Dutzende Millionen Europäer haben dämonische Ansichten zu Israel

Manfred Gerstenfeld, BESA Center Perspectives Paper Nr. 1.494; 20. März 2020

Antisemitische Graffiti auf der Synagoge von Maribor in Slowenien (Foto: via Wikipedia)

Zusammenfassung: Dutzende Millionen europäischer Bürger hegen eine dämonische Ansicht zu Israel. Das manifestiert sich auf eine Vielzahl von Arten, deren ernsteste Israels Handeln gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den Juden gleichsetzt. Die Dämonisierung Israels führt zu antisemitischen Beleidigungen gegen Juden allgemein. Die EU und ihre Mitgliedsstaaten, aber auch die israelische Regierung sind mit diesem Problem enorm nachlässig umgegangen.

Dank einer zunehmenden Zahl quantitativer Studien beginnt endlich ein Bild des gewaltigen Ausmaßes europäischer Dämonisierung Israels zu entstehen. Eine der detailliertesten derartigen Studien ist ein von der Ungarischen Handlungs- und Schutzliga in Auftrag gegebener und von der  ungarischen Meinungsforschungsfirma Inspira Ltd. vorbereiteter aktueller Bericht.

Inspira befragte repräsentative Stichproben der Erwachsenenbevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren in 16 europäischen Ländern nach Geschlecht, Altersgruppe, Siedlungsgröße und Bildung geordnet. 25 Prozent der Befragten finden nicht, dass Israel in legitimer Verteidigung gegen seine Feinde handelt. 27 Prozent finden nicht, dass Israel das einzige demokratische Land im Nahen Osten ist. Wenn 25% an die Politik Israels denken, dann haben sie das Gefühl sie verstehen, warum manche Leute die Juden hassen. 24 Prozent glauben, dass die israelische Politik gegenüber den Palästinensern internationalen Boykott Israels rechtfertigt. Derselbe Anteil glaubt, die Israelis verhalten sich gegenüber den Palästinensern wie Nazis.

In heutigen westlichen Gesellschaften wird die Wendung „verhalten wie Nazis“ dazu verwendet das absolut Böse zu vermitteln, weil es entweder bedeutet, dass man sich Völkermord wünscht oder ihn zu begehen versucht. Diejenigen, die die Geschichte des Antisemitismus kennen, erkennen die uralten antisemitischen Hassmotive im Gebrauch dieser Redewendung zur Verleumdung der Juden. Es handelt sich um ein Motiv, das bei der Verfolgung der Juden die Geschichte hindurch eine entscheidende Rolle spielte: die Idee, dass der Jude das absolut Böse personifiziert.

Im christlichen Antisemitismus wurde das Hassmotiv in der falschen Behauptung ausgedrückt, dass alle Juden in allen Generationen für die Hinrichtung von Gottes vermeintlichem Sohn Jesus verantwortlich seien. Nationaler/ethnischer Antisemitismus erreichte mit dem Nationalsozialismus seinen Tiefpunkt. In Nazideutschland mutierte das Motiv des absolut Bösen in Förderung des Hasskonzepts, dass Juden Untermenschen sind und ausgelöscht werden müssen.

In der heutigen Welt werden Israel und die Juden mit einer neuen Mutation der Vorstellung des absolut Bösen geteert: dass Israel, der jüdische Staat, ein Nazi-Regime ist, das vor hat die Palästinenser auszulöschen. Die Umfrage von Inspira bot dazu neue Daten; diese ergänzen frühere Studien. Zwar variieren die Zahlen in Studien beträchtlich, aber das übersetzt sich das in viele Dutzend Millionen Europäer, die glauben, auf Israel passe diese zeitgenössische Definition des absolut Bösen.

Vor der Inspira-Umfrage wurde die größte repräsentative Studie 2011 von der Universität Bielefeld im Auftrag der der SPD nahe stehenden Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht. Die Befragung wurde in sieben europäischen Ländern unternommen. Die Interviewer befragten im Herbst 2008 pro Land 1.000 Personen im Alter über 16 Jahren. Eine Frage lautete, ob sie der Behauptung zustimmen, dass Israel einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser betreibt. Den niedrigsten Anteil derer, die zustimmten, gab es in Italien und den Niederlanden mit 38 bzw. 39 Prozent. Andere Zahlen lauteten: Ungarn 41%, Großbritannien 42%, Deutschland 48% und Portugal 49%. In Polen betrug die Zahl atemberaubende 63%.

2004 unternahm die Universität Bielefeld eine ähnliche Studie, die nur in Deutschland durchgeführt wurde. Mehr als 2.500 deutsche Erwachsene wurden gefragt, ob sie folgender Aussage zustimmen: „Was der Staat Israel den Palästinensern antut, unterscheidet sich prinzipiell nicht von dem, was die Nazis den Juden im Dritten Reich antaten.“ 51 Prozent der Befragten bejahten das. 68 Prozent stimmten der Aussage zu „Israel betreibt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass Kritik an Israel zu einem gewissen Maß als Tarnung für antisemitische Einstellungen und Meinungen dient. In ihrer Definition von Antisemitismus erklärte die Studiengruppe der Universität Bielefeld, dass die Gleichsetzung von „Israels Politik gegenüber den Palästinensern mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich“ antisemitisch ist. „Vergleiche zwischen aktueller israelischer Politik und der der Nazis zu ziehen“ ist eines der Beispiele zeitgenössischen Antisemitismus in der weithin akzeptierten Definition dieses Hasses durch die Internationale Holocaust-Gedenkallianz.

Gemäß dieser Definition hegte die Mehrheit der befragten Deutschen damals extrem antisemitische Ansichten. 35 Prozent stimmten vollkommen zu und 33% neigten dazu zuzustimmen, dass Israel daran arbeitet die Palästinenser zu vernichten. 27 Prozent stimmten vollständig zu und 24% neigten dazu zuzustimmen, dass Israels Verhalten gegenüber den Palästinensern praktisch dasselbe ist wie das der Nazis gegenüber den Juden. Nur 19% stimmten überhaupt nicht zu und 30% tendierten dazu nicht zuzustimmen. Die Erkenntnisse dieser 2004 veröffentlichten Umfrage bekräftigten die Feststellungen früherer Umfragen zu deutschem Antisemitismus.

Eine von Paola Merulla durchgeführte italienische Umfrage stellte im Herbst 2003 fest, dass 17% der Italiener sagten, es wäre besser, wenn es Israel nicht gäbe. Eine 2007 in der Schweiz von gfs.bern veröffentlichte Studie stellte fest, dass 50% der schweizerischen Bevölkerung Israel als „den Goliath im Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ betrachten. 2012 wurde in einer vom Center for Studies of the Holocaust and Religious Minorities in Norwegen durchgeführte Studie eine Stichprobengruppe gefragt: „Ist das, was Israel den Palästinensern antut identisch mit dem, was die Nazis den Juden antaten?“ 38 Prozent antworteten zustimmend.

Eine von der Bertelsmann-Stiftung 2013 durchgeführte Umfrage stellte fest, dass in der deutschen Bevölkerung 41% der Aussage zustimmten, Israel verhalte sich wie die Nazis, wenn es um den Umgang mit Palästinensern geht. 2007 waren es 30%. Die Zahl von 2013 übersetzt sich in mehr als 25 Millionen deutsche Erwachsene, die glauben, dass Israel absolut böse ist.

Es scheint Beweise für einige Verbesserungen in den Einstellungen zu geben, obwohl die Anteile immer noch alarmierend sind. Im September 2014 führten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Universität Bielefeld in Deutschland eine weitere Studie durch. Sie fragen erneut, ob die Menschen der Aussage zustimmen: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser.“ Vierzig Prozent der befragten Deutschen stimmten zu. Wie oben vermerkt betrug die Zustimmung zu dieser Aussage 2004 68%. Die Aussage wurde auch anders formuliert: „Was der Staat Israel heute den Palästinensern antut, unterscheidet sich im Prinzip nicht von dem, was die Nazis den  Juden während des Dritten Reichs antaten.“ 2014 antworteten 27% zustimmend, verglichen mit 51% im Jahr 2004.

Eine britische Studie aus dem Jahr 2017 stellte fest, dass 23% der britischen Bevölkerung glaubt Israel versuche bewusst das palästinensische Volk auszulöschen. 24 Prozent glaubten, Israel begehe in Palästina Massenmord. 21 Prozent betrachteten Israel als Apartheidstaat. Achtzehn Prozent glaubten, die Interessen der Israelis stünden im Widerspruch zu den Interessen des Restes der Welt. Zehn Prozent glaubten Israel sei die Ursache aller Probleme im Nahen Osten und 9% glaubten, die Menschen sollten israelische Waren und Produkte boykottieren. Sie stellten zudem fest, dass antiisraelische Einstellungen bei Muslimen im Vereinten Königreich sich auf einem höheren Niveau befinden als in der Allgemeinbevölkerung.

2003 fragte eine Eurobarometer-Studie, ob eine Auswahl von Ländern eine Bedrohung des Weltfriedens sei. 59 Prozent der Europäer sagten, Israel stelle eine solche Bedrohung dar. Kein anderes Land auf der Liste wurde mit so hohem Prozentsatz als ähnliche Bedrohung betrachtet. Der Iran und Nordkorea teilten sich mit jeweils 53% den zweiten Platz. Am Ende der Liste stand die EU, die nur 8% der Europäer als Gefahr des Weltfriedens betrachtete. Unter den fünfzehn EU-Ländern war der Staat mit dem höchsten Anteil, der Israel als Bedrohung des Weltfriedens betrachteten, die Niederlande mit 74%. Danach kamen die Österreicher mit 69%. Im Nachhinein betrachtet verstehen wir diese Sichtweisen als Spiegel der Dämonisierung Israels in Europa.

Die EU-Agentur für Grundrechte führte 2018 eine nicht repräsentative Studie unter europäischen Juden durch. Sie stellte fest, dass die üblichsten antisemitischen Äußerungen, mit denen Juden regelmäßig konfrontiert werden, lauten, Israelis würden sich gegenüber Palästinensern wie Nazis verhalten. Das wurde von 51% der Befragten angeführt. Das ist eine von zahlreichen Möglichkeiten, wie die Dämonisierung Israels europäische Juden trifft.

