Iran vs. Israel – Wer droht hier wem?

Daniel Pipes in Press TV, The Debate, 18. Mai 2015

Eine Rede des israelischen Verteidigungsministers bildete die Bühne für eine Diskussion darüber, ob Jerusalem Teheran bedroht oder umgekehrt. Daniel Pipes diskutierte mit Brian Becker von der ANSWER Coalition in einem von der Islamischen Republik Iran betriebenen Fernsehsender.

Ein Auszug aus dem Gespräch, bei Minute 12:45:

Pipes: Glaube ich, dass die US-Regierung die iranischen Atomanlagen bombardieren sollte? Absolut, je früher, desto besser.

Moderator: Nein, sollte Israel es tun?

Pipes: Ich würde es vorziehen, dass die US-Regierung es tut, aber wenn die Regierung der Vereinigten Staaten es nicht tut, dann hoffe ich, dass die Israelis es tun werden, denn andernfalls haben wir Irre in Teheran, die Atomwaffen kontrollieren, die die Bevölkerung des Iran, die Israelis, die Amerikaner und viele weitere bedrohen. Es ist besser, sie vorher loszuwerden, wie es die Israelis es 1981 im Irak und 2007 in Syrien machten.

Hier sind die Inhalte der beiden Seiten, die Daniel Pipes in die Kamera hielt:

  1. Der Iran finanziert und liefert Waffen an die Hamas, die regelmäßig Israel angreift.
  2. Der Iran finanziert und liefert Waffen an die Hisbollah, die regelmäßig Israel angreift.
  3. Khomeini forderte „Israel aus der Existenz zu wischen“, als er an die Macht kam (1979).
  4. Mohammed Khatami, Präsident des Iran: „Wenn wir echten juristischen Gesetzen folgen, sollten wir die gesamte islamische Welt zu einer harten Konfrontation mit dem zionistischen Regime mobilisieren … wenn wir dem Koran folgen, sollten wir uns alle zum Töten mobilisieren.“ (2000)
  5. Ayatollah Ali Khamenei: „Es ist der Auftrag der Islamischen Republik Iran Israel von der Landkarte der Region zu löschen.“ (2001)
  6. Hassan Nasrallah, Hisbollah-Führer: „Wenn sie [die Juden] sich in Israel sammeln, wird uns das die Mühe ersparen sie in aller Welt zu verfolgen.“ (2002)
  7. Mahmud Ahmadinedschad, Präsident des Iran: er forderte wiederholt Israel „von der Landkarte zu wischen“. (2005)
  8. Nasrallah: „Israel ist unser Feind. Das ist ein aggressives, illegales und illegitimes Gebilde, das keine Zukunft in unserem Land hat. Sein Schicksal wird in unserem Motto bekundet: ‚Tod Israel‘.“ (2005)
  9. Yahya Rahim Safavi, Kommandeur der Revolutionsgarden des Iran: „Mit Gottes Hilfe ist die Zeit für das Todesurteil für das zionistische Regime gekommen.“ (2008)
  10. Mohammed Hassan Rahimian, Khameneis Repräsentant bei der Mosutazafan-Stiftung: „Wir haben Raketen gebaut, die es uns erlauben, wenn nötig Israel in seiner Gänze mit einem großen Holocaust auszuwechseln.“ (2010)
  11. Mohammed Reza Naqdi, der Kommandeur der paramilitärischen Basij-Kräfte: „Wir empfehlen ihnen [den Zionisten] ihre Möbel zu packen und in ihre Länder zurückzukehren. Und wenn sie darauf bestehen dazubleiben, dann sollten sie wissen, dass eine Zeit kommen wird, in der sie nicht einmal mehr die Zeit haben werden ihre Koffer zu packen.“ (2011)
  12. Khamenei: „Das zionistische Regime ist ein Krebstumor, der beseitigt werden wird.“ (2012)
  13. Ahmed Alamolhoda, Mitglied der Expertenversammlung: „Die Vernichtung Israels ist das Konzept der Islamischen Revolution im Iran und ist eine der Säulen der iranischen islamischen Führung. Wir können nicht behaupten, dass wir nicht die Absicht haben gegen Israel in den Krieg zu ziehen.“ (2013)
  14. Nasrallah: Die Beseitigung Israels ist nicht nur ein Interesse der Palästinenser. Sie ist das Interesse der gesamten muslimischen Welt und der gesamten arabischen Welt.“ (2013)
  15. Hojateleslam Alireza Panahian, Berater des Büros des Obersten Revolutionsführers an Universitäten: „Der Tag wird kommen, an dem das islamische Volk in der Region Israel vernichten und die Welt vor dieser zionistischen Basis retten wird.“ (2013)
  16. Hojatoleslam Ali Shirazi, Khameneis Repräsentant bei den Revolutionsgarden: „Das zionistische Regime wird bald vernichtet sein und diese Generation wird Zeuge seiner Vernichtung sein.“ (2013)
  17. Khamenei: „Für dieses barbarische, wölfische und kindermörderische Regime Israel, das kein Verbrechen auslässt, gibt es kein Heilmittel außer ausgelöscht zu werden.“ (2014)
  18. Hossein Salami, stellvertretender Leiter der Revolutionsgarden: „Wir werden euch [die Israelis] von Haus zu Haus jagen und Rache für jeden Tropfen Blut unserer Märtyrer in Palästina nehmen und das ist der Anfangspunkt des Erwachens der islamischen Staaten zu eurer Niederlage.“ (2014)
  19. Salami: „Heute nehmen wir wahr, wie das zionistische Regime langsam aus der Welt radiert wird und in der Tat wird es bald so etwas wie das zionistische Regime auf dem Planeten Erde nicht mehr geben.“ (2014)
  20. Hossein Sheikholeslam, Generalsekretär des Komitees zur Unterstützung der palästinensischen Intifada: „Die Frage der Vernichtung Israels ist wichtig, egal, wie sie betrieben wird. Wir werden offensichtlich die Strategie des Imam Khomeini und des Führers zum Thema der Vernichtung der Zionisten umsetzen.“ (2014)
  21. Khamenei forderte, dass Israel „ausgelöscht“ wird. (10. November 2014)
  22. Mohammed Ali Jafari, Oberkommandierender der Revolutionsgarden: „Die Revolutionsgarden werden das zionistische Regime bis zum Ende bekämpfen … Wir werden nicht ruhen, bis diese Verkörperung des Lasters völlig aus der Geopolitik der Region gelöscht ist..“ (2015)
  23. Mujtaba du Al-Nour, eine hochrangige Persönlichkeit der Iranischen Revolutionsgarden: Der Iran hat Raketen, die das Herz von Tel Aviv innerhalb von sechs oder sieben Minuten erreichen können, nachdem vom Obersten Führer grünes Licht gegeben wurde, „noch bevor der Staub der Raketen der Zionisten uns erreicht“. (23. Februar 2015)
  24. General Mohammed Reza Naqdi, Kommandeur der Basij-Milizen, Ende März 2015: „Israel von der Landkarte zu wischen steht nicht zur Disposition.“ (1. April 2015)
  25. Mojtaba Zolnour, ein Repräsentant Khameneis bei den Revolutionsgarden: Die „Regierung der Islamischen Republik Iran hat den gottgegebenen Auftrag Israel zu vernichten. … Der Edle Koran erlaubt es der Islamischen Republik Iran Israel zu vernichten. … Selbst wenn der Iran sein Atomprogramm aufgibt, wird das nicht die Entschlossenheit schwächen Israel zu vernichten.“ (12. Mai 2015)

