer Gesellschaft auf, die den Holocaust leugnet. Als ich nach Polen kam, war ich schockiert. Ich weinte viel. Es war schwierig diese Sache namens Völkermord fassen.
Die Tatsache, das sich auf polnischem Boden stand, eine israelische Flagge hielt und die Uniform der israelischen Armee anzog, hatte etwas Machtvolles, aber diesmal aus einer Position der Kraft. Sie war Beweis dafür, dass wir nicht gebrochen werden können.“

Wenn Wahib „wir“ sagt, dann meint er das jüdische Volk.

„Ich glaube an die muslimische Religion und ich werde sie nie aufgeben, aber ich glaube, dass der Zionismus mehr ist als eine Religion. Er ist etwas, das mein Gefühl zum Staat Israel und zur israelischen Gesellschaft zu gehören vollkommen repräsentiert und dass ich eine immense Verpflichtung habe das Land zu beschützen und zu behüten, von dem ich ein Teil bin.“

Alaa Wahib – ein Schlag ins Gesicht für die Hassbanden.

Großartigster Beweis dafür, dass die Hasser auf LinkedIn nicht klug genug sind anzuerkennen, dass es eine andere Möglichkeit der Sicht auf die Dinge gibt.

Die grausame IDF metzelt Kinder?

gefunden auf twitter, 16. September 2022

In dem Video seht ihr, wie israelische Soldaten mit PA-Kindern spielen. Diese Kinder haben kein Problem mit ihnen zu sprechen, sie fühlen sich sicher.
Wo in den internationalen Medien sind solche Bilder zu sehen? Nirgendwo. Die verbreiten lieber Judenhass-Propaganda.

Bevor sie Israel kritisieren, sollten die USA bei sich selbst aufräumen

Israel hat eine der höchste Anzahlen an Auslandsjournalisten pro Kopf der Bevölkerung weltweit und es schützt sogar die, die es regelmäßig verleumden. Derweil, so eine Studie, waren 71% der Opfer bei Terrorbekämpfungsaktionen der USA im Krieg gegen den Terror Zivilisten.

Mitchell Bard, Israel HaYom, 15. September 2022

Im Juni schrieb ich den Artikel „Was, wenn Israel Amerika so behandelt, wie Amerika Israel behandelt?“ Er erscheint heute besonders relevant, da jetzt der US-Außenminister Israel sagte, es solle nach dem tragischen Tod der Al-Jazira-Reporterin Shireen Abu Akleh im Mai die Einsatzregeln der IDF überdenken.

Antony Blinken dachte offenbar nicht, es sei ausreichend dem israelischen Verteidigungsminister Benny Gantz in einem Telefongespräch zu raten, wie er die IDF leiten soll, dessen Inhalt jemand an die Presse durchsickern ließ (eine der beliebtesten Taktiken dieser Administration, um Missfallen gegen Israel auszudrücken). Er wies auch seinen stellvertretenden Sprecher an Reportern zu sagen: „Wir werden weiterhin unsere israelischen Partner unter Druck setzen ihre Politik und Praktiken der Einsatzregeln genau zu überprüfen und weitere Schritte zu überlegen, um die Risiken für zivile Schäden, den Schutz von Journalisten abzuschwächen und ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.“

Was für eine Chutzpe!

Ein paar Wochen zuvor zwang lausige Publicity und Wut des Kongresses das Pentagon einen neuen „Civilian Harm Mitigation and Response Action Plan“ [Ziviler Schadensminderungs- und Reaktionsplan] anzukündigen, um die Zahl der bei US-Militäroperationen getöteten Menschen zu reduzieren. Das kam nach Jahren, in denen keinerlei Verantwortung für „Kollateralschäden“ übernommen wurde, wie bei einem Drohnenangriff 2019 in Afghanistan, bei dem 10 Zivilisten, darunter 7 Kinder, getötet wurden. Ben-Dror Yemini vermerkte in YNet, dass eine Studie des Watson Institute for International and Public Affairs an der Brown University feststellte, 71% der Opfer bei von den USA durchgeführten Terrorbekämpfungsoperationen im Krieg gegen den Terror Zivilisten waren. Trotzdem umfasst der Plan des Pentagon keine Ermittlung früherer Fälle und es wird auch niemand für den Tod der Unschuldigen zur Verantwortung gezogen.

