Vielleicht hätte Truman Israel nicht anerkennen sollen

First One Through, 16. Mai 2018

Am 14. Mai 2018 verlegten die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem. Der 14. Mai wurde gewählt, damit er mit dem 70. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Israels zusammenfällt. So wie Präsident Harry Truman sich entschied, dass die USA das erste Land sein sollten, das 1948 den jüdischen Staat offiziell anerkannte, entschied sich Präsident Donald Trump, dass die USA die ersten sein sollten, die heute Israels Hauptstadt anerkennen.

Einige Proteste – insbesondere von Muslimen, Araber und Linksextremen – sind laut und wütend gewesen. Diese Gruppe (ja, sie verschmelzen in eine einzige Masse) argumentiert, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen ohne eine vergleichbare Erklärung für die Palästinenser zu haben, sei unfair. Sie vermerken, Trumps Handeln werde die arabische Welt wütend machen und Gewalt provozieren, zu Toten auf beiden Seiten des Konflikts führen. Darüber hinaus tue ein solcher Schritt nichts für Fortschritte in Richtung Frieden und sei daher ein furchtbarer Fehler.

Ich werde nicht argumentieren, dass sie kein Recht auf ihre Meinung haben. Ich werde stattdessen ihre Argumente so erwägen, als hätten wir das Jahr 1948.

Titelseite der New York Times vom 15. Mai 2018

Bedenken Sie:

  • Zionisten riefen 1948 einen unabhängigen Staat aus, obwohl die örtliche arabische Bevölkerung das nicht machte. Was ist falsch daran, wenn die USA den jüdischen Staat anerkennen, obwohl es keinen entsprechenden lokalen arabischen Staat gab?
  • Die arabische Welt war erbost über die Erklärung der Juden und die amerikanische Reaktion. Die Armee von fünf arabischen Staate (Libanon, Syrien, Irak, Jordanien und Ägypten) marschierten in Israel ein; dieser Krieg sollte tausende Leben fordern.
  • In die Region ist kein Frieden eingezogen. Heute, mehr als 70 Jahre später, sind die Israelis in der Lage gewesen mit nur zwei arabischen Staaten – Ägypten und Jordanien – ein Friedensabkommen zu schließen.

Die Argumente von 1948 und 2018 bleiben dem Anschein nach dieselben. Die US-Anerkennung war und ist unausgewogen, schürt Gewalt und schädigt die Friedensbemühungen. Man könnte daher zu dem Schluss kommen, dass Truman so falsch lag wie Trump und für viele im arabisch/muslimisch/Alt-Left-Lager (nennen wir sie kurz „AMAL“, was auf Arabisch „Hoffnung“ heißt) sehr wahr ist. (Anmerkung: Im Hebräischen, das von rechts nach links gelesen wird, würde man diese Leute „LAMA“ nennen, was „warum?“ bedeutet.)

Aber das zu tun würde bedeuten Ursache und Wirkung zu verdrehen, tatsächliche Geschichte mit „meine Wahrheit“-Philosophie und Gleichheit mit Fairness.

Die AMAL-Legionen glauben, dass Israel ein fremdes Implantat auf arabischem Land ist. Sei erkannten das Recht der Juden in der Region zu leben und über Souveränität zu verfügen 1922 nicht an (das Völkerrecht ermutigte die Juden dazu mit dem Mandat Palästina), 1948 nicht (bei Israels Unabhängigkeitserklärung) und erkennen es auch heute nicht an (als di US-Botschaft nach Jerusalem umzog). Sie wollen Jerusalem heute als Hauptstadt, so wie sie 1948 Haifa als integralen Bestandteil des arabischen Palästina haben wollten. Sie haben seit 100 Jahren mit allen Mitteln gegen dieses Geschehen gekämpft.

Für AMAL ist das Akzeptieren eines Fremden, der dein Haus und Land stiehlt eine Verneinung des eigenen Narrativs und der eigenen Würde und es kann keinen Frieden ohne Würde geben.

