Werden Fakten jemals antiisraelische Fiktion ersetzen?

Denis MacEoin, Gatestone Institute, 5. September 2014

Ich empfinde gerade etwas Scham Ire zu sein. Obwohl unsere Musik, unser Tanzes und Nobelpreise gewinnende Literatur uns geholfen haben im Ring der internationalen Kultur oberhalb unserer Liga zu spielen, ist unsere Politik nie Modell für irgendjemanden gewesen – und wird schlechter.

2011 z.B. erklärte Israels Außenminister, dass Irland zweifellos das israelfeindlichste Land der Europäischen Union geworfen war, das „alle Länder Europas zu einer radikalen und kompromisslosen Haltung drängt“.

Seltsamerweise hat Irland auch einen Ruf als Land, das relativ frei von Antisemitismus ist. Nach Angaben von John Gallen sind antijüdische Vorfälle in den USA zwei Drittel wahrscheinlicher als im Poblacht na hÉireann. Einer der Gründe dafür, dass es in Irland fast keine antisemitischen Vorfälle gibt, dass es in der Irischen Republik überhaupt sehr wenige Juden gibt: weniger als 2.000 (0,04% der Bevölkerung).

Diese Information gründet auf Daten des European Jewish Congress und des Stephen Roth Institute for the Studies of Contemporary Antisemitism and Racism an der Universität Tel Aviv; doch ich bleibe skeptisch.

Antiisraelische Rhetorik ist in Irland alltäglich und die Presse druckt regelmäßig Tiraden gegen den jüdischen Staat. Ein besonders ärgerliches Beispiel dafür ereignete sich, als der Irish Examiner, eine Zeitung mit langer Geschichte und einer behaupteten täglichen Leserschaft von 189.000 (bei einer Auflage von rund 37.000), veröffentlichte am 31. Juli das Op-Ed einer wenig bekannten Journalistin, Victoria White, der Ehefrau von Eamonn Ryan, dem Chef der Grünen Partei im irischen Parlament, dem Dáil.

Unter dem Titel We are washing our hands of the ethnic cleansing of Palestinians (Wir waschen unsere Hände von der ethnischen Säuberung der Palästinenser rein) war der Text eine kompromisslose Tirade, ein von Speichel befleckter Angriff auf Israel, in dem die üblichen Falschbehauptungen „ethnischer Säuberung“ während des israelischen Unabhängigkeitskriegs 1947/48 herausgeholt wurden.

Frau White scheint entweder über ein berüchtigtes und diskreditiertes Buch gestolpert zu sein oder es bekommen zu haben, das ein antiisraelischer israelischer „Historiker“ namens Ilan Pappé geschrieben hat. The Ethnic Cleansing of Palestine (2006) ist schon lange als Nicht-Geschichte gegeißelt worden, in der Fakten verzerrt, wichtige Informationen außer Acht gelassen und nur eine Seite der Geschichte erzählt wird. Es gibt hier nicht den Platz eine Rezension von Pappés Fiktion zu schreien, aber es handelt sich um die Sorte Buch wie die gleichermaßen diskreditierten, völlig verlogenen „Protokolle der Weisen von Zion“, an dem sich schwach gebildete pro-palästinensische Aktivisten ergötzen, ohne dass sie ihre Augen auf andere Geschichtswerke richten, die von weit besseren Historikern als Ilan Pappé geschrieben sind.

Es ist offensichtlich, dass White nichts davon gelesen hat. Sie zitiert nicht ein einziges Mal eine der wichtigen historischen Studien dieser entscheidenden Periode, z.B. Efraim Karshs durch intensive Forschung entstandenes Palestine Betrayed (2010) oder Benny Morris‘ auf Archivarbeit gründende Neubewertung 1948: The First Arab-Israeli War. White glaubt, sie kenne alle Antworten. Tut sie nicht.