Bei der Ankündigung des Ergebnisses der Untersuchung der IDF, die eine hohe Wahrscheinlichkeit feststellte, dass Abu Akleh unbeabsichtigt durch israelisches Gewehrfeuer getötet wurde, gab US-Außenamtssprechern Ned Price zu, dass das Verteidigungsministerium „die Notwendigkeit der Verbesserung ihrer eigenen Auswertungen und Praktiken zur Sicherstellung der Milderung ziviler Schäden“ anerkannte. Das hielt ihn nicht davon ab die Bedeutung der Rechenschaftspflicht Israels herauszustellen, um zu verhindern, dass es in Zukunft ähnliche Vorfälle gibt, als sei es für Israelis derart üblich auf Journalisten zu schießen, dass eine neue Politik nötig wäre.

In Reaktion auf die ursprünglichen Anschuldigungen, Israel habe die Journalistin absichtlich getötet, schrieb der damalige Außenminister Yair Lapid im Wall Street Journal, dass Abu Akleh in seit mehr als 20 Jahren in der Region arbeitete, ohne dass ihr etwas zustieß. Dasselbe gilt, sagte er, für die anderen Auslandsjournalisten in Israel. Er merkte auch an, dass ihr Arbeitgeber, „Al-Jazira, ein Sender, der von einem israelfeindlichen islamistischen Staat betrieben wird, ständige Mitarbeiter in Israel hat, die von dem Staat geschützt werden, den der Sender regelmäßig verleumdet.“

Israel hat eine der höchsten Anzahlen an Auslandsjournalisten pro Kopf der Bevölkerung weltweit. Viele sind kritisch, einige nach außen feindselig gegenüber Israel; trotzdem wird ihnen nicht verboten aus Israel oder den umstrittenen Gebieten zu berichten. Wollte Israel Reporter töten, die Negatives über das Land schreiben, wären Dutzende tot. Die Vorstellung, dass die Regierung Journalisten absichtlich ins Visier nimmt, ist grotesk.

Stellen Sie sich vor, Israels Außenministerium würde Äußerungen veröffentlichen, mit denen die USA aufgefordert würden ihre Einsatzregeln infolge der von ihren Streitkräften verursachten Opfer zu überprüfen. Das würde nie geschehen.

Es war gut zu sehen, dass Premierminister Yair Lapid für die Souveränität seines Landes einsteht, indem er erklärte: „Niemand wird uns unsere Politik zu Eröffnung von Feuer diktieren, wenn wir um unser Leben kämpfen. Unsere Soldaten haben vollen Rückhalt der Regierung und des Volks Israels.“ Er fügte hinzu: „Ich werde nicht zulassen, dass ein IDF-Soldat, der sich vor terroristischem Feuer schützt, bestraft wird, um Applaus aus dem Ausland zu erhalten.“

Ähnlich sagte Gantz zurecht: „Der Generalstabschef und nur er bestimmt und wird weiter die Regeln zur Eröffnung des Feuers bestimmen und zwar in Übereinstimmung mit den operationellen Notwendigkeiten und den Werten der IDF, einschließlich der Reinheit der Waffen… Es gab keine politische Einmischung in der Sache und wird auch nie eine solche geben.“

Bemerkenswert ist, dass General Martin Dempsey, der US-Generalstabschef, nach dem Krieg im Gazastreifen 2014 davon redete, dass „Israel außergewöhnlich viel unternahm, um Kollateralschäden und zivile Opfer zu vermeiden“. Das Pentagon, sagte er, schickte ein Offiziersteam nach Israel, um Lektionen aus den Kämpfen zu ziehen, einschließlich „Maßnahmen, die sei unternahmen, um zivile Opfer zu verhindern“.

Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter. Dennoch müssen Amerikas Führer daran erinnert werden, dass Israel ein souveräner Staat ist, wie es Menachem Begin machte, nachdem die Administration Reagan eine Reihe Maßnahmen traf, um Israel für die Annexion der Golanhöhen zu bestrafen. „Sind wir euer Vasallenstaat? Sind wir eine Bananenrepublik?“, fragte er den US-Botschafter in Israel. „Wir sind stark genug“, erklärte Begin, „um unsere Unabhängigkeit zu verteidigen und unsere Rechte zu verteidigen.“

Würden die USA sich jemals dazu herablassen Großbritannien, Deutschland oder Frankreich vorzuschreiben, wie ihr Militär seine Aufgaben erledigen soll?

Nein, was die Herangehensweise gegenüber Israel zu zweierlei Maß macht, eines der Beispiele für Antisemitismus in der Arbeitsdefinition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), die vom US-Außenministerium verwendet wird.

Bevor die Sondergesandte zur Beobachtung und Bekämpfung von Antisemitismus, Deborah Lipstadt, eine weitere Auslandsreise unternimmt, sollte sie im eigenen Haus aufräumen.

Israel zeigt Beweise für den Verwendung ziviler Orte durch die Hamas

Hugh Fitzgerald, Jihad Watch,1. August 2022

Während des Konflikts zwischen Israel und der Hamas im Mai 2021fanden die Israelis sich oft in der Lage Hamas-Schlupflöcher – für Waffen wie für Kämpfer – bombardieren zu müssen, die sich nahe von Schulen, Krankenhäusern, Wohngebäude und Moscheen befanden. Die IDF unternahm alles, um zivile Opfer zu minimieren, indem sie die Gazaner vor bevorstehenden Angriffen auf bestimmte Ziele warnte, indem sie sie anrief, Flugblätter abwarfen, E-Mails schickte und die Technik „auf dem Dach anklopfen“ anwandte, damit die Leute rechtzeitig dort weggehen konnten. Aber ein Großteil der Welt verurteilte Israel trotzdem wegen seiner Angriffe unter ignorierten der Tatsache, dass es die Hamas war, die die Zivilisten gefährdete, indem sie sich entschied ihre Waffen, Raketenwerfer und Kämpfer bewusst unter ihnen zu stationieren.

Jetzt hat Israel beschlossen der Welt genau offenzulegen, wo die Hamas sich nahe an oder in bzw. unter zivilen Gebäuden zu positioniert hat, was an sich schon ein Kriegsverbrechen ist. Ein Bericht zu dieser proleptischen Offenbarung findet sich hier: „Israel Reveals Hamas Infrastructure in Civilian Areas Used to Launch Terror Attacks“ (Israel offenbart Hamas-Infrastruktur in zivilen Gebieten, die für Terroranschlägen verwendet wird“) von Sharon Wrobel, Algemeiner, 27. Juli 2022:

Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz drängte die Weltgemeinschaft am Mittwoch der Hamas einen „hohen Preis“ abzuverlangen, als das israelische Militär Beweise enthüllte, mit denen es behauptete zu zeigen, wie die Terrororganisation Operationen nahe ziviler Stellen im Gazastreifen ausführt, was das Leben palästinensischer Einwohner riskiert…

Ein Vertreter der IDF legte Drohnenaufnahmen vor, die mutmaßliche Militärstandorte der Hamas im Herzen dicht besiedelter ziviler Bereiche im Gazastreifen zeigen.

Die IDF hat lange argumentiert, dass die Hamas zivile Örtlichkeiten für militärische Zwecke verwendet. Während der Feindseligkeiten mit der Terrorgruppe vom letzten Mai erhielt Israel harsche internationale Kritik für sein Handeln während der elftägigen Operation Hüter der Mauern, zu dem die Bombardierung eines Gebäudes gehörte, in dem sich das Büro von Associated Press im Gazastreifen befand. Das Gebäude al-Jalaa, von dem die IDF behauptete, es werde von der Hamas für geheimdienstliche Zwecke benutzt, wurde vor dem Angriff evakuiert, wodurch Zivilisten ungeschädigt blieben.