Die Alt-Left hat sich der antizionistischen AMAL-Armee in größeren Zahlen angeschlossen, als sie die Vorstellung der „meine Wahrheit“ im Allgemeinen begrüßt und vorangetrieben haben. Während die „Progressiven“ gelegentlich durch den ekelhaften Antisemitismus abgestoßen sind, der von den palästinensischen Arabern ausgekotzt wird, auch durch die arabische Ablehnung tausender Jahre jüdischer Geschichte im heiligen Land und die zentrale Rolle des Landes Israel im Judentum, hat die Alt-Left dennoch den Underdog adoptiert. Sie haben den Konflikt in eine Sache zwicshen Israel und den staatenlosen Palästinensern umdefiniert, statt des 100 Jahre alten israelisch-arabischen Konflikts. Die Alt-Left sieht ein wirtschaftlich wie militärisch mächtiges Israel auf der einen Seite gegen ein staatenloses, verarmtes Volk auf der anderen. Sie sehen daher das völlige Fehlen an Gleichheit der Akteure, während sie den Umfang unter die mehr als 20 arabischen und mehr als 50 muslimischen Staaten verengen, die die Bevölkerung der Juden in Israel auf ein Verhältnis von 100 zu 1 zwergenhaft aussehen lassen und machen daraus ein Szenario, in dem Israel der Goliath ist.

Mit dieser Denkweise verficht die AMAL-Armee, dass Trump Öl ist Feuer einer unfairen Dynamik schüttete, genauso wie Truman 1948 den Diebstahl arabischen Landes absegnete. Dieses Handeln führt dazu, dass die Seiten sich weiter von ihrem angenommenen einzigen Weg zum Frieden entfernen, zu dem ein binationales Israel und ein rein arabisches Palästina gehören.

Das prozionistische Lager betrachtet die Welt sehr anders. Es feiert Trumps Anerkennung Israels als Teil der Erneuerung des jüdischen Volks in seiner Heimat. Sie wissen: Wäre der jüdische Staat ein Jahrzehnt früher, in den frühen 1930-er Jahren, wiedergegründet worden, dann wären zehntausende Juden vor dem Holocaust gerettet worden. Und sie bewundern die blühende, stabile Demokratie, zu der Israel geworden ist – inmitten eines boshaften und gewalttätigen arabischen Nahen Ostens. Anerkennung und Partnerschaft haben sowohl den USA als auch Israel genutzt.

Aber die Soldaten von AMAL verweigern jegliche Anerkennung der Wirklichkeit Israels, ob nun Jerusalem als seiner Hauptstadt, das Zeigen seiner Flagge in Judo-Turnieren, der Forschung seiner Professoren oder des Guten, das das Land zu bieten hat. Dreißig Länder in AMAL erkennen den Staat Israel immer noch nicht an. Ihr Glaube, dass die Vereinigten Staaten von Truman bis Trump weiterhin falsch liegen, ist tief verwurzelt.

Die Linien in dem Konflikt gehen immer tiefer. Denken Sie nicht einfach darüber nach, ob die Anerkennung der Hauptstadt Israels durch die Vereinigten Staaten richtig oder falsch war, denn das wird wahrscheinlich dadurch getrübt, wie Sie persönlich Donald Trump wahrnehmen. Fragen Sie sich, ob Sie glauben, dass Präsident Truman recht hatte Israel vor 70 Jahren anzuerkennen, dann werden Sie erkennen, ob Sie Teil der AMAL-Horde sind oder stolz an der Seite Israels stehen.

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Freunde an weit entfernten Orten

Annika Hernroth-Rothstein, Israel HaYom, 20. März 2017

Oresto war Leher an einer Privatschule, als es diese noch gab, aber heute arbeitet er im Hotel Nacional in Havanna, versorgt Touristen mit Wasser und Kaffee und gelegentlich einem guten Rat.

Oresto hat eines dieser offenen und freundlichen Gesichter, von denen man sofort angezogen wird und ich stellte fest, dass ich jeden Tag zu einem kleinen Plausch zu ihm zurückkehrte, neugierig bezüglich seines Lebens und was ihn hierher geführt hatte. Während eines dieser Gespräche sieht er meine Kette mit dem Davidstern und er fragt mich, ob ich aus Israel bin. Als ich ihm sage: „Ja, gewissermaßen“, nimmt er eine Serviette und beginnt etwas zu zeichnen, wobei er mich drängte zuzusehen.

„Das ist der Gazastreifen, richtig? Und das ist Israel.“

Oresto zeigt auf die Serviette und ich sage nichts; aus Erfahrung weiß ich, dass das auf jede Weise enden kann und so lehnt er sich sehr aufgeregt zu mir und betont jedes Wort.

