Beim Boykott Israels ging es nie um die Palästinenser – es ging um die Juden

Elder of Ziyon, 30. Aguust 2020

Dieses Wochenende kündigten die VAE an, dass sie den Boykott Israels durch die Arabische Liga nicht länger befolgen würden.

AP berichtete:

Die Ankündigung von Samstag schaffte das Gesetz von 1972 in den Büchern der VAE ab, das direkt nach der Bildung der Emirate verabschiedet wurde.

Dieses Gesetz spiegelte die weithin vertretene Ansicht arabischer Nationen, dass damals diese Anerkennung Israels erst erfolgen würde, nachdem die Palästinenser einen unabhängigen eigenen Staat bekommen.

NPR berichtete ähnlich:

Der Erlass beendet formell ein Gesetz von 1972, das einen Boykott einsetzte, eine übliche Politik gegenüber Israel in der arabischen Welt wegen dessen Umgang mit den Palästinensern.

Das ist Revisionismus der Geschichte.

Der Originaltext der Boykottresolution der Arabischen Liga von 1945 erklärte:

Produkte palästinensischer Juden werden in arabischen Ländern als unerwünscht betrachtet. Sie sollten verboten und abgelehnt werden, solange ihre Produktion in Palästina zur Verwirklichung zionistischer politischer Ziele führen könnte.

Die einzige Verwendung des Wortes „Palästina“ war ein Verweis auf die Juden, die boykottiert wurden!

Als der Boykott verkündet wurde, erklärte nicht ein einziger Staat, dass man sich um die Rechte der Araber in Palästina sorgte. Die New York Times schrieb am 4. Dezember 1945:

Araber werden palästinensische Waren boykottieren

Cairo, Ägypten, 3. Dezember (U.P.) – Die Arabische Liga kündigte heute an, dass ihre sieben Mitgliedstaaten ab dem 1. Januar alle jüdisch hergestellten Produkte aus Palästina boykottieren würden.
Der Generalsekretär der Liga, Abdul Rahman Azzam Bey, sagte, der Boykott sei befohlen worden, weil die jüdische Industrie in Palästina „auf zionistischen Geldern
basiert, die in fremden Ländern gesammelt wurden, um einem politischen Zweck zu dienen: der Gründung einer jüdischen nationalen Heimstatt und Staat in Palästinas.“
„Dieses Ziel ist nicht realisierbar, außer durch die Ausbeutung der Märkte in arabischen Ländern“, fügte er hinzu.

Und als Araber sich im britischen Mandat Palästina versammelten, um den Boykott zu verstärken, wurde sein antisemitischer Charakter sogar noch deutlicher zum Ausdruck gebracht (10. Januar 1946):

Araber in Palästina fordern Ende des Mandats

Jerusalem, 9. Januar – Die letzte verbliebene Hoffnung, dass so etwas wie Frieden in Palästina erreicht werden könnte, zumindest während der Diskussionen des gemeinsamen anglo-amerikanischen Untersuchungskomitees, wurde heute zerschlagen, als das repräsentativste Treffen von Arabern in diesem Land seit 1936 jegliche Zugeständnisse an Juden ausschlug und ein Ende des Mandats Palästina forderte. Es war ein vom neu gebildeten Arabischen Hohen Rat unterstütztes Treffen.
Diese Araber, die den Obersten Muslimrat, Arbeitergruppen und religiöse Organisationen vertraten, lehnten nicht nur jeden weiteren Juden im Land ab, sondern forderten einen wasserdichten Boykott jüdischer Waren und Dienstleistungen und krönten ihre komplette Trotzhaltung mit der Forderung der Rückkehr Palästinas zu ihrem Großmufti im Exil.

Der Boykott war immer eine rein antisemitische Idee und bleibt es auch. Was Hanan Aschrawis schockierte Reaktion auf den Schritt der VAE ziemlich interessant macht:

BDS erweist sich zwar als effektives Mittel des friedlichen Widerstands und verantwortliche, ethische Investition und Verbraucherverantwortung, um Israel zur Rechenschaft zu ziehen, dann passiert da!
VAE geben Erlass zur Beendigung des Israelboykotts aus, nachdem die USA einen Deal zur Normalisierung der Beziehungen vermittelten.

Die Araber im Gazastreifen boykottieren ganz sicher keine israelischen Produkte

Elder of Ziyon, 1. Mail 2020

Hier sind ein paar Teile, die im Supermarkt Taj Mall in Gaza Stadt im Ramadan verkauft werden:

Das sind nicht gerade lebensnotwenige Produkte wie Mehl und Öl. Sie haben andere marken ähnlicher Waren. Sie entscheiden sich, trotzdem israelische Produkte zu verkaufen – weil es in Gaza einen Bedarf dafür gibt.