Völkermord an Juden: Wo Hamas schlimmer ist als der Islamische Staat

Manfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Das Wort „Islamo-Nazismus“ ist weitgehend tabu, doch es repräsentiert die Ideologie einer Reihe muslimischer Terrororganisationen ausgezeichnet. Die dominante und furchtbarste dieser kriminellen Vereinigungen ist bisher der Islamische Staat (IS). Der deutsche Autor und ehemalige christdemokratische Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer besuchte vor kurzem den IS im Irak und Syrien, wo er sich mit einigen seiner Anführer und Anhänger austauschte.

Nach seiner Rückkehr sagte Todenhöfer: „Die sind völlig überzeugt davon, eine historische Mission zu erfüllen.“ Sie glauben, dass sie die einzig wahre Religion leben und wollen sie mit dem Schwert im gesamten Nahen Osten und dann in der ganzen Welt verbreiten. „Die wollen alle Religionen außer den drei ‚Buchreligionen‘ – also außer dem Islam in der IS-Version, dem Judentum und dem Christentum – vernichten. Und zwar ausnahmslos.“

Todenhöfer fügte hinzu: „Nach der IS-Ideologie müssen auch alle Muslime sterben, die Demokratie bejahen. Weil diese die Gesetze, die in einer Demokratie von Menschen gemacht werden, angeblich über die Gesetze Gottes stellen. Der IS spricht ganz offen von Hunderten Millionen Toten, die dieser ‚religiösen Säuberung‘ geopfert werden müssten.“

In seinen Gesprächen mit den IS-Vertretern sagte Todenhöfer ihnen, dass er den Koran mehrfach gelesen habe und den Islam als eine barmherzige Religion verstehe. „Ich habe gefragt: Wo bitte ist eure Barmherzigkeit? Ich bekam immer zu hören, dass es die zwar im Koran auch gebe, aber jetzt nun mal die Zeit des Schwertes sei.“1

Die von Todenhöfer mitgebrachte Botschaft des Islamischen Staats zum geplanten Massenmord war klar. Experten bestätigen, dass der IS eng dem Scharia-Gesetz folgt und dass es in der Geschichte des Islam viele Präzedenzfälle für ihre Ansichten gibt.2 Dennoch behaupten einige westliche Beschöniger fälschlich, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun habe. US-Präsident Barack Obama hat zugegeben, dass die Organisation das pure Böse ist.3 Er behauptet ebenfalls fälschlich, der IS sei „nicht Islamisch“.4

Diese falsche Haltung wird vom britischen Premierminister David Cameron geteilt, der zum IS erklärte: „Sie prahlen mit ihrer Brutalität. Sie behaupten, das im Namen des Islam zu tun. Das ist Unsinn. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Sie sind keine Muslime, sie sind Monster.“5

In einem bestimmten Fall ihres ideologischen Programms ist die Hamas extremer und mörderischer als der Islamische Staat. Der IS will Christen und Juden verschonen. Die Hamas hingegen sagt in Artikel 7 ihrer Charta: „Der Tag des Gerichts wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen (und sie töten), wenn der Jude sich hinter Steinen und Bäumen versteckt. Die Steine und Bäume werden sagen: Oh Muslime, O Abdulla, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn. Nur der Gharkad-Baum … wird das nicht tun, denn er ist einer der Bäume der Juden.“6

Während der Operation Fels in der Brandung im letzten Sommer forderte die Hamas einmal mehr die Ermordung aller Juden. Das Hamas-Fernsehen strahlte auch eine Predigt aus, die die Hamas-Ideologie wiederholte, mit der der Anspruch erhoben wird, dass es nach dem Islam die Bestimmung der Muslime ist die Juden auszurotten.7

Es gab im Gazastreifen und Israel während der Operation Fels in der Brandung Hunderte Auslandsjournalisten, die Tausende Artikel schrieben. Man müsste alle sorgfältig daraufhin überprüfen, um zu sehen, ob es auch nur eine einzige Nennung des Begriffs Islamo-Nazismus in irgendeinem ihrer Artikel über die Hamas gab oder ob ein Vergleich zwischen Hamas und den Nazis gezogen wurde oder einer direkte Zitate der Hamas über die geplante Ausrottung aller Juden beim Streben nach Zufriedenstellung Allahs beinhaltete. Es würde nicht überraschen, wenn nicht ein einziges solches Zitate gefunden werden könnte.