„Schau, ich weiß, wegen der Politik sagt meine Regierung mir, dass Israel schlecht und Palästina gut ist. Aber ich war Lehrer und ich lese viel. Ich weiß alles über Fatah und Hamas und ich weiß genau, wie nahe an Israel der Gazastreifen ist. Deshalb weiß ich auch, dass du, wenn du Zivilist bist und dort lebst und die Hamas Raketen auf dich schießt, dein Land sich verteidigen muss.“

Ich lache aufrichtig überrascht und frage ich, warum und wie er in der Lage ist der Darstellung der Regierung zu widerstehen. Er erzählt mir, dass er einmal Bilder im kubanischen Regierungsfernsehen sah, wie israelische Soldaten in das Haus einer palästinensischen Familie eindrangen und dass das, was er sah, tiefen Eindruck auf ihn machte, aber nicht so, wie es beabsichtigt war.

„Diese Familie, diese Palästinenser hatten ein schönes Haus. Sie hatten hübsche Möbel; Mikrowelle, einen Fernsehe und draußen stand ein nagelneues Auto. Hast du eine Vorstellung davon, was ich dafür geben würde eine Mikrowelle zu besitzen oder einen Fernseher?“

Oresto zeigt durch den Raum und sagt mir, dass die Annehmlichkeiten dieses Hotels nicht das Kuba darstellen, das er kenn und dass er es schwierig findet der Propaganda zu glauben, die Israel zum Unterdrücker macht und die Palästinenser in ihrem Land in Elend und Armut leben lässt.

„Vielleicht ist es leicht euch diese Lügen zu verkaufen, die ihr reich seid und nicht wisst wie es ist tatsächlich arm zu sein und tatsächlich nichts zu haben. Ihr glaubt, das sei Armut und ihr fühlt euch schuldig wegen der Dinge, die ihr habt. Ich weiß, was Unterdrückung ist und ich weiß, wie es ist arm zu sein, also kann man mir viel weniger etwas vormachen.“

Orestos Worte hauten mich um; nicht weil sie so viele meiner Erwartungen zerschlugen, sondern auch, weil sie mich etwas über Vorrechte lehrten und wie sie die Art beeinflussen, wie wir den Konflikt und diese Welt betrachten. Nicht die Bevorzugung von Weißen oder die von Männern, sondern die von der altmodischen Art, die mit Klasse und Demokratie zu tun haben. Für uns in dem Teil der Welt, der den Vorzug von Luxus wie Freiheit und Lebensmitteln hat, ist es leicht in Schuld gewickelt zu sein und die Wahrheit und unsere Gefühle durcheinanderzubringen. Für Oresto ist es viel einfacher: Auf dem Gipfel von nichts zu stehen lässt alles um dich herum viel klarer sehen. Seine Regierung sagt ihm, dass Israel ein Unterdrücker ist und dass die Palästinenser nicht nur unterdrückt sind, sondern Not leiden; und so ist es für Oresto mehr als klar, dass dies weit weg von der Wahrheit ist.

Es ist schön unerwartet und an neuen Orten Freunde zu finden; vielleicht noch schöner ist es, wenn dir deine eigenen Vorurteile widerlegt werden. Mein Instinkt sagt mir immer in die Defensive zu gehen, bereit eine Diskussion zu führen, wo ich dazu gebracht werde in einer feindseligen Welt Israels Wert und Rechtschaffenheit zu beweisen. Diesmal wurde ich überrascht und mein Privilegiertsein wurde auf unerwartete Weise entlarvt; es zeigte mir, das ich weder über Vorurteil noch Herablassung erhaben bin.

Mein Gespräch mit Oresto lehrte mich, das Israels Verbündete am ehesten in Ländern zu finden sein könnten, die echte Not begreifen und erleben, weil sie diejenigen sind, die am wahrscheinlichste frei von linkem Orientalismus sind, der diese Debatte zu beherrschen schient. Moralische Relativismus ist ein Luxus, etwas, das das Gemüt besetzt, wenn alle anderen Notwendigkeiten und Bedürfnisse gestillt sind, aber wenn das Böse und das Leid an deiner Türschwelle steht, dann hast du wenig Geduld für solche ausschweifenden Spiele.

Muslimische Frau verströmt Liebe für „zauberhaftes“ Israel

Farhana Rahman, eine junges, muslimisches Mitglied eines israelischen Start-up, erklärt: „Ich werden in der ersten Reihe der Front für das auserwählte Volk stehen.“

Gil Ronen, Israel National News, 19. Januar 2016

Farhana Rahman (Selfie)

Farhana Rahman, eine junge Muslima aus New York, die bei einem israelischen Mobile-App-Startup namens Zula beschäftigt ist, postete (letzten) Sonntag auf Facebook einen Status voll grenzenloser Liebe für den Staat Israel und seine Bürger. Für die, die von den Nachrichten dieser Tage zermürbt sind, ist das ein echtes Must-Read.

