Palästinenser gegen alle anderen: Die selektive Empörung der Medien, wenn Israel nicht beteiligt ist

HonestReporting, 26. Juli 2021

Im April 2015 gab Ahmed Tibi, ein Mitglied der Arabischen Gemeinsamen Liste des israelischen Parlaments, eine gewichtige Erklärung ab, mit der er die Kriegsverbrechen des Islamischen Staats (ISIS) an der syrisch-palästinensischen Bevölkerung verurteilte. „Was im Lager Yarmuk geschieht, ist ein Verbrechen gegen die Menschheit“, sagte er unter Bezugnahme auf die gewalttätige Übernahme des Flüchtlingslagers nahe Damaskus nur wenige Tage zuvor.

„Mehr als tausend Palästinenser wurden getötet“, versicherte Tibi.

Es fällt auf, dass diese Äußerung von praktisch allen Medien außerhalb Israels ignoriert wurde; die einzige Ausnahme war der Washington Examiner, der als einige große Nachrichten-Website Tibis Kommentare erwähnte. Die Tatsache, dass die Kommentare nicht berichtet wurden, war besonders bemerkenswert, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Medien oft und ausgiebig alle seine Behauptungen über angebliche, von Israel begangene Verbrechen an Palästinensern berichteten (siehe z.B. hier, hier und hier).

Offenbar verdienen angebliche Verbrechen, die von Israel an Palästinensern begangen werden, mehr Aufmerksamkeit der Medien als tatsächliche Gräueltaten, die von anderen Akteuren an ihnen begangen werden.

Bevor 2011 der syrische Bürgerkrieg ausbrach, war Yarmuk Heimat für rund 160.000 palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen, was es zur größten solchen Gemeinschaft im Land macht. Das Lager wurde ursprünglich 1957 gegründet und hatte das Ziel arabische Flüchtlinge vor Israels Unabhängigkeitskrieg von 1948 zu beherbergen, bei dem fünf arabische Armeen den jungen jüdischen Staat angriffen.

Der syrische Bürgerkrieg zerstörte Yarmuk komplett. Bis Januar 2019 waren nur ein „paar Dutzend Familien“ im Lager übrig, es gab nur noch ausgebombte Gebäude und Schutt.

Nach Zusammenstößen zwischen Kräften von Anhängern und Gegnern Baschar al-Assads verhängte die syrische Regierung eine Belagerung des Bereichs. Zwischen Juli 2013 und Februar 2014 verzeichnete Amnesty International 194 Tote in Yarmuk, darunter 12 Babys, sechs Kinder und 41 alte Menschen. Zwei Drittel verhungerten; andere starben wegen fehlender medizinischer Behandlungen. In den folgenden Jahren brachten sich intensivierende Zusammenstöße, Luftangriffe und Artilleriebeschuss weitere Zerstörung und trieben die Todesopfer in Yarmuk auf geschätzte 1.458 hoch.

„Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat mehr von uns getötet als Israel es in seinem letzten Krieg gegen den Gazastreifen gemacht hat“, sagte ein palästinensischer Flüchtling der New York Times am 16. Dezember 2012.

Eine große Datenanalyse durch HonstReporting offenbart hingegen, dass die meisten prominenten Medienorgane diese palästinensischen Toten weitgehend übersehen haben. Zum Beispiel erwähnten, als das syrische Regime während einer einwöchigen Bombardierungskampagne auf Yarmuk 20 Zivilisten tötete, nur fünf Artikel die getöteten palästinensischen Zivilisten.

Dann übernahmen während des Angriffs der Regierung auf Yarmuk im April 2015 Terroristen des Islamischen Staats für kurze Zeit die Kontrolle über das Lager. Nach Angaben des Botschafters der Palästinensischen Befreiungsorganisation in Syrien, Anwar Abed al-Hadi, hat ISIS palästinensische Bewohner „hingerichtet, geköpft und vergewaltigt“. Diese Behauptungen wurden von palästinensischen Quellen vor Ort bestätigt, erhielt jedoch wenig bis keine Aufmerksamkeit seitens der Mainstream-Medien.

Die Verbrechen von ISIS an Palästinensern beschränkten sich nicht auf den Angriff auf Yarmuk. Nach Angaben von UNRWA, der UNO-Organisation für palästinensische Flüchtlinge, töteten Bomben des Islamischen Staats von Januar bis Juni 2016 in der Umgebung von Qabr Essit – einem weiteren Flüchtlingslager in den Außenbezirken von Damaskus – mindestens 36 Palästinenser.

Eine Analyse von HonestReporting stellte fest, dass diese palästinensischen Opfer von ISIS-Gräueltaten von großen Medien wie der New York Times, der Washington Post, CNN, Los Angeles Times, Associated Press, Reuters, der BBC und anderen nicht ein einziges Mal erwähnt wurden.

Bei Verbrechen der Hamas gegen die Palästinenser wegsehen

Genauso schienen viele Medienorgane Verbrechen einen Persilschein zu geben, die von der Hamas an Palästinenser begangen werden, also von der Terrororganisation, die den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt regiert. Am 24. Juli 2021 riefen Palästinenser in der Küstenenklave die Hamas und andere bewaffnete Gruppen auf, aufzuhören Waffen in Wohngebieten zu lagern. Der seltene Aufschrei folgte einer großen Explosion im Al-Zawiya-Markt in Gaza Stadt, bei dem eine Person getötet und 14 weitere verletzt wurden.

Obwohl mehrere Medien schnell über die Explosion berichteten (siehe hier, hier und hier), entschieden sie sich später die Nachrichten über die wahrscheinliche Beteiligung palästinensischer Terrorgruppen zu ignorieren.