Clemens Wergin schreibt in der deutschen Tageszeitung DIE WELT. Er ist einer der seltenen Journalisten, die es wagt Fakten dazu zu recherchieren und zu veröffentlichen, wie viel Nazi-Ideologie die muslimische Terrorgruppe beeinflusst hat. Er schreibt, dass die Ideologie extremer muslimischer Gruppen wie Al-Qaida, Al-Nusra und IS ihre Konzepte aus einer tief sitzenden antiwestlichen Ideologie beziehen. Wergin führt an, dass das auch bei den Nazis der Fall war. Er fügt hinzu, dass der IS seine ursprüngliche Inspiration aus den schlimmsten europäischen Traditionen bezogen hat. Wergin sieht Parallelen zwischen IS-Ideologie und Hitlers Ideologie des „totalen Kriegs“ und seines Ausrottungskriegs gegen Juden und osteuropäische Völker, „auch wenn die Terror-Islamisten zum Glück nicht über die Mittel verfügen, um ihre Vernichtungsfantasien in großem Maßstab in die Tat umzusetzen“.8

Das fast totale Versagen des Journalismus sich mit der Ähnlichkeit von extremem Islam und Nationalsozialismus zu beschäftigen lässt in der Hauptsache ein paar wenige Wissenschaftler übrig, die sich mit dem Thema befassen. Sie bringen gewichtige Argumente für den Vergleich der Haltungen beträchtlicher extremistischer Bewegungen in der islamischen Welt mit denen der Nazis. Der israelische Holocaust-Forscher Yehuda Bauer hob 2009 hervor:

„Heute werden die Juden zum ersten Mal seit 1945 wieder offen durch eine radikalislamische, genozidale Ideologie bedroht, deren mörderische Wutreden ernster genommen werden müssen als die der Nazis vor zwei oder mehr Generationen. Die direkte Verbindung zwischen dem Zweiten Weltkrieg, der Schoah und den heutigen völkermörderischen Ereignissen und Drohungen ist mehr als offensichtlich. Die Schoah war ohnegleichen; aber sie war ein Präzedenzfall und diesem Präzedenzfall wird gefolgt.9

Der Antisemitismus-Historiker Robert Wistrich schreibt, dass Hardcore-Antisemitismus in der arabischen und muslimischen Welt nur mit dem von Nazideutschland vergleichbar ist. Er erklärt, dass muslimischer Hass auf Israel und Juden „ein eliminatorischer Antisemitismus mit Völkermord-Dimension“ ist. Als gemeinsames Element von muslimischem und Nazi-Antisemitismus führt Wistrich Fanatismus, den Todeskult, den nihilistischen Wunsch nach Vernichtung und die wahnsinnige Lust auf Hegemonie über die Welt an.10

Richard Prasquier, der ehemalige Präsident des CRIF – der Dachorganisation der französischen Juden – verglich den radikalen Islam mit dem Nationalsozialismus. Er führte zwei wichtige gemeinsame Merkmale an. Das erste sind für beide Bewegungen die Juden als Hauptfeind und Antisemitismus als essenzielle Komponente ihrer Ideologie. Das zweite ist die Entmenschlichung der Juden sowohl durch den Nationalsozialismus als auch den radikalen Islam.11 Der amerikanische Historiker Richard Landes merkte an: „Historiker der Zukunft werden vermutlich feststellen, dass der derzeitige Antisemitismus in arabischen und muslimischen Gesellschaften noch höher kocht als der der Nazis.“12

2013 verglich der ehemalige französische Bildungsminister Luc Ferry den modernen Islam in einem Interview der Sendung Télé auf dem Sender Europe 1 mit dem Nationalsozialismus der 1930-er Jahre. Er sagte: „Der heutige Terrorismus repräsentiert irgendwie das Äquivalent des Nationalsozialismus. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der heutige radikale Islam – und hier rede ich natürlich nicht von der muslimischen Religion, sondern vom radikalen Islam und Antisemitismus – derselbe Fluch für die Menschen, für das menschliche Leben ist. Er ist genauso schrecklich wie der Nationalsozialismus der 30-er Jahre.“ Ferry warnte auch, dass der radikale Islam nicht nur eine isolierte, „lokale Guerilla“-Gruppe ist, sondern ein globales Problem und das Omen eines dritten Weltkriegs.13

Israels Regierung und Streitkräfte haben bisher verhindert, dass die Hamas – die größte demokratisch gewählte Palästinenserpartei – ihre „Vernichtungsfantasien“ in einem Ausmaß ausführen kann, das in jeder Hinsicht das der Bewegung des Islamischen Staats erreicht. Doch Israel verzichtet fast völlig auf die Veröffentlichung des Islamo-Nazi-Charakters der Hamas und wo die von ihr beworbenen Schrecken selbst die Pläne des Islamischen Staates übertreffen. Die oben angeführten Zitate zu den Charakteristika des Islamo-Nazismus können das Rohmaterial für eine israelische Veröffentlichungskampagne zum wahren Charakter der Hamas liefern. Eine solche Kampagne wird dringend gebraucht, umso mehr, als der UNO-Sicherheitsrat sich mit einer Resolution zur Anerkennung eines Palästinenserstaats befasst hat.

 

1 Interview mit Jürgen Todenhöfer: „Pegida spielt das Spiel des Islamischen Staats.“ Die Welt, 27. Dezember 2014.
2 Andrew C. McCarthy: The Islamic State is Nothing New. National Review Online, 3. September 2014.
3 Rukmini Callimachi: Obama Calls Islamic State’s Killing of Peter Kassig ‘Pure Evil. The New York Times, 16. November 2014.
4 Statement by the President on ISIL. The White House, 10. September 2014.
5 Lee Ferran/Rym Momtaz/James Gordon Meek: British PM on New ISIS Beheading: “They’re Not Muslims, [But] Monsters”. ABC News, 14. September 2014.
6 http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp
7 http://www.palwatch.org/
8 Clemens Wergin: So viel Nazi-Ideologie steckt im Islamismus. Die Welt, 20. November 2014.
9 Yehuda Bauer: Reviewing the Holocaust Anew in Multiple Contexts. Post-Holocaust and Anti-Semitism, 80, 1. Mai 2009.
10 Robert S. Wistrich: Muslimischer Antisemitismus, Eine aktuelle Gefahr. Berlin (Edition Critic), 2011, S. 101.
11 Richard Prasquier: Oui, l’islamisme radical et le nazisme sont deux idéologies comparables. Le Monde, 17. Oktober 2012 [Französisch].
12 Manfred Gerstenfeld, Interview mit Richard Landes: Muslimische Verschwörungstheorien schaden Juden. Israel National News, 7. März 2013 [abseits vom mainstream, 5. März 2012]
13. Chloë Lebeau: Pour Luc Ferry, „l’islamisme radical est aussi atroce que le nazisme dans les années 30“. RTL.fr, 4. November 2013 [Französisch]

Islamischer Fundamentalismus, die permanente Bedrohung (Teil 3/3)

Ende Juni 2014 verstarb Professor Mordechai Abir. Er lehrte Nahost- und Islam-Studien an der Hebräischen Universität, bevor er in den Ruhestand ging. Manfred Gerstenfeld interviewte ihn vor zwanzig Jahren für sein Buch Israel’s New Future. (Das Buch wurde letztes Jahr mit einer neuen Einleitung unter dem Titel Israel’s New Future Revisited nochmals veröffentlicht.) Damals war der islamische Fundamentalismus gegenwärtig, aber nicht das große Problem, zu dem er seitdem geworden ist. In dem Interview zeigte Abir große Voraussicht dazu, wie der Fundamentalismus sich entwickeln könnte. Unten folgt der zweite Teil des Interviews. (Teil 1, Teil 2.)