Die Dämonisierung Israels durch Dutzende Millionen europäische Bürger fördert Antisemitismus gegen Juden allgemein. Daraus sind zwei wichtige operative Schlussfolgerungen zu ziehen. Erstens müssen die EU und ihre Mitgliedstaaten per Gesetz gezwungen werden alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Antisemitismus effektiv zu bekämpfe und die Würde jüdischer Menschen zu schützen. Da europäischer Antisemitismus weitgehend von der enorm verbreiteten Dämonisierung Israels getrieben wird, hat die EU die Verpflichtung etwas dagegen zu unternehmen. Bisher hat sie völlig darin versagt den europäischen Antisemitismus zu bekämpfen.

Zweitens: Aufeinander folgende Regierungen haben ihre Bürger weithin im Stich gelassen, indem sie der weit verbreiteten Dämonisierung Israels im Ausland und besonders in Europa viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkten. Auch die Knesset hat keinen Druck auf die Regierung ausgeübt, um sich zu bemühen mit diesem Problem umzugehen. Israelische Einstellungen müssen sich radikal ändern, damit angefangen werden kann die Dämonisierung ihres Landes zu bekämpfen.

Lügen – dem deutschen Michel von den Medien eingehämmert

Den ganzen Morgen über wird drei- bis viermal stündlich (Nachrichten und weitere Beiträge) dem Hörer von unserem Lokalradio (und nicht nur von denen) eingehämmert, dass die Araber am Gaza-Zaun („Palästinenser“) gegen den Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem protestieren. Was für eine Täuschung!

Hamas-Führer Yahya Sinwar (11. Mai 2018):

„Wo ist das Problem damit, wenn hundertausende Menschen
durch einen Zaun stolzieren, der keine Grenze ist?
Wo ist das Problem mit einem solchen Zustrom?“

Am 30. März gab Sinwar das Ziel aus:

Die Proteste werden weiter gehen,
bis die Grenze ausradiert ist.

Hier sehen wir ihn, wie er seinem Publikum vor Ort erklärt, dass sie die Grenze niederreißen und den Juden das Herz aus dem Leib reißen sollen:

Auf einer Kundgebung der Hamas am 4. Mai ließ er die Menge skandieren:

Wir marschieren nach Jerusalem, Millionen Märtyrer.

Am letzten Wochenende gaben die PA-nahen Terroristen im Gazastreifen diese Warnung (Drohung!) an die Israelis im Umfeld des Gazastreifens aus:

Das letzte Datum für eine sichere Rückkehr in eure Heimatländer ist Mitternacht am 13. Mai… Eure zionistische Armee kann euch nicht beschützen. Eure Männer werden verhaftet und vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag fortgeschafft. Eure Frauen und Kinde werden in Vertriebenenlagern unter Aufsicht der UNO vorgeführt werden. Euer Geld und euer Besitz werden beschlagnahmt werden, um die Flüchtlinge und Immigranten zu entschädigen. Das ist die letzte Warnung an euch.

Friedlicher Protest gegen den Umzug der US-Botschaft? Doppelt gelogen. Das ist weder friedlich noch ein Protest gegen den Botschaftsumzug. Das ist Kriegsrhetorik, die die Vernichtung Israels ankündigt und fordert.

Nichtregierungs-Organisationen führen Krieg gegen Israel

Gerald M. Steinberg, Middle East Quarterly, Sommer 2004

Die Schrecken des Holocaust und die Empörung, dass die Alliierten nicht dagegen unternahmen, lieferten den Anstoß für die Schaffung des heutigen internationalen Menschenrechts-Systems, das in der Universellen Erklärung der Menschenrechte [1] verankert ist. Die Vereinten Nationen (UNO) und einzelne Regierungen waren die Hauptakteure bei der Errichtung neuer internationaler Normen, aber mit der Zeit privatisierte ein Netzwerk von Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) praktisch diese internationale Führung. Die mächsten davon – Amnesty International, Human Rights Watch (HRW), die Internationale Commission of Jurists (ICJ) und andere – üben enormen Einfluss in der UNO, der Europäischen Union (EU) und westlichen Hauptstädten aus. Die Gemeinschaft der NGOs ist wuchs und gedieh. 1948 hatten 69 NGOs beratenden Status bei der UNO; im Jahr 2000 war ihre Zahl auf über 2000 angeschwollen, deren überwiegende Mehrzahl sich als „Organisation für universelle Menschenrechte“ definiert.

Ursprünglich arbeiteten die Menschenrechts-NGOs wenig im Nahen Osten. In den 1970-ern spielten diese Gruppen eine zentrale Rolle im Helsinki-Prozess und dabei, die Menschenrechts-Agenda auf der Konferenz zu Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) voranzubringen. Helsinki Watch (das später zu Human Rights Watch wurde) und Amnesty International waren maßgeblich am Protest gegen die Verwehrung der Menschenrechet gegenüber Juden in der Sowjetunion und anderen Regimen Osteuropas beteiligt, darunter im Fall von Anatoly (Natan) Scharansky. Die Betonung lag in diesem frühen Stadium auf dem Schutz der Rechte von Einzelpersonen unter repressiven Systemen.

Aber im Verlauf des letzten Jahrzehnts haben die NGOs ihre Agenden dramatisch ausgedehnt; sie gehen weit über die Kampagnen gegen die Verletzung individueller Rechte hinaus. Die Führer dieser Organisationen sind in der Lage, die ihnen zur Verfügung stehenden Plattformen und die massiven Ressourcen zu nutzen, um „hohe Politik“ zu Gunsten derer zu beeinflussen, die sie als schwach und unterdrückt ansehen. Die NGOs waren mächtig in die Politik des zivilen Konflikts zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC-Guerillas verwickelt, in den Boykott, der zum Regierungswechsel in Südafrika führte, in die Debatte über die Rechtmäßigkeit des Irak-Kriegs und in die komplexen Verhandlungen der Konvention zum Bann von Landminen. NGOs sind außerdem sehr aktiv in Aktivitäten zum Aufbau von Zivilgesellschaften, die explizit politische und ideologische Tagesordnungen in vielen Ländern auf der ganzen Welt widerspiegeln.

Dabei haben sie in internationalen Auseinandersetzungen Partei ergriffen. Nirgendwo ist das deutlicher als im Fall des arabisch-israelischen Konflikts. Bedeutende NGOs wie HRW, Amnesty und Christian Aid arbeiten eng mit den Medien und mit Gruppen wie der UN-Menschenrechts-Kommission zusammen, waren maßgeblich beteiligt bei der Werbung für die politische Agenda der Palästinenser, wobei sie die Terminologie des internationalen Rechts benutzten. 2001 legte die NGO-Gemeinschaft bei der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus, rassische Diskriminierung, Fremdenhass und damit zusammen hängender Intoleranz (WARC, abgehalten in Durben, Südafrika) die politische Tagesordnung fest und formte die Diskussionen – eine Versammlung, die zu einer antiisraelischen Demonstration wurde.[2] NGOs waren ebenfalls federführend bei der Resolution der UN-Vollversammlung, die die israelische Sperranlage an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag verwies. Diese NGOs haben ebenfalls großen Einfluss dahin gehend gefunden, wie die Nahost-Politik der EU geformt wird und zwar kollektiv wie im Ausdruck durch einzelne Regierungen und ebenso im US-Außenministerium.

Trotz des enormen Einflusses und der politischen Verwicklung der Menschenrechts-NGOs, sind ihre Programme, Strukturen und Aktivitäten weit gehend immun gegenüber unabhängiger Untersuchung und Analyse gewesen. Mächtige NGOs mit Haushalten im zweistelligen Dollarmillionen-Bereich sind keiner Institution von außerhalb Rechenschaft schuldig.[3] Zum Teil kann dieses Fehlen von Verantwortlichkeit mit ihrem Nimbus erklärt werden: Die Ansprüche der NGOs, unpolitische, universelle und strikt ethische Werte zu vertreten, haben die nicht hinterfragte Annahme zum Ergebnis, dass NGOs leben was sie predigen. In ihren Ankündigungen und Aktivitäten behaupten HRW, Amnesty und Christian Aid, dass sie „für die Opfer sprechen“ und dass ihre Aktivitäten ausschließlich durch Menschenrechts-Fragen motiviert sind.[4] Gewöhnlich wird angenommen, das Staaten, Regierungen (einschließlich Demokratien) und politische Organisationen in erster Linie aus Eigeninteresse handeln. Im Gegensatz dazu behaupten die NGOs einer höheren Autorität verantwortlich zu sein.

In den Erklärungen zu ihren Zielen, auf ihren Internetseiten und in ihren Werbe-Broschüren behaupten sie nur den universellen Menschenrechtswerten verpflichtet zu sein. Amnesty erklärt z.B. explizit, dass es „keine Regierung oder politisches System unterstützt.“[5] HRW verspricht Objektivität zu wahren und Menschenrechtsverletzungen auf allen Seiten zu verurteilen. Die International Commission of Jurists beansprucht ein „unparteiisches, objektives und verlässliches Herangehen zum Schutz und der Förderung der Menschenrechte“[6]; und das Euro-Mediterranean Human Rights Network (EMHRN) behauptet, in seiner Verfolgung der Garantie der Menschenrechte für alle bestehe die „Notwendigkeit der Entwicklung eines konstruktiven Dialogs mit Regierungen“.[7]

In der hoch ideologischen Welt der NGOs hat aber jede Organisation klare Interessen, Neigungen und Programme. In der NGO-Gemeinschaft sind die Definitionen von Schlüsselbegriffen wie „Opfer“ oder „Verletzung internationalen Rechts nie auf bleibenden, objektiven und verifizierbaren Kriterien gegründet gewesen. Stattdessen spiegeln sie die gesamten subjektiven politischen und ideologischen Prioritäten ihrer Leiter, Spender und Freiwilligen wider. Für viele vorgeblich unpolitische Organisationen liefert die Rhetorik der Menschenrecht und Hilfsprogramme eine bequeme Fassade zur Verfolgung politischer Ziele. Die Existenz von Regierungsgeldern (insbesondere im Fall von Europa und Kanada) ist ebenfalls ein Mittel zum Verschleiern politischer Einseitigkeiten.

Dieser Artikel analysiert die Struktur des Einflusses der NGOs und dokumentiert politisches Eintreten der NGOs durch vier Fallstudien: die Konferenz von Durban von 2001; die palästinensischen Anschläge und die israelischen Antworten (Jenin, Defensive Shield) von 2002; die Kampagne gegen Israels Trennwall; und die Übernahme der palästinensischen Darstellung in der Unterstützung der Forderungen der Flüchtlinge. Wie weiter unten aufgezeigt werden wird, identifizieren im Fall des arabisch-israelischen Konflikts die meisten Menschenrechts-NGOs systematisch die Palästinenser als Opfer und Israel als den Aggressor (nicht ohne Zufall in Übereinstimmung mit der UNO, mit der die NGOs sehr eng zusammenarbeiten).[8] In der Praxis sind die internationalen NGO-Supermächte – HRW, Amnesty, Oxfam, Christian Aid, die International Commission of Jurists – wichtige Bestanteile des politischen und diplomatischen Unterstützer-Netzwerks der Palästinenser geworden.