Tatsächlich offenbart eine Untersuchung der journalistischen Berichterstattung über den Gazastreifen ein Muster selektiver Berichte, wenn es um palästinensisches Leid geht. Als zum Beispiel ein Gaza-Teenager letztes Jahr von einem Sprengsatz getötet wurde, an dem er arbeitete, wurde in den Medien dieser Vorfall nicht erwähnt, der offenbart, wie die Terrorgruppen im Gazastreifen Minderjährige für sich rekrutieren – eine Tat, die ein Kriegsverbrechen darstellt.

Und im Kontext des Gaza-Konflikts vom Mai 2021 gingen Organe wie die New York Times einen Schritt weiter: Sie spielten aktiv die Verbrechen der Hamas an deren eigener Bevölkerung herunter (siehe hier und hier).

Das syrische Regime und Terrororganisationen wie ISIS und Hamas sind für ihre völkermörderischen Taktiken und Menschenrechtsverletzungen bekannt. Dennoch scheinen große Nachrichtenorgane anscheinend blind gegenüber dem Leid gewöhnlicher Palästinenser, die in ihr Fadenkreuz geraten.

Die Medien-Apathie erstreckt sich allerdings auch auf vom Westen unterstützte Regierungen. Zum Beispiel geht es Palästinensern nicht sonderlich besser, die unter der autoritären Herrschaft der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in der Westbank leben. Aber während der Tod von Nizar Banat, einem palästinensischen Menschenrechts-Aktivisten, der in PA-Gewahrsam starb, Anfang des Monats beträchtliche Berichterstattung erhielt (siehe hier, hier und hier), war die den Menschenrechtsverletzungen der PA gewidmeten Aufmerksamkeit flüchtig.

Wo waren diese Presseorgane, als die USA Ramallah beschuldigten gegen Teilnehmer des Wirtschafts-Workshops „Frieden zu Wohlstand“ in Bahrain vorzugehen – und sie in einigen Fällen folterte – ein Paukenschlag von einem Vorwurf, der nur in Israel Schlagzeilen machte?

Wenn Israel nicht beteiligt ist, scheint Schweigen eher die Faustregel zu sein als die Ausnahme. Es scheint fast so, als ob einige palästinensische Leben mehr zählen als andere.

Israelfeindlicher Propaganda-Versager des Tages: Eiskrem-Ausgabe

David Lange, Israellycool, 28. Juli 2021

Diese Karikatur des Antisemiten Carlos Latuff ist absolut ein Propaganda-Versager:

Scheint so, dass Latuff nie das Memo bekam, dass Naftali Bennett – nicht Benjamin Netanyahu – seit mehr als einem Monat Israels Premierminister ist und derjenige war, der auf die jüngste Entscheidung von Ben & Jerry’s reagierte. Nicht nur das: Bennett bezeichnete Ben & Jerry’s nicht als „Terroristen“ – der neue israelische Präsident Isaak Herzog kam dem nahe, als er sagte: „Der Boykott Israels ist eine neue Art des Terrorismus, Wirtschafts-Terrorismus.“ Ist aber nicht genau dasselbe.

Zufälligerweise ist alles, was der ehemalige Premier Netanyahu zu Ben & Jerry’s zu sagen hatte, das hier:

Jetzt wissen wir Israelis, welches Eis wir NICHT kaufen sollten.

Mit anderen Worten: Carlos Latuff ist nicht nur Antisemit; er ist auch noch Nichtswisser.

Die vielen Gesichter des Jihad

Raymond Ibrahim, 26 August 2019 (FrontPage Magazine)

Eine der langjährigsten Rechtfertigungen für den Islam lautet, dass das arabische Wort Jihad nicht „heiliger Krieg“ bedeutet, wie frühe Forscher (zumeist Orientalisten) es oft übersetzten. Stattdessen, werden wir wiederholt erinnert – besonders von den notorischen Weißwäschern des Islam – dass Jihad einfach „sich bemühen“ für etwas bedeutet, ohne notwendige Konnotation zu Gewalt.

Das stimmt zwar absolut, doch ironischerweise unterstreicht es auch nur, wie gefährlich, vielgesichtig und zersetzend der Jihad in Wahrheit ist.

Lassen Sie uns mit der Ethymologie beginnen. So übersetzt das maßgebliche Dictionary of Modern Written Arabic von Hans Wehr die Drei-Konsonanten-Wurzel j-h-d (von der das Wort Jihad sich ableitet): „streben, sich bemühen, hart arbeiten, bestrebt sein, und sich wegen oder für etwas [nämlich dem Islam] erschöpfen“.

1961 veröffentlicht – das heißt vor dem Zeitalter der politischen Korrektheit – legt das akademisch rigorose Wörterbuch auch Wert darauf, unter j-h-d und das passende Wort jihad zu schreiben und dieses als „Kampf, Schlacht“ zu übersetzen; „Jihad, heiliger Krieg gegen die Ungläubigen als eine religiöse Pflicht“.

Es gibt einen sehr guten Grund für diese eingetragene Unterkategorie. Historisch offenbarte sich der Jihad natürlich als ein „heiliger Krieg gegen Ungläubige“; er kreiste um die Ausweitung (gelegentlich, wie während der Kreuzzüge, Verteidigung) der Grenzen des Islam.

Jahrhundert um Jahrhundert bestand die einzige Art, wie muslimische Imperien auf nichtmuslimisches Territorium ausgedehnt werden konnten, in offensiver Kriegsführung. Nichtmuslime, pflichteifrig ihrem Glaubens und Erbe gegenüber, wollten sich dem Islam nicht ohne Kampf unterwerfen; Militär – islamische Invasion und Eroberung – war die einzige Möglichkeit.