Abir spricht offen von seiner Befürchtung, dass die von pazifistischen Vertretern Israels unternommenen Schritte praktisch den Weg zur Gründung eines PLO-Staats in der Westbank ebnen. Er hat wenig Zweifel, dass ein solcher Staat von Fundamentalisten und/oder sich verweigernden Nationalisten übernommen wird.

„Nehmen wir an, dass die Hamas sich aus taktischen Gründen heraushält und der von Arafat geführte Mainstream-PLO-Palästinenserstaat gegründet wird“, sagt er. „In einer zweiten Phase wird die Hamas die Macht übernehmen. Der derzeitige Trend ist, dass die Massen – besonders diejenigen, die wirtschaftlich leiden – zunehmend den Fundamentalisten folgen.

In der Tat könnte ein Palästinenserstaat ohne die riesigen Ressourcen, die nötig sind, um die Probleme seiner Bevölkerung und der Palästinenser in der Diaspora zu lösen, eine sehr schwierige Wirtschaftskrise durchmachen. Er wird von unfreundlichen arabischen Regimen und Israel umgeben sein, außer er schafft eine Art Union mit Jordanien zu bilden und erhält substanzielle Hilfe.

Darüber hinaus, stellt er fest, lebt nur die Hälfte des palästinensischen Volks in der Westbank und dem Gazastreifen, viele davon in Flüchtlingslagern. „Was wird mit den 2 bis 2,5 Millionen Palästinensern geschehen, die sich außerhalb befinden und ihre Identität bewahren?“, fragt er. „Sie leben in Lagern in fast allen arabischen Ländern oder in anderen Teilen der Welt, verschmäht von ihren arabischen Brüdern.

Für sie wird der Krieg nicht vorbei sein, da sie in den 6000 Quadratkilometern der Westbank und des Gazastreifens – wo die Bevölkerung bald die Zahl von einer Million Menschen betragen wird – keinen Platz haben werden; sie werden auf dem „Rückkehrrecht“ (awda) nach Akko, Jaffa, Aschdod und Westjerusalem bestehen. Kann Arafat solche Forderungen auffangen? Will er das ernstlich? Man kann sich den Fall des Libanon und seiner politischen Auswirkungen ansehen.

Ich kann eine solche Lösung als überhaupt nicht praktisch ansehen“, sagte er rundheraus, „außer es wird irgendeine Zauberformel gefunden das Problem mit allen Palästinensern zu lösen. Andernfalls wird der innere Druck weiter bestehen Israel zu überrennen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.“

Er sieht allerdings keine andere Alternative. „Die beste Lösung für das palästinensische Volk wäre es, wenn das haschemitische Königreich fällt“, sagte er. Jordanien, das eine mehrheitlich palästinensische Bevölkerung hat, wird ein Palästinenserstaat mit einem Ableger in der Westbank und dem Gazastreifen werden. Eine weitere, aber problematischere Alternative wäre eine jordanisch-palästinensische Föderation.

Israel muss sich um seine eigenen Interessen kümmern und daher auf Sicherheitsarrangements bestehen, die seine Existenz garantieren“, sagt er. „Ist ein Palästinenserstaat erst einmal gegründet – oder auch nur eine autonome Region – dann wird er vom internationalen Recht und internationalen Organisationen geschützt. Israels Möglichkeit seine Bevölkerung und seine Sicherheit zu schützen wird dann eingeschränkt sein.

Die jordanische Lösung wird den Palästinensern eine ausreichende territoriale Basis geben“, führt Abir fort. „Solch ein palästinensisches Jordanien könnte gemeinsame Wasserressourcen mit Israel und groß angelegte gemeinsame Entsalzungsprojekte haben. Es könnte vielfältige gemeinsame Projekte geben, von denen beide Länder profitieren.

Selbst eine jordanisch-palästinensisch-israelische Wirtschaftsföderation ist möglich“, sagt Abir. Diese könnte bedeutsame arabische und internationale Investitionen anziehen, die das Problem zu lösen helfen.

Die palästinensisch-jordanische Einheit würde eine Flagge, eine Armee und eine Luftwaffe östlich des Jordan haben“, sagt er. „Sie hätte in Aqaba einen Zugang zum Meer, was auch für den Irak von Bedeutung wäre. Es gäbe zudem einen von Israel kontrollierten Korridor in den Gazastreifen und zu anderen Mittelmeerhäfen.

Die Einheit würde einen viel höheren Bildungsstand haben als die Golfstaaten und könnte ein wichtiger Teil der Entwicklung der arabischen Länder werden und von solchen Verbindungen profitieren. Viele Joint Ventures werden bereits vorgeschlagen und viele weitere werden entstehen, wenn die Friedensverhandlungen Frucht tragen und eine jordanisch-palästinensische Einheit schaffen.“

Das Land würde, gibt Abir an, beträchtliches Einkommen aus Öl- und Gas-Pipelines erhalten, die aus Saudi-Arabien, dem Golf, dem Irak und Syrien das Land passieren. Es könnte auch ein Durchgang für Handel von Israel mit der arabischen Welt und zur Verbindungsstelle zu israelischer Technologie in verschiedenen Bereichen sein.

„Ein solches Land könnte echte wirtschaftliche Erwartungen und eine realistische politische Überlebenschance haben, ohne bald auf Krieg zurückgreifen zu müssen“, sagt Abir.

Das ist ein ziemlich rosiges Bild, aber Abir betont, dass dies nur mit einer aus dem Friedensprozess entstehenden palästinensisch-jordanischen Föderation oder wenn Jordanien eine palästinensische Heimat wird Realität werden kann. Während Fundamentalismus und andere ultra-nationalistischen Bewegungen weitermachen, bleibt er dabei, dass sie nicht die von ihnen gewollte Macht erwerben dürfen, wenn ein unabhängiger Palästinenserstaat in den Gebieten entsteht.