Der übliche Aufruhr wegen des Angriffs auf das al-Jalaa-Gebäude spiegelte die Tatsache, dass die Nachrichtenagentur Associated Press ihren Hauptsitz in dem Gebäude hatte und die Agentur behauptete, es habe sich um ein rein „ziviles“ Gebäude gehandelt, offensichtlich in Unkenntnis, dass sich darin ebenfalls eine Schlüssel-Kommandozentrale der Hamas befand, wie Israel deutlich machte. Trotz der Erklärung Israels lehnten es Führungskräfte der AP ab ihren Bericht zu akzeptieren und bestanden weiter darauf, al-Jalaa sei ein rein ziviles Gebäude voller Büros westlicher Medien gewesen.

Ein internationalen Reportern am Mittwoch vorgelegtes Beispiel zeigte Aufnahmen eines Hamas-Terrortunnels im Viertel Zabara von Gaza-Stadt – direkt unter einer UNRWA-Schule und einer katholischen Schule, die als Notfall-Bunker dienen; er erstreckte sich entlang eines medizinischen Lagerkomplexes sowie einem zentralen Ambulanz-Zentrum.

Ein separater, zur Lagerung von Waffen und Munition und zur Mobilisierung von Hamas-Kämpfern genutzter Tunnel wurde in Jabalia, nördlich von Gaza-Stadt, aufgedeckt, direkt neben einer Pepsi-Fabrik und einer UNRWA-Schule.

In weiteren Aufnahmen aus dem Viertel Schuja’iyya im östlichen Gazastreifen ist die Öffnung eines Terrortunnels nahe an der Schahid Fatehi Aschkeloni-Moschee  und 70 Meter von der Gamal Abdel al-Nasser-Schule zu sehen, die Klassenräume und Außen-Sportanlagen beherbergt. Der in den Tunnel führende Schacht befand sich im Haus eines Hamas-Terroristen, sagte ein Vertreter der IDF:

Die Präsentation zeigte auch eine Hamas-Waffenwerkstatt nahe des al-Schifa-Krankenhauses im Gazastreifen – einem Bereich, wo nach Schätzung des IDF-Vertreters einen Explosion hunderte Zivilisten töten und die Gesundheits-Infrastruktur beschädigen könnte.

Die Welt, die Israel im Mai 2021 wegen seiner Angriffe auf sogenannte „zivile Ziele“ so schnell verurteilte, ist jetzt von der IDF vollständig über die Verwendung ziviler Orte durch die Hamas informiert worden, an denen diese ihre Kämpfer, ihre Waffenlager, ihre Waffenwerkstätten, ihre Kommando- und Kontrollzentren untergebracht hat, über wie auch unter der Erde. Israel hat beschlossen vor der unvermeidbar nächsten Runde der Feindseligkeiten deutlich zu machen, dass diese Stellen in einem weiteren von der Hamas begonnenen Krieg notwendigerweise beschossen werden, die IDF allerdings wie immer Einwohner vor unmittelbar bevorstehenden Angriffen warnen wird, damit sie sie verlassen können. Israel hat die Beweise für die Verstecke der Hamas in und um zivile Einrichtungen vorgelegt. Wer wird dem jetzt Beachtung schenken?

Aber es ist nicht nur diese große Welt der Israel-Kritiker, die die umfangreichen Beweise – Fotos, die alles sehenden Drohnen aufgenommen wurden – vorgelegt und deutlich die Nutzung ziviler Orte durch die Hamas gezeigt bekam und die daraus resultierende gezielte Gefährdung von Zivilisten zu begreifen in der Lage ist. Es sind die Palästinenser des Gazastreifens, die das volle Ausmaß der Gleichgültigkeit der Hamas gegenüber ihren Leben und Wohlergehen jetzt kennen, was sie dazu bringen könnte darüber nachzudenken, ob ihre Loyalität der Terrorgruppe gegenüber – die ihnen gegenüber keinerlei Loyalität gezeigt hat – nicht doch unangebracht ist.