Die Zeiten haben sich geändert. Mit dem modernen, meteorhaften Aufstieg des Westens – wirtschaftlich, militärisch und wissenschaftlich – hat eine laxe, wenn nicht gar leichtgläubige Einstellung obsiegt, die es einigen Muslime erlaubt mit der Wurzel der Bedeutung des Jihad zu spielen. Wenn sie den Ungläubigen nicht länger mit Hilfe von konventionellem Krieg unterwerfen können, dann können sie zumindest aus der erwähnten Definition zitieren: „sich bemühen, hart arbeiten, bestrebt sein, und sich wegen oder wegen etwas erschöpfen“ – und zwar den Islam stärker als den Westen zu machen. xxx

Eine der offensichtlichsten Möglichkeiten, die sowohl im Koran als den Hadithen empfohlen wird, kennt man als jihad al-mal – der „Geld-Jihad“. Statt physisch am Jihad teilzunehmen, unterstützt ein Muslim ihn finanziell oder materiell. Das war früher die Verantwortung des Kalifats; heutzutage und ohne Kalifat finanzieren Alltagsmuslime – einschließlich der im Westen lebenden – den Jihad mit ihren zakat oder „Almosen“. Zum Beispiel wies die US-Regierung die Holy Land Foundation – einst die größte islamische Wohlfahrtsorganisation in den USA – als Terrororganisation aus, die sich der Finanzierung des Jihad/Terrorismus gegen Israel widmete.

Zwei andere „Unternehmungen“ sind subtiler. Früher nutzlos gegen Europäer der Vormoderne, sind sie heute beide höchst effektiv gegen deren westliche Nachkommen – und werden von diesen weithin ignoriert.

Die erste ist der demografische Jihad – auch als „Baby-Jihad“ bekannt (jihad al-wilada). Muslimische Männer „streben“ danach sich mit so vielen Frauen wie möglich zu vermehren – muslimisch oder nichtmuslimisch – um die Reihen der Muslime gegenüber zunehmend  unreproduktiven Ungläubigen zu ehren. Das ist nicht nur eine wollüstige Rationalisierung für rechtswidrigen Sex; islamische Geistliche loben dieses „Bemühen“ als legitimen Jihad. Sein Erfolg ist in Westeuropa sichtbar, wo einige Regionen heute mehr neugeborene Babys namens Mohammed haben als traditionelle, lokale Namen. Das ist der wahre Impuls hinter dem Mantra „der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion der Welt“.

Die andere besonders effektive Form des „Strebens“ hat viele arabische Namen, jihad al-kalam, jihad al-lissan, jihad al-galan –der Jihad der Worte, der Zungen, der Stifte – und kann mit Hilfe eines einzelnen Wortes verstanden werden: Propaganda. Ob schriftlich oder mündlich, hier besteht der Hauptzweck der Muslime darin den Islam mächtig zu machen und/oder den Westen zu demoralisieren. Dieser Jihad taucht in der Regel als Verteidigung des Islam und Polemik gegen den Westen auf – und vieles davon ist durch und durch gelogen ist; er kommt von muslimischen Akademikern, Aktivisten,  Journalisten, Politikern und anderen.

Zum Beispiel als der Schriftsteller Qasim Raschid seinen „Stift“ verwendete, um die ungläubige Leserschaft der Washington Post zum Wort Jihad zu täuschen – mit der Aussage, das gelte nur für defensiven, niemals für offensiven Krieg – betrieb er selbst Jihad. Ein weiteres aktuelles Beispiel betrifft das Council of American-Islamic Relations (CAIR), einen „Mitverschwörer“ der erwähnten Holy Land Foundation, das sich als „Bürgerrechtsgruppe“ ausgibt. Um das Wissen des US Army War College dazu lahmzulegen, wie man islamischen Terrorismus erfolgreich bekämpft, schrie CAIR „Rassismus“, was das College prompt zu Appeasement veranlasste.

Kurz gesagt: Ja, das Wort „Jihad“ meint nicht einfach „heiliger Krieg“ um den Islam stärker als die Ungläubigen zu machen; er bedeutet alle „Bestrebungen“, jede Art von „Streben“ oder „Mühe“, die den Islam gegenüber den Ungläubigen stärkt. Diese Tatsache anzuführen, wie die Apologeten es oft tun, sollte nicht weniger, sondern mehr Besorgnis bezüglich des Jihad schaffen.

Über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart nachzudenken bietet eine abschließende Lektion: Historisch hat keine Menge an Worten – Lügen, Propaganda, sogar Schmeicheleien – jemals ausgereicht den Islam stärker als den Westen zu machen. Die Europäer vor dem 20. Jahrhundert zu beschuldigen „islamophob“, „rassistisch“ zu sein oder „Multikulturalismus“ dringend zu benötigen, war, wie man sich vorstellen kann, nutzlos. Dazu brauchte es – Invasionen und Eroberungen (wie ich es in Sword and Scimitar umfassend dokumentiert habe) – altmodische Kriegsführung.

Heute bleiben viele Muslime auf den Jihad gegen den Westen und seiner Unterwerfung eingeschworen. Aber auch wenn sie nicht auf konventionellen Krieg zurückgreifen können – sie müssen das auch nicht. Worte, Worte und mehr Worte – verdreht und falsch und doch immer noch den Westen manipulierend – reichen völlig aus.

Wie Englands königliche „Siedler“ Jerusalem verstehen

Stephen M. Flatow, JNS.org, 21. Juni 2018

Die Bediensteten des britischen Prinzen William haben eine Kontroverse ausgelöst, indem sie Jerusalem auf seinem Reiseplan beim anstehenden Besuch in der Region unter „Besetzte Palästinensische Gebiete“ einordneten. Die Ironie besteht darin, dass zwei der Verwandten des Prinzen beschlossen in genau diesem Gebiet beerdigt zu werden – und mit Sicherheit die Idee verspotten würden, dass „Palästinenser“ die rechtmäßigen Eigentümer des Territoriums seien.

Williams Urgroßmutter, Prinzessin Alice von Battenberg und ihre Tante, Großherzogin Elisabeth, sind beide auf einem kleinen christlichen Friedhof auf dem Ölberg, nahe des größten jüdischen Friedhofs der Welt beerdigt. Der Ölberg ist ein Teil der Stadt, den die palästinensische Autonomie „arabisches Ostjerusalem“ nennt.