Nun mag ein Op-Ed wie das von White in einer kleinen irischen Zeitung an sich ein Klacks sein, doch es ist wichtig zu kommentieren, wofür das steht. White könnte repräsentativ für die riesige Brut Antiisrael-Autoren, Journalisten und Schmierfinken sein, die ein verzerrtes Narrativ aus ein oder zwei Büchern und ein paar Flugblättern der Palästina-Solidaritätskampagne zusammenschustern, während sie fröhlich professionelle Historiker ausblenden, die mit Archivmaterial aus einem Berg an Quellen arbeiten.

Die Dämonisierung Israels durch falsche oder grob vereinfachende Bilder des Kampfs um Israels Unabhängigkeit ist direkt ins Herz der propalästinensischen Seele eingedrungen. Wie die meisten Amateure prüft White nie ihre Quellen nach oder führt eine Gegenprüfung durch. Sie ergreift Partei ohne jegliche Beherrschung der Fakten und macht aus dem palästinensischen Opfertum einen Fetisch, als sei das der Goldstandard, an dem alle moralischen Fragen gemessen werden müssen. Ihre Tirade verdient also eine rationale, historische Widerlegung.

Wo könnte man besser anfangen als am Beginn, in der fünften Zeile in ihrem Text, wo sie sagt: In Ilan Pappés Buch „las ich vom Feldzug zur ethnischen Säuberung der den Palästinensern gehörenden Stadt Haifa“. „Na klar“, dachte ich, „nicht Haifa.“ Sie hätte kein schlechteres Beispiel aussuchen können, ob sie nun Jahre lang studiert oder einfach eine Nadel in eine Karte gesteckt hätte.

Es gab in Haifa keine „ethnische Säuberung“. Was geschah wurde von arabischen, israelischen, britischen und sogar amerikanischen Beobachtern genau dokumentiert wurde und die Efraim Karsh in Palestine Betrayed als Quellen zitiert. Im Kapitel „Fleeing Haifa“ (Flucht aus Haifa) zeichnen sie ein Bild, das in vollkommenem Widerspruch zu Pappés Dichtung steht. White begreift hier offensichtlich den korrekten Kontext nicht, nämlich dass nach der UNO-Entscheidung das Mandat Palästina (zu der Zeit unter britischer Kontrolle) zu teilen die Juden bereitwillig ihren stark verkleinerten Teil des Gebiets akzeptierten. Die Araber machten das nicht und begannen stattdessen einen Bürgerkrieg. Als die Juden schließlich ihren Staat gründeten, als die Briten in die Heimat abzogen, drangen sieben Armeen aus verschiedenen arabischen Staaten nach Israel ein und provozierten einen Krieg, der bis zur Unterzeichnung einer Waffenstillstandsvereinbarung am 20. Juli 1949 dauerte und einem erstaunlichen israelischen Sieg und viel Leid folgte und der für die Araber, die sich aufmachten die Juden in einem Religionskrieg auszulöschen immer noch weiter geht.[1]

Damals war Haifa die zweitgrößte Stadt im Mandatsgebiet und ein Schlüsselhafen. Sie war fast zu gleichen Geilen von Juden und Arabern bewohnt, deren Beziehungen zumeist freundlich waren. Nach dem Krieg entstand ein arabischer Mythos zu Haifa und beherrschte die Wahrnehmung der Welt von der „Vertreibung“ der Araber aus der Stadt. Wir haben inzwischen jedoch verlässliche Dokumente, die die Geschichte anders erzählen.

Wir wissen heute, dass die Araber schon vor dem Teilungsplan von 1947 begannen aus Haifa zu fliehen, als reiche Araber im Wissen, dass Krieg unausweichlich war – da sie ihn anzufangen planten – an Orte zu zeihen begannen, die sie als sicher ansahen. Im Oktober 1947 legte ein britisches Geheimdienst-Briefing: „Führende arabische Persönlichkeiten handeln unter der Annahme, dass Störungen bevorstehen und haben bereits ihre Familien in die benachbarten arabischen Länder evakuiert.“[2]

Bis November flohen mehr, obwohl keine Juden sie bedroht hatten. Die Dinge verschlechterten sich bis Dezember des Jahres, als 15.000 bis 20.000 Araber von einer Bevölkerung von fast 71.000 bereits geflohen waren.

