Ernsthafter Dialog mit dem Islam: was sich lohnt und was nutzt

Raymond Ibrahim, 28. Februar 2019 (PJ Media)

Was ist der  Zweck von interreligiösem Dialog? Oder was sollte er sein?

Als der Vatikan und Papst Franziskus ankündigten, wie es vor kurzem geschah, dass ein interreligiöser Dialog mit führenden Muslimen geführt wird, was genau vermitteln sie der Welt? Was erreichen sie?

Die Antwort auf diese Fragen ist der Unterschied zwischen dem, was echter interreligiöser Dialog ist – nämlich etwas Ausgezeichnetes, das die Komplikationen anerkennt und zu überwinden versucht – und worauf postmoderner interreligiöser Dialog hinausläuft: beruhigende, aber falsche Wundermittel, die nur dazu dienen zu unterdrücken, was Komplikationen unter der Oberfläche eitern und Metastasen bilden lassen.

Als Beispiel dafür sollten Sie sich das historische Dokument ansehen, die von Papst Franziskus und seinem muslimischen Gegenüber, Scheik Ahmed al-Tayeb von der Al-Azhar unterzeichnet wurden. Weit davon entfernt auch nur anzudeuten, dass der Islam eine Verbindung zu all dem Terror und der Verwüstung hat, die in seinem Namen verursacht werden, gibt das Dokument die gesamte Schuld „fehlerhafter Interpretationen religiöser [muslimischer] Texte und Politik, die mit Hunger, Armut, Ungerechtigkeit, Unterdrückung und stolz zusammenhängt“.

Natürlich besteht einer der Gründe, dass solche „interreligiösen Dialoge“ üblich sind, darin, dass ihre Kehrseite – aufrichtige und direkte Dialoge – für ziemlich unbehagliche Erfahrungen sorgen. Sie würde etwa so ablaufen: Wir – Gläubige dieser oder jener Religion – bestätigen, dass wir Differenzen haben und dass wir, statt uns deswegen gegenseitig umzubringen, hier sind, um sie offen zur Diskussion zu stellen.

Das ist immerhin genau das, was historisch Dialog zwischen westlichen und muslimischen Leuten bedeutete.

Zum Beispiel forderte Kalif Omar um das Jahr 718 – weniger als ein Jahrhundert nach dem Tod des islamischen Propheten Mohammed – den byzantinischen Kaiser Leo III. auf den Islam anzunehmen. Das führte zu einem offenen Briefaustausch. Statt den Islam diplomatisch zu preisen, aber höflich abzulehnen, prüfte Leo dessen Behauptung, er sei vom Himmel geschickt. Unter anderem kritisierte er den Islam offen wegen der Beschneidung und dem Umgang mit Frauen als bewegliches Eigentum und für die Lehre, dass das Paradies wenig mehr als ein Bordell sein wird, in dem muslimische Männer auf ewig mit übernatürlichen Frauen kopulieren.

Leo stellte darüber hinaus den Frieden Christi Mohammeds Jihad gegenüber: „Ihr nennt diese verheerenden Angriffe den ‚Weg Gottes‘ [sabil Allah, Code für: Jihad]; sie bringen allen Menschen Tod und Gefangenschaft. Seht eure Religion und ihre Entlohnung [Tod und Vernichtung]. Seht eure Pracht, die ihr vorgebt ein engelhaftes Leben zu führen.“

Weit davon entfernt ein Gottesgeschenk zu sein, befand sich der Islam mit Gottes Volk im Krieg, schloss der Kaiser: „Ich sehe euch, selbst jetzt … solche Grausamkeiten an den Gott Treuen verüben, mit dem Zweck sie zum Gaubensabfall zu konvertieren und all jeden den Tod zu bringen, die euren Plänen Widerstand leisten, so dass täglich die Vorhersage unseres Retters erfüllt ist: ‚Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.‘“ (Joh. 6,2) (Sword and Scimitar, S. 63-65 hat den gesamten „Dialog“.)

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Eine Konferenz in Qatar

Micah Halpern, 1. Juni 2004

Das Problem ist nicht der Islam. Die muslimischen Führer sind das Problem!

Wie andere monotheistische Religionen ist der Islam eine Tradition. Islamische Lehren bieten zwei sehr deutliche und sehr unterschiedliche Herangehensweisen an den Umgang mit der nicht gläubigen Welt. Eine Orientierungsvorgabe ist die der Wärme und aufeinander zuzugehen. Die andere tritt für ein Verhalten von Argwohn und Distanz. Es sind die religiösen Führer, nicht die Tradition, die die Vorgabe für den Weg geben, der zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte eingeschlagen wird.

In der jüngsten Vergangenheit ist die Vorgabe überwältigend die eine der Angst und Wut gegen alle Außenstehenden gewesen – insbesondere gegenüber Westlern und Juden.

Dafür mache ich nicht den Islam verantwortlich, sondern direkt die Führer des Islam.

Einmal im Jahr wird vom Pontifikal-Rat für inter-religiösen Dialog eine Konferenz organisiert und in Qatar abgehalten. Das Treffen dieses Jahres hat gerade stattgefunden. Der Rat ist ein Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1964. Ihm steht Erzbischof Michael Fitzgerald vor, der auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil damit beauftragt worden war den Islam zu studieren. In den vergangenen 40 Jahren ist Fitzgerald der führende Islam-Experte des Vatikans geworden.