Die PA sagt, der Bereich sollte die „Hauptstadt Palästinas“ sein. Als solche haben, nach Angaben der PA, Zionisten – ob nun Juden oder Christen – kein Recht dort zu sein. Sie sind „illegale Siedler“.

Hier sind ein paar Fakten. Der Friedhof, auf dem die beiden Royals beerdigt sind, gehört zur Kirche Maria Magdalena, einem russischen Konvent, der 1886 von Zar Alexander II. am Fuß des Ölbergs gebaut wurde. Er befindet sich auf der dem Tempelberg, der heiligsten Stätte des Judentums, gegenüber liegenden Seite des Kidron-Tals.


Prinz William und Kate Middleton 2011. William soll im Juni Israel besuchen.
(Foto: Tsaiproject via Flickr)

Prinzessin Alice, die während des Zweiten Weltkriegs in Griechenland lebte, versteckte eine jüdische Familie vor den Nazis und wurde posthum von Yad Vaschem als eine der Gerechten unter den Völkern geehrt. Alice starb 1969 und hinterließ Anweisung auf dem Friedhof an der Maria Magdalena beerdigt zu werden. Ihre Gebeine wurden 1988 dorthin überführt.

Prinz Charles, ihr Enkel (und Thronerbe Englands) besuchte die Gräber seiner Großmutter und ihrer Tante, als er 2016 zur Beerdigung von Shimon Peres kam. Aber sein Besuch am Ölberg fand heimlich statt, ohne das Wissen der Öffentlichkeit oder der Nachrichtenmedien, offenbar aus Angst die PA vor den Kopf zu stoßen.

Man kann leicht sehen, warum die PA von Prince Charles‘ Besuch an den Gräbern seiner Verwandten vor den Kopf gestoßen gewesen wäre – und warum sie nicht glücklich sein wird, wenn Prinz William das ebenso macht.

Jeder Fokus auf den Ölberg ist für die Palästinenser ein PR-Desaster. Er erinnert die Welt ldaran, dass eine der weltweit wichtigsten heiligen Stätten der jüdischen Religion im „östlichlen Jerusalem“ liegt – was den Mythos zerschlägt, dass diese ein komplett arabisches Gebiet ist, das den Palästinensern gehört. Die PA und ihre Verbündeten in den Medien bezeichnen es gewohnheitsmäßig als „arabisches Ostjerusalem“, doch das ist eine Lüge. Die Wurzeln des jüdischen Volks im östlichen Jerusalem gehen tausende Jahre zurück, lange vor jegliche arabische Ansprüche.

Vom Ölberg zu reden ist auch aus einem anderen Grund für arabische Propagandisten ein PR-Problem, das Kopfschmerzen bereitet. Jeder, der auch nur den kürzesten Blick auf die jüngste Geschichte des Berges wirft, entdeckt, dass die „moderaten“ Jordanier, als sie ihn von 1949 bis 1967 besetzten, tausende jüdischer Grabsteine zerstörten, die sie dann zum Pflastern von Straßen und zum Bau von Latrinen für ihre Kasernen benutzten.

Diese Erfahrung erinnert jeden daran, dass arabische Regime jüdische heilige Stätten durch die Jahrhunderte hindurch misshandelt haben – ein Vermächtnis, das die PA selbst bis heute fortsetzt, wie die wiederholten Schändungen des Josefgrabs in Nablus (dem biblischen Schechem) zeigen. Angriffe auf das Rahelgrab in Bethlehem zwangen Israel es vom Rest der Stadt mit dem Bau einer Sicherheitsmauer abzutrennen. Wann werden die Jordanier und die PA für all den von ihnen jüdischen religiösen Stätten zugefügten Schaden Entschädigungen zahlen?

Die Existenz der Kirche Maria Magdalena ist für die Palästinenser ein weiteres Kopfschmerzen bereitendes PR-Problem. Sie wurde 1886 gebaut – zu einer Zeit, als kein Araber die Gegend „Palästina“ oder sich selbst „Palästinenser“ nannte. Das ist eine weitere Erinnerung, dass palästinensische nationale Identität eine sehr junge und oberflächliche Erfindung ist, nicht geschaffen, weil Palästinenser sich irgendwie von Jordaniern oder Syrern unterscheiden, sondern einfach nur, um sie als Waffe gegen die Juden zu verwenden.

Die Gründer der Kirche Maria Magdalena wären bei dem Gedanken in Lachen ausgebrochen, dass das Land, auf dem ihre Kirche bebaut wurde – und wo die Gebeine von Alice und Elisabeth „siedeln“ – „besetztes Palästinensergebiet“ ist. Sie wissen, dass die Bibel wiederholt auf Jerusalem als der Hauptstadt der Juden verweist und dass Jerusalem im Koran nicht ein einziges Mal erwähnt wird.

Die Tatsache, dass Prinz Williams Stab Jerusalem als „besetztes Palästinensergebiet“ bezeichnet, ist nicht nur eine traurige Kapitulation vor arabischen Propagandaforderungen, sondern auch eine Demonstration ihrer Ignoranz der Geschichte der Stadt, in der zwei der englischen Royals begraben sind.

Die heftigen Reaktionen auf Israels Selbstverteidigung sind pure Heuchelei

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 5. April 2002

Nach der letzten Runde der palästinensisch-arabischen Terrorangriffe auf Israel stellt sich im Bewusstsein der meisten Juden rund um die Welt eine Frage, deren Beantwortung uns unter den Fingern brennt. Nach 18 Monaten des Terrorkriegs des palästinensischen Führers Yassir Arafat wundern wir uns: Wie viel jüdisches Blut muss noch vergossen werden, damit die Welt verlangt, dass die Mörder gestoppt werden?
Wie viele Massaker an Juden, die sich auf Passah-Sederfeiern befinden, jüdischen Müttern und Kindern, die Pizza essen, jüdischen Teenagern in eine Diskothek oder jüdischen Café-Gästen müssen noch geschehen, bevor die internationalen Medien, die europäischen Staaten und andere Sympathisanten der palästinensischen Sache beginnen, sich auf die Leiden der Opfer zu konzentrieren, statt auf die der Verbrecher?