Zu dieser Zeit warne syrische, libanesische und irakische Freiwillige nach Haifa gekommen; ihr Ziel war es die Juden zu vertreiben. Es gab allgemeines Durcheinander und wachsende Angst – eine Angst, die von der Panik verbreitenden Propaganda der arabischen Radios und Presse enorm verstärkt wurde. Im Januar begann das Nationalkomitee – Haifas führende arabische Vereinigung – die Massenflucht zu empfehlen. Dem ließen sie im März den Befehl folgen, Frauen und Kinder aus der Stadt zu bringen. Anfang April war die Bevölkerung auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Zahl gesunken.

Am 21./22. April waren die Truppen der Hagana gezwungen eine Schlacht gegen bewaffnete arabische Irreguläre zu führe. Der jüdische Zonen-Kommandeur gab eine Garantie aus, dass Araber, die sich entschieden zu bleiben, Gleichheit und Frieden genießen würden. Der jüdische Bürgermeister der Stadt, der betagte Shabtai Levy, bettelte die arabische Führung an seine arabischen Bürger bleiben zu lassen, doch sie wiesen ihn ab. Dieselben arabischen Führer wurden aufgefordert eine extrem faire Waffenruhe zu unterschreiben, aber sie antworteten mit der Erklärung: „Wir werden nicht unterschreiben. Es ist bereits alles verloren und es spielt keine Rolle, ob alle getötet werden, solange wir das Schriftstück nicht unterzeichnen.“ Innerhalb weniger Tage verblieben nur 3.000 Araber in der Stadt.

Am 27. April verteilten die jüdischen Streitkräfte ein Flugblatt, das die fliehenden Araber drängte zurückzukehren. „In der Stadt herrschen uneingeschränkt Frieden und Ordnung und jeder Einwohner kann zu seinem freien Leben zurückkehren und seine normale Arbeit in Frieden und Sicherheit wieder aufnehmen.“[13] Es gab diesbezüglich Radiosendungen, in denen den Arabern Zusicherungen gegeben wurden. Das war, nachdem die Hagana die Stadt besetzt hatte. Das Verhalten der Hagana war genau das Gegenteil einer „ethnischen Säuberung“. Als die Ordnung erst einmal wiederhergestellt war, wurden Araber in Schlüsselpositionen ernannt und ein Teil des Nachschubs, der ursprünglich für die jüdischen Einwohner vorgesehen war, wurde großzügig den Arabern gegeben.

Ist das zionistische Propaganda? Nun, die Dokumente sind vorhanden und der amerikanische Vizekonsul Aubrey Lipincott erklärte damals zusammen mit britischen Offizieren und dem britischen Hochkommissar Sir Alan Cunningham, dass die Araber zur Flucht ermutigt wurden, während die Juden alles in ihrer Macht stehende unternahmen das zu verhindern. Am 25. April kabelte Lippincott nach Washington: „Die Juden hoffen, Armut wird [die] Arbeiter veranlassen nach Haifa zurückzukehren, da was viele bereits tun, trotz arabischer Versuche sie zu überzeugen wegzubleiben.“[4] Am folgenden Tag vermerkte der britisch Distrikt-Inspektor: „Von den Juden wird alles unternommen, um die arabische Bevölkerung zu überzeugen zu bleiben und ihr normales Leben weiterzuführen, ihre Geschäfte und Läden zu öffnen und sicher sein zu können, dass ihr Leben und ihrer Interessen sicher sind.“

Am 28. April schickte der US-Konsul ein weiteres Telegramm: „Es wird berichtet, das der Hohe Arabische Rat allen Arabern befiehlt [die Stadt zu] verlassen.“ Am selben Tag berichtete Cunningham: „Britische Behörden in Haifa haben den Eindruck bekommen, dass die totale Evakuierung den Haifa-Arabern von höheren arabischen Stellen aufgedrängt wird und die Stadtbewohner selbst dagegen sind.“[5]