David zieht in den Krieg

Ein persönlicher Bericht zum 40. Jahrestag des Ersten Libanonkriegs 1982

David E. Kaplan, Lay of the Land, 27. Juli 2022

Als Israel vor 40 Jahren, am 6. Juni 1982, die Operation Frieden für Galiäa (Schlom HaGalil), auch bekannt als Erster Libanonkrieg, gegen palästinensische Terroristen im Südlibanon begann, war der 27-jährige David David bei seinen Eltern in Holon; er hatte gerade seinen Abschluss in Ingenieurswissenschaften am renommierten Technion in Haifa gemacht. Als Reservist der Armee, der „lange vergessen hatte, wie es ist die Uniform zu tragen“, war Krieg „für mich so weit weg wie irgendwas“. Ja, wie jeder in Israel war er aus den Nachrichten nach dem Mordversuch am israelischen Botschafter in London durch eine der Terrororganisationen, die aus dem Libanon heraus arbeiteten, auf dem aktuellen Stand. Nur ein Jahr zuvor, am 10. Juli 1981, begann die im Libanon sitzende PLO den Norden Israels mit Katjuscha-Raketen und 130mm-Artillerie zu beschießen. Es folgten Perioden, in denen die Zivilisten im Norden in Bunkern leben mussten oder, wie viele es machten, in den Süden zogen, um dem Terror zu entkommen.

Israelische Truppen im Libanon 1982 (Foto: Michael Zarfati/IDF-Sprechereinheit)

Es war einen unhaltbare Situation!

All das hatte der junge Diplom-Ingenieur allerdings nicht im Sinn. Statt sich bezüglich der Nachrichten auf dem Laufenden zu halten, fing er Wellen beim Surfen am Strand von Tel Aviv.

Es mitten im Sommer, was hieß, dass es Zeit für Spaß war.

Die Wirklichkeit traf – buchstäblich und im übertragenen Sinne – als er vom Strand zurückkam, kam seine aufgelöste Mutter mit Papieren in der Hand zu ihm:

„Du bis einberufen.“

Sowohl Davids Vater als auch seine Mutter hatten den „Farhud“ überlebt – das gewalttätige Pogrom, das im Irak am 1. und 2. Juni 1941 an der jüdischen Bevölkerung von Bagdad verübt wurde. Sie ließen alles zurück – ihr Leben und ihren Lebensunterhalt, sie entkamen in den neuen Staat Israel – einen Ort der Rettung von Juden. Aber wo immer es Juden gibt, ist es nie ganz sicher und ihr Sohn David war weg, in den Krieg.

Haarsträubende Erfahrung

„Es war lustig; wenn du einberufen wirst, wird erwartet, dass du dir die Haare schneiden lässt. Ich nicht; ich war argwöhnisch, was das Kürzen meiner Locken  angeht, bevor ich in den Krieg zog; vielleicht war es das Samson-Syndrom, als zog ich in Uniform in den Libanon, aber mit einer schwarzen, afro-hippie-artigen Frisur“, erzählt David, dessen Eltern auf ihren biblischen Nachnamen so stolz waren, dass er eine Wiederholung verdiente – daher David David!

Auf der Straße nach Beirut „versuchte ein CNN-Korrespondent mich zu interviewen. Er merkte an, er fände es seltsam, dass in der israelischen Armee einige keine Haare haben und du hast so viel. Ich erklärte, dass ich Reservesoldat war und direkt vom Strand käme. Hautsächlich sagte ich ihm, ‚ich bin hier, mit der ohne Haare.“

David David, der es ablehnte sein langes Haar abzuschneiden, 1982 im Libanon.