Die vorliegende Analyse basiert auf der Forschung des Projekts NGO Monitor und konzentriert sich auf die Menschenrechts-NGOs.[9] Der Rahmen der Forschung zu den NGOs, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Jerusalem Center for Public Affairs und unterstützt von der Wechsler Family Foundation, wurde geschaffen, um die politischen Aktivitäten mächtiger NGOs, insbesondere im arabisch-israelischen Kontext, zu beobachten und zu analysieren. Seine Funktion ist die „Beobachtung der Beobachter“. Diese Aufgabe gleicht dem Konzept des globalen NGO-Watch-Projekts, das vom American Enterprise Institute und dem Institute for Public Affairs in Australien betrieben wird.

Hier ist ein methodischer Vorbehalt angesagt. Streng genommen ist der Begriff „Menschenrechts-NGO“ generell auf solche Organisationen beschränkt, deren Zielsetzung sich ausdrücklich auf Menschenrechtsfragen konzentrieren und nicht solche, die sich hauptsächlich auf anderen Gebieten engagieren, wie Entwicklungshilfe oder die politische Unterstützung einer bestimmten Sache. Daher ist das ausdrücklich pro-palästinensische International Solidarity Movement (ISM) formal nicht in die Menschenrechts-Kategorie eingeschlossen; dasselbe gilt für Hilfsorganisationen wie CARE. Sie bleiben deshalb außerhalb dieser Analyse, obwohl ihre Aktivitäten sich oft mit denen der Menschenrechts-NGOs überschneiden und diese ergänzen.

NGO-Struktur

Durch ihren hohen moralischen Standpunkt ziehen die NGOs Spenden von Wohltätigkeitsvereinen, gleich gesinnten Einzelpersonen und Regierungen an. Diese Gelder liefern die Ressourcen für höchst sichtbare Public-Relations-Kampagnen und direkten Zugang zu Diplomaten und Politikern. In Europa beraten sich Minister und Gesetzgeber regelmäßig mit NGO-Führern; ihre Berichte und Eingaben werden die Grundlage für Politik in Bezug auf Konfliktgebiete, einschließlich der israelisch-palästinensischen Frage. EU-Offizielle, einschließlich Parlamentariern, treffen sich regelmäßig mit Vertretern der NGOs; und ihre Berichte haben bedeutende Auswirkungen auf die Politik. So wurden in einem Bericht eines britischen Parlaments-Komitees im Januar 2004 zur Entwicklungshilfe für die palästinensischen Gebiete die Eingaben von Gruppen wie Christian Aid, Oxfam und Save the Children Fund stark herausgehoben.[10]

Im Rahmen der UNO stellen NGOs mächtige Lobby-Organisationen dar und haben, wie in den Fallstudien später aufgezeigt wird, in den UN-Aktivitäten und –Zielen viel mitzureden, insbesondere in Bezug auf Fragen, die in Begriffen der Menschenrechte definiert werden. In Reflexion dieser Beziehung erklärte UNO-Generalsekretär Kofi Annan, dass die NGOS „für Regierungen und die internationale Gemeinschaft unverzichtbare Partner sind und als treibende Kraft in der Konzepterstellung und Einführung von Entscheidungen agieren, die auf wichtigen UN-Konferenzen getroffen werden.“[11]

Die den NGOs zur Verfügung stehenden Ressourcen geben ihnen auch Zugang zu den Medien. Führer und Sprecher mächtiger NGOs wie Kenneth Roth von HRW und Irene Kahn von Amnesty kommentieren regelmäßig in Radio und Fernsehen und ihre Analysen erscheinen auf den Meinungs-Seiten großer Zeitungen. Diese Analysen und Behauptungen, dass Menschenrechte verletzt werden, werden in den Medien wiederholt, wo man sie als unparteiisch, objektiv und glaubhaft darstellt.[12]

Im NGO-Netzwerk existieren große und kleine Organisationen in sich wechselseitig stärkenden Beziehungen. Die größten internationalen NGOs stehen an der Spitze der Hierarchie und haben die meisten Ressourcen und den meisten Einfluss. Amnesty prahlt mit einer halben Million Mitgliedern und einem operativen Jahresbudget von 30 Millionen US-Dollar und Projekten in 140 Ländern. Human Rights Watch hat ein operatives Jahresbudget von 22 Millionen Dollar, Christian Aid verdiente 2002 58 Millionen englische Pfund. Diese Supermächte des Menschenrechts-NGO-Netzwerks sind mit einer Vielzahl örtlicher Gruppen verbunden, versorgen letztere finanziell, mit Zugang zu Medien und mit Personal; dafür bekommen sie im Gegenzug Informationen und die Legitimität und den Anschein von Glaubwürdigkeit, die aus der Präsenz vor Ort herrührt.

Zu einem wichtigen Teil sind der Einfluss der internationalen NGOs und die damit verbundene Möglichkeit Spenden von Wohltätigkeitsorganisationen und Regierungen zu erhalten davon abhängig, dass enge Arbeitsbeziehungen zu spezifischen lokalen und regionalen NGOs unterhalten werden. Dies gibt ihren Behauptungen Substanz, dass sie den Kontakt zur Basis haben. Im Gegenzug sind die örtlichen NGOs in der Lage ihre Ziele in großem Rahmen zu verbreiten, indem sie sich mit den globalen Organisationen verbinden. Diese liefern die für effektive Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit nötigen Ressourcen und Verbindungen, wie auch direkte Kontakte zu Journalisten und Regierungsvertretern.

Aber diese lokalen Gruppen, die im Umfeld der Dritten Welt arbeiten, sind oft von den dort herrschenden Mächten abhängig. Im israelisch-palästinensischen Rahmen – in dem die internationalen Menschenrechts-NGOs im Vergleich zu anderen Konfliktzonen der Welt massenhaft Ressourcen investieren – sind die meisten Partner palästinensische und israelisch-arabische Gruppen. Dazu gehören das Palestinian Committee for the Protection of Human Rights and the Environment, Miftah, Al-Haq,Al-Mezan und Adalah. Wie die meisten anderen palästinensisch „Zivil“-Organisationen sind diese eng mit Yassir Arafats PLO verbunden. Sie weichen nicht von offiziellen Positionen ab (und können das auch gar nicht). Die Analyse der Aktivitäten und Programme einer großen Zahl dieser NGOs zeigt, dass viele vitale Fragen bei ihnen einfach nicht auf der Tagesordnung stehen, so die Menschenrechts-Dimension der palästinensischen Terroranschläge oder die Korruption innerhalb der Palästinensischen Autonomie.[13]

Selbst die großen NGOs holen ihre Vertreter oft aus der Welt des politischen Aktivismus. Im Fall von HRW z.B. arbeitete der langzeitige Kopf der Nahost-Abteilung, Joe Stork, lange Jahre als Redakteur für den „Middle East Report“, der eine explizit politische und stark einseitig gegen israelische (und amerikanische) Politik gerichtete Agenda hatte (und hat). Die politischen Positionen, die von vielen NGO-Vertretern vertreten werden, spiegeln auch ihre enge Beziehung zum UNO-System wider. Jeremy Rabkin zitiert die Verbindung zwischen dem NGO-Programm und der Geschichte der UN-Menschenrechts-Kommission, die „2001 sechs Verurteilungen Israel verabschiedete und 2002 acht, während kein anderer Staat jemals mehr als eine Verurteilung im Jahr erhielt.“[14] Dazu haben viele NGO-Offizielle eine stark ideologische Einseitigkeit zu Gunsten der Opferdarstellung der Dritten Welt und opponieren gegen „Hegemonisten“, womit sie die USA, den Westen und Israel meinen.[15]

Durch ihre eigenen Strukturen sind die NGOs anfällig für Einseitigkeiten. Sie beziehen ihre Informationen von örtlichen politischen Gruppen und sie beschäftigen ehemalige politische Aktivisten, um sie zu verarbeiten. Die Ergebnisse in den unten diskutierten Fällen deuten darauf hin, dass die NGOs systematisch genau die Prinzipien der Objektivität und Uneigennützigkeit verraten haben, die sie zu verkörpern behaupten.

Durban und „Rassismus“

Die UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit verbundene Intoleranz trat im September 2001 in Durban zusammen. Diese sehr herausgehobene Konferenz fand vor dem Hintergrund des Versagens der Oslo-Verhandlungen und einem Jahr intensiver Gewalt statt, einschließlich massenhafter palästinensischer Terroranschläge und israelischer Antworten. Die Handlungen auf der Konferenz machten Durban zum Synonym für rituelle Verdammung Israels und bezeichnet in einem weiteren Sinne die Wiederbelebung des Themas „Zionismus ist Rassismus“.[16] Der so genannte „Durban-Prozess“ ist eine Schlüsselkomponente der Strategie, die zur Isolierung Israels geschaffen wurde und der Auftakt zur Internationalisierung des Konflikts ist, über die Israel eine einseitige Lösung aufgezwungen werden soll.[17]

Der UN-Rahmen für Durban (und die damit verbundenen Aktivitäten vor und nach der Konferenz) schlossen die Einladung von „interessierten Nichtregierungs-Organisationen ,die durch Beobachter repräsentiert werden“ ein. Unter der Aufsicht der UN Menschenrechts-Konvention, angeführt von Mary Robinson, wurden zwei separate, aber miteinander verbundene Konferenzen geschaffen: eine für Regierungsvertreter und parallel dazu ein viel größeres und weitaus erkennbareres NGO-Forum. Die Tagesordnung und die vorbereiteten Texte wurden während der vierten (und letzten) Vorbereitungskonferenz in Teheran festgelegt, von der Israel und ihm jüdische NGOs von der iranischen Regierung automatisch ausgeschlossen wurden. In ihrer Abwesenheit wurden in die Resolutionsentwürfe Verweise auf Israel als „Holocausts verübend“ und „antisemitisch“ eingearbeitet.[18]