Karsh fasst die Situation am Ende eines eigenen Artikels zusammen: „In Haifa, einem der größten und dramatischsten Orte des palästinensischen Exodus, war nicht nur die Hälfte der arabischen Gemeinschaft aus der Stadt geflohen, bevor die letzte Schlacht geschlagen wurde, sondern weitere 5.000 bis 15.000 verließen sie offenbar freiwillig während der Kämpfe, während der Rest – rund 15.000 bis 25.000 – gegen ihren Willen durch Befehl oder Schikane zum Gehen veranlasst wurden, fast mit Gewissheit durch die Anweisungen des Hohen Arabischen Rats. Das Verbrechen war ausschließlich durch die Araber geschaffen. Es gab keinen großen jüdischen Plan diesen arabischen Weggang zu erzwingen, ebenso wenig gab es einen psychologischen ‚Blitzkrieg‘. Im Gegenteil: Sowohl die jüdische Führung von Haifa als auch die Hagana unternahmen alles, um die Araber zu Bleiben zu bewegen.

Was in Haifa geschah, spielte die breitere jüdische Haltung in Palästina. Alle Überlegungen der jüdischen Führung zum Übergang in die Eigenstaatlichkeit beruhten auf der Annahme, dass die Araber Palästinas im der aus der Beendigung des britischen Mandats entstehenden jüdischen Staat als gleichberechtigte Bürger verbleiben würden.“[6]

Vielleicht reicht das, um überzeugend zu zeigen, dass die wiederholte Behauptung der „ethnischen Säuberung“ 1947/48 eine klare Lüge ist. Zahllose weitere Dokumente und öffentlichen Archive erzählen dieselbe Geschichte. Es ist eine Sache der Geschichte und nicht von Spekulationen wenig sachkundiger Journalisten, die damit fröhlich um sich werfen.


Jewish fighters during the Battle of Haifa. (Image source: Wikimedia Commons)

Die Geschichte des nicht Vorhandenseins ethnischer Säuberung in Haifa ist nur ein Teil der viel breiteren Geschichte des Krieges als Ganzem, während dem arabische Führer und militärische Kommandeure den palästinensischen Arabern befahlen wegzugehen, um der Arabischen Befreiungsarmee, der Arabischen Liga und anderen arabischen Armeen zu erlauben durchzukommen, um so die Juden einfacher abzuschlachten. An anderen Orten flohen, wie in Haifa, arabische Einwohner, wurde aber nur in einem Fall vertrieben und das nach intensiven Kämpfen zwischen israelischen Truppen und eindringenden Auslandstruppen, die von örtlichen Einwohnern ergänzt waren. Das geschah in den verbundenen Städten Lydda (heute Lod) und Ramle, die im Juli 1948 von israelischen Truppen erobert wurden. „Das“, schreibt Karsh, „war der erste, in der Tat der einzige Fall im Krieg, bei dem eine beträchtliche Stadtbevölkerung von jüdischen oder israelischen Kräften vertrieben wurde.“[7]

An allen Orte, wo arabische Einwohner es ablehnten gegen israelische Kräfte zu kämpfen, blieb jeder vor Ort und fasste nach dem Krieg als respektierter arabischer Bürger Israels Fuß. Es gab keine ethnische Säuberung und keine Vertreibung aus Shafa Amr, Bu’eina, Uzayr, Ilut, Kafr Kanna, Kafr Manda, Rummana, ‘Ayn Mahil, Tur’an, Iksal, Dabburiyya, Reina, Sakhnin, Hurfaysh, Fasuta, Dayr Asad, Dayr Hanna, Sajur, Rama, Nahf, Jish, Majd Kurum. Und selbst Siedlungen, in denen es schwerer Kämpfe gegeben hatte, wurden intakt gelassen. Heute strömen Israelis und Touristen wegen der arabischen Restaurants dort nach Abu Ghosch, die weiter von israelischen Arabern betrieben werden, die seit Jahrhunderten Besuchern bei Jerusalem willkommene Gastfreundschaft bieten.