„Meine Meinung ist das Ergebnis des Studiums der Weltgeschichte der Muslime“, erklärt Abir. „Zu einem großen Teil ist der Erfolg des Fundamentalismus weniger Ergebnis politischer Unzufriedenheit, als eher der wirtschaftlichen Not. Die muslimische Welt erlebt Wellen steigenden Fundamentalismus. Im Islam gab es immer fundamentalistische Tendenzen und es wird sie immer geben. Die einzige Frage ist, wie mächtig sie sein werden.“

Er kehrt zum Beispiel des Iran zurück und sagt: „Paradoxerweise bot der Fundamentalismus keine Antwort auf die sozioökonomischen Probleme des Iran. Der Lebensstandard der iranischen Bevölkerung ging unter dem verstorbenen Schah zurück. Nur fünf Prozent lebten in Saus und Braus. Es überraschte nicht, dass die ungebildeten Menschen, die oft Pachtbauern waren, nach einer fundamentalistischen Lösung suchten.

Sie sind fromme Muslime. Auf die gleiche Weise generiert das Elend in Ägypten Unterstützung für militanten Fundamentalismus. Doch 14 Jahre nach der islamischen Revolution ist die Wirtschaft des Iran ein Trümmerhaufen und der Lebensstandard seiner urbanisierten Massen wie auch seiner Landbevölkerung ist noch schlechter als in der Vergangenheit und geht weiter bergab.“

Bevor Israel ein endgültiges und bindendes Abkommen mit den Palästinenser und seinen Nachbarn eingeht, drängt Abir seine Führung nicht zu vergessen, was heute den christlichen Minderheiten in „säkularen“ muslimischen Staaten geschieht. Ägypten – das er ungeachtet der christlichen Teile des Libanon als den säkularsten Staat der arabischen Welt bezeichnet – ist nicht in der Lage gewesen den Hass der fundamentalistischen Muslime auf die Kopten zu bekämpfen, die echte Überreste der ursprünglichen ägyptischen Bevölkerung sind. Die Christen im Libanon haben das Menetekel gesehen, seit es ihnen Anfang der 1980-er Jahre nicht gelang einen christlich dominierten Libanon oder ein teilunabhängiges Gebilde in ihrem Teil des Berglands des Libanon zu gründen.

Im säkularen Ägypten von heute genießen Kopten und Muslime theoretisch gleiche Rechte“, sagt er. Dennoch nimmt die Zahl der Kopten stetig ab; das ist eine Folge der weit verbreiteten, verdeckten Diskriminierung und vor allem der zunehmenden Verfolgung durch muslimische Fanatiker. „Die muslimischen Massen lehnen es ab eine Dhimmi-Gemeinschaft als gleichberechtigt zu akzeptieren“, erklärt er.

Manchmal nehmen Personen aus diesen Dhimmi-Gemeinschaften hohe Positionen in der öffentlichen Verwaltung und an anderen Stellen ein. Muslime sind ihnen unterstellt. Das ist für den Durchschnittsmuslim absolut verwerflich. Im ländlichen Ägypten, wo die Menschen ungebildet und rückständig sind, ist die Lage für den Erfolg der fundamentalistischen Propaganda gegen die Kopten noch dienlicher. Diese zunehmende sozio-religiöse Spannung in ländlichen Gegenden und Provinzstädten bricht oft in Pogrome und blutige Zusammenstöße aus, von denen die Regierung feststellt, dass sie sie kaum kontrollieren kann.

Während muslimische Fundamentalisten sich in Oberägypten, Kairo und dem Nildelta ausbreiten, wo viele Fundamentalisten leben, sind viele Kopten zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Lösung die Auswanderung ist. Wir kennen die genauen Zahlen nicht, da dies in Ägypten ein sensibles politisches Thema ist, doch sie repräsentierten vermutlich immer 7 bis 9 Prozent der Bevölkerung Ägyptens. Es gibt ansehnliche koptische Gemeinden in New York, Chicago, Kanada und weiteren Orten in Amerika. Die libanesischen Maroniten sehen auch das Menetekel und im Verlauf der letzten 20 Jahre sind Hunderttausende nach Amerika und Europa ausgewandert.

Für Abir sind die Lektionen klar. Israels Führungspolitiker müssen sich der traurigen Realitäten des Nahen Ostens der Gegenwart und der vor uns liegenden schicksalhaften Jahre bewusst sein, warnt er, und sie müssen bemüht sein, tödliche Fehler in den Verhandlungen mit den benachbarten arabischen Staaten und den Palästinensern vermeiden. Vor allem muss Israel seine vitalen Interessen und die Fähigkeit sich zu verteidigen aufrecht erhalten.

„Wir müssen das Risiko eines PLO-Staates in den Gebieten im Auge behalten, der sich schlussendlich in einen fundamentalistischen Palästinenserstaat verwandeln könnte, der dem jüdischen Staat jegliches Existenzrech in seiner Mitte abspricht“, schließt er.

Manfred Gerstenfeld ist der ehemalige Vorsitzende des Jerusalem Center of Public Affairs.

Ramadan: Feiertagsunterhaltung für Judenhasser

Petra Marquardt-Bigman, Warped Mirror (Jerusalem Post Blog), 13. Juli 2013

Stellen Sie sich einen Moment lang vor, dass irgendein großer Hollywood-Produzent für die Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr mit einer besonderen Geschichte ankäme, die sich der Darstellung der Muslime als verlogene, blutrünstige und völlig bösartige Kreaturen widmet, die völlig zurecht von Christen eines vergangenen Zeitalters bekämpft und getötet werden. Während der Herstellung der Sendung würden die daran beteiligten Leute – wie der Drehbuchautor und die Schauspieler – von den Medien interviewt; sie beschrieben das Projekt mit glühenden Worten und betonten, wie aktuell ihre Geschichtsshow sei, weil die aktuellen Ereignisse bewiesen, dass die Muslime unserer Zeit genauso bösartig seien wie die in der Sendung gezeigten…

Dankenswerterweise ist das ein fast nicht vorstellbares Szenario, doch man muss keine Fantasie haben, um zu wissen, wie jedes auch nur annähernd vergleichbare Projekt in Empfang genommen würde: Vor weniger als einem Jahr, im September 2012, resultierten gewalttätige Reaktionen auf den amateurhaften YouTube-Climp „Die Unschuld der Muslime“ in rund 50 Toten, Hunderten Verletzten und umfangreichen Schäden durch Brandstiftung und Krawalle. Da viele muslimische Randalierer gegen US-Botschaften und -Konsulate vorgingen, sprach sogar Präsident Obama diesen Tumult in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung an und verurteilte das „krude und ekelhafte Video, das Empörung in der gesamten muslimischen Welt entfacht“. Als Echo weit verbreiteter Stimmungen beschrieb ein Blogger beim Guardian den 15-minütigen Clip als „ein engstirniges Stück Gift, das die Entzündung der muslimischen Welt einkalkuliert“ und argumentierte, es biete „eine dunkle Demonstration der Macht des Films“.