In Durban erzeugten die NGOs und ihre Repräsentanten die meiste Aufmerksamkeit. Ihre Teilnahme wurde durch Zuwendungen der UNO und von Regierungen (Kanada und die EU) und von Stiftungen wie der Ford Foundation finanziert.[19] Die palästinensische NGO-Schirmgruppe, die aus 90 Organisationen hatte, konzentrierte ihre Ressourcen auf Durban und hob wichtige Figuren wie Hanan Aschrawi heraus, die in Arafats Palästinensischer Autonomiebehörde Bildungsministerin und oft die erklärte Ansprechpartnerin für die Medien.[20] Das Palästinensische Komitee zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt (besser bekannt als LAW) hatte mehr als eine Million Dollar von der Ford Foundation und zusätzliche Gelder von über dreißig Sponsoren, einschließlich der EU, erhalten und spielte eine zentrale Rolle in der Steuerung von Komitees, Workshops und anderen mit Durban verbundenen Aktivitäten, die auf dem Thema gründeten, dass Israel ein „Apartheidstaat“ sei.[21]

Die im Konsens angenommene Abschluss-Erklärung war eine konzentrierte Anklage Israels und israelischer Politik. Das Dokument behauptete, dass die „Opfer, auf die Israels Form der Apartheid und Methoden ethnischer Säuberungen zielt, insbesondere Kinder, Frauen und Flüchtlinge gewesen sind“ [22] und rief auf zu „einer Politik der vollständigen und totalen Isolation Israels als Apartheidstaat… die Einsetzung verpflichtender und umfangreicher Sanktionen und Embargos, die volle Einstellung aller Verbindungen (diplomatisch, wirtschaftlich, sozial, hilfstechnisch, militärisch und ausbildungstechnisch) zwischen allen Staaten und Israel“.[23] Die NGO-Erklärung verurteilte ebenfalls Israels „Begehen rassistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich ethnischer Säuberungen und Akten des Völkermords“.[24] Das Dokument beinhaltete keine Bezugnahmen auf den palästinensischen Terror oder zur Lage palästinensischer Bombenfabriken in dicht besiedelten Gebieten. Zusätzlich definierte das NGO-Dokument Antisemitismus um, so dass er „anti-arabischen Rassismus“ einschließt.[25]

Das Ergebnis verursachte sofortige und starke Kritik, besonders in den USA. Dass die örtlichen NGOs auf extreme Erklärungen drängen würden, war offensichtlich. Aber wo waren die großen internationalen Spieler wie die Ford Foundation, HRW, Amnesty und die Internationale Commission of Jurists?

HRW aus New York versuchte den Verlust an Glaubwürdigkeit (und damit an Spenden) zu vermeiden, indem es sich von der anti-israelischen Hetze und Durbans eklatanter politischen Agenda distanzierte.[26] Die Akten zeigen allerdings einen nicht geringen Anteil der Mithilfe von HRW am Ausgang von Durban. Die Menschenrechtlerin Anne Bayefsky vermerkt, dass HRWs geschäftsführender Direktor Kenneth Roth die führende Rolle seiner Organisation in diesem Prozess bestätigt, indem er erklärt: „Israels rassistisches Vorgehen ist eindeutig ein angemessenes Thema.“[27] Auf dem NGO-Forum in Durban trugen HRW und andere Gruppen entscheidend dazu bei, dass Repräsentanten jüdischer NGOs wie der International Association of Jews Lawyers and Jurists (IAJLJ) von der Teilnahme an der Versammlung internationaler Menschenrechts-NGOs ausgeschlossen wurden. Auf diesem Treffen erklärte HRWs Chef für Öffentlichkeitsarbeit, Reed Brody, dass Vertreter jüdischer Gruppen nicht willkommen seien.[28]

Die Konferenz von Durban war ein wichtiges Element der politischen Strategie zur Isolierung Israels in der internationalen Gemeinschaft und das NGO-Netzwerk spielte eine zentrale Rolle in dieser Strategie.

Israelische „Kriegsverbrechen“

Politische Einseitigkeit infizierte auch die Antworten der NGOs auf die israelischen Militäraktionen in Jenin im April 2002 (Operation Schutzschild), die heftigen palästinensischen Terror-Anschlägen im Februar und März 2002 folgten. Das Flüchtlingslager in Jenin war das Zentrum des palästinensischen Terror-Netzwerks. Bei der Operation gegen dieses Zentrum wählte Israel nicht den Gebrauch der Luftwaffe, der einen hohen Blutzoll unschuldigen Lebens gefordert hätte. Stattdessen setzte Israel Bodentruppen ein. In den heftigen Nahkämpfen, die eine Reihe von Tagen andauerten, wurden 50 bis 60 Palästinenser (darunter viele bewaffnete Personen) und 30 IDF-Soldaten getötet. Während der Kämpfe begannen palästinensische Führer eine groß angelegte politische und Propaganda-Kampagne, in der behauptet wurde, Israel habe hunderte Zivilisten massakriert.

Persönlichkeiten aus den NGOs traten in Medienberichten auf, die die „Massaker“-Vorwürfe in herausgehobener (und in den meisten Fällen unkritischer Art und Weise) verkündeten. Die BBC zitierte Derrick Pounder, ein Mitglied des Amnesty-Teams, der sagte, die Zeichen deuteten auf ein Massaker hin.[29] Obwohl Roth (HRW) und Kahn (Amnesty) es vermieden die falschen Behauptungen bezüglich der palästinensischen Opfer zu wiederholen, schlossen ihre öffentlichen Kommentare wie auch ihre Presseerklärungen und detaillierten Berichte eine Vielzahl von Hinweisen auf nicht substantiierte Vorwürfe israelischer „Kriegsverbrechen“ ein.[30] Monate nach den Ereignissen veröffentlichten diese NGOs weitere detaillierte Berichte mit ähnlichen Schlussfolgerungen, die in einer weiteren Runde auffallender Berichte in der Presse resultierten.

In Großbritannien produzierte Christian Aid, eine der reichsten und mächtigsten europäischen Menschenrechts-NGOs, den Film „Peace under Siege“ (Frieden unter Belagerung) über die Operation Schutzschild als Teil ihrer Wohlfahrts-Kampagne. Christian Aid, sollte angemerkt werden, erhält weit gestreute Unterstützung von großen Kirchen im Vereinigten Königreich, darunter die Kirche von England. Sein Ziel ist, nach der Erklärung seines Programms, „die wohltätigen Zwecke zu fördern, die Unterernährung, Hunger, Seuchen, Krankheiten oder Verzweiflung in der ganzen Welt zu bekämpfen oder davon zu erlösen. … Wohltätige Zwecke zu fördern, die anderen Hilfsarbeiten voran bringen oder sie unterstützen, kann ausgeführt werden von oder mit der Unterstützung oder der Genehmigung des British Council of Churches … inspiriert vom Traum einer neuen Erde, wo alle Menschen eine bessere und gerechtere Zukunft sicher stellen können.“[31] Sein politisches Programm erfreut sich weit gestreuter Legitimität unter der linken britischen Politik-Elite.

Der Film von Christian Aid stellt Behauptungen heraus, dass Israels Antiterror-Politik in erster Linie so gestaltet ist, dass die palästinensische Wirtschaft ruiniert und seine Infrastruktur zerstört wird. Die Analyse der „Wurzeln der palästinensischen Armut“ konzentriert sich auf die israelische Politik, bei der „an jeder Straßenecke ein palästinensischer Junge erschossen“ wird. Eine sehr allgemeine Erwähnung der Selbstmord-Anschläge wird in einer vier Sekunden langen Sequenz geliefert, der mehrere Minuten lang Bilder folgen, die die von der Antwort der IDF verursachten Schäden hervorheben. Der Film unterlässt die Erwähnung der Terror-Anschläge, die der Operation Schutzschild voraus gingen oder die palästinensischen Bombenfabriken, die in zivilen Wohngebieten liegen. Dazu wurden Szene hervorgehoben, in denen Panzer Krankenwagen wegschoben, während Bilder israelischen Leids praktisch nicht existierten.[32]

Die politisierte Reaktion der Menschenrechts-NGOs auf Jenin und die Operation Schutzschild werden ebenfalls durch vielfältige Verurteilungen Israels wegen „Kriegsverbrechen“ und „unverhältnismäßigem“, „unterschiedslosem“ und „übertriebenem Gebrauch von Gewalt“ illustriert. Diese Rhetorik wurde oft in den Publikationen der örtlichen palästinensischen NGOs (einschließlich der der israelischen Araber) initiiert und von den internationalen Organisationen weiter ausgeführt. So veröffentlichte z.B. im Juni 2002 eine als Adalah (The Legal Center for Arab Minority Rights in Israel) bekannte NGO, die von der Ford Foundation, der EU und anderen Organisationen finanziert wird, einen Sonderbericht, der behauptete:

Der Angriff auf die Zivilbevölkerung, die Infrastruktur und das Eigentum und auf das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Zivilisten ist unvernünftig und unverhältnismäßig und wurde mit übertriebener Gewalt ausgeführt. Die Unterzeichner der Petition verlangen ein sofortiges Ende der Beschießung und der Angriffe auf Zivilisten und zivile Ziele, da der Armee unterschiedslose Angriffen auf zivile Ziele verboten sind.[34]

Die internationalen NGOs wiederholten dann diese Begrifflichkeiten. Amnesty gab einem Bericht herausragende Stellung, den es „Israel/besetzte Gebiete: Willkürliche Zerstörung stellt ein Kriegsverbrechen dar“ nannte und in dem es erklärte:

Amnesty International ruft die israelischen Behörden auf, den Zerstörungen palästinensischer Häuser und anderen Eigentums, dem Gebrauch von übertriebener, unverhältnismäßiger und rücksichtsloser Gewalt gegen unbewaffnete Palästinenser und in dicht besiedelten Wohngebieten, die regelmäßig die Tötung unbewaffneter Zivilisten, einschließlich Kinder, zur Folge hat, sofort ein Ende zu setzen.[35]

Der Fluss politischer Rhetorik von unten nach oben, von örtlichen zu internationalen NGOs wird auch in den Aktivitäten der Genfer International Commission of Jurists deutlich. Diese Organisation behauptet, sie sei „dem Primat, der Übereinstimmung mit und der Umsetzung des internationalen Rechts und seiner Prinzipien verpflichtet, die die Menschenrechte voran treiben“, gegründet auf seine „unparteiische, objektive und zuverlässige rechtliche Herangehensweise an den Schutz und das Voranbringen der Menschenrechte durch Gesetzestreue“.[36] In Wirklichkeit ist die ICJ drei hoch politisierten palästinensischen NGOs eng verbunden: AL-Haq, LAW und dem Palestinian Center for Human Rights (PCHR). Alle drei Organisationen werden von der Ford Foundation und der EU finanziert. Alle waren in Durban sehr aktiv und haben Israel weiter auf der Grundlage der Menschenrechte angegriffen, formuliert in internationaler Juristensprache. Eine typische Presseerklärung von LAW enthält eine Liste palästinensischer Opfer, aber keine Erwähnung der Terror-Anschläge.[37] Ein weiterer Bericht von LAW, der von der weltweiten Public Relations-Arbeit des ICJ vertrieben wurde, behauptet, dass es gäbe