Als im Juni israelische Truppen Nazareth eroberten, wurde strenge Befehle gegeben, dass keine heiligen Stätten auch nur im Geringsten entweiht werden durften. David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, gab einen noch unverblümteren Befehl: „Aus Nazareth wird niemand entfernt.“[8]

Lassen wir Benny Morris das letzte Wort haben: „Weder Ben-Gurion noch die zionistische Bewegung ‚planten‘ die Vertreibung der etwas mehr als 700.000 Araber, die 1948 aus ihren Häusern auszogen oder entfernt wurden. Es gab keinen solchen Plan oder umfassende Politik. Umsiedlung wurde von der zionistischen Bewegung niemals als Teil ihres Programms übernommen; im Gegenteil: die Bewegung akzeptierte immer, dass der entstehende jüdische Staat eine beträchtliche arabische Minderheit haben würde.“[9]

Victoria White stützt wie so viele Israel-Hasser wilde Behauptungen auf falsche Informationen. Sie verweist auf Vorfälle israelischer Massaker in Deir Yassin und Sasa. Es gibt keine Zweifel, dass israelische Kräfte sich in beiden Vorfällen schlimm verhielten, aber das geschah in Kriegszeiten und angesichts erbitterter Kämpfe seitens der Araber. Die Geschichte eines großen Massakers in Deir Yassin wurde von arabischen Propagandisten völlig unverhältnismäßig aufgeblasen. Zwischen 100 und 120 Dorfbewohner starben (viele, vielleicht die meisten von ihnen Kombattanten). Diese Zahlen wurden sofort von fest jedem auf 254 aufgebläht. Vor den dortigen Kämpfen war den Etzel- und Lehi-Truppen ausdrücklich befohlen worden keine Frauen, Kinder oder Kriegsgefangene zu töten.[10]

In Sasa starben nur 60. White erwähnt außerdem ein Massaker an 230 Arabern in Tantura. Die einzige Quelle dafür ist ihr alter Freund Ilan Pappé. Fakt ist, dass knapp über 70 Dorfbewohner getötet wurden, nicht in einem „Massaker“, sondern als sie israelischen Truppen in einem uneingeschränkten Krieg um das Überleben ihres Landes heftigen Widerstand leisteten.

Die Wahrheit ist: Angebliche israelische „Kriegsverbrechen“ von 1948 verblassen im Vergleich mit alliierten Verbrechen und Massakern während des Zweiten Weltkriegs, wozu viele Tötungen deutscher und italienischer Kriegsgefangener gehörten. Solche Verbrechen, so abscheulich sie auch sind, waren ein direktes Ergebnis der Bekämpfung eines Feindes, dessen jede Tat ein Verbrechen war. In diesen Kontext gesetzt verliert die Zahl von israelischen Soldaten begangener Exzesse und die winzige Zahl an Vergewaltigungen – rund ein Dutzend sind verzeichnet – nicht ihre moralische Kritik, gewinnen aber einen sehr anderen Kontext. Schlimmer ist, dass White fröhlich den Wiederverkauf von Geschichten israelischen Fehlverhaltens betreibt, aber völlig jeglichen Verweis auf kaltblütig von arabischen Soldaten begangene Massaker meidet: Die Kämpfe vom 12. bis 15. Mai im Etzion-Block, wo jüdische Verteidiger sich ergaben und 240 Männer und Frauen abgeschlachtet wurden; das Massaker in Hebron 1929, wo 67 Juden ermordet wurden; oder der berüchtigte Überfall auf einen Konvoi mit Dozenten, Studenten, Krankenschwestern und Ärzten, der zum Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem fuhr und bei dem 78 Juden ermordet, die meisten davon lebendig geröstet wurden. Nicht der Erwähnung wert? Was das kein Kriegsverbrechen? Habe ich das Gefühl, dass durch das Fehlen von Ausgewogenheit bei Pappé und White nur Juden Furchtbares begehen, selbst wenn sie das nicht tun?

Antiisraelische Propaganda ist von Anfang an von Lügen, Verdrehungen und massivem Umschreiben der Geschichte getrieben gewesen. Die Schuld an allem wird auf die Juden gehäuft, während die Verbrechen der Araber, einschließlich derer der Palästinenser, für Freispruch sorgen. Israel war und ist ein legal gegründeter Staat und der Krieg von 1947/48 wurde von Arabern als Jihad in dem Versuch initiiert, getragen und ausgekämpft so viele Juden wie möglich zu töten, zwei Jahre nach dem Ende des Holocaust.