Sind hunderte unschuldige tote Israelis genug?

Die Antwort ist eindeutig: Nein. Denn die Welt richtet ihre Proteste in der Nachfolge der Passah-Massaker der letzten Woche nicht gegen Arafat und seine terroristischen Verbündeten, sondern gegen die israelische Armee, die versucht, die Mörder in ihren Lagern in den palästinensischen Städten auszurotten.

Müssen wir warten, bis die Zahl der jüdischen Leichen in die Tausende geht?

Das sind keine frivolen oder rhetorischen Fragen. Denn wenn die Antwort auf unsere Frage unklar ist, dann müssen wir das so verstehen, dass trotz all des endlosen Geredes und der verbrauchten Tinte über den Holocaust sich in den letzten 60 Jahren einige Dinge nicht geändert haben.

Wenn die Welt, nach all den Lippenbekenntnissen zur Erinnerung an die sechs Millionen jüdischen Märtyrer und Helden, die im Holocaust zugrunde gingen, Israel erzählen kann, dass seine Menschen nicht schützenswert sind und dass es Zugeständnisse an die terroristischen Mörder als Lösegeld für die Leben derer, die noch nicht ermordet wurden, machen muss, dann sind die Gedenkfeiern zur Shoah vergeblich. Es stimmt, dass die palästinensischen Araber in dem Konflikt gelitten haben und dass dieses schlecht geführte Volk weiterhin leidet. Aber es muss wiederholt werden, dass der derzeitige Konflikt ein Krieg ist, zu dem sich Arafat selbst entschlossen hatte, nachdem er das großzügige israelische Friedensangebot in Camp David im Juli 2000 ablehnte. Und sein Volk umarmte ihn für diese Entscheidung, als es statt dessen den Frieden mit Israel hätte wählen können.

Es sind die Palästinenser, die sich entschieden einen Terrorkrieg mit dem Ziel der Zerstörung Israels dem Frieden vorzuziehen sei. Selbst jetzt, nachdem diese selbst zugefügten Wunden so viele arabische Leben gekostet haben, ist das Verlagen Israel anzugreifen zu groß, als dass es ihnen erlaubte, einen Waffenstillstand zu unterschreiben.

Aber viel zu viele Schaulustige – ob nun ignorante Journalisten, naive „Friedensaktivisten“ oder pro-arabische Propagandisten – interessieren sich nicht für die arabische Kampagne zur Zerstörung Israels und den Terrorismus, der sich gegen israelisch Unschuldige richtet.

Sie schauen, aber sie sehen nichts. Sie hören, aber sie hören nicht zu.

Keine noch so große Beweislast, dass Arafat und die palästinensische Autonomiebehörde sind tief in die Selbstmord-Anschläge und andere terroristische Akte gegen Israelis verstrickt sind, überzeugt sie.

Erklärungen Arafats und der Autonomiebehörde, die klar machen, dass ihr einziges wirkliches Ziel die Zerstörung des Staates Israel ist, werden routiniert ignoriert. Die Voraussetzung, dass es einen Unterschied zwischen der PA und ihren fundamentalistischen Hamas-Verbündeten gibt, hat sich in Luft aufgelöst. Aber ihre mörderischen Attacken auf Israel haben doch tatsächlich heftige Reaktionen gegen Israel produziert statt eine Welle der Sympathie.

Die „ausgeglichene“ Berichterstattung in vielen amerikanischen Zeitungen, die atemlosen Berichte der Fernsehkorrespondenten oder die offen pro-arabische europäische Presse machen alle deutlich, dass eine Menge Leute die Mythen akzeptiert haben, dass die israelische „Unterdrückung“ und „Besatzung“ der Palästinenser genauso schlecht, wenn nicht schlimmer als der arabische Terrorismus sind.

Dabei spielt es keine Rolle, dass diese „Besatzung“ hätte beendet werden können, wären die Palästinenser Willens gewesen, einer Friedensvereinbarung zuzustimmen. Der Anblick von Juden, die bewaffnet in Selbstverteidigung gegen das Abschlachten ihrer Landsleute aufstehen, ist für die empfindlichen Sensibilitäten der Welt immer noch zu viel.

Mehr noch: Obwohl palästinensisch-arabische Selbstmord-Attentäter bei dem, was als Passah-Massaker in die Geschichte eingeht, haufenweise tote Juden zurück ließen, sind die meisten Berichte und Kommentare über die Lage nicht an den jüdischen Opfern interessiert, sondern konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf das Missgeschick des Volkes, das die Bomber hinaus geschickt hat, um so viele Juden wie möglich zu töten und zu verstümmeln.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Israel am stärksten unter dem palästinensischen Terrorismus zu der Ablehnung des Friedens zu leiden hat, wird es von seinen Kritikern und „Freunden“ heftigst unter Feuer genommen, die denken, dass mehr Zugeständnisse es vor sich selbst retten werden.

Präsident Bush steht unter enormem internationalen und inländischem Druck, von seiner Unterstützung der israelischen Selbstverteidigung gegen den Terrorismus abzugehen. Was aber diese Kritiker wirklich sagen, wenn sie Bush wegen seines „Nichtstuns“ kritisieren, ist, dass der Präsident einschreiten und Israel unter Druck setzen sollte, den palästinensischen Forderungen nachzugeben und damit die Terroristen für ihre Gewaltkampagne zu belohnen.