Krieg ist zwar hässlich, aber David ist stolz darauf, wie er und seine Kameraden sich verhielten. Er bringt Beispiele:

„Unser Essenslaster wurde auf dem Weg nach Beirut bombardiert und da waren wir, 30 von uns, ohne Essen und wir kamen an einen Supermarkt. Alles, was ich wollte, war Milch und etwas Schokolade. Wir rechneten kollektiv laut den Wechselkurs aus, weil wir nur israelisches Geld hatten. Der Ladeninhaber hatte Angst; all diese Soldaten mit Schusswaffen, die laut auf Hebräisch redeten; er erwartete das Schlimmste. Er war überwältigt, als der Buchhalter in unserer Gruppe mit dem ganzen Geld, das wir gesammelt hatten, zu ihm ging und auf Arabisch sagte: ‚Wir haben nichts in deiner Währung, aber das ist gleich viel in unserer, das kannst du wechseln.‘ Er konnte es nicht glauben. Brach in ein Lächeln aus, so erleichtert war er. Ich bezweifle, dass irgendwelche Soldaten früherer einmarschierender Armeen die Jahrtausende hindurch sich je so verhalten haben.“

Bei einer anderen Gelegenheit war David in seinem gepanzerten Fahrzeug und fuhr durch ein palästinensisches Flüchtlingslager. Das war während eines späteren Reservedienstes im Libanon und im Winter. „Uns war es wichtig, wenn wir Kinder sahen, dass wir anhielten und ihnen Essen anboten, wenn wir etwas hatten. Bei einer Gelegenheit kamen wir an einen Kindergarten und plötzlich fing es an heftig zu regnen. Alle Kinder wurden wegen des Wolkenbruchs hineingebracht, aber auch, weil sie uns Soldaten sahen und in dem Tumult blieb ein kleines Mädchen weinend allein draußen im Regen zurück. Obwohl es gefährlich war so exponiert in einem ungeschützten Gebiet anzuhalten, machten wir das und ich sagte: „Passt gut auf, ich bringe das Mädchen rein.“ Ich stieg aus, nahm die kleine Hand des zitternden und frierenden Mädchens und klopfte an die Tür des Kindergartens. Die Erzieherin öffnete etwas, sah erschrocken aus und dann überrascht, als sie mich sah – ein Soldat, der das Mädchen an der Hand hielt. Sie griff das Kind und schloss die Tür, als versuchte sie gleichzeitig die Komplexität des Krieges draußen zu lassen. Ich denke oft an das kleine Mädchen, das heute rund 44 Jahre alt sein dürfte, selbst Mutter und möglicherweise Großmutter. Würde sie sich überhaupt an den Vorfall erinnern und wenn ja, was würde sie denken?“

David David (Mitte) während des Kriegs im Libanon mit seinen Kameraden.

Die Frage, welche Auswirkungen der Krieg hatte, beantwortet David: Jedes Jahr am Yom Ha’atzmaut (Unabhängigkeitstag) während des festlichen Feuerwerks „denke ich an den Libanon. Das Wumm Wumm des Feuerwerks erinnert mich an den Lärm von Artilleriegranaten, die um mich herum fielen. Dieses Jahr erlebte ich das nicht und dann erkannte ich, dass das Feuerwerk dieses Jahr aus Rücksicht auf die Hunde, die traumatisiert werden, still war.“

David David und ein Kamerad auf seinem Panzerfahrzeug im Libanon.

David hat Grund an einen Schutzengel zu glauben, der über ihn wacht. In der zweiten Kriegswoche erhielt er einen kurzen Fronturlaub, um an einer Hochzeit in der Familie teilzunehmen.

David war kaum in den Egged-Bus gestiegen, den das Militär abgestellt hatte, als ihm vom Fahrer gesagt er solle auszusteigen. Er durfte nur 25 Passagiere mitnehmen, David war Nummer 26. „Ich versuchte zu argumentieren; bot an mich auf den Boden zu setzen, aber der Fahrer lehnte ab.“ David stieg aus dem Bus und war aufgebracht, dass er die Hochzeit verpassen könnte, als er einen Militärlaster bemerkte, der gerade nach Rosch Hanikra abfahren wollte, der nördlichsten israelischen Stadt an der israelisch-libanesischen Grenze. Er hatte große Reifen auf der Landefläche. „Ich bettelte den Fahrer an mich mitzunehmen; er antwortete, wenn es mir nichts ausmachen würde mich zu den Reifen zu kauern.“

Das rettete David möglicherweise das Leben!