Die Vorwürfe an Israel – genauso wie die heute zu Gaza erhobenen – müssen einer nach dem anderen durch überlegten Gebrauch genauer historischer Fakten, eine Betonung der Moral des Überlebenskampfs Israels, eine gleiche Betonung der Unmoral derer, die anstreben die winzige Nation auszulöschen und eine standhafte Widerlegung der von den Ignoranten und Gutgläubigen vorgebrachten Anschuldigungen entkräftet werden.

[1] Zum religiösen Charakter des Krieges von 1948/49 s. Morris: 1948, S. 393-394 und im Index unter „Jihad“. S. auch: Benny Morris: The 1948 War Was an Islamic Holy War. Middle East Quarterly, Sommer 2010, S. 63-69.
[2] 6. Luftlande-Division: Weekly Intelligence Summary No. 61, basierend auf am 23. Oktober 1947 erhaltenen Informationen. WO 275/120, S. 3; Fortnightly Intelligence Newsletter No. 54, ausgegeben vom Hauptquartier der britischen Truppen in Palästina, 8. Nov. 1947, WO 275/64, S. 2. Zitiert wird Karsh: Palestine Betrayed, S. 124.
[3] Zitiert wird Karsh: Palestine, S. 138.
[4] ebenda, S. 139.
[5] ebenda, S. 141-142.
[6] Efraim Karsh: Were the Palestinians expelled? Commentary Magazin, 1. Juli 2000.
[7] zitiert wird Karsh: Palestine, S. 216.
[8] Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge 2004, S. 419-420.
[9] Morris, unveröffentlichter Brief an den Independent, wiedergegeben in: Tom Gross: Benny Morris responds to ‘numerous historical errors’ in The Independent. Mideast Dipatch Archive, 6. Dez. 2006.
[10] Morris: 1948, S. 126-27.

Irlands antiisraelische Einseitigkeit

Joseph Puder, FrontPageMag.com, 18. Dezember 2012

Irland war einer der EU-Staaten, die am 29. November 2012 mit „Ja“ stimmten, um den palästinensischen Nichtmitglieds-Beobachterstatus bei der UN zu unterstützen. Der irische Außenminister Eamon Gilmore erklärte: „Irland ist schon lange für die Sache der palästinensischen Eigenstaatlichkeit eingetreten, ebenso für die lebenswichtige Bedeutung einer umfassenden Friedensregelung für die gesamte Region des Nahen Ostens auf Grundlage von zwei Staaten, Israel und Palästina, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit leben.“ Er fügte hinzu, dass die Abstimmung „einen wichtigen Schritt für das palästinensische Volk auf seinem Weg zu voller Eigenstaatlichkeit darstellt, außerdem auch für alle diejenigen, die sich auf den Tag freuen, an dem Palästina rechtmäßig seinen Platz als volles Mitglied der Vereinten Nationen einnehmen kann“.

Anfang November hatte Außenminister Gilmore angekündigt, dass Irland einen Boykott in jüdischen Gemeinden in Judäa und Samaria hergestellter israelischer Produkte initiieren würde. Dieser Schritt kam im Vorgriff auf die irische EU-Präsidentschaft im Januar 2013. Irland ist in den letzten Jahren zu einem der antiisraelischsten Länder in Europa geworden, mit regelmäßigen Boykott-Initiativen und harschen Worten antiisraelischer Gefühle in der Presse, Regierung usw., die an Antisemitismus grenzen.

In seinem Buch Ireland and the Palestine Question (Irland und die Palästinafrage, 2005) legt Rory Miller unbeirrbar antiisraelische Positionen vor. Zu Beispielen davon gehören die Verurteilung der Bombardierung des irakischen Atomanlage bei Bagdad 1981 durch die irische Regierung.  Und 2003 sprach sich Irland heftig dagegen aus, dass Israel den Sicherheitszaun baute oder, wie Rory Miller ihn nennt, die israelische Leben rettende Mauer.