Hört auf mit den Krokodilstränen

In dieser Woche der Trauer, die Yom Hashoah vor an ging – dem Tag der Erinnerung an die sechs Millionen ermordeten Juden, der am 9. April begangen wird – können wir denen, die Israel zum Sündenbock machen und dem jüdischen Leiden gleichgültig gegenüber stehen, nur sagen:

Tut uns die leeren Phrasen der Sympathie für die europäischen Juden, die vor sechs Jahrzehnten von Tätern des Bösen getötet wurden, nicht mehr an, wenn ihr kein Mitgefühl für ihre Nachkommen in Israel habt, deren Blut heute vergossen wird.

Wenn ihr bereit seid, den leben israelischen Staat zu opfern um die palästinensischen Begierden zu befriedigen oder ihm das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen, wenn seine Bevölkerung geschlachtet wird, dann erspart uns die Krokodilstränen für die von den Nazis und ihren Kollaborateuren ermordeten Juden und , denn niemand kümmerte sich genug, um die Mörder aufzuhalten.

So gesehen ist es ein Zufall, dass der Anstieg des Antisemitismus in Europa – durch die jüdischen Einrichtungen in Belgien und Frankreich belegt, die letzte Woche abgebrannt und verwüstet wurden – zu einer Zeit geschieht, in der der gegen Israel gerichtete arabische Hass von genau diesen Ländern toleriert wird.

Die Schreie der Gefallenen in Israel dürfen durch die Amerikaner – Juden wie Nichtjuden – nicht unbeantwortet bleiben.

Die Mythen der Intellektuellen

Einsicht in französische Einseitigkeit gibt auch eine Perspektive auf die amerikanischen Feinde Israels

Jonathan S. Tobin, Jewish World Review, 2, Mai 2005

Ya’acov „Koby“ Mandell und Mohammed al-Dura waren beide Kinder. Einer war ein Israeli, der andere ein Palästinenser. Aber der Tode des 13 Jahre alten Mandell und der des 12 Jahre alten al-Dura im ersten Jahr dessen, was die zweite palästinensische Intifada genannt wird, sind zur Symbolisierung der verdrehten Berichterstattung über diesen Konflikt durch die internationalen Medien geworden.

Al-Dura, der während einem Feuerwechsel zwischen palästinensischen Bewaffneten und israelischen Soldaten starb, wurde zum Märtyrer-Helden gemacht, dessen Ermordung die israelische Brutalität zeigte. Filmmaterial des französischen Staats-Fernsehens France 2 über den Vorfall stellte das Ereignis als direktes israelisches Abschlachten eines Unschuldigen dar.

Erst später erfuhren wir, dass das Filmmaterial selektiv editiert wurde und dass die Zuschauer darüber in die Irre geführt wurden, was wirklich geschah. Eine objektive Analyse der Geschichte durch das deutsche Fernsehen und das Magazin „The Atlantic“ lassen wenig Zweifel daran, dass al-Dura eher durch Kugeln getötet wurde, die von Palästinensern abgefeuert wurden.

Tod eines Kolonisten

Im Gegensatz dazu wird an den Tod von Koby Mandell wenig erinnert. Nur eines von vielen israelischen Kindern, die in diesem sinnlosen Krieg zugrunde gingen, wurden er und ein Klassenkamerad von palästinensischen Terroristen kaltblütig ermordet; sie steinigten ihn zu Tode und dann verstümmeln sie ihre Leichen. Als dieses Verbrechen von denselben französischen Medien berichtet wurde, die den Mythos um al-Dura verbreitet gemacht hatten, charakterisierten sie Mandell als einen „Kolonisten“, der vom palästinensischen Widerstand getötet wurde.

Die Bedeutung dieser Unterscheidung wurde in einer französischen Dokumentation hervorgehoben; sie heißt „Decryptage“ (Dekodierung) und macht in diesem Frühjahr die Runde auf amerikanisch-jüdischen Festivals.

Der Film wurde 2002 auf dem Höhepunkt der jetzt abgeschlossenen Intifada gemacht; er ist ein interessantes Gegenstück zu „Relentless“, einer weniger geschickten, aber nützlichen englischsprachigen Polemik darüber, wer für den Zusammenbruch des Oslo-Friedensprozesses verantwortlich ist.

Obwohl inzwischen etwas veraltet, weil Yassir Arafat tot und der von ihm begonnene Terrorkrieg entschieden ist, sind die französischen Filmemacher Jacques Tarneo und Phillippe Bensoussan trotzdem in der Lage zum Kern der Sache vorzudringen: warum die französische Medienberichterstattung so einseitig war.

Ihre Antwort sollte uns nicht so sehr wegen dem interessieren, was sie über die Franzosen sagt, als was sie uns über die Vorstellung über den Konflikt sagt, wie sie auf amerikanischen College-Campussen heftig vertreten werden, sowie auch unter Aktivisten, die einige Kirchengruppen dazu gebracht haben Strafmaßnahmen gegen Israel zu unterstützen.

„Decrytage“ bieten den Amerikanern einen Blick auf die Besessenheit, die die elitären Schwätzer von Paris und London mit dem imperialistischen Erbe ihres Kontinents herumschleppen.

Für europäische Intellektuelle, insbesondere denen in der Linken, ist die Erbsünde ihrer Nation der Kolonialismus. Aber in ihrer Hast, mit jeglichen Überresten dieser Zeit nichts mehr zu tun haben zu wollen, haben viele Europäer den Zionismus – die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes, fälschlicherweise definiert als nicht unterscheidbar vom Impuls der Briten Indien zu besitzen oder der französischen Beanspruchung Algeriens.

Durch dieses Prisma betrachtet waren und sind die Araber Unschuldige, unterdrückt durch fremde jüdische Siedler. Dass die Juden die Einheimischen des als Israel bekannten Landes sind – die Araber nennen es „Palästina“ – scheint kaum eine Meinung geändert zu haben.