„Wir fuhren los und nach rund 500 Metern trafen zwei Raketen den Bus, in dem ich gesessen hätte, was viele Opfer verursachte. Die Reifen schützten mich vor dem größten Teil der Druckwelle mit Splittern, die in mein Gesicht und die Finger eidrangen. Ich habe immer noch ein Stück im Finger und jedes Mal, wenn das weh tut, erinnert es mich an den Krieg.“

David schaffte es noch zu der Hochzeit zu kommen und kehrte einen Tag später in einem IDF-Militärhubschrauber zurück. „Sobald wir im libanesischen Luftraum waren, gab es heftiges Feindfeuer und Raketen, aber die Crew unternahm all die notwendigen Ausweichmanöver, um die anfliegenden Raketen abzulenken und wir landeten sicher. Es war sehr furchteinflößend. Das war eine irre Hochzeit – sowohl dorthin und wieder zurück zu kommen!“

Die Straße nach Damaskus

Es gab für David Momente auf dieser Straße, aber kaum das, was man mit biblischen Offenbarungen ähnlich beschreiben kann. David kann ehrlich behaupten 25 syrische Soldaten gefangen genommen zu haben, ohne eine einzige Kugel zu verschießen oder irgendjemanden zu verletzen. Er war zuständig für einen wichtigen machsom (eine militärische Straßensperre) in Bhamdoun, östlich von Beirut. „Jeder auf dem Weg nach Syrien musste da durch. Ich untersuchte alle Ausweispapiere und Reisedokumente und meine guten Arabischkenntnisse, weil ich es in der Schule gelernt hatte, leisteten mir gute Dienste. Eines Tages kam eine Gruppe von 25 Männern an der Straßensperre an und jeder legte mir seine Papiere vor. Sie erklärten, sie seien im Libanon gewesen und kehrten jetzt nach Syrien zurück. Ich bemerkte in jedem ihrer Auseise dasselbe Wort, جندي (jundi), von dem ich wusste, es bedeutet ‚Soldat‘. Ich folgerte, dass dies eine syrische Kommandoeinheit war, hinter unseren israelischen Linien zurückgeblieben und sie versuchten auf ihr Gebiet zurückzukommen. Sie hatten offensichtlich ihre Waffen und Uniformen weggeworfen und zivile Kleidung gefunden. Ohne Alarm zu schlagen rief ich über Funk Leute vom Schabak (Geheimdienst) dazu, der schnell ankamen und die Gruppe als gefangengenommene Syrer wegführte.“

Auf der Straße nach Damaskus: David und dahinter ein Konvoi.

Wenn er nicht mit dem Feind zu tun hatte, war Bhamdoun voller Überraschungen. „Wir hatten keinen Zugang zu Duschen, kamen aber an eine Villa mit einem Swimmingpool mit Wasser aus einer natürlichen heißen Quelle. Das war echter Genuss.“

Ebenfalls verlassen war „eine Synagoge, die wir entdeckten. Sie wurde einst von Juden genutzt, die den Ferienort besuchten. Wir ehrten ihre Vergangenheit damit, dass einige von uns außerhalb ihrer Mauern beteten.“

Etwas weniger ernst: „Ein IDF-Bulldozer hatte gerade einen Graben in der Nähe unseres Checkpoints fertiggestellt, als der Fahrer einen nahe gelegenen Hügel hochsah, einige Soldaten erblickte und sagte. ‚Ich bin hier fertig; ich fahre dorthin.‘ Ich sagte ihm scherzend: ‚Vielleicht kommst du zurück, vielleicht aber auch nicht.‘ Er fragte: ‚Was redest du da?‘ Ich sagte, dass seien Syrer. ‚WAS?‘, brüllte er. Er hatte nie gemerkt, wie nahe an der Front er sich befand. Er sagte: ‚Ich bin weg hier.‘ Er drehte seinen Bulldozer um und machte sich in Richtung Beirut davon.“

David David (2. v. links) und seine Soldatenkameraden entdeckten in Bhamdoun, östlich von Beirut, eine verlassene Synagoge.