„Während ich dies tippe“, schreib sie bei ihrer Rückkehr von ihrer zweiten Reise nach Israel in die USA, „pocht mein Herz immer noch recht kräftig und es sehnt sich immer noch zurückzukehren.“

Was folgte, war ein überschwänglicher Post voller Liebe für den jüdischen Staat und seine Einwohner. „Ich als Muslima ging ins Herz Israels und explodierte – mit Emotionen. Und mit diesem Gefühl“, erklärte sie. „Weil jeder mich liebte. Jeder überschlug sich mich zu lieben. Niemand könnte es wagen zu sagen, dass meine Online-Freunde keine echten Freunde sind. Denn sie sind es. Es ist für mich beleidigend sie nur als meine Freunde zu bezeichnen. Es ist auch beleidigend sie meine Familie zu nennen. Sie sind ein Teil von mir selbst. Mein Herzblut. Sie verwandelten mich gemeinsam in eine weit bessere Version von mir selbst.“

Juden helfen auch außerhalb des Stammes

Sie fuhr fort: „Viele wunderbare Menschen kamen von weit her um mich zu treffen. Ich wollte niemanden stören, indem ich auf den letzten Drücker vor meiner Reise um ihre Zeit bat, aber das hielt sie nicht ab. Sie setzten ihre Arbeit und ihre wundervollen Familien beiseite und kamen, um mich zu treffen und zu den verrücktesten Zeiten Zeit mit mir zu verbringen. Ich verfiel ihnen alle noch mehr als zuvor, weil sie alle ehrlich begeistert waren, dass ich da war. Vielleicht noch mehr als ich selbst.

Ich nutze den Begriff ‚Freundschaft‘ nicht leichtfertig. Ich weiß, ich sage ihn hier oft. Ich bin nicht bekannt, weit entfernt davon. Aber so funktioniert die Kultur in Israel: Wenn Leute dich kennen, lieben sie dich. Nun, man muss offensichtlich ein guter Mensch sein. Aber egal, jeder richtet jeden auf. Sie kennen dieses Stereotyp, dass Juden nur Juden helfen und das der Grund ist, dass sie alle so erfolgreich sind, blablabla? Nun, ich bin der klare Nachweis, dass sie aus ganzem Herzen auch Menschen helfen, die nicht zu ihrem Stamm gehören.“

„Und warum lernen wir nicht alle von ihnen?“, schlug Farahan in einem Monolog vor, der die Herzen besänftigt:

„Juden waren nicht die einzigen Unterdrückten, die zu unterschiedlichen Zeiten der Geschichte Ungerechtigkeiten erlebten“, stellte sie fest. „Jeder war es. Und ist es immer noch. Lasst uns alle helfen einander aufzubauen, wie sie es tun!“

„Jeder, jeden Alters, behandelte mich außergewöhnlich, Weltklasse. Ich bekam nasse kleine Küsse von Kleinkindern, selbstgemachte Geschenke von kleinen Kindern, endloses Lob von Teenagern, sah die kindische Seite junger Erwachsener, bekam wunderbares lokales Essen von Menschen im Alter meiner Eltern und hörte weisen Worten und bekam dicke Umarmungen von Menschen, die weit älter waren. Warum ich das sage? Um euch wissen zu lassen, dass die Menschen Israels aller Generationen lieben und es lieben geliebt zu werden. Und glaubt mir… Ich sah nicht nur die kleine Handvoll Menschen einer Stadt.

Hört nicht auf das, was die Medien oder Bilder schlechter Auflösung, die nur allzu viel geteilt werden, gegen Israel oder die IDF sagen (möge Gott sie segnen). Nehmt alles, was ihr hört, als Inspiration für den Versuch selbst herauszufinden, wie die wahre Geschichte aussieht, indem ihr direkt zur Quelle geht… Folgt nicht blind den lächerlichen Schlagzeilen und Geschichten der Medien.“

„Apartheid“? Klar doch.

Was „Apartheid“-Bild angeht, das ständig von Antiisraelis wiederholt wird, hat Farhana Folgendes zu sagen:

Es ist fast aberwitzig, wie viele muslimische Frauen ich sah, die Auto fahren, unabhängig einkaufen, studieren, arbeiten und das Leben in Israel genießen. Freiheiten, von denen sie andernorts im Nahen Osten nicht einmal träumen könnten. Und ja, viele von ihnen waren komplett mit einer Burka aufgetakelt. Es war auch in den meisten Teilen des Landes sicherer nachts draußen unterwegs zu sein als in New York. Weil die Menschen zivilisiert und gut sind. Wenn du mit irgendetwas dem Widersprechenden antwortest, werde ich das einfach ignorieren, weil es meine Zeit nicht wert sein wird.