Besonders für die Franzosen ist der brutale Krieg zur algerischen Unabhängigkeit, in dem Gräuel auf beiden Seiten der Politik dieses Landes für Generationen Narben zugefügt haben, die am häufigsten zitierte Analogie.

Was an dieser fehl leitenden Darstellung besonders gefährlich ist: Wenn man diese Geisteshaltung übernimmt, dann sind „Kolonisten“ wie der junge Koby Mandell nicht wirklich Opfer. Sie sind in dieser Betrachtungsweise Mittäter an einem Verbrechen – der Existenz des Staates Israel – und legitime Ziele, wie rationale französische Journalisten, die in dem erwähnten Film interviewt werden, einräumten.

Die Bedeutung dieses Punktes kann nicht genug betont werden. Wenn man Israel als Kolonie betrachtet, dann spielt es keine Rolle, dass die Palästinenser diejenigen sind, die sich für Krieg entscheiden, wenn Israel Frieden anbietet oder dass Israels Militär enorme Anstrengungen unternimmt um zivile Verluste zu vermeiden, während die Palästinenser Unschuldige angreifen. Es zählt nur, dass Israel kein Recht hat zu existieren und kein Recht sich zu verteidigen – egal, wie es provoziert wird.

Nur, wenn man erkennt, dass der Grund der französischen Einseitigkeit nicht einfach Antisemitismus, sondern die Delegitimierung Israels ist, kann man wirklich verstehen, warum Europa sich wegen Israels Sicherheitswall so aufregt und gegen Israels Verteidigungsmaßnahmen ist, selbst während es einseitige Zugeständnisse macht wie den Rückzug aus Gaza.

Die Erklärung der De-Investitionen

Obwohl solche Ansichten in den USA vom Mainstream weit entfernt sind, gibt uns die französische Erfahrung einen kleinen Einblick in die Denkweise antiisraelischer Aktivisten auf amerikanischen Campussen und unter Kirchengruppen wie der Presbyterian Church USA oder anderer großer, liberaler protestantischer Denominationen.

All diese Gruppen übernehmen dieselbe Art von Sprache, wie sie in Europa populär ist; so sehen sie arabische Opfer und israelische Unterdrücker. Und im Namen dieser Verleumdung werben sie für wirtschaftliche Kriegsführung in der Form von De-Investitionen und dem Boykott israelischer Produkte und Institutionen.

Durch diese verdrehte Linse werden Gruppen wie das International Solidarity Movement (das gegen Israels Existenz ist und Terroristen bei ihrem Widerstand gegen israelische Gegenmaßnahmen hilft) zu „Friedensaktivisten“, während jüdische Männer, Frauen und Kinder, die in Tel Aviv mit dem Bus fahren, zu legitimen, wenn auch unglücklichen Zielen der Vernichtung werden.

Hat man erst einmal begriffen, dass der Punkt dieser Protestierer nicht wirklich Dinge wie die Zerstörung palästinensischer Gebäude oder „illegaler Siedlungen“ ist, sonder die Unrechtmäßigkeit des Zionismus, dann ist leicht zu sehen, warum sie gegenüber Argumenten so immun sind. Solange dies die Art ist, wie Leute Israel sehen, werden Diskussionen mit ihnen darüber, was an dem, was das Land tut, richtig oder falsch ist, sie nicht überzeugen. Genauso wenig die Argumente, die von Freunden Israels angeführt werden und sich auf die israelischen Zugeständnisse konzentrieren.

Hat man einmal begriffen, dass diese Feinde nicht an einem kleineren Israel interessiert sind, sondern an überhaupt keinem Israel, dann beginnt man zu verstehen, warum das letzte Jahrzehnt, in dem der jüdische Staat so viele Opfer für den Frieden gebracht hat, auch eines war, in dem sein internationales Ansehen den Bach runter ging. Und wir sollten nicht überrascht sein, wenn dieser Trend sich fortsetzt, sollte, was wahrscheinlich ist, die nächste Runde des Konflikts beginnen.

Das ist eine deprimierende Erkenntnis, aber eine, die wir im Hinterkopf behalten müssen, selbst wenn wir weiterhin hoffen, dass die jüngsten Friedensfühler Erfolg haben werden. Es ist ein Punkt, den nur ein Dummkopf – oder diejenigen, die von dem antiimperialistischen Mythos geblendet sind, der Israels Feinde leitet – ignorieren würde.

Mahmud Abbas – Retter der EU-Nahostpolitik

David Frankfurter, The Sprout, März/April 2005 (nicht mehr online)

Es war ein kalter Winter für die Europäische Kommission, da ihre vorher gehenden diplomatischen Bemühungen den Elementen ausgesetzt waren – die vom Weihnachtsmann bescherten Geschenke in den Schnee geworfen.

Wie es dieser Tage so gern gemacht wird, fangen wir mit dem Irak an. Wie im Ersten Weltkrieg haben es die Regierungen von Deutschland und Frankreich „übertrieben“ und ständig Phrasen über die amerikanische Einmischung gedroschen. Während sie jedoch aus ihren Fuchsbauten höhnten, hatten die Sunniten, Kurden und Schiiten die seltene Gelegenheit, zum ersten Mal in sechs Jahrzehnten selbst eine Regierung zu wählen. Die Yankees grinsten sich eins angesichts ihres Erfolgs. Die Europäer nickten schließlich zustimmend.

Dann gab es das oft verkündete „Engagement“ Brüssels im Iran. Der Austausch geht weiter, ebenso Teherans eklatante Verweigerung der Menschenrechte, einschließlich der Verfolgung religiöser Minderheiten und der Steinigung von in die Erde gegrabenen Frauen. Die Europäer spielen diese Dinge herunter und hoffen naiv, in den „wichtigeren Fragen“ Fortschritte zu machen. Die wahre Geschichte ist, dass das Regime der Ayatollahs die Kommission einfach hinhält. Durch all die aufgebrachte Geduld hat der Iran jetzt ein klares Programm zur Entwicklung von Atomwaffen; eine Bedrohung des regionalen und des Weltfriedens.