Beweise für eine Politik absichtlich Zivilisten zu treffen oder Angriffe ohne Unterschied zu führen, wohl wissend, dass sie übermäßige Verluste an toten Zivilisten, Verletzen und Eigentum verursachen werden.“[38]

Diese Stellungnahme ignoriert, wie so viele andere von politischen NGOs veröffentlichte, komplexe juristische und politische Fragen, die mit den Definitionen der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verbunden sind. Es gibt auch keinen Versuch die Kriterien festzulegen und die Zusammenhänge der Ereignisse zu analysieren. Die mangelnde Bereitschaft den Zusammenhang mitzuliefern wird in einer Analyse der Berichte, Presseerklärungen und Briefe demonstriert, die im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt von Human Rights Watch im Zeitraum von Oktober 2000 bis April 2004 veröffentlicht wurden. In einer Gesamtzahl von 103 Schriftstücken heben nur dreizehn die palästinensischen Terroranschläge heraus, so Bomben in Bussen und Cafés, die Beschießung von Autofahrern und die versuchten „Mega-Anschläge“, die eine große Anzahl von Zivilisten töten sollten. Die überwiegende Mehrheit der Berichte von HRW bestand aus Verurteilungen israelischer Antworten (wie auch intensiver Unterstützung der Bemühungen in Belgien Ariel Scharon wegen Ereignissen im Libanon im Jahr 1982 vor Gericht zu bringen).

Gleichermaßen begann die NGO-Gemeinschaft eine große Kampagne der Verurteilung der israelischen Politik der gezielten Tötungen von Terrorführern wie den Hamas-Führern Scheik Ahmed Yassin und Abdel Aziz ar-Rantisi im Frühjahr 2004. Es gibt viel Diskussion um die moralische und internationale Legitimität der Politik Israels und starke Argumente sind aus den beiden unterschiedlichen Perspektiven vorgelegt worden – nicht nur in politischen Begrifflichkeiten, sonder auch im Zusammenhang der weiteren internationalen Antwort auf groß angelegten strategischen Terror. Diese Diskussion spiegelt sich allerdings selten in den Positionen der Menschenrechts-Organisationen wider.

In HRWs „World Report“ von 2004 z.B. beschuldigt der geschäftsführende Direktor Roth, ein ehemaliger Staatsanwalt, Israel „willkürlicher“ Angriffe, die „Zivilisten unverhältnismäßigen Schaden zufügen“ und spricht sich gegen die Verwendung von Kriegsregeln aus, wenn vernünftigerweise polizeilichen Regeln gefolgt werden kann“. Stattdessen schlug Roth vor, dass Terroristen „verhaftet und vor Gericht gestellt werden, statt sie ohne viel Federlesen zu töten“ und vertritt die Auffassung, dass „Tötungen typischerweise dann stattfinden, wenn keine Schlacht im Gang ist“.[39] Als Gegenargument ist angeführt worden, dass die gezielten Tötungen die Antiterror-Maßnahme ist, die am meisten den Unterschied zwischen Terroristen und Zivilisten macht, und dass Versuche, die Terroristen auf feindlichem Gebiet verhaften, mit größter Wahrscheinlichkeit Massen von Opfern verursachen würden.[40] Aus der Sicht von HRW würde man nicht einmal wissen, dass Israel hier punktet und dass sein Standpunkt von vielen prominenten juristischen Autoritäten unterstützt wird.

Gleichzeitig gibt es einige bemerkenswerte Ausnahmen dieser allgemeinen Tendenz; bekannte NGOs haben sich gelegentlich auf die Menschenrechtsverletzungen durch palästinensische Terroranschläge konzentriert. So veröffentlichte z.B. HRW im Oktober 2002 einen Bericht von 172 Seiten mit dem Titel „In einem Augenblick ausgelöscht: Selbstmord-Bombenanschläge gegen israelische Zivilisten“.[41] Dieser Bericht bezeichnet eine wichtige Abkehr von der früheren Politik. HRW dokumentierte und kritisierte die Gewalt und anderes unappetitliches Vorgehen nicht staatlicher Akteure, einschließlich der Palästinensischen Autonomiebehörde, der PLO, Hamas usw. Terroranschläge wurden „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ genannt und ihre Auswirkungen auf die Israelis wurde detailliert beschrieben. Allerdings schlug HRW nicht mit der möglichen Stärke zu, indem es Schlüsse zog, mit denen es sich weigerte die Beweise gegen Yassir Arafats direkte Beteiligung einzubeziehen. (Die PLO-Führung wurde wegen der Sünde der Versäumnisse kritisiert – dem Versagen darin, die Anschläge zu stoppen.) HRW fuhr auch weiter fort Israel das Recht zu verweigern, sich gegen Terror zu verteidigen. Und der Bericht hatte keinen Einfluss auf HRWs folgende Lobby-Kampagne gegen Israels Trennanlage zur Verhinderung von Terror.

Da bleibt trotz der gelegentlichen Ausnahme der von den Menschenrechts-NGOs hinterlassene allgemeine Eindruck, dass der israelisch-palästinensische Konflikt ein moralisch eindeutiger Wettkampf zwischen Tätern und Opfern, Unterdrückern und Unterdrückten, in dem fast alle Schuld nur auf eine Seite fällt – eine Position, die mehr oder weniger identisch mit der palästinensischen Darstellung ist.

Barriere und Flüchtlinge

Die NGO-Gemeinschaft hat ebenfalls eine führende Rolle– in der Öffentlichkeit wie vor dem Internationalen Gerichtshof – in der Kampagne zur Diskreditierung des Baus von Israels Sicherheitsbarriere gespielt, die oft als „Israels Apartheid-Mauer“ genannt wird.

In dieser Frage, wie in vielen anderen zum arabisch-israelischen Konflikt, ist HRW eine der aktivsten Gruppen gewesen, hat Presseerklärungen verteilt und Massen-E-Mails verschickt, die den Aufruf an die US-Regierung einschlossen Israel für den Bau des Trennwalls zu bestrafen.[42] HRWs Stellungnahme plappert palästinensische Behauptungen nach, dass die Barriere die „Bewegungsfreiheit“ behindert, den Zugang zu Lebensmitteln, Wasser, Bildung und Gesundheitsdiensten „gefährdet“ und Land beschlagnahmt, ohne die israelische Begründung der Barriere anzuführen.[43] Es gibt wenig bis keine Analyse der israelischen Sicherheits-Umgebung, der Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde beim Versagen des Oslo-Prozesses und des strategischen Einsatzes des Terrors. In diesem Fall, wie in vielen anderen, reflektieren die Wahl der Fragen, die Bedeutung erhalten, genauso wie die Rhetorik und die Wiederholung palästinensischer Behauptungen, eine politische Zielsetzung.

Schließlich hat das NGO-Netzwerk eine wichtige Rolle bei der Legitimierung der hoch umstrittenen palästinensischen Darstellung der Ursprünge des Konflikts und der Flüchtlingsfrage gespielt. Die Behauptungen bezüglich Flüchtlings-Status und –rechten laufen entlang der Haupt-Streitpunkte seit dem Krieg von 1948. Die Frage ist extrem komplex, aber das hat die internationalen und örtlichen NGOs nicht daran gehindert Stellungnahmen abzugeben, die in Begrifflichkeiten der humanen Dimension die palästinensischen Behauptungen unterstützen. Beispielsweise bietet das Projekt „Eye to Eye“ des Save the Children Fund (SCF) „ein Bildungs-Ressourcen-Zentrum für Lehrer und Ausbilder, denen oft ein tiefer gehendes Wissen zum arabisch-israelischen Konflikt fehlt“. Diese Quelle vermittelt eine antiisraelische Polemik; sie lässt Balance oder auch nur die Erwähnung der alternativen Sichtweisen und Interpretationen der Ereignisse fehlen. Die geschichtliche Zeitleiste im Bildungszentrum beinhaltet eine unvollständige und einseitige Liste der UN-Resolutionen und –Verträge, was eine Version der Geschichte ergibt, die die Verantwortung für den Konflikt exklusiv Israel zuschreibt. SCF erklärt irreführend die Versäumnisse bei der Lösung der Flüchtlingsfrage als „zum großen Teil in der Verantwortung von Israels Opposition zur Rückkehr der Flüchtlinge und ebenfalls dem Fehlen des internationalen Willens die Grundprinzipien des auf die palästinensischen Flüchtlinge anwendbaren internationalen Rechts aufrecht zu erhalten“.[44] Gleicherweise wird in diesem Bildungszentrum der Hintergrund der erneuerten Gewalt, die im September 2000 begann, komplett auf die palästinensischen Darstellung gegründet.[45] Nichts davon hat eine Verbindung zu den medizinischen Aktivitäten von Save the Children und hebt einmal mehr die Ausnutzung der Menschenrechts-Behauptungen, -Rhetorik und –Ressourcen zur Förderung einer politischen Agenda heraus.