Egal, ich ging in Geschäfte von Juden und wurde großartigen bedient. Ich ging in Geschäfte von Muslimen und auch da wurde ich großartig bedient. Kunden mischen sich überall und alle kommen prima miteinander aus. Interessant ist, dass in beiden Fällen die Geschäftsbesitzer bzw. ihre Angestellten nicht in der Lage waren herauszufinden, ob ich Muslima oder Jüdin war. Ich nahm das als Kompliment.

Ich glaubte nicht, es könne mir möglich sein Israel und sein Volk mehr zu lieben als vorher. Aber doch. Diese Reise schaffte das. Macht mich das zur Zionistin? Vermutlich. Du wirst überrascht sein, wie viele andere zionistische Muslime ich dort traf. Also bring die Hasser, versuch’s mal. Ich werde in der ersten Reihe der Front für das auserwählte Volk stehen. Und nachdem der Rauch sich hebt, werden wir kuscheln und Brettspiele miteinander spielen, während wir Burekas und Limonade mit Minze genießen.“

„Leider schaffte ich es nicht die Al-Aqsa zu besuchen“, wurde sie in einem Eintrag eines Freundes zitiert, „weil meine jüdischen Freunde von einigen der älteren Muslime böse angeschaut wurden und ich mich nicht wohl fühlte ohne sie zu gehen. Aber ich wurde an der Westmauer wärmstens empfangen und die fühlte sich genauso heilig an.

Ich wurde in keinster Weise diskriminiert. Wenn schon, dann bekam ich größere Preisnachlässe und größere Essensportionen, weil jeder sich freute zu sehen, dass ich eine die Juden liebende Muslime war. Sie unternahmen alles ihnen mögliche, um sicherzustellen es mir angenehm zu machen und dass ich meinen Aufenthalt genoss. Selbst Fremde.“

Dieser Tage ist es nicht einfach Israeli zu sein, wenn weltweit so viel Hass und Verachtung über Juden ausgeschüttet wird. Doch selbst mit ein paar Herzen auf der jüdische Seite, die so groß sind wie das von Farhana, scheint der Kampf ein einseitiger zugunsten des Auserwählten Volks zu sein.

Entschlossen dafür zu sorgen, dass Israels Stimme gehört wird

Manfred Gerstenfeld interviewt Kees van der Staaij (direkt vom Autor)

Die breite Masse der SGP – eine protestantische niederländisch-christliche Partei – hat schon lange eine starke Verbindung zu Israel empfunden. Die Bibel, der Staat Israel und das jüdische Volk haben bei uns alle einen besonderen Platz. Diese Verbindung scheint in den letzten Jahrzehnten sogar noch enger geworden zu sein. Das geht über die wichtige Rolle der Bibel in unserem Bewusstsein hinaus. Die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 beschleunigte unser Denken in dieser Angelegenheit.

Der Rechtsanwalt Cornelis Gerrit (Kees) van der Staaij wurde 1968 geboren. 1998 wurde er für die SGP Mitglied der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments. Seit 2010 ist er der Parteichef. Die SGP hat 3 der 150 Sitze des niederländischen Parlaments inne.

Heute gibt es in den Niederlanden und andernorts viel Feindseligkeit gegenüber Israel, dem sehr einseitig Fehlverhalten vorgeworfen wird. Selbst Israels Existenzrecht wird bestritten. Zudem nimmt in den Niederlanden der Antisemitismus zu.

Diese Entwicklungen führten dazu, dass Israel einen besonderen Platz in unserem Parteiprogramm gegeben und es zu einer unserer höchsten Prioritäten gemacht wurde. Sowohl in Parlament der Niederlande wie auch im Euroaparlament widmen wir Israel viel Aufmerksamkeit. In der letzten Wahlperiode war unser Europaabgeordneter Bas Belder Vorsitzender der Israel-Delegation des Europaparlaments.

Die negative Haltung gegenüber Israel macht uns noch entschlossener sicherzustellen, dass auch Israels Seite der Geschichte gehört wird. Das ist angesichts der Einseitigkeit der Medien unerlässlich. Die Berichterstattung zu Israel ist oft sehr von Vorurteilen belastet.