Außerdem sind sie koscher.

Trondheims fortwährender Israel-Hass

ManfredGerstenfeldManfred Gerstenfeld (direkt vom Autor)

Der Stadtrat von Trondheim hat einen Boykott aller israelischer Waren und Dienstleistungen beschlossen, die in Siedlungen in dem hergestellt werden, was sie die „besetzten Palästinensergebiete“ nennt.[1] Kein anderer Staat wird von Norwegens drittgrößter Stadt einem Boykott unterzogen. Solch zweierlei Maß ist nach Definition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) antisemitisch.[2] Norwegen war eines der 31 Länder im Vorstand der IHRA, die die Annahme dieser Definition im Mai 2016 bewilligten.

Viele Jahrhunderte klassischer antisemitischer Hetze in Europa haben zu einer Realität geführt, in der der langwierige Hass Teil der Kultur mehrerer Staaten wurde. Antiisraelismus hat eine viel kürzere Geschichte. In den vergangenen Jahrzehnten hat es mehrere signifikante Erscheinungsformen von Israelhass in Trondheim gegeben. Inzwischen könnte er auf dem Weg endemisch zu werden.

Eine historische Bilanz antiisraelischen Handelns seit mehr als zehn Jahren veranschaulicht dies. An der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Trondheim gehören alle Studenten der Studentenorganisation Studentsamskipaden i Trondheim (SITI an. Dieses Gremium sorgt für ihre soziale Sicherheit. Studenten an der Universität sind verpflichtet einen Semesterbeitrag zu zahlen, damit ihnen gestattet ist an Examen teilzunehmen; diese Gebühr schließt eine Zahlung an die SIT ein. Im April 2005 beschloss SIT einen Boykott Israels. Im Februar 2006 beendete SIT den Boykott, weil er nicht in ihre ethischen Richtlinien passt, die fordern, dass die Studenten ihre Entscheidungen eigenständig treffen.[3]

Ende 2005 beschloss die Region Sør Trøndelag, zu der Trondheim gehört, Israel zu boykottieren.[4] Die norwegische Regierung ließ sie daraufhin wissen, dass ein solcher Boykott gemäß dem Völkerrecht, norwegischem Recht und Vereinbarungen mit der EU und der Welthandelsorganisation (WTO) illegal ist.[5] Daraufhin beschloss die Region ihre Absicht aufzugeben. Sør Trøndelag war eine der ersten öffentlichen Instanzen in Europa, die einen solchen Boykott beschloss.[6] Obwohl die Region ohnehin kaum etwas von Israel kauft, wurde der Boykott als wichtiger Schritt bei der Formung der Haltung der Konsumenten betrachtet.

Im Frühjahr 2009 gab es einen Aufruf zum Boykott Israels von einer Gruppe Lehrender an der NTNU sowie von einem örtlichen College.[7] Der Rektor der Universität, Torbjørn Digernes, finanzierte eine Serie von 6 Vorlesungen zum Nahen Osten durch Antiisraelis. Zu den Dozenten aus dem Ausland gehörten die israelischen Extremisten Ilan Pappe und Moshe Zuckerman, dazu der amerikanische Wissenschaftler Stephen Walt. Drei weitere Vorlesungen wurden von norwegischen Antiisraelis gehalten. Die Hauptorganisatoren der Reihe hatten allesamt den Aufruf zu einem akademischen Boykott Israels unterschrieben.

Es gab viele Verurteilungen der NTNU.[8] An der Universität selbst organisierte ein Chemieprofessor eine Aktion gegen den Boykott. Jüdische Organisationen in der Welt sprachen sich gegen die NTNU aus. Die Anti-Defamation League schrieb an die Europäische Union und forderte, dass Israel boykottierende Universitäten vom Studentenaustauschprogramm Erasmus ausgeschlossen werden.

Das American Jewish Committee mobilisierte die Association of American Professors, um die NTNU zu verurteilen. Hauptakteur wurden die Scholars for Peace in the Middle East, die die Forderung der Boykottgegner in Trondheim unterstützten. Letztlich unterschrieben mehr als 3000 Universitätslehrende eine Petition, in der es hieß, wenn Israel boykottiert wird, dann würden sie nichts mehr mit der NTNU zu tun haben wollen. Darunter befanden sich 17 Nobelpreisträger, einschließlich der beiden einzigen lebenden Preisträger aus Norwegen.