Viele andere Mitglieder des NGO-Netzwerks übernehmen die palästinensische Rhetorik des „Rückkehrrechts“. HRW hat ein Politik-Papier veröffentlicht, das ausdrücklich die Überschrift „Das Recht auf Rückkehr“ trägt;[46] Christian Aid benutzt diesen Begriff ebenfalls regelmäßig. Und das Palästinensische Nichtregierungs-Netzwerk (PNGO), das 92 Gruppen einschließt, darunter Al-Mezan, Miftah, Al-Haq etc., verurteilte die gemeinsame Erklärung von Bush und Scharon im April 2004, weil sie sich gegen das „Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge“ aussprach.[47]

Der Zukunftskurs

Die politische Einseitigkeit der NGOs zum Nahen Osten, verbunden mit der nicht vorhandenen Notwendigkeit öffentlich Rechenschaft abzulegen und transparent zu arbeiten, beginnt an ihrer Glaubwürdigkeit zu nagen. Im November 2003 nahm Susan Berresford, Präsidentin der Ford Foundation, nach Berichten in den Medien und einer Untersuchung durch den Kongress, angeführt vom Abgeordneten Jerrold Nadler (Demokrat aus New York) Veränderungen in der Finanzierung von NGOs durch die Stiftung vor. Berresford gab zu, dass „Ford-Vertrauensleute, Leiter und Angestellte angewidert waren von der boshaften antisemitischen Aktivität, die in Durban zu beobachten war“ und kündete an, dass sie „die Finanzierung von LAW einstellen“ werden, was zum Teil Folge des „Verhaltens der letzten LAW-Führungsriege auf der Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban 2001“ ist. Zusätzlich kündigte Berresford neue Maßnahmen an, „um unsere Intoleranz gegenüber unakzeptablen Aktivitäten auch irgendeiner anderen Empfänger-Organisation“ deutlich zu machen. „Wir werden niemals Gruppen unterstützen, die für Fanatismus oder Gewalt werben oder dulden oder die Existenz eines legitimen, souveränen Staates wie Israel in Frage stellen.“[48] Um diesen Politikwechsel umzusetzen setzte die Stiftung Stuart Eizenstadt ein, einen Beamten der damaligen Carter-Administration. Ob diese Antwort große Änderungen bei der Finanzierung für antiisraelische NGOs zur Folge hat, muss abgewartet werden.

Im Januar 2004 veröffentlichte die U.S. Agency for International Development (USAID) Richtlinien, die von den NGOs, die Gelder über diese Agentur erhalten, eine Verpflichtung, „Gewalt, Terror, Fanatismus oder die Vernichtung eines Staates befürworten oder betreiben, noch … Gelder an eine Einheit weiterzugeben, die solche Aktivitäten betreibt.“ Die Richtlinien der US-Regierung listeten verbotene Organisationen auf, darunter viele palästinensische Gruppen wie Hamas, den Islamischen Jihad, die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden (den bewaffneten Flügel der Fatah), die Volksfront zur Befreiung Palästinas und die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas.[49] Die Antwort des Palästinensischen Nichtregierungs-Netzwerks mit seinen 92 palästinensischen NGOs weiterte sich, das Dokument zu unterzeichnen. PNGO-Mitglieder kündigten an, dass sie es vorzögen auf die USAID-Gelder zu verzichten, die immerhin von 1993 bis 2002 rund eine Milliarde Dollar für die Westbank und den Gazastreifen ausmachten. Die PNGO drängte ihre Mitglieder alternative Geldgeber in Europa und Japan zu suchen, die keine derartige Verpflichtung verlangen.[50]

Es gibt in einigen Bereichen ein deutlich erhöhtes Bewusstsein, dass NGO-Politik zur Atmosphäre der Toleranz für Gewalt und Rechtsverletzungen beiträgt, die auszurotten sie sich verpflichtet haben. Unglücklicherweise ist dieses Bewusstsein in der US-Regierung immer noch begrenzt; genauso zu einem gewissen Maß bei der Ford Foundation. Im Gegensatz dazu verfolgen HRW, Amnesty, Oxfam, Christian Aid, das Euro-Mediterranean Human Rights Network, die International Commission of Jurists, wie auch ihre palästinensischen Partner weiterhin politische Ziele in der Verkleidung der Vertretung von Menschenrechten. Den Ansprüchen, moralische Wächter zu sein und Opfer zu unterstützen, wird weiterhin breite Glaubwürdigkeit geschenkt, ohne dass sie gründlich untersucht werden. Bis die Öffentlichkeit verlangt, dass sie denselben gründlichen Untersuchungen unterzogen werden wie Regierung und Wirtschaft, werden sie weiter fortfahren subjektiven und einseitigen Gebrauch von Begriffen wie Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt, übertriebene Antwort, wahlloses Töten und willkürlicher Einsatz von Gewalt machen. Indem sie das tun, werden sie weiterhin zentrale Elemente in der palästinensischen Strategie zur Isolierung und Delegimisierung Israels wie auch seiner Politik bleiben.

Über die Ausdehnung der öffentlichen Rechenschaft und Analyse durch Projekte wie NGO Monitor und NGO Watch auszudehnen, sowie parlamentarische Anhörungen und investigative Berichterstattung hinaus gibt es zusätzliche Strategien, um diese Menschenrechts-Organisationen zu reformieren. Firmen und private Quellen des Mainstreams finanzieren viele NGOs. Die Aufdeckung der Unterstützung radikaler politischer Ziele durch NGOs unter dem Deckmantel der Menschenrechte kann negative Publicity schaffen. Als die Unterstützung der Ford Foundation für wichtige NGOs, die bei der Konferenz von Durban aktiv waren, öffentlich wurde, reagierten die Vertreter der Stiftung schnell und strich die Gelder für einige NGOs zusammen. Langfristig könnte die Verkündung eines NGO-Verhaltenscodex ähnlich dem beruflichen Code für Journalisten, Rechtsanwälte und Akademiker Normen schaffen, durch die NGO-Aktivitäten ausgewertet werden könnten. Solche Rechenschaftlichkeit ist davon abhängig den Nimbus loszuwerden, der bisher den NGOs Immunität vor Kritik gewährt habt, selbst wenn sie radikale palästinensische Ziele vertreten.

Gerald M. Steinberg ist Professor für Politische Studien, führt das interdisziplinäre Programm zu Konfliktmanagement und Verhandlung und ist hochrangiger Forschungs-Mitarbeiter am BESA Center for Strategic Studies, alle an der Bar Ilan Universität. Simon Lassman, Simon Plosker, Aharon Etengoff und andere Mitglieder des NGO Montor-Teams brachten ihre Forschungsergebnisse in diesen Artikel ein.

Fußnoten:
[1] Verfügbar auf http://www.un.org/Overview/rights.html.
[2] Jerusalem Post, 13. April 2004.
[3] David Rieff: The Precarious Triumph of Human Rights. New York Times Magazine, 8. August 1999; Kenneth Anderson: The Limits of Pragmatism in American Foreign Policy: Unsolicited Advice to the Bush Administration on Relations with International Nongovernmental Organizations. The Chicago Journal of International Law, Herbst 2001, S. 371-388; Richard John Neuhaus: The Public Square. First Things, Februar 2000, S. 77, auf http://www.firstthings.com/ftissues/ft0002/public.html.
[4] Die Zielsetzungserklärungen und das Verhalten wichtiger NGOs werden verglichen auf http://www.ngo-monitor.org/.
[5] „Guiding Principles“, Amnesty International, auf http://amnesty.mahiti.org/Amnesty/about_us/guiding_principles.
[6] “About US”, International Commission of Jurists, auf http://www.icj.org/rubrique.php3?id_rubrique=11&lang=en.
[7] Euro-Mediterranean Human Rights Network, auf http://www.euromedrights.net/english/main.html.
[8] The Guardian, 29. Januar 2004, auf http://www.guardian.co.uk/uk_news/story/0,3604,1133558,00.html.
[9] S. http://www.ngo-monitor.org.
[10] „International Development-Second Report“. House of Commons International Development Committee on Development assistance to the Occupied Palestinian Territories, London, 15. Januar 2004, auf http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200304/cmselect/cmintdev/230/23002.htm#evidence.
[11] „NGOs and the United Nations, Comments for the Report of the Secretary General”. Global Policy Forum, Juni 1999, auf http://www.globalpolicy.org/ngos/docs99/gpfrep.htm#2.
[12] Fiamma Nierenstein: The Journalists and the Palestinians. Commentary, Januar 2001, S. 55-57.
[13] Profile dieser Organisationen sind verfügbar auf http://www.ngo-monitor.org.
[14] Jeremy Rabkin, zitiert in „Romes New Empire“, Azure, Winter 2003, S. 19-20.
[15] Josef Joffe: The Demons of Europe. Commentary, Januar 2004, auf http://www.likud.nl/press312.html.
[16] Irwin Cotler: Durban’s Troubling Legacy One Year Later: Twisting the Cause of International Human Rights against the Jewish people. The Jerusalem Issue Brief, Institute for Contemporary Affairs/Jerusalem Center for Public Affairs, 20. August 2002, auf http://www.jcpa.org/brief/brief2-5.htm.
[17] PLO-Präsentationen vor der Mitchell-Kommission, April 2001, auf http://www.bitterlemons.org/docs/mitchell.html.
[18] „The Draft Declaration: Unfair Charges of Racism against Israel“, auf http://www.adl.org/durban/draft.asp.
[19] Jewish Telegraphic Agency, 17. October 2003, auf http://www.jta.org/ford.asp.
[20] S. Hanan Aschrawi, Rede auf der Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenhass und damit verbundene Intoleranz, Durban, Südafrika, 28. August 2001, auf http://www.caabu.org/press/articles/ashrawi-durban-speech.html.
[21] Jewish Telegraphic Agency, 17. Oktober 2003; Palestinian Affiliates of the International Commission of Jurists(ICJ). NGO Monitor-Analyse, 31. März 2003, auf http://ngo-monitor.org/editions/v1n06/v1n06-1.htm.
[22] „WCAR NGO Forum Declaration“, 3. September 2001, Artikel 164, auf http://www.racism.org.za/index.html.
[23] ebenda, Artikel 425.
[24] ebenda, Artikel 426.
[25] ebenda, Artikel 46.
[26] Jerusalem post, 13. April 2004.
[27] Zitiert bei Anne Bayefsky, National Public Radio, 14. August 2001; zitiert bei Anne Bayefsky: Human Rights Watch Coverup. Jerusalem Post, 13. April 2004.
[28] Zitiert von Bayefsky in: Human Rights Watch Coverup.
[29] Jenin, ‘Massacre Evidence Growing’. BBC, 18. April 2002, auf http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/middle_east/1937048.stm.
[30] HRW: Jenin: IDF Military Operations. Mai 2002, auf http://www.hrw.org/reports/2002/israel3/; ders.: Israel/Occupied Territories: Jenin War Crimes Investigation Needed, 18. April 2002, auf http://hrw.org/press/2002/04/israel041802.htm; ders: Online Chat in Washington Post with Peter Bouckaert: Live from Jenin, 26. April 2002, auf http://hrw.org/campaigns/israel/jenin-chat.htm.
[31] Extract from the Central Register of Charities Maintained by the Charity Commission for England and Wales. Auf: http://www.charity-commission.gov.uk/registeredcharities/showcharity.asp?remchar=&chyno=258003.
[32] Christian Aid’s Political Campaign Continues: ‚Peace under Siege’. NGO Monitor-Analyse, 23. Oktober 2003, auf http://ngo-monitor.org/editions/v2n03/v2n03-1.htm.
[33] Adalah and the Impact of Legal-based NGOs in the Arab-Israeli Conflict. NGO Monitor-Analyse, 23. Oktober 2003, auf http://ngo-monitor.org/editions/v2n03/v2n03-1.htm.
[34] Israeli Military Attacks on the Occupied palestinian Territories. Sonderbericht, Adalah, auf http://www.adalah.org/eng/optagenda.php.
[35] Israel/Occupied Territories: Wanton Destruction Constitutes a War Crime. Presseerklärung von Amnesty International, auf http://web.amnesty.org/library/Index/ENGMDE150912003?open&of=ENG-ISR.
[36] About Us. International Commission of Jurists, auf http://www.icj.org/rubrique.php3?id_rubrique=11&lang=en.
[37] Israeli Forces Rampant in Nablus Old City. Presseerklärung von LAW, 23. Februar 2003, auf http://www.law-society.org/Press/Preleases/2003/feb/feb23e.html.
[38] Dianne Luping: Updated Overview of Israeli War Crimes and Crimes against Humanity. LAW, 2. April 2002, auf http://www.lawsociety.org/Reports/Index.html.
[39] Kenneth Roth: Drawing the Line: War Rules and Law Enforcement Rules in the Fight against Terrorism. Human Rights Watch World Report, Januar 2004, auf http://www.hrw.org/wr2k4/9.htm.
[40] Steven R. David: Fatal Choices: Israel’s Policy of Targeted Killing. The BESA Center for Strategic Studies, Bar-Ilan University, Mideast Security and Policy Studies, Nr. 51, September 2002, auf http://www.biu.ac.il/SOC/besa/david.pdf.
[41] Erased in a Moment: Suicide Bombing Attacks against Israeli Civilians. HRW, New York, Oktober 2002, auf http://www.hrw.org/reports/2002/isrl-pa/.
[42] Israel: West Bank Barrier Endangers Basic Rights: U.S. Should Deduct Costs from Loan Guarantees. HRW, 1. Oktober 2003, auf http://www.hrw.org/press/2003/10/israel100103.htm.
[43] ebenda.
[44] Save the Children Fund, Eye to Eye for Teachers: Palestinian Rights Issues. Auf http://www.savethechildren.org.uk/eyetoeye/teachers/guidance/rights.html.
[45] Save the Children Fund (SCF)’s Eye to Eye Project. NGO Monitor-Analyse, 4. August 2003, auf http://www.ngo-monitor.org/editions/v1n11/v1n11-2.htm.
[46] HRW Presseerklärung auf http://www.hrw.org/campaigns/israel/return/.
[47] Palestinian NGO Network, Presseerklärung vom 17. April 2004, auf http://www.pngo.net/statments/bush170404en.htm.
[48] Brief an den Abgeordneten Jerrold Nadler (Demokrat, New York). Ford Foundation, 17. November 2003 auf http://www.fordfound.org/newsroom/docs/svb_letter.pdf.
[49] Terrorism. What You Need to Know about Sanctions. US-Finanzministerium, Office of Foreign Assets Control, auf http://www.usaid.gov/wbg/misc/2004.Certification_Regarding_Terrorist_Financing.pdf; verbunden auf http://www.ustreas.gov/offices/eotffc/ofac/sanctions/t11ter.pdf.
[50] Jerusalem Times, 15. Januar 2004.