Doch was geschähe, wenn es ein „engstirniges Stück Gift“ gäbe, das „einkalkuliert, die muslimische Welt“ gegen die Juden zu „entflammen“? Nun, dazu muss man nicht die Fantasie bemühen: Für den diesjährigen Ramadan, der vor ein paar Tagen begann, wird ein besonderes Programm geboten, das die Bemühungen der frühen Muslime verherrlicht die Arabische Halbinsel „judenrein“ zu machen; angeboten wird es „auf zahlreichen Sendern, darunter Dubai TV, Dream TV (Ägypten), Al-Iraqiyya TV (Irak), dem Algerischen Kanal 3, Atlas TV (Algerien), Qatar TV und UAE TV“.

Wie ein umfassender Bericht von MEMRI dokumentiert, deuten arabische Medien an, dass jeder an der Produktion von „Khaybar“ Beteiligte stolz auf die Sendung ist:

Schauspieler Ahmad Abd Al-Halim sagte: „Ich spiele eine der jüdischen Rolen, die das Verhalten der jüdischen Menschen demonstriert. Alles, woran er denkt, ist Geld anzuhäufen.“ Schauspieler Ahmad Maher sagte: „Die Geschichte hat gezeigt, dass die Juden ein Volk ohne moralische Werte sind, die ihre Vereinbarungen nicht einhalten.“ Nach seinen Angaben schuf Drehbuchautor Yusri Al-Gindi „ein historisches Dokument, das zeigt, dass diese Menschen Unterdrücker sind, die ihre Abkommen nicht einhalten. Die Geschichte zeigt, dass sie ein Volk sind, das Allah widerspricht. Sie sind die Schlächter der Propheten.“

Nach Angaben eines MEMRI-Berichts gab der Drehbuchautor der Sendung, Yusri Al-Gini „regelmäßig Interviews zur Sendung, dem Drehbuch und seiner Bedeutung“. Offenbar hält Al-Gindi sich für einen Juden-Experten und behauptet „Forschung“ betrieben zu haben, was ihn zu der Einsicht führte, dass „seit den Tagen Mose, dem Propheten Allahs, bis heute das zionistische Gebilde seine Methode nicht geändert hat“. Al-Gindi erklärte auch:

„Die Juden sind die Juden. Sie handeln immer noch entsprechend ihrer Natur, trotz der vergangenen Generationen. Sie korrumpieren jede Gesellschaft, in der sie leben und daher kann kein Regime sie durch einen Vertrag oder eine Vereinbarung welcher Art auch immer schützen. Die Krise in der arabischen Welt bietet die besten Beweise dafür und das ist der Grund, dass die Sendung ihre derzeitige Bedeutung erhält.“

Diese armselige Sendung hat wohl in der Tat „derzeitige Bedeutung“ für die „Krise in der arabischen Welt“ – weil eine „Welt“, in der primitiver Fanatismus fröhlich als aufklärende Ferienunterhaltung beworben wird, sich klar in einer tiefen Krise befindet. So vermerkte Walter Russell Mead wiederholt:

„Länder, in denen bösartiger Antisemitismus weit verbreitet ist, wind fast immer rückständig und arm […] wegen der Unfähigkeit die Welt klar zu sehen und Ursache-und-Wirkungs-Beziehungen in komplexen sozialen Umfeldern zu unterscheiden an viel weiteres Versagen im wirtschaftlichen und politischen Leben gebunden ist. Antisemitismus ist nicht nur der Sozialismus der Dummen; er ist die Soziologie der Benebelten. Der Antisemit versagt darin zu begreifen, wie die Welt funktioniert und dieses Versagen verurteilt ihn zu endloser Frustration.“

Herr Al-Gindi ist in der Tat ein gutes Beispiel für völliges Benebeltsein: Er bewirbt eine Produktion, die angeblich den unveränderlich verschlagenen Charakter der Juden beweist, ist aber nicht in der Lage zu erkennen, dass er die Argumente dafür liefert, dass unveränderbarer Judenhass eine stolze arabische und muslimische Tradition ist.

Screenshot des MEMRI-Clips von „Khaybar“

Bisher kommt Kritik an der Sendung hauptsächlich von jüdischen Stimmen, die gegen die Dämonisierung der Juden Einspruch erheben. Nach Angaben eines Berichts in The Algemeiner ist die Sendung von der ADL und dem Simon-Wiesenthal-Zentrum kritisiert worden, während der Blogger Elder of Ziyon nicht nur ausführlich über „Khaybar“ geschrieben hat, sondern auch eine Petition und eine Facebook-Seite organisierte, die die antijüdische Hetze verurteilen.

Inzwischen hat es auch einige Berichte und Kommentare in den Medien gegeben, doch wenige scheinen bereit zu sein den springenden Punkt hervorzuheben, den Rabbi Kenneth L. Cohen in der Huffington Post anspricht:

Antisemitische Fernseh-Miniserien sind in der muslimischen Welt eine Hausindustrie geworfen. […] Juden-als-Bösewicht-Themen finden sich in den lokalen Pendants von „Dallas“, „Hardball“ und „The 700 Club“. Sie erscheinen sogar in Gegenstücken zur Sesamstraße […] Talkshows sind durchtränkt von antisemitischen Tiraden und Verschwörungstheorien. Holocaust-Leugnung ist die Norm, Freitagspredigten, die die Abschlachtung aller Juden überall fordern, sind nicht ungewöhnlich. Die Beschreibung des bösartigen, blutrünstigen Juden, der plant die Welt zu kontrollieren – extremistisches Zeugs, das nur in anrüchigen Rändern der Gesellschaft des Westens existieren – wird Hunderten Millionen Menschen gezeigt. […]

Diese krude und widerliche Hetze trotzt journalistischen und Medienstandards, die andernorts zu finden sind. Sie schadet Juden, untergräbt aber auch das Ansehen der Muslime und dem Image des Islam.