Inzwischen ist das europäische Handelsabkommen mit Syrien zum Scherbenhaufen geworden. Ursprünglich wurde es im Dezember 2003 formuliert, nachdem die Franzosen die EU dazu gedrängt hatten in die früheren Jagdgründe der Fünften Republik in der Levante zurückzukehren und europäische Manieren und Kultur mitzubringen. Statt dessen ist Bashir Assads so genanntes Regime der Reformisten weiter darauf aus Kurden im hellsten Tageslicht zu erschießen. Im Februar 2005 halfen dieselben Gentlemänner – vergessen Sie bitte nicht, dass Syrien vor Kurzem Mitglied der UN-Menschenrechtskommission gewesen ist – seinen arroganten Gegner im Libanon, Rafik Hariri zu eliminieren. Als weitaus destruktiver dürfte sich der angekündigte Verkauf von modernsten russischen Luftabwehr-Raketen (SA-18) an die Syrer erweisen. Obwohl das eine klare Eskalation des Wettrüstens in der Region ist und der Absicht des Handelsabkommens mit Syrien voll entgegen steht, sind die Europäer nicht in der Position das zu stoppen.

Europa findet es passend eklatante Missachtung bürgerlicher Freiheiten im Iran und in Syrien zu ignorieren, wo es lukrative Wirtschaftsinteressen verfolgt. Man lehnt es ab anzuerkennen, das es standhafte Opposition gegenüber Gewalt und Nepotismus ist, die die Wahlen in der Palästinensischen Autonomie und im Irak herbei führte, wie auch die Unruhe für Reform vor den ägyptischen Wahlen. Europa lehnt es ab die Hisbollah als Terrororganisation zu führen und verlangt von Syrien nicht, dass es den Libanon aus seiner Besatzung und seinen Würgegriff entlässt oder die Patenschaft der Terroristen des Islamischen Jihad aufgibt.

Man schaue sich die kürzlich in London abgehaltene Konferenz zur Unterstützung der PA an. Was wurde zur Hauptfrage der 23 Staaten und Organisationen? Wie man die Kräfte des Bösen besiegen könnte. Wo? In Syrien und dem Iran. Aber wer trieb das voran? Condoleezza Rice.

Was bleibt da für Herrn Dr. Javier Solana übrig, den Hohen Repräsentanten der EU für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, und seine Günstlinge? Wo können sie einen Platz finden, um gleichwertig neben Präsident Bush zu stehen und eine totale diplomatische Erniedrigung zu vermeiden? Auftritt Mahmud Abbas, der neu gekrönte Präsident der Palästinensischen Autonomie.

Abbas ist derzeit Brüssels Lieblings-Pudel. Nur Wochen nach dem Gedenken an die Befreiung von Auschwitz hat jedermann vergessen, dass seine Dissertation eine Leugnung des Holocaust war. Seine Vergangenheit der Unterstützung von Gewalt – ihm wird vorgeworfen das Massaker von München 1972 geplant zu haben – und seine enge Verbundenheit mit dem Vorsitzenden Arafat sind bequemerweise ignoriert worden. Ebenfalls ignoriert wird, dass der Palästinensische Legislativrat zweimal sein vorgeschlagenes Kabinett ablehnen musste, um eine wirkliche Veränderung herbeizuführen.

Immerhin will die EU verzweifelt einen palästinensischen Führer haben, dem sie trauen kann und das nicht nur wegen der bereits erwähnten Debakel. Die Europäer setzten ihre Hoffnungen und finanziellen Investitionen viel zu lange auf Arafat. Außer für Patten und seine Untergebenen wurde jedem offenbar, dass Arafat in erster Linie seinem persönlichen Reichtum und der Vernichtung eines UNO-Mitgliedsstaates hinterher jagte, statt dem Wohlergehen seines Volkes.

Die Kommission wird versuchen, den gebührenden Kredit für alle Reformen für sich zu beanspruchen, die schließlich von ihrem Lieblingsschüler Abbas eingeführt werden, obwohl nicht klar ist, worin diese bestehen, wenn man von der neuen Regierung absieht, die dem Führer von einem rastlosen palästinensischen Parlament aufgezwungen wurde. Sicher, Reformen – wirtschaftlich, sozial und rechtlich – sind dringend nötig. Die Palästinenser sind seit Jahrzehnten von einer weitaus weniger wohlwollenden Diktatur geführt worden.

Wir könnten zynisch fragen, warum die Reform der palästinensischen Autonomie für die EU so hohe Priorität hat. Die Kommission hat wiederholt gesagt, dass Steuergelder nicht für die Korruption oder Gewalt abgezweigt wurde, da interne Kontrollen bestanden und der IWF die Aufsicht führte. Unsere gewählten Bürokraten und Politiker könnten in der Vergangenheit mit den Fakten sehr ökonomisch umgegangen sein.

Europa hat entschieden, all das hinter uns zu lassen. OLAF macht Vogel-Strauß-Politik. Klappe halten! Kopf in den Sand stecken! Niemand wird merken, dass der von OLAF versprochene Bericht nicht im Dezember veröffentlicht wurde. Europa hat aufgehört auf die Milliarden zu achten, um die der europäische Steuerzahler geprellt wurde und schüttet sie in das bodenlose Fass. Wir können sogar die Berichte der Weltbank vergessen, die sagen, dass 55% der palästinensischen Empfänger internationaler Hilfe diese nicht benötigen und 32% derer, die sie brauchen, sie nicht bekommen. Kommissarin Ferrero-Waldner bot 2005 den Palästinensern 250 Millionen Euro. Das ECHO-Programm liefert weitere 34 Millionen Euro. Keiner wird es merken.