Gedrängt zu sagen, was ihm durch den Krieg half, antwortete David:

„Das war Humor – oft sehr schwarzer Humor. Schau, wir hatten kein richtiges Essen; keinen Ort zum Duschen; mussten richtig schlafen, aber was wir machten, taten wir mit sehr hoher Moral und Humor. Wir erzählten immer Witze und lustige Geschichten und über alles lachten wir laut. Das ist das, wie wir den Krieg überstanden. Außerdem auch Geschichten aus unserem Leben zu erzählen.“

Ohne Zugang zu Duschen fanden David David und seine Kameraden eine verlassene Villa mit einem privaten Swimmingpool.

In Verbindung der beiden erklärt David, wann immer jemand ein Paket von seinen Lieben erhielt, war das „etwas grosses, das mit allen geteilt wurde. Es wurde vor allen anderen geöffnet. Eines Tages erhielt einer von uns ein Paket von seiner Freundin. Wir saßen in einer Kirschplantage; der ganze Libanon schien eine große Kirschplantage zu sein – sie waren überall. Jedenfalls öffnete er sein Paket von seiner Lieben und darin befand sich nichts außer einer Schachtel Kirschen mit einer Notiz ‚Weil ich so süß bin, weiß ich, dass wird dich an mich erinnern.‘ Wir konnten nicht aufhören zu lachen; sogar die Syrer müssen uns gehört haben.“

Seine Lieben zu vermissen wurde bei einer Gelegenheit gemildert, als aus heiterem Himmel ein IDF-Mobilfunk-LKW an Davids Basis ankam und „wir einen Tag lang Zugang zum ihm hatten, um unsere Familien, Freunde und Mädchen anzurufen. So abgeschnitten, wie wir waren, war es wunderbar und wir wollten den LKW nicht verlassen. Und dann geschah ein Wunder. Am Ende des Tages konnte der Laster nicht wegfahren, es gab ein Problem mit dem Motor, aber natürlich kein Problem mit den Telefonen. Drei Tage lang konnten wir die Telefone nutzen. Bis heute bin ich überzeugt, dass es kein ‚Wunder‘ war, sondern ein talentierter Soldat unserer Einheit, der listig den Motor des Lasters außer Betrieb setzte. Schließlich sind wir Israelis!“

„Die Stimmung war echt gut“, sagt David David, der hier mit seinen Kameraden irgendwo im Libanon entspannt.

Epilog

Vierzig Jahre später gibt es für Israel immer noch keinen Frieden mit dem Libanon. Früher wurde fälschlich angenommen, der Libanon würde „das zweite Land sein, das mit Israel Frieden schließt“. Das hat sich als nicht zutreffend erwiesen. Unter dem Zugriff der Hisbollah und des Iran könnte es sich als das Letzte erweisen.

Aber auf die Frage, ob es eines Tages Frieden geben wird, lautet die die Antwort meines guten Freundes David David, der mit seiner in Südafrika geborenen Ehefrau Henrietta (geborenen Wolffe) aus Kapstadt in Rischon LeZion lebt:

„Ich hoffe es; und wenn es ihn gibt, wird das erste sein, was ich tun werde, meine Familie dorthin zu bringen, um all die Orte zu sehen, wo ich war. Das Land ist wunderschön – Bäume, Wasser, Berge. Es ist atemberaubend. Das ist das Paradox, dass es dort auch einen Krieg mit der Schönheit gibt. Nicht nur mit Israel, sonder mehr mit sich selbst. Wenn der Krieg ganz vorbei ist, werde ich zurückkehren.“

Das Dienstabzeichen der Soldaten der Operation Frieden für Galiläa („Schlom HaGalil“) (1982)