Die Versammlung ist ein Treffen islamischer Kleriker und christlicher Geistlicher im Namen des Dialogs. Was auf diesem Treffen geschah stärkt meine Überzeugung, dass der Islam von muslimischen Leitern entführt worden ist (wegen all dessen, was der Begriff heutzutage herauf beschwört und aus ihm geschlossen wird). Was in Qatar geschah vertieft meine Überzeugung, dass es unter heutiger islamischer Führung wenig Hoffnung darauf gibt, dass sich in der mittelbaren und sogar fernen Zukunft irgendetwas ändert.

Die Anhänger des Islam und selbst arabische Christen sind Gefangene ihrer kurzsichtigen und engstirnigen, von Hass erfüllten Führung.

Zur Eröffnung der Konferenz ließ Scheich al Thani, der Emir von Qatar, in seinem Namen eine Rede verlesen. In dieser Rede schlug er vor: „Vielleicht würde es sich lohnen, das Seminar im nächsten Jahr in einen islamisch-christlich-jüdischen Dialog zu öffnen.“ In der Fortführung erklärte er: „Das ist der Weg, wie man anständiges menschliches Leben aufbauen kann, in dem sich Liebe und Toleranz und Gleichheit zum Nutzen der Menschheit durchsetzen.“

Der Botschaft des Emirs von Qatar wurde mit allgemeinem Widerspruch begegnet. Ohne Ausnahme lehnten alle muslimischen religiösen Führer wie auch die christlich-arabischen den Vorschlag ab. „Kann es einen Dialog mit Juden geben, wenn sie immer noch palästinensisches Land besetzen?“, fragten sie. „Würde das nicht die Besatzung absegnen?“, fragte der Mufti von Gaza.

Eine weitere abweichende Stimme machte ihre Ablehnung deutlich, indem sie sagte: „Wir im Patriarchat von Antiochia lehnen das Prinzip des Dialogs mit Juden ab, solange nicht alle Einwohner von Palästina ihre Rechte zurückgewinnen.“

Die Ausnahmen zu diesem Widerspruch waren Erzbischof Fitzgerald und weitere römisch-katholische Vertreter. Erzbischof Fitzgerald stellte – ich vermute in einem Versuch einen Ausgleich zu schaffen – heraus, dass die Kirche einen separaten Dialog mit den Juden führt. Er sagte: „Es ist besser zu versuchen miteinander zu reden als gar nicht miteinander zu reden; aber ich würde zustimmen, dass es bestimmte Bedingungen für das Stattfinden eines Dialogs gibt.“

Der Emir, Scheich al-Thani, ist ein politischer und wirtschaftlicher Führer und hat Qatar erfolgreich in einen sicheren Ort der Weltwirtschaft und des Tourismus verwandelt. Er versteht, wie notwendig es ist Stereotype zu beseitigen und Märkte für jedermann zu öffnen. Er begreift die jüdische Führung wie auch die Bedeutung Israels.

Aber der Emir erwähnte Israel nicht. Er sprach von Juden. So auch die Vertreter des Vatikan. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Alle anderen reaktionären Antworten, die Stimmen des Islam und der arabischen Christen, bezogen sich auf Israel.

Religiöse muslimische Führer manipulieren ihre Schäfchen extrem – und nicht in Richtung Mitte. Sie spielen mit den vom Elend Geschwächten und betonen, dass es der Feind ist – der Westen, die USA, Israel, der Jude – der für ihr derzeitiges Leid und die Probleme der Welt verantwortlich ist. Selbst die moderatesten religiösen muslimischen Leiter sind wenig zu Dialog motiviert. Und die, die versuchen Brücken zu bauen oder moderate Haltungen auszudrücken, werden bedroht und eingeschüchtert, als Kollaborateure gebrandmarkt oder sogar ermordet.

Das ist nicht nur im Herzland der muslimischen Welt und dem Nahen Osten der Fall, sondern selbst hier in den USA. Religiöse muslimische Leiter haben sogar Angst öffentliche Versammlungsorte zu besuchen, an denen sie eine Spur von Offenheit ausdrücken oder ihr Schweigen rechtfertigen müssten. Ihre Angst durch Einschüchterung ist real.

Ich bin ein Zeuge, der die Erfahrung selbst gemacht hat. Auf einer Konferenz vor nicht allzu langer Zeit, auf der ich reden sollte, sollte das ursprünglich jemand mit mir zusammen tun. Ein muslimischer Sufi-Imam. Wir sollten über „Muslimische Haltungen zum Terror“ sprechen. Am Morgen der Veranstaltung rief der Imam an und sagte er sei krank, aber er würde einen anderen Imam schicken. Der zweite Imam meldete sich ebenfalls krank. Was war passiert? Ich blieb übrig um muslimische Ansichten zu beschreiben.

Hass auf alles Andersartige und die Ablehnung jeglicher Veränderung – das ist die Welt des extremistischen Islam. Und das wird sich nicht ändern – nicht bis die muslimischen Leiter aufstehen und sagen: „Lasst uns reden.“ Und dann müssen sie stehen bleiben und die Worte anfügen: „Folgt uns in ein neues Zeitalter.“

Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass das passiert.