Europas linguistischer Kreuzzug gegen Israel

Daniel Krygier, MiDA, 2. Januar 2018

Europa beschäftigt sich mit der Schuld wegen des Holocaust und dem früheren Kolonialismus durch Idealisierung der Muslime der Dritten Welt und Dämonisierung des jüdischen Staats der Ersten Welt mit einem linguistischen Kreuzzug, der die Wahrheit pervertiert.

Deutsche Polizisten müssen jüdische Symbole in Berlin beschützen. (Foto: twitter)

Vor ein paar Tagen wiederholte Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel die Lüge, dass Israel ein Apartheidstaat ist. In der Vergangenheit hat Gabriel behauptet, die deutschen Sozialdemokraten hätten während des Dritten Reichs dasselbe Schicksal erlitten wie die Jduen.

Gabriels verstörender antijüdischer Lebenslauf beinhaltet den geschätzten Umgang mit den Führern des Iran, die offen zu Israels Vernichtung aufrufen, sowie bei einer Veranstaltung im deutschen Außenministerium, mit der für „Religionsfrieden“ geworben werden sollte, den Gastgeber für die islamistische, extremistische Hamidreza Torabi zu spielen.

Israels Feinde behaupten oft, sie könnten Israel nicht kritisieren, ohne des Antisemitismus beschuldigt zu werden. Diese Behauptung ist nicht nur offenkundig falsch, sondern auch absurd. Kein anderes Land der Welt wird mit mehr Besessenheit kritisiert und international verurteilt als Israel. Egal, dass der jüdische Staat eine lebhafte Demokratie mit eingebauter Selbstkritik ist, die andere führende Demokratien der Welt aussticht.

Das wirkliche Problem besteht darin, dass anders als Kritik an anderen Demokratien, ein Großteil der „Kritik“ an Israel gewollt mit rassistischer Dämonisierung und Delegitimation des jüdischen Staates verbunden wird. Dieser linguistische Kreuzzug der Europäer gegen Israels Existenz geht Gabriel um mehrere Jahrzehnte voraus.

Während des ersten Libanonkriegs 1982 verglich der verstorbene schwedische Premierminister Olof Palme Israels Umgang mit arabischen Kindern hanebücheneweise mit Nazideutschlands Umgang mit jüdischen Kindern. Mehr als eine Million jüdischer Kinder wurden im Holocaust ermordet. Im Gegensatz dazu ermordet Israel keine Kinder und zahllose arabische Kinder aus dem gesamten Nahen Osten erhalten medizinische Behandlung in israelischen Krankenhäusern. Dazu gehören auch arabische Kinder aus Feindstaaten, die sich Israels Vernichtung verschrieben haben, so Syrien, dem Irak und dem von der Hamas beherrschten Gazastreifen.

Im Oktober verglich der niederländische Premierminister Dries van Agt Israels Festnahme von Terroristen mit Nazi-Razzien gegen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Herr van Agt bestreitet auch jegliche historische Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land seiner Väter und hat argumentiert, dass Juden als Entschädigung für den Holocaust „ein Stück Land in Deutschland“ hätten bekommen sollen. Der ehemalige niederländische Premierminister hat es ebenfalls abgelehnt die Hamas als Terrororganisation zu definieren. Schwedens jetzige Außenministerin Margot Wallström Israels Selbstverteidigung ebenfalls mit „außergerichtlichen Tötungen“ gleichgesetzt und den jüdischen Staat für islamistischen Terrorismus in Europa verantwortlich gemacht.

Das Europa nach 1945 kämpft immer noch mit der Schuld wegen des Holocaust und seiner Kolonialvergangenheit. Europas politische Führung hat allerdings zwei ausgeprägt unterschiedliche Strategien angewandt, um mit diese Flecken auf Europas historischem Gewissen umzugehen. DFer postkolonialen Schuld Europas ist mit der Romantisierung und Idealisierung von Ländern der Dritten Welt im Allgemeinen und der muslimischen Welt im Besonderen begegnet worden.

Im Gegensatz dazu wird Holocaust-Schuld damit begegnet nicht überzeugende Krokodiltränen wegen toter Juden zu vergießen, während lebende Juden und besonders der kollektive Jude unter den Staaten – Israel – dämonisiert wird. Das hat einen scheinbar schizophrenen europäischen mentalen Diskurs geschaffen, der Holocaust-Denkmäler für 6 Millionen ermordete Juden begrüßt, aber systematisch ein pulsierendes Israel mit mehr als sechs Millionen lebenden Juden dämonisiert.

Aus europäischer Sicht besteht der arabisch-israelische Konflikt daher einer zwischen Muslimen der Dritten Welt, die nichts falsch machen können und zionistischen Juden, die nichts richtig machen können.

Wir leben in einer Ära, in der Rassismus das Schlimmste ist, was einem vorgeworfen werden kann. Es sollte daher niemanden überraschen, dass diejenigen, die Israel dämonisieren wollen, versucht sein werden den jüdischen Staat mit Nazideutschland und dem Apartheid-Südafrika gleichzusetzen. Selbsternannte westliche Progressive und ihre islamistischen Alliierten wenden dieselbe Taktik gegen ihre Gegner an, um jegliche aussagefähige Diskussion über den Islam in westlichen Gesellschaften stillzulegen.

Da Geschichte und Fakten unmodern geworden sind, werden in Europa Fake News über Israel als „Wahrheiten“ begrüßt. Durch die Darstellung Israels als „böse“ und „rassistisch“ können europäische Judenhasser ihren Hass gegen den jüdischen Staat unter dem Banner des „Antirassismus“ „legitimieren“.

Ein zwangloser Besuch in einem israelischen Krankenhaus wird die orwellsche Lüge auflösen, die den jüdischen Staat mit „Nationalsozialismus“ und „Apartheid“ gleichsetzt. Arabische und jüdische Pfleger und Ärzte behandeln nebeneinander liegende arabische und jüdische Patienten.

Araber sind in Israel sicherer als Juden in Europa und müssen nicht durch schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten geschützt werden.

Israel der „Apartheid“ in Judäa und Samaria zu beschuldigen ist genauso absurd. Die arabischen Einwohner dieser Gebiete sind keine israelischen Staatsbürger und leben unter der despotischen Herrschaft der PA. Während Aber die Straßen Israels sicher entlanggehen können, riskieren Juden es gelyncht zu werden, wenn sie von der PA beherrschte Gebiete betreten. Während es in Israel eine große arabische Minderheit gibt, besteht der „moderate“ PLO-Chef Mahmud Abbas darauf, dass die PA judenfrei sein muss, genauso wie der von der Hamas beherrschte Gazastreifen und ein Großteil der arabischen Welt.

Der wahre Nationalsozialismus und die wahre Apartheid machen sich Israels nahöstliche Feinde und ihre globalen Anhänger zu eigen, die anstreben den einzigen jüdischen Staat der Welt im Namen der „Menschenrechte“ und des „Antirassismus“ zu vernichten.

Wenn Führungspolitiker und angeblich aufgeklärte europäische Demokratien dieselben antisemitischen Lügen übernehmen wie nahöstliche Despoten und Terroristen, dann sollte das allen anständigen Europäern Sorge bereiten, die echte Menschenrechte und Frieden befürworten.