Ich betrachte es als wichtig Israel regelmäßig zu besuchen und Kontakt mit anderen proisraelischen Parlamentariern zu pflegen. Wir sind in einem weltweiten Ausschuss vereint, an dessen Konferenzen in New York und Israel wir teilnahmen. Es hat sich enorm gelohnt Erfahrungen auszutauschen und zu diskutieren, was getan werden kann um den Antiisraelismus zu bekämpfen.

Im März 2014 akzeptierte das niederländische Parlament meinen Antrag den Handel mit Israel zu fördern. Er verpflichtet die niederländische Regierung dazu, auf transparente und überzeugende Weise klar zu machen, dass sie Wirtschaftsbeziehungen und Zusammenarbeit zwischen niederländischen und israelischen Firmen und Institutionen unterstützt. Das war ein konkreter Schritt zur Schaffung eines Gegengewichts zur Politik des Abratens in diesem Bereich.

Bezüglich des Antisemitismus in den Niederlanden wäre ich sehr glücklich, wenn eine breit angelegte und gezielte Studie durchgeführt würde. Eine politische Minderheit ist allerdings dagegen und verweist auf aktuelle Studien und solche aus der Vergangenheit. Sollte sich in der Zukunft eine politische Gelegenheit für eine solche Studie ergeben, werden wir dazu ermuntern.

Es ist wichtig, dass man Einblick in den Hintergrund des Antisemitismus und der Vorurteile an deren Ursprung bekommt. Dies umso mehr, als CIDI, die niederländische Organisation zur Beobachtung von Antisemitismus, darauf hingewiesen hat, dass Antisemitismus in den Niederlanden intensiver und brutaler wird. Das Internet spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Schwelle zu dem, was öffentlich zum Ausdruck gebracht werden kann, liegt heute viel niedriger als in der Vergangenheit.

In den Niederlanden gibt es einen Hang dazu, Antisemitismus mit einer allgemeinen Politik gegen Diskriminierung zu verwässern. Wenn man nicht aufpasst, wird die besondere Konzentration auf den Antisemitismus gestört. Dann wird das Ganze ziemlich wirkungslos. Wir haben die absolute Pflicht sicherzustellen, dass Juden sich in den Niederlanden Zuhause und sicher fühlen können. Ich möchte alles in dieser Richtung unternehmen, weil ich es beschämend fände, wäre das nicht der Fall.

Wir müssen zudem den Antisemitismus mit der Politik der Aufnahme von Einwanderern verbinden. Schlüsselpersonen in der muslimischen Gemeinschaft, die einen wichtigen Beitrag leisten können, sollten am Kampf gegen den Antisemitismus beteiligt werden. Unglücklicherweise ist es sehr schwierig die richtigen Personen zu finden, mit ihnen zu sprechen und Einfluss zu nehmen. Ich favorisiere Programme, die die Menschen zwingen einander ins Auge zu sehen. Das kann sehr effektiv sein.

In der niederländischen Gesellschaft gibt es großes Unbehagen wegen der übergroßen Vertretung von Marokkanern und von den Antillen stammenden Menschen in Kriminalstatistiken. Damit muss auf fokussierte Weise umgegangen werden. Der beste Weg das anzugehen besteht darin ihre Gemeinschaften dazu zu bringen über Verantwortung zu reden, damit diese Zahlen sich drastisch verringern.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass wegen säkularem „Uniformitätsdenken“ Minderheiten unter Druck gesetzt werden. Es gibt kein Gefühl mehr für Religion. Bezüglich rituellen Schlachtens und Beschneidung gibt es eine beträchtliche Neigung die übliche säkulare Meinung aufzuzwingen. Einer der säkularen Werte ist große Sensibilität für alles, was Tiere betrifft. Das ist ein klarer Trend der letzten Jahre.

In den Niederlanden gibt es außerdem eine extravagante „Freiheit des Denkens“. Die niederländische Gesellschaft hat Angst Partei zu ergreifen. Unsere Partei unternimmt große Bemühungen religiöse Verfolgung in arabischen Ländern offenzulegen. Christen und Juden leiden enorm darunter. Wir glauben, dass Probleme ausdrücklich genannt werden müssen. Ich habe sogar von gut gebildeten radikalen Muslimen in den Niederlanden gehört, dass es gerechtfertigt wäre ihm die Kehle durchzuschneiden, wenn ein Muslim seine Religion wechselt. Die Gesellschaft darf nicht gestatten, dass so etwas gesagt werden darf, selbst wenn es nur eine Meinung ist.

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des
Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.