Und das ist in der Tat ein Punkt, der nur allzu selten betont wird: Wenn eine Sendung wie „Khaybar“ als Ramadan-Ferienunterhaltung produziert werden kann, dann ist der Schluss nicht „islamophob“, dass viele Muslime antijüdischen Fanatismus als integralen Teil ihrer Weltsicht betrachten.

Morsi sagt wieder, er sei missverstanden worden. Hier deshalb weitere MB-Texte über Juden

Elder of Ziyon, 31. Januar 2013

Der ägyptische Präsident Mohamed Morsi versucht weiter seine antisemitischen Äußerungen zu „kontextualisieren“:

„Wie ich schon gesagt habe, wurden die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen … Ich bin nicht gegen den jüdischen Glauben, ich bin nicht gegen Juden die ihre Religion ausüben“, sagte Morsi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Berlin.

„Ich sprach von den Praktiken und dem Verhalten von Gläubigen jeder Religion, die Blut vergießen oder unschuldige Menschen oder Zivilisten angreifen. Das ist ein Verhalten, das ich verurteile.“

„Ich bin Muslim. Ich bin ein Gläubiger und meine Religion verpflichtet mich an alle Propheten zu glauben, alle Religionen zu respektieren und das Recht der Menschen auf ihren eigenen Glauben zu respektieren“, fügte er hinzu.

Ich habe bereits vermerkt, dass die Internetseite der Muslimbruderschaft mit den empörendsten antisemitischen Giftigkeiten angefüllt ist – ohne den Zionismus überhaupt zu erwähnen.

Hier ist ein weiteres Beispiel, aus dem Jahr 2004. Es handelt sich um die Rezension eines Buchs, „Literary Comparison of Jewish People“ (Ein literarischer Vergleich jüdischer Menschen). Der Autor nimmt jüdische Charaktere aus englischer und ägyptischer Literatur und analysiert sie, um zu sehen, welche gemeinsamen Charakteristika sie im Verlauf der Jahrhunderte haben. Dazu gehören jüdische Figuren von Ivanhoe, The Unfortunate Traveller (Der unglückliche Reisende) von Thomas Nashe, Oliver Twist und der ägyptische Roman Ahmed Daoud.

Die Schlussfolgerung?

Dies sind die Eigenschaften und Charakteristika des jüdischen Charakters: instinktive Liebe zu Geld, Heimtücke, Verrat, Heuchelei, Unmoral, Terrorismus, Angst und Feigheit; Eigenschaften, die im jüdischen Charakter eines jeden Landes durchgängig sind, in dem sie lebten. Vielleicht sind diese Eigenschaften der wirkliche Schlüssel dafür zu wissen, wie man mit ihnen umgeht.

Ich bin sicher, das ist aus dem Zusammenhang gerissen und sie redeten in Wirklichkeit über die Zionisten. So wie in diesem Absatz auf der MB-Internetseite:

Als wir das Alte Testament und den Talmud lasen und die sich daraus ergebenden Sichtweisen und Ideen aus Studien wie „Die Protokolle der Weisen von Zion“ und rabbinischen religiösen Entscheidungen und anderen Nebenflüsse jüdischen Denkens, finden wir persönliche jüdische Muster abartigen Verhaltens gegen die Menschheit, sie diktieren Intoleranz gegenüber Menschen von Nichtjuden und falsche, arrogante Eitelkeit zu Gottes Schöpfungen. Sie schlagen ihnen auch vor, dass diese quellen heiligen intellektuellen Denkens – in ihren Augen – eine von Heuchelei und Täuschung und sogar Verrat und sie vergießen das Blut von Nichtjuden und nehmen ihnen das Geld und behalten sogar persönliche jüdische Feindschaft gegenüber anderen menschlichen Wesen bei, inspiriert von den jüdischen Quellen, die von ihnen als heilig angesehen werden, was die Abartigkeit des jüdischen Charakters verursacht.

Lügt Morsi also? Nicht ganz. Er sagt, er sei nicht gegen Juden, „die ihre Religion ausüben“. Doch aus seiner Perspektive definiert der Islam, was Judentum ist – nicht die Juden! So wie der Islam entscheidet, dass die jüdische Bibel ein der gegenüber dem Original fehlerhafter Text ist und der Talmud nichts mit dem wahren Judentum zu tun hat und dass die Protokolle der Weisen von Zion ein heiliger jüdischer Text sind, so entscheidet der Islam, welche Juden ihre Religion ausüben und welche nicht.

Diejenigen, die das Judentum ordnungsgemäß ausüben – aus muslimischer Sicht – sind diejenigen, die anerkennen, dass der Islam die einzig wahre Religion ist, dem sie glücklich ihre Jizya-Steuer zahlen.

Dr. Manfred Gerstenfeld erklärt Äußerungen, warum islamische Kultur westlicher Kultur unterlegen ist

KGS, Tundra Tabloids, 11. Dezember 2012

Vor kurzem fand in London eine Konferenz zu Antisemitismus statt, organisiert vom Journal for the Study of Anti-Semitism; einige der Teilnehmer störten sich an Äußerungen von Manfred Gerstenfeld zur Hierarchie von Kulturen. Er erklärte, dass die zeitgenössische muslimische Kultur der westlich-demokratischen Kultur nach den Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unterlegen ist. Einige Teilnehmer verließen seinen Vortrag.

An dessen Ende erhielt Dr. Gerstenfeld enthusiastischen Applaus und Dutzende kamen mit Komplimenten zu ihm. Einige merkten an, dass es an der Zeit sei, dass diese Dinge in Großbritannien klar gesagt werden. Einige brachten Bedauern zum Ausdruck, dass es nötig war, dass ein Ausländer das sagte. Später erhielt Dr. Gerstenfeld die Auszeichnung des Journals für sein Lebenswerk. Ich bat ihn, genauer darzulegen, warum es wichtig ist, dass es eine Hierarchisierung der Kulturen gibt. Hier ist seine Antwort:

Die Behauptung, es gäbe keine Hierarchie der Kulturen, ist absurd. Wenn alle Kulturen einer bestimmten Zeit in der Geschichte gleichwertig sind, dann war die Nazi-Kultur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts der demokratischen Kultur der alliierten Staaten gleichwertig. Die Konsequenzen der Akzeptanz dieses Punktes ist z.B. die indirekte Unterstützung von Völkermord. Die Ermordung von sechs Millionen Juden im Holocaust passt in die damalige deutsche Kultur. Und wenn die Nazikultur der der westlichen demokratischen Staaten gleichgestellt wird, dann gab es an dem von ihnen begangenen Völkermord nichts Verwerfliches.