Nach Angaben von Miller waren die von der Partei Fianna Fail (FF) populistischen Regierungen die 1980-er Jahre propalästinensisch und sind es seitdem geblieben. Die Mitte-Rechts-Regierungen der Fine Gael (FG) waren in Sachen Umgang mit Israel etwas besser, während die Mittelinks-Arbeitspartei viel schlimmer gewesen ist.

Miller macht geltend, dass der irische Steuerzahler seit 1959 gezwungen worden ist Geld über die UNO an die Palästinenser zu schicken, seit den 1980-ern direkt; und dieser Unterstützung wird bis heute fortgesetzt. Er erklärt, dass einiges des den Palästinensern gegebene Geld zur Bezahlung hasserfüllter Schulbücher ausgegeben wurde, die Jihad und islamischen Terror werben.

Irland was der letzte EU-Staat, der (1993) eine israelische Botschaft gestattete. Und während Irland den terroristischen PLO-Diktaturführer Yassir Arafat 1993 zu einem offiziellen Besuch des Landes einlud, gab es für den demokratisch gewählten israelischen Ministerpräsidenten erst 1996 eine Einladung. Irland bildete unter der von Premierminister Jack Lynch von der FF geführten Regierung 1978 heimlich ägyptische Piloten aus, ein schändlicher Bruch der irischen Neutralität. Außenminister Brian Lenihan von derselben FF-Partei, behauptete e1980, die PLO sei keine Terrororganisation mehr und beschrieb Arafat als „moderat“.

In einem Artikel der Irish Times (vom 15. August 2006) mit der Überschrift Arab Crimes Against Palestinians Overlooked (Arabische Verbrechen gegen Palästinenser übersehen) stellten Rory Miller und Alan Shatter heraus, dass zwar die irische Kritik und Demonstrationen gegen Israel endlos sind, es aber ein Schweigen zu einer weit größeren Realität nicht israelischer Mörder von Palästinensern gibt. Wir sehen nicht nur in der irischen Regierung eine propalästinensische Einseitigkeit, sondern ein von den irischen Medien geübte, harsch antiisraelische Haltung.

Für den Irish Independent fragte Eilis O’Hanlon in einem Artikel mit dem Titel Israeli Voices Unheard in Irish Media (Israelische Stimmen in irishen Medien nicht zu hören, 30. September 2001), warum der propalästinensische Nahost-Kommentator Robert Fisk „selten fragt, warum Bombenanschläge stattfinden und die meisten seiner veröffentlichten Begegnungen mit Israelis diese als in einem weniger als schmeichelhaften Licht dargestellt werden. So der gütige Rabbiner, der plötzlich Palästinenser mit ‚Ungeziefer‘ vergleicht und der junge israelische Soldat, der beim Schießen auf Palästinenser eine Pause macht um zu verraten, dass er aus Brooklyn ins Heilige Land kam, weil es dort mehr ‚Spaß‘ gibt.“

O’Hanlon fährt fort: „Der Streit um Fisks Allgegenwart ist jedoch letztlich kein Streit mit ihm. Es geht in dem Streit um die irischen Medien. Wenn er, wie sogar Emily O’Reilly in der The Sunday Show zugab, an der Sache der Palästinenser ‚emotional beteiligt‘ ist, dann muss denen Zeit gegeben werden, die gleichermaßen an der Sache Israels ‚emotional beteiligt‘ sind.“

Declan McCormack veröffentlichte im Independent unter der Überschrift How Truth is the Second Casualty of War („Wie die Wahrheit zum zweiten Kriegsopfer wird, 7. April 2002); darin argumentiert er, dass die Berichterstattung der irischen Medien zum israleisch-arabischen (palästinensischen) Konflikt „das Gespenst antiisraelischer Gefühle geweckt hat“. Er fährt fort: „Man mag Ihnen vergeben, wenn Sie glauben, dass jede palästinensische Frau entweder tot war oder als tot zurückgelassen wurde, während hartherzige israelische Soldaten Krankenwagen des Roten Halbmonds blockierten. Sie werden auch von der Information überrascht sein, dass Aisha (eine Palästinenserin) ihre Niere von einem israelischen Juden, dem verstorbenen Zeev Vidor, erhielt. Und Sie werden wohl betroffen sein, wenn Sie entdecken, dass Zeev Vidor eines von 26 jüdischen Opfern des Passah-Massakers in Netanya war – dem Selbtmord-Bombenanschlag, der verübt worden war, um Israel zu maximaler Vergeltung zu provozieren.“