Europas linguistischer Kreuzzug und Perversion der Wahrheit gegen den jüdischen Staat untergräbt nicht nur die Friedensaussichten zwischen Arabern und Juden. Er beschuldigt schamlos die wahren Opfer von Nationalsozialismus, Völkermord und Apartheid.

Die 10 schwachsinnigsten antiisraelischen Handlungen der UNO 2017

Hillel Neuer, The Times of Israel (Blogs), 21. Dezember 2017

Die Liste, auf die Sie alle gewartet haben – es gab 20107 zwar eine Unzahl weiterer echt antiisraelische Resolutionen, Berichte und Stellungnahmen von UNO-Organisationen und –Beamten, aber bedauerlicherweise konnte ich nur zehn hier einbringen.

10. Die UNO-Agentur von 18 arabischen Staaten veröffentlichte einen Bericht, in dem Israel der „Apartheid“ beschuldigt wurde.

In Reaktion darauf ergriff UN Watch-Geschäftsführer Hillel Neuer das Wort und stellte Algerien, den Irak, Syrien, Ägypten, Libyen, den Libanon, Jemen und andere eine einfache Frage: „Wo sind eure Juden?“ Ausnahmsweise war der Saal zum Schweigen gebracht worden. Die Rede von UN Watch verbreitete sich im virusartig Internet; es wurde weltweit 5 Millionen Mal angesehen.

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9. Die UNO-Kommission für Frauenrechte verurteilte Israel als den einzigen Staat der Welt, der Frauenrechte verletzt. Echte Verletzter von Frauenrechten wie der Iran, Jemen und Afghanistan wurden ignoriert.

Im nächsten Monat entlarvte UN Watch die Wahl Saudi Arabiens durch die UNO in genau diese Frauenrechtskommission –  und die Tatsache, dass mindestens 5 EU-Staaten für die Saudis stimmten. Die Story verbreitete sich rasend schnell und sorgte in Belgien für einen mächtigen Skandal; dort gestand  der Premierminister schließlich ein, dass sein Land dafür stimmte und entschuldigte sich; die Sache löste in Irland, Norwegen und Schweden Kontroversen aus. (Video)

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8. Im June unterzeichneten 16 UNO-Organisationen eine Vereinbarung mit dem „Staat Palästina“, um beispiellose $18 Millionen für die Finanzierung von Lawfare gegen Israel zu finanzieren, das Ganze formuliert in Vokabular für Menschenrechte, Völkerrecht und „Verantwortlichkeit“.

Die Kampagne der UNO strebt an Israels Fähigkeit zu auszuhöhlen sich gegen Terroranschläge von Hamas und Hisbollah zu verteidigen. So vermerkte Fox News: „UN Watch, eine unabhängige Beobachtergruppe mit Sitz in der Schweiz, war eine der ersten, die die UNO-Ausgaben aufzeigte und kritisierte; Geschäftsführer Hillel Neuer forderte die USA, Kanada und Australien sowie weitere Demokratien auf sicherzustellen, dass ihre Steuergelder-Beiträge nicht missbraucht werden, um UNO-Institutionen durch eine Eskalation der politisierten Angriffen auf Israel zu untergraben.

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7. Im Oktober gab UNO-Palästina-Berichterstatter Michael Lynk einen Bericht aus, der sich für einen Wirtschaftsboykott gegen israelische Firmen einsetzt.

Als Llynk zu seiner jährlichen Pressekonferenz im UNO-Hauptsitz in New York ankam, war er überrascht, als drei verschiedene Journalisten ihn zu seinem einseitigen Bericht und Mandat zur Rede stellten. Die Reporter waren von UN Watchs Beschwerdebrief an den UNO-Generalsekretär ermuntert worden, in dem Lynks Boykottaufruf und dass er Menschrechtsverletzungen durch die palästinensische Autonomiebehörde und die Hamas ignorierte. Lynk behauptete fälschlich sich „nicht bewusst“ zu sein, dass er palästinensische Menschenrechtsverletzungen weiterleiten konnte.

„Nicht gewusst“ – UNMO-Palästina-Berichterstatter Michael Lynk

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6. Die Weltgesundheitsorganisation der UNO hob Israel als einzigen Verletzer von „mentaler, physischer und Umweltgesundheit“ der Welt hervor und löschte auf Druck von Syriens Assad-Regime Teile eines Berichts zu israelischem Handeln auf den Golanhöhen – wie diese für Israel positiv waren.

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5. Dubravka Simonovic, die UNO-Expertin für Gewalt gegen Frauen, besuchte Israel und die Gebiete und kam zu dem Schluss: Wenn palästinensische Männer ihre Frauen schlagen, dann ist Israel das schuld.

UN Watchs Geschäftsführer ergriff das Wort um den Bericht der UNO-Ermittlerin infrage zu stellen: „Warum versäumen Sie zu erwähnen, dass das offizielle palästinensische Fernsehen regelmäßig islamische Prediger ausstrahlt, die den Menschen erzählen, wie sie ihre Frauen schlagen müssen?“

Als Reaktion darauf brach der ägyptische Vorsitzende mit dem parlamentarischen Protokoll: „Ich würde gerne Danke sagen, aber das kann ich nicht“, sagte Botschafter Amr Ramadan. „Denn ich glaube, Sie müssen diesem Rat mehr Respekt entgegenbringen.“ (Video)

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4. In ihrem Ritual des jährlichen Israel zum Sündenbock machens verabschiedete die UNO-Vollversammlung 20 einseitige Resolutionen gegen Israel – und nur 6 zum Rest der übrigen Welt zusammen. Morgen wird bei einem Dringlichkeitstreffen, das von den arabischen und islamischen Staaten einberufen wurde, um die USA wegen ihrer Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt zu verurteilen, eine 21. Resolution verabschiedet werden, die den jüdischen Staat kritisiert.

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3. Die UNESCO machte ihren Auftrag das Welterbe zu schützen zunichte, indem sie eine Resolution verabschiedete, die Hebron – wegen des Patriarchengrabs die zweitheiligste Stadt des Judentums – als palästinensische Welterbestätte anerkannte.

UN Watch deckt auf, dass die UNESCO den Rat ihrer eigenen Experten verworfen hatte, die aufgrund der fehlenden Anerkennung des jüdischen und christlichen Erbes gegen die palästinensische Nominierung waren.

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2. UNRWA begann eine globale Kampagne, die das Bild eines 11-jährigen Mädchens, „Aya aus Gaza“, in einem ausgebombten Gebäude zeigte; Israel wurde als grausamer Unterdrücker palästinensischer Kinder dargestellt. Aber UN Watch deckte auf, dass das eine Fälschung war: Das Foto stammte in Wirklichkeit aus Syrien. Die Story verbreitete sich rasend schnell. Die UNRWA kam gewaltig in Verlegenheit und war weltweit gezwungen das Foto zu entfernen.

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1. Das Büro von Menschenrechtskommissar Zeid Ra’ad al-Hussein verbrachte das vergangene Jahr mit der Vorbereitung dafür die antiisraelische Boykott-Kampagne anzufachen, indem eine Schwarze Liste von Firmen erstellt wird, im Jüdischen Viertel von Jerusalem oder anderen jüdischen Gemeinden jenseits der Waffenstillstandslinie von 1949 Geschäfte machen. Der Bericht soll diesen Monat eingereicht und dem Rat im März vorgelegt werden. UN Watch wird die Führung beim Kontern dieser Schwarzen Liste übernehmen, die Nikki Haley diese Woche als „übles Produkt“ des UNO-Menschenrechtsrats bezeichnete.

Offizielle UNO-Landkarte von Israel zeigt keine Landeshauptstadt

Aussie Dave, Israellycool, 12. September 2017 (und Daniel Pipes, National Review online, 12. September 2017)

Jawohl, ich kann nicht glauben, dass das erst jetzt entdeckt worden zu sein schient. Daniel Pipes schrieb am 12. September auf National Review online:

Viele Medien-Schwergewichte – die BBC, Agence France Presse, der Guadian, die New York Times, die Washington Post, CTV – tun so als ob Tel Aviv die Hauptstadt Israels ist. Selbst das Weiße Haus hatte unter Obama hatte Schwierigkeiten dahinter zu kommen, wo diese Hauptstadt liegen könnte.

Die kartografische Sektion der Abteilung Friedenserhaltungsoperationen der Vereinten Nationen (United Nations‘ Depmartment of Peacekeeping Operations – UNDPO) geht allerdings einen Schritt weiter als sie alle. Wenn Amateure so tun als sei Tel Aviv Israels Hauptstadt, so behaupten die Profis von UNDPO, dass Israel überhaupt keine Hauptstadt hat.

Das ist zumindest Schlussfolgerung der Landkarte, die UNDPO (mit Datum vom Januar 2004, aber von mir erst heute entdeckt) ins Netz stellte; sie hat ein eindeutiges Symbol (einen fünfzackigen Stern in einem Kreis) für das, was sie als „nationale Hauptstädte“ bezeichnet. Die komplette Landkarte können Sie hier anklicken.

Ein genauer Blick auf die Gesamtkarte zeigt, das Damaskus und Amman beide diesen fünfzackigen Stern haben, während das für keine Stadt in Israel der Fall ist, insbesondere weder Jerusalem noch Tel Aviv.

Ich würde nur eines hinzufügen: Dies scheint eine offizielle Landkarte der UNO zu sein – obwohl sie aus dem Jahr 2004 stammt. Wenn Sie auf die Raumbezogene Informationsseite der UNO gehen (ehemals die kartografische Sektion) und in dem Drop-Down-Menue „Israel“ auswählen, werden sie auf die Landkarte geleitet.

Auch wenn man „UN Map Israel“ (UNO-Landkarte Israel) googelt, ist sie das erste Ergebnis.

Obwohl es die UNO ist, bin ich doch etwas überrascht, dass sie nicht Tel Aviv als unserer Hauptstadt auswiesen, wie es all die anderen „coolen Typen“ tun.

Daniel Pipes kommentierte:

(1) Schon der Begriff „nationale Hauptstadt“ impliziert, das die nationale Regierung über ihre Hauptstadt entscheidet. Nur Israel hat dieses Privileg nicht.

(2) Es kann bei niemandem einen Zweifel geben, wo die Hauptstadt Israels liegt. Sollte eine Erinnerung nötig sein: Hier ist Israels Parlament, es heißt „Knesset“; Jerusalem ist der Sitz des Souveräns des Landes.

Israels Parlament, die Knesset. Liegt. In. Jerusalem.

(3) Diese kleine Landkarte bietet nur einen weiteren Belegt der Irrealität, die in den Vereinten Nationen vorherrscht.