Die Vorstellung, dass die Nazikultur der damaligen demokratischen Kultur gleichwertig gegenüber stand, würde auch die Ermutigung der derzeitigen iranischen Führung fördern. Warum sollte ihre Kultur, die für den Völkermord an den Juden in Israel wirbt, geringwertiger sein als die der westlichen Demokratien oder Israels? Warum sollte die palästinensische Kultur im Gazastreifen oder allgemein der westlich-demokratischen Kultur unterlegen sein? Die Hamas spiegelt palästinensische Kultur. Sie erhielt mehr als die Hälfte aller palästinensischen Stimmen der letzten Wahlen. Die Hamas fordert in ihrer Charta, dass alle Juden ausgelöscht werden sollten. Für diejenigen, die glauben, dass es keine Hierarchie der Kulturen gibt, sollte dies in diesem Umfeld völlig akzeptabel sein. Man sollte daher denen die Masken herunterreißen, die behaupten alle Kulturen seien gleichwertig und sie als diejenigen offenbaren, die Völkermord-Befürworter helfen und ihnen Beihilfe leisten.

Eine weitere Folge der Behauptung der Gleichwertigkeit aller Kulturen besteht darin, dass es in der Welt des Islam keine Notwendigkeit gibt die Gräueltaten des Holocaust zu untersuchen. Das ist etwas, das westlich-demokratische Länder tun sollten. Holocaust-Leugner sollten ihr Lügen in westlichen Demokratien konzentrieren, die diesen Völkermord verabscheuen. Aber warum sollte es Holocaust-Leugner in der muslimischen Welt geben? Als logische Folge des Werbens für „alle Kulturen sind gleichwertig“ kann man in der muslimischen Welt geltend machen, dass es nichts inhärent Falsches am Holocaust gibt; und warum dann leugnen, dass er stattfand?

Man könnte hinzufügen, dass während des Zweiten Weltkriegs die Kultur des besetzten Europas, beherrscht von den Deutschen und ihren vielen Kollaborateuren, der Kultur der damaligen muslimischen Welt unterlegen war. Gräuel und Diskriminierung waren dort weit weniger vorhanden als in der damals in Europa vorherrschenden Kultur.

In London sagte ich, dass einige Kulturen anderen unterlegen sind. Ich zitierte den früheren niederländischen liberalen Parteichef, Verteidigungsminister und EU-Kommissar Frits Bolkestein, der das über Zivilisationen gesagt hatte. In einem Interview, das ich mit ihm führte, sagte er (und das ist im Internet zu finden): „Nimmt man die Standards der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dann ist die derzeitige Zivilisation Europas der islamische Zivilisation überlegen. Alle Zivilisationen gründen darauf, dass Entscheidungen getroffen werden. Ich glaube, dass die Zivilisation Roms der Galliens überlegen war. Ich betrachte auch das unionistische Amerika als dem der Sklaven haltenden Konföderation überlegen, ebenso das demokratische Nachkriegsdeutschland als dem kommunistischen Ostdeutschland überlegen.“1

Bolkestein fügte hinzu: „Warum wollen so viele Muslime, die im Nahen Osten leben, in den Westen übersiedeln? Vielleicht weil sie glauben, sie werden hier glücklicher sein als sie es jetzt sind. Man könnte das so interpretieren, dass sie sagen: ‚Yankee, go home, aber bitte nimm mich mit.‘ Die Blindheit der multikulturalistischen Ideologen ermöglicht ihnen nicht, das zu sehen.“ Bolkestein hatte bereits Anfang der 1990-er Jahre ähnliche Äußerungen getätigt.

Warum muss die Frage der Hierarchie der Kulturen angesprochen werden? Eine von mehreren Antworten ist: Sie ist ein wesentliches Element für das Verständnis des riesigen Problems, das Teile der muslimischen Welt für die gesamte Menschheit verursacht. Bei der Konferenz in London behandelte ich einige davon und die drängende Notwendigkeit den unverhältnismäßig starken Antisemitismus unter der muslimischen Bevölkerung in Europa zu analysieren.

Je mehr das Thema der Hierchisierung der Kultur diskutiert wird, desto schwieriger wird es für diejenigen, die – was selbst schon ein Zeichen von Dekadenz ist – nicht werten wollen, die Unterlegenheit der zeitgenössischen muslimischen Kultur im Vergleich zur westlich-demokratischen Kultur zu leugnen. Gleichzeitig muss aber betont werden, dass in einer unterlegenen Kultur zu leben oder ihr anzugehören, nicht die Menschen minderwertig macht. Das steht im Einklang mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in der es heißt: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

Die Liste der zionistischen Verschwörungen des letzten Monats

Elder of Ziyon, 22. Januar 2011

Diese Liste der in den Medien erwähnten zionistischen Verschwörungen innerhalb des letzten Monats ist wahrscheinlich nicht vollständig…

Das [UNO-]Sondertribunal zum Libanon
… und der Hariri-Mord [Libanon]
Spionierende Geier in Saudi-Arabien
Harry Potter
Unabhängigkeits-Referendum für den Südsudan
… und die Benutzung des Nil zur Erpressung von Staaten, dass sie nach ihrer Pfeife tanzen
Israelische Ärzte, die auf den Malediven Augenkrankheiten behandeln
Das Gesetz gegen den Hijab in Aserbaidschan
9/11
Purim
Wikileaks
Das Bombenattentat auf eine koptische Kirche in Alexandria
Das geplante islamische Zentrum in Manhattan [„Ground Zero-Moschee“]
Alles, was im Irak geschieht
Der angebliche Tod eines ehemaligen iranischen Generals in einem israelischen Gefängnis
Kontrolle der Politik Großbritanniens
Heftige, abgestimmte Angriffe gegen Goldstone
Der Film „V“
Der Holocaust
Die Tea Party-Bewegung
Dass Menschen in Ägypten sich selbst in Brand setzen
Die Entfernung der Hamas-Seite auf Facebook