Zu den antiisraelischen Institutionen gehören damit die Regierung, die Medien und – um niemanden zu vergessen – auch die akademische Welt. Am 16 September 2006 unterschrieben 61 irische Akademiker eine Petition einer breit gefächerten Anzahl an Disziplinen; sie wurde in der Irish Times veröffentlicht und forderte einen Stopp der Unterstützung israelischer akademischer Institutionen durch die EU, bis Israel UNO-Resolutionen befolgt und die Besatzung palästinensischer Gebiete beendet. Die Petition endet mit einer Forderung nach einem Stopp jeglicher weiterer Unterstützung israelischer akademischer Institutionen sowohl national als auch europaweit. „Wir drängen unsere akademischen Kollegen diesen Stopp zu unterstützen, indem sie wo immer möglich von weiterer Zusammenarbeit mit israelischen akademischen Institutionen verzichten. Ein solcher Stopp sollte fortgesetzt werden, bis Israel sich an UNO-Resolutionen hält und die Besatzung palästinensischer Gebiete beendet.“

Nicky Larkin, ein irischer Künstler, der einen Film über den israelisch-palästinensischen Konflikt machte, schrieb am 11. März 2012 im Independent: „Von einem irischen Künstler wird erwartet, dass er Boykotte unterschreibt, eine PLO-Schal trägt und lauthals gegen Die Besatzung protestiert. Doch sind es nicht nur Künstler, von denen erwartet wird Israel zu hassen. Antiisraelisch zu sein soll Teil unserer irischen Identität sein, genauso wie wir den Engländern grollen sollen.“

Eine vor eineinhalb Jahren veröffentlichte Studie des irischen Priesters Michael McGreal stellt fest, dass ungefähr ein Fünftel der irischen Bevölkerung dagegen wäre, dass Israelis irische Staatsbürger werden. Elf Prozent würden dagegen Einspruch erheben, dass überhaupt Juden, nicht nur Israelis, die irische Staatsbürgerschaft bekommen. 46 Prozent der jungen Leute von 18 bis 25 Jahren sagten, sie würden keinen Juden als Mitglied in ihrer Familie haben wollen; und 40 Prozent der Gesamtbevölkerung würde es vorziehen keinen Juden als Familienmitglied zu haben.

In der Vergangenheit teilten die Iren mit Israelis/Juden einen gemeinsamen Kampf um Unabhängigkeit von Britannien. In den letzten 25 Jahren ist die irische Öffentlichkeit allerdings zunehmen feindlicher gegenüber Israel geworden. Nach Ansicht der irischen Öffentlichkeit muss gefragt werden, warum, wenn Katholiken und Protestanten in Nordirland in der Lage waren eine Regelung zu erreichen, die unmöglich erschien, Israelis und Palästinenser nicht dasselbe tun. Die irischen Medien haben durchweg Israel vorgeworfen, es unternehme nicht genügend eine Vereinbarung zu erreichen und darüber hinaus, Israel sei ein Hindernis für das Erzielen einer Einigung gewesen.

Während des Zweiten Weltkriegs lehnte Irland es ab seine Pforten für jüdische Flüchtlinge zu öffnen; heute hat sich die antiisraelische Einseitigkeit in einen wachsenden Antisemitismus verwandelt, besonders in der jüngeren Generation. Die einzige Schlussfolgerung, die man ziehen kann, ist die, dass die Iren sich entschieden haben und dass sie es ablehnen sich von Fakten und der Wahrheit über den triumphalistischen und mörderischen Charakter der palästinensischen Seite belasten zu lassen.