Die vielleicht aggressivste Attacke gegen den Boykott kam von einer viel kleineren Quelle. Der international gelesene Blog Tundra Tabloids beschloss, dass der Umgang der NTNU mit Israel unter der Schirmherrschaft des Rektors entsprechend beantwortet werden sollte. Er veröffentlichte mehrere Bilder eines NTNU-Gebäudes auf das der Slogan „Hass-Campus“ eingeblendet wurde. Der Blog verspottete zudem Digernes. Er druckte eine Fotomontage von ihm zusammen mit dem damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, dem französischen Rechtsextremistenführer Jean-Marie Le Pen und Hamasführer Isma‘il Haniyeh. In der Bildbeschreibung hieß es, dass auch sie als Lehrende an die NTNU eingeladen würden.[9]

Nachdem der Boykottantrag der NTNU auch vom norwegischen Minister für höhere Bildung verurteilt worden war, lehnte der Vorstand der NTNU den Boykottplan einstimmig ab.

Ein weiterer Boykottaufruf in Trondheim kam vom damaligen lutherischen Bischof Trondheims, Tor Jørgensen.[10] Um die lange Geschichte des Antisemitismus der lutherischen Kirche nachzuzeichnen, muss man sich nur daran erinnern, dass Martin Luther das Verbrennen von Synagogen zu Ehren Gottes und der Christenheit empfahl. Der Hass auf Juden, den Luther vielen seiner Anhänger einflößte, half die Infrastruktur für den Holocaust zu legen.

2011 brachte die Wochenzeitung Morgenbladet die Geschichte eines norwegischen Studenten der NTNU, auf den eine Frau zukam, die eine Zigarette rauchte. Als sie hörte, dass er mütterlicherseits israelischer Abstammung ist, sagte sie, dass Israel und sein Volk alles repräsentieren, was in dieser Welt falsch läuft und dass sie für die Hamas ist. Nach einer hitzigen Diskussion schlug sie ihm ins Gesicht.[11]

Zugegebenermaßen sind die Probleme des klassischen Antisemitismus und Israelhasses Norwegens nicht auf Trondheim beschränkt. Als jüdische Gemeindemitglieder zum Grad des Antisemitismus in Norwegen befragt wurden, gaben zwei Drittel der Befragten eine Zunahme an. Die Hälfte der Befragten sagte, sie hätten persönlich Antisemitismus erlebt.[12]

Die aktuelle Mitte-Rechts-Regierung Norwegens versucht den strukturellen Hass auf Israel in Norwegen zu übertünchen. 2012 wurde eine Stichprobengruppe in einer Studie des Zentrums für Holocaust-Studien und religiöse Minderheiten in Norwegen gefragt: „Ist das, was Israel den Palästinensern antut, das Gleiche, was die Nazis den Juden antaten?“ Achtundreißig Prozent der befragten Norweger bejahten das.[13]

Sollte nach den Parlamentswahlen 2017 eine von der Arbeitspartei geführte Regierung zurückkehren, werden die Probleme sich nur verstärken. Die Arbeitspartei wird von Jonas Gahr Stoere geführt, der regelmäßig gegen Israel hetzt.[14] Er hat sogar einen Klappentext zur Empfehlung eines Buches zweier norwegischer Hamas-Unterstützer geschrieben, die behaupteten Israel sei in den Gazastreifen eingedrungen, um Frauen und Kinder zu töten.[15]

[1] http://www.thelocal.no/20161118/trondheim-approves-boycott-of-israeli-settlement-goods

[2] http://www.holocaustremembrance.com/sites/default/files/press_release_document_antisemitism.pdf

[3] Persönliche Kommunikation mit Yael Beck.

[4] “Oppvask i FrP etter Israel-boikott,” Adresseavisen, 15 December 2005.

[5] “Forsvarsministeren krevde Israel-boikott,” Dagsavisen, 11 January 2006.

[6] “Avblåser boikott av Israel,” Aftenposten, 17 January 2006.

[7] http://www.akademiskboikott.no/opprop-mainmenu-34/14-oppropet/54

[8] Manfred Gerstenfeld: Antisemittismen I Norge. Bergen (Norge Idag) 2010, S. 140-143

[9] http://tundratabloid.blogspot.com/2009/09/student-to-dean-torbjrn-digernes-at.html, 23 September 2009.

[10] https://ivarfjeld.com/2010/03/09/norwegian-bishop-considers-boycott-of-israel/

[11] www.morgenbladet.no/apps/pbcs.dll/article?AID=/20110114/ODEBATT/701149975/-1/LEDER

[12] Rolf Golombek, Irene Levie, and Julian Cramer, “Jødisk liv i Norge”( June 2012).

[13] “Antisemittisme i Norge? Den norske befolkningens holdninger til jøder og andre minoriteter,” HL-senteret, 20 May 2012, www.hlsenteret.no/publikasjoner/antisemittisme-i-norge.

[14] http://sicsa.huji.ac.il/pdf/ACTA37.pdf

[15] Erlend Skevik, “Regjeringen støttet Gaza-legene,” Verdens Gang,18 September 2009.